*Phantasie ist wichtiger als Wissen....*

25.11.2016 um 11:35 Uhr

I'm only human after all

 

Bin ich wie der Informatiker? - Diese Frage kam mir in den letzten Tagen oft in den Sinn. Drängle ich mich in das Leben von jemanden, der mich da gar nicht haben will? Zwinge ich mich jemanden auf, den ich so sehr verletzt habe, dass es einfach nur absolut nachvollziehbar ist, dass er mich da nicht haben will? Akzeptiere ich Grenzen? Warum mache ich das? Warum bin ich so?

Er weiß es. Nach all den Jahren weiß er es. Eigentlich wusste er es schon lange. Und ich weiß nun, dass er es weiß.



Ich habe in der letzten Woche unglaublich viel aufgearbeitet, was meine Vergangenheit mit dem "Muttersöhnchen" (ich bin mir sicher, dass er das heute nicht mehr sein mag, deshalb werde ich ihn fortführend wohl den Architekten nennen) anbelangt. Ich habe viele alte Nachrichten gelesen, auch Blogeinträge, habe versucht, mich zu erinnern.

Beginnen wir am Anfang:

Im November 2009 haben der Architekt und ich uns kennengelernt. Wir schrieben anfangs nur im StudiVZ, meine Situation mit dem, dessen Name nicht genannt werden darf, war damals kompliziert. Ein Versuch, eine Beziehung fortzuführen, scheiterte - eventuell auch, weil ich damals schon wusste, dass ich Gefühle für den Architekten entwickelt hatte. Ich denke, dass es dann 2010 war, als der Architekt und ich uns zum ersten Mal live begegneten. Auch wenn mir viele Dinge der Vergangenheit fehlen, kann ich mich noch gut an unser erstes Treffen- meine ersten Eindrücke- erinnern. Im Februar 2010 sind wir dann ein Paar geworden und für etwas mehr als zwei Jahre gewesen. Bis heute war das meine längste und unkomplizierteste Beziehung.
Wir hatten eine wundervolle Zeit, gerade am Anfang. Es hatte gut gepasst zwischen uns. Aber 2010 war auch das Jahr, in dem ich Abi machte. Dass ich danach einmal Tiermedizin studieren wollte, stand lange davor fest. Mein Wunsch, Tiermedizin in Leipzig zu studieren, löste sich in Wohlgefallen auf, als ich in München angenommen wurde. So zog ich im Oktober 2010 nach München und auch wenn der Architekt früher irgendwann einmal sagte, dass er mich vielleicht nie hätte gehen lassen sollen, hätte ich es vermutlich trotzdem gemacht. Tiermedizin zu studieren - das war mal mein Traum. Heute würde ich es niiiiemals wieder tun, aber damals war es mein Lebenstraum. Von da an führten der Architekt und ich also eine Fernbeziehung. Keine von denen, die vielleicht funktionieren, weil man sich jedes Wochenende sieht, sondern eine von denen, bei denen man sich richtig selten sah. Was blieb waren Telefon, ICQ und SMS und der Glaube und das vermeintliche Wissen, dass es nur eine Fernbeziehung auf Zeit werden sollte. Der Idealfall damals sollte sein, dass der Architekt nach München ziehen würde, sobald er seinen Bachelor in der Tasche hat, um hier dann entweder den Master zu machen oder eben zu arbeiten, bis er den Master machen kann. Rückblickend vielleicht sehr blauäugig und naiv betrachtet. In München muss man dann ja auch wohnen und das muss man auch bezahlen können und überhaupt muss man hier erst einmal eine Wohnung finden - ein Job ist vielleicht nicht so schwer, aber eine bezahlbare Wohnung? Und das auch noch für eventuell zwei Studenten? - Naiv ist es gewesen, die Welt so betrachtet zu haben. Haben wir aber eventuell auch beide, der Architekt und ich. 


Generell geschah über die Zeit viel, was mich aufgeregt und belastet hat... diese Wischi-Waschi-Einstellung, dieses Unselbstständige, dieses auf Mama-angewiesen-sein, dieses 'Komme ich heute nicht, komme ich morgen', dass wir manchmal zu wenig Sex hatten, er dann aber Pornos schaute, das Nicht-kochen-können, nicht Wäsche-waschen-können (es sind vielleicht mehrere Punkte, die sich auch in einem hätten zusammenfassen lassen, in ihren Einzelheiten jedoch auch Gewicht haben) und am allermeisten denke ich heute, regte mich auf, dass dieser Schritt nach seinem Bachelor - der Schritt in unsere gemeinsame Zukunft - so „behindert“ ausfiel. Ich habe den Architekten in der Zeit alleine in München oft vermisst. Habe mich nach gemeinsamen Aktivitäten gesehnt, nach Zweisamkeit, nach Gesprächen von Angesicht zu Angesicht - einfach nach Dingen, die eine Beziehung ausmachen. Als es nach seinem Bachelor dann an die Zeit der Bewerbungen ging, musste ich ihn drängen und selbst dann ging ewig nichts vorwärts. Irgendwann habe ich dann mal eingefordert, eine Bewerbung von ihm zu sehen und vielleicht hätte ich das früher tun sollen. Wäre meine Achtung vor ihm ein Geschirrteil aus Porzellan gewesen, dann hätte man es in diesem Moment zerbrechen hören können. Ein studierter, junger, gut aussehender Mann schrieb Bewerbungen, die einen sehr hohen Fremdschämfaktor aufwiesen und was ich vor allem nie begriff, war die Tatsache, dass er mich nie um Hilfe bat. Ich konnte schon immer gut schreiben. Ich bin gut darin, mich auszudrücken und er wusste das und doch hat er nie gefragt. Vielleicht hätte ich meine Hilfe auch direkt anbieten müssen - ich kann es heute nicht mehr reproduzieren, ob ich das nicht sogar tat. Ich bin jedoch sicher, dass in diesem Moment etwas in mir zerbrach, ich meine Achtung und meinen Respekt verlor. Es ist etwas gefährliches, wenn man die Achtung vor seinem Partner verliert. 

Aber ich habe auch meine Fehler gemacht. Es ist nicht fair, alles nur einem Part in die Schuhe zu schieben. Ich war oft zu engstirnig, zu misstrauisch, zu streitlustig?, zu dramatisch, zu jung&unerfahren... diese Liste lässt sich beliebig fortsetzen. Wenn ich daran denke, dass für mich damals die schlimmste Sache, die mit den Pornos war, dann kann ich heute nur lächelnd und kopfschüttelnd denken 'Wäre das doch in all den Jahren danach nur immer mein größtes Problem gewesen.'. Auch dass wir es immer, wenn ich zu Hause war, seiner und meiner Familie recht machen mussten war, vom Beziehungsaspekt her, nicht immer das Ideale und das war bei meiner Familie sicher schlimmer. Ich hätte uns mehr Zeit einräumen müssen, aber das ist schwierig, wenn du deine Familie auch nur dann siehst, wenn du deinen Freund prinzipiell sehen könntest. 

2012 fing unsere so schon knapp bemessene Zeit an, noch knapper zu werden, denn bei mir stand das Physikum vor der Tür mit jeder Menge Testaten in den Semestern davor. Ich musste viel Zeit ins lernen investieren und unsere Gespräche miteinander liefen irgendwann nur noch nach Schema F ab - "Hallo, wie gehts dir?; Was machst du so?; Wie war dein Tag?; Schlaf gut, gute Nacht.". Ich konnte ICQ aufmachen und wusste genau, dass nur das kommen würde. Das langweilte mich und den Fehler dafür suchte ich damals stets beim Architekten. Dass ich mich genauso daran hätte beteiligen müssen, dass unsere Gespräche individueller hätten verlaufen können, dämmerte mir erst Jahre später. 


Ich denke, dass all diese Kleinigkeiten sich zu großen Dingen aufsummierten. Dazu, dass ich mich nicht mehr glücklich fühlte, das Gefühl hatte, wir würden uns voneinander entfernen.  


Im Mai 2012 habe ich dann das getan, was ich selbst stets verurteilte, von mir selbst nie erwartete und bis heute zutiefst bereue. Ich ging fremd. 


Ich war auf die Geburtstagsparty meines damals besten Freundes eingeladen, in der Kaserne in München. Eigentlich war es ein schöner Tag - die Sonne schien, die Partygesellschaft war klasse, wir hatten alle viel Spaß. Wir haben in der Kaserne in einer Bar gefeiert, die prinzipiell jedem Studenten dort zugänglich ist und so mischten sich unter die Partygäste irgendwann auch andere Leute. Als wir gerade am tanzen waren, hat mich plötzlich ein Mann angesprochen, der mir sagte, dass sein Kumpel mich beobachtet hätte und auf mich stehen würde, aber zu schüchtern wäre, mich anzusprechen. Ich hielt das für einen Scherz, fand den Kumpel auch nicht ansprechend, machte mich darüber lustig und ließ somit beide abblitzen. Ich schrieb es wohl auch dem Architekten, dass ich angegraben wurde und mir wünschte, er sei auch hier. Ich bin mir sicher, dass ich das auch exakt so empfunden habe in diesem Moment. Irgendwann ging der Architekt dann ins Bett, wir schrieben uns gute Nacht und ich schrieb ihm noch, dass ich ihn lieben würde. Vielleicht schrieb ich es aus Gewohnheit, vielleicht meinte ich es in diesem Moment auch noch so - ich weiß es heute nicht mehr. Fakt ist, dass bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht der Gedanke in meinem Kopf war, dass ich später in der Nacht fremdgehen würde. Bis dahin war die Welt für mich augenscheinlich noch in Ordnung. 


Zu späterer Stunde in dieser Nacht sollte die Bar dann geschlossen werden. Es waren sowieso nur noch eine Handvoll Partygäste da und diese zwei Typen, die nicht zu den Gästen gehörten, auch. Als wir quasi aus der Bar geschmissen wurden, tummelten sich alle davor und man überlegte, was man denn nun noch weiter machen könnte. Einigen wollten ins Bett, andere waren noch nicht müde - ich selbst war noch hellwach. Zufällig landete ich mit meiner Sitzgelegenheit genau da, wo auch die zwei Jungs waren, von denen ich vorher angegraben wurde und die ich den Rest des Abends eigentlich mied. Wie wir da so saßen und ich unweigerlich zuhörte, was sie so erzählten, empfand ich sie doch als recht sympathisch und witzig. So kamen wir ins Gespräch. Es wurden insgesamt immer weniger Leute und ich hätte einfach ins Bett gehen sollen. Bin ich aber nicht. Stattdessen haben mich die zwei Jungs eingeladen, mit auf ihr Zimmer zu gehen, um zu zocken. Naiv, wie ich war (bin?), ging ich mit. Es war ja nichts dabei und wir haben auch wirklich gezockt, danach noch einen Film geschaut und währenddessen haben sie mich immer weiter mit ihrem selbst gemachten Limes abgefüllt. Das soll gar keine Entschuldigung sein, immerhin ließ ich das auch zu. Der Typ, der ursprünglich angeblich auf mich stand, ist dann irgendwann gegangen, weil von meiner Seite aus gar nichts kam und dann war ich mit dem anderen alleine. Draußen wurde es schon hell und ja, ich denke mir heute immer wieder, dass ich einfach hätte gehen sollen. Bin ich aber auch da nicht und dann kam eins zum anderen. Es ist interessant für mich, dass ich mich an die Details des Abends noch so gut erinnern kann, aber der Typ, mit dem ich den Architekten betrogen habe - ich weiß nicht einmal mehr, wie er hieß. Ich kann mich auch nur noch sehr sehr vage erinnern, wie er aussah. Würde er heute vor mir stehen, ich schwöre, ich würde ihn nicht erkennen. Unterm Strich war es einfach nur (furchtbar schlechter) Sex ohne jegliche Gefühle. Ich frage mich heute immer wieder, warum ich das getan habe. Warum habe ich das schlimmste gemacht, was man einem Menschen nur antun kann? Warum habe ausgerechnet ich jemanden betrogen, wo ich es doch selber nie von mir gedachte hätte, immer verurteilt habe? War es der Alkohol? Hab ich mich allein gefühlt? Habe ich mir von jemand anderem eingefordert, was ich bei meinem Freund vermisst habe? Egal, wie ich es drehe und wende, nichts rechtfertigt, was ich getan habe. 

Kurz nachdem passierte, was passierte, bin ich gegangen. Ich habe mich leer gefühlt - nicht schuldig, nicht traurig - nur leer. Ich habe kurz danach nichts gefühlt und nichts gedacht. Erst nachdem ich dann, in dem Bett, in dem ich schon vor Stunden hätte liegen sollen, geschlafen habe, begriff ich, was da eigentlich gerade passiert war. Ich erzählte es meinem ehemals besten Freund und seine Reaktion war mit Abstand die dümmste, die es darauf geben konnte. Er sagte doch ehrlich zu mir 'Na, wenn ihr beide keinen Orgasmus hattet, dann hast du deinen Freund auch nicht betrogen.' - absolut nicht hilfreich. 


Nach dieser Geburtstagsparty dauerte es noch circa eine Woche bis ich nach Hause fahren und den Architekten wieder sehen sollte. Mir ging so unglaublich vieles durch den Kopf. Allem voran der Gedanke, warum mir das passierte. Ich war und bin davon überzeugt, dass man nicht fremdgeht, wenn in einer Beziehung alles okay ist und bis zu diesem Abend war in meiner Beziehung doch alles okay - oder etwa nicht? Musste ich tatsächlich erst fremdgehen, damit mir klar wurde, dass in meiner Beziehung ganz und gar nicht alles okay war? Ich stand außerdem vor einem Scheideweg und hatte mehrere Möglichkeiten: Es war ein einmaliger Ausrutscher ohne Gefühle, nur Sex - ich hätte so tun können, als wäre das alles niemals passiert, es für mich behalten und einfach so weiter machen können. Ich hätte es dem Architekten sagen können - am Telefon, per SMS oder dann eben in einer Woche persönlich - und dann schauen, was passiert wäre. Vielleicht wäre es trotz der Wahrheit zu retten gewesen? Aber wie? Das Problem der fehlenden Nähe - es wäre ja nicht zu beseitigen gewesen. Ich hätte aber auch Schluss machen können, ohne ihm zu sagen, dass ich fremdging. Ich wusste einfach nicht, was ich am besten hätte tun sollen. Ich habe mit meinen Freundinnen darüber gesprochen und auch sie waren unterschiedlicher Meinungen. Ich selber hätte es wohl erfahren wollen, einfach nur, um es zu wissen. 


Während dieser Woche, kam ich zu dem Entschluss, dass ich diese Beziehung beenden müsse. Wären meine Gefühle für den Architekten stark genug gewesen, dann wäre ich nicht fremdgegangen und so weiterzumachen, wie bisher - ihn und mich zu belügen - das hätte ich weder gewollt, noch geschafft. Ich gebe zu, dass ich durchaus auch wissen wollte, was es in mir auslösen würde, ihn nach all dem wieder zu sehen, ihn vor mir zu haben. Was würde ich fühlen? Außerdem war ich der Meinung, dass ich es ihm nach mehr als zwei Jahren einfach schuldig war, persönlich Schluss zu machen.  


Blöderweise trug der Architekt, als wir uns wieder sahen, eine Sonnencreme, die meines Empfindens nach ganz furchtbar roch. Ich war also mehr auf seinen Geruch konzentriert, als darauf, was ich denn fühlen würde. Trotzdem wusste ich, dass mich ein Geruch nicht von der eigentlichen Sache ablenken dürfe. An dem Tag, als er zu mir kam, haderte ich stark mit mir. Ich suchte Abstand von ihm, um mit mir selber klarzukommen. Wir schufteten an dem Tag noch bei meinen Eltern auf dem Hof, grillten danach und erst danach brachte ich selber den Mut auf, mit ihm zu reden und die Sache zu beenden. Mir war bewusst, dass dieses Ende für den Architekten unerwarteter kam, als für mich. Ich wusste, dass es ihn zerstören würde, dass ich ihn damit zerstören würde und so entschied ich mich dazu, ihm NICHT zu sagen, dass ich fremdging und das der Auslöser meiner Aktion war. In erster Linie wollte ich ihn schützen. Vielleicht hatte ich selber auch Angst vor der Reaktion. Aber tatsächlich wollte ich ihn einfach nicht nur noch mehr verletzen, als er es eh schon war. Natürlich begriff er nicht, woher mein plötzlicher Beziehungsabbruch denn jetzt kam. An diesem Abend war es dann auch schon zu spät für ihn, um wieder nach Hause zu fahren. Er schlief dann also in meinem Bett und ich bei meiner kleinen Schwester, ging voll auf Abstand zu ihm und er verstand das einfach nicht. Hätte ich ihm damals einfach die Wahrheit gesagt, dann hätte es ihm das alles vielleicht einfacher gemacht oder es hätte ihn eben komplett ruiniert und ich wollte ihm das einfach nicht antun. Am nächsten Morgen brachte ich ihn zum Zug, wir gingen an diesem Tag freundschaftlich auseinander. 


Danach blieben wir in Kontakt. Der Architekt machte es sich zum obersten Ziel, mich zurückzugewinnen, sich für mich zu verändern. Er liebte mich und dass er mich verloren hatte, machte ihm das erst wieder richtig bewusst, als wäre er aus einer Art Winterschlaf aufgewacht. Wann immer wir miteinander schrieben, machte er mir deutlich, was er für Fortschritte gemacht habe; was er dafür tat, mich zurückzugewinnen, woran er arbeitete, erinnerte mich an wundervolle gemeinsame Zeiten und wollte doch nur eins - mich wieder sehen, mit mir reden, mich glücklich machen, wieder mit mir zusammen kommen - mich. Er sagte einmal zu mir - ich denke, es war schon vor der Trennung - dass ich seine erste und seine letzte Frau sein solle. Nach der Trennung schrieb er sogar, dass er so liebend gerne um meine Hand angehalten hätte. Wenn ich das heute alles lese, dann bricht es mir das Herz - wie sehr mich dieser Mann geliebt hat und wie achtlos ich das alles einfach weggeworfen habe und in jedem unserer Gespräche nach der Trennung war ich so kalt, eiskalt. Nach der Trennung war er sogar noch einmal in München, wollte mich da auch gerne sehen, aber es kam nie dazu, weil ich das damals nicht wollte, aber auch viel lernen musste zu der Zeit. Heute denke ich mir, dass ich damals vielleicht so kalt war, weil ich wusste, was ich verbrochen hatte und vielleicht hätte ich das alles stoppen können, wenn ich ihm einfach nur die Wahrheit gesagt hätte. Aber ich dachte mir wohl, dass es irgendwann vergehen würde, dass es bei ihm irgendwann aufhören würde, auch ohne dass ich nochmal nachgetreten hätte. Denn es war für mich nichts anderes - die Wahrheit wäre nachtreten gewesen. Doch hätte er die Wahrheit da schon gewusst, hätte es ihm vielleicht vieles leichter gemacht oder er hätte mir verziehen und mich trotzdem zurückgewollt? Wer kann das heute schon wissen? Ich war jedoch ein Feigling vor dem Herrn! 


Ein paar Monate danach brach unser Kontakt dann ab. Ich habe es schon immer gesagt, ich bin kein Mensch, der lange alleine bleibt und während der Architekt daran arbeitete, das zu werden, was ich immer wollte, wusste ich für mich, dass es kein Zurück geben würde. Nicht, wenn er die Wahrheit nicht kennt und die sollte er nicht kennen. Ich habe mir damit auch selber etwas aufgebürdet. Ich konnte es selber nie wirklich aufarbeiten. Es ist wie ein Fleck auf deiner Weste, den du nicht mehr rausbekommst, was du auch tust. Es wie eine dunkle Wolke, die immer über dir schweben wird. Und egal, wen du zukünftig auch kennenlernst, du musst dich immer vorstellen mit 'Hallo, ich bin die Muffin und ich bin schon mal fremdgegangen!'. Da für mich feststand, dass es kein Zurück gab, blickte ich nach vorne und lernte so schließlich den Friesen kennen. Darüber schrieb ich hier und als der Architekt das las, brach er den Kontakt hab. Das war mit Sicherheit noch einmal der letzte Stich, den ich ihn versetzte. Von da an wusste auch er, dass das Projekt 'zurückgewinnen' gestorben war. Er bat mich den Kontaktabbruch zu respektieren und zu akzeptieren und sagte mir, dass ER sich eines Tages melden würde, wenn er soweit wäre.


Das passierte alles 2012.


Seitdem ging es mir öfter im Kopf herum. Ich überlegte immer wieder, ob ich ihm nicht doch erzählen sollte, dass ich fremdging. Aber warum? Um dann NOCH EINMAL nachzutreten? Es wäre nur für mein Gewissen gewesen, damit ICH es aufarbeiten kann, damit ICH endlich ehrlich sein kann, denn ich denke, was mich wirklich all die Jahre belastete war, mit einer Lüge leben zu müssen, wo ich doch sonst einfach immer ehrlich bin. Aber da wir keinen Kontakt hatten, wusste ich auch nie, wo der Architekt gerade steht - ist er darüber hinweg, ist er glücklich, reiße ich alte Wunden auf, muss das sein? Und wie hätte ich es überhaupt anstellen sollen, ihm das zu sagen? Ich entschied mich in all den Jahren dazu, es ihm nicht zu erzählen. Ich fragte mich aber immer mal wieder, wie es ihm so gehe... Irgendwann einmal, ich schätze, dass es 2013 gewesen ist, schrieb ich es hier in meinen Blog, dass ich schon einmal fremdging. Es war mit 99%iger Sicherheit aus meinem Eintrag nachvollziehbar, dass es der Architekt gewesen sein musste, den ich betrog. Ich glaube, dass es der, dessen Name nicht genannt werden darf, war, der mich im Endeffekt dazu brachte, den Eintrag wieder zu löschen - nur für den Fall, dass der Architekt noch immer hier lesen sollte. Es sich von der Seele schreiben zu wollen hin oder her - er sollte es nicht erfahren und schon gar nicht so. Also löschte ich den Eintrag wieder. Aber anscheinend stand er lange genug hier, dass der Architekt ihn doch las und von da an wusste er, was Sache war. 


Ich habe mich in all den Jahren nicht an den Kontaktabbruch gehalten. Ich gratulierte jedes Jahr zum Geburtstag, mit Ausnahme von 2015, bekam jedoch nie was zurück. Ich denke mir auch, wie blöd er sich vorgekommen sein musste, das all die Jahre zu wissen und dann immer wieder Geburtstagswünsche von mir zu bekommen, ohne dass ich es jemals anspreche - was für eine Heuchelei und wie dumm muss er sich erst vorgekommen sein, dass er wirklich ALLES tat, um mich zurückzugewinnen, als er es noch nicht wusste - Die, die ihn betrogen hatte. Das hätte er sich vielleicht alles ersparen können, hätte er von Anfang an gewusst, woran er war. 


...und doch hat er selber es auch nie angesprochen. Da kam nie- nicht ein einziges Mal- eine Beleidigung und dass ich mir das einfach sparen solle. Nichts dergleichen. Ich sagte nichts und er sagte auch nichts.  


Jetzt ist es 2016. Es ist nun schon vier Jahre her und letzte Woche ging mir der Architekt im Kopf herum. Ich fragte mich wieder einmal, was er denn wohl so mache, wie es ihm so erginge. Mal abgesehen vom Informatiker habe ich zu meinen Exfreunden ein gutes Verhältnis. Ich ertappe mich oft dabei zu denken, dass ich zum Architekten auch gerne ein gutes Verhältnis haben möchte. Ich sprach mit dem, dessen Name nicht genannt werden darf darüber und er sagte, ich solle dem Architekten doch mal schreiben - was habe ich schon zu verlieren? Außer dass er nicht antworten würde, so wie die Jahre davor, aber darauf wäre ich schließlich eingestellt und so schrieb ich und tatsächlich antwortete er mir diesmal. Nicht sofort, erst einen halben Tag später und ich gebe zu mit dieser Antwort nicht gerechnet zu haben. 


Er sagte mir, dass er wisse, dass ich fremdging und dass ich doch endlich mal mit der Wahrheit rausrücken solle, denn wäre ich nicht endlich ehrlich zu ihm, würde er kein Wort mit mir wechseln. Als ich diese Nachricht las, war ich erleichtert, dass es zur Sprache kommen sollte. Endlich... Ich war auch erschrocken, dass er es wusste, aber nur für einen Moment, weil mir klar war, dass er es nur von hier haben könne. Ich dachte keine Sekunde darüber nach, das zu leugnen, im Gegenteil. Der Architekt hat eine Mauer eingerissen, die ich all die Jahre versucht habe, aufrecht zu erhalten, obwohl er es schon längst wusste. Also redete ich nicht mehr um den heißen Brei. Ich ließ ihn wissen, dass ich ihm es nie sagte, weil ich zum einen nicht wusste, wie ich das hätte anstellen sollen und zum anderen, weil ich ihn eben schützen wollte. Auch, dass es mir Leid tut, dass ich auf der Welt nichts mehr bereue, als dass ich das damals tat und dass er mir das mit Sicherheit nie verziehen hätte.

Daraufhin warf er mir Egoismus vor. Er glaube nicht, dass ich ihn hätte schützen wollen - es ging doch stets nur um mich und dass ich in einem guten Licht dastehe; dass ihm meine Reue nichts bringe, es dafür jetzt zu spät sei und er mir es vielleicht hätte verzeihen können, hätte ich die Wahrheit gesagt und nicht immer weiter gelogen; dass er mir gar nichts mehr glaube und dass ich - sollte es mich tatsächlich interessieren, wie es ihm ginge - vor ihn treten, ihm in die Augen schauen und persönlich mit ihm sprechen solle. Er warf mir vor, mich hinter einer Tastatur zu verstecken und brachte schlussendlich noch an, dass ich mit meiner Nachricht auch noch einen Tag hätte warten können, immerhin wäre es dann dasselbe Datum wie vor 7 Jahren gewesen, als wir das erste Mal miteinander schrieben.


Gerade als ich das letzte las, dachte ich 'Scheiße, ist das wirklich auf den Tag 7Jahre her? Und warum weiß er das noch?' - Ich weiß oft noch, wann ich mit den Männern zusammen kam, aber nicht, wann ich das erste Mal mit ihnen schrieb. Ich meine, der Architekt und ich kamen im Februar zusammen und dass wir im November davor das erste Mal schrieben, hatte ich nicht auf dem Schirm. Aber er wusste nicht nur den Monat, nein, er weiß das Datum. Ich weiß bis jetzt nicht, wie ich darüber denken soll, wie ich das einschätzen soll. Der, dessen Name nicht genannt werden darf, spielte den Sachverhalt herunter - er wisse auch noch, wann er und ich uns kennenlernten. Na ja, aber wir lernten uns kennen und waren ein paar Tage darauf ein Paar - es ist ein bisschen was anderes. Andere meiner Freunde hatten zu diesem Sachverhalt andere Ansichten. 


Ich ließ den Architekten wissen, dass es nicht meine Absicht war, dieses Datum zu erwischen. Ich fragte ihn, was es ihm gebracht hätte, es von Anfang an zu wissen, dass ich untreu war und dass ich der Meinung war, es würde ihn zerstören und es ihn deshalb nicht wissen lassen konnte. Ich sagte ihm auch, dass es mich WIRKLICH interessiere, wie es ihm ginge und ich demnach auch vor ihn treten würde, wenn er das denn wirklich wolle.

Er antwortete, dass er es wirklich wolle und dass er nach unserer Trennung auch deshalb damals noch mal in München war, um mit mir zu reden (damals wusste er nicht, dass ich fremdging und es kam nie zu diesem Treffen, obwohl er in Muc war und mich darum bat, dass wir uns treffen). Weil ich ihm sagte, dass ich dachte, ich hätte damals erwachsen gehandelt, ließ er mich wissen, dass fremdgehen nicht erwachsen wäre und man das nur mache, weil man es nötig habe; dass er denke, ich habe ihn insgesamt sehr oft belogen, weil ich eben nicht mit ihm darüber sprach, wenn mich etwas bedrückte und dann ließ er mich noch wissen, was er seit damals erreicht habe und fragte mich, ob sich bei mir denn seit damals etwas veränderte, was er jedoch nicht glaube. Und dann teilte er mir noch mit, dass er nach mir mit keiner einzigen anderen zusammen war. Er hat es versucht- das ließ er mich auch wissen aber es wurde nie mehr daraus.


Ich hatte ein bisschen das Gefühl, als wolle er sagen, dass er heute all das ist, was ich mir damals so sehr wünschte. Dass er es geschafft hat - den Master (und das sogar sehr gut), eine eigene Wohnung zu haben, mit beiden Beinen im Leben zu stehen, sich von Mama abzunabeln, selbstständig zu sein - als wolle er zeigen, dass er das geworden ist, obwohl ich das damals alles achtlos wegwarf. Und ich kam nicht drum herum, stolz auf ihn zu sein. Das habe ich ihm nicht geschrieben, habe gesagt, dass er selber stolz sein kann, aber ich bin es doch auch. Ich hoffe nur inständig, dass er das alles für sich selber geschafft hat, weil ER es so wollte und nicht, dass insgeheim ich sein Antrieb war - sei es, weil er mir eines Tages zeigen wollte "Nimm das" oder sei es, weil er noch immer Gefühle hatte. Auch dass er mich wissen lässt, dass es keine andere nach mir gab - was soll ich darüber denken? Hat es nicht geklappt, weil da immer noch Gefühle für mich waren? Hat es nicht geklappt und es hatte gar nichts mit mir zu tun? Gibt er mir etwa die Schuld, dass es nie geklappt hat? Wollte er mir sagen, dass es mit den Frauen nicht klappt, obwohl er nun all das ist und erreichte, auf das ich so viel Wert legte? Ehrlich gesagt, weiß ich einfach nicht, wie ich diese Information werten soll. Aber wenn ich zurückdenke, wie turbulent mein Liebesleben seit 2012 war, was alles passierte, wer kam, wer ging - krass. Was ich in dieser Zeit erlebte, was ich durchmachte... wie ich einfach meine Rechnung beim Karma dafür beglichen habe, für das, was ich dem Architekten antat (auch wenn er davon nichts hat). Wenn ich heute über meine Probleme mit dem Architekten nachdenke, sind diese fast lächerlich, nichtig - in Relation zu allem, was danach kam für mich. 


Also...ich fragte den Architekten mehr oder weniger noch einmal danach, ob er sich denn sicher sei, dass er mich sehen wolle. Dass ich denke, er sei wütend und dass das sein gutes Recht wäre; dass ich mir bewusst bin, dass ich ihm das Schlimmste antat, was man einem Menschen antun kann und ich selber daran auch Schuld war und es nicht fair war, ihm damals jegliche Schuld in die Schuhe zu schieben. Habe ihm ebenfalls gesagt, dass ich noch immer Tiermedizin studiere und voraussichtlich im März fertig werde, da sich alles um ein Jahr verschob bei mir.

Er sagte, ich sei selber Schuld, dass er so eine negative Meinung von mir habe und dass er nicht wütend sei, aber es Dinge aus seiner Abrechnung wären (ich weiß nicht, ob er sich irgendwo eine Liste geschrieben hat). Er bezeichnete mein Verhalten als hinterf*tzig und sagte, dass das einer angehenden Tierärztin nicht würdig wäre. Er schrieb, dass er denke, dass mich München sehr zum negativen verändert habe und dass er nicht denke, dass WIR uns voneinander entfernten, denn es war ihm damals selbst nicht Recht, dass wir nur so wenig Kontakt am Tag hatten, er mir aber alle Zeit der Welt geben wollte für mein Studium. Viel mehr denke er, ICH habe mich von Beginn des Studiums an entfernt. Und dann fragte er noch bzw. vermutete er, dass ein Kerl daran Schuld sei, dass sich mein Studium verschob.

Ich fragte ihn, was mein Verhalten bitte mit meinem Beruf zu tun habe; erklärte, dass ich mit Sicherheit keinem Mann die Schuld daran geben kann, wenn ich nicht lernen würde; dass mich München vielleicht in der Beziehung zu ihm zum negativen veränderte, ich jedoch nicht denke, dass dem generell so wäre. Im Gegenteil, München hat mich gelassener, erwachsener und reifer gemacht. Ich habe ihm erklärt, dass ich mich damals oft einsam fühlte und nicht das Gefühl hätte, dass er etwas dafür tat, nach Muc zu kommen und dass ich enttäuscht war, dass er mich nie um Hilfe bat und dass ich nicht die Einzige war, die sich entfernte, denn immerhin hatte ich den Wunsch, dass er nach Muc kommt, wir zusammen ziehen und uns eine Zukunft aufbauen. Ich gab zu, dass ich vielleicht hätte geduldiger sein müssen, das alles aber auch nicht entschuldigt, dass ich untreu war. 

Daraufhin stellte der Architekt in Frage, dass ich reifer geworden sei - vielleicht in Hinblick auf die Männerwelt, aber sonst wohl kaum. Er warf mir vor, noch immer einen Grund zu suchen, anderen die Schuld zu geben und dass ich mich kein bisschen verändert habe und ich mir doch mal überlegen solle, weshalb alle meine Beziehungen zu Bruch gehen würden. Er warf mir meine Schwächen vor, von denen er denke, dass ich sie noch immer habe: Eifersucht, Kontrollzwang und dass man mit mir nicht diskutieren könne. Er wünschte sich, er hätte mir das früher schon gesagt, anstatt meine Eigenschaften zu tolerieren. Heute könne er das, denn uns verbinde nichts mehr. Außerdem habe er eine andere Sicht auf die Dinge, als ich, aber das würde bei mir eh auf kein Gehör stoßen, da ich denke, ich mache alles richtig und selten Fehler.


Diese letzte Nachricht kam an einem Morgen und ja, die hat gesessen. Ich weiß nicht, ob ich in meiner Nachricht davor etwas sehr provozierendes schrieb oder ob der Architekt an diesem Tag mit dem falschen Fuß aufstand, ob er mich absichtlich treffen und verletzen wollte oder ob das einfach nur mal raus musste. Ich hatte jedenfalls das Gefühl, dass er mich mit dieser Nachricht auf jeden Fall verletzen wollte und er hat teilweise auch wirklich wunde Punkte getroffen, denn er hat vollkommen Recht - ich bin noch immer ein sehr eifersüchtiger Mensch und ich habe das Bedürfnis danach, über vieles die Kontrolle zu behalten. Anstatt besser, sind diese beiden Eigenschaften nach dem Friesen und nach dem Informatiker nur noch viel schlimmer geworden und es fällt mir schwer, an diesen Dingen zu arbeiten. Das mit der Diskussion traf mich hingegen kaum, denn in einer Diskussion behält immer der Recht, der die besseren Argumente hat und wenn ich am Ende immer das letzte Wort haben muss, dann einfach weil der mir gegenüber nicht die besseren Argumente hat oder frühzeitig nachgibt, fertig. Aber auch, dass ich darüber nachdenken solle, warum meine Beziehungen nicht funktionieren... da schwingt so ein bisschen mit, dass ich selber an all dem Schuld sei, was mir passierte... dass mich der Friese mit der Rothaarigen betrog, dass mich der Informatiker auf die übelste aller Art und Weisen hat leiden lassen, die man sich vorstellen kann. Ich denke gar sehr oft darüber nach, ob mich an diesen Dingen auch die Schuld trifft - sicher nicht daran, dass der Informatiker einfach nur ein kranker und gestörter Psychopath ist, nein, daran sicher nicht, aber es war ein verdammt wunder Punkt und da hat der Architekt durchaus gut geschossen. Treffer und versenkt!  

Also fragte ich ihn, woher er wissen will, dass ich nicht reifer geworden sei; mit welchem Recht er das behaupte. Ich sagte ihm, dass ich nicht immer die Schuld bei anderen suche, ich mir Fehler eingestehe und dachte, dass ich das auch bereits in unserem Gespräch tat und ich den Eindruck habe, er fühle sich persönlich von mir angegriffen. Ich wolle ihm keine Schuld zuweisen, mich nur erklären, wie ich die Dinge damals fühlte.  Sagte, dass ich denke, dass am Ende immer beide Schuld sind, wenn eine Beziehung scheitere. Ich ließ ihn wissen, dass ich nicht finde, dass er ein Recht dazu habe, sich ein Urteil darüber zu bilden, weshalb meine Beziehungen in die Brüche gingen und dass das genauso widerlich ist, als würde ich ihm sagen, er solle sich mal Gedanken darum machen, weshalb es bei ihm nicht mit den Frauen klappe und dass wir dazu beide kein Recht hätten und er das also bitte lassen solle. Ich sagte auch, dass ich mir sehr wünschte, dass er mir seine Vorwürfe schon früher gemacht hätte. Und dann habe ich ihm gesagt, dass ich zwar nicht wisse, ob er noch immer in der Nähe wohne, aber in welcher Zeit ich voraussichtlich zu Hause sein werde. 

Das ist dieses Mal leider gar nicht lange, über Weihnachten werde ich arbeiten, wie letztes Jahr schon und dann bin ich insgesamt nur 1,5 Wochen zu Hause- über Silvester, das war mir wichtig. Allerdings ist bei uns zu Hause auch gerade vieles im Umbruch und ich weiß nicht, ob ich die Zeit finden werde, mich mit dem Architekten zu treffen. Ich wünsche mir das, vor allem für ihn, aber sicher ist es eben nicht. 

Der Architekt schrieb, dass ich mir meine Fehler schon eingestehen würde, aber nur innerlich. Dass ich darauf warte, dass andere den ersten Schritt machen würden und ich erst dann meine Fehler zugeben würde und was es bringen würde, den Fehler nach vier Jahren zuzugeben. Er erklärte mir, dass er nach wie vor eine abwertende Haltung mir ggü habe, wegen meines Verhaltens an unserem letzten Wochenende, an dem ich die Beziehung beendete, das sich bei ihm "eingebrannt" habe und er gestand mir zu, dass ich mich vielleicht verändert habe, er mir aber keinen Glauben schenke und das auch nicht müsse, als Abservierter. Dass ich ihn über die letzten Jahre immer mal wieder anschrieb, obwohl er das doch nicht wollte, würde ihm allein zeigen, dass sich bei mir nichts geändert habe. Er hatte gesagt, er würde sich melden und das wäre eben nicht von jetzt auf gleich. Und dass er dann auch mit der Tür ins Haus fallen musste, damit das Fremdgehen endlich mal zur Sprache käme. Dieses Thema läge ihm schon länger am Herzen und es wäre nur eine Frage der Zeit gewesen, bis ich mich mal wieder melden würde. Er wolle endlich Klarheit haben und ER würde das Gespräch suchen, nicht ICH. Dies wäre erwachsen sein - sich auf Gespräche einlassen, Konflikte lösen, anstatt davor wegzurennen oder diese vor sich herzuschieben. Dass er so über mich urteile, wie er es tut, wäre sein Recht, weil das seine Meinung sei. Dann ließ er mich noch wissen, dass er noch immer in der Nähe wohnt, in meinem angegebenen Zeitraum aber nur sehr begrenzt Zeit habe. 

Ich sagte, dass ich meine Fehler in den letzten Jahren öfter eingestanden habe - vor mir, vor anderen und zuletzt auch in unserem Gespräch und dass ich auch nicht immer darauf warte, dass jemand anderes Dinge anspreche, ich aber nicht wusste, wie ich es hätte anstellen sollen, es ihm zu sagen. Noch einmal machte ich ihm deutlich, dass ich ihn außerdem habe schützen wollen und dass diese Tat auch mich belastet hat und ich es ihm mit Sicherheit auch nicht sagte, weil er keinen Kontakt wollte, denn was er als ’hin und wieder’ beschrieb, waren lediglich Gratulationen zum Geburtstag und an diesem Tag würde ich ihm sicher nicht aufs Brot schmieren, was ich einst tat. Dann unternahm ich den Versuch, ihm zu erklären, weshalb ich mich an unserem letzten Wochenende so verhielt, wie ich es eben tat und gestand ein, dass dieses Verhalten arschig war, ich es aber einfach nicht besser wusste damals. Ich sagte ihm, dass ich finde, dass auch er feige gewesen sei. Wenn ihm dieses Thema auf dem Herzen lag, hätte er es ja auch ansprechen können, schon längst und nicht darauf warten müssen, dass ich mich wieder melde, obwohl er das doch gar nicht wollte. Außerdem sagte ich ihm, dass ich fände, dass wir dann beide nicht erwachsen gewesen wären, nachdem was er schrieb, denn auch er rannte weg und ließ sich auf kein Gespräch ein.


Er sagte, wir seien beide feige gewesen - Er, weil er zu viel tolerierte und ich, weil ich ihn betrog und die Wahrheit verschwieg. Er stellte die Frage, ob man es abstellen oder hätte vermeiden können und beantwortete diese Frage auch gleich für sich damit, dass man meins sicher nicht hätte abstellen können, so wie ich immer reagiert habe, wenn er mal keine Lust auf Sex hatte. Es kristallisierte sich heraus, dass er auch nicht gewusst hatte, wie er das Thema hätte zur Sprache bringen können und dass er es eben schon lange wisse und sich mittlerweile auch nicht mehr darüber aufregen würde - ich denke, das war gelogen, denn warum führen wir dieses Gespräch, warum wurde er teilweise so gemein, wenn ihn das alles nicht mehr aufregen würde? Aber nun gut. Er ließ mich wissen, dass er es hier über meinen Blog erfuhr und mitbekam, dass der Eintrag auch wieder gelöscht wurde. 

Ich antwortete, dass ich denke, dass wir beide schon viel früher vieles anders hätten machen können und es auch gemusst hätten und dass dann sicherlich auch das fremdgehen vermeidlich gewesen wäre.

Der Architekt sagte, dass, wenn es keine Fernbeziehung gewesen wäre, hätte vielleicht mehr daraus werden können. Er sagte aber auch, dass ich mit Sicherheit irgendeinen Grund gefunden hätte und wenn man jemanden aufrichtig liebe, dann ginge man nicht fremd. Er erinnerte mich daran, dass er mir damals sagte, er habe Angst um mich und darum, wie mich ein anderer Mann behandeln würde und dass ich ihn daraufhin als Egoist beschimpft hätte. Ich muss gestehen, dass ich mich an den ersten Teil erinnern kann, jedoch nicht an den letzten und ich bin mir fast sicher, dass ich das so nicht sagte, aber wenn, dann war das eine ziemlich dämliche Aussage. Habe ich dem Architekten dann auch so gesagt. Er schrieb jedoch auch, dass seine Sorge vielleicht nicht ganz unbegründet gewesen sei, nachdem was er so gelesen habe. Wäre er gemein und hinterhältig gewesen, dann hätte er mich in meinen schlimmsten Phasen mit diesen Dingen konfrontieren können und mir zusätzlich zusetzen können, was er aber nicht tat und er wisse nicht, wie es nun bei mir aussehe, aber vielleicht sei ja nun der richtige Zeitpunkt dafür, um die Dinge anzusprechen.


Auch hier muss ich sagen, dass ich nicht weiß, wie ich es einordnen soll. Er schreibt mir hier also ganz offen, dass er in all den Jahren noch immer hier gelesen hat und er genau weiß, was ich durchgemacht habe. Trotzdem sagt er auch, dass er mir nicht zugesetzt hat, als er es hätte tun können. Warum hat er es nicht gemacht? - Wollte er beweisen, dass er ein besserer Mensch ist, als ich? Oder weil ich ihm immer noch etwas bedeutet habe? Hat er sich insgeheim ins Fäustchen gelacht, als er hier laß und sich gedacht, dass mir das alles recht geschehe oder hatte er etwa Mitleid mit mir? - Egal, ich sagte ihm, dass ich ihm dankbar dafür sei, dass er mir in meinen dunklen Stunden eben nicht noch zugesetzt hat. Außerdem sagte ich, dass ich denke, dass wir nicht wissen können, ob jemals mehr daraus geworden wäre, merkte an, dass wir vielleicht auch niemals zusammengepasst haben, dass ich vielleicht einen Grund gesucht und gefunden hätte oder es auch ihm eben irgendwann zu viel geworden wäre - wir das aber eben einfach alles nicht wissen können. Ich ließ ihn wissen, dass ich das mit dem fremdgehen und dem aufrichtig lieben, prinzipiell so sehe, wie er, wenn auch etwas komplexer. Ich habe ihm das nicht weiter erklärt, aber aufgrund meiner Erfahrungen denke ich, dass es Unterschiede gibt. Prinzipiell ist fremdgehen immer scheiße, aber ich denke, es gibt Unterschiede - Sind Gefühle im Spiel/sind sie es nicht? Ist es einmaliges Fremdgehen oder geht das über Wochen/Monate/Jahre? Bereut man es oder will man den anderen damit erst richtig verletzten? Ich denke einfach, dass es Unterschiede im fremdgehen gibt. 


Der Architekt schoss prompt zurück, dass es so typisch für mich sei, alles komplexer zu sehen und dass er nicht denke, dass ich es damals schon komplexer sah, da ich damals noch nicht wusste, was es für weitreichende Konsequenzen habe und wie ich es heute sehe, sei ihm egal. Dann zählte er auf, was ich ihm damals noch so an den Kopf warf - dass ich Angst hatte, er würde mit der Erstbesten, die ihm zuzwinkern würde, durchbrennen und mich verlassen und dass dann genau mir das geschehen sei - Ich bin mit dem Erstbesten, der mit seinem Schwanz vor mir wackelte ins Bett. Oder dass ich ihn fragte, ob er sich bewusst sei, was andere Menschen für ihn taten - ob ich mir denn bewusst sei, was er damals für mich tat, als er zB in meiner Zeit im Krankenhaus für mich da war? Und wenn wir nicht zusammengepasst hätten, weshalb wir dann 2 Jahre, 3Monate und 9Tage zusammen gewesen wären. Was ich so faszinierend an ihm gefunden habe und dass er das doch eigentlich nicht wissen will. Er merkte an, dass es klinge, als wäre er eine große Belastung für mich gewesen, konstruierte noch einmal mit genauen Tagen den Ablauf in der Zeit vom fremdgehen bis zum Beziehungsende, weil da Unklarheiten aufkamen und sagte, dass er das alles noch so genau wisse, weil es in seinem Kopf hängen blieb. Er sagte, dass ich damals schrieb, ich könne nie lange alleine sein und dass das schön für mich wäre - er wollte es auch nicht sein, aber ihn frage keiner und er hatte in den letzten Jahren oft Momente, in denen er sich einsam fühlte und in diesem Momenten kam er nicht auf andere Gedanken, sondern dachte an mich - so große Kloschüsseln gab es gar nicht, wie er hätte er kotzen können.


Nun, ich denke, als ich in Frage stellte, ob wir jemals zusammengepasst haben, habe ich ihn verletzt, wenn auch nur unbewusst. Dass er auf den Tag genau weiß, wie lange wir zusammen waren, finde ich erschreckend - dass er es nicht noch auf die Sekunde genau weiß... Dass er sich oft einsam fühlte in den letzten Jahre merkte er auch an... ich weiß nicht, ob er mir vorwirft, daran Schuld zu sein - hätten wir uns nie getrennt, wäre er vielleicht nie einsam gewesen. War es das, was er mir sagen wollte? In den einsamen Momenten musste er an mich denken - hätte er sich gewünscht, ich wäre da gewesen? Obwohl ich ihn so verletzt habe? Ich denke, dass der Satz mit den Kloschüsseln wohl daraus resultierte. Ein 'Ich hasse dich und das, was du mir angetan hast, aber ich kam trotzdem nicht von dir los, obwohl ich es wollte.', das interpretiere ich zumindest dahinein.


Ich fragte ihn, weshalb er denn überhaupt ein Treffen wolle, wenn es ihm doch egal ist, wie ich darüber denke. Ich erklärte, dass ich ihm diese Dinge damals an den Kopf warf- mit dem durchbrennen der erstbesten Dame-  sicher etwas mit meinen Verlustängsten zu tun hatte und ich ja nicht ahnen konnte, dass genau der umgedrehte Fall eintreffen würde, da ich das weder geahnt, noch geplant hatte. Ich sagte, dass es eben einfach passierte, dass ich aber wisse, dass das keine Entschuldigung sei und auch, dass es dafür keine gebe. Ich ließ ihn wissen, dass ich es sehr wohl zu schätzen wusste, dass er in meiner Zeit im Krankenhaus für mich da war und ich einiges an ihm zu schätzen wusste, es aber ok sei, wenn er nicht wissen wolle, was das war. Ich schrieb auch, dass ich ja nicht sagte, DASS wir nicht zusammenpassten, es lediglich als eine Möglichkeit in Betracht zog. Dass ich so lange mit ihm zusammen war, begründete ich damit, dass ich damals noch nicht wusste, was genau ich will und was ich nicht will und das erst mit der Zeit merkte. Sagte, dass ich viel früher darüber hätte nachdenken müssen und dann auch mit ihm reden und wir hätten schauen müssen, ob diese Dinge änderbar gewesen wären und ob er das überhaupt gewollt hätte - der Fehler somit eindeutig auf meiner Seite liege, aber eben nicht ausschließlich. Dass ich fremdging hätte so oder so nicht sein dürfen, ist aber passiert und nun nicht mehr änderbar und er sagte ja auch, dass ihn nicht interessiere, wie ich heute denke - also fragte ich, was ich seiner Meinung nach denn tun solle. Ich sagte bereits, es täte mir Leid, dass ich es bereue, dass ich heute vieles anders machen würde, dass ich weiß, dass ihm das alles nichts nütze, aber was er denn von mir erwarte. Ich sagte ihm auch, dass er niemals eine Belastung für mich war, dass es mir unendlich leid täte, dass er in den letzten Jahren einsam war und immer wieder daran dachte in schwachen Momenten und ich weiß, dass er mein Mitleid nicht brauche. Sagte aber auch, dass es auch nicht immer toll war, gleich neue Beziehungen zu haben.


Er schrieb, dass er das Gespräch wolle, damit ich ihm das endlich ins Gesicht sage, er dann vllt Ruhe finden könne und einen Schlussstrich darunter ziehen - vielleicht auch nicht - wer wisse das schon? Dass es damals einfach so passierte, kaufe er mir nicht ab. Immerhin würde ich ja immer sagen, dass nichts ohne Grund geschehe und ich für einfach nur 'Spaß' auch ruhig noch eine Woche hätte warten können. Er stimmte mir zu, dass wir hätten reden müssen, sagte, er hätte sich auch auf Kompromisse eingelassen, stellte jedoch in Frage, ob ich das auch getan hätte. Er fragte indirekt, was wohl schlimmer sei - immer wieder neue Beziehungen, die scheiterten oder gar nicht erst die Chance auf Glück zu haben. Er sagte, jeder Mensch habe schwache Momente und ich hätte einen der größten gehabt, als ich fremdging, als Lust, Trieb und Verlangen größer waren, als jede Vernunft.  Dann sagte er mir, dass er bis heute, Leute innerlich verbessert, wenn sie 'das Einzigste' sagen. Das ist eigentlich so eine Eigenart von mir. Ich mache das. Ich hasse es, wenn Leute 'einzigste' sagen. Es heißt 'einzige'. Dasselbe ist es mit frühs, aber egal. Er sagt mir damit, dass er noch immer an mich denkt, bis heute. Es kommen ihm immer wieder Dinge hoch, das habe ihn irgendwie krank gemacht. Es sei wie eine Allergie und das werde er mir nie verzeihen. Und was ich tun könne? - rein gar nichts, denn was immer ICH auch versuche, es kann nicht rückgängig gemacht werden. 


Ich weiß also, dass er noch immer aktiv an mich denkt in vielen Dingen. Ich weiß nicht, was er damit verbindet, ob es ihm vielleicht ein klitzekleines Lächeln entlockt, wenn er andere innerlich verbessert oder ob er sich denkt 'nicht schon wieder'. Ich weiß nicht, ob er mich hasst, er sich einfach nur wünscht, dass das alles endlich vorbei geht oder insgeheim noch etwas für mich empfindet. Ich weiß das nicht und ich kann es nur sehr sehr schwer einordnen. 


Ich schrieb ihm, dass es wohl hinzubekommen sein sollte, wenn er einfach nur will, dass ich ihm ins Gesicht sage, dass ich fremdging und dass ich mir nichts anderes für ihn wünsche, als dass er endlich einen Schlussstrich ziehen kann, seinen Seelenfrieden finde und wieder 'gesund' werden könne. Und so ist es auch - mit keiner anderen Intention will ich ihn treffen. Ich hoffe insgeheim auch so sehr, dass er mich sieht und sich denkt 'Nee, einfach nur nein. Da ist nichts mehr. Sie ist dicker als damals, die schwarzen Haare stehen ihr nicht, (damit hat er mich immerhin noch nie live gesehen, damals waren sie noch rot) wie konnte ich nur all die Jahre nicht darüber hinwegkommen?'  Das schlimmste, was passieren könnte, wäre, wenn er sich das genaue Gegenteil denkt - wenn es ihn nicht stört, dass ich dicker bin, wenn er findet, dass mir die schwarzen Haare stehen, wenn er sich denkt, ich lache noch genau wie früher, ich gestikuliere noch wie früher, ich rieche noch wie früher - keine Ahnung. Ich wünsche ihm diesen Neuanfang einfach so sehr. Ich will, dass er glücklich wird. Dass wir danach keinen Kontakt mehr haben werden, ist so gut, wie in Stein gemeißelt und ich werde das akzeptieren müssen, wenn er mir wirklich etwas bedeutet.

Ich sagte ihm, dass es mir wichtig sei, dass er wisse, dass ich nicht untreu war, weil ich es nötig hatte, sondern dass ich denke, dass eben mehrere Dinge nicht passen, damit es zu so etwas kommt. Sagte auch, dass ich nicht begreife, wie er felsenfest behaupten kann, er wäre Kompromisse eingegangen. Ich denke mir nämlich, dass ich das nicht weiß, ob ich es damals getan hätte oder nicht. Ich ließ ihn wissen, dass ich nicht denke, dass eins von beiden mehr oder minder scheiße sei - ob nun behinderte Beziehung oder gar nicht erst eine haben - es mache keinen Unterschied. Ich stimmte ihm zu, dass ich einen schwachen Moment hatte, fragte ihn, ob er denn nie Fehler mache, stimmte aber ebenfalls zu, dass es nicht rückgängig zu machen sei - wofür auch immer es gut sei. Und dann schrieb ich noch, dass ich denke, dass es so oder so so wäre, dass ihm so viele Gedanken so oft zu mir hoch kommen, dass es mit fremdgehen an sich ja nichts zu tun hätte. Das war am Montag und bisher kam noch nichts zurück.

Ich weiß sowieso nicht so recht, wie das jetzt ablaufen soll - ob wir nun immer wieder schreiben, bis wir uns treffen und das alles vorher schon in gewisser Weise aufarbeiten oder ob nun doch Funkstille sein soll, bis man sich im Januar trifft. Mir ist unterm Strich alles Recht - was immer es braucht, ob schreiben, ein Telefonat oder Funkstille. 


*kleiner Nachtrag: Ich habe diesen Text in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag verfasst und dann zunächst auf meinem Mac gespeichert. Unser Schriftverkehr ging seitdem weiter und in seiner letzten Nachricht an mich, hat der Architekt gefordert, dass ich meinen Kapitelnamen über ihn ändere. Ich musste ein bisschen grinsen, denn in diesem Eintrag tat ich das ja bereits. Er wurde eben nur noch nicht gepostet. Aber ich schrieb es ja bereits: Was immer es braucht.

 


26.05.2015 um 21:37 Uhr

Every little thing gonna be alright

Man sagt, die Zeit heile alle Wunden. - Dem stimme ich nicht zu. Die Wunden bleiben. Mit der Zeit schützt die Seele den gesunden Verstand und bedeckt ihn mit Narbengewebe und der Schmerz lässt nach - aber er verschwindet nie.

Rose Kennedy  

21.05.2015 um 22:17 Uhr

Zeit, die vergehen muss

Das Gras wächst hier noch ein bisschen...

17.02.2015 um 22:02 Uhr

Kein Kind von Traurigkeit


Es ist schon fast ein bisschen schade und doch bin ich irgendwie ganz froh, dass nun bald der 5. März ist und der Soldat wieder in seine Heimat fährt. Es war eigentlich eine ganz schöne Zeit, aber irgendwie hats doch nicht gepasst. Da waren zu viele Dinge, die mich von vornherein gestört hätten - Er hat sich selten gemeldet, was ich aufgrund seiner Arbeit durchaus nachvollziehen kann, was aber nicht heißt, dass es mich nicht gestört hätte und jedes Mal, wenn er denn da war, hat er nur gejammert, dass ihm alles weh tut und dass er müde ist und mir direkt einen Grund gesagt, weshalb er in ein paar Stunden oder gleich am nächsten Morgen wieder weg muss - auch das kann ich nachvollziehen, fand ich aber nervig. Trotzdem war die Zweisamkeit an den Tagen, als er hier war, schön, mehr aber auch nicht. Ich war anfänglich euphorisiert, aber das schwächte sich rasend schnell ab. Zumal auch schon im Voraus klar war, dass das sowieso keine Grundlage für eine Beziehung sein würde. Wir haben uns jetzt in dieser Zeit vielleicht vier Mal gesehen und wie gesagt, ja, es war schön, aber es war einfach nicht das Wahre und so wird jeder von uns weiterziehen. Ich glaube, dass er ein guter Kerl mit ernsten Absichten ist, aber er merkte selber auch, dass wir uns ja im Grunde kaum kennen lernen konnten und Fernbeziehungen findet auch er doof. Er sagte aber, dass er es sehr gemein fände vom Schicksal und dass ich sein Herz berührt hätte, was ich wieder süß fand. Er wollte mich diese Woche auch eigentlich noch mal sehen, aber ich denke, dass ich, falls er fragt, das ganze abblocken werde. Ich bin auch absolut nicht traurig darüber, eher froh, denn ich breche nicht gerne Herzen und wie ich es schon eingangs erwähnte, da waren zu viele Dinge, die mich gestört haben. Aber es war ein netter Übergang.

Außerdem bin ich kein Kind von Traurigkeit. Sobald ich weiß, etwas wird nicht funktionieren, orientiere ich mich neu. Neben der Singlebörse im Internet habe ich mir neulich eine Dating-App heruntergeladen: Die, bei der man die Bilder der entsprechenden Leute nach rechts oder links wischen muss, je nachdem, ob man sie mag oder nicht. Nach einem Update sagte die App aber, dass ich mein "Wisch-Guthaben" aufgebraucht habe und 24Std warten solle oder ich kaufe mir für 12€ im Monat das Plusding und kann unbegrenzt wischen. Blöde App, hab sie wieder gelöscht.

Brauchte dann, um der Langeweile zu entgehen, natürlich einen Ersatz und lud mir die gleiche App, mit der der Informatiker so schön fremdgehen konnte, herunter. Selbstverständlich habe ich in weiser Voraussicht gleich mal den Informatiker dort gesucht und BLOCKIERT. Nicht, dass da noch jemand - durch Zufall oder Absicht - auf dämliche Ideen kommt. Witzig aber, dass ich ihn dort fand, vor ein paar Stunden online... Er ist ja sooo verliebt. Aber ja, lassen wir das. Seine Sache, nicht meine - oder wie sang Taylor Swift noch gleich? Players gonna play, play, play; Haters gonna hate, hate, hate; Heartbreakers gonna break, break, break; Fakers gonna fake, fake, fake. 
Wie dem auch sei - Ich finde diese App ja sowas von hunderte Male besser, als jene zum wischen. Ständig bimmelt mein Handy, weil mich irgendjemand mag oder mein Profil besuchte oder geschrieben hat.

Gleich unter den ersten drei Leuten, die mir schrieben, habe ich jemanden kennen gelernt - mittlerweile schreiben wir per WA - und das die ganze Zeit... und je mehr ich erfahre, desto mehr frage ich mich, wo sein Haken ist (außer vielleicht, dass er bayrisch spricht :D ). Ich bin regelrecht bezaubert und ich weiß, eigentlich war ich das beim Soldaten auch und dann entpuppte sich es als Fehlgriff, aber beim Soldaten wollte ich das vielleicht auch zu sehr.

Das jetzt mit dem Bayern kam unerwartet, aber bisher hat er alles, was ich von einem Mann erwarte: Er ist selbstständig. Er bringt mich immer zum lachen, sagt immer guten Morgen und gute Nacht. Er möchte eine eigene Familie. Er steht mit beiden Beinen im Leben und weiß, was er vom Leben will. Er schenkt mir Aufmerksamkeit, käme sogar damit zurecht, dass er für mich wie ein offenes Buch sein müsste. Er kann kochen und backen. Er ist außerdem "eher so der Katzenmensch" <3.  Dieser Mann hat mich bis zu diesem Zeitpunkt total geflasht! Natürlich kann da auch noch die große böse Überraschung kommen, aber das hoffe ich einfach mal nicht.
Sehr klein ist er, aber trotzdem größer, als ich, also geht das schon. Wenn ich nächste Woche meine Prüfung hinter mich gebracht habe, werden wir uns treffen - diesmal wohl eher an einem öffentlichen Ort ;). Bisher haben wir noch nicht wirklich über Sex geredet und das ist irgendwie eine Premiere für mich. Ich weiß noch nicht, ob das gut oder schlecht ist. Aber ich weiß definitiv, dass das nicht das ist, was er sucht. Er will was Festes und nichts anderes, will ich. Ich muss gestehen, ich fühle mich momentan ein kleines bisschen süchtig und ich kann es kaum erwarten, diesen Mann zu treffen. Aber ich muss unbedingt herausfinden, wo sein Haken ist :D. 


I stay up too late
Got nothing in my brain
That's what people say
That's what people say
I go on too many dates
But I can't make them stay
At least that's what people say
That's what people say
But I keep cruising
Can't stop, won't stop moving
It's like I got this music
In my mind, saying it's gonna be alright
Cause the players gonna play, play, play
And the haters gonna hate, hate, hate
Baby I'm just gonna shake, shake, shake
Shake it off
Heartbreakers gonna break, break, break
And the fakers gonna fake, fake, fake
Baby I'm just gonna shake, shake, shake
Shake it off, Shake it off

I never miss a beat
I'm lighting up my feet
And that's what they don't see
That's what they don't see
I'm dancing on my own
I make the moves as I go
And that's what they don't know
That's what they don't know
But I keep cruising
Can't stop, won't stop grooving
It's like I got this music
In my mind, saying it's gonna be alright
Cause the players gonna play, play, play
And the haters gonna hate, hate, hate
Baby I'm just gonna shake, shake, shake
Shake it off
Heartbreakers gonna break, break, break
And the fakers gonna fake, fake, fake
Baby I'm just gonna shake, shake, shake
Shake it off, Shake it off

Hey, hey, hey
Just think while you been getting down and out about the liars
And the dirty dirty cheats of the world
You could have been getting down to this sick beat


My ex man brought his new girlfriend
She's like oh my god
But I'm just gonna shake
And to the fella over there with the hella good hair
Won't you come on over baby we could shake, shake

Cause the players gonna play, play, play
And the haters gonna hate, hate, hate
Baby I'm just gonna shake, shake, shake
Shake it off. Shake it off
Heartbreakers gonna break, break, break
And the fakers gonna fake, fake, fake
Baby I'm just gonna shake, shake, shake
Shake it off, Shake it off
Shake it off
Shake it off
Shake it off
Shake it off
*Taylor Swift - Shake it off* 

06.02.2015 um 23:28 Uhr

Von großen und kleinen Träumen

 

Eigentlich habe ich mich noch nie besonders für Traumdeutungen interessiert. Ich träume immer sehr real, lebhaft und nah am wahrem Leben. Am meisten setzt sich mein Unterbewusstsein nachts mit meinen Ängsten auseinander - in der Schule früher waren das meistens Versagensängste; heute träume ich vor allem davon, verlassen oder betrogen zu werden und das so lebhaft, dass ich schon oft weinend aufgewacht bin. Das war in der Zeit nach dem Friesen extrem heftig und während meiner Zeit mit dem Informatiker noch schlimmer. Da diese Träume eben so real sind, beschäftigte ich mich bisher nicht mit Traumsymbolen. Aber seit einiger Zeit faszinieren mich die Träume schon. Bis ich ganz bewusst darauf geachtet habe, wusste ich nicht, ob ich in schwarz-weiß oder Farbe träume. Ich träume übrigens in Farbe. Aber ich habe bis heute nicht herausfinden können, ob ich mich im Traum selber betrachte oder ich selbst bin... Ich glaube manchmal, dass beides der Fall ist.

Bevor ich anfing, so realistisch zu träumen, hatte ich schon eine Phase der Traumsymbolik - in meiner Kindheit, aber da war das noch nicht so relevant, als dass ich effektiv nach der Bedeutung gesucht hätte. Als Kind träumte ich sehr oft vom fallen und jedes Mal, kurz bevor ich aufschlug, wachte ich auf. Ich bin in meinen Träumen nie gestorben.

 

Im Dezember, nach der Trennung vom Informatiker, hatte ich das erste mal seit langer Zeit wieder einen symbolischen Traum, der auch sehr heftig war. Ich träumte davon, wie ich angeschossen wurde. Ein Streifschuss, ich wurde nicht erschossen, aber es tat höllisch weh und es war dunkel, so dass ich nicht sehen konnte, wer es war. Zumal mich der Schuss unerwartet und aus dem Hinterhalt traf. Dieser Traum beschäftigte mich und so habe ich nach der Bedeutung gegooglet. Auf der Seite traumdeuter.ch stand, dass angeschossen werden für "zutiefst verletzte Gefühle durch eine erlittene Enttäuschung." , steht. Nachdem, was ich letztes Jahr durchmachen durfte, war diese Traumdeutung sehr passend.

 

Im neuen Jahr, als ich den Soldaten kennen lernte, träumte ich von einem sehr unrealistischen Schneesturm, in den ich auch Elemente eines Krieges mit einbaute. Ich befand mich selbst in diesem Schneesturm, zusammen mit anderen Menschen und wir kämpften uns irgendwie dadurch. Laut derselben Traumdeutungsseite bedeutet solch ein Traum, dass man alle Kämpfe und Hindernisse überwinden wird. Auch das fand ich sehr passend, weil es mir im Januar sehr viel besser ging und ich vieles hinter mir lassen konnte.

 

Und heute Nacht träumte ich davon, dass meine Oma und ich elektrische Schläge von einem sehr alten Rührgerät bekamen. Meiner Oma ging es nach dem Schlag gar nicht gut und ich war so voller Sorge, dass ich es meinem Papa zeigen wollte, was passiert war, denn als ich im Traum vor meiner Oma dieses Rührgerät in den Händen hielt, machte es nur komische Geräusche, mir passierte aber nichts. Als meine Oma dann schauen wollte, was mit dem Ding nicht stimmte, bekam sie diesen Schlag. Daraufhin ging ich zu Papa, zeigte ihm, was passiert war und bekam ebenfalls einen so heftigen elektrischen Schlag, dass ich davon aufwachte. 
Ich glaube dieser Traum spielt auch mit meinen Ängsten. Ich habe gigantische Angst vor elektrischen Schlägen und ich habe große Angst davor, meine Oma zu verlieren, weil sie ein sehr wichtiger Mensch und Teil meines Lebens ist. Was für eine Rolle das Rührgerät nun dabei aber spielt, kann ich wirklich nicht gut zuordnen. Vielleicht, weil meine Oma gerne buk und ich auch für mein Leben gerne backe - vielleicht ein Symbol, dass unsere Verbundenheit zeigt? Die Traumdeutung von Stromschlägen habe ich aber dennoch mal nachgeschlagen und die sagte Folgendes dazu: "Erhält der Träumende in seinem Traum einen elektrischen Schlag, so schützt er sich nicht ausreichend vor Gefahren und muß mehr auf sich achtgeben. + einen Elektroschock erleiden: sich auf eine große Gefahr einstellen müssen", wobei mir das schon Angst macht, weil ich nicht genau weiß, auf welche Gefahren mich mein Traum aufmerksam machen wollte. Mir fällt nur eine Sache ein, die wir zu Hause oft diskutiert haben und durchgegangen sind und an diese Vorstellung mag ich weder denken, noch sie hier niederschreiben. Vielleicht kommt dem Elektroschock ja auch gar nicht so eine große Bedeutung zu.

 

Es ist auf jeden Fall mega spannend, sich damit auseinanderzusetzen und deshalb fing ich eine neue Kategorie an, denn es ist auch sehr spannend ein Traumtagebuch zu führen und weshalb sollte ich es hier nicht niederschreiben, wenn ich wieder etwas aufregendes, komisches oder spannendes geträumt habe?

In diesem Sinne wünsche ich euch allen eine gute Nacht und wundervolle Träume. 

31.01.2015 um 12:47 Uhr

Das Haschen nach Aufmerksamkeit - oder - Vom ins Leben drängeln

 

 

Oh ja, ich kann nur über dich lachen. Dir scheint anscheinend die Sonne aus dem Arsch, wenn man so liest, was du von dir gibst. Deine Welt ist rosa und blumig und wenn mal jemand pustet, fällt dein Kartenhaus womöglich zusammen. Ich kann es nur immer wieder sagen, wenn du doch sooooooooooooo glücklich bist, warum verschwendest du dann deine Zeit auf mich? Danke, ich habe auch genug andere Menschen (und ich meine richtige Menschen, nicht Untermenschen), die mich zum lachen bringen, dafür brauche ich nicht auch noch dich. Aber ich weiß, ist sicher lieb gemeint, weil du selber selten was zu lachen kriegst, außer beim täglichen Gang vor den Spiegel. Ich werde das ganze auch nicht weiter kommentieren, nur eine Sache war mein Highlight: Wenn fremdgehen dich weiter entwickelt hat, dann tust du mir sehr sehr seeeeeehr leid. Ob du eigentlich selbst merkst, dass du mit jedem weiterem Versuch, dich in mein Leben zu drängeln, meine Aufmerksamkeit zu erschleichen, dir nur selbst ein Armutszeugnis ausstellst? Du bist traurig und witzig zugleich.

Nun ja, vielleicht kann ich es mir nicht verkneifen, diese Mail hier zu posten. Auch, wenn ich ihm nicht antworte, gebe ich ihm damit trotzdem genau, was er will: Aufmerksamkeit. Und eigentlich wollte ich ihn doch im letzten Jahr lassen, hier nichts mehr über ihn sagen. Und ich denke, genau dazu gehe ich zurück. Egal, was noch kommt (ist ja eh immer die selbe Leier), wie viele Mails oder Briefe - ich werde ihn keines Wortes mehr würdigen. Letzte Woche habe ich auch seine Sachen zur Post gebracht, die kamen gestern an und wurden einem Nachbarn gegeben, laut Sendungsverfolgung, und damit ist dieses Kapitel einfach endgültig vorbei. Seine Worte treffen mich auch nicht mehr. Er kommt nicht mehr an mich ran, egal, was er schreibt oder sagt.



Betreff: Karma?!
 
Liebe Muffin*,

ruhig ist es geworden in den letzten Tagen und Wochen, vieles ist passiert. Interessanterweise war ich bisher der Ansicht, dass dein Karma-Tick ins Reich des Aberglaubens gehört, genauso wie Kartenlegen, Horoskope, usw. Inzwischen bröckelt meine feste Ablehnung jedoch.

Seit meiner Trennung von dir geht es deutlich aufwärts in meinem Leben. Vieles, nahezu Alles wendet sich zum Guten. Scheinbar warst du mein schlechtes Karma. In den letzten Tagen dachte ich viel über unsere gemeinsame Zeit nach und komme zu dem Schluss, dass es mir nicht gut tat, dass ich dich kennenlernte und Zeit mit dir verbrachte. Zu sehr verstellte ich mich, zu sehr hatte ich dadurch mit mir selbst zu kämpfen, konnte mich nicht weiterentwickeln.

Seit Anfang Oktober habe ich mich befreit und mir Dinge gegönnt, die ich brauchte, damit ich wieder in die Spur finde. Seit meiner Scheidung engte ich mich zu sehr ein. Meine Freunde halfen wir im Oktober sehr, machten mir deutlich, dass ich in die völlig falsche Richtung lief und ich anders war als sie mich kannten.

Als ich dich kennenlernte, trieb mich die Sorge, dass ich in München ganz alleine sein könnte. Ich warf meine Ansprüche vollkommen über Bord, hoffte, dass ich über dich ein paar Freunde finden würde. Alles ein großer Irrtum, verlorene Zeit in München. Was mir blieb warst du. Eine Frau mit Träumen, aber einem instabilem Leben, konträren Ansichten und viel Konfliktpotential. Ich ergab mich eine Zeit lang meinem Schicksal, spielte das Spiel mit dir, hatte meine Ruhe. Übersah dabei aber, dass ich erneut den gleichen Fehler machte wie bei meiner Ex-Frau. Ich steckte zurück und passte mich zu sehr an.

Seit Oktober habe ich damit endgültig aufgehört. Seit dem hatte ich mit 13 Frauen Sex, habe jetzt wieder eine feste Freundin, der ich treu bin. Ich konnte meine Leidenschaft und Phantasien ausleben, hatte Dreier, einmal zu viert. Sehr geil. Aber auch privat geht es seit dem vorwärts. Den Prozess gegen die Vermieter* habe ich gewonnen, nach kurzer Zeit habe ich eine schöne Gartenwohnung! gefunden, in die ich in den kommenden Tagen umziehe. Erste Freunde habe ich nun gefunden, die meine Interessen teilen. So bin ich in München nicht mehr alleine und auf niemand angewiesen. Mit der Fetten* habe ich eine lebensfrohe Frau in meinem Leben, die viele Interessen teilt, eine geregelte Arbeit hat und sehr weiblich aussieht und mir viele neue Dinge zeigt. So lerne ich derzeit Tanzen, damit wir die ganzen Bälle und Hochzeiten in diesem Jahr besuchen können, ohne dass ich sie bzw uns blamiere. Sie ist eine tolle Frau, passt perfekt zu mir.

Wir werden zusammenziehen und ich kann mir, anders als bei dir, vorstellen, dass ich sie eines Tages heiraten werde. Ihren Wunsch nach der Hochzeit in weiß erfüllen. Mit ihr möchte ich Kinder haben. Mit dir wollte ich das nicht. Ich wollte immer die Möglichkeit haben, unsere Beziehung zu beenden. Daher reagierte ich damals auch etwas mürrisch und schockiert.

Gesundheitlich geht es mir auch wieder deutlich besser. Ich habe wieder 5 kg abgenommen. In der Zeit mit dir nahm ich zu, deine Lebenseinstellung färbte leider auf mich ab. Das tat mir nicht gut. Ich hatte in der Zeit mit dir einige depressive Phasen. Seit Oktober keine einzige mehr. Mir gehen alle Dinge wieder leichter von der Hand. Du würdest dich wundern, wie ordentlich meine Wohnung ist. Ich bin wieder der alte, fröhliche Mensch, der ich vor meiner Ehe war. Die Fette* stützt mich und ich liebe sie von ganzem Herzen. Dich habe ich nie geliebt. Ich habe mit den Worten gespielt, wenn ich sie brauchte, damit ich nicht ganz alleine war.

Ich kann bis heute nicht verstehen, wieso du dir in deinem Studium soclhe Probleme eingehandelt hast. Du bist intelligent und kannst mit etwas mehr Disziplin ohne Probleme durch dein Studium kommen. Doch scheint bei dir im Leben ein Chaos zu herrschen, du schwankst sehr stark in deiner Motivation, vieles ist schwarz, nicht nur deine Lieblingsfarbe. Du machst so wenig aus dir. Ich verstehe es einfach nicht. Mehr Dispziplin, mehr Bewegung, 20, 30 kg weniger und du wärst eine intelligente und ansehnliche Frau. So bist du derzeit eine häufig faule, sehr kräftige Frau, die gerne mit allem und jeden fickt. Übrigens kann ich mir aufgrund einer Sendung* sehr gut vorstellen, wie dein Sex mit einem Ex* gewesen war. Dort war eine Frau, die darauf stand und sie zeigten ein Video vom Liebesspiel mit ihrem Freund*. Schon sehr krank. Aber nun gut, dir wird es egal gewesen sein, Hauptsache jemand fickt dich.

Interessant fand ich, dass du trotz deines Schnüffelns nie bemerkt hast, dass ich nicht ganz ehrlich zu dir war. In meiner Heimat* habe ich mich stets mit Frauen abgegeben, war dir aber bis Oktober (leider) treu. Dumm von mir. Vor dir hatte ich deutlich mehr Frauen, als ich dir erzählte. Ich war mir manchmal unsicher, welche Zahl ich dir mal genannt habe. :-D Aber aufgefallen ist es nie. Heute weiß ich nicht einmal mehr alle Namen der Frauen. Immerhin sind 17 Jahre ein langer Zeitraum und ich hatte immer etwas für den Spaß, ob Single oder nicht. Du bist übrigens die erste Frau, der ich untreu war. Und es fühlte sich gut an. Es war richtig. Das klingt nach "riesen Arschloch", aber ganz so arg ist es nicht. Ich habe mich weiter entwickelt, du leider nicht.

Du wirst mich wohl als große Enttäuschung in Erinnerung behalten. Ich reihe mich ein in deine bisherigen Beziehungen. Wenn du immer wieder so schnell jemanden hast, dann wird dir das immer wieder passieren. Daher solltest du mal eine längere Zeit Sex mit Freunden haben ohne dich zu verlieben. Du wirst dadurch deinen Ballast abwerfen können und dann bereit sein, eine aufrichtige Beziehung zu führen. Du wirst zuverlässig erkennen, ob wahre Gefühle von beiden Seiten im Spiel sind und am Ende auch glücklich werden. Stürzt du dich zu schnell in deine nächste Beziehung, wirst du wieder enttäuscht. Es ist sehr leicht, dich zu manipulieren und täuschen. Du scheinst sehr schnell die Kontrolle über deine Gefühle zu verlieren und denkst zu früh, dass es "Liebe" ist. Das kann Mann gut ausnutzen. Nun gut, so kommst du immerhin zu Sex. Das geht aber auch ohne Liebe, mit freundschaftlichen Gefühlen.

Ich wünsche dir alles Gute und setzt dich auf den Hosenboden, so dass du dein Studium schaffst. Lass dir von V.* und der anderen, ich habe ihren Namen vergessen, zeigen, wie man guten Sex ohne Liebesgefühle haben kann. Das ist das richtige für dich.

Alles Gute

der Informatiker*

 

*Namen und Textstellen wurden aus entsprechenden Schutzgründen geändert 



If you like to get in touch with me someday
I know just what you'll say
useless empty words
You close your eyes and try to talk me
through
no matter what you'll do, you know I'll
be just fine


So come on come on
dress me like a queen
confuse me, even steal my inner feelings
come on come on
change the way I've been
just hold me down, abuse my mind forever

you held me down that night so long ago
I knew you sold your soul
to that devils hole
and I was a part of licking tears from you
no matter what you'll do, you know I'll
be just fine


So come on come on
dress me like a queen
confuse me, even steal my inner feelings
come on come on
change the way I've been
just hold me down, abuse my mind forever

come on come on, come on come on, come
on come on,
come on come on
dress me like a queen
confuse me, even steal my inner feelings
come on come on
change the way I've been
just hold me down, abuse my mind forever

*Mando Diao - come on, come on* 

 

23.01.2015 um 00:22 Uhr

Höhenflug - mit Hindernissen?

Ein neues Jahr - eine neue Liebe? Ich sagte ja, ich wolle nicht darüber schreiben, bis es zu etwas Spruchreifem geworden ist und wenn du plötzlich da sitzt und dir jemand total den Kopf verdreht hat, dann ist es doch spruchreif, oder?

Ich war nun zwei Monate zu Hause, das ist viel Zeit, um sich vieler Dinge bewusst zu werden, auch, um sich zu lösen. Ich habe absichtlich auf meinem Blog eine falsche Fährte gelegt, in dem ich schrieb, dass ich Anfang Januar wieder nach München fahren wolle; schrieb auch, dass mich SMS vom Informatiker nicht erreichen und zumindest das stimmte. Ich wollte sehen, was passiert und gucke da - am 07. Januar erreichte mich eine E-Mail, dass der Informatiker just meine Sachen vor meinem Appartement abstellte und auch der Türkin Bescheid sagte. Vielleicht hat er sich wieder besonnen und zu seiner "alten" Persönlichkeit zurück gefunden. Vielleicht hat er aber auch meinen Blog gelesen und wollte mich noch immer unbedingt sehen. Wie auch immer, ich denke trotz allem, dass mit dem Abliefern meiner Sachen, dieses Kapitel abgeschlossen ist. Ich werde mein übriges tun, da ich seit ein paar Tagen wirklich wieder in München bin, war es meine erste Amtshandlung seinen Mist zusammenzupacken, mir fehlt nur noch das Buch, das er der Türkin lieh und selbstverständlich auch wieder bekommen soll. Er bekommt sogar seinen eigenen Karton zurück - Ich will nichts mehr von ihm haben, gar nichts mehr.

Ich hätte mir, als ich vor zwei Monaten Hals über Kopf nach Hause fuhr, nie träumen lassen, dass ich mich jemals wieder auf München freuen würde. Doch ich stieg aus dem Fernbus mit einem Lächeln. Ich war nicht traurig, weil da niemand war, der mich abholte. Ich hatte trotzdem etwas, worauf ich mich freuen konnte.

Nachdem es mit dem Informatiker zu Ende ging, meldete ich mich wieder in dem Datingportal an, indem ich sowohl den Friesen, als auch den Informatiker kennen lernte. Primär gar nicht, um zu daten oder mich zu verlieben. Es ging um Aufmerksamkeit, Selbstwertgefühl... ums Bauch pinseln. Es ist toll, wenn du Komplimente bekommst und es ist witzig, wenn dich jemand fragt, ob deine Augenbrauen echt seien. Es gab viele bekannte Gesichter von vor über einem Jahr. Einer, mit dem ich auch schon ein Date hatte, schrieb mich sogar wieder an und ich reagierte echt pampig, weil er es wirklich immer wieder versuchte. Mag ja sein, dass ich ein bisschen naiv bin, aber blöd bin ich nun auch wieder nicht. Ein Unmensch bin ich aber auch nicht und nach einigem Hin und Her war ich wieder besänftigt, ließ das Gespräch aber dann doch einschlafen. Ich würde mich nicht wieder mit diesem Lappen treffen wollen... der hat mir beim Küssen damals die Nase abgeleckt (bäh!) und schön ist er auch nicht, wobei ich eigentlich nicht oberflächlich bin, aber bei ihm zählt das und dann ist er doch nur einer von denen, die nur Sex wollen...möööp, nee, da hab ich keinen Bock drauf, nach wie vor nicht. 

Und zwischen all den bekannten Gesichter, hab ich auch den Soldaten wieder gefunden. Mit ihm schrieb ich vor genau einem Jahr auch, gleichzeitig mit dem Informatiker. Jedoch schrieb der Soldat recht selten und der Informatiker verzauberte mich damals mehr, eben weil er öfter schrieb. Ich bin ein aufmerksamkeitshungriges Wesen, was die Liebe betrifft. 
Das Profil des Soldaten sprach mich immer noch an. Er schrieb über sich selbst, dass er schüchtern sei und gerne Gedichte und Kurzgeschichten schreibe und noch vieles mehr und auf seinen Fotos sah er dem Friesen so ähnlich. Auch, wenn der Informatiker immer betonte, wie kotz hässlich er den Friesen fand, so fand ich ihn doch schön - so viel noch mal zur Oberflächlichkeit :D 

Ich habe mir also nichts dabei gedacht und den Soldaten (wieder einmal) angeschrieben. Er war seit zwei Wochen nicht online gewesen, aber an dem Abend, als ich meine Nachricht abschickte, kam er online. Wir schrieben dieses Mal mehr, als sonst, stellten recht schnell auf Facebook und dessen Messenger um. Ich habe ihm allerdings nicht gesagt, dass wir vor einem Jahr schon einmal miteinander schrieben und ich mich dann für einen Anderen entschied. Das würde so nach zweiter Wahl klingen und das wäre nicht der Wahrheit entsprechend, denn vor einem Jahr, schrieb ich erst mit dem Soldaten. Der Informatiker schrieb später, schenkte mir aber damals mehr Aufmerksamkeit, wie ich schon erwähnte. Ich weiß auch nicht, ob er mich wieder erkannte, wusste, dass wir schon einmal miteinander geschrieben haben - aber wenn dem so war, dann sagte auch er nichts. 

Es kam recht schnell dazu, dass wir dann jeden Abend miteinander schrieben und es war schön. Er war interessant für mich. Es war aber nicht so, wie mit dem Informatiker... mit dem schrieb ich ja Tag und Nacht und ab einem gewissen Punkt telefonierten wir auch so oft und ich war schon vorher hart verknallt. Ich muss daraus kein Geheimnis machen, es war damals einfach so. Und auch wenn ich hier einen bitteren Vergleich ziehe, der den Informatiker in ein funkelndes Licht rücken mag, so habe ich lieber einen langsamen Start, als dieses Knall auf Fall mit schadender Bruchlandung!  
Mit dem Soldaten schrieb ich also nur abends und in der Woche zwischen Weihnachten und Silvester, als er zu Hause war, gar nicht. Da war ich schon wieder kurz davor, das Interesse zu verlieren. Ich warte nicht gerne auf der langen Bank. Doch im neuen Jahr wurde es recht schnell wieder heiß und interessant.

Doch wer ist eigentlich dieser Soldat? Er ist ein Bundi und siehe da, er ist auch ein Informatiker, aber ein Wirtschaftsinformatiker, wobei ich mir sagen lassen musste, dass er die Wirtschaft dabei gerne weglässt *Kopf meets Tischplatte*. Er ist noch für circa acht Jahre beim Bund verpflichtet, wird Anwendungsprogrammierer und muss somit theoretisch nicht in den Auslandseinsatz. Er ist circa ein Jahr älter, als ich und vom Sternzeichen Löwe. Zum Schützen passt das, wie der Arsch auf den Eimer :)
Er ist groß, fast riesig, sieht von hier unten zumindest so aus - liegt vielleicht auch daran, dass ich ein Zwerg bin und er war schon in seiner zweiten Nachricht an mich, überraschend ehrlich, wobei ich hier lieber nicht schreiben mag, worum es da ging. Früher hätte mich das nur sehr gestört, heute schätze ich es, wenn man(n) mir das so offen sagt. Bisher hatte er zwei feste Beziehungen, die auch alle etwa so um ein Jahr dauerten. Seine eine Ex hat wohl fremd geküsst und die andere hat sich im Auslandssemester jemand anderen gesucht. Fast wäre er mal mit einer Rothaarigen zusammen gekommen, aber die war komisch. Ich sagte ihm, dass das die Rothaarigen so an sich haben müssen :'D . Für Zwischendurch hatte er noch nie was, dafür sei er zu schüchtern und zu wenig raus gekommen, während des Studiums. Er hat übrigens schon einen Masterabschluss. Er ist Einzelkind und hat keine Haustiere, aber seine Nachbarn haben/hatten viele Tiere. Achja und er kommt aus dem hohen Norden (genau wie der Friese :'D - eigentlich sogar von noch weiter oben), aber auch das hatte schon immer einen anziehenden Effekt auf mich :) Beim Bund scheint er ein kleiner Tollpatsch zu sein, er verletzt sich oft, aber das ist schon fast wieder süß. Er hat eine recht interessante Narbe auf seinem linken Zeigefinger, weil ihm mal eine Handgranate in der Hand explodierte. 
Bisher klingt das alles ganz gut, aber jede Medaille hat auch ihre Kehrseite.  Und hier haben wir einen verdammt großen Haken - er ist nicht mehr in München. Er war hier fürs Studium und ist es jetzt, für ein paar Wochen, aber er hat sich erst vor kurzem eine Wohnung in NRW genommen, weil er fest davon ausgeht, dass sich bald entscheiden wird, dass er dort bei seiner Stammtruppe bleiben wird. Das wäre hart. Eine Fernbeziehung mit meiner Vorschädigung? Könnte ich das? Aber noch steht ja nichts fest und auch Mama sagte, es kommt erstens immer anders und zweitens, als man denkt. Abwarten.

Am Mittwoch hatten wir dann unser erstes Date. Wir haben uns beide lange darauf gefreut, aber ich wollte das auch nicht überstürzen. Er war ja schon ein Weilchen wieder in München, aber ich habe einfach noch meine Zeit für mich gebraucht. Ich war sehr aufgeregt. Wir hatten vorher auch nicht telefoniert - ich hatte also nur Bilder und das geschriebene Wort, an das ich mich klammern konnte. Und dann war es endlich soweit - was soll ich sagen? Ich war geflasht. Es war sooo schön!
In live hatte er dann (zum Glück?) doch nicht mehr so viel Ähnlichkeit zum Friesen. Er kam zu mir, wir wollten eigentlich einen Film schauen, haben wir dann aber doch nicht. Stattdessen haben wir viel geredet, viel gelacht, viel geknuuutscht und so weiter ;) . Er küsst recht gewöhnungsbedürftig, mit offenem Mund, aber ohne Zunge - aber nicht schlecht, nur eben ungewohnt. Ich hatte das bisher nie. Die Türkin sagte aber, dass ihr Freund auch so küssen würde und sie das vorher auch nicht kannte. Man kommt sich schon ein bisschen blöd vor, wenn man jemanden seine Zunge in den Mund steckt und dessen Zunge einfach...nichts macht.
Er hatte nichts besonderes an: eine Jeans und ein schwarzes T-Shirt. Irgendwann im Laufe des Abends sagte er, dass er fast nur schwarze Sachen besitzen würde und er wusste gar nicht, wie sehr er bei mir damit punkten konnte. Von ihm werde ich bestimmt niemals zu hören bekommen, dass ich mir doch mal was farbiges anziehen sollte. Ich muss mir auch die Haare nicht färben, er mag sie so, wie sie jetzt sind - schwarz. 
Eigentlich hätte er 23Uhr gehen wollen - eher müssen - er ging dann viertel eins :)
Doch jetzt ist er mit seiner Truppe auf einer Übung und zwar bis Sonntag und wir können nicht einmal schreiben. Fühlt sich auch ein bisschen komisch an, aber ich weiß ja, dass es wegen der Übung ist und nicht wegen mir. Außerdem gehen auch diese Tage vorbei und ich freue mich schon auf ein zweites Treffen mit ihm :).

Was vorher nicht so intensiv war von meinen Gefühlen her, ist jetzt definitiv nach unserem Treffen anders. Ich bin ein bisschen verzaubert und seeehr verknallt. Es ist eben einfach meine Schwäche - Ich verliebe mich immer viel zu schnell. Aber ich kann das doch auch nicht ändern. Ich bin eben keine von der langsamen Sorte. Meine Mama meinte, ich sei ein unverbesserlicher Optimist in der Liebe. Meine Freundinnen haben schon verschiedenste Warnungen ausgesprochen und sie haben auch alle recht - aber ich kann nix daran drehen, dass ich hier sitze und total verknallt bin. Und es ist so ein schööönes Gefühl. Nur eines steht fest, den Blog habe ich schon aus meiner Favoritenleiste genommen und in einen Unterordner geschoben. Ich möchte mich hier frei bewegen können und ich brauche nicht noch einen Stalker. Ich habe mir fest vorgenommen, mein Tagebuch dieses Mal nicht mehr zu erwähnen.
Ich möchte gar nicht daran denken, was wird, wenn er wieder weg muss und im Moment muss ich das auch nicht, weil uns noch ein paar Wochen bleiben. Mit diesem unbehaglichen Gefühl setze ich mich dann auseinander, wenn es soweit ist.   Bis dahin genieße ich dieses Gefühl und die Tatsache, ständig nur grinsen zu müssen <3 .

 

Bitte, bitte liebes Universum, mach, dass er kein Arschloch ist und auch keins wird!

06.01.2015 um 17:13 Uhr

2015 - ein Jahr der Herausforderungen!


 

Dieses Jahr - oder sollte ich besser letztes sagen? - fehlt mir der Jahresrückblick, zumindest bisher. Es ist ja auch zugegebenermaßen ein wenig spät dafür, aber besser spät, als nie. Den ersten Satz des jeweils ersten Eintrages aus jedem Monat kann ich dieses Jahr nicht zitieren - dafür habe ich nicht regelmäßig geschrieben und generell ist 2014 sehr Informatiker-lastig. Und da ich es zum Glück geschafft habe, dieses Thema im Jahr 2014 zu lassen, meine/unsere Geschichte dort noch zu Ende erzählen konnte, wäre es mir ein Gräuel, den Informatiker mit in 2015 zu nehmen. Manche Dinge bleiben besser dort, wo sie sind - nämlich in der Vergangenheit. Auch, wenn ich sehr schöne Dinge mit ihm erlebt habe, über die ich schreiben könnte, werde ich dies nicht tun. Nur so viel sei noch gesagt - Ich habe viele schöne Dinge gesehen und erlebt und bin generell mehr herum gekommen. Das waren sehr schöne Zeiten in 2014. Doch für den Preis, den ich am Ende dafür bezahlen musste, hätte ich auch gut und gerne darauf verzichten können.

Schauen wir uns lieber an, was 2014 unitechnisch passierte. Da hieß es leider überwiegend Stillstand. Ich habe zwar mein kleines kuratives Praktikum machen können und habe dort auch einiges dazu gelernt, aber trotzdem musste ich aufgrund fehlender Prüfungsleistung aussetzen. Und blöderweise habe ich mir dadurch jede Menge Herausforderungen für das neue Jahr geschaffen! Mehr, denn je. Es wird enger, denn je, schlimmer, als jemals zuvor. Es ist ein heißes Eisen, das es aus dem Feuer zu holen gilt.  Mein größter zu verbuchender Erfolg war wohl die bestandene Pharmakologie&Toxikologie-Klausur im letzten Versuch. Davor hatte ich SO Bammel und zu dieser Zeit war ich am Boden, weil ich das Gefühl hatte, mit zu Hause im unreinen zu sein. Aber auch das konnten wir klären und aus der Welt schaffen. Es war nicht das erste Mal, dass ich mich von Daheim unter Druck gesetzt fühlte und es wird auch sicher nicht das letzte Mal gewesen sein, aber immer können wir im Nachhinein darüber reden und es mehr oder weniger aus der Welt schaffen.
Ich war auch gezwungen viel über einen Plan B nachzudenken - und bin es noch. Nie war ich mir unsicherer, ob Tiermedizin wirklich das ist, was ich später tun will. Mich haben nie mehr Zweifel geplagt - und plagen mich noch. Aber ich weiß, dass ich nicht freiwillig aufgeben werde. Ich ziehe das durch, bin schon so weit gekommen, aber sollte ich 'gegangen werden', dann werde ich es als Chance und Zeichen sehen. Dennoch ergebe ich mich nicht kampflos.

Auch in 2014 habe ich wieder den Verlust eines geliebten Haustieres zu bedauern gehabt. Doch es kamen auch zwei neue Familienmitglieder hinzu - unsere zuckersüßen Bullys. Wenn ich nur an die beiden denke, geht mir das Herz auf :). 

Ein anderes, sehr trauriges Thema, ist meine Oma. Dass es irgendwann steil bergab gehen würde, wusste ich ja und doch fühlte ich mich nicht darauf vorbereitet. Ich hoffe und wünsche mir für sie, dass sich ihr Leid nicht ewig in die Länge zieht und doch bin ich auch für jeden Moment, den ich noch mit ihr haben kann, sehr dankbar.

Und so lasse ich das alte Jahr, wie einst Goethe, mit seinem Sonnenschein und Wolken ruhig hinter mir und blicke erwartungsvoll in das neue Jahr.

 

Es wird mit Sicherheit kein ruhiges Jahr werden, soviel ist sicher. Es kommt viel auf mich zu, viele Herausforderungen. Die Uni habe ich ja schon angesprochen - 2015 habe ich es nicht nur mit einem letzten Versuch in Prüfungen zu tun, sondern gleich mit drei: Tierernährung, Parasitologie und Lebensmittelhygiene. Zudem liegen auch einige Zweitversuche vor mir in Reproduktion, Arzneimittelverordnung und Virologie. Ich würde jede dieser sechs Prüfungen dieses Mal gerne gleich auf Anhieb packen wollen. Wobei ich das ja eigentlich immer will. Aber sollte ich eine dieser Prüfungen nicht schaffen, bedeutet das entweder wieder zittern, wegen eines bevorstehenden Drittversuches, oder das Aus fürs Studium. Drei Mal besteht dieses Jahr also die Gefahr, mein Studium in den Sand zu setzen. Das ist enormer Druck und eine extreme Herausforderung, die es zu meistern gilt.

Um meine fehlenden Praktika muss ich mich auch noch kümmern. Das Schlachthofpraktikum habe ich den vergangenen Tagen festgemacht. Da muss ich mich nun 'nur noch' um eine Unterkunft sorgen, auch wenn es erst im Januar 2016 so weit sein wird. Fehlt also nur noch das auf dem Amt. Und dann schon mal das große Kurative planen, das sich über das gesamte 10. Semester erstreckt.

Und da sind wir auch schon bei dem nächsten Problem der nächsten Herausforderung: da ich nun erst 2017 fertig sein werde, überschreite ich meine Förderungshöchstdauer beim Bafög, die nur die Regelstudienzeit abdeckt. Ich würde also praktisch ein Jahr ohne Geld da stehen. Ich muss also dieses Jahr - und das möglichst bald - zu meinem Bafögberater und schauen, ob und wenn ja, was ich da für Möglichkeiten habe. Einen Studienkredit aufzunehmen wäre mir, ehrlich gesagt, zuwider und einen Nebenjob anzunehmen ist gar nicht so einfach in unserem Studium, was mit Sicherheit keine Ausrede sein soll.

Damit aber nicht genug, auch meine Wohnzeit in der StuSta beschränkt sich bis auf Oktober 2015 und da ich hier auch einfach nichts geleistet habe, werde ich auch hier keine Wohnzeitverlängerung bekommen. Ich kann aber einen Härtefallantrag stellen und danach noch ein Prüfungssemester herausschlagen. So bliebe mir zumindest noch ein Jahr Wohnzeit. Ich denke aber auch, dass ich mich in diesem Jahr eventuell nach einer WG umsehen werde, denn mit dem Bafög, das ich bekomme, werde ich mir keine 1-Zimmer-Wohnung leisten können, da muss ich realistisch bleiben. München ist ein hartes Pflaster.

Ich stehe 2015 also vor vielen Herausforderungen und hoffe, dass ich sie alle gut meistern kann. Meine Wünsche für das kommende Jahr habe ich alle auf einen Zettel geschrieben und in der Neujahrsnacht verbrannt. Hoffentlich kommen sie beim Universum an ;)

Eine schöne Sache, auf die ich mich in den kommenden Tage freue, gibt es aber auch. Dieses Mal werde ich aber wirklich vorerst nicht darüber berichten, bis es was Spruchreifes geworden ist. Ich bin da aber mal vorsichtig optimistisch :). Dennoch: Don't feed the trolls. 

Achja, dieses Jahr habe ich mir vorgenommen, meine Glückskekssprüche mal hier festzuhalten. Das ist bei uns eine Tradition an Silvester - es gibt Glückskekse, die dir für das kommende Jahr den Weg weisen sollen. Dieses Jahr gab es drei für jeden:

1. Setzen Sie sich ein Ziel; Selbstvertrauen zeigt Ihnen den Weg.

2. Sie haben tolle Ideen und reißen alle mit.

3. Sie kommen konsequent zur Sache, punkten Widersacher aus.

Das klingt doch schon mal gar nicht so übel ;) Und das Buchorakel, zu dem ich durch die Lady inspiriert wurde, habe ich dieses Jahr auch gemacht, selbstverständlich mit meinem Lieblingsbuch, dem Faust und heraus kam: "Doch nur vor einem ist mir bang: Die Zeit ist kurz, die Kunst ist lang."
Klingt nach dem üblichen Problem, wenn ich es auf das Studium beziehe: Es gibt sooo viel zu tun und die Zeit rennt nur so davon.

Nun ja, schauen wir mal, was 2015 so bringen mag. 

31.12.2014 um 15:34 Uhr

Respektlos

 

Nie mehr komm ich wieder zurück - nie mehr!

Ich will dich nie mehr wieder sehen! 

Mach es gut, viel Glück - bye, bye,

doch bitte, bitte, bitte bleib, wie du bist! 

*Cro - Nie mehr* 



Ignoranz

 

Nein, ich schlief nicht in dieser Nacht. L. war noch sehr lange bei mir und das war auch das Beste, was mir in diesem Moment passieren konnte. Ich hätte es alleine nicht überstanden. Später kam auch noch die Türkin vorbei, erfuhr die ganze Geschichte und war ebenso empört. Auch wenn sie selbst genug Probleme mit sich hatten, so waren meine Freunde doch für mich da - in dem Moment, als ich sie am meisten brauchte.
Irgendwann fuhr L. mit ihrer letzten Bahn nach Hause und auch die Türkin konnte nicht ewig bei mir bleiben, da sie am nächsten Tag früh raus musste. Nachdem beide weg waren, habe ich noch die halbe Nacht mit dem, dessen Name nicht genannt werden darf, telefoniert. Und dann fiel der Entschluss von jetzt auf gleich - Ich muss nach Hause fahren. Das Wochenende allein in München würde ich im Leben nicht überstehen und wenn es mir schlecht geht, fahre ich immer nach Hause. Hier flickt man mich wieder zusammen. Hier habe ich genügend Abstand. Hier geht es mir gut. 
Ich habe also mitten in der Nacht mein Ticket gekauft und gedruckt, meine Sachen gepackt, geduscht und dann noch circa eine Stunde geschlafen, bis ich los musste. Genau in dieser Stunde schrieb mir der Informatiker, erst im Chat und kurz darauf via SMS "Guten Morgen". Ich habe darauf nicht geantwortet. Was sollte das bedeuten? Glaubte er, ich schlafe eine Nacht drüber und habe dann alles vergeben und vergessen? Ich konnte mich nicht damit beschäftigen, darüber nachzudenken. Hals über Kopf verließ ich meine Wohnung und trottete zum Fernbus. Über sieben Stunden Fahrt sind ausreichend gewesen, um sich den Kopf weiterhin zu zerbrechen, zu schlafen und immer wieder zu weinen. Zum Glück saß ich alleine und am Fenster. So konnte ich es verbergen, wann immer es über mich kam. Ich bekam an diesem Donnerstag noch ein paar Meldungen vom Informatiker. Einmal, als er auf seiner Heimfahrt pausierte. Dann, als er zu Hause ankam und noch die Frage danach, was ich heute gemacht habe. Ich dachte, der spinnt. Dass er mir sagt, dass er gut zu Hause ankam, konnte ich nachvollziehen. Ich wollte das immer wissen, habe darauf bestanden und war sauer, wenn er es mir nicht sagte, ganz einfach, weil ich mir Sorgen machte. Er hätte genauso gut auf der Straße kleben können und niemand hätte es mir gesagt - deswegen war mir das so wichtig. Ich wollte immer wissen, dass es ihm gut geht. Aber dann die Frage danach, was ich so gemacht habe... es klang ein wenig so, als würde er einfach weiter machen wollen, als wäre nichts passiert. Ich habe auf keinen einzigen Versuch reagiert.

Stattdessen schlief ich viel und redete viel mit meiner Mama darüber. Ich wusste nicht, was ich denken sollte, was ich fühlen sollte. Ich fühlte mich so sehr von ihm betrogen und wusste bei weitem noch nicht alles. Ich wollte einfach nur Abstand haben.

Am Freitag wünschte er mir einen guten Morgen und fragte mich, wie es mir ginge. Lachhaft - wie sollte es mir schon gehen? Ich antwortete nicht.

Am Samstag bekam ich ein wunderschönes Bild vom Weihnachtsmarkt in seiner Heimatstadt. Aber was sollte ich damit anfangen? Wollte er mir sagen, dass er mich vermisst? Wollte er sagen, er hätte mich jetzt gerne dabei? Wollte er mir zeigen, dass er auch tolle Dinge ohne mich erleben kann? Wollte er mir vermitteln, dass es dort romantisch war und er gerade mit irgendeiner Schlampe Dame dort war? Immerhin bekam ich nur dieses Bild. Doch ich blieb eisern und antwortete nicht. In der Nacht von Samstag auf Sonntag kam gegen eins die Frage, ob ich noch wach sei. War ich, aber ich ignorierte auch diese Frage.

Am Sonntag, bevor er wieder nach München fuhr, versuchte er mich mit dem Kosenamen zu ködern, den ich so sehr mochte: Schnuffelchen. Fragte, ob ich noch immer schweigsam sei. Und das war ich. 
Abends kam das gleiche Schnuffelchen noch einmal. Dieses Mal mit der Information, dass er zu Hause sei. Jetzt war das Wochenende rum, er war wieder allein in München und fühlte sich womöglich allein und so fragte er, ob wir uns nicht wieder vertragen wollen. Eine Stunde später setze er noch nach, dass er sich teilweise blöd verhalten habe und ihm dies aufrichtig Leid täte. Das witzige ist, dass er nicht vorher auf die Idee kam, sich zu entschuldigen und sich seiner Meinung nach auch nur teilweise blöd verhielt. Das war eine widerwillige Entschuldigung. Ein Versuch, mich zum reden zu bringen. Immerhin hatte ich erst Freitag einen Blogeintrag verfasst, der sich beklagte, dass keine Entschuldigung kam. Ich denke, das hat er gelesen und gedacht, ich würde genau dies erwarten. Das hatte ich auch, aber ein paar Tage früher und nicht erst, wenn er wieder alleine in München ist und ihm dann erst auffällt, dass er sich mal entschuldigen könnte. - Auch am Sonntag antwortete ich nicht.

Am Montag bekam ich wieder einen guten Morgenwunsch ausgesprochen und ein paar Stunden später, die Bitte nicht mehr eingeschnappt zu sein, sowie die Mitteilung, dass es ein blöder Streit zwischen uns gewesen sei. Mein liebster Informatiker, ich war nicht eingeschnappt. Ich war zutiefst verletzt und enttäuscht. Enttäuscht, dass kein Anruf kam, sondern immer nur Texte. Enttäuscht, dass erst so spät eine beschissene Entschuldigung kam und verletzt, weil du mit meinen Dämonen ins Bett gestiegen bist und nicht das Bedürfnis hattest, es aufzuklären.

Am Dienstag kam nur noch ein "Hey Schnuffelchen...".

Mittwoch und Donnerstag hörte ich nichts von ihm.

Mir ging es in dieser Woche nicht gut. Ich habe mir mein Hirn zermartert, um nach einer Lösung zu suchen. Beziehung wirklich endgültig beenden - Wollte ich das? Nein, denn ich liebte meinen Informatiker sehr und eigentlich war ich auch überzeugt, dass er mich lieben würde. Doch einfach weiter machen, als wäre nichts gewesen? Das ging auch nicht. Darüber reden hätte vermutlich nicht funktioniert. Aber ich hatte mir erhofft, dass er für all diese Dinge eine Lösung finden würde, denn es war nicht meine Aufgabe. Ich habe das Kind nicht in den Brunnen geworfen. Doch es machte die gesamte Woche über nicht einmal den Eindruck, als hätte er sich ernsthaft selber Gedanken gemacht. Je mehr ich darüber nachdachte, desto mehr wusste ich, was ich erwarten würde, damit wir diese Sache wieder kitten können. Er hätte mir zu 100% entgegen kommen müssen und ich wusste, einige meiner Forderungen hätten ihm sicher nicht gefallen. Doch allen voran beschäftige mich immer wieder nur eine Sache: Diese Schlampen Frauen auf den Bildern. Eigentlich musste ich nur eines wissen: Gab es sie wirklich oder waren sie frei erfunden? 

Ich quälte mich selbst durch mein Schweigen bis Donnerstagnacht. Eine Woche war seit unserem Streit vergangen. Doch ich wusste, dass ich nur Antworten auf meine Fragen bekommen würde, wenn ich es klären würde und nicht allein durch grübeln und Spekulationen. Und so fragte ich ihn in der Nacht von Donnerstag auf Freitag, ob er nicht denken würde, dass wir beide mal was zu klären hätten. 

 

Die Wahrheit kommt ans Licht 

Er antwortete am nächsten Morgen, dass wir das hätten, ja, ich ihn ja aber bisher ignoriert habe mit einem traurigen Smiley. Ich markierte die Starke, die ich ganz sicher nicht war und wir spielten ein Frage-und-Antwort-Spiel.
Ich fragte ihn, was er denke, woran das läge. Er antwortete, dass unser Streit schuld sei und fragte, ob ich in München sei. Ich fragte, ob er noch nicht da war, um nachzuschauen. Er sagte, dass er davon ausging, dass ich bei meinen Eltern sei und deswegen noch nicht da war, um nachzusehen, da ich ja auch sagte, dass ich nach Hause fahre, wenn wir uns trennen würden. Diese Annahme war richtig und so fragte ich, wieso er mich dann fragte, ob ich in München sei. Und daraufhin - das hatte ich nicht erwartet - eskalierte es erneut. Vielleicht waren meine Fragen ja provozierend und vielleicht sollten sie das auch sein, aber wenn es so war, dann war es ein Test und er fiel durch. Denn er sagte, dass er auf diese Spielchen keinen Bock hätte. Ich entgegnete, dass es kein Spiel sei und ich nur wissen wollte, weshalb er mich das fragt, doch wenn ihn dies überfordern würde, wir auch gerne zum Anschweigen zurückkehren könnten. Er fragte, ob dies noch einen Unterschied machen würde. Meine Antwort sagte ja und fragte, ob er das nicht so sehen würde.

Informatiker: Wir haben uns getrennt und ich habe nicht den Eindruck, dass du damit unglücklich bist. Für einen Großteil der blöden Sachen, die ich gesagt und gemacht habe, habe ich mich entschuldigt.

Ich : Wie zum Teufel kannst du überhaupt von irgendwas einen Eindruck haben? Hast du überhaupt eine Ahnung, was du angerichtet hast? Und deine spärliche Entschuldigung sollte dann alles wd vergeben u vergessen machen? Es war nicht mal eine...

Informatiker : Wir können es nicht mehr ändern und müssen damit leben. Du willst nicht mehr, ich akzeptiere das. 

Ich : So locker siehst du das? Klingt für mich nicht so, als ob du was klären willst.

Informatiker : Wie sollte es jetzt noch weitergehen können? 

Ich : Das frage ich dich.

Informatiker : Keine Ahnung 

Ich : So einfach ist die Antwort nicht. Ich habe eher den Eindruck, du hast kein Interesse mehr. Du hast das Kind in den Brunnen geworfen, da musst du es auch wd rausholen.

Informatiker : Ich denke, dass du irgendwie erleichtern und zufrieden bist mir unserer Trennung 

Ich : Sag mir, gibt es diese Frauen wirklich in deinem Leben?

Informatiker : Die verheiratete Schlampe* und die Fette*? 

Ich : Ja

Informatiker : Wieso willst du das wissen? 

Ich : Willst du mich verarschen?

Informatiker : Was bringt dir diese Info jetzt noch? Wieso per schreiben?

Ich : Wir können das auch am Telefon klären. Ich will wissen, ob du mich einfach nur mit ausgedachten Frauen verletzen wolltest oder ob du mich wirklich der Nase nach BETROGEN hast. Denn wenn es sie gibt, bist du der Lügner der Nation. Dann zweifel ich ALLES an. Und jetzt spielst du, mein Freund. Ja oder nein?

Informatiker : Ja, sie sind real. Die verheiratete Schlampe* ist meine aktuelle beste Freundin und die Fette* sehr wahrscheinlich deine Nachfolgerin 

Ich : Dann ist ja alles, was wir noch klären müssen, wie wir das mit unseren Sachen machen. 

*Namen wurden entsprechend meines Gemütszustandes verändert und werden es fortlaufend im Text bzw in den Auszügen

 

Das wahre Gesicht

Ein Kopfschuss hätte sich nicht schlimmer anfühlen können. Zuerst der traurige Smiley, weil ich ihn ignoriert habe, dann die Unterstellung, mir ginge es gut mit der Trennung und dann das. Seine beste Freundin, dass ich nicht lache. Er bumst ja anscheinend immer seine besten Freundinnen. Vermutlich haben die nur deswegen den Titel. Auch wenn zu diesem Punkt noch gar nicht klar war, dass er sie bumste, aber das kommt noch, weiter unten. Und die Fette ist sehr wahrscheinlich meine Nachfolgerin. Hallo, was? Bin ich hier im falschen Film? Die ganze Woche wollte er mich zum reden bekommen und jetzt bin ich so leicht zu ersetzen? Ich bin angeblich die erste Frau, die er nach seiner Scheidung wieder geliebt hat und bereits im März wollte er mir weis machen, er liebe mich mehr, als er seine Exfrau je hätte lieben können und jetzt bin ich innerhalb einer Woche ersetzt, ausgetauscht? Er schrieb mir fast die gesamte Woche, immer mit dem Gedanken, dass es nicht so schlimm sei, wenn ich nicht zurück käme, denn er hatte ja bereits eine Nachfolgerin... Das erklärte, warum nicht mehr kam, kein Anruf, keine ordentliche Entschuldigung, nichts. Er konnte es sich seiner Meinung nach einfach erlauben. In mir ist alles in 1000 Einzelteile zerbrochen. Ich saß tatsächlich die ganze Woche hier und hatte eine schlaflose Nacht, nach der anderen, habe mir den Kopf über eine Lösung zerbrochen und er hat sich fleißig umgeschaut. Auch schon, als alles noch gut war. Immerhin bekam ich diese Bilder ja schon eine Woche vorher. Was für ein Heuchler. 

Ich : Du bist ein riesen Arschloch. Von wegen du betrügst nicht. Ich will gar nicht wissen, wie lang du mich schon belogen hast. Du bist wirklich unfassbar. Du bist wie dein einzelliger Freund*. Schlimmer noch. Ich hoffe, du bist sehr stolz auf dich. Du weißt wirklich nicht, was lLebe ist. Bitte erklär mir, warum du mir nach dem we überhaupt noch geschrieben hast. Ich verstehe es nicht, wie man so heuchlerisch, hinterfotzig und falsch sein kann. Wie kannst du überhaupt noch in den Spiegel schauen? Schwanzgesteuert.

Informatiker : Nach welchem we? 

Ich : Generell, nachdem du Heim bist.

Informatiker : Was hat das mit schwanzgesteuert zu tun? Wieso regst du dich so auf? Du hast mir schon lange nicht mehr gegeben, was ich gerne gehabt hätte. Aufmerksamkeit, Anerkennung, Nähe und Zärtlichkeit 

Ich : Spinnst du? Das hast du alles von mir bekommen. Ständig!

Informatiker : Ich habe es daher bei anderen bekommen und bekomme es noch. Erinnerst du dich an den Dienstag, vor unserer Trennung? 

Ich : Wer stand denn immer hinter dir?

Informatiker : Unser letzter Abend... 

Ich : Wer hat angeblich Licht in dein Dunkel gebracht? Da wo du nichts von mir wissen wolltest. Deine Chance hättest nutzen sollten, wie du später sagtest.

Informatiker : Unter anderem du 

Ich : Erinnerst du dich an deinen Geburtstag? Klar, das hab ich alles gemacht, weil du von mir nix mehr bekommen hast [Anmerkung in eigener Sache: Zu seinem Geburtstag hat er von mir ein Erinnerungsalbum bekommen, mit all den Dingen, die wir schon gemeinsam erlebten, mit Erinnerungsstücken und Fotos. An diesem Geschenk habe ich eine halbe Ewigkeit gesessen und das ganze Material hat mich ein kleines Vermögen gekostet. Das war das aufwendigste Geschenk, was je ein Freund von mir bekommen hat. Damit habe ich mir unglaubliche Mühe gegeben und das alles, weil er von mir keine Aufmerksamkeit, Anerkennung, Nähe und Zärtlichkeit bekam. Wir hatten auch ständig Sex und haben auf der Couch gekuschelt. Erst in der Nacht in seinen Geburtstag hat er sich so arg an mich geklammert, als würde ich jeden Moment weglaufen. All diese Vorwürfe... ich weiß nicht, wie sie entstanden sind, denn es stimmte einfach nicht!]

Informatiker : Ah, falscher Tag. Dann war es der Donnerstag vor dem Dienstag. Jedenfalls der Tag, an dem wir Abends zuletzt Sex bei dir in der StuSta hatten 

Ich : ?

Ich : Du, sag mir einfach wie wir das mit unseren Sachen machen. Mehr steht nicht mehr zwischen uns. 

Informatiker : Du kannst um mich kämpfen, wenn du willst. 

Informatiker : An dem Tag, an dem wir zuletzt Sex bei dir hatten, hatte ich Vormittags, vor der Arbeit etwa drei Stunden hemmungslosen Sex mit der verheirateten Schlampe*, ohne Gummi. Habe dann abends ohne Gummi mit dir geschlafen. Das gab mir irgendwie einen besonderen Kick

Ich : Ich muss nicht um einen Haufen Scheiße kämpfen, der lügt und betrügt und übere andere drüber rutscht. 

Informatiker: Es war mein einziger Ausrutscher und führte zum Kippen der Stimmung. Es tat einfach gut, dass ich mich fallen lassen konnte. Abends mit dir habe ich dann gemerkt, dass unser Sex doch eher für dich ist als für mich Und ich bin mir inzwischen sehr sicher, dass du mir nicht treu warst. Unser Sex war schon mal besser. 

Ich : Ich war immer treu

Informatiker : Ich glaube dir nicht. Schlimm genug, dass du mich in die Arme einer anderen getrieben hast. Wenn du willst, kann ich dir bzw uns noch eine Chance geben. Egal, wann und mit wem du rumgevögelt hast. Wir sollten es dann aber lockerer angehen lassen,  es ist schön mit dir, wenn wir nicht gerade streiten. Aber eine Familie möchte ich nicht mit dir gründen

Ich : Wenn du fremd gegangen bist und damit nicht leben kannst und nicht mehr in den Spiegel schauen, dann ist das nicht mein Problem. Ich habe dich nirgendwohin getrieben. Du hast selber immer eine Wahl. Ich weiß nicht, was in deinem Kopf vorgeht. Du kannst mir nicht Dinge vorwerfen, die ich nicht getan habe und dann denken, ich komme zurück. Und jetzt sagst du auch noch, du bist fremd gegangen. Verstehst du das nicht? Ich habe mir nichts zu schulden kommen lassen in unserer Beziehung. Ich habe nicht fremd geflirtet, nicht fremd geküsst und schon gar nicht fremd gevögelt. Es hätte für uns nur eine Chance gegeben, wenn du mir voll entgegen gekommen wärst. Du denkst auch, ich hätte keinen Stolz, oder?

Informatiker : Ich kann sehr gut in den Spiegel schauen

Ich : Ich erkenne dich gar nicht wieder

Informatiker : Es ist interessant, dass dir bei unserem letzten Mal keinerlei Unterschied aufgefallen ist 

Informatiker : Sonntag können wir reden, wenn du willst. Samstag bin ich mit der Fetten* in Salzburg 

Informatiker : Ich bereue es nicht, mit der verheirateten Schlampe* geschlafen zu haben. Es ist interessant, dass sie verheiratet ist und zwei Kinder hat. 

Informatiker : Ich ziehe komplizierte Menschen scheinbar an. 

Ich : Du, ich will nicht mit dir reden. Was glaubst du, wer du bist? Ich will nur noch von dir wissen, wie wir das mit unseren Sachen machen.

Informatiker : Ist mir egal. Fröhlich Endlich geht es nicht mehr nach deinem Kopf. Ich fühle mich befreit. Du hast mich nie wirklich geliebt. Du hast nur dich selbst geliebt. Und dir von mir genommen, was du brauchtest. Anfangs warst du so liebevoll und aufmerksam. Seit dem Oktoberfest warst du wie ausgewechselt. Ich hoffe, dass du schon jemand hast für deine extreme Libido. Bei deinen Freundinnen zweifle ich nicht daran. Deine Sachen sind alle in einem Karton. 

 

Ich musste wirklich beinahe lachen, als er sagte, ich könne um ihn kämpfen. Es war auch kein Spiel, das er hier spielte, denn er fuhr mit seinem fetten Ersatz für mich nach Salzburg, hätte Pläne - mit ihr! Ist angeblich fremdgegangen und unterstellt mir das gleiche. Das war ein schlechter Witz! Nur, weil er das tat, tat ich das nicht auch. Und dann wollte er mich nur noch verletzen, das wird sich auch in allen weiteren Gesprächsabläufen zeigen, die ich kopiere - doch ich verstehe nicht, warum. Ich habe ihm doch nichts getan. Er hat mich doch angeblich verletzt und im weiteren Verlauf wird man sehen, dass er behauptet, dies schon eine ganze Weile zu tun. Ich dachte, ich würde diesen Mann kennen und wir konnten uns doch auch immer über alles unterhalten. In meiner Umwelt ging so viel Müll vor sich und immer habe ich mit meinem Informatiker darüber reden können. Über Freundinnen von Freundinnen, die über Jahre betrogen wurden. Über eine Freundin, die mit einem vergebenen Mann schlief, der vorgab, mit seinen Kumpels etwas zu trinken, was er auch tat nur danach ging er eben noch für zwei Stunden bei meiner Freundin vorbei. Über meine Ängste, dass ich ihm irgendwann nicht mehr reichen würde, weil ich ihm vielleicht nicht geben kann, was er will. Über meine Ängste, betrogen zu werden. Über meine Gedanken, wann er Gelegenheit hätte, mir fremdzugehen. Alle meine Gedanken - ich habe sie ihm vor die Füße gekotzt, WEIL ICH IHM VERTRAUT HABE, und er hat sie aufgehoben und gegen mich verwendet. Er hat meine Dämonen aufgeweckt, mit ihnen geschlafen und sie dann auf mich losgelassen. Er wusste, womit er mich am meisten verletzen würde und hat es genutzt, um genau das zu tun. Es tut mir leid, aber so ein Mensch liebt nicht. Ein Mensch, der dich liebt(e), zerstört dich nicht.

Dann ging es kurz darum, welche Dinge wir noch voneinander haben. Ich zählte ihm auf, was ich noch von ihm habe und welche Dinge er von mir hat. Da sagte er tatsächlich, dass wir uns ruhig noch mal sehen könnten, um unsere Sachen auszutauschen. Ich dachte wieder, dass der total spinnt. Habe ihn wissen lassen, dass ich darauf keinen Bock hatte. Dass ich das nicht wollte, hat ihm natürlich kein Stück gepasst. Da wurde ich wieder als feige bezeichnet und mir wurde vorgeworfen, dass ich mich verstecken würde.

Ich sagte auch, dass ich ihm das alles irgendwie nicht glauben würde. Alles in mir sträubte sich dagegen. Der Mann, der immer behauptete, er sei noch nie untreu gewesen und würde sowas auch nie tun, sollte jetzt genau das getan haben? Und er sah es einfach nicht ein, sagte, er habe doch nichts schlimmes getan. "Es gab einen Ausrutscher zum Ende hin. Ja und? Da kannst du mir durchaus verzeihen, wenn du mich so sehr liebst, wie du schreibst. Ich brauchte das als Trost und Denkanregung. " Es war einfach nur noch lächerlich, lachhaft.  

 

Ich : Das kann ich dir nicht verzeihen und alles das, was du dir heute und letzte Woche noch geleistet hast. Du zweifelst an meiner Liebe? Du bist mal ganz ruhig.

Informatiker : Kann jetzt auch etwas besser verstehen, was meine Exfrau trieb und weiß, was ich wirklich will 

Ich : Du musst dich nicht rechtfertigen. Du bist Abschaum.

Informatiker : Hmm, bleibe ich halt bei der Fetten*. Werde ich auch glücklich. 

Ich : Das arme Mädchen! Ich bedauere dich. 

Informatiker : Mich Abschaum zu nennen, das ist schon witzig.  

 

Später habe ich mit dem, dessen Name nicht genannt werden darf drüber geredet und ihm gesagt, dass ich dieses Mädchen wirklich bedauere, aber was er mir antwortete stimmt - Das ist nicht mehr mein Elend. Wenn er ihr das Herz bricht - na und?! Wenn er sie belügt und betrügt - na und?! Nicht mein Elend... Ich hoffe trotzdem, dass sie schlauer ist, als ich es war.

 

Informatiker : Ich bin zu keinem Zeitpunkt alleine, habe eine neue beste Freundin, mit der ich auch guten Sex habe, obwohl sie verheiratet ist. Und eine Frau, die in mich verliebt ist Und beide sind jünger als ich, falls du wieder solche Gedanken hast [das sagt er mir, da sein Betthase vor mir gefühlte 100 Jahre alt war und ich das ziemlich eklig fand]

Ich : Oh, das ist mir reichlich egal

Informatiker : Mit der Fetten* habe ich die Tage nach unserer Trennung verbracht. 

Ich : Wen interessiert das?

Informatiker: Ich weiß genau, dass dir das nicht egal ist 

Informatiker: Fröhlich

Ich : Erzähl es deinen Freunden

Informatiker : Die wissen schon lange davon 

Ich : Doch, es ist mir herzlichst egal. Abschaum ist mir egal.

Informatiker : Seit dem OFest wissen sie, was los ist 

Ich : Ähm, spar dir das. Ich will wissen, wie wir mit den Sachen verfahren.

Informatiker : Ich bin für dich kein Abschaum lt deinem Blog. Eher dein bester Freund, der gestorben ist. Vor einem Jahr warst du noch auf Wolke 7

Informatiker: Und ich wusste, dass ich in München nicht ganz alleine sein werde 

Ich : Ja, du bist für mich gestorben.

Ich : Ich weiß nicht, warum du mir gegenüber jetzt so ein Mitteilungsbedürfnis hast. Ich lache nur noch über dich.

Informatiker : Ich konnte mich finden und entwickeln. Leider entfernten wir uns. Aber nun habe ich Ersatz. 

Informatiker : Du hast nie gemerkt, dass ich dich nicht von ganzem Herzen geliebt habe 

Ich : Und gibts dir einen Kick, dass du mir das aufs Brot schmierst? Es kümmert mich nicht die Bohne. 

Informatiker : Deine Schnüffelei brachte nie die Wahrheit ans Licht 

Informatiker : Wäre es nicht so stressig geworden zuletzt, hätte ich es wohl noch etwas parallel laufen lassen 

Ich : Stimmt. Dass du ein Betrüger bist, konnte niemand ahnen. Du bist krank, wirklich krank. Bitte such dir Hilfe.

Ich : Also, die Sachen?!

Informatiker : Was ist daran krank? 

Ich : Du.

Informatiker : Stelle ich die Tage vor dein Appartement. Kannst du dann abholen. Meine Sachen kannst du behalten, damit du immer weißt, was du mit deiner Engstirnigkeit verloren hast

Informatiker : Dank dir habe ich dir Erkenntnis, dass viel Sex durchaus gut ist und dass ich mehr auf meine Wünsche achte als auf die der Frauen 

Informatiker: Aber Quantität ist nicht Qualität. Die verheiratete Schlampe Dame als auch die Fette bescherten mir sofort ein Wow. Mit dir hatte ich nur ein einziges Mal ein Wow. Sonst gibt es immer nur um deinen schnellen Orgasmus. Das war langweilig, weil es so einfach bei dir war 

Ich : Wenn du mir nicht Bescheid sagst, wann du die Sachen vor meine Tür stellst, dann bekommst du eine Anzeige

Ich : Und deine Sachen schicke ich dir iwann zu, wenn ich wd da bin, das lasse ich mir nicht nachsagen

Informatiker : Mach doch. Wenn ich sie abgestellt habe, schreibe ich dir 

Informatiker : Falls ich dann noch in der ***straße wohne. 

Ich : Wenn nicht hast du sicher eine Nachfolgeadresse bei der Post hinterlegt. Die werden dir deinen Mist dann schon zu schicken.

Informatiker : Wieso stellst du dich jetzt so zickig an? 

Ich : Wann denkst du, kann ich mit meinen Sachen rechnen?

Informatiker : Bis Weihnachten 

Informatiker : Verstehe nicht, dass du dich so aufregst. Wir sind auf deinen Wunsch hin getrennt 

Ich : Und auf dein Verschulden

Informatiker : Mein Verschulden? 

Ich : Meinst du, du kriegst es hin, der Türkin zu schreiben, wenn du mein Zeug abgestellt hast?

Informatiker : Ich schreibe dir, es ist dein Zeug. Der Rest ist dann dein Problem. Du bist aus München weg, nicht ich 

Ich : Ok

Informatiker : Wieso kannst du nicht ganz normal mit mir umgehen? Unsere Situation ist doch jetzt geklärt 

Informatiker : Du kannst dich Hals über Kopf in dein nächstes Abenteuer stürzen. 

Informatiker : Du bist ja nie lange alleine... Fröhlich

Ich : Mit Kranken geht man nicht normal um.

Informatiker : Hmm, ich bin kein Stück krank. Genieße nur meine Freiheit 

Informatiker : Jetzt, da du alles weißt, dürfte das komische Gefühl weg sein, wenn du morgens aufwachst

Ich : Das Gefühl hat etwas damit zu tun, was du mir angetan hast

Informatiker : Du hasst mich und findest mich krank. Da wirst du dich sicher kaum noch mit mir beschäftigen. Deine Gefühle, sofern noch nicht geschehen, werden schnell zum erliegen kommen 

Ich : Was kümmerts dich noch?

Informatiker : Du lernst bald jemand kennen, du nimmst halt, was du bekommst. 

Informatiker : Dann kannst du es ja nochmal probieren. 

Ich : Das musst du gerade sagen Fröhlich

Informatiker : Jedoch wirst du so schnell nicht jemand wie mich finden. 

Ich : Das hoffe ich!!!

Informatiker : Du warst der Trostpreis. Alle glaubten nicht, dass ich ernsthaft was mit dir hatte

Informatiker : Bereits im Sommer war mich auch bewusst, dass die Beziehung zu dir nicht dauerhaft sein soll

Ich : Ja und?

Informatiker : Es sprach zu viel dagegen, ich wunderte mich selbst, was für eine Frau ich da hatte. Doch wollte ich nicht ganz alleine sein. 

Informatiker : Bereits zu der Zeit distanzierte ich mich von dir 

Ich : Wen juckt das noch? Fröhlich

Informatiker : Ich wollte nicht einsam sein. Seit September denke ich anders und habe darüber nachgedacht, wie ich dich los werde 

Informatiker : Nie wieder so eine fette, unselbstständige wie du.   

Ich : Na das hast du ja jetzt geschafft. Der Kandidat hat 100 Punkte. Zu feige, um Schluss zu machen. Hast du mal in den Spiegel geschaut? Dieselbe Hackfresse, wie dein Bruder.

Informatiker : Ich habe mich die letzten Monate geekelt. War froh, wenn wir gewisse Dinge schnell hinter uns brachten. Musste wieder auf heile Welt machen 

Ich : Du wirst immer einsam sein

Informatiker : Glaube ich nicht. Fühle mich aktuell geliebt und nicht alleine. 

Informatiker : Hmm, halt mich halt für krank. Ich war ein Arsch und nicht ehrlich zu dir in den letzten sechs Wochen 

Informatiker : Ich habe mich von dir gelöst und jetzt zwei neue Frauen an meiner Seite 

Informatiker : Wie du selbst immer wieder betont hast, es interessieren sich andere für mich, weil ich eben nicht total hässlich bin 

Ich : Innen drin schon

Informatiker : Wen interessiert das schon ernsthaft? 

Informatiker : Wieso soll ich naiv sein und mich immer verarschen und verletzen lassen? 

Informatiker : Ich nehme mir, worauf ich Lust habe 

Ich : Wer verarscht u verletzt hier wen?

Ich : Wo hab ich dich verarscht u verletzt? Wo?

Informatiker : Du weniger. Deine Vorgängerinnen? 

Informatiker : Bei dir gibt es nur zwei, drei Unstimmigkeiten. 

Informatiker : Ich war dir echt treu. Unglaublich. 

Ich : Es ist unglaublich, dass du mir treu warst?

Ich : Warst du ja nicht!

Informatiker : Hey, es war einmal, ganz am Ende. Und es war witzig mit zwei Frauen an einem Tag Sex zu haben. 

Ich : Mir war da nicht klar, dass das das Ende ist. Und du sagst ja selbst, du hättest es weiter laufen lassen. Wie gut, dass ich Schluss gemacht habe. Sowas ekelhaftes.

Informatiker : Für mich nicht. So hatte ich den Vergleich und ich freundete mich damit an, ein heimliches Spiel daraus zu machen. 

Informatiker : Wollte wissen, wie lange es dauert, bis du dahinter kommst. 

Informatiker : Es ist zwar ausversehen beim Frühstück dazu gekommen, aber es war extrem gut und seit dem haben wir uns auch gesteigert 

Informatiker : Solchen Sex hatte ich nicht ein mal mit dir. 

 Ich : Ich verstehe nicht, warum du gefallen daran findest, mich zu verletzen. Achja, kranke Menschen, stimmt.

Informatiker : Vielleicht kannst du es beim nächsten besser machen. Weniger an dich denken, nicht so schnell kommen, besser lutschen 

Ich : Bitte halte deine Märchenstunde vor deinen neuen Freundinnen ab. Die hören dir sicher gerne zu und klatschen Beifall. Fröhlich

Informatiker : Hmm, dann lach halt. 

Informatiker : Ich fand unseren Sex eher zum weinen denn zum lachen. 

Ich : Ich weiß nich warum du grad so ne Energie auf dieses Gespräch verschwendest. 

Informatiker : Mir ist langweilig und wieso soll ich dir nicht endlich mal die ganze Wahrheit sagen? 

Informatiker: Du hast nie mein Spiel geahnt... 

Ich : Oooohhhhh, wo sind denn deine Frauen?

Informatiker : In München und Germering. Wieso fragst?  

Ich : Na weil du allein bist. Und mit mir schreibst. Weil dir langweilig ist. 

Informatiker  : Die eine zu Hause, gerade ist ihr nichts ahnender Mann nach Hause gekommen, wie sie schreibt 

Informatiker  : Die andere arbeitet noch. Hole sie später ab, wir kochen dann zusammen und verbringen die Nacht miteinander. 

Informatiker  : So wie jeden Tag seit der Trennung von dir 

Ich : Deswegen hast du auch jeden Tag geschrieben, nä. Du triffst mich damit nicht, Lügenbaron. 

Ich : Deine Geschichten stimmen hinten u vorne nicht

Ich : Ein schönes Leben, Herr Informatiker. Schreib mir, wenn meine Sachen vor der Tür stehen.

Informatiker  : Schau auf die Zeiten, wann ich schrieb und denk bitte auch daran, wie oft ich zuletzt gespielt habe, wenn du da warst... 

Informatiker  : Mach dir deinen eigenen Reim darauf. Wobei... 

Informatiker  : Weil ich mir ja alles nur ausdenke...  

Dann bekam ich 2 Screenshots. Einmal von ihm und der Fetten aus Hangouts, in dem es um vollkommen banales Zeugs ging und einen angeblichen von ihm und der Verheirateten, der aber mal sowas von zusammengezimmert und unecht aussah. In dem 2. ging es wieder mal um Sex und dem Datum nach zu urteilen fand dieses Gespräch statt, als ich einen Tag vor seinem Geburtstag bei ihm war.

Informatiker: Naja, mehr will ich dir lieber ersparen. 

Informatiker : Das hättest du alles auf meinem Handy gefunden... 

Ich : Ja und dann?

Ich : Um so bitterer, dass ich dir vertraut habe

Informatiker : Dann hättest du mir eine riesen Szene machen können. Zu Recht sogar 

Ich : Wir sind jetzt fertig. Ich will nicht mehr, dass du mir schreibst. Du schreibst bitte der Türkin, wenn du meine Sachen abgibst. 

Informatiker : Stell dich nicht an 

Informatiker : Freu dich doch lieber für mich. Fröhlich

Ich : Schreib der Türkin, wenn du meine Sachen bringst.

Informatiker : Nö, dir. 

Informatiker : Was habe ich schon mit der Türkin zu schaffen? 

Ich : Ja gut, dann schreibs halt mir.

Informatiker : Verstehe nicht, wieso du jetzt so abweisend reagierst. Können sich Freunde bleiben. FröhlichFröhlich

 

Ich antwortete dann nichts mehr. Ich habe mich über mich selbst geärgert, dass ich den ganzen Tag damit verschwendet habe, mich mit diesem Abschaum zu unterhalten. Das war, als hätte jemand den Menschen aufgeweckt, den er vorgab, begraben zu haben. Er war wieder der Mensch von früher, ist es wieder. Der, von dem er mir manchmal schlimme Dinge erzählte, aber behauptete, er sei tot, den würde es nicht mehr geben. Ich fand diese ganze Sache wirklich krank. Ich habe das nicht nur so gesagt. Und er sagt es ja selbst, er hat sich lediglich (billigen) Ersatz für mich gesucht. Traurig. Was ich nicht verstehe ist, dass er mich unbedingt so verletzen will, wo er selbst sagt, dass ich ihn nicht verletzte. Warum soll ich für die Frauen vor mir büßen?

Auch am nächsten Tag versuchte er wieder sein Glück, aber dieses Mal ließ ich mich nicht darauf ein, auch wenn er versuchte, mich zu provozieren.

Informatiker: Hast du dich wieder beruhigt? 

Ich : Sind meine Sachen da?

Informatiker : Nö. Habe noch keine Zeit gehabt 

Informatiker : Die Fette hat Vorrang vor deinen Sachen Fröhlich

Ich : Sag mir bitte Bescheid, wenn meine Sachen da sind. 

 

Die restliche Woche war dann Funkstille. Doch so sollte es nicht lange bleiben. Am Nikolaustag war er mit seiner Fetten* in Salzburg und mir wollte er am Montag darauf davon berichten. Ich bekam also drei recht harmlose Bilder - eines von einem Weihnachtsbaum, eines von ihm und eines von irgendwelchen Mozartzeugs. Ich wollte das wirklich nicht wissen. Ich wollte nur meine Ruhe vor ihm haben und damit ich diese bekommen konnte, musste ich mir überlegen, wie ich am schnellsten zu meinen Sachen käme. Also versuchte ich es dieses Mal auf die provokante Art, sagte, dass ich ihm nicht glauben würde, dass es seine Frauen wirklich gebe, da könne er mir Bilder und Screenshots schicken, bis er schwarz würde, denn sonst würde ich meine Sachen schon lange haben. Mir war längst bewusst, dass es zumindest diese Fette wirklich geben muss. Trotzdem bekam ich auf meine Provokation gleich noch ein Bild hinterher geschickt, auf dem sie beide ein Selfie von sich machten und dann gleich noch eins, ein Kussfoto. Ich glaube, diese Fotos sind extra für mich entstanden, um sie mir ganz bewusst schicken zu können. Ich hätte sie so oder so bekommen. Trotzdem hielt ich an meiner Provokation fest, unterstellte, dass mit Photoshop alles möglich sei. Daraufhin bekam ich zu hören, dass die Fette jetzt seine Freundin sei, ob ich das nun glaube, oder nicht und ich mich damit abfinden solle. Dann wollte er mir weis machen, wie glücklich er jetzt endlich wieder wäre und er für die Fette sogar das Bett neu bezogen habe, da sie jede Nacht mit ihm verbringe. 

Es ist lachhaft. Das Bett neu bezogen - mit der Bettwäsche, die ich gewaschen habe, die nach meinen Weichspüler riecht. Ich hoffe, beide haben wunderbare Träume.
Ich werde diese Textpassage jetzt trotzdem mal kopieren, denn es ist interessant, wie der Informatiker versucht, mir zu erklären, er sei richtig krass verliebt und mir dann etwas später allen Ernstes weis machen möchte, dass es Liebe ja gar nicht gibt.
 

 

Informatiker: Die Fette verbringt jede Nacht mit mir. Das gesamte Wochenende war sie bei mir 

Informatiker : Habe sogar das Bett neu bezogen. Mir fällt es auch wieder leichter Ordnung und Sauberkeit zu halten 

Informatiker : Für sie lohnt es sich. Ich bin wieder richtig motiviert und glücklich 

Informatiker: Sie gibt mir sehr viel Liebe und Aufmerksamkeit. 

Ich : Wann krieg ich meine Sachen?

Informatiker: Ich bin Hals über Kopf in sie verliebt 

Ich : Ja, das weiß ich ja jetzt.

Informatiker : Wenn ich Zeit finde. Bis Weihnachten denke ich. Spätestens 26.12., denke ich 

Ich : Das geht nicht

Informatiker : Kommendes Wochenende backe ich mit der Fetten Kekse. Nur blöd, dass du meine Teigrolle noch hast. Fröhlich


"Bitte kauf dir ein Tagebuch und erzähle es dem. Es interessiert mich nicht, was du mit der Fetten machst." - dachte ich da nur.

Ich schlug ihm vor, dass er mir meine Sachen per Post schickt und ich ihm das Porto überweise, sagte, dass ich seinem neuen Glück nicht im Wege stehen wolle und er dann aber auch die Vergangenheit richtig abschließen solle. Er sagte, dies sei ihm zu umständlich. Ich solle einfach nach München kommen. Ich verstehe wirklich nicht, warum er so darauf beharrte, mich noch einmal sehen zu wollen. Er sagte, ich solle nicht so verbittert sein und dass wir doch Freunde bleiben können. Nun, es ist wahr, ich bin noch mit dem, dessen Name nicht genannt werden darf, befreundet. Er ist mein Exfreund und auch mein bester Freund und auch zum Friesen habe ich noch Kontakt und generell finde ich es gut, wenn man irgendwann wieder befreundet sein kann. Aber mit dem Informatiker will ich in meinem Leben nichts mehr zu tun haben. Wir sind fertig. Auch in 100 Jahren würde ich keine Freundschaft mit diesem Kranken haben wollen. 

Ich versuchte noch dieses und jenes, doch es führte kein Weg rein. Auch der Versuch, meine Sachen von Freunden abholen zu lassen, scheiterte. Viele Menschen boten es mir an, aber auf die Frage hin, wann der Informatiker die kommenden Tage zu Hause sein würde, sagte er "Gar nicht.". Er wollte sich von mir nicht drängen lassen, mir meine Sachen früher zu bringen oder zu schicken, sagte wieder, dass ich doch abgehauen sei aus München, um mich bei meiner Familie auszuheulen. Ich ließ ihn wissen, dass er nicht der Grund war, weshalb ich aus München weg bin. Meine Oma liege im Sterben und deswegen bin ich Heim. Das ist auch nicht erfunden. Ich wäre mit Sicherheit in den nächsten Tagen nach Hause gefahren, weil es meiner Lieblingsoma immer schlechter ging und immer noch geht. Seitdem ich zu Hause bin, haben wir sie schon viele Male im Heim besucht. Ursprünglich bin ich natürlich Hals über Kopf wegen ihm gefahren, aber eben nicht nur und er muss nicht denken, dass er das Zentrum des Universums ist! 

 

Informatiker: Habe nie behauptet, es würde sich alles um mich drehen

Ich : Du bist doch derjenige, der mich ständig belästigt hier, nicht ich. Du bist doch der, der es nicht gebacken kriegt, mit der Vergangenheit abzuschließen und mir meine Sachen zu bringen, damit er endlich glücklich sein kann. 

Informatiker : Ich lasse dich doch nur als Bekannte an meinem Leben teil haben. Ist freundlich gemeint. Du stichelst andauernd und drängelst, nicht ich. 

Informatiker : Abgeschlossen habe ich schon seit September. Da wussten meine Freunde schon, dass ich dich nach meinem Geburtstag abservieren werde. 

Ich : Ich will aber nicht an deinem Leben teilhaben. Du bist den Scheißhaufen nicht wert, den ich im Klo runter spüle. Du hälst doch krampfhaft an mir fest, anstatt mich in Frieden zu lassen. Ich will nur meine Sachen noch von dir und dann ist das hier zu Ende. Aber du bringst es ja nicht fertig, mich gehen zu lassen FröhlichFröhlich

Informatiker : Es läuft fast alles nach Plan. Sieh es nicht zu verbissen,  es hätte mit uns langfristig eh nicht funktioniert. Zu weit liegen wir beide auseinander 

Ich : Absolut. Ich wein dir keine Träne hinterher. Ich bin froh, dass du ne Neue hast, die dich als mein vollgesabbertes Spielzeug benutzt. Ich bin endlich frei von dir und du klammerst dich an mich, wie ein Baby. FröhlichFröhlich

Informatiker : Es ist doch witzig, dir zu zeigen, wie glücklich ich jetzt bin und dir damit auch zu zeigen, was du leichtfertig weggeworfen hast, weil du an deiner isolierten Weltsicht festhältst

Informatiker : Laut deinem Blog hat dir die Trennung doch ordentlich zugesetzt 

Ich : Ich habe einen kranken Psychopathen leichtfertig weggeworfen, wirklich schade, ja. Ich freu mich für dich, dass du glücklich bist, aber bitte sei glücklich in deiner kranken Welt. Und klammer nicht, indem du mir immer zu schreibst. FröhlichFröhlich

Informatiker: Und da tut es halt auch gut, den Finger tief in die Wunde zu drücken und zu drehen, bis du vor Schmerz verrückt wirst 

Informatiker : So merkst du dann, dass du eben nicht so eine tolle und schöne Frau bist, wie du immer von dir denkst 

Informatiker : Deine Weltanschauung und deine Familie werden dir immer ein Laster sein. 

Ich : Welche Wunde? Ich bin frei von dir. Mir gehts blendend. Dich stört es nur, dass du nicht weißt, was ich treibe. Ich seh immerhin nicht aus, wie mein Bruder und such mir eine Fette nach der andern, weil ich nix anderes kriege.FröhlichFröhlich

Informatiker : Echt schade, du könntest sonst so viel aus dir machen 

Informatiker : Gut, dass du dich als fett bezeichnest.Fröhlich du warst meine erste und einzige Fette 

Ich : Gut, dass du das immer geleugnet hast :D

Informatiker : Du warst so leicht zu bekommen, dass hat mir eine Zeit lang ausgereicht. Du entsprichst aber nicht meinen Ansprüchen also habe ich mich umgesehen und gleich mehrere gefunden 

Ich : Da sind wir uns ja einig, denn du entsprichst meinen auch nicht mehr.

Informatiker : Hey, sollte ich dir ins Gesicht sagen, dass du fett bist und ich dich nicht wirklich attraktiv finde? Das hätte sicher wunderbar funktioniert. Fröhlich

Ich : Halb so wild, hab dir ja auch nicht gesagt, dass du deinem Bruder zum verwechseln ähnlich siehst und deine Zähne schon abartig braun waren. Was will ich auch mit einem, der im Bett nix kann? 

Informatiker : Noch nie war eine Frau so leicht zu haben wie du. Denk mal drüber nach... Wohl doch mehr Schlampe in dir als du denkst m

Ich : Aber du bist nicht leicht zu haben, oder was? FröhlichFröhlich

Informatiker : Deine Schauspielerei im Bett war mir egal. Hab halt ab und an abgespritzt, wenn ich die verheiratete Schlampe oder die Fette nicht vögeln konnte. Passt schon 

Informatiker : Dein falsches Gestöhne habe ich ausgeblendet. Seit dem Oktoberfest habe ich dich betrogen 

Informatiker : Mit der lovoo app habe ich Frauen kennengelernt. 

Ich : Nur weil du zu blöd dazu bist, dir selber einen runterzuholen FröhlichFröhlich

Informatiker : Nach einigen Experimenten habe ich mich für die verheiratete Schlampe und die Fette entschieden. 

Informatiker : Du bist echt extrem fett, ekelst du dich nicht vor dir selbst?

Ich : Du musstest es ja nötig haben. Jeder weiß, dass da nur Schlampen sind, die jeden nehmen. Vermutlich wirst du selber gerade betrogen. Die Liebe fürs Leben bei lovoo, dass ich nicht lache.

Informatiker: Ich finde mich selbst zu dick und mache daher Sport, damit ich nicht ganz aus dem Leim  gehe. Du machst gar nichts, gammelst nur herum, verkackst dein Studium und futterst den ganzen Tag

Informatiker : Liebe fürs Leben bei Lovoo? Nein. Die Fette habe ich darüber als einzige nicht kennengelernt. 

Ich : Und du denkst, das geht mir jetzt nahe? Oh, das tut mir jetzt aber leid. 

Informatiker : Ich will dir nur helfen, damit du deinem nächsten besser gefällst 

Ich : Wo dann, auf dem Strich? FröhlichFröhlich

Informatiker : So wie dich? 

Ich : Bei meinem nächsten Umstyling nehm ich dich mit ;)

Informatiker : Du könntest echt so eine Drecksnutte geben

Ich : So wie du?

Informatiker : Ich sehe gut genug aus. Etwas mehr Sport und gut ist. 

Informatiker : Ich bin ein Mann, bei mir ist die Anzahl der Sexpartner egal

Ich : Sport allein wird dir nicht helfen.

Ich : Willkommen in der Urgesellschaft. Schade, dass du dich nicht weiter entwickelt hast. Da sieht man wieder die Verwandtschaftsverhältnisse FröhlichFröhlich

Informatiker : Wenn du meinst. 

Ich : Ja

Informatiker: Du hättest dich während unserer Beziehung auch besser umgesehen oder es mal durchgezogen

Ich : Was?

Informatiker : Ob nun mit dem Typen auf der Stockwerksparty oder der farbigen Tussi

Informatiker : Dank dir weiß ich, dass Treue nicht wichtig ist und fremdgehen sich nicht schlimm anfühlt. Im Gegenteil 

Ich : Ich hab nich so ein minderwertiges Selbstwertgefühl, wie du

Ich : Das schreiben nur welche, die es im Bett nicht bringen :D

Informatiker : Damit hat das nichts zu tun. Was sind Frauen schon wert? 

Informatiker : Hmm, dafür bist du recht oft gekommen und auch die verheiratete Schlampe, ne komische Tussi aus der Heimat, noch irgendeine imaginäre Dame und die Fette* haben sich nie beschwert

Ich : Frag das doch mal die Fette, was Frauen schon wert sind ;)

Informatiker : Die Fette muss nicht alles wissen. 

Ich : Weil du ja so glücklich und richtig verliebt und Betthasen nicht alles wissen müssen Fröhlich

Informatiker : Wie fühlst du dich eigentlich mit dem Wissen, dass ich mit dir geschlafen habe und am selben Tag vorher mit einer anderen und du somit ihr Sekret [hier stand ursprünglich mal was anderes, aber es ist so schon dreckig genug, da habe ich das Wort mal geschönt] in dir hattest. Fröhlich

Informatiker : Du warst eher mein Betthase. Fröhlich 

...

Informatiker: Was soll an Liebe soll toll sein? Es ist doch nur eine Floskel? Liebe gibt es doch gar nicht. 

Informatiker : Man fühlt sich eine Zeit lang mit jemand wohl und gut ist. Auf Dauer? Bestimmt nicht. Liebe gibt es doch gar nicht. 

....

Informatiker: Ich hätte mich dabei erwischen lassen sollen. Ich wollte dich maximal verletzen. 

 

Es blieb noch eine Weile schmutzig. Ich muss das jetzt auch nicht alles kopieren, da haben wir beide schlimme Sachen gesagt, die einfach unter die Gürtellinie gingen und auf die ich auch nicht stolz bin. Generell ärgert es mich sehr, dass ich mich an diesem Tag schon wieder auf sein Niveau herab gelassen habe. Dennoch kam jetzt erst noch der Hammer bezüglich meiner Oma:

 

Informatiker: Rede dir alles schlecht, wenn dir das gut tut. Das Collagenbuch spricht eine andere Sprache. Ich war mit das beste, was du hattest. Das wissen wir beide 

Informatiker : Du hast sozusagen deinen besten Freund verloren. 

Ich : Nicht verloren, gestorben.

Informatiker : Vor einem Jahr hattest du einen der schönsten Monate. Dieses Jahr ist es ein Scherbenhaufen. 

Informatiker : Mit dem Sterben deiner Oma bestraft dich dein Karma für dein Verhalten, dass weißt du ganz genau 

Ich : Aus Schaden wird man klug

Informatiker : Du alleine hast das ausgelöst 

Informatiker : Echt traurig, wirklich. Aber du hast es so gewollt 

Ich : Pass lieber auf, wenn du das nächste mal mit dem Auto unterwegs bist ;)

Ich : Hex hex 

 

Das war mir wirklich zu blöd. Einmal mehr nutzte er es aus, dass er mich so gut kennt, dass ich an Karma glaube und dass alles, was man sagt oder tut im Leben doppelt und dreifach auf einen zurückfällt. Das war extrem hart und deswegen kam dann der Spruch mit dem Auto. Schon allein dafür, dass er diese Sache mit meiner Oma aussprach, musste ich ihm eine Warnung aussprechen, denn sein Karma ist mit Sicherheit nicht besser, als meins. 

 

Informatiker : Wünscht mir jetzt schon einen Autounfall? 

Informatiker : Du bist echt extrem abgestürzt 

Ich : Wie kommst du denn auf sowas?

Informatiker : Wegen deinem hex hex

Ich : Spaß verstehst du also auch nicht mehr

Informatiker : Von wegen Spaß. Du bist derzeit bitter böse 

Ich : Das hättest du wohl gerne.... da muss ich dich enttäuschen

Informatiker : Dann ist doch alles gut 

Ich : Ich hab mich dann auch jetzt genug mit dir abgegeben. Schreib mir wieder, wenn meine Sachen da sind und bis dahin, lass mich in ruhe.

Informatiker : Nö. Du darfst ruhig leiden

Informatiker : Fröhlich

Ich : Ich leide wie verrückt. 

Ich : Du kannst mir maximal meine Zeit stehlen.

Informatiker : Schade, dass es derzeit nicht so ist, weil deine Oma wichtiger ist 

Ich : Das wär auch so, wenns meiner oma gut ginge

Informatiker : Rede dir das nur ein. Du leidest unter der Trennung. Hast dir noch nichts neues gesucht, hast von dir aus geschrieben und gefragt, ob die Frauen echt sind 

Ich : Einbildung ist auch eine Bildung, Schnuffelchen ;)

Informatiker : Wenn du wenigstens diese hättest... 

Ich : Oh, entschuldige bitte, wer von uns beiden hat bitte das bessere Abitur? Und studiert? Und hat es nicht abgebrochen, weil er zu blöd, zu faul und arm war? 

Informatiker : Du wirst es nicht schaffen. Das wirst du bald merken. 

 Ich : Und wenn schon? Ich bring mich deswegen nicht um ;)

Informatiker : Weil du ja dann ein Hartz IV Leben wie deine Familie führst 

Ich : Und dann kann ich mir immer noch n reichen Typen suchen, der nicht sein ganzes Geld zum Fenster raus wirft

Informatiker : Tu das. Du wirst niemand aus gut bürgerlichen Verhältnissen bekommen. 

Ich : Wenn die alle so gestört sind, wie du, will ich das auch gar nicht FröhlichFröhlich

Informatiker : Da war ich der einzige 

Ich : Der einzige mit ner klatsche?

Informatiker : Lass dich am besten schwängern, anders wirst du keinen Mann auf Dauer bekommen 

Informatiker : Klatsche, weil ich mein Leben genieße und dich eine Zeit lang verarscht habe? 

Ich : Für privilegierte Ratschläge frag ich in Zukunft nur noch dich ;)

Informatiker : Na dann

 

Circa fünf Stunden später kam wieder ein "Gute Nacht" und wieder wusste ich nicht, was ich damit nach diesem Gespräch damit anfangen sollte... als wäre nie was gewesen. Einfach nur krank. Ich antwortete nicht. 

 

This time baby I'll be bulletproof 

 

Dann war die ganze Woche Ruhe, bis ich am Wochenende selbstverständlich wieder über seine Aktivitäten mit der Fetten* unterrichtet wurde. Ich bekam pünktlich zum dritten Advent ein Keksfoto mit einem "Frohen dritten Advent" - und da hat es mir dann gereicht. Es war eindeutig zu viel. Ich wollte mich nicht noch einmal auf so ein Niveau herablassen und wenn dies bedeuten würde, dass ich auf meine Sachen verzichten muss, dann wäre das eben so. Ich wollte ihn endlich blockieren, los werden, nichts mehr von ihm hören. Und so schrieb ich:

"Weißt du was, Informatiker? Du bekommst es ja nicht hin, mich in Ruhe zu lassen. Darauf hab ich keinen Bock. Behalt meine Sachen einfach, verbrenn sie, spende sie der Wohlfahrt - is mir scheiiiiß egal. Ich will sie nicht. Und du bist jetzt abgeschrieben. Ich blockiere deine Nummer jetzt überall. Hab echt die Schnauze voll."

Und dies sollte keine leere Drohung werden. Kaum hatte ich es abgesendet, setzte ich ihn auf die Blockierliste im Chat, ohne zu wissen, wie und ob er im Endeffekt überhaupt noch darauf reagierte. Und selbst wenn er meine Sachen noch vor meinem Appartement abstellte, es liefen genug Menschen für mich ihre Runden. Ich war abgesichert. Auch im Telefonbuch habe ich seine Telefonnummer gleich gesperrt, dachte, ich wäre nun sicher, denn der letzte Mensch, von dem ich an meinen Geburtstag zwei Tage später hören wollte, war er.

Ich war mir also sicher, dass er mich nicht erreichen kann. Aber diese Rechnung machte ich ohne mein Tablet. Pünktlich zu meinem Geburtstag am 16.12. trudelte eine SMS vom Informatiker ein: "Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag. Feier schön und genieße den Tag. Viel Erfolg und beste Gesundheit im neuen Lebensjahr." Da fiel ich aus allen Wolken. Mir war nicht bewusst, dass ich SMS extra blockieren muss. Das schrieb ich ihm auch: "Interessant, dass ich deine Nummer für SMS extra sperren muss. Wusste ich nicht. Gut, dass du mich darauf aufmerksam gemacht hast ;) Und tschüss, kranker Typ." Mit meiner kleinen Schwester, die auch ein Samsung-Gerät besitzt, probierte ich das dann erst mal aus. Und natürlich gibt es auch hier Tücken. Man kann eine Nummer bei SMS nur auf eine Spamliste setzen. Wenn der Absender dann eine SMS sendet, kommt diese trotzdem an und der Absender erhält auch einen Zustellungsbericht, wenn er diesen angefordert hat. Doch der Empfänger wird nicht benachrichtigt, dass er gerade eine SMS erhielt, sie erscheint auch nicht im Posteingang. Stattdessen wird sie umgeleitet in einen Spamordner und ob man da nun reinschaut oder nicht - das bleibt dem Handybesitzer überlassen. So kam während des Austestens noch eine Antwort vom Informatiker: "Interessant, wie du dich für Glückwünsche bei mir bedankst. :-( " und dann landete seine Nummer auf der Spamliste. In den Spamordner habe ich seitdem nicht mehr geschaut, nicht an Weihnachten oder sonst wann und habe ich auch nicht vor. Soll er doch glücklich werden, wirklich, aber ich habe jetzt endlich meinen Frieden.

Und auch, wenn ich in ein paar Tagen, Anfang Januar, wieder nach München fahre, werde ich nicht in den Ordner schauen. Sollten meine Sachen vielleicht doch da stehen, gut so. Wenn nicht, auch gut so. Vielleicht habe ich ja auch einen Brief in meinen Briefkasten, so wie beim Friesen damals. Doch dieses Mal bin ich klüger. Er würde ungelesen in den Müll wandern. Und wenn er unangemeldet vor meiner Tür stünde (angemeldet wäre ja sowieso nicht mehr möglich), würde ich wohl kaum öffnen, zumal ich das auch nicht glaube. Immerhin hat er ja jetzt seine Neue.

 

Willkommen und Abschied 

 

Und ja, das ist hart für mich. Es wird so ungewohnt sein, wieder nach München zu fahren und das erste Mal nicht vom Fernbus abgeholt zu werden, sich auf den Menschen zu freuen, den man so sehr geliebt hat. Während dieser sich einen billigen Ersatz gesucht hat. Einen Ersatz, mit dem er sehr vermutlich Weihnachten und Silvester verbrachte, weil sich das für ihn in einer Beziehung ja so gehört. Einen Ersatz, dem er vermutlich irgendwelchen teuren Schmuck zu Weihnachten schenkte, weil sie - im Gegensatz zu mir - sicher Schmuck mag und so oberflächlich sein wird, dass sie sich sicher sehr darüber gefreut hat und er so oberflächlich ist, das zu ahnen und sich keine weiteren Gedanken zu machen brauchte.

Kekse hat er mit ihr vermutlich in der Küche auf dem kleinen Tisch mit dem Wachstischtuch vorbereitet - das wir zusammen ausgesucht und gekauft haben. Und dann lag er sicher faul mit ihr auf der Couch rum - die wir zusammen hoch getragen haben und auf der wir so viele schöne Stunden verbracht haben, während vermutlich vom Balkon draußen der halb vergammelte Kürbis traurig ins Wohnzimmer blickt, den wir zu Halloween gemeinsam geschnitzt haben und den du vermutlich noch immer nicht weggeräumt hast. Und hinter der Couch auf dem großen Tisch werden noch immer die zwei Puzzles liegen, die wir zusammen geschafft haben. Und vor euch auf der Couch werden auf dem Couchtisch im Kerzenhalter die Duftkerzen der Duftrichtung "Muffin" brennen, die wir wegen mir kauften und wenn euch langweilig ist, werdet ihr Wii spielen, die gleichen Spiele, die wir einst spielten und vermutlich wird sie 100x besser sein, als ich, weil das auch keine große Kunst ist. 

Und generell ist es einfach so abgefuckt, weil wir nicht nur schlechte Zeiten hatten. Wir haben uns auch gut ergänzt. Wir konnten echt über alles reden. Manchmal lagen wir nachts wach und unterhielten uns über Quantenphysik und Paralleluniversen, so eine abgefuckte Scheiße. Wir hatten tollen Sex. Meiner Meinung nach konnten wir uns genau das geben, was wir brauchten. Finde erst mal wieder jemanden, der genau auf deine Bedürfnisse abgestimmt ist und auch wenn wir beide im Nachhinein das Gegenteil behaupteten, glaube ich nicht, dass es so war. Ich konnte dir meine Seele vor die Füße kotzen und du mir deine. Ich hätte nie gedacht, dass du sie eines Tages gegen mich verwenden würdest.  Du warst doch der, der mal behauptete, wir wären füreinander geschaffen.

Aber es ist auch okay. Ich blicke nach vorne und es stimmt, ich war noch nie ein Kind von Traurigkeit. Auch ich werde wieder tolle Kuchen für jemand anderes backen. Und leckere Gerichte kochen. Auch in meinem Bett wird wieder jemand Neues liegen. Wenn ich erst wieder in München bin, werden die Karten neu gemischt und darauf freue ich mich schon, denn ich habe nicht den Glauben in die Liebe verloren, sondern nur den Glauben in dich! Ein Zurück wird es nie wieder geben.

 



Can you lie next to her
And give her your heart, your heart
As well as your body

And can you lie next to her
And confess your love, your love
As well as your folly

And can you kneel before the King
And say I'm clean, I'm clean

But tell me now, where was my fault
In loving you with my whole heart
Oh tell me now, where was my fault
In loving you with my whole heart

A white blank page and a swelling rage, rage
You did not think when you sent me to the brink, to the brink
You desired my attention but denied my affections, my affections

So tell me now, where was my fault
In loving you with my whole heart
Oh tell me now, where was my fault
In loving you with my whole heart

Lead me to the truth and I will follow you with my whole life
O lead me to the truth and I will follow you with my whole life

*Mumford And Sons – White Blank Page*

20.12.2014 um 16:59 Uhr

Niveaulos

 

Nun, ich denke, dies hier werden die letzten Einträge zum Thema Informatiker werden. Danach wird sich dieses Kapitel für mich hoffentlich für immer schließen. Ich habe mich die letzten Wochen ja sehr bedeckt gehalten, was dieses Thema anging, denn ich brauchte Ruhe um mich herum. Und doch gibt es diesen Zeitpunkt, an dem ich es niederschreiben muss, denn ich brauche es für mich, für meine Erinnerungen, meine Gefühle, meine Welt, mein Chaos, für die Summe meiner Teile. Zu gerne würde ich wohl das gesamte letzte Jahr aus meinem Gedächtnis streichen, aber das kann ich nicht. Es ist ein Teil von mir und gehört genauso zu meiner Geschichte, wie alle anderen vor dem Informatiker auch. Es ist mir egal, ob er selbst es lesen wird, denn er liest mittlerweile in meinem Blog, wie manch anderer in der Tageszeitung. Ich möchte mit diesem "Menschen" einfach abschließen und dazu gehört nun mal auch ein abschließender Eintrag.

 

Die Vorgeschichte

Wir verbrachten das vorletzte Novemberwochenende zusammen. Es war das Wochenende seines Geburtstages und es war auch ein Wochenende, an dem ich meine Regelblutung bekommen sollte. Normalerweise bekomme ich diese immer in der Nacht von Samstag auf Sonntag, doch nicht an diesem Wochenende. Auch am Sonntag ließ sich die rote Dame nicht bei mir blicken. Natürlich bereitet einem das Sorgen, wenn man sich doch sonst immer auf die Pille verlassen kann und auch so nicht wirklich etwas anstellte, weshalb sie dieses Mal versagen sollte. Es ist mir früher schon einmal passiert, dass ich meine Regel erst Montagabend bekam, aber das ist wirklich schon eine halbe Ewigkeit her. In meiner Ehrlichkeit berichtete ich dem Informatiker davon und so kam es dazu, dass wir am Montagmorgen im Auto saßen und uns über den 'Was-wäre-wenn-Fall' unterhielten. Obwohl der Informatiker genau wusste, wie ich zu diesem Thema stehe, war das erste, was er in den Mund nahm, das Wörtchen "Abtreibung". 
Wenn wir früher im Scherze darüber redeten, sagte er oft, dass er es sich ja leisten könne und lieber heute, als morgen mit seinen vier Kindern, die er sich wünsche, anfangen wolle. Doch an diesem Montagmorgen, als es bitterer Ernst wurde, war von alldem nichts mehr zu hören. Abtreibung - dass er das wirklich dachte und auch noch laut aussprach, machte mich fassungslos und auch sonst vermittelte er mir die ganze Zeit den Eindruck, ich würde sein Leben zerstören, hätte ich tatsächlich einen Braten in der Röhre. Einen Vaterschaftstest wolle er dann übrigens auch haben. Ach ja und dass meine Eltern das Kind sehen, möchte er übrigens auch nicht, falls es denn so wäre. 
Wie bitte?! Vaterschaftstest? Meine Eltern, die ihr Enkelkind nicht sehen sollten, weil sie HartIV-Empfänger sind? Und hier sei mal angemerkt, dass meine Eltern nicht dumm sind. Okay, vielleicht leben sie nicht unbedingt so, wie andere es von ihnen erwarten würden, aber sie sind sehr kluge Menschen mit dem Herzen am rechten Fleck! Sie genügen lediglich nicht den gesellschaftlichen Ansprüchen und offenbar auch nicht denen des Informatikers. Die Frechheit dabei ist, dass er meine Eltern nicht einmal kennt, auch nicht kennen lernen wollte, sie nur von meinen Erzählungen her beurteilte und sie dennoch verurteilte. Er hält sich ganz klar für etwas Besseres. Doch am Ende ist er nur ein Etwas. 
All diese Dinge brachten mich dazu, dass mir noch im Auto die Tränen kamen. Er benahm sich wieder einmal wie ein totaler Arsch. Doch dann fragte er mich, wieso ich weinte. Ich sagte ihm, dass ich das Gefühl habe, ich würde sein Leben zerstören, wenn ich schwanger sei. Daraufhin nahm er meine Hand und wurde ganz sanft, sagte, dass ich das bestimmt nicht täte und er definitiv hinter mir stehen würde, dass wir das gemeinsam schaffen würden. Dann stieg ich aus dem Auto, er fuhr weiter zur Arbeit und ich lief geradewegs in die Drogerie, um mir einen Test zu kaufen. Ich hatte mir in meinem ganzen Leben noch nie einen Test gekauft, aber vermutlich machten wir beide uns gegenseitig so verrückt, dass ich einfach das Bedürfnis hatte, mir einen zu besorgen. Vorgenommen hatte ich mir aber, erst am Dienstag drauf zu pinkeln, falls ich meine Regel dann noch immer nicht gehabt hätte. Zu Hause angekommen schrieb ich dem Informatiker, dass ich mir einen Test kaufte und auch hier war seine Reaktion wieder sehr süß und vermittelte ein Gefühl von Sicherheit: "Hallo Schatz, lass dich nicht herunterziehen. Ich hoffe, dass du nicht schwanger bist. Falls doch, kriegen wir das auch hin." Und im Laufe des Vormittages gab es dann zum Glück auch Entwarnung. Dennoch  eskalierte die Situation gleich darauf.

Der Informatiker bekam Angst, vertraute plötzlich weder der Pille, noch mir, wollte für eine gewisse Zeit auf Kondome umsteigen. Das hat mich sehr aufgeregt, denn ich mag diese Dinger in einer festen Partnerschaft einfach nicht. Für ihn machen sie angeblich keinen Unterschied, für mich aber schon. Außerdem war für mich bewiesen, dass ja nun doch Verlass auf die Pille ist, also war diese Diskussion einfach überflüssig. Doch damit nicht genug. Ich musste mir auch vorwerfen lassen, dass ich nicht auf meinen Körper achte. Ja, es stimmt, ich übergebe mich häufiger, als andere Menschen und auch so machen mir Magen und Darm oft Probleme und trotzdem renne ich nicht zum Arzt, weil ich eine Ärztephobie habe. 
Doch ich musste mir auch sagen lassen, dass ich wegen dieser Phobie nicht regelmäßig zum Frauenarzt ginge und das stimmte einfach nicht! Ich kann gar nicht zum FA, nur um mein Rezept zu holen, denn das bekommt man ohne Untersuchung gar nicht und die Krankenkasse zahlt mittlerweile auch nur noch die Untersuchung einmal im Jahr und diese muss ich ja machen lassen und lasse ich auch machen. Das alles machte mich so wütend, dass ich zu ihm sagte, dass wir uns wohl mal ernsthaft unterhalten müssten und ich setzte ihm das Messer auf die Brust, machte ernsthafte Andeutungen, die Beziehung zu beenden, wieder einmal. Es kam in den letzten Wochen öfter vor, dass ich darüber nachdachte und diese Möglichkeit als Lösung in Betracht zog. Aber nicht, ohne mit ihm noch einmal darüber zu reden. Ich sagte nicht, dass ich Schluss machen wollte, dennoch verstand er es so, sagte aber in seinem Narzissmus, dass eine Trennung 'nicht zur Debatte stünde', versuchte mich zu beruhigen, doch ich war längst in Rage. Und so steigerte auch der Informatiker sich immer mehr in die Sache hinein, warf mir vor, ich wäre feige, egoistisch und unfair und noch so manch anderes. Ich beharrte darauf, dass ich persönlich mit ihm reden wolle. Er hat sich öfter schon darüber beschwert, dass wir über unsere Probleme nur schreiben und selten reden könnten und dieses Mal wollte ich dem ganzen einfach gleich entgegen wirken. Doch der Informatiker verstand es wohl so, dass ich lieber persönlich mit ihm Schluss machen wolle, als im Chat und so wirkte er mit aller Gewalt meinem Vorschlag entgegen, sich persönlich zu unterhalten. Doch dann lenkte er schließlich doch ein und schrieb ich solle gegen 20Uhr bei ihm im Wohnort sein. Das war keine Bitte und es war auch keine Frage - es war ein Befehl. Ein Befehl, dem ich nicht bereit war, Folge zu leisten. 
Ich sagte, dass ich nicht kommen würde und er sagte, dass er mich auch nicht abholen würde. Ich antwortete, dass ich das auch nicht verlangen würde, wir uns aber auf neutralem Boden treffen sollten, um zu reden. Damit habe ich dann wohl die kleine Flamme erneut zum lodern gebracht, denn im Kopf des Informatikers trifft man sich wohl nur auf neutralem Boden, um die Beziehung zu beenden. Ich sage es an dieser Stelle noch einmal: Das hatte ich nie vor. Ich hatte es zwar durchaus als Lösung in Betracht gezogen, aber es war nicht das, was ich wollte. Trotzdem folgten noch mehr Vorwürfe, dass ich uns heute zerstört hätte; dass das keine Beziehung sei, da ich Weihnachten und Silvester lieber zu Hause verbringe und so weiter. Und dann war es plötzlich still. Bis abends noch ein "Gute Nacht" von ihm kam. Das war für mich der Silberstreif am Horizont. Zum Geburtstag schenkte ich dem Herrn ein Erinnerungs-Foto-Album von uns beiden, in dem auch wenige Dinge standen, die ich an ihm hasse. Einer dieser Punkte war, wenn er mir nicht gute Nacht sagt. Und nach diesem Streit kam es. Es war meine Hoffnung.

Am Dienstag war unsere Konversation jedoch kurz und schmerzlos:

Informatiker: Guten Morgen. Hast du trotz unseres Stress halbwegs gut geschlafen? 

Ich : Guten Morgen. Ich schlafe nur noch seitdem. Und du so?

Informatiker : Ich funktioniere... 

Ich : Auch im Schlaf?

Informatiker: Wenn ich denn schlafe... Wann willst du nach Hause fahren? Willst du mich wirklich bis Januar alleine lassen? 

An dieser Stelle sei gesagt, dass ich dem Informatiker sagte, wenn er nicht mit mir reden könne, ich dann nach Hause fahren würde und diese Beziehung damit ein Ende für mich hätte. Natürlich wollte ich ihn am Vortag damit drängen, ich wollte eine Reaktion erzwingen. 

Ich : Wenn du nicht in der Lage bist, mit mir zu reden...

Informatiker: Will ich ja 
Will dich nicht verlieren. 
Morgen würde ich gerne mit dir reden 

Ich : Was passt dir denn an heute nicht in den Kram?

Informatiker: Fühle mich nicht so besonders. Bin irgendwie voll im Arsch 

Informatiker, eine Stunde später, nachdem ich nicht antwortete: War heute beim Zahnarzt, wie du weißt. 

Ich, sehr viel später : Um welche Zeit? 

 

Ich war sehr sauer am Dienstag! Wir hatten am Montag einen riesen Krach und dass wir an diesem Tag nicht mehr miteinander reden würden, war absehbar. Doch ich sagte ihm, drohte ihm damit, nach Hause zu fahren und er tat einfach nichts. Auch meine letzte Frage nach der Uhrzeit hat er noch gelesen, jedoch nicht darauf geantwortet. Es sollte sich wenig später herausstellen, dass er mich bereits da bis zum Mond und zurück belog.
Am Dienstag gab es dann auch keine gute Nacht-Wünsche mehr. Ich war sauer und zwar sehr! Das führte dazu, dass ich am Mittwoch nicht mit schrieb. Ich wollte das klären und er wollte - ja, was eigentlich?

 

Das Gespräch

 

Dadurch, dass ich am Mittwoch auf keinen seiner technischen Versuche, mich zu kontaktieren, einging, provozierte ich eine Reaktion. Nämlich die, dass er vorbei kommt. Und so stand er gegen Abend vor meiner Tür, um mit mir zu reden. Doch, was ich mir von diesem Gespräch erhoffte, war nicht das, was ich bekam. 
Zu erst einmal setzte er sich wie so ein Pascha mit dicken Eiern breitbeinig auf mein Bett. Wie der Überking saß er da und das machte mich unbewusst unglaublich aggressiv. Später schaute er dann noch ständig auf seine Uhr, was mich noch wütender machte. Als wäre ich nur ein Termin, den er gerade so dazwischen quetschen konnte. Er wollte am Donnerstag in seine alte Heimat fahren und musste noch packen, so rechtfertigte er das ständige auf die Uhr schauen. Ich fand es sehr dreist. Immerhin stand unsere Beziehung auf dem Spiel und ihn interessierte nur sein ungepackter Koffer. Doch das war nicht alles, aus seinem Mund kam nur Durchfall. Wir sind die einzelnen Gesprächspunkte vom Montag noch einmal durchgegangen. 
Das mit der Abtreibung sagte er angeblich, weil er geschockt war. Normalerweise würde er diese Ansicht auch nicht vertreten. He, tut der so, als wäre das an mir spurlos vorbei gegangen? Als hätte ich mich über einen Braten in der Röhre gefreut, gerade jetzt, wo es mit dem Studium alles andere, als rosig läuft? Und dennoch würde ich niemals über Abtreibung nachdenken. Trotzdem konnte ich diesen Punkt seiner Haltung nachvollziehen. 
Dann ging es weiter mit dem Vaterschaftstest und er wollte mir schon am Montag im Auto vermitteln, dass dies nichts Persönliches sei. Von seiner Ex hätte er das auch verlangt, wäre es soweit gekommen und von jeder, die nach mir käme, würde er es auch verlangen. Doch ich machte ihm lautstark deutlich, dass dies immer etwas Persönliches sei. Es ist das grundsätzliche Misstrauen, das grundsätzliche Zutrauen, dass ich zum einem fremd gegangen wäre und ihm zum anderen auch noch ein Kuckuckskind ins Nest setzen würde. Er sagte zu mir, dass es für diesen unbedingt gewollten Vaterschaftstest auch noch zwei andere Gründe geben würde, die er mir aber nicht sagen könne, seine Freunde wüssten sie aber. 
Was soll das? Warum muss er mir das auf die Nase binden? Er weiß doch genau, wie ich bin...seine Freunde wissen es, aber mir kann er es nicht sagen? Spasti. Vermutlich kann er keine Kinder zeugen. Ist der einzige Grund, der mir einfällt... Achja und wo wir gerade bei seinen Freunden sind - Ich mochte sie ja eigentlich. Alle kamen mir beim O-Fest sehr sympathisch vor, aber im Grunde sind sie wohl auch nur gefühlsmäßig verkrüppelte Einzeller. Denn als der Informatiker ihnen mitteilte, dass ich vielleicht schwanger sein könnte, sollen alle gesagt haben, dass er mich in den Wind schießen solle. Sehr erwachsen, meine Herren! Doch seine angebliche Antwort darauf war beinahe nicht mehr zu toppen - Wäre ich schwanger, dann müsse er ja so oder so zahlen, dann könne er auch gleich mit mir zusammen bleiben. Wahre Liebe! Und einer seiner Freunde, er verrate mir aber nicht welcher, hätte ihn gefragt, was er denn mit mir Trostpreis wolle. Dieses Wort wäre schon lange nicht mehr gefallen. Ob ich wisse, was ein Trostpreis sei. Er sehe das ja nicht so. Dass er das nicht so sieht, greifen wir an einem späteren Punkt noch einmal auf. Während er mir das alles so erzählte, saß er beinahe grinsend auf dem Bett.
Die Sache mit meinen Eltern meinte er übrigens sehr ernst. Er möchte nicht, dass sein Kind in eine Flodder-Familie käme. Vielleicht läge es auch nur an meinen Erzählungen, die sicher zum Teil übertrieben waren, aber jedenfalls möchte er es nicht. Ich fragte ihn, ob das so sei, weil er aus einer Spießerfamilie stamme. Das dementierte er, er käme aus einer normalen Arbeiterfamilie. Na, Moment mal! War es nicht seine Mutter, die irgendwann mal eine Ausbildung machte, aber nie gearbeitet hatte, weil sie sich von ihrem Mann aushalten ließ? Seine Mutter, um deren Existenz er bangte, weil sein Vater lebensbedrohlich erkrankt war und sie dann voraussichtlich finanziell nicht mehr zurecht käme? Arbeiterfamilie...ist schon klar. Vom Bruder ganz zu schweigen. Manche Leute sollten vielleicht erst einmal vor ihrer eigenen Türe kehren, bevor sie vor andere scheißen.
Irgendwann war mir das alles auch zu viel. Ich sagte, dass ich für diese Probleme, die jetzt aufgetaucht sind, keine Lösung finden würde. Alle anderen Streitereien vorher konnten wir klären und aus der Welt schaffen, aber das hier ginge nicht so einfach. Er sah das lockerer. Wir sollten halt irgendwann noch einmal darüber reden und dann würde das schon wieder werden. Er sehe das zuversichtlich und wolle auch nicht, dass die Beziehung vorbei sei. Irgendwann sagte ich gar nichts mehr, weil ich einfach nichts mehr zu sagen hatte. Ich war wie breitgeschlagen von seinen Einstellungen, seiner Erscheinung und dem, was er von sich gab. Er sagte, ich würde aussehen, als würde ich gleich komplett ausrasten und ihm irgendwas um die Ohren hauen. Ich entgegnete, dass ich die Ruhe selbst sei und nicht wütend, sondern enttäuscht und traurig. Er beendete die Stille recht schnell, sagte, er müsse ja noch packen, ging aufs Klo und sagte dann zum Abschied, dass ich es mir überlegen solle, er denke, man könne über alles noch mal reden und dass er sich melden würde, wenn er zu Hause sei und wenn er ins Bett ginge. Dann ging er. Ich blieb zurück und musste heulen.

 

Der Showdown

 

Ich musste vor allem deswegen weinen, weil ich meinen Informatiker kaum wieder erkannte und das ging mir zum Oktoberfest schon einmal so. Wer war dieser Mensch bloß, der da gerade da war? Hatte er Recht und wir würden das nur vom drüber reden wieder hinbekommen? Lag ich von meinem Gefühl her so falsch? Ich konnte das nicht. Ich wollte das auch nicht. Und das teilte ich ihm in einem ellenlangen Text mit, wie ich sie schon öfter schrieb. Zählte ihm endlos viele Dinge auf, weshalb wir nicht zusammen passen würden und was er meiner Meinung nach für eine Person brauchen würde. Normalerweise ist er dann derjenige von uns beiden, der voller Zuversicht sagt, dass er so eine Frau ganz sicher nicht brauchen würde und dass er nur mich wolle, dass ich perfekt für ihn sei, wie ich bin und er mich mit all meinen Macken liebe würde, dass es das doch erst interessant machen würde, dass ich sein Jackpot bin, dass er mich nicht verlieren wolle und und und... Doch dieses Mal nicht. Vielleicht habe ich das erwartet, weil es immer so war, weil er immer derjenige war, der nie meine Hand losließ, wenn ich wieder wegrennen wollte. Das liebte ich sehr an ihm und das wusste er auch. Doch dieses Mal bekam ich als Antwort, dass ich besser an mir arbeiten sollte, als den Kopf in den Sand zu stecken. Doch ich sagte, dass es gewisse Dinge geben würde, an denen ich nicht arbeiten wolle. Und dann folgte ein Gesprächsabschnitt, der mich so tief verletzte, dass ich es nicht in Worte fassen kann:

Informatiker : Wenn du mich nicht mehr willst, finde ich auch eine andere. Lange hast du nicht Zeit, deinen  Fehler rückgängig zu machen. Du glaubst doch nicht, dass es keine Interessentinnen gibt. Fröhlich  

Ich : Es ist leichter für dich jmd besseren zu finden. Da sagst du es selbst, siehst du.

Informatiker : Ob besser, keine Ahnung. Ist mir auch egal derzeit 

Ich : Ich bin mir sicher, es gibt viele, die dich wollen und so viel besser zu dir passen.

Informatiker: Ich weiß, was ich an dir habe und damit bin ich sehr zufrieden. Ja, zwei gibt es in jedem Fall. Fröhlich
Ist ja auch egal. Du schätzt dich und was ich über dich denke und für dich empfinde viel zu negativ ein Und du wirst nach mir wieder an einem Ekeltypen wie den Friesen oder den, dessen Name nicht genannt werden darf geraten Wenn du darauf stehst, dir selbst weh zu tun und dich unglücklich zu machen, wirf mich halt weg 

Ich : Zufrieden ist nicht glücklich. Na dann ist das doch schön für dich. Danke, dass du wie immer so offen zu mir bist und ich das auch weiß. Ich meine, du bist ja anscheinend sehr glücklich darüber, dass es mindestens 2 andere gibt. 

Informatiker: Kann und muss ich dann mit leben 

Ich : Es sieht so aus, als könntest du das sehr gut. Zwei stehen in der Warteschleife, du bist glücklich darüber. Meinen Verlust wirst du nicht lange bedauern.

Informatiker : Nach meiner Scheidung steht für mich fest, dass es keine Frau der Welt jemals Wert ist, lange zu trauern. Ich liebe dich. Deswegen bin ich dir noch treu gewesen 

Ich : Ja... den Dreck unter deinen Fingernägeln bin ich dir nicht wert gewesen.

Informatiker : Möglichkeiten gab es durchaus schon. 

Ich : Noch treu gewesen. Schön

Informatiker : Als ob du anders tickst. 

Ich : Ich bin dir ja nun anscheinend nix wert. Du zerstörst mich doch systematisch

Informatiker : Was mache ich denn? Du drängst mich seit Wochen in die Ecke. Da wunderst du dich, dass ich Verständnis und Aufmerksamkeit suche.

Ich : Du warst mir noch treu? Scheint dir sehr schwer gefallen zu sein. Loch ist Loch. Du weißt nich mal was Liebe ist. Bei anderen oder was?

Informatiker : War nur mal in der Mittagspause essen oder spazieren. Kein Grund auszurasten. 

Ich : Dann erklärt sich ja nun doch einiges. Das glaub ich ja nicht

Informatiker : Du stehst im Kontakt mit min ein Ex und ich will gar nicht wissen, was du auf Facebook treibst. Was soll sich erklären? 

Ich : Ich schaue mich nicht seit Wochen nach ner anderen um

Informatiker: Habe halt weiter Freunde gesucht und gefunden 

Ich : Sei still, bitte sei einfach still Ich will das nicht hören!

Informatiker: Männlein als auch Weiblein. Wo ist das Problem? Willst Fotos haben?  

Ich: Bitte sei still. Bitte

Nun, dann folgten zwei Fotos. Eines war schwarz-weiß, lasziv, obwohl nur ein Gesicht zu sehen war und vom anderen grinste mich eine Fette aus London an. Ich dachte zuerst, dass es ein- und dieselbe Person sei. Es stellte sich aber raus, dass es zwei verschiedene Nutten Damen waren. Das war das finale Messer in meiner Brust. Mit wem war ich hier eigentlich zusammen? Was war das für ein Blender? Auch die Vorwürfe, die er mir machte... als ob ich anders ticke. Ja, ich ticke anders! Hätte ich jemanden kennen gelernt, hätte er es gewusst. Auch in mein Facebook hätte er zu jedem Zeitpunkt schauen können, denn Nachrichten kann man da auch nicht löschen, sie wandern höchstens ins Archiv und hätte ich etwas zu verbergen versucht, hätte er es entdeckt! Ich kann ja nicht von meinem Partner erwarten, dass er für mich, wie ein offenes Buch agiert, aber selber eines mit sieben Siegeln sein! Diese Doppelmoral fahre ich nicht. Ich weiß also bis heute nicht, was diese Vorwürfe sollten. 
Nachdem die Bilder kamen schossen mir tausend Gedanken durch den Kopf - von irgendwelchen Fakefotos aus dem Internet, bishin zu dem Gefühl, dass ich nicht wusste, mit was für einem Menschen ich hier zusammen war. Ein Gefühl, wie mit dem Friesen, 100x schlimmer noch - ich bin komplett zusammengebrochen. Nach den Fotos ging es wie folgt weiter... man merkt übrigens, dass ich komplett in Tränen ausbrach, weil meine Rechtschreibung voll versagte, was sie normalerweise nicht einmal tut, wenn ich sehr betrunken bin:

Informatiker : Zufrieden? [~:-(]

Ich : Was soll das?

Informatiker : Du willst doch immer Alles ganz genau wissen. Wieder falsch? 

Ich : Du reibst mor deine flittchen unter die nase. Ich woll das nich wissen! Ichbwill noch wiseen üver wen du in der mittsgspause drüner rutscht Und dann hast du bilder von der Mehr als eins

Informatiker : Wieso versagt dein deutsch? 

Ich : Ich will das nich wissen

Informatiker : Das sind zwei... 

Ich : Ich will das nicht sehen

Informatiker : Nicht eine. Die verheiratete Schlampe* und die Fette*

Ich : Das is mir ehal. Behalt das für dich

Informatiker: Du siehst, keine Barbies oder so, wie du mir unterstellst

Ich : Ich wilö das nich wissen. ICH WILL DAS NICH HÖREN!

Informatiker : Einfach nur gute Freundinnen, die mir zuhören und mich nicht in eine Ecke drängen. Mich nicht andauernd in irgendwelche Schubladen stecken bzw zwingen 

Ich : Jetzt sei bitte einfach nur stil. Du musst mich nich noch mehr zerstören

Informatiker : Mir zuhören und mit Rat beiseite stehen, Die mir raten, an dir festzuhalten. Ich zerstöre dich kein Stück, das machst du selbst Du hast mich gezwungen, heimlich Freundschaften zu pflegen 

Ich : Die du potenziell ficken könntest. Zwei intereseentinnen über die du dich freust. Von denen ich nichrs weiß. Sei einfach still. Ich will nix mehr hören, bitte. Hör auf damit. Bitte.

Informatiker : Selber schuld. Sie wissen von dir und sie wissen, dass ich treu bin. Wo ist also dein Problem? 

Ich : Biite dei dtill du lügner. Ich wkl, jetzt nic  ehr von dir gären [Sollte heißen: Bitte sei endlich still, du Lügner. Ich will jetzt nix mehr von dir hören.]

Informatiker : FröhlichFröhlichFröhlich Hauptsache 15 Punkte im Deutschabi. Nochmal, wo ist dein Problem? 

Ich : Schluss jetzt hör auf

Informatiker: Jetzt rede endlich. 

*Namen wurden entsprechend meiner Empfindung verändert 

Doch dann antwortete ich nicht mehr. Ich bin in einem Meer aus Tränen aufgegangen. Ich konnte auch nichts mehr antworten, weil ich nichts mehr gesehen habe. 
Ich habe ihn dazu gezwungen, heimlich Freundschaften zu pflegen? Wie bitte? Ich dachte Freundschaft wär ein so schwer erreichbarer Titel bei ihm, dass ihn nur seine Freunde zu Hause bekämen und plötzlich sind irgendwelche daher gelaufenenSchlampen Damen seine besten Freundinnen? Und er konnte mir nichts davon erzählen? Das hat mich daran eigentlich am meisten geschockt, dass das alles hinter meinem Rücken geschah. 
Ich saß nur noch da und heulte, sprach zu mir selbst, dass ich das nicht noch einmal überstehe (gleiches Theater wie mit dem Friesen), dass ich das nicht noch einmal schaffen werde. Wie konnte ich mich nur so täuschen? Wie konnte ich nur so blöd sein und dem Informatiker einen Vertrauensbonus gewähren? Das Handy war das einzige, was ich niemals abgecheckt habe. Dafür verfluchte ich mich an dieser Stelle. Ich bin doch aufgrund meiner Vorgeschichten sowieso schon ein Mensch, der so ein abnormales Problem mit Vertrauen hat und dann gewähre ich einen Vertrauensbonus und bekomme das Messer in die Brust gerammt. Nie wieder werde ich diesen Fehler machen, jemanden mehr oder weniger, blind zu vertrauen. 
Ich wusste in diesem Moment genau, ich konnte nicht alleine bleiben. Ich brauchte jemanden, der für mich einen klaren Kopf behielt. Also schrieb ich L. und als sie nach einem kurzen Anruf merkte, was los war, dauerte es nicht lange und sie stand vor meiner Tür. Der Informatiker, dem ich ja unterdessen nicht mehr antwortete, fing dann an, mich per SMS weiter zuzutexten:

Kann dir auch hier schreiben. Jetzt fühlst du mal, wie es ist, in die Ecke gedrängt zu werden.

Ich hätte gestern Abend vielleicht meine Möglichkeit einfach nutzen sollen. Stattdessen setzte ich auf meine Liebe zu dir. An der du zweifelst.

Lauf halt weg. Bei dir gibt es wohl nur du hast recht, du zwingst anderen deine Meinung auf oder du rennst weg. Ich bin enttäuscht von dir.

Los, renn zu deinem hässlichen Ex oder such dir nen Soldaten. Nutze deinen Trieb, da bist du doch besonders gut drin. Erfinde wieder eine Geschichte, da bist du auch gut drin. Sind ja nur meine Gefühle

Willst du nun reden oder nicht?

Übrigens interessant, wie du mich bei der Anzahl deiner Männer und Dates belogen hast. Dein Blog ist sehr aufschlussreich. Da ziert wohl doch das S-Wort deine Stirn (*er meinte Schlampe). Wie konnte ich nur so auf dich hereinfallen?

 

Okay, er hätte seine Möglichkeit nutzen sollen? Als er ja angeblich nicht vorbei kommen konnte, weil er so im Arsch war und beim Zahnarzt, hätte er also seine Möglichkeit nutzen sollen. Als er unseren Streit nicht beilegen wollte, hätte er angeblich seine Chance ergreifen sollen. Interessant. 
Und welche Geschichte hätte ich erfinden sollen? Ich glaube eher, er ist derjenige, der sein ganzes Leben nur erfunden hat. 
Und bei der Anzahl meiner Männer und Dates habe ich ihn nie belogen! Weiß nicht, was ihm da in sein krankes Hirn gefahren ist. In dem Jahr vor ihm, gab es den Christen - von dem er wusste. Es gab den komischen Typ, mit dem ich mich vorher einmal getroffen hatte - von dem er wusste. Und dann gab es nur noch den, mit dem ich gleichzeitig schrieb, als ich den Informatiker kennen lernte, mit dem aber nichts weiter zustande kam - von dem wusste er auch. Ich weiß also nicht, an welcher Stelle er meinte, gelesen zu haben, dass es da noch jede Menge andere Kerle gab und was mich somit zur Schlampe machte, denn Sex hatte ich das gesamte Jahr über nur mit dem Friesen gehabt, bevor ich den Informatiker kannte. 

 

Nach seinem letzten Text war L. schon lange da und ich konnte trotzdem nicht aufhören zu weinen. L. schrieb ihm daraufhin eine SMS von meinem Telefon aus:

Hallo Informatiker hier ist L.. Es ist jetzt gut. Du kannst aufhören. Bitte tu uns allen den Gefallen und akzeptiere, dass Muffin eure Beziehung beendet hat und mach es nicht noch schlimmer.  

Seine Antworten darauf waren ungeheuerlich:

Ach, halts Maul du fette Schlampe. Muffin und beendet, lächerlich

Kannst ja einen deiner verheirateten Stecher mit ihr teilen. Dann lacht sie nicht mehr nur über dich. Fröhlich 

Halten wir mal fest, dass L. noch nie mit verheirateten Männer geschlafen hat und ich habe sowas auch nie behauptet. Vergeben, ja, aber nie und nimmer verheiratet. Und dass er sich das Recht heraus nimmt und sie als fett und Schlampe bezeichnet, ist unterstes Niveau. Ein einziges Mal hat er L. getroffen und da hatten sie nicht viel miteinander zu tun, dennoch bildete sich der Informatiker ein Urteil über sie und gab ihr nicht einmal noch die Chance, dieses Urteil zu revidieren.  Wie er über meine Freunde dachte, war auch schon des öfteren Streitthema bei uns. 

L. antwortete ganz cool, dass das kein Problem sei und wir das machen würden. Er antwortete noch einmal via SMS:

Viel Spaß. Muffin kommt eh zurück. Sie weiß, was ich ihr in vielerlei Hinsicht biete und sie wird ihre Fehler noch eingestehen und mich um Verzeihung bitten :D .

Daraufhin schrieben wir nichts mehr. Doch ca. eine viertel Stunde später kam im Chat noch einmal das gleiche Bild der Frau auf dem schwarz-weißen Foto. Doch dieses Mal zeigte es nicht nur ihr Gesicht, sondern auch ihren Körper in ein Negligé gehüllt. Dazu schrieb er noch "Du willst leiden? Dann leide... Das hast alleine du verursacht".

Wenn ich mir bis zu diesem Zeitpunkt durch den Kopf gehen lasse, dass er felsenfest behauptete, die Damen auf den Fotos seien Freunde, mit denen nichts lief und die ihm rieten, bei mir zu bleiben, fragte ich mich jetzt, warum er so ein anzügliches Bild von einer dieser Damen besaß. Weshalb schickt sie ihm sowas, wenn er doch angeblich kund tat, er sei vergeben und wieso um alles in der Welt behielt er es dann auch noch? Aber auf der anderen Seite bezeichnete er sie ja schon recht früh als zwei Interessentinnen. 

Circa 45min nach dieser Meldung schrieb er allen Ernstes "Gute Nacht, schlaf gut." Doch ich schlief nicht...

Fortsetzung folgt... 

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenPoisonist schreibt am 20.12.2014 um 18:19 Uhr:Alleine bei den bissigen Nebenbemerkungen hätte ich schon einen Cut gemacht und wäre gegangen.. Das hätte ich mir nicht bieten lassen.. Du lässt echt viel zu viel mit dir machen! *drück*
  2. zitierenSweetFreedom schreibt am 20.12.2014 um 18:57 Uhr:Liebe Muffin,
    trau, schau wem...
    Ganz schnell abhaken, Krönchen richten, wieder aufsteigen und weiterreiten. Schade um die Gedanken, die Du Dir um ihn gemacht hast. 
    Das wird schon, der passende Partner ist schon irgendwo da draußen.
    *knuddel*
    SweetFreedom
Leider ging der Kommentar von redorange beim Wiederherstellen des Eintrages verloren :(