*Phantasie ist wichtiger als Wissen....*

06.06.2014 um 04:46 Uhr

Ich habe ein besonderes Talent - Ich gerate immer in komplizierte Beziehungen ohne Zukunft

 

Ich weiß nicht, wo zwischen dem Wunsch nach einer gemeinsamen Wohnung und den gestrigen Ereignissen wir uns genau verloren haben - du mich verloren hast - aber irgendwas ist verdammt schief gelaufen. Gerade schreibe ich noch darüber, wie sehr ich mich auf dieses Abenteuer freue, wie sehr es mich freut, dass ich im Grunde jetzt damit beginne, meine eigene Familie aufzubauen und heute stehe ich vor einem Scherbenhaufen und habe das Gefühl, es juckt dich nicht die Bohne. Also sag mir, wo genau und wann genau hast du dich entschieden, mir mein kleines Herz so zu brechen und mich fallen zu lassen, wie eine heiße Kartoffel!? Es war ein Punkt auf meiner Liste... wir streiten zu oft... Erst neulich wollte ich mich von dir trennen. Dein Argument war, dass wir das ja aber wieder hinbekommen hätten und du denkst, dass wir uns nun so gut kennen und aufeinander eingehen würden, dass uns das bestimmt nicht passiert. Und ich habe noch vor zwei Tagen zur Türkin gesagt, dass ich mir mit dir so sicher sei, weil du mich nicht gehen lässt. Egal, wie oft ich schon wegrennen wollte, du hast mich festgehalten. Du hast an mir und dieser Beziehung festgehalten und ich habe zur Türkin gesagt, dass es genau das sei, was mir ein Gefühl der Sicherheit geben würde. Und jetzt reißt es mir den Boden unter den Füßen weg. Es nimmt mir die Luft zum atmen. Ich kann einfach nicht aufhören, zu weinen und von dir kommt... nichts.
Das letzte Mal, dass mir etwas so komplett den Boden unter den Füßen wegriss war, als die Sache mit den Friesen immer komischer wurde. Ich wollte dieses Gefühl nie wieder haben. Dieses Gefühl, wenn du komplett machtlos bist, wenn es dir den Boden unter den Füßen wegreißt, du den Halt verlierst, du nicht weißt, ob du lieber tot wärst, als diesen Schmerz zu ertragen - Ein so heftiger Schmerz, der alles andere verdrängt, der die ganze Welt verblassen lässt, sodass man an nichts anderes mehr denken kann, außer daran, wie weh es tut. Hätte ich dich betrogen, hätte ich diese ganze verdammte Reaktionskette verstanden, aber ich hab mir nichts zu schulden kommen lassen. Jedenfalls nichts, was eine Trennung bedeuten sollte.
Hast du nur auf den Moment gewartet, die Gelegenheit gesucht, um dich aus dieser Beziehung zu stehlen? Hättest du das nicht einfacher haben können? Ich verstehe einfach nicht, warum wir jetzt an diesen Punkt stehen. Ich verstehe nicht, warum es dir so leicht fällt, warum es dir scheinbar so egal ist. Ich verstehe nicht, wie du nachts seelenruhig schlafen kannst, essen kannst, atmen kannst, wie du nach Hause fahren kannst und das hier zurück lassen, mich mit mir allein lassen, wie du einfach gehen kannst.
Du solltest wissen, wie es mir geht. Du solltest wissen, dass es mich Stück für Stück innerlich zerfetzt, zerreißt. Meine Augen sind rot und verquollen, weil ich einfach nicht aufhören kann, zu weinen. Ich sehe kaum, was ich hier schreibe. Alles, was ich esse, kotze ich wieder aus, die meiste Zeit habe ich nicht mal Hunger. Ich habe das Gefühl, dass mein Kopf platzt und ich will hier nur noch weg! Ich will mich aus meinem Leben stehlen, so einfach und leicht, wie du es auch gemacht hast. Es fühlt sich schlimmer an, als sei jemand gestorben, so viel schlimmer. Und ich verstehe es einfach nicht. Es ergibt keinen Sinn für mich. Wie kann sich ein Mensch von jetzt auf gleich so wandeln? Wie können sich Gefühle von jetzt auf gleich so drehen und dann verschwinden? Wie kann ich dir nur so egal sein? 




 Ja, ich habe einen Fehler gemacht. Ja, ich habe wieder geschnüffelt und ja, ich habe wieder was gefunden, was mich fuchsteufelswild machte. Einen Zettel von seinem Betthasen, auf dem stand, dass sie ihn lieben würde. Und dann stand ich da in seiner Wohnung und überlegte, was ich jetzt am besten machen sollte.

Es war nicht der Zettel an sich, der mich so wütend machte, sondern die Tatsache, dass ich mir schon wieder so verarscht vorkam. Seine ehemalige beste Freundin, mit der angeblich nur eine Bumsbeziehung hatte, hatte ihm einen Zettel geschrieben, auf dem stand, dass sie ihn lieben würde. Und er hat diesen Zettel aufgehoben. Und er hat ihn mit nach München geschleppt. Was sollte ich denn davon denken? Vor allem, weil schon öfter Zweifel in mir aufkeimten, dass das nur eine Bumsbeziehung gewesen sei und nicht mehr. Immerhin wollte er mit ihr zusammenziehen, er hat Fotos von ihr auf dem Rechner, er war mit ihr auf diversen Ausflügen, Wanderungen. Also im Grunde all das, was er auch mit mir macht und machen will. Wir wandern, wir haben Sex, wir planen Urlaub, wir wollen zusammenziehen. Mich liebt er angeblich... für sie hat er nie mehr empfunden. Woran unterscheidet sich das? Woran habe ich etwas messbares, dass mich von ihr unterscheidet? Ich hab auch schon Zettelchen und Briefchen geschrieben. 
Wenn du einen Menschen liebst, dann fällt es dir nicht leicht zu akzeptieren, dass du nicht die einzige Frau in seinem Leben warst, dass es schon andere Frauen vor dir gab, für die er eventuell das Gleiche empfand. Frauen wollen immer etwas Besonderes sein, etwas Besseres. Also, was macht mich zu diesem besonderen, besseren Menschen, wenn er mit mir das Gleiche tut, wie mit ihr? Wenn sich absolut nichts unterscheidet? Bin ich dann nur eine weitere Figur in seiner Sammlung? Ersetze ich bloß den Platz von irgendjemand anderen? Bin ich ein Lückenbüßer? Ein Zeitvertreib?
Wenn solche Fragen in dir hochkommen, ist schwer, besagten Zettel einfach wieder zurückzulegen und weiterzumachen, als hätte man ihn nie gefunden. Es ist aber auch nicht leicht, ihn dann darauf anzusprechen, weil immerhin hast du ja geschnüffelt und du weißt genau, wie er darauf reagiert. Also - was tust du? 

Ich habe mich entschieden, ihn darauf anzusprechen. Vielleicht war das ein böser Fehler, vielleicht hätte ich es einfach für mich behalten sollen, vielleicht stünden wir dann nicht an diesem Punkt. Was mich am meisten interessierte war, ob er es auch zu ihr gesagt hat. Ich meine, Frauen schreiben so was doch nicht einfach so auf einen Zettel, wenn es nicht erwidert wird. Und wenn er es auch gefühlt hat, warum belügt er mich dann, warum kann er es dann nicht einfach offen und ehrlich zugeben, dass es mehr zwischen ihnen war?
Ich habe ihn also nicht direkt darauf angesprochen. Ich fragte, ob es heutzutage Gang und Gebe wäre, dass man sich in Fickbeziehungen die drei kleinen Worte sagen würde. Erst ist er ausgewichen, wollte wissen, was ich jetzt von ihm will. Dann sagte er, dass das jeder für sich wissen muss und jeder selbst damit klar kommen müsse. Ich fragte ihn, wie er das handhaben würde und dann fragte er mich, ob ich ihm sagen wolle, dass dies hier für mich nur eine Fickbeziehung sei. Ja, na klar... Junge, überlegst du auch mal? Ich will mit dir zusammen ziehen. Ich will mein Leben mit dir verbringen und du fragst mich gerade ernsthaft, ob das für mich eine Fickbeziehung sei? So viel Dummheit kann es gar nicht geben. Also habe ich ihm gesagt, was ich gefunden habe und ja, ich habe gelogen und gesagt, die Katzen hätten Stapel umgeworfen und ich habe beim aufräumen diesen Schatz gefunden. Eine schlechte Lüge. Ich fragte ihn, wieso er mich angelogen habe und er fragte, wo er das denn hat. Er sagte, was er immer bei solchen Streitfragen sagt - Es wär seine Vergangenheit. Was würde die ihn denn interessieren. Aus den Augen aus dem Sinn. Was sein Betthase damals empfand, interessiere ihn nicht. Er fragte, wieso ich ständig in seiner Vergangenheit bohren würde und versuchen würde, ihn dauernd zu verurteilen. Es hätte keinerlei Auswirkungen auf heute, auf uns. Er wäre seit Mitte Dezember mit mir zusammen und hätte seit Januar keinen Kontakt zu seinem Betthasen, weil ich ihn indirekt darum bat. Ich hab ihm gesagt, dass ich mich belogen fühle, weil er immer wieder betonte, dass es nur eine Fickbeziehung war und er diesen Mist trotzdem mit nach München schleppte. Neulich wollte er diese drei kleinen Worte noch zu mir sagen und meinte, dass er das seit seiner Ex nicht mehr empfunden habe. Ich beschimpfte ihn als Lügner und Heuchler, weil ich davon ausging, dass er es nun doch schon zwischendurch empfunden hatte für eine andere Frau. Er sagte, dass ich mit etwas Glück auch solche Notizen von seiner Frau finden würde. Oh ganz toll! Ich sagte auch, dass ich ihn nicht darum gebeten habe, den Kontakt abzubrechen und er sagte, ich hätte ihn gezwungen, so empfand er das und würde ich ihm nicht so viel bedeuten, hätte er den Kontakt nicht abgebrochen. Ich fand das so gemein, denn natürlich habe ich ihm gesagt, dass mir das nicht gefällt. Und daraufhin hat er es ihr erzählt und ihr hat zum einem nicht gepasst, dass er jetzt wieder eine Freundin hatte und zum anderen hat er ihr ja gesagt, dass es mir nicht passt und so haben die beiden den Kontakt eingestellt. Ich habe da gar nichts verlangt und ich habe auch niemanden gezwungen. Ich lasse mir das nicht vorwerfen. Das ist gemein.

Ich sagte in meiner Wut, dass er nicht bei mir aufzutauchen habe und er sagte, dass ich von ihm immer Toleranz und Verständnis erwarte, weil ich noch mit zwei Exfreunden Kontakt habe und dass ich auch mindestens noch ein Plüschtier von meinem Ex besäße und ob er mir deswegen eine Szene machen würde? Halten wir das mal fest: Mit dem Friesen habe ich keinen Kontakt mehr! Ich melde mich immer dann, wenn ich was brauche, ansonsten überhaupt nicht. Ich frage nicht, wie es ihm geht, wir reden auch nicht über das Wetter - nichts! Und der, dessen Name nicht genannt werden darf, ist mein bester Freund. Ich habe den Kontakt zu ihm schon massig eingeschränkt und das dem Informatiker zu liebe, weil ich weiß, dass es ihn stört. Die besagten Kuscheltiere, die ich noch habe, liegen in meinem Schrank, in der hinterletzten Ecke. Es ist nicht so, dass ich sie in meinem Bett stapel oder in ein Regal stelle. Außerdem weiß er davon und bei diesem Streit hier ging es darum, dass ich nichts davon wusste, dass es mehr, als nur Sex ,war.

Er fragte mich daraufhin, wo denn stünde, dass er das Gleiche für sie empfand. Er würde mir vertrauen und meine Vergangenheit interessiere ihn nur wenig. Er habe mich nicht belogen und es war eine Abwechslung für ihn, tat ihm gut nach seiner gescheiterten Ehe. Wenn sie mehr empfand, wäre dies ihr Problem, nicht seins.
Ich sagte, dass eine Frau niemals nur einseitig diese Worte sagen würde und er sie ihr bestimmt auch sagte, dass er mich nicht anlügen solle und man sowas nicht umsonst aufhebt, wenn man nicht dasselbe gefühlt hat. Er sagte, dass er es nicht versteht, warum ich seine Vergangenheit wieder in unsere Beziehung schleppen würde, einen unnötigen Streit provoziere und ihn als Lügner beschimpfe, dass ich und meine Annahmen nerven würden, dass er nicht  wusste und wisse, dass es solche Notizen noch gibt, dass es ihm egal wäre, was jemand in der Vergangenheit auf so einen Zettel schrieb und ich ihn wegwerfen solle und gut wärs. Er sagte, dass ich ihm mit meinem kindischen Verhalten echt wahnsinnig machen würde und ich seine Vergangenheit Vergangenheit lassen solle, er täte das ja auch bei mir. Er lebe im Hier und Jetzt und ich sollte dies auch tun. 

Ich gebe zu, ich habe wirklich massig überreagiert. Aber ich bin es satt und leid, dass wir ständig diese Diskussion über seine Vergangenheit führen. Er weiß doch nun, wie allergisch ich darauf reagiere. Wieso kann er dann nicht einfach mal ausmisten? Er muss es ja nicht wegwerfen, wenn es ihm so viel bedeutet. Als ich heute bei L. war, machte sie einen relativ guten Vorschlag. Sie sagte, wir sollten uns beide hinsetzen und zusammen die Kisten durchgehen und alles rausfiltern, was von seinen Ex ist. Ja, das wird mir unglaublich weh tun, gerade weil ich so bin, wie ich bin, aber dann weiß ich, dass es existiert und in welchem Umfang es existiert. Dann sollten wir es in eine Box tun, die er nicht wegwerfen muss und diese Box in eine Ecke stellen. So weiß er, wo sie ist und so weiß ich, wo sie ist und wir beide wissen, dass ich jederzeit rein schauen könnte und somit wäre es auch kein schnüffeln mehr. Denn darum gehts ja - zu wissen, welchen Umfang es beträgt und nicht ständig auf neue "Goldgruben" zu treffen.

Jedenfalls sagte er, dass er gleich bei mir im Wohnheim wäre, immerhin hatte ich ja noch seinen Schlüssel und ich sagte, dass es mir  egal sei, wo er hingeht. Ich ging unterdessen zur Türkin, die in einem Laden hier arbeitete zu der Zeit. Er kam dann auch und fragte, ob er bitte seinen Schlüssel haben könne und da dieser noch in meinem Zimmer lag, gingen wir los. Auf dem Weg zu meiner Wohnung eskalierte die Situation vollkommen. Er fing damit an, mir zu sagen, dass mein Verhalten gar nicht ginge, ich nicht ginge. Ich fragte darauf in einem spitzen Ton "Mein Verhalten geht nicht? Deins geht nicht." Was er denn gemacht habe? Immerhin habe ich doch erneut in seinen Sachen rumgeschnüffelt und sein Vertrauen missbraucht und dann auch noch zu lügen und zu sagen, die Katzen wärens gewesen... das geht nicht! Ich sagte ihm,  dass ich nicht gelogen habe und dass ich mich beschissen gefühlt habe und wenn ich so eine Kiste erst in der neuen Wohnung ausgepackt hätte und dann den Zettel gefunden, was wäre denn dann?  Wäre das dann auch ein Vertrauensmissbrauch gewesen, weil ich seine Kisten nicht hätte auspacken dürfen? Oder wie hätte ich dann reagieren sollen? Glaubt er im Ernst, ich schlepp diesen Müll von a nach b, wenn wir zusammenziehen? Er sagte dann, er habe verstanden, wir werden nicht zusammen ziehen - und das tat so weh, denn das wollte ich damit doch gar nicht sagen. Ich will nur nicht seine Vergangenheit, von der ich nichts weiß, mitschleppen. Und dann sagte er noch sowas gemeines und vollkommen aus dem Zusammenhang gerissen, dass ich ja stattdessen wieder den Friesen bumsen könnte oder nach Leipzig fahren, zu dem, dessen Name nicht genannt werden darf. Ich hab echt gedacht, ich hörs nicht. Warum hat er in dem Moment sowas gesagt? Das hat mich so wütend gemacht, dass ich ihm am liebsten eine Ohrfeige verpasst hätte, denn die hätte er sowas von verdient! Ich hab ihm gesagt, dass er so ein Arsch sei, so ein riesen Arschloch. Er fragte, wo er denn jetzt ein Arsch sei - er hätte es nicht verdient, dass man ihn so behandeln würde. Als wir dann bei mir ankamen, bin ich in meine Wohnung, hab seinen Schlüssel geholt und ihn ihm so brutal an die Brust gedrückt, weil ich einfach so geladen war. Dann bin ich auch wieder raus, weil ich zurück zur Türkin wollte. Und als wir vor dem Fahrstuhl standen, machte er plötzlich meinen 2. Schlüssel von seinem Schlüsselbund und gab ihn mir zurück. In mir drin bin ich diesem Moment in 1000 Teile zersprungen, weil ich nicht wusste, was er mir jetzt mit dieser Geste sagen wollte. Äußerlich allerdings war ich immer noch so wütend, dass ich den Schlüssel einfach wie selbstverständlich entgegen nahm, als hätte ich gewusst, dass er das jetzt tun würde. Aber in mir drin sah es ganz anders aus. Dann sagte er noch, dass er jetzt ja wissen würde, wie ich mit meinen Ex so umgegangen wäre und dass ich herzlos sei. Ich musste echt schlucken und hab mich dann zu ihm hingedreht - da ist er vor mir zurückgewichen... Ich hab gedacht, ich spinne. Als ob ich ihm je wehtun würde, als ob ich überhaupt irgendjemanden je schlagen könnte. Ich sagte, er braucht hier gar nicht vor mir ausweichen und dass ich bestimmt nicht herzlos sei. Dann sind wir in den Fahrstuhl gestiegen und mit uns noch jemand von meinem Stockwerk, aber das war mir so egal. Ich hab ihm da im Fahrstuhl zur Sau gemacht und ihm an den Kopf geknallt, was er nicht alles von seinem Betthasen hat und mit ihr unternommen hat und er mir ernsthaft weiß machen will, er habe sie nicht auch geliebt und dass man das nicht tut, wenn es denn nur ein Betthase war. Er sagte einfach nur na und, das wär eben so gewesen, ich soll damit klar kommen. Und als wir aus dem Fahrstuhl ausstiegen und wir beide in verschiedene Richtungen liefen, sagte er nur noch, dass er jetzt ja wisse, was ich von ihm denke.

 

Ich bin dann wieder in den Laden zur Türkin, habe meinen 2. Schlüssel auf den Tisch gelegt und gesagt, dass ich denke, dass es das jetzt war. Dann fing ich an, zu erzählen, was auf dem Weg zu mir und zurück alles passiert ist und während ich das erzählte, realisierte ich selber erst, was da eben gerade genau passiert ist. Er hat mit mir Schluss gemacht und das hätte mir schon bei der Schlüsselgeste einfallen müssen, aber ich realisierte es erst in diesem Moment, als ich da im Laden stand, mit erzählen inne hielt und plötzlich bitterlich anfangen musste, zu weinen.

Die Türkin nahm mich in den Arm und dann leuchtete mein Handy auf und er schrieb, dass ich bis Freitag alle Blogeinträge über ihn löschen solle und dass er das kontrollieren wird. Da haben wir doch schon den Salat. Natürlich liest er meinen Blog und natürlich weiß ich das. Auch der Herr Informatiker wird getrackt und ich weiß ganz genau, wer hier wann liest und wer nicht. Das ist auch ein Vertrauensbruch und zwar ein großer. Man liest nicht im Tagebuch der Freundin, auch nicht, wenn es öffentlich zugänglich ist. Aber der Herr Informatiker ist paranoid, was das angeht und will nicht, dass irgendjemand je rausfinden könnte, wer er ist und glaubt, dass das durch diesen Blog sehr gut möglich sei. So ein Blödsinn, hier steht fast nichts über ihn drin und es könnte jeder x-beliebige Informatiker gemeint sein. Nichts identifiziert ihn. Was das angeht, hat er einige Wesenszüge mit dem, dessen Name nicht genannt werden darf, sehr gemein. Der reagierte damals genau so. Aber ich habe ihm gesagt, dass ich n Scheiß tun werde und er mir das nicht vorzuschreiben hat.  Er sagte, wenn ich sie bis Dienstag nicht lösche, schaltet er einen Anwalt ein. Ich verletze seine Persönlichkeitsrechte mit diesem Blog. Hallo gehts noch? Gerade serviert er mich eiskalt ab und jetzt droht er mir schon mit einem Anwalt?! WAS IST DA BITTE GERADE PASSIERT?! Und dann sagte er noch danke, dass ich unsere Beziehung versaut habe. Ich würde das Verhalten seiner Exfrau bestätigen... WTF, hab ich ihn gerade betrogen und habs nicht mitbekommen? Hab ich ihn gerade ausgeraubt und es irgendwo nicht gemerkt? Ich habe bitte was??? Er wäre zu tiefst verletzt und enttäuscht, kaum baue er Vertrauen und Gefühle auf, würde das wegen eines Zettels zertrampelt. Die Sachen, die wir noch von einander haben, übergeben wir nächste Woche, legte er fest. Sagte, ich solle am Wochenende schön ficken gehen mit meiner Freundin, vielleicht fände ich dann gleich jemand neuen, den ich so verarschen kann, wie ihn. Ich kam mir plötzlich so falsch am Platz vor. Ich hab ihn doch nicht verarscht. Wo hab ich ihn denn verarscht?  Er sagte, er habe mich beim letzten schnüffeln gewarnt und sollte ich dies noch mal tun, wäre die Beziehung beendet und ich tat es noch mal. Außerdem habe ich ihm den Kontakt zu seiner ehemals besten Freundin verboten und versuche, ihm in vielen Punkten meine Meinung aufzuzwingen. Ich bringe ihn dazu, dass er sich für alles mögliche rechtfertige und sich selbst für Kinkerlitzchen schlecht fühle. Er glaube mir inzwischen nicht mehr, dass ich ernsthaft was für ihn empfand. Er fühle sich getäuscht und ausgenutzt. Ich habe seine Sicht der Dinge nie ernsthaft wissen wollen. Nie wäre ich damit klar gekommen, dass er viele Dinge lockerer sieht, als ich.

Ich fragte, warum ich dann immer so reagieren sollte, wie ich es tue, wenn er ernsthaft denkt, ich empfände nichts für ihn. Dass das lächerlich sei und ich nicht damit klär käme, weil man Dinge nicht einfach aufhebt, die einem nichts bedeuten und dass er mich täuscht, nicht umgedreht und er aufhören soll, ständig alle Tatsachen zu verdrehen. Ja, ich bringe ihn dazu, sich für alles zu rechtfertigen, weil das in einer Beziehung normal ist, weil es für mich keine Kinkerlitzchen sind. Ich sagte auch, dass ich ihm nie den Kontakt zu seiner scheiß Fickfreundin verbot und er mich wegen ihr belügt. Dass man Dinge normalerweise aussortiert, bevor man umzieht und kein normaler Mensch Müll von a nach b schleppt, außer ihm, dass er ein Heuchler sei und ich sowas nicht aufheben würde. Er sagte wieder, dass ich deswegen ja auch meine Plüschtiere nicht aussortiert habe, als ich ins Wohnheim zog. Ich sagte, dass er aber immerhin wisse, dass sie existieren. Er sagte, dass er eben so wäre, dass er sich nicht viel um Gegenstände kümmert, es sei denn, sie hätten eine Bedeutung für ihn. Ich sagte, ich hätte auch keine Notizen oder Fotos mehr von meinen Ex und er fragte, ob ich ernsthaft denken würde, dass er alles durchsehen würde, ob irgendwas von seiner Ex übrig sei. Stoße er auf Überreste, so würde er diese entfernen, aber gezielt danach suchen oder nachdenken? - Nein, dafür wär ihm seine Zeit zu wertvoll. 
Ich sagte, dass er nicht einmal darüber nachdenkt, warum ich so reagiere, wie ich reagiere und ich stattdessen nervig und kindisch sei und gefälligst seine Vergangenheit zu akzeptieren habe und dass er sie mit in unser Leben schleppt und ich ihm dann anscheinend nicht wertvoll genug sei. Er sagte, wenn ich das so sehen will... Ich sagte ja und er sagte, dass ich ja jetzt meinen Willen habe und ihn in Ruhe lassen soll. Ich sagte, dass es mich ja immerhin nicht zum ersten Mal stört und es ihn einen Scheiß kümmert. Er sagte, so bleibe ich weiterhin unabhängig - emotional und finanziell und so muss ich auch nicht mehr mit ihm streiten bezüglich Kinder, Wandfarben oder anderen Dingen. Diese Aussage traf mich hart. Es sind Dinge, über die ich so gerne mit ihm diskutiere. Es sind Dinge, die unsere gemeinsame Zukunft betreffen. Wenn wir über Wandfarben reden, freue ich mich so auf unsere gemeinsame Wohnung und wenn wir über Kinder diskutieren, muss ich mir immer vorstellen, wir so ein Baby von uns wohl aussehen würde und wie wir uns wohl so als Eltern machen würden und jetzt knallt er mir das an den Kopf. Zack, alles vorbei, von jetzt auf gleich. Ich muss mir gar nicht mehr vorstellen, wie lila an der Wand unseres Schafzimmers aussehen wird oder welche Augenfarbe wohl unsere Babies haben werden, weil jetzt nämlich alles vorbei ist, deswegen! Ohja, das tat weh. 

Ich sagte, dass ich meinen Willen dann haben werde, wenn er endlich seine Kackvergangenheit aussortiert und entsorgt. Und dass er derjenige sei, der jetzt seinen Willen habe, denn wenn er mich los sei, müsse er gar nix aussortieren und kann weiterhin in seiner Vergangenheit ersticken! Er sagte, dass ich dank meiner Schnüffelei mein Ziel erreicht hätte und wieder einen Mann vergrault und jegliches Vertrauen zerstört habe. Würde er an seiner Vergangenheit hängen, wäre er jetzt nicht in München und hätte keine Beziehung mit mir angefangen. Schade, dass sie nur so kurz hielt. Seit seiner Scheidung habe er das erste Mal wieder Liebe empfunden und Hoffnung geschöpft, doch die Richtige gefunden zu haben. Er habe seinen Betthasen zu keinem Zeitpunkt geliebt und bis Januar nicht geglaubt, dass sie mehr für ihm empfand. Es war ihm egal, sie hat eben ein paar Ausflüge anstelle seiner Exfrau übernommen. Ich sagte, dass er mir das nicht weis machen könne. Er hat sie überall mit hin geschleppt, Fotos von ihr und solche Notizen aufgehoben und wollte auch mit ihr zusammenziehen. Ich sagte ihm, dass ich mich dadurch nicht besonders fühle, eben auch, weil es ihn einen Dreck kümmert, ob es mich verletzt oder nicht. Er sagte, wenn ich das wirklich so sehe, habe ich bis heute nicht verstanden, dass er zu einigen Dingen eine entspannte Haltung hat und viele Dinge nicht so eng sieht, wie ich. Ich sagte, es wäre nun mal seine Vergangenheit und die bleibt und fliegt unter keinen Umständen raus und ich muss eben damit klar kommen - wenn nicht, mein Pech. Ich bin ersetzbar, eine Figur in seiner Sammlung und absolut nichts Besonderes. Denn ich bin es ja nicht mal wert, dass man Fotos löscht oder sich gezielt hinsetzt und Dinge aussortiert, weil sie den Menschen, den man vorgibt, zu lieben, verletzen. Ich bin 0815, austauschbar, ersetzbar und ganz sicher nicht mehr wert, als der Dreck unter seinen Fingernägeln.

Er sagte, sie habe genau drei Mal den Platz seiner Ex auf nicht stornierbaren Ausflügen eingenommen und dafür Sex bekommen - so war der Deal. Und der Punkt ist, ich glaube ihm das nicht. Er war mit ihr auch wandern - das muss man nicht buchen, das macht man einfach so. Also ja, sicher waren das AUCH nicht stornierbare Ausflüge, aber eben nicht nur. Er sagte, dass er Fotos umgehend gelöscht hätte und auch andere Dinge, die ihm beim Auspacken begegneten, umgehend weggeworfen hat. Seine Vergangenheit ist nun mal, was sie ist. Er wird sie weder leugnen, noch schön reden oder schlecht. Er hat auch immer noch Fotos von seiner Ex und seinem Betthasen auf dem Rechner und wollte mir weis machen, dass er die noch hat, weil noch andere erinnerungswürdige Dinge auf diesen Bildern wären und es ihm langfristig hilft, dass er sein Leben nicht vergisst. Ich kritisierte diesen Punkt, denn er hat auch Fotos von seiner Ex auf denen sie zB irgendetwas isst - war das dann ein erinnerungswürdiges Essen? Ich sagte, er solle einfach alle seine Erinnerungen behalten und mich vergessen, sie sind ja eh mehr wert, als ich es je sein werde. Er sagte, dass ich mich da irre und ich ihm bereits mehr bedeute, als es seine Ex je hat und es deswegen auch so schmerzvoll für ihn gewesen wäre, dass ich bereits 3x hinter seinem Rücken schnüffelte und einige Stunden alleine mit einem Fremden auf dieser Party damals verbrachte. Ich sagte, dass er mich aber einfach so gehen lassen kann und um die Erinnerungen an seine Ex kämpfe er, wie ein Löwe und auch um jede andere Erinnerung.  Er sagte ich habe die Meinung anderer stets mehr geschätzt als seine und von Herzen gut gemeinte Worte als Wertung verstanden. Er hätte scheinbar nie eine echte Chance bei mir gehabt.

Ich glaube, dass er weiß, dass das Mist ist. Ich wollte mit ihm zusammenziehen!!! Und seine von Herzen gut gemeinten Worte beliefen sich auf "Mein Beileid", eine scheiß Floskel, die selbst aus dem Himmel persönlich keinen Trost spenden würde. Und er hat in den letzten Tagen sehr wohl oft  über meine Familie geurteilt, kein Wort davon war gut gemeint. Es stimmt auch nicht, dass ich die Meinung anderer mehr schätze, als seine. Aber wenn ich meine Mama zB in einigen Dingen um Rat frage, dann einfach, weil sie mich besser kennt, länger und bei meinen Freunden ist das ähnlich. Deswegen ist es aber nicht so, dass seine Meinung weniger zählt. Ich höre mir nur gerne mehrere Sichtweisen an und nicht nur eine und entscheide dann stets für mich selbst. Ich bin nämlich schon erwachsen.

Er sagte, ich habe nie versucht, mich in ihn hineinzuversetzen, habe nicht erkennen wollen, dass ihn der Kontakt zu meinem Exfreund stört und habe ihm stattdessen vorgeworfen, er hätte es sagen sollen und dass wir beide wissen, welch großer Streit dann entstanden wäre. Und dass ich meine Vergangenheit in unsere Beziehung tragen würde mit meinem Misstrauen. Mein schwaz-weiß-Denken habe er mir stets verziehen und sich in vielen Dingen zurückgehalten, weil ihm klar war, dass es für mich nur meine Wahrheit gebe. Ich sagte, dass er ja so ein Held sei. Er erwiderte, dass er das sicher nicht wäre, aber toleranter und weltoffener, als ich. Dass er stets versuche, es mir recht zu machen, damit er mit mir glücklich sein kann, selbst dann, wenn er seine Persönlichkeit dabei verloren hätte. Und das war ein Punkt, an dem ich mir dachte STOP. Er verändert seine Persönlichkeit für mich? Wo? Wie? Inwiefern? Niemand sollte in einer Beziehung die Persönlichkeit ändern müssen. Das hätte ich nie gewollt.

Ich sagte, dass wir die Diskussion über seine Vergangenheit nun schon zum x-ten Mal führen und er sagte, dass das so sei, weil ich sie ja immer wieder eröffne. Ich sagte, weil er nicht in der Lage wäre, sie auszusortieren. Und er sagte, ich solle mir keine Sorgen machen, denn wir führten diese Diskussion zum letzten Mal und dass er mir am Wochenende viel Spaß zu Hause wünscht, auch wenn ich meiner Mama jetzt sagen müsste, dass sie ihr Bauchgefühl täuschte und ich nicht mit meinem Exinformatiker zusammenziehen werde. Ja, das war der erneute Hinweis, dass er meinen Blog liest und es war ein Stich mitten ins Herz, denn diese ganze Diskussion führte zu nichts, außer, dass er nochmal verdeutlichte, dass es das jetzt war.

Er sagte, dass ich zum dritten Mal sein Vetrauen missbrauchte und wusste, welche Konsequenzen dies hatte, dass er auch denkt, er habe alles gemacht, um mir zu zeigen, was ich ihm bedeute und wenn das nicht ankam, kann er auch nicht mehr viel mehr machen und so ging das dann immer noch ein Weilchen hin und her.

Irgendwann sagte ich dann, dass ich meine Sachen gerne noch diese Woche haben würde, weil mein Ladegerät noch bei ihm hängt und ich gleich keinen Akku mehr habe. Ich sagte, es wäre nett, wenn er mir sagen würde, wann ich meins holen kann und er seins holt. Er antwortete, dass das erst nächste Woche der Fall sei. Vorher könne und wolle er mich nicht sehen. Und er will dann nächste Woche nicht meinem neuen Stecher oder meinem Ex begegnen, von dem ich mich jetzt sicher wieder ficken lasse. Ich sagte - aus lauter Wut - dass es ihm doch auch egal sei, was ich wolle. Dass er mir mein Herz raus reißt und auch noch darauf rumtrampelt, sei vollkommen egal. Er sagte, irgendwann wirds ihm egal sein. Der Gedanke würde ihn anfangs vllt verrückt machen, aber irgendwann käme er damit klar. Ich sagte, weil er es so will! Er sagte los, ich solle zum Friesen gehen und mich noch heute vom ihm bumsen lassen, wütender Sex soll doch so toll sein. Ich sagte, anstatt dass er seinen Dreck entrümpelt, wirft er lieber mich weg. Er sagte, er entrümpele seinen Mist. Ich entgegnete ja, indem er mich raus wirft. Und dann sagte er, dass er egal wie sehr es schmerzt, er mir gesagt hätte, dass er einen erneuten Vertrauensbruch nicht verzeihen könne und dass er ein stolzer Mann sei und zu seinem Wort stünde, ohne wenn und aber. Das waren so, so harte Worte. Ich versteh es einfach nicht. Im Grunde will er das gar nicht beenden, kann aber nicht anders, weil er das eben mal so gesagt hatte? Weil er zu stolz ist, darüber hinwegzusehen, dass ich einen Fehler gemacht habe? Er hat doch genauso einen gemacht! 

Das war mir alles zu viel, also sprang ich über meinen Schatten und das fiel mir echt nicht leicht - und sagte zu ihm, dass ich jetzt zu ihm fahre und wir das jetzt entweder klären und die Sache wieder in Ordnung bringen oder ich meine Sachen hole. Und als ich das sagte, war ich bereits unterwegs. Er sagte, dass er mich nicht rein lassen wird und die Klingel abstellt und ich ihn erst nächste Woche sehen werde und dann zum letzten Mal. Ich sagte, verdammt nochmal, ich habe ihn doch nicht beschissen und dass ich das jetzt klären will und wenn er auch nur ein bisschen Ehrgefühl empfände, dann würde er mich dann rein lassen. Er sagte, ich solle mein Glück versuchen und mir eine warme Decke mitnehmen. Zu diesem Zeitpunkt saß ich bereits in der Bahn. Ich wollte diese Beziehung retten. Ich wollte mit ihm darüber reden und das klären und dabei hat er es schon längst abgehakt. Da sind mir in der Bahn die Tränen gekullert, ich konnte einfach nicht anders. Das hat mich so verletzt. Ich habe ihm doch nichts getan. Ich fragte, warum er jetzt so ein Arschloch sei. Er sagte, ich solle auch daran denken, dass gegen die Tür schlagen Belästigung sei und er die Polizei rufen könne, dass er mich heute nicht sehen will und er sich das von mir nicht aufzwängen ließe. Ich fragte ihn, warum er nur so zu mir wäre und weshalb er mich jetzt wie den letzten Dreck behandeln würde. Ob er sich gut dabei fühle? Männlich? Ob es ihm ein Fest sei, mich zum weinen zu bringen? Gratulation. Er sagte, dass ich mir davon eine Scheibe abschneiden könne. Daraufhin habe ich nichts mehr gesagt.

Als ich dann ankam, regnete es in Strömen und ich hatte keinen Schirm dabei, aber das war mir egal. Ich ging zu seiner Wohnung und klingelte - nichts passierte. Dann setzte ich mich im Dunkeln in den überdachten Windfang und schrieb ihm, dass er mich bitte rein lassen solle, klingelte ihn auf dem Handy an, rief ihn auf dem Festnetz an und dann nochmal auf dem Handy - nichts geschah. Und dann saß ich dort in diesem Vorraum und mir wurde bewusst, dass er mich nicht rein lassen würde. Und so überkam es mich direkt dort und ich musste anfangen zu weinen, schon wieder. Ich schrieb ihm noch, dass er wirklich ganz groß sei und ich hoffe, dass er stolz auf sich ist, faselt was von Liebe und Gefühlen - n Dreck.
Plötzlich schloss die Tür auf und seine Vermieterin stand vor mir. Die hatte mir gerade noch gefehlt. Ich sitze hier heulend rum und ausgerechnet die kommt. Als sie mich sah, sagte sie, dass ich doch rein kommen solle. Mir ging kurz durch den Kopf, dass er die Polizei rufen würde, würde ich an seine Tür klopfen und so sagte ich ihr, dass das schon okay wäre, ich bleibe einfach kurz hier sitzen. Dann fragte sie mich, ob ich weinen würde und ich sagte nein, aber es war nicht zu leugnen und dann kam sie auf mich zu und nahm mich in den Arm. Das war in diesem Moment eine so nette Geste. Allerdings fing sie dann an, darüber zu diskutieren, dass sie ja immer so laute Geräusche hört und ich hab eine ganze Weile mit ihr darüber wie ein vernünftiger Mensch geredet, dabei den Informatiker die ganze Zeit in Schutz genommen. Dann forderte sie mich noch einmal auf, reinzukommen, aber ich sagte, dass ich jetzt wieder gehen würde und sie fragte, wo ich denn hin wolle. Ich sagte, na nach Hause und sie bemerkte, dass es draußen in Strömen regnete und bot mir ihren Schirm an. Da ich aber nicht wusste, ob ich dieses Haus jemals wieder betreten würde, lehnte ich dankend ab und als ich dann gehen wollte, nahm sie mich noch einmal in den Arm, dabei hatte sie selbst Tränen in den Augen. Ich weiß nicht, ob sie das aus Selbstmitleid hatte oder weil ich einfach nur noch aussah, wie ein Häufchen Elend. Jedenfalls entließ sie mich dann in den Regen und dort konnte ich nicht mehr mit weinen aufhören. Es überkam mich, wie der Regen. Ich bin da sozusagen auf offener Straße zusammen gebrochen. Ich hab es dann doch noch irgendwie heulend und schluchzend zum Bahnhof geschafft und bin wieder zurück gefahren. Er hat mich stehen lassen. Er hat mich da echt stehen gelassen. Ich meine, ich hab ihm auch schon oft im Streit gesagt, dass ich ihn nicht sehen will und dass er gar nicht kommen braucht und er ist auch schon oft trotzdem gekommen und ich habe ihn NIE stehen lassen. Ich habe ihm immer die Chance gegeben, sich zu erklären, es wieder gerade zu rücken, gerade weil ich nie wollte, dass das endet. Aber er hat mich da stehen gelassen, ohne mit der Wimper zu zucken. 

 

 Seitdem habe ich nichts von ihm gehört. Dieser Tag heute war der Horror. Immer wieder überkommt es mich, ich habe richtige Heulkrämpfe und ich will hier nur noch weg. Gehe ich aber weg, komme ich so schnell nicht wieder. Aber würde sich das überhaupt lohnen, nicht zu gehen? Es macht ja nicht den Anschein, als würde ihm das hier noch irgendwas bedeuten. Er lässt mich durch die Hölle gehen. Warum sollte ich da nicht auch einfach gehen können? Wenn es ihm nächste Woche irgendwann einfällt, mir die Sachen zu bringen und seine zu holen, dann kann das genauso gut die Türkin für mich erledigen. Ich habe sie schon gefragt, ob sie das machen könnte und mir mein Ladekabel dann zuschicken würde. Auch so eine Sache, er kann mich ja eh nicht erreichen, wenn er die Sachen zurückgeben will. Heute konnte ich mir ein Ladekabel leihen, aber spätestens morgen Nachmittag ist mein Akku wieder leer und dann bin ich nur noch über Facebook und E-Mail zu erreichen und bei FB ist der Herr ja nicht. Und wenn es das nun wirklich gewesen sein sollte, dann muss ich ihn nicht auch noch einmal sehen. Wozu? Damit er noch ein bisschen auf meinen Gefühlen rumtrampeln kann? Sich anschauen kann, was er für einen Haufen Elend hinterlassen hat? Mir bekunden, dass es ihm leid täte, er aber nicht anders kann, wegen seinem scheiß Stolz? Weil es ihn bis dahin auch nicht interessiert hat, wie es mir geht. Hauptsache er fährt jetzt nach Hause und kann ein traumhaftes Wochenende verbringen ohne einen Gedanken an mich verschwenden zu müssen und mir fällt hier die Decke auf den Kopf. Ich hechte von einem Heulkrampf zu nächsten und er vergnügt sich daheim oder was? Kein bisschen juckt es ihn, wie es mir geht. Klar, das muss einem ja auch egal sein, wenn man bereit ist, einfach so eine Beziehung, eine Person in den Müll zu werfen. Ich will nicht, dass diese Beziehung hier zu Ende ist. Ich habe das nie gewollt!

03.06.2014 um 16:10 Uhr

Der nächste große Schritt

 

 

Jetzt also zu den anderen großen Neuigkeiten aus München!

Nein, ich bin nicht schwanger und nein, ich werde auch nicht heiraten oder so ein Quatsch - nur, falls es dem einen oder anderen in den Sinn kam ;)

Die große Neuigkeit, um die es sich handelt, ist, dass der Informatiker und ich wohl zusammen ziehen werden. Diese Idee kam auf, weil seine momentane Vermieterin eine Hexe ist. Also keine Hexe im eigentlichem Sinne, sondern eine unerträgliche, urbayrische, alte, nervtötende Frau. Eine Frau, die so gut darin geübt ist, uns zu nerven, dass man meinen könnte, sie hätte eine Ausbildung dazu absolviert. Hat diese gute Frau doch behauptet, es würde nur einen Schlüssel zur Wohnung des Informatikers geben und der zweite sei verloren gegangen. Nur blöd, wenn man sich dann ans eigene Bein pisst, die Polizei ruft, weil man ANGEBLICH denkt, es sei ein Einbrecher in der Wohnung (nur um sich eben Zugang zu verschaffen) und dann vor den Augen der Polizei den zweiten Schlüssel benutzt - den es ja angeblich gar nicht gibt - um sich Zugang zu verschaffen. Das fällt unter Hausfriedensbruch und gab eine fette Anzeige. Die  gab es außerdem auch noch wegen Nötigung, Beleidigung und Androhung von Gewalt. Die Vermieterin meint ja schon seit dem ersten Tag, den Informatiker schickanieren zu müssen und teilweise auch mich, sowie V. in der Zeit, als diese auf die Katzen des Informatiker aufpasste. Na jedenfalls war die Sache mit dem Hausfriedensbruch der absolute Gipfel. Danach wurde erst einmal das Schloss ausgewechselt! UND es ist ein fristloser Kündigunsgrund - womit wir wieder beim Thema wären.

Es ist auf Dauer einfach nicht mehr tragbar in dieser Wohnung zu wohnen und eigentlich wird mir Anfang 2016 auch nichts anderes übrig bleiben, als zum Informatiker zu ziehen, weil ich dann aus dem Wohnheim raus muss. Was zu Beginn also nur eine zaghafte Überlegung war, wurde schnell zu einer beschlossenen Sache. Wobei - nicht so schnell. Zuerst stand die Idee einfach nur im Raum - man könnte ja und theoretisch und wieso eigentlich nicht und es wäre doch sowieso irgendwann so weit und... wurde dann aber doch wieder verworfen. Da hat der Informatiker erst einmal nur nach Wohnungen für sich gesucht mit mindestens zwei Zimmern. Aber wer in München wohnt, der weiß, wie beschissen das hier mit der Wohnungssuche sein kann, selbst wenn man ein wenig mehr Geld zur Verfügung hat, als der durchschnittliche Student. So sagte ich eines Abends zu ihm, dass er doch mal spaßeshalber nach Wohnungen schauen könnte, auf die er meine maximal einbringbare Miete obendrauf legen würde und vielleicht kam nicht unmittelbar dadurch, aber doch irgendwie ab diesem Zeitpunkt, der Stein ins rollen. Ich kann jedenfalls nicht mehr genau sagen, wie wir dann dazu kamen, doch zusammenziehen zu wollen. Als diese Idee immer fixer wurde, keimten aber auch Bedenken in mir auf. Immerhin sind wir noch nicht mal ein halbes Jahr zusammen und das war noch eine meiner geringsten Sorgen. Also redete ich mit meiner Mama darüber. Meine Mama weiß doch meistens, was das Richtige für mich ist und gibt mir einen Schubs in die richtige Richtung. Ihr Bauchgefühl jedenfalls - und ihr Bauchgefühl ist wie ein magisches Orakel, das man immer befragen kann, bevor man in einen Krieg zieht - muckte nicht und unsere Unterhaltung gipfelte darin, dass ja - wie üblich - nichts ohne Grund geschieht und sie keinen Menschen auf der Welt kenne, auf den dies so zutreffe, wie auf mich. Vielleicht ist es ein Wink des Schicksals.

Also gut, trotzdem blieben da noch einige Bedenken und über diese musste und konnte ich nur mit meinem Schatz reden... und die Liste war wirklich nicht gerade kurz. Am meisten fiel mir auf - schon beim Gespräch mit meiner Mama - dass mir der Verlust meiner finanziellen Unabhängigkeit am meisten zu schaffen macht. Ich bekomme momentan den Höchstsatz an Bafög, macht ca. 600€ im Monat,  davon können maximal 300€ für Miete drauf gehen und das würden sie auch in jedem Fall. Dazu kommt, dass sich meine Rücklagen momentan auf gut 1.500€ belaufen. Das ist viel Geld und auch nicht - würde aber in jedem Fall für die Kaution drauf gehen, um die man ja nun mal nicht herum kommt. Das bedeutet für mich unterm Strich, dass ich, sollte zB mal mein Laptop kaputt gehen, ich dann nicht einfach sagen kann "Was solls?" und mir einen neuen kaufe. Momentan wäre das möglich. Ich mache mich in gewisser Weise finanziell von ihm abhängig. Das gefällt mir nicht. Ich bin nicht seine Exfrau, die ihn ausnehmen will, wie eine Weihnachtsgans. Auch, dass er deutlich mehr Miete zahlt, als ich es kann, ist mir ein Dorn im Auge - aber anders ginge es nun mal nicht. Jeder zahlt das, was er kann - sagt der Informatiker dazu. Was meine Rücklagen angeht, ist die Lösung dafür, dass ich mir einen Nebenjob suche, sobald ich das kann und mir das Geld Stück für Stück wieder erarbeite. Außerdem ist die Kaution ja nicht für immer weg, man bekommt sie ja wieder und wir werden es schriftlich festhalten, wer was gezahlt hat. Das machen wir schon ganz allein deswegen, weil der Herr bei der Kaution seiner Ex nicht mehr weiß, wer die eigentlich bezahlt hat damals und das fließt natürlich mit in den Scheidungsstress ein... achja, wenn diese dämliche Scheidung nur einfach auch endlich mal vom Tisch wäre. Da war ja eigentlich die Rede von März diesen Jahres...nun ja, es zieht sich eben doch wie Kaugummi, aber anscheinend ist man gerade dabei, einen Termin zu finden - hoffentlich. 

Die finanziellen Dinge waren aber nicht die einzigen Sorgen auf meiner Liste. Wie gesagt, sie war lang und wir sind jeden einzelnen Punkt gemeinsam durchgegangen und haben Ansätze und Lösungen dafür gefunden und nun ist die Sache irgendwie besiegelt. Es ging und geht also auf Wohnungssuche in und um München - mindestens 3 Zimmer, mindestens 60m², max. 1400€ Warmmiete, aber das ist schon die aller oberste Schmerzgrenze. Eine Wohnung haben wir uns schon angesehen. Ich glaube aber, dass unsere Chancen darauf gering sind, mal abwarten, die Vermieter entscheiden sich erst in ca. 2 Wochen. Währenddessen suchen wir natürlich weiter und haben auch Ende dieser Woche noch ein paar Besichtigungen.

 

Tja, irgendwie ist das ein großer Schritt und ja, es geht schon verdammt schnell. Entweder es funktioniert oder eben nicht - das waren die Worte des Informatikers dazu. Mit keinem meiner Exfreunde habe ich schon mal solch einen Schritt gewagt und mir ist sehr wohl bewusst, dass das gut überlegt sein sollte und nicht aus einer Laune heraus geschehen darf. Ich weiß nicht, was die Zukunft für mich - uns - bereit hält, aber irgendwie freue ich mich auf die Idee einer gemeinsamen Wohnung. In Gedanken gestalte ich schon jeden einzelnen Raum, philosophiere über Farben und Details. Ich freue mich auf das Abenteuer, das mir bevorsteht. Ich mag die Vorstellung, für uns gemeinsam zu kochen, miteinander zu kochen, sowie wir das ja jetzt auch schon tun, aber dann haben wir einen gemeinsamen Kühlschrank, planen gemeinsam den Wocheneinkauf. Ich mag auch die Vorstellung für uns beide Wäsche zu waschen, das Bett zu machen, gemeinsam zu putzen - so blöd das auch klingen mag. Mir ist sehr wohl bewusst, dass es dann nicht immer nur rosige Zeiten geben wird und mir der Ort, an den ich fliehen kann, sobald es Streit gibt, genommen wird, wenn ich nicht mehr im Wohnheim wohne, aber das gehört dazu. Es war auch ein Punkt auf meiner Liste und deswegen wird es drei Zimmer geben, anstelle von zwei, damit ich einen Raum bekommen, in dem ich in Ruhe arbeiten kann und mich auch bei Streit zurück ziehen kann. Irgendwie ist das wie ein erster Schritt zu meiner eigenen Familie, auch ohne Kind, weil auch ein Paar schon eine Familie sein kann, finde ich - und ich bin bereit dafür. Möge das Abenteuer beginnen.