*Phantasie ist wichtiger als Wissen....*

28.11.2014 um 13:03 Uhr

Skrupellos

Das, was du mir angetan hast, ist ... UNVERZEIHLICH!

...und du hast noch nicht einmal gesagt, dass es dir leid tut.  

15.11.2014 um 08:05 Uhr

Das Oktoberfestdesaster

 

Mit meiner Beziehung geht es gerade steil bergab - so fühlt es sich zumindest an. Man könnte meinen, dass der Zeitpunkt für den Beginn dieser Talfahrt im Oktober lag und bis heute andauert. Gestritten haben wir uns ja davor schon öfter, aber eher so im Sinne von 'das gehört zu jeder guten Beziehung dazu'. Doch nun nimmt es teilweise Ausmaße an... und die Frequenz hat deutlich zugenommen. Bei jedem Streit, bei jeder Auseinandersetzung hat man das Gefühl, dass man ein Stück verliert. Was genau? Liebe, Respekt, Wertschätzung - es ist immer etwas anderes und doch summiert es sich am Ende. 

Im August noch hat der Informatiker sich und mich zu einem Radiogewinnspiel angemeldet, bei dem man einen Wiesnbesuch mit allem drum und dran gewinnen konnte. Ich habe eigentlich noch nie etwas gewonnen und wir haben auch immer, so gut es ging, jeden Morgen Radio gehört und siehe da, eines morgens wurde mein Name gezogen. Wir waren beide ganz aus dem Häuschen! Der Informatiker fragte mich, ob er auch ein paar Freunde einladen dürfe und ich sagte klar, denn es war immerhin auch sein Gewinn. Doch mit diesem Gewinn kamen auch jede Menge Schattenseiten und es gab gleich verschiedene Streitthemen.

Zum einem war da der Punkt, dass es bis zuletzt nicht wirklich feststand, ob seine Freunde kommen würden. Sein Problem wäre dann gewesen, dass ich nur Tiermediziner und ihn mitgenommen hätte und somit wäre da wohl kaum Gesprächsstoff für ihn angefallen, denn uns Tiermedizinern liegt es irgendwie im Blut, das Gespräch früher oder später auf dieses Thema zu lenken. Dieses Bedenken konnte ich verstehen, aber ich wollte ihn auch um alles in der Welt dabei haben, während er auch darauf verzichtet hätte. Dazu kam dann noch ein Missverständnis, welches beinahe einen Keil zwischen die Türkin und mich trieb. Der Herr hatte ihr mehr oder weniger einen Platz angeboten, als es noch unsicher war, ob seine Freunde kommen würden. Er hatte für sich beschlossen, dass bei einem Gewinn von zehn Plätzen, jedem von uns fünf zustehen würden. Das Missverständnis kam dadurch zustande, weil ich immer sagte, dass es unser Gewinn sei und er es stets dementierte und sagte, es wäre mein Gewinn. Doch als er dann mit der Türkin über seine Bedenken schrieb, dass am Ende - wenn es schlecht für ihn läuft - nur Tiermediziner anwesend wären, kam er auf die Idee, dass eben jedem von uns fünf Plätze zustünden. Nur hat er irgendwo verpasst auch mir diese Information mitzuteilen. Jedenfalls sagte er zur Türkin, davon ausgehend, dass seine Freunde ausfallen würden, dass auf jeden Fall noch ein Platz frei wäre und sie mich doch fragen solle, ob sie nicht eine Freundin mitbringen dürfe. Dummerweise wusste ich ja aber nichts von dieser neuen Fünf-Plätze-Regel und zudem stand es noch nicht zu 100% fest, ob es seine Freunde nun schaffen würden oder nicht und erst im Falle von 'sie schaffen es nicht', hätte ich die Plätze neu verteilt und dafür hatte ich auch schon Leute im Kopf, was wiederum der Informatiker nicht wusste. Wir stellen also fest: Bis zu diesem Punkt war es ein Kommunikationsproblem. 
Doch dann wurde es zu einem: Ich sage dir nicht die Wahrheit-Problem. Die Türkin schrieb mich also an und fragte, wer denn so alles mitkäme und ich zählte jene auf, die sicher feststanden. Sodann erzählte sie von einer Freundin und dass sie diese gerne mitnehmen würde und ich fragte mich ein bisschen, wie sie auf diesen Gedanken kam. Ich war ehrlich gesagt ein wenig sauer, weil es sich für mich so anfühlte, als würde sie meine Plätze verplanen. Kurz nachdem sie mich das per Whatsapp fragte, machte ich meinem Ärger beim Informatiker Luft und berichtete es ihm. Das war der Punkt, an dem er hätte sagen müssen, dass er ihr diesen Platz anbot - aber nichts. Stattdessen sagte er, scheinheilig, dass er nicht denke, dass die Türkin meine Plätze verplane. Später haben wir noch einmal persönlich darüber geredet, aber auch da hat er mit keinem Wort erwähnt, dass dies seine Idee war, im Gegenteil, mir wurde dann noch Egoismus vorgeworfen und dass ich seit meinem Gewinn so auf 'Meins! Meins! Meins!' getrimmt wäre.

Heraus kam das alles, als ich der Türkin ehrlich sagte, dass ich da schon ein bisschen sauer war und es gar nicht cool von ihr fand, dass sie meine Plätze verplante. Das hat sie so nicht auf sich sitzenlassen können und so erzählte sie mir vom Gespräch mit dem Informatiker, dass er Bedenken hatte, wegen der Tiermediziner und selbst schon darauf verzichten, es aber auch mir recht machen wollte und da die Türkin sonst, neben ihm, auch die einzige Nichttiermedizinerin gewesen wäre, bot er ihr einen Platz an. Ausgemacht hatten die beiden dann, mir nichts von diesem Gespräch zu erzählen. Nur ist die Türkin aber ein Kommunikationswunder - nur Tiermediziner und sie? Kein Problem, sie findet sich in jeder Gruppe zurecht und ebenso solchen Gesprächsstoff. Als das jedenfalls ans Licht kam, fühlte ich mich ziemlich ausgespielt. Er redet mit einer meiner besten Freundinnen und macht dann mit ihr hinter meinem Rücken aus, mir nichts zu sagen? Dann lässt er es einfach so im Raum stehen, wirft mir Egoismus vor und sagt mir nicht die Wahrheit, als er mitbekam, wie sauer ich auf die Türkin war. Im Endeffekt denke ich, dass er nichts sagte, um seinen eigenen Arsch zu retten.

Wäre dies alles gewesen zum Thema Oktoberfest, dann wäre alles halb so wild  - doch wir steigerten uns noch:

Irgendwann stand fest: Seine Freunde können kommen! Ich kannte seine Freunde noch nicht, es war mir ehrlicherweise auch ziemlich egal, ob sie mitkommen würden oder nicht, denn wie gesagt, ich kannte sie ja noch nicht. Dennoch freute ich mich darauf, sie kennenzulernen. Insgesamt war das Verhältnis am Ende so aufgeteilt: der Informatiker und ich, drei Freunde von ihm und fünf Freunde von mir. Alles schön und gut, nur gab es dann das nächste Problem. Der Gewinn beinhaltete die Fahrt in einer Limousine zum Festplatz...mit acht Plätzen. Wer nun rechnen kann, ist klar im Vorteil - zwei Leute hätten außen vor bleiben müssen. Da konnte man auch nichts machen, ist gesetzlich so geregelt.
Zuerst fragte ich den Informatiker, ob es für seine Freunde ein Problem sei, wenn sie laufen müssten und er sagte ganz klar, dass es das wäre. Selbstverständlich wäre es mir am liebsten gewesen, dass es das nicht wäre, denn ich musste diese Fremden nicht unbedingt in der Limo dabei haben, vor allem nicht anstelle meiner Freunde. Ich hätte es zudem sehr unfair gefunden, zwei meiner Freunde laufen zu lassen. Vielleicht sollte ich an dieser Stelle der Fairness halber erwähnen, dass meine Freunde alle aus München kamen und seine aus dem Norden Deutschlands extra angereist sind. Dies war auch sein Argument, denn meine Freunde kennen sich ja alle aus, seine nicht. Ich fand dieses Argument nicht bedeutender, als jenes, dass keiner unserer Freunde - egal woher - je Limo gefahren ist und das ist schon ein besonderes Erlebnis.
Ich stand also vor einer so schwierigen Entscheidung, dessen Lösung für mich nahe lag. Da ich kein Mensch bin, der es leichtfertig übers Herz bringt zu sagen 'Du, Du und Du, ihr dürft alle nicht mit!', entschied ich mich, es auszulosen, ganz einfach. Diese Rechnung habe ich aber ohne den Informatiker gemacht. Ihn und mich wollte ich außen vor lassen, schließlich war es unser Gewinn, doch der Informatiker sagte, sollte ich einen seiner Leute auslosen, dann würde auch er laufen... Ich hätte also im schlimmsten Fall zwei, mir völlig unbekannte, Leute in der Limo sitzen gehabt, mit denen ich nichts hätte anfangen können und diese auch mit mir nicht und sich bereits da, wie das fünfte Rad am Wagen hätten fühlen müssen - UNANGENEHM! Ich teilte meinem Herzensmann diese Bedenken mit, aber nichts da, da führte kein Weg rein. Alle seine Freunde sollten mitfahren und seiner Meinung nach, wäre das auch nur fair gewesen, denn wenn wir diesen Gewinn aufteilten, dann hieße das ja fünf Plätze für jeden und jeweils vier für die Limo und mit seinen drei Leuten hatte er die Plätze voll. Der Rest? - Mein Pech! Also das lief wirklich richtig mies. Natürlich habe ich auch meinen Freunden von der Situation berichtet und natürlich wären auch meine Freunde alle gern mitgefahren, aber die freuten sich alle schon so sehr, dass sie überhaupt mit durften, dass sie auch alle freiwillig auf die Fahrt in der Limo verzichtet hätten! So kam es letzten Endes auch - zwei meiner Mädels sind freiwillig gelaufen. 

Nun könnte man meinen, dass dann endlich alles gut war, alle zufrieden und man doch noch dieses Fest irgendwie in Frieden hätte hinter sich bringen können. Pustekuchen! Es endete in einem völligem Desaster! 

Aus vorangegangen ersichtlichen Gründen hatten der Informatiker und ich ein bisschen Stress miteinander und ich war sehr sauer und mied ihn deswegen. Doch einen Tag vor dem besagten Fest, kam er bei mir vorbei und wir redeten. Bei diesem Gespräch, sagte ich ihm auch, dass ich nicht wolle, dass er morgen mit seinen Freunden hier aufkreuze. Also das galt nur für mein zu Hause, nicht für das O-Fest generell. Dies hatte für mich gleich mehrere Gründe - ich hatte vorher eine Wiederholungsprüfung und danach nicht mehr so viel Zeit, um mich zurecht zu machen. Bekanntermaßen schlafe ich auch in der Nacht vor Prüfungen nicht und dann sollte ich am Tag darauf gleich wieder bis in die Puppen wach bleiben? Ich hätte mir gerne zumindest eine halbe Stunde Schlaf vor dem Fest gegönnt und somit hatte ich einen straffen Zeitplan vor mir: essen, duschen, mich zurecht machen, Schlaf nachholen UND wenn seine Freunde noch hätten kommen wollen, hätte ich auch noch aufräumen müssen, denn niemand lässt neue Bekanntschaften gerne ins Chaos seiner eigenen Wohnung marschieren! Das wäre auf circa 2,5 Stunden alles ein bisschen viel geworden und so beschloss ich für mich, dass ich die Freunde vom Informatiker nicht in meiner Wohnung haben wollte! Er wusste das also.
Dennoch war ich kaum aus der Prüfung raus, bekam ich schon ein aufblinkendes Chatfenster, wo ich denn sei. Ich sagte 'in der Bahn', und er entgegnete mir, dass er mit seinen Freunden gleich bei mir in der StuSta wäre. Ich dachte, ich muss einen Besen fressen! Angeblich wollte er nur seine Kamera bei mir ablegen, aber sind wir doch mal ehrlich, er hätte seine Freunde sicher nicht vor meiner Türe stehen lassen und wär dann gleich wieder verschwunden. Natürlich ist das nur eine Mutmaßung. Unglücklicherweise bin ich ihm und seinen Freunden noch auf dem Weg nach Hause begegnet. Wir haben uns kurz begrüßt und ich hatte auf Anhieb einen sehr sympathischen Eindruck von seinen Freunden. Der Informatiker selbst telefonierte gerade mit seinen Eltern und bekam schlechte Neuigkeiten von zu Hause, von denen er mir vorerst aber nichts erzählte. Während ich dann mit seinen Freunden quatschte, fragte mich einer über meine Freundinnen aus und erzählte, dass der Informatiker sagte, die Türkin sei unglücklich vergeben.  Da dachte ich echt, mein Schwein pfeift! Natürlich stimmt auch in der Beziehung der Türkin nicht immer alles und natürlich holt sie sich dann auch von ihren Freunden Rat, aber sowas vollkommenen Fremden aufs Brot zu schmieren, zumal es nicht stimmte - ein no go!!! Ich verteidigte meine Freundin selbstverständlich und sagte, dass sie auf keinen Fall unglücklich vergeben sei. Zwischen dem Informatiker, der mittlerweile sein Telefongespräch beendet hatte, und mir entstand ein kleines Wortgefecht ala 'Ist sie nicht.' - 'Dooooch, ist sie.' Schließlich wand ich mich noch einmal an seine Freunde und sagte, dass die Türkin definitiv nicht unglücklich vergeben sei und sie sich keinen Scheiß erzählen lassen sollten. Sie trotteten dann weiter Richtung Stadt, damit seine Freunde sich noch eine Tracht kaufen konnten und ich ging nach Hause. Natürlich habe ich der Türkin erzählt, was gerade passiert war und natürlich war sie not amused darüber. Auch dem Informatiker schrieb ich noch einmal, dass er sich zur Zeit ziemlich aus dem Fenster lehne und ein Ding nach dem anderen abziehe. Verstand er nicht. War doch alles nur Spaß. Später auf dem O-Fest, erklärte er dann der Türkin, dass er das nur einem Freund aus vollem Ernst erzählte, weil er in der Gruppe so ein wenig der Außenseiter wäre (also der Freund, nicht der Informatiker) und sie ihn immer ärgern würden und die anderen beiden wussten, dass es eine Lüge war. Ich bekam diese Erklärung natürlich mit und fühlte mich wieder einmal ausgespielt, obgleich die Türkin es trotzdem nicht witzig fand. Immerhin hätte der Informatiker wieder zwei Mal die Chance gehabt, es mir zu erklären. Dass er die erste vor seinen Freunden nicht ergriff, konnte ich nachvollziehen, aber zumindest schreiben hätte er es mir doch können, oder nicht? 

Doch damit nicht genug, die Liste wird noch länger, denn wir waren ja noch lange nicht auf dem O-Fest. Er und seine Freunde gingen also in die Stadt- shoppen. Problem: Irgendwo hätten sie sich auch alle umziehen müssen. Nun kam meinem Freund in den Sinn, dass sie das bei mir tun müssten. Halloooo?! Noch einmal: Am Tag vorher habe ich ihm gesagt, ich will seine Freunde nicht hier haben, vor ein paar Stunden habe ich das noch einmal ganz deutlich gemacht und jetzt will er tatsächlich schon wieder kommen?! Gehts noch?!  Natürlich habe ich ihn meinen Zorn spüren lassen und auch er war sauer, wollten sie sich doch alle nur umziehen. Ja, darüber hätte er sich ja mal vorher Gedanken machen können und nicht in letzter Sekunde und dann hätte man das alles auch anders regeln können. Nach meiner Beschwerde bekam ich dann einen kurzen Text, dass es sich schon erledigt hätte, er habe die Türkin gefragt und das ginge klar. Alles schön und gut, wäre nicht noch der Nachsatz hinterher geflogen, dass ich seinen Freunden ja nicht diesen Abend versauen solle. ... Ich versaue seinen Freunden den Abend? Er versaut mir diesen Tag doch schon seit Tagen! Und da ging es dann nicht mehr anders, mir kamen die Tränen.

Zum Glück war die Türkin da und ich bin fix zu ihr zwei Stockwerke unter mir gehuscht und wir haben uns zusammen fertig gemacht. Sie selbst war natürlich auch sauer, wegen der unglücklich-vergeben-Sache und hatte nicht wirklich vor, die Jungs später reinzulassen. Wir drehten die Musik wahnsinnig laut auf und wollten so tun, als würden wir sie nicht klopfen hören, wenn sie kämen. Schließlich sagte ich dann zur Türkin, als sie bereits wie irre klopften, dass sie sie vielleicht doch mal hereinlassen sollte, was sie dann auch tat. 

 

Die Fahrt in der Limo war sogar recht amüsant, bedenkt man die Umstände. Alle hatten relativ gute Laune und auch ich wollte mir den Abend nicht verderben lassen. Auf der Wiesn angekommen saßen der Informatiker und ich nicht zusammen und eigentlich wusste auch jeder unserer Freunde Bescheid. Der Informatiker kam auch ein paar Mal an und wollte sich wieder vertragen, aber ich wollte das nicht. Nicht einfach so. Nicht, weil es eben Oktoberfest war. Wenn es nicht so ist, gibt es auch nicht happy family an Weihnachten, das ist eben so. Nicht, um des Festes willen. Mag sein, dass andere das können, aber ich kann es nicht. Sogar meine Freunden drängten, dass wir uns doch wieder lieb haben sollten und am Informatiker wärs sicher nicht gescheitert. Aber mir wurde das alles zu viel und ich musste weg! Nur für einen Moment, aber weg, raus aus dem Zelt, frische Luft, klare Gedanken, niemanden sehen lassen, dass ich weinen musste. Ich versuchte dann V. und L., die zur selben Zeit auch auf dem Fest waren (bei mir aber nicht mit konnten, weil L. gerade ihren Geburtstag nachfeierte und wir dann zu viele gewesen wären), zu mobilisieren, dass sie mich holen kommen. Es kam aber keiner - aber das ist wieder eine ganz andere Geschichte. Auch mit meinem Exfreund/besten Freund - dem, dessen Name nicht genannt werden darf - habe ich kurz telefoniert. Das war aber kaum möglich, weil es überall so laut war. Irgendwann kamen dann auch Nachfragen, wo ich bliebe und so ging ich zurück ins Zelt. Mit steigendem Alkoholpegel kam dann auch alles irgendwann hoch- die Gefühle meine ich- und so habe ich mich an der Schulter eines Freundes ausgeweint, so sehr, dass sogar die Rosenfrau mir eine Rose aus Mitleid schenkte. Den Informatiker ließ das nicht kalt, er kam auch und fragte meinen Freund, was er tun könne, aber dieser sagte richtigerweise, dass er glaube, dass er da heute zumindest nichts mehr machen kann. 
Da der Gewinn auch Gutscheine für Fahrgeschäfte und anschließend eine Party im Club beinhaltete, verließen wir unser Zelt irgendwann und teilten uns auf. Ich hatte mich mittlerweile wieder beruhigt. Mit dem Freund, bei dem ich mich ausweinte (der ist übrigens schwul), bin ich dann Wildwasserachterbahn gefahren und das war so ziemlich das Highlight des ganzen Abends für mich. Später im Club mieden der Informatiker und ich uns die meiste Zeit, bis er und seine Freunde irgendwann verschwunden waren. Sie kamen aber wieder... um wieder zu gehen. Einen seiner Freunde ging es nicht so gut und der Plan war, dass dieser bei der Türkin schlafen darf, während sie im Zimmer von ihrem festen Freund schlafen würde. Die Türkin verabschiedete sich auch und sagte, dass sie nicht wieder kommen würde, während die Jungs sagten, sie wären in ca. 30 Minuten wieder da. Einer meiner Freunde war auch schon gegangen und so standen wir da noch zu viert. Der Informatiker hatte kein Wort vorher mit mir gewechselt, warum sie jetzt gingen und wann und ob sie wieder kämen. Ich erfuhr das alles über Dritte. Der Akku, der versammelten Mannschaft, ging schon während der Fahrt in der Limo für Bilder und Videos drauf, sodass man auch niemanden hätte erreichen können. Zwei meiner Freundinnen kamen dann plötzlich auch auf die Idee, dass sie gehen mochten und fragten, ob wir nicht alle gehen wollen würden. Trotz all dieser Scheiße, die vorher passiert war, wollte ich doch zumindest noch die 30min abwarten und das taten wir auch, aber niemand kam. Also gingen wir, irrten ein wenig verloren in der Stadt umher, um uns schließlich ein Taxi nach Hause zu teilen.

Zu Hause angekommen, konnte ich dann nicht mehr an mich halten. Ich brach in einem Meer aus Tränen aus, ganz für mich allein. Doch dann klopfte es an meiner Tür, hämmerte, klingelte. Es waren der Informatiker und zwei seiner drei Freunde. Aus irgendeinem Grund, hat keiner von ihnen mitbekommen, dass ich geheult hatte und das war vielleicht auch gut so. Auch, wenn mein Zimmer nur noch schlimmer als tagsüber schon aussah, ließ ich sie alle letzten Endes doch ohne weitere Diskussion herein. Es war immerhin mitten in der Nacht und bis die nächste Bahn zum Informatiker fuhr, konnte es sich nur um Stunden handeln.
Es stellte sich dann heraus, dass die Jungs nie weggefahren sind, sondern die meiste Zeit vor dem Club saßen, bis die Türkin und ihr Freund, dem es nicht so gut ging, gegangen waren. Doch als sie dann zurück in den Club gingen, war niemand mehr da. Der Informatiker war tierisch sauer, weil er seinem Freund unterstellte, dass es ihm nur schlecht ging, weil er bei meinen Freundinnen nicht landen konnte, da er dieses Verhalten schon kenne und öfter beobachtet hatte. Zudem versaute er einem anderen Freund die Tour, der wiederum mit einer meiner Freundinnen angebandelt hatte und diese ja dann auch weg war. Als wir da so zu viert in meinem Zimmer saßen, war mir mein Freund der unsympathischste von allen, weil er so bösartig auf seinem Freund rumhackte. 

 

Die Kirsche auf meinem Scheißehäubchen war dann noch, als plötzliche eine Wespe in mein Zimmer flog und mein Freund einfach ging. Man muss wissen, ich habe panische Angst vor Wespen, auch vor Spinnen. Ich weiß nicht einmal, ob ich allergisch bin, da mich noch nie in meinem ganzen Leben so ein Tier stach. Aber mein Informatiker weiß, dass ich Angst habe und hat nichts unternommen. Einer seiner Freunde, wollte sie töten - voll lieb - bis der andere Freund sagte, dass er das nicht cool fände, weil es ist ja ein Lebewesen und blaaaaa... man solle sie lieber wieder rausjagen. War mir egal, ob tot oder lebendig, aber sie hätte weg gemusst. Ich kann den anderen beiden keinen Vorwurf machen, weil sie nicht wissen konnten, was ich für eine Angst habe, aber mein Freund, der hätte es wissen müssen. Doch statt etwas zu unternehmen, gingen sie alle drei rechtzeitig, als die erste Bahn wieder fuhr und ich blieb alleine mit der Wespe zurück.

Dem Informatiker, der in der Zwischenzeit seinen Akku wieder laden konnte, schrieb ich dann einen Text, dass ich diese Beziehung am liebsten beenden würde und erst daraufhin reagierte er! Er kam am nächsten Tag vorbei und entschuldigte sich für alles, was vorgefallen war. Außerdem sagte er dann zum ersten Mal die drei Worte, als erster von uns beiden und eigentlich reagiere ich da sehr allergisch drauf, erinnert es mich doch zu sehr an den Friesen, der es auch das erste und einzige Mal nach einem Streit zu mir sagte, als Mittel zum Zweck. Sowas sollte man sagen, wenn alles schön ist und nicht, wenn alles beschissen läuft. Trotzdem sagte er es. Sagte, er wollte das schon lange sagen und würde es bereuen, wenn er es nicht täte. Ich erwiderte es auch und so machte es zumindest den Anschein, dass alles wieder halbwegs gut wäre. Wir feierten dann abends auch noch einmal mit seinen Freunden und der Türkin und später fuhr ich mit zu ihm. Auf dem Weg dahin, hielt er noch an so einem Selbstbedienungsfeld und kaufte mitten in der Nacht einen Kürbis und eine Sonnenblume. Das fand ich wieder sehr romantisch. 

Es war dann auch alles wieder Friede, Freude, Eierkuchen... bis ich zwei Wochen später nach Hause fuhr...