*Phantasie ist wichtiger als Wissen....*

25.11.2016 um 11:35 Uhr

I'm only human after all

 

Bin ich wie der Informatiker? - Diese Frage kam mir in den letzten Tagen oft in den Sinn. Drängle ich mich in das Leben von jemanden, der mich da gar nicht haben will? Zwinge ich mich jemanden auf, den ich so sehr verletzt habe, dass es einfach nur absolut nachvollziehbar ist, dass er mich da nicht haben will? Akzeptiere ich Grenzen? Warum mache ich das? Warum bin ich so?

Er weiß es. Nach all den Jahren weiß er es. Eigentlich wusste er es schon lange. Und ich weiß nun, dass er es weiß.



Ich habe in der letzten Woche unglaublich viel aufgearbeitet, was meine Vergangenheit mit dem "Muttersöhnchen" (ich bin mir sicher, dass er das heute nicht mehr sein mag, deshalb werde ich ihn fortführend wohl den Architekten nennen) anbelangt. Ich habe viele alte Nachrichten gelesen, auch Blogeinträge, habe versucht, mich zu erinnern.

Beginnen wir am Anfang:

Im November 2009 haben der Architekt und ich uns kennengelernt. Wir schrieben anfangs nur im StudiVZ, meine Situation mit dem, dessen Name nicht genannt werden darf, war damals kompliziert. Ein Versuch, eine Beziehung fortzuführen, scheiterte - eventuell auch, weil ich damals schon wusste, dass ich Gefühle für den Architekten entwickelt hatte. Ich denke, dass es dann 2010 war, als der Architekt und ich uns zum ersten Mal live begegneten. Auch wenn mir viele Dinge der Vergangenheit fehlen, kann ich mich noch gut an unser erstes Treffen- meine ersten Eindrücke- erinnern. Im Februar 2010 sind wir dann ein Paar geworden und für etwas mehr als zwei Jahre gewesen. Bis heute war das meine längste und unkomplizierteste Beziehung.
Wir hatten eine wundervolle Zeit, gerade am Anfang. Es hatte gut gepasst zwischen uns. Aber 2010 war auch das Jahr, in dem ich Abi machte. Dass ich danach einmal Tiermedizin studieren wollte, stand lange davor fest. Mein Wunsch, Tiermedizin in Leipzig zu studieren, löste sich in Wohlgefallen auf, als ich in München angenommen wurde. So zog ich im Oktober 2010 nach München und auch wenn der Architekt früher irgendwann einmal sagte, dass er mich vielleicht nie hätte gehen lassen sollen, hätte ich es vermutlich trotzdem gemacht. Tiermedizin zu studieren - das war mal mein Traum. Heute würde ich es niiiiemals wieder tun, aber damals war es mein Lebenstraum. Von da an führten der Architekt und ich also eine Fernbeziehung. Keine von denen, die vielleicht funktionieren, weil man sich jedes Wochenende sieht, sondern eine von denen, bei denen man sich richtig selten sah. Was blieb waren Telefon, ICQ und SMS und der Glaube und das vermeintliche Wissen, dass es nur eine Fernbeziehung auf Zeit werden sollte. Der Idealfall damals sollte sein, dass der Architekt nach München ziehen würde, sobald er seinen Bachelor in der Tasche hat, um hier dann entweder den Master zu machen oder eben zu arbeiten, bis er den Master machen kann. Rückblickend vielleicht sehr blauäugig und naiv betrachtet. In München muss man dann ja auch wohnen und das muss man auch bezahlen können und überhaupt muss man hier erst einmal eine Wohnung finden - ein Job ist vielleicht nicht so schwer, aber eine bezahlbare Wohnung? Und das auch noch für eventuell zwei Studenten? - Naiv ist es gewesen, die Welt so betrachtet zu haben. Haben wir aber eventuell auch beide, der Architekt und ich. 


Generell geschah über die Zeit viel, was mich aufgeregt und belastet hat... diese Wischi-Waschi-Einstellung, dieses Unselbstständige, dieses auf Mama-angewiesen-sein, dieses 'Komme ich heute nicht, komme ich morgen', dass wir manchmal zu wenig Sex hatten, er dann aber Pornos schaute, das Nicht-kochen-können, nicht Wäsche-waschen-können (es sind vielleicht mehrere Punkte, die sich auch in einem hätten zusammenfassen lassen, in ihren Einzelheiten jedoch auch Gewicht haben) und am allermeisten denke ich heute, regte mich auf, dass dieser Schritt nach seinem Bachelor - der Schritt in unsere gemeinsame Zukunft - so „behindert“ ausfiel. Ich habe den Architekten in der Zeit alleine in München oft vermisst. Habe mich nach gemeinsamen Aktivitäten gesehnt, nach Zweisamkeit, nach Gesprächen von Angesicht zu Angesicht - einfach nach Dingen, die eine Beziehung ausmachen. Als es nach seinem Bachelor dann an die Zeit der Bewerbungen ging, musste ich ihn drängen und selbst dann ging ewig nichts vorwärts. Irgendwann habe ich dann mal eingefordert, eine Bewerbung von ihm zu sehen und vielleicht hätte ich das früher tun sollen. Wäre meine Achtung vor ihm ein Geschirrteil aus Porzellan gewesen, dann hätte man es in diesem Moment zerbrechen hören können. Ein studierter, junger, gut aussehender Mann schrieb Bewerbungen, die einen sehr hohen Fremdschämfaktor aufwiesen und was ich vor allem nie begriff, war die Tatsache, dass er mich nie um Hilfe bat. Ich konnte schon immer gut schreiben. Ich bin gut darin, mich auszudrücken und er wusste das und doch hat er nie gefragt. Vielleicht hätte ich meine Hilfe auch direkt anbieten müssen - ich kann es heute nicht mehr reproduzieren, ob ich das nicht sogar tat. Ich bin jedoch sicher, dass in diesem Moment etwas in mir zerbrach, ich meine Achtung und meinen Respekt verlor. Es ist etwas gefährliches, wenn man die Achtung vor seinem Partner verliert. 

Aber ich habe auch meine Fehler gemacht. Es ist nicht fair, alles nur einem Part in die Schuhe zu schieben. Ich war oft zu engstirnig, zu misstrauisch, zu streitlustig?, zu dramatisch, zu jung&unerfahren... diese Liste lässt sich beliebig fortsetzen. Wenn ich daran denke, dass für mich damals die schlimmste Sache, die mit den Pornos war, dann kann ich heute nur lächelnd und kopfschüttelnd denken 'Wäre das doch in all den Jahren danach nur immer mein größtes Problem gewesen.'. Auch dass wir es immer, wenn ich zu Hause war, seiner und meiner Familie recht machen mussten war, vom Beziehungsaspekt her, nicht immer das Ideale und das war bei meiner Familie sicher schlimmer. Ich hätte uns mehr Zeit einräumen müssen, aber das ist schwierig, wenn du deine Familie auch nur dann siehst, wenn du deinen Freund prinzipiell sehen könntest. 

2012 fing unsere so schon knapp bemessene Zeit an, noch knapper zu werden, denn bei mir stand das Physikum vor der Tür mit jeder Menge Testaten in den Semestern davor. Ich musste viel Zeit ins lernen investieren und unsere Gespräche miteinander liefen irgendwann nur noch nach Schema F ab - "Hallo, wie gehts dir?; Was machst du so?; Wie war dein Tag?; Schlaf gut, gute Nacht.". Ich konnte ICQ aufmachen und wusste genau, dass nur das kommen würde. Das langweilte mich und den Fehler dafür suchte ich damals stets beim Architekten. Dass ich mich genauso daran hätte beteiligen müssen, dass unsere Gespräche individueller hätten verlaufen können, dämmerte mir erst Jahre später. 


Ich denke, dass all diese Kleinigkeiten sich zu großen Dingen aufsummierten. Dazu, dass ich mich nicht mehr glücklich fühlte, das Gefühl hatte, wir würden uns voneinander entfernen.  


Im Mai 2012 habe ich dann das getan, was ich selbst stets verurteilte, von mir selbst nie erwartete und bis heute zutiefst bereue. Ich ging fremd. 


Ich war auf die Geburtstagsparty meines damals besten Freundes eingeladen, in der Kaserne in München. Eigentlich war es ein schöner Tag - die Sonne schien, die Partygesellschaft war klasse, wir hatten alle viel Spaß. Wir haben in der Kaserne in einer Bar gefeiert, die prinzipiell jedem Studenten dort zugänglich ist und so mischten sich unter die Partygäste irgendwann auch andere Leute. Als wir gerade am tanzen waren, hat mich plötzlich ein Mann angesprochen, der mir sagte, dass sein Kumpel mich beobachtet hätte und auf mich stehen würde, aber zu schüchtern wäre, mich anzusprechen. Ich hielt das für einen Scherz, fand den Kumpel auch nicht ansprechend, machte mich darüber lustig und ließ somit beide abblitzen. Ich schrieb es wohl auch dem Architekten, dass ich angegraben wurde und mir wünschte, er sei auch hier. Ich bin mir sicher, dass ich das auch exakt so empfunden habe in diesem Moment. Irgendwann ging der Architekt dann ins Bett, wir schrieben uns gute Nacht und ich schrieb ihm noch, dass ich ihn lieben würde. Vielleicht schrieb ich es aus Gewohnheit, vielleicht meinte ich es in diesem Moment auch noch so - ich weiß es heute nicht mehr. Fakt ist, dass bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht der Gedanke in meinem Kopf war, dass ich später in der Nacht fremdgehen würde. Bis dahin war die Welt für mich augenscheinlich noch in Ordnung. 


Zu späterer Stunde in dieser Nacht sollte die Bar dann geschlossen werden. Es waren sowieso nur noch eine Handvoll Partygäste da und diese zwei Typen, die nicht zu den Gästen gehörten, auch. Als wir quasi aus der Bar geschmissen wurden, tummelten sich alle davor und man überlegte, was man denn nun noch weiter machen könnte. Einigen wollten ins Bett, andere waren noch nicht müde - ich selbst war noch hellwach. Zufällig landete ich mit meiner Sitzgelegenheit genau da, wo auch die zwei Jungs waren, von denen ich vorher angegraben wurde und die ich den Rest des Abends eigentlich mied. Wie wir da so saßen und ich unweigerlich zuhörte, was sie so erzählten, empfand ich sie doch als recht sympathisch und witzig. So kamen wir ins Gespräch. Es wurden insgesamt immer weniger Leute und ich hätte einfach ins Bett gehen sollen. Bin ich aber nicht. Stattdessen haben mich die zwei Jungs eingeladen, mit auf ihr Zimmer zu gehen, um zu zocken. Naiv, wie ich war (bin?), ging ich mit. Es war ja nichts dabei und wir haben auch wirklich gezockt, danach noch einen Film geschaut und währenddessen haben sie mich immer weiter mit ihrem selbst gemachten Limes abgefüllt. Das soll gar keine Entschuldigung sein, immerhin ließ ich das auch zu. Der Typ, der ursprünglich angeblich auf mich stand, ist dann irgendwann gegangen, weil von meiner Seite aus gar nichts kam und dann war ich mit dem anderen alleine. Draußen wurde es schon hell und ja, ich denke mir heute immer wieder, dass ich einfach hätte gehen sollen. Bin ich aber auch da nicht und dann kam eins zum anderen. Es ist interessant für mich, dass ich mich an die Details des Abends noch so gut erinnern kann, aber der Typ, mit dem ich den Architekten betrogen habe - ich weiß nicht einmal mehr, wie er hieß. Ich kann mich auch nur noch sehr sehr vage erinnern, wie er aussah. Würde er heute vor mir stehen, ich schwöre, ich würde ihn nicht erkennen. Unterm Strich war es einfach nur (furchtbar schlechter) Sex ohne jegliche Gefühle. Ich frage mich heute immer wieder, warum ich das getan habe. Warum habe ich das schlimmste gemacht, was man einem Menschen nur antun kann? Warum habe ausgerechnet ich jemanden betrogen, wo ich es doch selber nie von mir gedachte hätte, immer verurteilt habe? War es der Alkohol? Hab ich mich allein gefühlt? Habe ich mir von jemand anderem eingefordert, was ich bei meinem Freund vermisst habe? Egal, wie ich es drehe und wende, nichts rechtfertigt, was ich getan habe. 

Kurz nachdem passierte, was passierte, bin ich gegangen. Ich habe mich leer gefühlt - nicht schuldig, nicht traurig - nur leer. Ich habe kurz danach nichts gefühlt und nichts gedacht. Erst nachdem ich dann, in dem Bett, in dem ich schon vor Stunden hätte liegen sollen, geschlafen habe, begriff ich, was da eigentlich gerade passiert war. Ich erzählte es meinem ehemals besten Freund und seine Reaktion war mit Abstand die dümmste, die es darauf geben konnte. Er sagte doch ehrlich zu mir 'Na, wenn ihr beide keinen Orgasmus hattet, dann hast du deinen Freund auch nicht betrogen.' - absolut nicht hilfreich. 


Nach dieser Geburtstagsparty dauerte es noch circa eine Woche bis ich nach Hause fahren und den Architekten wieder sehen sollte. Mir ging so unglaublich vieles durch den Kopf. Allem voran der Gedanke, warum mir das passierte. Ich war und bin davon überzeugt, dass man nicht fremdgeht, wenn in einer Beziehung alles okay ist und bis zu diesem Abend war in meiner Beziehung doch alles okay - oder etwa nicht? Musste ich tatsächlich erst fremdgehen, damit mir klar wurde, dass in meiner Beziehung ganz und gar nicht alles okay war? Ich stand außerdem vor einem Scheideweg und hatte mehrere Möglichkeiten: Es war ein einmaliger Ausrutscher ohne Gefühle, nur Sex - ich hätte so tun können, als wäre das alles niemals passiert, es für mich behalten und einfach so weiter machen können. Ich hätte es dem Architekten sagen können - am Telefon, per SMS oder dann eben in einer Woche persönlich - und dann schauen, was passiert wäre. Vielleicht wäre es trotz der Wahrheit zu retten gewesen? Aber wie? Das Problem der fehlenden Nähe - es wäre ja nicht zu beseitigen gewesen. Ich hätte aber auch Schluss machen können, ohne ihm zu sagen, dass ich fremdging. Ich wusste einfach nicht, was ich am besten hätte tun sollen. Ich habe mit meinen Freundinnen darüber gesprochen und auch sie waren unterschiedlicher Meinungen. Ich selber hätte es wohl erfahren wollen, einfach nur, um es zu wissen. 


Während dieser Woche, kam ich zu dem Entschluss, dass ich diese Beziehung beenden müsse. Wären meine Gefühle für den Architekten stark genug gewesen, dann wäre ich nicht fremdgegangen und so weiterzumachen, wie bisher - ihn und mich zu belügen - das hätte ich weder gewollt, noch geschafft. Ich gebe zu, dass ich durchaus auch wissen wollte, was es in mir auslösen würde, ihn nach all dem wieder zu sehen, ihn vor mir zu haben. Was würde ich fühlen? Außerdem war ich der Meinung, dass ich es ihm nach mehr als zwei Jahren einfach schuldig war, persönlich Schluss zu machen.  


Blöderweise trug der Architekt, als wir uns wieder sahen, eine Sonnencreme, die meines Empfindens nach ganz furchtbar roch. Ich war also mehr auf seinen Geruch konzentriert, als darauf, was ich denn fühlen würde. Trotzdem wusste ich, dass mich ein Geruch nicht von der eigentlichen Sache ablenken dürfe. An dem Tag, als er zu mir kam, haderte ich stark mit mir. Ich suchte Abstand von ihm, um mit mir selber klarzukommen. Wir schufteten an dem Tag noch bei meinen Eltern auf dem Hof, grillten danach und erst danach brachte ich selber den Mut auf, mit ihm zu reden und die Sache zu beenden. Mir war bewusst, dass dieses Ende für den Architekten unerwarteter kam, als für mich. Ich wusste, dass es ihn zerstören würde, dass ich ihn damit zerstören würde und so entschied ich mich dazu, ihm NICHT zu sagen, dass ich fremdging und das der Auslöser meiner Aktion war. In erster Linie wollte ich ihn schützen. Vielleicht hatte ich selber auch Angst vor der Reaktion. Aber tatsächlich wollte ich ihn einfach nicht nur noch mehr verletzen, als er es eh schon war. Natürlich begriff er nicht, woher mein plötzlicher Beziehungsabbruch denn jetzt kam. An diesem Abend war es dann auch schon zu spät für ihn, um wieder nach Hause zu fahren. Er schlief dann also in meinem Bett und ich bei meiner kleinen Schwester, ging voll auf Abstand zu ihm und er verstand das einfach nicht. Hätte ich ihm damals einfach die Wahrheit gesagt, dann hätte es ihm das alles vielleicht einfacher gemacht oder es hätte ihn eben komplett ruiniert und ich wollte ihm das einfach nicht antun. Am nächsten Morgen brachte ich ihn zum Zug, wir gingen an diesem Tag freundschaftlich auseinander. 


Danach blieben wir in Kontakt. Der Architekt machte es sich zum obersten Ziel, mich zurückzugewinnen, sich für mich zu verändern. Er liebte mich und dass er mich verloren hatte, machte ihm das erst wieder richtig bewusst, als wäre er aus einer Art Winterschlaf aufgewacht. Wann immer wir miteinander schrieben, machte er mir deutlich, was er für Fortschritte gemacht habe; was er dafür tat, mich zurückzugewinnen, woran er arbeitete, erinnerte mich an wundervolle gemeinsame Zeiten und wollte doch nur eins - mich wieder sehen, mit mir reden, mich glücklich machen, wieder mit mir zusammen kommen - mich. Er sagte einmal zu mir - ich denke, es war schon vor der Trennung - dass ich seine erste und seine letzte Frau sein solle. Nach der Trennung schrieb er sogar, dass er so liebend gerne um meine Hand angehalten hätte. Wenn ich das heute alles lese, dann bricht es mir das Herz - wie sehr mich dieser Mann geliebt hat und wie achtlos ich das alles einfach weggeworfen habe und in jedem unserer Gespräche nach der Trennung war ich so kalt, eiskalt. Nach der Trennung war er sogar noch einmal in München, wollte mich da auch gerne sehen, aber es kam nie dazu, weil ich das damals nicht wollte, aber auch viel lernen musste zu der Zeit. Heute denke ich mir, dass ich damals vielleicht so kalt war, weil ich wusste, was ich verbrochen hatte und vielleicht hätte ich das alles stoppen können, wenn ich ihm einfach nur die Wahrheit gesagt hätte. Aber ich dachte mir wohl, dass es irgendwann vergehen würde, dass es bei ihm irgendwann aufhören würde, auch ohne dass ich nochmal nachgetreten hätte. Denn es war für mich nichts anderes - die Wahrheit wäre nachtreten gewesen. Doch hätte er die Wahrheit da schon gewusst, hätte es ihm vielleicht vieles leichter gemacht oder er hätte mir verziehen und mich trotzdem zurückgewollt? Wer kann das heute schon wissen? Ich war jedoch ein Feigling vor dem Herrn! 


Ein paar Monate danach brach unser Kontakt dann ab. Ich habe es schon immer gesagt, ich bin kein Mensch, der lange alleine bleibt und während der Architekt daran arbeitete, das zu werden, was ich immer wollte, wusste ich für mich, dass es kein Zurück geben würde. Nicht, wenn er die Wahrheit nicht kennt und die sollte er nicht kennen. Ich habe mir damit auch selber etwas aufgebürdet. Ich konnte es selber nie wirklich aufarbeiten. Es ist wie ein Fleck auf deiner Weste, den du nicht mehr rausbekommst, was du auch tust. Es wie eine dunkle Wolke, die immer über dir schweben wird. Und egal, wen du zukünftig auch kennenlernst, du musst dich immer vorstellen mit 'Hallo, ich bin die Muffin und ich bin schon mal fremdgegangen!'. Da für mich feststand, dass es kein Zurück gab, blickte ich nach vorne und lernte so schließlich den Friesen kennen. Darüber schrieb ich hier und als der Architekt das las, brach er den Kontakt hab. Das war mit Sicherheit noch einmal der letzte Stich, den ich ihn versetzte. Von da an wusste auch er, dass das Projekt 'zurückgewinnen' gestorben war. Er bat mich den Kontaktabbruch zu respektieren und zu akzeptieren und sagte mir, dass ER sich eines Tages melden würde, wenn er soweit wäre.


Das passierte alles 2012.


Seitdem ging es mir öfter im Kopf herum. Ich überlegte immer wieder, ob ich ihm nicht doch erzählen sollte, dass ich fremdging. Aber warum? Um dann NOCH EINMAL nachzutreten? Es wäre nur für mein Gewissen gewesen, damit ICH es aufarbeiten kann, damit ICH endlich ehrlich sein kann, denn ich denke, was mich wirklich all die Jahre belastete war, mit einer Lüge leben zu müssen, wo ich doch sonst einfach immer ehrlich bin. Aber da wir keinen Kontakt hatten, wusste ich auch nie, wo der Architekt gerade steht - ist er darüber hinweg, ist er glücklich, reiße ich alte Wunden auf, muss das sein? Und wie hätte ich es überhaupt anstellen sollen, ihm das zu sagen? Ich entschied mich in all den Jahren dazu, es ihm nicht zu erzählen. Ich fragte mich aber immer mal wieder, wie es ihm so gehe... Irgendwann einmal, ich schätze, dass es 2013 gewesen ist, schrieb ich es hier in meinen Blog, dass ich schon einmal fremdging. Es war mit 99%iger Sicherheit aus meinem Eintrag nachvollziehbar, dass es der Architekt gewesen sein musste, den ich betrog. Ich glaube, dass es der, dessen Name nicht genannt werden darf, war, der mich im Endeffekt dazu brachte, den Eintrag wieder zu löschen - nur für den Fall, dass der Architekt noch immer hier lesen sollte. Es sich von der Seele schreiben zu wollen hin oder her - er sollte es nicht erfahren und schon gar nicht so. Also löschte ich den Eintrag wieder. Aber anscheinend stand er lange genug hier, dass der Architekt ihn doch las und von da an wusste er, was Sache war. 


Ich habe mich in all den Jahren nicht an den Kontaktabbruch gehalten. Ich gratulierte jedes Jahr zum Geburtstag, mit Ausnahme von 2015, bekam jedoch nie was zurück. Ich denke mir auch, wie blöd er sich vorgekommen sein musste, das all die Jahre zu wissen und dann immer wieder Geburtstagswünsche von mir zu bekommen, ohne dass ich es jemals anspreche - was für eine Heuchelei und wie dumm muss er sich erst vorgekommen sein, dass er wirklich ALLES tat, um mich zurückzugewinnen, als er es noch nicht wusste - Die, die ihn betrogen hatte. Das hätte er sich vielleicht alles ersparen können, hätte er von Anfang an gewusst, woran er war. 


...und doch hat er selber es auch nie angesprochen. Da kam nie- nicht ein einziges Mal- eine Beleidigung und dass ich mir das einfach sparen solle. Nichts dergleichen. Ich sagte nichts und er sagte auch nichts.  


Jetzt ist es 2016. Es ist nun schon vier Jahre her und letzte Woche ging mir der Architekt im Kopf herum. Ich fragte mich wieder einmal, was er denn wohl so mache, wie es ihm so erginge. Mal abgesehen vom Informatiker habe ich zu meinen Exfreunden ein gutes Verhältnis. Ich ertappe mich oft dabei zu denken, dass ich zum Architekten auch gerne ein gutes Verhältnis haben möchte. Ich sprach mit dem, dessen Name nicht genannt werden darf darüber und er sagte, ich solle dem Architekten doch mal schreiben - was habe ich schon zu verlieren? Außer dass er nicht antworten würde, so wie die Jahre davor, aber darauf wäre ich schließlich eingestellt und so schrieb ich und tatsächlich antwortete er mir diesmal. Nicht sofort, erst einen halben Tag später und ich gebe zu mit dieser Antwort nicht gerechnet zu haben. 


Er sagte mir, dass er wisse, dass ich fremdging und dass ich doch endlich mal mit der Wahrheit rausrücken solle, denn wäre ich nicht endlich ehrlich zu ihm, würde er kein Wort mit mir wechseln. Als ich diese Nachricht las, war ich erleichtert, dass es zur Sprache kommen sollte. Endlich... Ich war auch erschrocken, dass er es wusste, aber nur für einen Moment, weil mir klar war, dass er es nur von hier haben könne. Ich dachte keine Sekunde darüber nach, das zu leugnen, im Gegenteil. Der Architekt hat eine Mauer eingerissen, die ich all die Jahre versucht habe, aufrecht zu erhalten, obwohl er es schon längst wusste. Also redete ich nicht mehr um den heißen Brei. Ich ließ ihn wissen, dass ich ihm es nie sagte, weil ich zum einen nicht wusste, wie ich das hätte anstellen sollen und zum anderen, weil ich ihn eben schützen wollte. Auch, dass es mir Leid tut, dass ich auf der Welt nichts mehr bereue, als dass ich das damals tat und dass er mir das mit Sicherheit nie verziehen hätte.

Daraufhin warf er mir Egoismus vor. Er glaube nicht, dass ich ihn hätte schützen wollen - es ging doch stets nur um mich und dass ich in einem guten Licht dastehe; dass ihm meine Reue nichts bringe, es dafür jetzt zu spät sei und er mir es vielleicht hätte verzeihen können, hätte ich die Wahrheit gesagt und nicht immer weiter gelogen; dass er mir gar nichts mehr glaube und dass ich - sollte es mich tatsächlich interessieren, wie es ihm ginge - vor ihn treten, ihm in die Augen schauen und persönlich mit ihm sprechen solle. Er warf mir vor, mich hinter einer Tastatur zu verstecken und brachte schlussendlich noch an, dass ich mit meiner Nachricht auch noch einen Tag hätte warten können, immerhin wäre es dann dasselbe Datum wie vor 7 Jahren gewesen, als wir das erste Mal miteinander schrieben.


Gerade als ich das letzte las, dachte ich 'Scheiße, ist das wirklich auf den Tag 7Jahre her? Und warum weiß er das noch?' - Ich weiß oft noch, wann ich mit den Männern zusammen kam, aber nicht, wann ich das erste Mal mit ihnen schrieb. Ich meine, der Architekt und ich kamen im Februar zusammen und dass wir im November davor das erste Mal schrieben, hatte ich nicht auf dem Schirm. Aber er wusste nicht nur den Monat, nein, er weiß das Datum. Ich weiß bis jetzt nicht, wie ich darüber denken soll, wie ich das einschätzen soll. Der, dessen Name nicht genannt werden darf, spielte den Sachverhalt herunter - er wisse auch noch, wann er und ich uns kennenlernten. Na ja, aber wir lernten uns kennen und waren ein paar Tage darauf ein Paar - es ist ein bisschen was anderes. Andere meiner Freunde hatten zu diesem Sachverhalt andere Ansichten. 


Ich ließ den Architekten wissen, dass es nicht meine Absicht war, dieses Datum zu erwischen. Ich fragte ihn, was es ihm gebracht hätte, es von Anfang an zu wissen, dass ich untreu war und dass ich der Meinung war, es würde ihn zerstören und es ihn deshalb nicht wissen lassen konnte. Ich sagte ihm auch, dass es mich WIRKLICH interessiere, wie es ihm ginge und ich demnach auch vor ihn treten würde, wenn er das denn wirklich wolle.

Er antwortete, dass er es wirklich wolle und dass er nach unserer Trennung auch deshalb damals noch mal in München war, um mit mir zu reden (damals wusste er nicht, dass ich fremdging und es kam nie zu diesem Treffen, obwohl er in Muc war und mich darum bat, dass wir uns treffen). Weil ich ihm sagte, dass ich dachte, ich hätte damals erwachsen gehandelt, ließ er mich wissen, dass fremdgehen nicht erwachsen wäre und man das nur mache, weil man es nötig habe; dass er denke, ich habe ihn insgesamt sehr oft belogen, weil ich eben nicht mit ihm darüber sprach, wenn mich etwas bedrückte und dann ließ er mich noch wissen, was er seit damals erreicht habe und fragte mich, ob sich bei mir denn seit damals etwas veränderte, was er jedoch nicht glaube. Und dann teilte er mir noch mit, dass er nach mir mit keiner einzigen anderen zusammen war. Er hat es versucht- das ließ er mich auch wissen aber es wurde nie mehr daraus.


Ich hatte ein bisschen das Gefühl, als wolle er sagen, dass er heute all das ist, was ich mir damals so sehr wünschte. Dass er es geschafft hat - den Master (und das sogar sehr gut), eine eigene Wohnung zu haben, mit beiden Beinen im Leben zu stehen, sich von Mama abzunabeln, selbstständig zu sein - als wolle er zeigen, dass er das geworden ist, obwohl ich das damals alles achtlos wegwarf. Und ich kam nicht drum herum, stolz auf ihn zu sein. Das habe ich ihm nicht geschrieben, habe gesagt, dass er selber stolz sein kann, aber ich bin es doch auch. Ich hoffe nur inständig, dass er das alles für sich selber geschafft hat, weil ER es so wollte und nicht, dass insgeheim ich sein Antrieb war - sei es, weil er mir eines Tages zeigen wollte "Nimm das" oder sei es, weil er noch immer Gefühle hatte. Auch dass er mich wissen lässt, dass es keine andere nach mir gab - was soll ich darüber denken? Hat es nicht geklappt, weil da immer noch Gefühle für mich waren? Hat es nicht geklappt und es hatte gar nichts mit mir zu tun? Gibt er mir etwa die Schuld, dass es nie geklappt hat? Wollte er mir sagen, dass es mit den Frauen nicht klappt, obwohl er nun all das ist und erreichte, auf das ich so viel Wert legte? Ehrlich gesagt, weiß ich einfach nicht, wie ich diese Information werten soll. Aber wenn ich zurückdenke, wie turbulent mein Liebesleben seit 2012 war, was alles passierte, wer kam, wer ging - krass. Was ich in dieser Zeit erlebte, was ich durchmachte... wie ich einfach meine Rechnung beim Karma dafür beglichen habe, für das, was ich dem Architekten antat (auch wenn er davon nichts hat). Wenn ich heute über meine Probleme mit dem Architekten nachdenke, sind diese fast lächerlich, nichtig - in Relation zu allem, was danach kam für mich. 


Also...ich fragte den Architekten mehr oder weniger noch einmal danach, ob er sich denn sicher sei, dass er mich sehen wolle. Dass ich denke, er sei wütend und dass das sein gutes Recht wäre; dass ich mir bewusst bin, dass ich ihm das Schlimmste antat, was man einem Menschen antun kann und ich selber daran auch Schuld war und es nicht fair war, ihm damals jegliche Schuld in die Schuhe zu schieben. Habe ihm ebenfalls gesagt, dass ich noch immer Tiermedizin studiere und voraussichtlich im März fertig werde, da sich alles um ein Jahr verschob bei mir.

Er sagte, ich sei selber Schuld, dass er so eine negative Meinung von mir habe und dass er nicht wütend sei, aber es Dinge aus seiner Abrechnung wären (ich weiß nicht, ob er sich irgendwo eine Liste geschrieben hat). Er bezeichnete mein Verhalten als hinterf*tzig und sagte, dass das einer angehenden Tierärztin nicht würdig wäre. Er schrieb, dass er denke, dass mich München sehr zum negativen verändert habe und dass er nicht denke, dass WIR uns voneinander entfernten, denn es war ihm damals selbst nicht Recht, dass wir nur so wenig Kontakt am Tag hatten, er mir aber alle Zeit der Welt geben wollte für mein Studium. Viel mehr denke er, ICH habe mich von Beginn des Studiums an entfernt. Und dann fragte er noch bzw. vermutete er, dass ein Kerl daran Schuld sei, dass sich mein Studium verschob.

Ich fragte ihn, was mein Verhalten bitte mit meinem Beruf zu tun habe; erklärte, dass ich mit Sicherheit keinem Mann die Schuld daran geben kann, wenn ich nicht lernen würde; dass mich München vielleicht in der Beziehung zu ihm zum negativen veränderte, ich jedoch nicht denke, dass dem generell so wäre. Im Gegenteil, München hat mich gelassener, erwachsener und reifer gemacht. Ich habe ihm erklärt, dass ich mich damals oft einsam fühlte und nicht das Gefühl hätte, dass er etwas dafür tat, nach Muc zu kommen und dass ich enttäuscht war, dass er mich nie um Hilfe bat und dass ich nicht die Einzige war, die sich entfernte, denn immerhin hatte ich den Wunsch, dass er nach Muc kommt, wir zusammen ziehen und uns eine Zukunft aufbauen. Ich gab zu, dass ich vielleicht hätte geduldiger sein müssen, das alles aber auch nicht entschuldigt, dass ich untreu war. 

Daraufhin stellte der Architekt in Frage, dass ich reifer geworden sei - vielleicht in Hinblick auf die Männerwelt, aber sonst wohl kaum. Er warf mir vor, noch immer einen Grund zu suchen, anderen die Schuld zu geben und dass ich mich kein bisschen verändert habe und ich mir doch mal überlegen solle, weshalb alle meine Beziehungen zu Bruch gehen würden. Er warf mir meine Schwächen vor, von denen er denke, dass ich sie noch immer habe: Eifersucht, Kontrollzwang und dass man mit mir nicht diskutieren könne. Er wünschte sich, er hätte mir das früher schon gesagt, anstatt meine Eigenschaften zu tolerieren. Heute könne er das, denn uns verbinde nichts mehr. Außerdem habe er eine andere Sicht auf die Dinge, als ich, aber das würde bei mir eh auf kein Gehör stoßen, da ich denke, ich mache alles richtig und selten Fehler.


Diese letzte Nachricht kam an einem Morgen und ja, die hat gesessen. Ich weiß nicht, ob ich in meiner Nachricht davor etwas sehr provozierendes schrieb oder ob der Architekt an diesem Tag mit dem falschen Fuß aufstand, ob er mich absichtlich treffen und verletzen wollte oder ob das einfach nur mal raus musste. Ich hatte jedenfalls das Gefühl, dass er mich mit dieser Nachricht auf jeden Fall verletzen wollte und er hat teilweise auch wirklich wunde Punkte getroffen, denn er hat vollkommen Recht - ich bin noch immer ein sehr eifersüchtiger Mensch und ich habe das Bedürfnis danach, über vieles die Kontrolle zu behalten. Anstatt besser, sind diese beiden Eigenschaften nach dem Friesen und nach dem Informatiker nur noch viel schlimmer geworden und es fällt mir schwer, an diesen Dingen zu arbeiten. Das mit der Diskussion traf mich hingegen kaum, denn in einer Diskussion behält immer der Recht, der die besseren Argumente hat und wenn ich am Ende immer das letzte Wort haben muss, dann einfach weil der mir gegenüber nicht die besseren Argumente hat oder frühzeitig nachgibt, fertig. Aber auch, dass ich darüber nachdenken solle, warum meine Beziehungen nicht funktionieren... da schwingt so ein bisschen mit, dass ich selber an all dem Schuld sei, was mir passierte... dass mich der Friese mit der Rothaarigen betrog, dass mich der Informatiker auf die übelste aller Art und Weisen hat leiden lassen, die man sich vorstellen kann. Ich denke gar sehr oft darüber nach, ob mich an diesen Dingen auch die Schuld trifft - sicher nicht daran, dass der Informatiker einfach nur ein kranker und gestörter Psychopath ist, nein, daran sicher nicht, aber es war ein verdammt wunder Punkt und da hat der Architekt durchaus gut geschossen. Treffer und versenkt!  

Also fragte ich ihn, woher er wissen will, dass ich nicht reifer geworden sei; mit welchem Recht er das behaupte. Ich sagte ihm, dass ich nicht immer die Schuld bei anderen suche, ich mir Fehler eingestehe und dachte, dass ich das auch bereits in unserem Gespräch tat und ich den Eindruck habe, er fühle sich persönlich von mir angegriffen. Ich wolle ihm keine Schuld zuweisen, mich nur erklären, wie ich die Dinge damals fühlte.  Sagte, dass ich denke, dass am Ende immer beide Schuld sind, wenn eine Beziehung scheitere. Ich ließ ihn wissen, dass ich nicht finde, dass er ein Recht dazu habe, sich ein Urteil darüber zu bilden, weshalb meine Beziehungen in die Brüche gingen und dass das genauso widerlich ist, als würde ich ihm sagen, er solle sich mal Gedanken darum machen, weshalb es bei ihm nicht mit den Frauen klappe und dass wir dazu beide kein Recht hätten und er das also bitte lassen solle. Ich sagte auch, dass ich mir sehr wünschte, dass er mir seine Vorwürfe schon früher gemacht hätte. Und dann habe ich ihm gesagt, dass ich zwar nicht wisse, ob er noch immer in der Nähe wohne, aber in welcher Zeit ich voraussichtlich zu Hause sein werde. 

Das ist dieses Mal leider gar nicht lange, über Weihnachten werde ich arbeiten, wie letztes Jahr schon und dann bin ich insgesamt nur 1,5 Wochen zu Hause- über Silvester, das war mir wichtig. Allerdings ist bei uns zu Hause auch gerade vieles im Umbruch und ich weiß nicht, ob ich die Zeit finden werde, mich mit dem Architekten zu treffen. Ich wünsche mir das, vor allem für ihn, aber sicher ist es eben nicht. 

Der Architekt schrieb, dass ich mir meine Fehler schon eingestehen würde, aber nur innerlich. Dass ich darauf warte, dass andere den ersten Schritt machen würden und ich erst dann meine Fehler zugeben würde und was es bringen würde, den Fehler nach vier Jahren zuzugeben. Er erklärte mir, dass er nach wie vor eine abwertende Haltung mir ggü habe, wegen meines Verhaltens an unserem letzten Wochenende, an dem ich die Beziehung beendete, das sich bei ihm "eingebrannt" habe und er gestand mir zu, dass ich mich vielleicht verändert habe, er mir aber keinen Glauben schenke und das auch nicht müsse, als Abservierter. Dass ich ihn über die letzten Jahre immer mal wieder anschrieb, obwohl er das doch nicht wollte, würde ihm allein zeigen, dass sich bei mir nichts geändert habe. Er hatte gesagt, er würde sich melden und das wäre eben nicht von jetzt auf gleich. Und dass er dann auch mit der Tür ins Haus fallen musste, damit das Fremdgehen endlich mal zur Sprache käme. Dieses Thema läge ihm schon länger am Herzen und es wäre nur eine Frage der Zeit gewesen, bis ich mich mal wieder melden würde. Er wolle endlich Klarheit haben und ER würde das Gespräch suchen, nicht ICH. Dies wäre erwachsen sein - sich auf Gespräche einlassen, Konflikte lösen, anstatt davor wegzurennen oder diese vor sich herzuschieben. Dass er so über mich urteile, wie er es tut, wäre sein Recht, weil das seine Meinung sei. Dann ließ er mich noch wissen, dass er noch immer in der Nähe wohnt, in meinem angegebenen Zeitraum aber nur sehr begrenzt Zeit habe. 

Ich sagte, dass ich meine Fehler in den letzten Jahren öfter eingestanden habe - vor mir, vor anderen und zuletzt auch in unserem Gespräch und dass ich auch nicht immer darauf warte, dass jemand anderes Dinge anspreche, ich aber nicht wusste, wie ich es hätte anstellen sollen, es ihm zu sagen. Noch einmal machte ich ihm deutlich, dass ich ihn außerdem habe schützen wollen und dass diese Tat auch mich belastet hat und ich es ihm mit Sicherheit auch nicht sagte, weil er keinen Kontakt wollte, denn was er als ’hin und wieder’ beschrieb, waren lediglich Gratulationen zum Geburtstag und an diesem Tag würde ich ihm sicher nicht aufs Brot schmieren, was ich einst tat. Dann unternahm ich den Versuch, ihm zu erklären, weshalb ich mich an unserem letzten Wochenende so verhielt, wie ich es eben tat und gestand ein, dass dieses Verhalten arschig war, ich es aber einfach nicht besser wusste damals. Ich sagte ihm, dass ich finde, dass auch er feige gewesen sei. Wenn ihm dieses Thema auf dem Herzen lag, hätte er es ja auch ansprechen können, schon längst und nicht darauf warten müssen, dass ich mich wieder melde, obwohl er das doch gar nicht wollte. Außerdem sagte ich ihm, dass ich fände, dass wir dann beide nicht erwachsen gewesen wären, nachdem was er schrieb, denn auch er rannte weg und ließ sich auf kein Gespräch ein.


Er sagte, wir seien beide feige gewesen - Er, weil er zu viel tolerierte und ich, weil ich ihn betrog und die Wahrheit verschwieg. Er stellte die Frage, ob man es abstellen oder hätte vermeiden können und beantwortete diese Frage auch gleich für sich damit, dass man meins sicher nicht hätte abstellen können, so wie ich immer reagiert habe, wenn er mal keine Lust auf Sex hatte. Es kristallisierte sich heraus, dass er auch nicht gewusst hatte, wie er das Thema hätte zur Sprache bringen können und dass er es eben schon lange wisse und sich mittlerweile auch nicht mehr darüber aufregen würde - ich denke, das war gelogen, denn warum führen wir dieses Gespräch, warum wurde er teilweise so gemein, wenn ihn das alles nicht mehr aufregen würde? Aber nun gut. Er ließ mich wissen, dass er es hier über meinen Blog erfuhr und mitbekam, dass der Eintrag auch wieder gelöscht wurde. 

Ich antwortete, dass ich denke, dass wir beide schon viel früher vieles anders hätten machen können und es auch gemusst hätten und dass dann sicherlich auch das fremdgehen vermeidlich gewesen wäre.

Der Architekt sagte, dass, wenn es keine Fernbeziehung gewesen wäre, hätte vielleicht mehr daraus werden können. Er sagte aber auch, dass ich mit Sicherheit irgendeinen Grund gefunden hätte und wenn man jemanden aufrichtig liebe, dann ginge man nicht fremd. Er erinnerte mich daran, dass er mir damals sagte, er habe Angst um mich und darum, wie mich ein anderer Mann behandeln würde und dass ich ihn daraufhin als Egoist beschimpft hätte. Ich muss gestehen, dass ich mich an den ersten Teil erinnern kann, jedoch nicht an den letzten und ich bin mir fast sicher, dass ich das so nicht sagte, aber wenn, dann war das eine ziemlich dämliche Aussage. Habe ich dem Architekten dann auch so gesagt. Er schrieb jedoch auch, dass seine Sorge vielleicht nicht ganz unbegründet gewesen sei, nachdem was er so gelesen habe. Wäre er gemein und hinterhältig gewesen, dann hätte er mich in meinen schlimmsten Phasen mit diesen Dingen konfrontieren können und mir zusätzlich zusetzen können, was er aber nicht tat und er wisse nicht, wie es nun bei mir aussehe, aber vielleicht sei ja nun der richtige Zeitpunkt dafür, um die Dinge anzusprechen.


Auch hier muss ich sagen, dass ich nicht weiß, wie ich es einordnen soll. Er schreibt mir hier also ganz offen, dass er in all den Jahren noch immer hier gelesen hat und er genau weiß, was ich durchgemacht habe. Trotzdem sagt er auch, dass er mir nicht zugesetzt hat, als er es hätte tun können. Warum hat er es nicht gemacht? - Wollte er beweisen, dass er ein besserer Mensch ist, als ich? Oder weil ich ihm immer noch etwas bedeutet habe? Hat er sich insgeheim ins Fäustchen gelacht, als er hier laß und sich gedacht, dass mir das alles recht geschehe oder hatte er etwa Mitleid mit mir? - Egal, ich sagte ihm, dass ich ihm dankbar dafür sei, dass er mir in meinen dunklen Stunden eben nicht noch zugesetzt hat. Außerdem sagte ich, dass ich denke, dass wir nicht wissen können, ob jemals mehr daraus geworden wäre, merkte an, dass wir vielleicht auch niemals zusammengepasst haben, dass ich vielleicht einen Grund gesucht und gefunden hätte oder es auch ihm eben irgendwann zu viel geworden wäre - wir das aber eben einfach alles nicht wissen können. Ich ließ ihn wissen, dass ich das mit dem fremdgehen und dem aufrichtig lieben, prinzipiell so sehe, wie er, wenn auch etwas komplexer. Ich habe ihm das nicht weiter erklärt, aber aufgrund meiner Erfahrungen denke ich, dass es Unterschiede gibt. Prinzipiell ist fremdgehen immer scheiße, aber ich denke, es gibt Unterschiede - Sind Gefühle im Spiel/sind sie es nicht? Ist es einmaliges Fremdgehen oder geht das über Wochen/Monate/Jahre? Bereut man es oder will man den anderen damit erst richtig verletzten? Ich denke einfach, dass es Unterschiede im fremdgehen gibt. 


Der Architekt schoss prompt zurück, dass es so typisch für mich sei, alles komplexer zu sehen und dass er nicht denke, dass ich es damals schon komplexer sah, da ich damals noch nicht wusste, was es für weitreichende Konsequenzen habe und wie ich es heute sehe, sei ihm egal. Dann zählte er auf, was ich ihm damals noch so an den Kopf warf - dass ich Angst hatte, er würde mit der Erstbesten, die ihm zuzwinkern würde, durchbrennen und mich verlassen und dass dann genau mir das geschehen sei - Ich bin mit dem Erstbesten, der mit seinem Schwanz vor mir wackelte ins Bett. Oder dass ich ihn fragte, ob er sich bewusst sei, was andere Menschen für ihn taten - ob ich mir denn bewusst sei, was er damals für mich tat, als er zB in meiner Zeit im Krankenhaus für mich da war? Und wenn wir nicht zusammengepasst hätten, weshalb wir dann 2 Jahre, 3Monate und 9Tage zusammen gewesen wären. Was ich so faszinierend an ihm gefunden habe und dass er das doch eigentlich nicht wissen will. Er merkte an, dass es klinge, als wäre er eine große Belastung für mich gewesen, konstruierte noch einmal mit genauen Tagen den Ablauf in der Zeit vom fremdgehen bis zum Beziehungsende, weil da Unklarheiten aufkamen und sagte, dass er das alles noch so genau wisse, weil es in seinem Kopf hängen blieb. Er sagte, dass ich damals schrieb, ich könne nie lange alleine sein und dass das schön für mich wäre - er wollte es auch nicht sein, aber ihn frage keiner und er hatte in den letzten Jahren oft Momente, in denen er sich einsam fühlte und in diesem Momenten kam er nicht auf andere Gedanken, sondern dachte an mich - so große Kloschüsseln gab es gar nicht, wie er hätte er kotzen können.


Nun, ich denke, als ich in Frage stellte, ob wir jemals zusammengepasst haben, habe ich ihn verletzt, wenn auch nur unbewusst. Dass er auf den Tag genau weiß, wie lange wir zusammen waren, finde ich erschreckend - dass er es nicht noch auf die Sekunde genau weiß... Dass er sich oft einsam fühlte in den letzten Jahre merkte er auch an... ich weiß nicht, ob er mir vorwirft, daran Schuld zu sein - hätten wir uns nie getrennt, wäre er vielleicht nie einsam gewesen. War es das, was er mir sagen wollte? In den einsamen Momenten musste er an mich denken - hätte er sich gewünscht, ich wäre da gewesen? Obwohl ich ihn so verletzt habe? Ich denke, dass der Satz mit den Kloschüsseln wohl daraus resultierte. Ein 'Ich hasse dich und das, was du mir angetan hast, aber ich kam trotzdem nicht von dir los, obwohl ich es wollte.', das interpretiere ich zumindest dahinein.


Ich fragte ihn, weshalb er denn überhaupt ein Treffen wolle, wenn es ihm doch egal ist, wie ich darüber denke. Ich erklärte, dass ich ihm diese Dinge damals an den Kopf warf- mit dem durchbrennen der erstbesten Dame-  sicher etwas mit meinen Verlustängsten zu tun hatte und ich ja nicht ahnen konnte, dass genau der umgedrehte Fall eintreffen würde, da ich das weder geahnt, noch geplant hatte. Ich sagte, dass es eben einfach passierte, dass ich aber wisse, dass das keine Entschuldigung sei und auch, dass es dafür keine gebe. Ich ließ ihn wissen, dass ich es sehr wohl zu schätzen wusste, dass er in meiner Zeit im Krankenhaus für mich da war und ich einiges an ihm zu schätzen wusste, es aber ok sei, wenn er nicht wissen wolle, was das war. Ich schrieb auch, dass ich ja nicht sagte, DASS wir nicht zusammenpassten, es lediglich als eine Möglichkeit in Betracht zog. Dass ich so lange mit ihm zusammen war, begründete ich damit, dass ich damals noch nicht wusste, was genau ich will und was ich nicht will und das erst mit der Zeit merkte. Sagte, dass ich viel früher darüber hätte nachdenken müssen und dann auch mit ihm reden und wir hätten schauen müssen, ob diese Dinge änderbar gewesen wären und ob er das überhaupt gewollt hätte - der Fehler somit eindeutig auf meiner Seite liege, aber eben nicht ausschließlich. Dass ich fremdging hätte so oder so nicht sein dürfen, ist aber passiert und nun nicht mehr änderbar und er sagte ja auch, dass ihn nicht interessiere, wie ich heute denke - also fragte ich, was ich seiner Meinung nach denn tun solle. Ich sagte bereits, es täte mir Leid, dass ich es bereue, dass ich heute vieles anders machen würde, dass ich weiß, dass ihm das alles nichts nütze, aber was er denn von mir erwarte. Ich sagte ihm auch, dass er niemals eine Belastung für mich war, dass es mir unendlich leid täte, dass er in den letzten Jahren einsam war und immer wieder daran dachte in schwachen Momenten und ich weiß, dass er mein Mitleid nicht brauche. Sagte aber auch, dass es auch nicht immer toll war, gleich neue Beziehungen zu haben.


Er schrieb, dass er das Gespräch wolle, damit ich ihm das endlich ins Gesicht sage, er dann vllt Ruhe finden könne und einen Schlussstrich darunter ziehen - vielleicht auch nicht - wer wisse das schon? Dass es damals einfach so passierte, kaufe er mir nicht ab. Immerhin würde ich ja immer sagen, dass nichts ohne Grund geschehe und ich für einfach nur 'Spaß' auch ruhig noch eine Woche hätte warten können. Er stimmte mir zu, dass wir hätten reden müssen, sagte, er hätte sich auch auf Kompromisse eingelassen, stellte jedoch in Frage, ob ich das auch getan hätte. Er fragte indirekt, was wohl schlimmer sei - immer wieder neue Beziehungen, die scheiterten oder gar nicht erst die Chance auf Glück zu haben. Er sagte, jeder Mensch habe schwache Momente und ich hätte einen der größten gehabt, als ich fremdging, als Lust, Trieb und Verlangen größer waren, als jede Vernunft.  Dann sagte er mir, dass er bis heute, Leute innerlich verbessert, wenn sie 'das Einzigste' sagen. Das ist eigentlich so eine Eigenart von mir. Ich mache das. Ich hasse es, wenn Leute 'einzigste' sagen. Es heißt 'einzige'. Dasselbe ist es mit frühs, aber egal. Er sagt mir damit, dass er noch immer an mich denkt, bis heute. Es kommen ihm immer wieder Dinge hoch, das habe ihn irgendwie krank gemacht. Es sei wie eine Allergie und das werde er mir nie verzeihen. Und was ich tun könne? - rein gar nichts, denn was immer ICH auch versuche, es kann nicht rückgängig gemacht werden. 


Ich weiß also, dass er noch immer aktiv an mich denkt in vielen Dingen. Ich weiß nicht, was er damit verbindet, ob es ihm vielleicht ein klitzekleines Lächeln entlockt, wenn er andere innerlich verbessert oder ob er sich denkt 'nicht schon wieder'. Ich weiß nicht, ob er mich hasst, er sich einfach nur wünscht, dass das alles endlich vorbei geht oder insgeheim noch etwas für mich empfindet. Ich weiß das nicht und ich kann es nur sehr sehr schwer einordnen. 


Ich schrieb ihm, dass es wohl hinzubekommen sein sollte, wenn er einfach nur will, dass ich ihm ins Gesicht sage, dass ich fremdging und dass ich mir nichts anderes für ihn wünsche, als dass er endlich einen Schlussstrich ziehen kann, seinen Seelenfrieden finde und wieder 'gesund' werden könne. Und so ist es auch - mit keiner anderen Intention will ich ihn treffen. Ich hoffe insgeheim auch so sehr, dass er mich sieht und sich denkt 'Nee, einfach nur nein. Da ist nichts mehr. Sie ist dicker als damals, die schwarzen Haare stehen ihr nicht, (damit hat er mich immerhin noch nie live gesehen, damals waren sie noch rot) wie konnte ich nur all die Jahre nicht darüber hinwegkommen?'  Das schlimmste, was passieren könnte, wäre, wenn er sich das genaue Gegenteil denkt - wenn es ihn nicht stört, dass ich dicker bin, wenn er findet, dass mir die schwarzen Haare stehen, wenn er sich denkt, ich lache noch genau wie früher, ich gestikuliere noch wie früher, ich rieche noch wie früher - keine Ahnung. Ich wünsche ihm diesen Neuanfang einfach so sehr. Ich will, dass er glücklich wird. Dass wir danach keinen Kontakt mehr haben werden, ist so gut, wie in Stein gemeißelt und ich werde das akzeptieren müssen, wenn er mir wirklich etwas bedeutet.

Ich sagte ihm, dass es mir wichtig sei, dass er wisse, dass ich nicht untreu war, weil ich es nötig hatte, sondern dass ich denke, dass eben mehrere Dinge nicht passen, damit es zu so etwas kommt. Sagte auch, dass ich nicht begreife, wie er felsenfest behaupten kann, er wäre Kompromisse eingegangen. Ich denke mir nämlich, dass ich das nicht weiß, ob ich es damals getan hätte oder nicht. Ich ließ ihn wissen, dass ich nicht denke, dass eins von beiden mehr oder minder scheiße sei - ob nun behinderte Beziehung oder gar nicht erst eine haben - es mache keinen Unterschied. Ich stimmte ihm zu, dass ich einen schwachen Moment hatte, fragte ihn, ob er denn nie Fehler mache, stimmte aber ebenfalls zu, dass es nicht rückgängig zu machen sei - wofür auch immer es gut sei. Und dann schrieb ich noch, dass ich denke, dass es so oder so so wäre, dass ihm so viele Gedanken so oft zu mir hoch kommen, dass es mit fremdgehen an sich ja nichts zu tun hätte. Das war am Montag und bisher kam noch nichts zurück.

Ich weiß sowieso nicht so recht, wie das jetzt ablaufen soll - ob wir nun immer wieder schreiben, bis wir uns treffen und das alles vorher schon in gewisser Weise aufarbeiten oder ob nun doch Funkstille sein soll, bis man sich im Januar trifft. Mir ist unterm Strich alles Recht - was immer es braucht, ob schreiben, ein Telefonat oder Funkstille. 


*kleiner Nachtrag: Ich habe diesen Text in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag verfasst und dann zunächst auf meinem Mac gespeichert. Unser Schriftverkehr ging seitdem weiter und in seiner letzten Nachricht an mich, hat der Architekt gefordert, dass ich meinen Kapitelnamen über ihn ändere. Ich musste ein bisschen grinsen, denn in diesem Eintrag tat ich das ja bereits. Er wurde eben nur noch nicht gepostet. Aber ich schrieb es ja bereits: Was immer es braucht.

 


Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenSweetFreedom schreibt am 25.11.2016 um 14:24 Uhr:Na, ich freu mich ja, von Dir zu lesen! :-)
    Habe vorgestern an Dich denken müssen, das war Gedankenübertragung!
    Bin gespannt, wie es weitergeht und hoffe, das lesen wir dann hier.
    Liebsten Gruß
    SweetFreedom
  2. zitierenangelmagia schreibt am 25.11.2016 um 17:12 Uhr:Hey Muffin, schön von dir zu lesen! :)
    Hab auch vorgestern an dich gedacht. Irgendwie total lustig, dass du dann jetzt schreibst.

    Hab mich gefragt, wie es wohl mit der Uni aussieht und ob du immer noch von Herzen Tierärztin werden möchtest.

    Fühl dich umarmt, wenn dir danach ist :)
    Auf dass wir hoffentlich bald wieder häufiger von dir lesen.
  3. zitierenSweetFreedom schreibt am 25.11.2016 um 18:43 Uhr:Angelmagia, sie hat sicher an uns gedacht und das haben wir aufgefangen! :-)
  4. zitierenangelmagia schreibt am 25.11.2016 um 19:42 Uhr:Das kann natürlich gut sein! ;)
  5. zitierenMuffin schreibt am 28.11.2016 um 00:47 Uhr:Hey ihr Lieben - ich denke oft an euch und lese ab und zu ganz still und heimlich mit ;) Mir hat es im letzten Jahr oft in den Fingern gekribbelt, aber ich habe es dann doch lieber gelassen, zu schreiben...doch das Thema jetzt brannte mir zu sehr auf der Seele - das musste ich einfach runter schreiben.
    Ich hoffe, es geht euch beiden gut!?!
    Ganz liebe Grüüüße und Umarmungen für euch :)
  6. zitierenredorange schreibt am 28.11.2016 um 11:52 Uhr:Liebe Muffin, auch ich finde es echt schön, wieder etwas von Dir zu lesen - und beantwortet zu finden, wie es Dir gerade wohl geht.

    Ich finde es auch immer wieder bemerkenswert, wie offen Du schreiben kannst - zumal die meisten Leser Dich ja gar nicht kennen.
    Ich muss aber auch grad an die Worte eines anderen Bloggers denken, der unlängst in seinem Blog beklagte, dass inbesondere wir Frauen viel zu viel interpretieren und unsere eigene Interpretation dann als Wahrheit annähmen, früher oder später ;)
    Wenn ich Dich hier so lese, dann kann man Euch beiden vor allem nur wünschen, dass Ihr Euch tatsächlich aussprecht, auch persönlich (Schriftliches allein, finde ich ja, birgt immer noch zuviel Raum für Missverständnisse). Damit Ihr beide Eure Beziehung und Euer Beziehungsende verarbeiten könnt, Euren Frieden finden könnt.
    Der Architekt hat Dich so geliebt wie Du warst und er wollte Dich auch so. Für ihn war vielleicht auch nicht alles in Ordnung, aber er hat sicherlich angenommen, dass Ihr zusammenbleibt. Und wenn es dann doch anders kommt, muss man verstehen, warum, damit man abschließen kann.
    Dieser Abschluss fehlt ihm womöglich - und hindert ihn daran, einen neuen Weg wirklich auch zu gehen.
    Ich glaube auch nicht, dass er Dich mit seinen offenen Worten verletzen oder treffen wollte. Aber auch er hat sich in und nach der Beziehung seine Gedanken gemacht. Innerhalb einer Beziehung spricht man nur oft nicht so offen miteinander, weil man entweder den anderen nicht verletzen will, weil man keinen Streit will, weil man auch den anderen nicht verlieren will. Wenn aber eine Beziehung zuende ist, dann gibt es diese Verlustangst nicht mehr... Dann kann alles raus, wenn so weit ist, dass es raus muss...

    Wegen seinen Bewerbungen... Es erstaunt mich, dass Du deshalb Deine Achtung vor ihm verloren hattest. Wusstest Du, dass es hochintelligente Menschen gibt, die an solch minimalen Aufgaben scheitern können? Macht es sie deshalb zu schlechteren und andere zu besseren Menschen?
    Jeder Mensch hat etwas, das er sehr gut kann - und hat Dinge, die ihm so gar nicht liegen. Dann kann man sich doch wunderbar ergänzen.

    München ist echt wirklich arschteuer. Ich lebe jetzt seit über 2 Jahren hier - und wir haben noch keine passende Wohnung gefunden; es sei denn, man zahlt ein halbes Vermögen oder zieht raus in die Pampa. Was wir aber beides nicht wollen. Also weiter suchen ;)

    Und hey - März!! Das ist ja bald!! :)

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