*Phantasie ist wichtiger als Wissen....*

17.03.2014 um 10:10 Uhr

Langsam wird es schwierig

von: Muffin   Kategorie: Mein Uniwahnsinn

 

Ich habe ja schon desöfteren über diese Sache mit den 100%-Prüfungen berichtet und werde es jetzt auch noch einmal ausführlich erklären, damit man mir folgen kann und versteht, wo mein Problem ist. 

Im 6. Semester, also zum 1. Staatsexamen hatten wir folgende Prüfungen mit folgenden Wertigkeiten:

Radiologie -> 100% *bestanden
Pharmakologie + Toxikologie -> 100% * nicht bestanden
Tierhaltung und Tierhygiene -> 100% * noch austehend
Lebensmittelkunde und -hygiene -> 70%
Fleischhygiene I -> 50%

Geflügelkrankheiten I -> 50%
Klinische Propädeutik I+II -> 100%
Innere Medizin Kleintiere -> 25%

100% bedeutet, dass es in diesem Fach nur diese eine Prüfung gibt und diese Note dann voll zählt. Andere Prozentprüfung bedeuten, dass es in diesem Fach mindestens noch eine weitere Prüfung geben wird und diese Note, die in der ersten Prüfung erreicht wurde, somit nur eine Teilnote ist. Beispielsweise setzt sich innere Medizin aus drei Abschnitten zusammen - 25% für die schriftliche Prüfung im ersten Staatsexamen, 25% für die im 2. und 50% für die im dritten. Dennoch gilt auch für Teilprüfungen, dass man mindestens eine vier schreiben muss. Man MUSS also auch 25%-Prüfungen bestehen, selbst wenn man mit dem Rest noch aufs Bestehen an sich kommen könnte. Allerdings ist es relativ egal, wenn man diese Teilprüfungen im ersten Versuch nicht besteht. Das einzige, was blöd daran ist, ist, dass man sie erst ein Jahr später wiederholen kann im Normalfall. Von den Prüfungen aus dem 6. Semester habe ich Tierhaltung, Geflügelkrankheiten, Propädeutik, innere Medizin Kleintiere und im zweiten Anlauf dann auch Radiologie bestanden. Macht unterm Strich drei Prüfungen, die ich nicht bestanden habe - bei Lebensmittel und Fleisch ist es relativ egal, da habe ich meinen zweiten Versuch irgendwann im August/September. Bei Pharma ist es suboptimal und das nicht nur, weil es eine 100%-Prüfung ist, sondern auch, weil ich meinen 2. Versuch nicht geschafft habe und somit nur noch einen Anlauf habe und Pharma ist echt umfangfreich und zudem noch schwierig. 

Kommen wir zu den jetzigen Prüfungen im 7. Semester und somit dem 2. Staatsexamen:

Tierernährung -> 100%
Virologie -> 100%

Bakteriologie und Mykologie -> 100%
Parasitologie -> 100%
Arzneimittelverordnung und Betäubungsmittelrecht -> 50%
Milchkunde -> 80%
Innere Medizin Großtiere -> 25%

Reproduktion -> 50%

Tiernährung habe ich nicht bestanden und bei Virologie war ich krank. Bak+Myk habe ich solide mit einer 3 geschafft, Parasitologie steht noch aus am 25.03., AVO und Repro habe ich nicht gepackt, für Milch gibt es noch kein Ergebnis, aber da bin ich mir sehr sicher, dass ich es bestanden habe, auch für innere Medizin gibt es noch keine Ergebnisse, aber auch hier glaube ich zumindest, dass ich bestanden habe. 

So und wenn man nun eins und eins zusammenzählen kann, dann kommt heraus, dass ich unterm Strich zwei von diesen 100%-Prüfungen nicht bestanden habe und zu einer krank war und das wiederum bringt mich - mal davon ausgegangen, dass ich Parasitologie nächste Woche bestehen werde - auf das Ergebnis  5 von 8 100%-Prüfungen. 

Nun ist es aber so, dass Zulassungsvoraussetzung zum 8. Semester laut Studienordnung ist, dass man 6 von 8 dieser Prüfungen bestanden haben muss und hier geht es tatsächlich um das Bestehen an sich. Ich dachte nämlich, wenn ich nun zu einer dieser Prüfungen krank bin, werde ich trotzdem zugelassen, denn ich habe ja "nur" zwei nicht bestanden. Leider ist dies aber nicht so.

Ich habe also nicht nur das Problem, dass ich unterm Strich bisher ganze sieben Prüfungen insgesamt wiederholen muss, sondern auch, dass ich erst mal nicht zur Rotation zugelassen werde. Ich habe mit unserer Studiensekretärin geschrieben und gefragt, ob das nun für mich das Ende des Studiums bedeuten würde und das tut es Gott sei Dank nicht. Es bedeutet erst einmal nur, dass sich meine Rotation nach hinten verschiebt und zwar solange, bis ich meine 6 von 8 zusammen habe. Was dann also im Grunde passieren kann ist, dass meine Rotation zusammengequetscht wird. Bisher ist es ja so geplant, dass ich jetzt zB mit 2 Wochen in der Vogelklinik beginne, dann habe ich 4 Wochen frei, dann 7 Wochen Pathologieblock usw. Was nun passieren kann ist, dass ich die freien Wochen dazwischen nicht mehr habe. Das ist an und für sich eigentlich halb so wild, wenn ich nicht meine ganzen Praktika dazwischen hätte machen wollen - von denen ich bisher aber auch nur zwei fest habe. Also ist auch das eigentlich nicht so schlimm - eigentlich! Denn das bedeutet nun wiederum, dass ich meine Praktika erst nach der Rotation machen könnte und das 10. Semester ist eigentlich einzig und allein für das große 16-wöchige Praktikum da und wenn man damit fertig ist, ist man ja im 11. Semester und das ist ein reines Prüfungssemester.

Verschiebt sich nun also die Rotation und damit die kleinen Praktika werde ich nicht rechtzeitig zum 11. Semester fertig mit dem großen Praktikum und kann somit nicht zu meinen Prüfungen antreten und kann somit auch wiederum nicht in der Regelstudienzeit fertig werden - im schlimmsten Fall. 

Nun habe ich aber auch von einem Studienkollegen von einem Ausweg erfahren, der eventuell klappen könnte. Man kann sich an den Studiendekan wenden und sagen, dass man in sich das Potenzial sieht usw und fragen, ob man denn auf Probe an der Rotation teilnehmen dürfe und auch an den ganzen Prüfungen, die da so anfallen. Sollte man dann seine 6 von 8 erreicht haben, was bei mir ja nur von einer Prüfung abhängig ist, kann man sich die Prüfungen in der Rotation nachträglich anerkennen lassen - wenn man nicht besteht, dann war es eben nur auf Probe - im Grunde also eine win-win-situation. Einziger Nachteil ist, dass man bis zu den Wiederholungsprüfungen auch zu jedem einzelnen Klinikchef rennen muss und auch diese fragen muss, ob man das machen darf, sollte aber weniger das Problem sein. Ich denke also, dass ich mich relativ zeitnahe um diese Mail an den Dekan kümmern werde. Drückt mir die Daumen :) 

17.03.2014 um 08:51 Uhr

Zum Abschluss gebracht

 

Gleich einmal vorweg: Mein Informatiker und ich haben unseren Streit von neulich geklärt. Er hat sich zuerst wieder bei mir gemeldet und dann war er auch bei mir und wir haben über die Sache mit der Uni und dem Lernen geredet und ebenfalls über das, was in der Nacht passiert ist.
Was die Sache mit der Uni angeht wollte er mich wohl wirklich nur unterstützen und als er mir die Frage stellte, wie ich so denn jemals ein guter TA werden will, wollte er mich motivieren. Dass das allerdings gewaltig nach hinten losging weiß er nun auch. Über sein Studium haben wir auch noch einmal geredet und er verdeutlichte mir, dass er es nicht nur aus Ehrgeiz abgebrochen habe, sondern noch ganz andere Dinge mit reinspielten, die dann auch ziemlich böse endeten, aber das wird er mir vielleicht eines Tages erzählen.
Was die Partynacht anbelangte war der Herr ziemlich sauer. Er sagte, dass er mir nicht unbedingt glaube, dass ich nichts gemacht habe - immerhin waren da ja nur dieser Typ und ich und er würde ja gerne einmal wissen, was dieser Typ dazu sagen würde. Ich wünschte, das hätte er tun können, nur wohnt dieser besagte Typ nicht in meinem Wohnheim, sondern irgendwo außerhalb von München. Er vertraut mir nicht und ein bisschen kann ich das auch verstehen bei den Erfahrungen, die er mit seinen Exfreundinnen schon machen musste. Aber dass ich nicht auch so bin, ist schwer zu beweisen. Er sagte, dass er mir gern glauben würde, so wäre es ja nicht. Ich gebe zu, trotz allem Verständnis macht es mich auch traurig, dass er mir nicht vertraut, aber umgedreht wäre ich wohl genauso, wenn nicht noch um einiges schlimmer. Jedenfalls wurde ich nach unserem Gespräch viel mit Abweisung und Distanz gestraft - Wir küssten uns zwar, aber es war komisch. Wir schliefen zwar zusammen in einem Bett, aber er fasste mich nicht an... Ich dachte, ich müsse das einfach über mich ergehen lassen und dass das eben einfach meine Strafe sei, auch wenn ich sie für nichts und wieder nichts bekam und das ging dann irgendwann soweit, dass ich eines Abends, als wir wieder zusammen im Bett lagen, so bitterlich weinen musste - Weinen, weil ich doch eigentlich nichts gemacht hatte; weinen, weil er mich mit Distanz straft, obwohl trotzdem Nähe vorhanden ist; weinen, weil ich einfach Angst hatte, dass jetzt für immer was kaputt sei; weinen, weils mir einfach gar nicht gut ging mit der Situation. Ich heule echt nicht gern vor anderen Leuten. Ich bin zwar wahnsinnig sensibel und nah am Wasser gebaut, aber trotzdem mache ich sowas lieber mit mir aus. Dementsprechend war es mir recht unangenehm, aber ich konnte es einfach nicht mehr zurückhalten. Der Informatiker hat gut reagiert, nahm mich in den Arm, sagte, dass er einfach Zeit brauchen würde und er mir ja schon irgendwo glauben würde, denn sonst würde er nicht mit mir in einem Bett liegen. Ich habe noch eine ganze Weile geweint, konnte es einfach nicht zurückhalten und dann sind wir beide irgendwann eingeschlafen. Ob er erst da gemerkt hat, wie sehr auch ich unter dieser ganzen Situation leide, weiß ich nicht, aber was ich weiß ist, dass es nach dieser Nacht - zum Glück - wieder bergauf mit uns ging. Mittlerweile hat sich alles wieder normalisiert und ich bin wieder richtig glücklich mit diesem Mann an meiner Seite. 


Abschließend lässt sich sagen, dass ich diese Situation provoziert habe, unbewusst, denn ich habe nicht darüber nachgedacht, als ich mit diesem Typen alleine war und ich habe meine (gerechte?) Strafe dafür bekommen, immerhin wäre ich umgedreht abgegangen wie ein Zäpfchen. Es war eine emotionale Bestrafung und auch wenn ich sie vielleicht verdiente, war es trotzdem furchtbar und ich werde so eine Situation sicherlich nicht ganz so schnell wieder provozieren. Wenn das nun mal bedeutet, dass ich in nächster Zeit nicht feiern gehen kann, weil es meinem Freund doch noch sehr unangenehm ist - was er im Fall des Falles so sicher nicht zugeben würde, ich es aber weiß - dann bedeutet es das nun eben einmal. Ich werde ganz sicher nicht ewig darauf verzichten, aber eben in nächster Zeit.

Nun ist dieser Abschluss zum letzten Eintrag doch ein bisschen länger geworden, als ich dachte. Dabei wollte ich eigentlich über die Uni berichten. Ich denke, ich werde das hier so stehen lassen und zu einem neuen Eintrag übers Studium ansetzen.