*Phantasie ist wichtiger als Wissen....*

19.11.2010 um 20:23 Uhr

Bewunderung

von: Muffin   Kategorie: Sonstiges&Anderes

 

 

 

Es ist immer wieder erstaunlich, was ich jeden Tag hier in München zu Gesicht bekomme. Ich glaube, ich bin jetzt schon über einen Monat hier und ich mag München noch immer kein Stückchen mehr. Natürlich hat es auch seine schönen Seiten, wie den englischen Garten, in den ich aber nie gehe, weil ich keine Zeit dazu finde.

Geändert hat sich aber, dass ich nun gewohnheitsmäßig mit dem S- und U-Bahn fahren umgehen kann. Wenn ich mich daran erinnere, was für eine Angst ich beim aller ersten Mal hatte und mit was für Kreislaufproblemen ich zu kämpfen hatte, als man in der SBahn Körper an Körper gedrungen stand. Ich hatte Angst und ich fühlte mich unwohl.

Heute möchte ich mich fast dafür schämen. Ich sehe immer wieder Menschen, vor allem in der UBahn, die ihr Leben jeden Tag so grandios bewältigen und meistern. Behinderte Menschen im Rollstuhl, die von anderen in der Bahn noch schief angeschaut werden, weil sie so viel Platz einnehmen und nur selten freundliche Mitmenschen, die den Behinderten beim Ein- und Aussteigen helfen. Sie sitzen da also jeden Tag in ihrem Rollstuhl, müssen aus welchen Gründen auch immer mit der UBahn fahren und werden pausenlos von den fremden Menschen angeglotzt und trotzdem sind sie so stark, das durchzustehen. Und dafür bewundere ich diese Menschen.

Genauso bewundere ich die alten Leute, die nun wiederrum eher in der SBahn anzutreffen sind. Alte Menschen, faltig und gebrechlich sehen sie aus und auch sie werden von den anderen Menschen angeglotzt und ich werde immer ein bisschen wütend, wenn ich mit ansehen muss, wie die Gesellschaft immer egoistischer wird. Jeder ist sich selbst der nächste. Deswegen vergisst man auch alle Regeln des Anstands und bietet den älteren Herren und Damen eben keinen Platz an, weil man es so gewohnt ist. Stattdessen sitzen sie auf ihren Plätzen und starren die Alten an, weil sie stehen müssen und Probleme damit haben, bei Ruckeln stehenzubleiben. 

Diese behinderten und diese alten Menschen bewundere ich Tag für Tag, dass sie so tapfer ihren Mann stehen, in der immer mehr verkommenen egoistischen Gesellschaft. Ich bin mir sicher, dass das nicht nur in München so ist, aber ich es trägt auch nicht gerade dazu bei, dass ich München mehr mag. Und ich schäme mich gerade zu dafür, dass S- und UBahn fahren so ein Problem für mich war, gibt es doch Menschen, die damit viel mehr zu kämpfen haben, als ich - tagtäglich.

 

16.11.2010 um 22:34 Uhr

1. Testat

von: Muffin   Kategorie: Mein Uniwahnsinn

Heute hatte Gruppe B ihr erstes Testat, Gruppe A wird erst nächste Woche geprüft. Aus diesem Grund habe ich in den letzten Tagen schon nichts geschrieben, weil schlichtweg keine Zeit dafür blieb, wenn ich nicht gelernt habe, habe ich geschlafen, wenn ich das nicht gemacht habe, dann war ich was essen oder telefonieren oder andere nebensächliche Dinge erledigen. Heute wars dann endlich soweit...oder leider?

Thema war die allgemeine Anatomie und die Vordergliedmaße. Die Gruppen mussten jeweils vor dem Präpariersaal warten, bis ihre Nummer aufgerufen wurde und ziemlich schnell wurde dann auch unsere Nummer aufgerufen. Da gings dann also los, unbeschreibliches Muffensausen. Zuerst wurde M. geprüft mit meinem Wunschknochen, dem Schulterblatt (Scapula). Allerdings bekam sie danach die Flexoren am Unterarm und die mag ich ganz und gar nicht, weil sie so schwer auseinanderzuhalten sind und man sie sehr leicht verwechseln kann. Zumal wollte unsere Prüferin auch die Ansätze und Ursprünge für die Muskeln wissen und die habe ich leider gar nicht mit gelernt. M. hat das aber souverän gemeistert und ein + bekommen.

Als 2. war ich dran, ich musste einen Oberarmknochen(Humerus) beschreiben und zu ordnen, das lief noch relativ gut, hab sogar heraus gefunden, dass ich einen Humerus vom Pferd habe, weil auf diesem Knochen obendrauf so Höcker sitzen und da hat das Pferd einen mehr, als zB Fleischfresser. Nur meinte meine Prüferin, dass das nicht das entscheidende Merkmal sei, weil das Rind auch noch diesen Höcker zusätzlich hat. Die Antwort wusste ich dann nicht, aber das war ja noch nicht so schlimm. Danach wollte sie aber von mir die Extensoren am Unterarm wissen, also die Muskeln und deren Ansatz. Die Muskeln waren an und für sich kein Problem, weil die Extensoren leichter zu finden waren, als die Flexoren, aber wie gesagt Muskelursprünge hab ich nicht mitgelernt. So überkam es mich dann, dass ich anfangen musste zu weinen, was ich gar nicht wollte, aber es überkam mich eben einfach. Ich konnte mich in dem Moment nicht mehr zusammenreißen, weil ich dachte ich fall durch, denn meine Benennung am Humerus kam ja auch sehr zaghaft. Ich hab dann tief durchgeatmet und versucht mich wieder zu beruhigen, aber es war mir kaum möglich. Den Ursprung der Muskeln hat die Prüferin mir dann verraten und dazu gesagt, dass alle 4 Extensoren dort entspringen und so konnte ichs mir merken. Als ich dann die andern Muskeln benannt habe, fragte sie mich noch mal nach dem Ursprung und den konnte ich dann auch nennen. Am Ende habe ich mit einen +/- bestanden, was soviel wie "grade so" bedeutet^^, aber egal, bestanden *freu*.

Als nächstes war V. dran, sie wurde zum Blutkreislauf geprüft (was ich mir auch gewünscht hätte, denn das hatte ich schon so oft in Gesundheit, dass ich es fast im Schlaf kann) und musste dann die Muskeln des Schulterblattes mit Ursprung benennen, hat sie auch super gekonnt, somit hat sie mit einem + bestanden. 

Als letztes wurde L. geprüft zu einem Thema, mit dem ich zu 100% durchgefallen wäre - Gelenke - Wie ist es aufgebaut? Woraus besteht es? Was gibt es für Gelenke? Das kam auch bei ihr sehr schwach alles und als 2. hat sie dann die Muskeln des Oberarms mit Ursprung nennen müssen. Die Prüferin meinte zu ihr, dass sie es für das 1. Testat noch mal durchgehen lässt, aber grade so und somit hat L. auch ein +/- bekommen. Damit hat unser gesamter Tisch bestanden :).

Andere hatten leider nicht so ein Glück. Ich habe einige weinend rausgehen sehen und ich bin mir sicher, dass es keine Freudentränen waren. Aber ich kann es keinen verübeln, denn manche Dinge waren echt hart und es kam auch immer darauf an, was man für einen Prüfer hatte. Geprüft haben Professoren und Studenten, wir hatten eine liebe Studentin. Eine Professorin gibt es, die mir schon mein 1. Präppen unangenehm auffiel - unfreundlich und motzig. In unserer Gruppe wird sie "liebevoll" Hakennase oder Blondie genannt. Zum Glück hatten wir keine Prüfung bei ihr. Ich mag diese Frau einfach nicht, sie würde mich in einer Prüfungssituation wahrscheinlich nur noch nervöser machen. 

Fakt ist auch, dass Studentenprüfer jemanden nicht einfach durchfallen lassen dürfen. Sind sie der Meinung, der Student hat nichts auf dem Kasten, müssen sie es einem Prof sagen, der den Studenten dann noch einmal prüft. Deswegen lassen die studentischen Prüfer die Prüflinge im Schnitt auch eher durchkommen, als die Profs es tun würden. 

Von manchen Gruppen habe ich auch gehört, dass sie sogar gefragt wurden auf was sie geprüft werden wollten und dass so einfache Sachen wie Richtungsbezeichnungen abgefragt wurden, wie zB kranial für kopfwärts, einfache Grundbegriffe, die man in jeder Anatomievorlesung zuerst lernt. Und danach noch ein Blutkreislauf und ich wäre gerettet gewesen mit einem +, aber das war ja nun leider eine andere Gruppe. 

Und Schlussendlich kommt es ja auch nicht darauf an, ob man nun die leichten Sachen geprüft worden ist, sondern dass man Ende ein guter Tierarzt wird. 

Mitgenommen daraus habe ich jedenfalls, dass ich am besten noch früher anfangen muss mit lernen und noch intensiver lernen muss, dass ich mir auch Dinge anschaue, die ich für unwichtig erachte, wie zB den Aufbau eines Gelenks und dass ich mir auf jeden Fall den Ansatz und den Ursprung jedes Muskels heraus arbeiten muss... Dann wird das Testat über die Hintergliedmaße in drei Wochen(!!!) ein Klaks ;).

*Vorsicht: Ironie!*

 

Heute freue ich mich jedenfalls erst mal darüber, dass ich mein erstes Testat gepackt habe und dass es vorbei ist.

02.11.2010 um 21:04 Uhr

Das Handschuhproblem

von: Muffin   Kategorie: Mein Uniwahnsinn

Über gestern gibt es nicht viel zu berichten, denn gestern war in Bayern ja ein Feiertag. Mein Wochenende inklusive meinen freien Tag habe ich tief versunken in meinem Anatomiebuch verbracht. Stunde um Stunde uuund nicht mit dem Anatomiebuch vom Salomon, nein, ich habe mir den Liebich auch der Bibliothek entliehen und stellte fest: Ich habe mir wohl das falsche Buch gekauft, denn mit dem Liebich komme ich doch besser zurecht. Aber egal, trotz, dass ich jeden freien Tag über diesem Buch verbracht habe, habe ich dennoch das Gefühl nicht wirklich viel geschafft zu haben. Heut ging es beim Präppen ja schon um die Muskeln und ich hab grade mal die Knochen bis zum Humerus fertig, fehlen also noch Ulna und Radius plus den ganzen Kleinkram da unten am Fuß. Über den heutigen Tag gibt es auch nur erwähnenswertes über das Präppen. Anstatt einer von mir vermuteten Vordergliedmaße der Ziege, bekamen wir ein Hundebein. Unten noch ein wenig Haut dran und die Pfote, woran man den Hund eben gut erkennen konnte und ansonsten nur das nackige Bein. Das durften wir dann ein wenig bearbeiten. Ein Hundebein war kein Problem für mich, das hat zwar etwas gestunken, aber es war noch erträglich. Um einiges unerträglicher war meine Kollegin V., die ständig meinte, dass sie es so grausam fände, dass die Tiere extra für uns gezüchtet werden würden, damit wir sie hier so bearbeiten könnten. Geboren um zu sterben, quasie. Ich hielt dem ganzen entgegen, sagte dass man doch keine Hunde extra für sowas züchten könne und dass ich mir das nich vorstellen wolle. Unser absoluter Tiefpunkt wurde erreicht, als hinten die "Knittertüre" aufging und ganze Hunde an einer Stange kopfüber hingen, vergleichbar mit Schweinen beim Schlachter. Sowas bekommen wir dann im 3. Semester - ganze Hunde und Katzen. Meine Aufmerksamkeit galt dem "Schlachter", den ich unbedingt fragen musste, woher die Tiere denn eigentlich herkommen. Er erklärte V. und mir dann, dass sie Verträge mit Tierkliniken haben,  dass sie die Tiere schicken, wenn sie mal einen Hund oder eine Katze einschläfern müssen, nach Rücksprache mit den Besitzern. Die Theorie mit der extra Züchtung zu Forschungszwecken haben wir übrigens auch von einer Professorin ins Ohr gesetzt bekommen, allerdings denke ich, dass es sich dabei eher um Vögel oder sowas handeln würde.

Es war also gut zu wissen, dass diese Tiere alle krank waren und nicht extra für uns gestorben sind. Trotzdem war der Anblick von so vielen Hunden, die da kopfüber hingen nicht sehr schön. Selbst der "Schlachter" sagte zu uns, dass es nie schön sei, auch für ihn nicht. Am unangenehmsten ist der Geruch. Wiederkäuer würden generell nicht so riechen, wie Fleischfresser. Es hat eben sehr nach Hund gerochen, noch sehr viel stärker, als so ein Hund gewöhnlich riecht. Im Physikum könnten wir sicher sein, auch einen Hund oder eine Katze vor uns auf dem Tisch zu haben, sagte er uns noch. Es sei zwar nicht sehr angenehm, aber es würde uns ja auch weiterhelfen und so versuche ich das ganze auch einfach zu sehen. Es hilft uns, grade wenn man später mal in die Kleintierpraxis gehen möchte, so wie ich eigentlich. Da nützt mir eine Kuh auf dem Tisch nicht wirklich sehr viel. 

Ein ganz anderes Problem stellte für mich heute die Handschuhsache dar. Als wir unser Erstsemesterpaket erhielten durfte ich einen Handschuh in S anprobieren und der war ein wenig zu groß, woraufhin man mir eine Packung XS-Handschuhe in die Hand drückte, ohne dass ich einen in der Größe anprobiert hatte. Heute morgen hab ich dann meine Packung aufgemacht und einen Handschuh anprobiert und siehe da - zu eng. Meine Finger haben kaum reingepasst und ich hatte das Gefühl sie würden absterben. In der ersten Vorlesungsstunde habe ich dann versucht die Handschuhe zu dehnen und breit zu ziehen, sodass es dann vllt gehen würde, aber keine Chance. Außerdem hatte ich das Problem, dass meine Finger sofort anfingen zu schwitzen. Ich habe dann von einer anderen 2 S-Handschuhe ausgeliehen bekommen, da kam ich zwar rein, aber das Problem mit dem Schwitzen war genau das gleiche. Ich war noch nicht mal richtig drin, da schwitzten meine Finger schon und somit hatte ich erhebliche Probleme überhaupt in die Handschuhe reinzukommen. Nun beschrieb ich auch schon ein paar Einträge früher mein Problem mit dem Hautausschlag und wenn meine Hände so sehr schwitzen wie heute, da fängt es ganz fürchterlich an zu jucken und die Schlussfolgerung ist unweigerlich Hautausschlag auf den Händen. Ich denke auch nicht, dass ich auf das Latexmaterial allergisch bin und ich frage mich auch, ob gepuderte Handschuhe so viel besser sein würden, denn die saugen dann vielleicht den Schweiß auf, aber trocknen gleichzeitig auch die Hände aus - was wieder zu Ausschlag führen wird. Ich denke also, dass ich sowas wie atmungsaktive Handschuhe benötigen würde, aber ich hab nirgends welche gefunden. Gibt es sowas überhaupt?

Aber mein Hase wird mir am Wochenende Handschuhe aus Vinyl mitbringen, die etwas größer sind und gepudert, da kann ichs ja austesten, wie ich diese vertrage. Ich hoffe sehr, besser. Neue Handschuhe werd ich sowieso brauchen, denn meine sind mir ja offensichtlich zu klein. Ich freue mich auch schon sehr auf das Wochenende und ich muss ja nur noch 3x schlafen :) ♥. 

Und am Ende bleibt mir nur noch zu sagen, dass sich langweilige Histologievorlesungen hervorragend eignen, um bei Mäcces essen zu gehen :D.