*Phantasie ist wichtiger als Wissen....*

22.09.2014 um 16:38 Uhr

Studium und andere Leidensgeschichten

von: Muffin   Kategorie: Mein Uniwahnsinn

 

Schade, leider haben wir die Wohnung nicht bekommen. Aber was solls? Das kann man nur hinter sich lassen und muss eben weiter schauen. Dabei hatte sie uns doch so gut gefallen und wir hatten so ein gutes Gefühl - aber andere Vermieter haben auch schöne Wohnungen. 

Gerade bin ich erkältet. Da habe ich mal zwei Wochen nicht bei meinem Liebsten geschlafen und schon werde ich krank. Zusammen zu nächtigen fördert nachweislich das Immunsystem - nämlich. Ich konnte nicht bei ihm schlafen, weil ich Praktikum bei uns am Lehrstuhl im Bereich Lebensmittelüberwachung und Hygienekontrolle machte. Das hat eigentlich Spaß gemacht, mir wurde aber auch bewusst, weshalb man es ursprünglicherweise für den Zeitraum nach dem 5. Semester ansetzt. Eigentlich wusste ich schon über alles Bescheid, wenn es um Färbemethoden, Bakterien oder PCR ging. Damit ist man semestertechnisch einfach schon vertraut gewesen im Sinne der Bakteriologie oder Virologie. Voll interessant war allerdings, dass wir z.B. am letzten Tag Fisch geräuchert (und gegessen^^) haben - sowas habe ich noch nie gemacht oder als wir in der ersten Woche an einem Wahlpflichtfach teilgenommen haben, indem es darum ging, worauf man bei einer Begehung in einem Lebensmittelunternehmen alles achten muss. Das haben wir dann erst in kleinen Grüppchen mit verschiedenen Aufgaben geübt, nachdem wir den ganzen Tag dazu Vorlesungen hatten und am nächsten Tag waren wir dann in einer Mensa, die ich hier mit Absicht nicht nenne, unterwegs und schauten uns das Ganze vor Ort an. Ich würde dieses Praktikum an unserem Institut auf jeden Fall weiterempfehlen, allerdings tatsächlich nach dem 5. Semester, für dessen Zeitraum es auch angesetzt ist.
Von denen uns vorgeschriebenen Praktika fehlen mir jetzt noch die drei Wochen auf dem Schlachthof und zwei Wochen im Veterinäramt. Ich glaube, das Praktikum auf dem Amt wird weniger das Problem werden, aber der Schlachthof schon. Jedoch nicht wegen des Schlachtens, sondern weil ich einfach noch nicht weiß, wo ich das machen kann. Wir sollten auf 100 Stunden kommen in diesen drei Wochen, es müssen Schweine und Rinder geschlachtet werden und der Schlachthof braucht eine EU-Zulassung. Das Problem dabei ist, dass man, wenn man das Praktikum irgendwo anders macht, auch irgendwo unterkommen muss und wenn ich von meinen Freundinnen höre, dass die für 3 Wochen Unterkunft teilweise zwischen 300-500€ zahlen, wird einem ganz anders. Trotzdem muss ich mir darüber langsam mal Gedanken machen.

Generell verschiebt sich mein Studium nun um ein Jahr nach hinten. Ich bin sozusagen sitzengeblieben. Gestrauchelt. Über diese ganzen Rotationszulassungsvoraussetzungen habe ich ja nun schon genug berichtet. Fakt ist, dass ich auch nach meiner Wiederholungsrunde nicht die nötigen 6 von 8 100%-Prüfungen geschafft habe. Eine fehlt. Ich habe aber schon vor dem Ergebnis der letzten Prüfung beschlossen, dass ich erst kommendes Jahr in die Rotation einsteige. Es gingen viele E-Mails mit der Studiensekretärin hin und her und so ist es für mich die beste Lösung. Hätte ich meine 6 von 8 noch geschafft, hätte ich schon noch in die Rotation einsteigen dürfen. Allerdings hätte ich es dann definitiv nicht geschafft, mit meinem Semester fertig zu werden, hätte mindestens einen Block mit dem Semester unter uns gehabt und einen Antrag stellen müssen, dass ich aufgrund dessen mein 16-wöchiges Praktikum vorziehen darf. Dies wäre mir dann aber vermutlich zu stressig geworden, weil in der Rotation selbst ja auch Prüfungen und Testate gemacht werden und ich zwar für dieses Jahr am 01. Oktober meine letzte Wiederholungsprüfung habe, aber zu Beginn kommenden Jahres zwei Drittversuche anstehen. Ich denke, ich habe die richtige Entscheidung getroffen und hätte mich sonst nur verzettelt. So habe ich genug Zeit zum lernen. 

Pharmakologie im Drittversuch habe ich zum Glück bestanden! Es war eine Tortur! Als würde mich ein Drittversuch nicht schon selbst wahnsinnig unter Druck setzen, bekam ich dieses Mal auch so einen gewaltigen Stress durch meine Eltern. Das war schon sehr heftig, gerade für mich Sensibelchen. Da wurde mir Druck für einen Plan B gemacht und Plan B passte dann auch nicht. Passt immer noch nicht. Dazu kamen diese enormen Zweifel, ob Tiermedizin überhaupt noch das Richtige für mich ist. Späte Erkenntnis nach 4 Jahren Studium. Obwohl ich es schon mehr als einmal sagte und es tief in mir drin auch weiß, zweifelte ich einfach daran, ob ich ein guter Tierarzt werden würde, aufgrund schlechter Leistungen im Studium. Ihr habt es mir ja auch schon oft gesagt - das eine hat mit dem anderen nicht immer zwangsläufig etwas zu tun. Trotzdem keimten in mir so enorme Zweifel heran, dass ich jeden Tag hätte heulen können und noch näher am Wasser gebaut war, als so schon, in dieser Zeit. Als ich dann das Ergebnis bekam, bestanden zu haben, fiel mir so ein gewaltiger Stein vom Herzen, dass ich meiner Frustration über meine Eltern bei Facebook Luft machen musste. Wenn dies auch nur durch ein Understatement geschah, wusste meine Mama doch genau, dass sie gemeint war. Was folgte war ein großer Streit, den wir letzten Endes aber wieder aus der Welt schaffen konnten. Mein Papa und der, dessen Name nicht genannt werden darf, waren dabei nicht minder beteiligt, weil sie mir nahelegten, meinen Sturkopf auch mal auszuschalten und nachzugeben. Eine klärendes Gespräch sorgte anschließend für mehr Verständnis auf beiden Seiten und nun ist eigentlich alles wieder gut.

Letzte Woche schrieb ich dann meine Wiederholungsprüfung (2. Versuch) in Fleischhygiene und habe unter anderem durch das Praktikum kein schlechtes Gefühl. Wie oben schon erwähnt folgt dann am 01.10. der Zweitversuch in Lebensmittelhygiene und dann war es das erst einmal für dieses Jahr. Danach fahren der Informatiker und ich erst mal nach Holland, das wurde schon vor mehr als über einem halben Jahr gebucht und ist dann auch dringend mal nötig. Trotzdem liegt noch viel Arbeit vor mir, da im neuen Jahr Wiederholungsprüfungen im Drittversuch Parasitologie und Tierernährung anstehen und auch noch ein paar andere. Für das Rotationsjahr 2015/16 wurde ich bereits eingeteilt und mal angenommen im dritten Staatsexamen würde dann alles reibungslos verlaufen, wäre ich dann eben 2017 fertig. Ein Jahr später ist keine Schande. Nur was dann mit dem Bafög wird, muss ich mal sehen. 

Ansonsten beschäftigt mich meine Omi gerade sehr. Sie ist ja nun mehr seit fast drei Jahren im Heim, weil sie dement ist und fühlt sich dort auch sehr wohl. Die ganze Zeit, seitdem sie dort ist, befand sie sich auf einem gleichbleibenden Level, was ihre Demenz betrifft. Doch jetzt scheint irgendetwas geschehen zu sein, was ihren Zustand extrem verschlechtert. Vielleicht ein Schub? Vielleicht nur eine Krankheit? Vielleicht durch die Grippeimpfungg bedingt?
Es geht ihr jedenfalls überhaupt nicht gut. Sie scheint seit einer Woche gute und schlechte Tage zu haben. An den schlechten, weiß sie nicht mehr, wer sie ist und wo sie ist. Ich habe immer zu ihr gesagt, sowohl bei Besuchen, als auch bei Telefonaten, dass es alles halb so schlimm sei, solange sie noch wisse, wer sie ist und wer wir sind. Nun scheint sie das teilweise nicht mehr zu wissen. Genauso ist sie momentan ans Bett gebunden, sinnbildlich, darf nicht raus und das ist für meine Omi überlebenswichtig. Sie geht so gerne raus, hasst die anderen Bewohner im Heim fast schon dafür, dass sie sich mittags lieber hinlegen. Ich weiß, dass das sehr hart für sie sein muss. Sie kann anscheinend auch nicht mehr alleine aufs Klo, hat unter sich gemacht und muss teilweise gefüttert werden. Meine Eltern haben mich gestern angerufen und mir davon berichtet, weil sie meine Oma seit einer Woche nicht erreicht haben. Ich habe auch vor ungefähr einer Woche versucht, sie anzurufen, aber als sie nicht dran ging, habe ich mir nichts schlimmes dabei gedacht, habe aber auch nicht daran gedacht, sie noch einmal anzurufen. Nachdem ich dann gestern mit meiner Familie telefonierte, habe ich es sofort bei meiner Oma versucht und hatte Glück. Sie hörte sich so schlimm an, hatte ernsthafte Wortfindungsstörungen und weinte am Telefon, sodass auch mir die Tränen kamen. Ich habe wirklich Angst, bin mir aber auch der Realität bewusst, dass sie nicht ewig leben kann. Ich will nur nicht, dass sie leiden muss, aber sie leidet gerade.
Ich hoffe nur das Beste für meine Lieblingsoma, für die Frau, die mich praktisch mit groß gezogen hat, der ich vieles zu verdanken habe und die ich über alles liebe - egal, was das Beste für sie sein mag. Eigentlich darf sie noch nicht sterben. Wir haben doch ausgemacht, dass sie zumindest noch erleben muss, wie ich Tierarzt werde oder sie Uroma wird...

24.05.2014 um 21:22 Uhr

Lichtblicke

von: Muffin   Kategorie: Mein Uniwahnsinn

 

Nachdem ich im gesamten April nix von mir hören ließ - sagen wir, es war ein Frühlingstief daran Schuld - habe ich nun eigentlich so viel zu erzählen, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll.

Vielleicht ja bei der Uni, immerhin habe ich damit aufgehört. Nachdem ich das letzte Mal schrieb, gab es kurz vor Verkündung der Parasitologieergebnisse eine Ankündigung des Studiensekreteriats, dass es dieses Semester eine Ausnahmeregelung gebe, die besagt, dass man auch in die Rotation darf, wenn man nur 5 von 8 Prüfungen bestanden hat. Hat man nur 4 von 8, so darf man vorerst nicht an der Rotation teilnehmen, bis man die erforderliche Anzahl bestanden hat. Sollte dies nach der ersten Wiederholungsrunde nicht der Fall sein, darf man erst ab nächstem Jahr rotieren.

Nehmen wir die Spannung gleich vorweg - ich habe die eine Prüfung, auf die es ankam, nicht  bestanden. Das bedeutet, dass ich vorerst nicht rotieren darf. Eigentlich dachte ich nun, dass jetzt wieder diese Sonderregelung eintritt, dass man 6 von 8 haben muss, aber anscheinend ist dem nicht so. Mein Kumpel war auch in derselben Situation und hat jetzt eine Nachprüfung bestanden, hat somit 5 von 8 und darf nun ab nächster Woche unter Vorbehalt in die Rotation. Wenn ich nun also meine nächste Prüfung am 18.06. bestehe, kann es gut sein, dass ich ab Ende Juni/Anfang Juli auch rotieren darf. Dann könnte ich das alles vielleicht doch noch in der regulären Zeit schaffen und muss nicht damit rechnen, dass sich mein Abschluss um ein Jahr verschiebt. Harren wir mal der Dinge, die da kommen werden.

Mein Praktikum in der Tierklinik hab ich dann aber trotzdem gemacht, also das kleine kurative Praktikum. Das war wirklich spitze! Ich durfte in dieser Zeit Hautnähte machen, intubieren, bei OP's zugucken und helfen - und da gab es wirklich eine Menge zu sehen - Bandscheibenvorfälle, TPLO's, Milztumor, Kaiserschnitt, Perianalhernien, Fremdkörper verschluckt, Gastroskopien, endoskopische Kastrationen, normale Kastrationen und und und. Das Team hab ich in diesen vier Wochen auch furchtbar lieb gewonnen und bin am Ende mit einem lachendem und einem weinendem Auge gegangen. Aber es gibt ja noch das große kurative Praktikum, das dann über 16 Wochen, also ein ganzes Semester geht. Vielleicht werde ich zumindest einen Teil davon wieder dort absolvieren. Was ich allerdings schade fand ist, dass ich in dieser ganzen Zeit noch immer nicht gelernt habe, eine Flexüle zu schieben und auch nicht selbst kastrieren durfte, wie es in meiner ersten Woche gesagt wurde, dass ich das VIELLEICHT darf. Trotzdem war es auch mal interessant, einen tiefen Einblick in die Chirurgie zu bekommen, denn bei meiner Famulatur bin ich ja nur in der inneren Medizin tätig. 

Interessant fand ich auch für mich, wie ich mich in diesen vier Wochen weiter entwickeln konnte. Bei meiner ersten Hautnaht, der sogenannten Reverdinnaht, habe ich gezittert, wie ein Alkoholiker und die Auzubis mussten mir dabei helfen. Auch bei der zweiten Naht sah das nicht viel besser aus. Zwar musste ich da nicht mehr so viel zittern, aber Hilfe benötigte ich dennoch. Letztes Wochenende habe ich die Naht dann erst noch einmal bei YouTube gesucht und mir ein Video dazu angesehen und dann unter erschwerten Bedingungen an meiner Wäsche geübt. Erschwerte Bedingungen, weil ich keinen Nadelhalter hatte und meinen Faden mit einer Schere gehalten habe. Wenn man da nicht aufgepasst hat, war der Faden ganz schnell durch...schult aber das Fingerspitzengefühl. Immerhin konnte ich in meiner letzten Woche dann eine gute Naht ganz alleine machen und vielleicht ist das später einmal Alltag, über den man nicht mehr groß nachdenkt, aber für den Moment war es ein großer Schritt auf den ich sehr stolz bin :) Eben ein großer Schritt für mich, nicht für die Menschheit. 

Dieses Praktikum hab ich übrigens zu Hause gemacht, im selben Ort, in dem ich Abi machte. Während dieser Zeit habe ich bei einer Freundin gewohnt und zum Glück lief das alles sehr harmonisch ab, selbst wenn ich glaube, dass wir beide auch etwas froh sind, dass die Zeit jetzt um ist.  An den Wochenenden war ich dann immer zu Hause bei meinen Eltern und meinen Katzen :) Naja und nun heißt es am Montag wieder Abschied nehmen, denn dann gehts zurück nach München und von da gibt es natürlich auch einiges Neues, große Neuigkeiten, zu berichten, aber das dann an anderer Stelle.

17.03.2014 um 10:10 Uhr

Langsam wird es schwierig

von: Muffin   Kategorie: Mein Uniwahnsinn

 

Ich habe ja schon desöfteren über diese Sache mit den 100%-Prüfungen berichtet und werde es jetzt auch noch einmal ausführlich erklären, damit man mir folgen kann und versteht, wo mein Problem ist. 

Im 6. Semester, also zum 1. Staatsexamen hatten wir folgende Prüfungen mit folgenden Wertigkeiten:

Radiologie -> 100% *bestanden
Pharmakologie + Toxikologie -> 100% * nicht bestanden
Tierhaltung und Tierhygiene -> 100% * noch austehend
Lebensmittelkunde und -hygiene -> 70%
Fleischhygiene I -> 50%

Geflügelkrankheiten I -> 50%
Klinische Propädeutik I+II -> 100%
Innere Medizin Kleintiere -> 25%

100% bedeutet, dass es in diesem Fach nur diese eine Prüfung gibt und diese Note dann voll zählt. Andere Prozentprüfung bedeuten, dass es in diesem Fach mindestens noch eine weitere Prüfung geben wird und diese Note, die in der ersten Prüfung erreicht wurde, somit nur eine Teilnote ist. Beispielsweise setzt sich innere Medizin aus drei Abschnitten zusammen - 25% für die schriftliche Prüfung im ersten Staatsexamen, 25% für die im 2. und 50% für die im dritten. Dennoch gilt auch für Teilprüfungen, dass man mindestens eine vier schreiben muss. Man MUSS also auch 25%-Prüfungen bestehen, selbst wenn man mit dem Rest noch aufs Bestehen an sich kommen könnte. Allerdings ist es relativ egal, wenn man diese Teilprüfungen im ersten Versuch nicht besteht. Das einzige, was blöd daran ist, ist, dass man sie erst ein Jahr später wiederholen kann im Normalfall. Von den Prüfungen aus dem 6. Semester habe ich Tierhaltung, Geflügelkrankheiten, Propädeutik, innere Medizin Kleintiere und im zweiten Anlauf dann auch Radiologie bestanden. Macht unterm Strich drei Prüfungen, die ich nicht bestanden habe - bei Lebensmittel und Fleisch ist es relativ egal, da habe ich meinen zweiten Versuch irgendwann im August/September. Bei Pharma ist es suboptimal und das nicht nur, weil es eine 100%-Prüfung ist, sondern auch, weil ich meinen 2. Versuch nicht geschafft habe und somit nur noch einen Anlauf habe und Pharma ist echt umfangfreich und zudem noch schwierig. 

Kommen wir zu den jetzigen Prüfungen im 7. Semester und somit dem 2. Staatsexamen:

Tierernährung -> 100%
Virologie -> 100%

Bakteriologie und Mykologie -> 100%
Parasitologie -> 100%
Arzneimittelverordnung und Betäubungsmittelrecht -> 50%
Milchkunde -> 80%
Innere Medizin Großtiere -> 25%

Reproduktion -> 50%

Tiernährung habe ich nicht bestanden und bei Virologie war ich krank. Bak+Myk habe ich solide mit einer 3 geschafft, Parasitologie steht noch aus am 25.03., AVO und Repro habe ich nicht gepackt, für Milch gibt es noch kein Ergebnis, aber da bin ich mir sehr sicher, dass ich es bestanden habe, auch für innere Medizin gibt es noch keine Ergebnisse, aber auch hier glaube ich zumindest, dass ich bestanden habe. 

So und wenn man nun eins und eins zusammenzählen kann, dann kommt heraus, dass ich unterm Strich zwei von diesen 100%-Prüfungen nicht bestanden habe und zu einer krank war und das wiederum bringt mich - mal davon ausgegangen, dass ich Parasitologie nächste Woche bestehen werde - auf das Ergebnis  5 von 8 100%-Prüfungen. 

Nun ist es aber so, dass Zulassungsvoraussetzung zum 8. Semester laut Studienordnung ist, dass man 6 von 8 dieser Prüfungen bestanden haben muss und hier geht es tatsächlich um das Bestehen an sich. Ich dachte nämlich, wenn ich nun zu einer dieser Prüfungen krank bin, werde ich trotzdem zugelassen, denn ich habe ja "nur" zwei nicht bestanden. Leider ist dies aber nicht so.

Ich habe also nicht nur das Problem, dass ich unterm Strich bisher ganze sieben Prüfungen insgesamt wiederholen muss, sondern auch, dass ich erst mal nicht zur Rotation zugelassen werde. Ich habe mit unserer Studiensekretärin geschrieben und gefragt, ob das nun für mich das Ende des Studiums bedeuten würde und das tut es Gott sei Dank nicht. Es bedeutet erst einmal nur, dass sich meine Rotation nach hinten verschiebt und zwar solange, bis ich meine 6 von 8 zusammen habe. Was dann also im Grunde passieren kann ist, dass meine Rotation zusammengequetscht wird. Bisher ist es ja so geplant, dass ich jetzt zB mit 2 Wochen in der Vogelklinik beginne, dann habe ich 4 Wochen frei, dann 7 Wochen Pathologieblock usw. Was nun passieren kann ist, dass ich die freien Wochen dazwischen nicht mehr habe. Das ist an und für sich eigentlich halb so wild, wenn ich nicht meine ganzen Praktika dazwischen hätte machen wollen - von denen ich bisher aber auch nur zwei fest habe. Also ist auch das eigentlich nicht so schlimm - eigentlich! Denn das bedeutet nun wiederum, dass ich meine Praktika erst nach der Rotation machen könnte und das 10. Semester ist eigentlich einzig und allein für das große 16-wöchige Praktikum da und wenn man damit fertig ist, ist man ja im 11. Semester und das ist ein reines Prüfungssemester.

Verschiebt sich nun also die Rotation und damit die kleinen Praktika werde ich nicht rechtzeitig zum 11. Semester fertig mit dem großen Praktikum und kann somit nicht zu meinen Prüfungen antreten und kann somit auch wiederum nicht in der Regelstudienzeit fertig werden - im schlimmsten Fall. 

Nun habe ich aber auch von einem Studienkollegen von einem Ausweg erfahren, der eventuell klappen könnte. Man kann sich an den Studiendekan wenden und sagen, dass man in sich das Potenzial sieht usw und fragen, ob man denn auf Probe an der Rotation teilnehmen dürfe und auch an den ganzen Prüfungen, die da so anfallen. Sollte man dann seine 6 von 8 erreicht haben, was bei mir ja nur von einer Prüfung abhängig ist, kann man sich die Prüfungen in der Rotation nachträglich anerkennen lassen - wenn man nicht besteht, dann war es eben nur auf Probe - im Grunde also eine win-win-situation. Einziger Nachteil ist, dass man bis zu den Wiederholungsprüfungen auch zu jedem einzelnen Klinikchef rennen muss und auch diese fragen muss, ob man das machen darf, sollte aber weniger das Problem sein. Ich denke also, dass ich mich relativ zeitnahe um diese Mail an den Dekan kümmern werde. Drückt mir die Daumen :) 

21.11.2013 um 15:53 Uhr

Suboptimal

von: Muffin   Kategorie: Mein Uniwahnsinn

 

Heute kamen sie, die allerletzten Prüfungsergebnisse des ersten Staatsexamens... und schon geht die Geposterei auf Facebook los, dass auch ja alle wissen, wer sein Staatsexamen in der Tasche hat und wer nicht. Natürlich darf man darauf stolz sein. Ich würde es ja genauso posten. Aber es zieht mich noch mehr runter, als so schon. Ich meine, dass ich Radiologie und Pharmakologie nicht bestanden habe, habe ich ja schon erzählt, wenn Radio auch nur knapp war. Aber nun gesellen sich zum Nicht-Bestanden-Haben auch noch Lebensmittelkunde inkl. -hygiene und Fleischhygiene dazu. In Lebensmittel bin ich ja auch mal sowas von durchgefallen. Warum ich Fleisch allerdings nicht bestanden habe, versteh ich nicht. Dafür habe ich mich wirklich intensiv hingesetzt und gelernt. Meiner Mama habe ich es auch gleich gebeichtet und auch, wenn sie noch nichts dazu gesagt hat, höre ich sie jetzt schon im Geiste sagen, dass sie das gar nicht versteht, wie man durch eine Prüfung fallen kann, wenn man doch genug dafür gelernt hat. Ich verstehe es ja selber nicht. Vielleicht lag es ja daran, dass diese beiden Prüfungen wirkliche Multiple Choice Klausuren waren und nicht Single Choice. Und auch wenn mich das jetzt total runter zieht, mal so unterm Strich gesehen, habe ich gar nicht so schlecht abgeschnitten bei den anderen Prüfungen. Hab überall eine 3 gemacht und in Tierhaltung und -hygiene sogar eine 2. Das ist eigentlich ok. Aber in meinem Freundeskreis bin ich gerade die Einzige, die gleich 4 Prüfungen wiederholen muss und das nervt. 

Auf der anderen Seite waren diese Prüfungen auch vor der Zeit, als ich mir vorgenommen habe, mehr zu tun. Das mach ich nämlich tatsächlich seit diesem Semester. Ich habe mir von zu Hause extra alte Schnellhefter schicken lassen, damit ich mehr mitschreiben kann in gewissen Vorlesungen. Habe in anderen Vorlesungen schon die Skripte ausgedruckt, vor allem in denen, die zu schnell sind, um alles genau mitschreiben zu können. Da kommen auf die Skripte dann eben Bemerkungen und Randnotizen. Ich lerne öfter, versuche es kontinuierlich zu tun. Gerade für Radiologie habe ich schon zu Semesterbeginn Karteikarten beschriftet und tu es immer noch, weil das so unglaublich viele Fragen im Buch sind, zur Übung. Aber ich mache es nicht alles auf einmal, sondern eben kontinuierlich, step by step.

Durch Lebensmittel und Fleisch durchgefallen zu sein, ist auch nicht soooo schlimm, da es beides keine 100%-Prüfungen sind und somit der Druck nicht da ist, es jetzt auf Anhieb bestehen zu müssen. Auf der anderen Seite macht es, wie gesagt, die Summe und dass es nur mir so geht. Manchmal glaube ich, ich bin die Schlechteste im ganzen Jahrgang :(. Aber ich lass mich nicht unterbuttern. Ich bin ein Stehaufmännchen! Doppelt hält eben besser! 

11.09.2013 um 13:37 Uhr

Der Druck steigt

von: Muffin   Kategorie: Mein Uniwahnsinn

 

Scheiße. Schon wieder verkackt. Gestern gabs Radiologieergebnisse, heute Pharmakologie. In Radio fehlt mir ein bescheuerter Punkt und in Pharma ganze sechs Punkte. Dass Radio knapp werden würde, wusste ich - aber so knapp? Man, das ist echt ärgerlich. Nicht das Nicht-Bestanden-Haben an sich, denn das gibt mir ja die Chance, das Ganze nochmal besser zu machen, sondern die Tatsache, dass das beides 100%-Prüfungen sind.
Wir haben dieses und nächstes Semester insgesamt acht 100%-Prüfungen und davon müssen wir sechs bestehen, um zum 8. Semester zur Rotation zugelassen zu werden. Wenn ich dieses Semester also keine Chance bekomme, zumindest eine der beiden Prüfungen zu wiederholen, würde das bedeuten, dass ich nächstes Semester alle Prüfungen auf Anhieb bestehen muss. Das Blöde daran ist nur, dass die kommenden Prüfungen wieder überwiegend mündlich sein werden und das bedeutet, dass man in vielleicht nicht ganz so schwierigen Fächern trotzdem blöde Prüfer bekommen kann, wie zB in Futtermittel. Es graut mir auch vor Virologie, genauso wie vor Bakteriologie/Mykologie. Davor aber eher, weil es schwierig ist und viel. 

In Radiologie sind außerdem nur acht Leute durchgefallen. Ich gehör also zu den schlechtesten Acht. Toll. Zumal das dann auch so ein Grund ist, uns diese Prüfung erst in einem Jahr wiederholen lassen zu können. In Pharma wird das schon schwieriger, weil da viel mehr nicht bestanden haben. Also da gibts es vielleicht eher die Chance, dass das während des Semesters wiederholt wird. 

Oh man, das ist echt so kacke. Dabei liefen die ersten Prüfungen gar nicht so schlecht. Propädeutik schriftlich ne 2, OSCE ne 4 - macht insgesamt ne 3, Tierhaltung und Tierhygiene ne 2, Innere Kleintier auch ne 3... auf Geflügelkrankheiten warten wir noch, aber da bin ich mir auch sicher, dass ich erstens bestanden habe und zweitens eine gute Note bekommen werde - und jetzt das mit Radio und Pharma.

Naja, ich hoffe einfach, dass wir das kommende Semester schon die Chance haben, die beiden Prüfungen zu wiederholen. Ansonsten würde ich echt durchdrehen. Und jetzt muss ich erstmal noch weiter für die beiden Prüfungen im Oktober lernen. 

03.04.2013 um 11:50 Uhr

PHYSIKUM!

von: Muffin   Kategorie: Mein Uniwahnsinn

 

In your face, Physiologie!

Heute war dann endgültig mein letzter Versuch in Physiologie, die einzige Physikumsprüfung, die mir noch gefehlt hat und da ich über Ostern den Fehler gemacht habe, nicht zu lernen und stattdessen Besuch zu empfangen, kam ich wieder in echte Zeitprobleme. Eigentlich hätte ich auch vom 01. auf den 02. April arbeiten müssen, aber da ich es dann definitiv nicht mehr geschafft hätte, alles auch nur annähernd in meinen Kopf zu bekommen, habe ich mich für diesen Tag bei der Famulatur krankgemeldet - was muss, das muss. Meine Partnerin von den anderen beiden Tage wusste Bescheid und hatte auch vollstes Verständnis für mich. Ich muss mich auch noch unbedingt bei ihr bedanken in Form von Muffins oder einem Kuchen :) Wenn sie nicht gesagt hätte, dass es okay war, dass sie an dem Tag alleine Dienst macht, dann hätte ich das nie geschafft!

Ein bisschen überraschend war dann heute schon alles, denn natürlich hatte ich auch wieder Lücken, ohne jede Zweifel. Aber anstatt des von mir erwarteten Prüfers, hat mich heute der andere geprüft - und das war schon ein bisschen ein Schock, denn ich hab mich ja auf den Fragenkatalog des anderen vorbereitet und es stand dann eben wieder ein Thema auf meinem Kärtchen, mit dem ich rein gar nichts anzufangen wusste. Aber zusammen mit dem Prüfer konnte ich das dann auch herleiten und so habe ich heute auch endlich mein Physikum eingesackt, zwar wieder nur mit einer vier, aber bestanden ist bestanden... und es fällt eine riesen Last von mir ab und unendliche Freude macht sich breit. Denn wenn ich Physiologie heute nicht bestanden hätte - meine Fragen waren übrigens Fettverdauung, Muskelkontraktion und Gastrin - dann wäre ich nicht zum 6. Semester zugelassen worden, hätte aus dem Wohnheim gemusst und hätte ebenfalls kein Bafög mehr bekommen.

Natürlich sind jetzt auch wieder die guten Vorsätze da, diesmal eher mit dem lernen anzufangen für alle Prüfungen im 6. Semester - denn ab jetzt zählen ja auch die Noten - aber heute wird erstmal geschlafen und sich gefreut, dass ich nun auch endlich den Physikumsabschnitt hinter mir lassen kann :) 

07.03.2013 um 23:09 Uhr

Vom Nicht-antreten und Gehen -oder- Lernfaulheit ist auch eine Krankheit

von: Muffin   Kategorie: Mein Uniwahnsinn

 

Heute hätte ich eigentlich meinen dritten Versuch in der letzten Physikumsprüfung gehabt, die mir noch fehlt. Aber ich da ich ein lernfauler Mensch bin und mich mit meiner Planung hinsichtlich der Famulatur ein 'bisschen' verzettelt habe, bin ich heute nicht zur Prüfung angetreten, habe mich krankschreiben lassen. Eigentlich habe ich von sowas noch nie Gebrauch machen müssen, aber da es heute mein letzter Versuch gewesen wäre, hatte ich keine Wahl. Ich habe einfach so gut, wie gar nichts gelernt und ich wollte auf meine letzten drei Tage Lernzeit nicht hoch pokern, nicht beim letzten- alles entscheidenden-Versuch. Eigentlich war ich ja auch schon bei der ersten Prüfung krank, also damals wirklich, und da wurde mein Attest ja nicht akzeptiert. Ich könnte es also auch so sehen, dass ich eh 'noch einen gut' hatte. Dieses Mal habe ich auch akribisch darauf geachtet, dass das Attest die Anforderungen erfüllt und auch noch eine Rücktrittserklärung geschrieben. Und ich habe gestern auch schon im Prüfungsamt angerufen und mündlich vorgewarnt und meinem Prüfer noch eine Mail geschrieben. 

 

Jetzt muss ich ja auch bis Ende März erstmal nicht mehr arbeiten und morgen geht es auch erstmal wieder nach Hause. Je nachdem, wann die Nachprüfung stattfindet, für hoffentlich 2 Wochen... und da werden sie dann schon ordentlich den Daumen auf mich drücken. Jetzt kann ich nicht mehr anders, als jeden Tag zu lernen von früh bis spät - aber es ist schön, wenn ich zwischendurch wenigstens immer mal wieder eine Katze streicheln kann dabei :)  

03.03.2013 um 02:41 Uhr

R.E.S.P.E.C.T.

von: Muffin   Kategorie: Mein Uniwahnsinn

 

Wie war das noch gleich? - Mit jedem Tag mehr auf dieser Erde wächst die Anzahl der Leute, die mich am Arsch lecken können?

Heute wurde mir vorgeworfen, ich sei respektlos. Ich fiel in dem Moment aus allen Wolken, als man es mir sagte. Ich bin doch die letzte Person auf dieser Welt, die respektlos ist - es sei denn natürlich ich habe einen guten Grund, wie bei der Rothaarigen zB, denn ja, da war ich respektlos. Aber heute, heute traf mich das vollkommen unvorbereitet.

Ich hatte heute bei der Famulatur Tagdienst und weil wir momentan einen Famulantennotstand haben, hatte ich alleine Dienst. Zur Unterstützung kam aber noch der Praktikant, der da grade mit arbeitet und immer mal wieder einspringt, wenn es eben zu solchen Engpässen kommt. Dann durfte ich heute wieder einen neuen Intern kennen lernen. In meinem Kopf existiert bereits eine Plus- und Minusliste mit Interns, die ich mag und Interns, die ich nicht mag. Auf der + Seite stehen bisher drei, auf der - Seite war es bisher nur eine. Ich hatte, aus irgendeinem Bauchgefühl heraus, heute das Gefühl, dass mein Intern mir nicht viel Beachtung schenkt und sowieso viel lieber mit dem Praktikanten zusammenarbeitet, als mit mir. Klar, nett war sie schon - aber nett ist ja immer noch die kleine Schwester von Scheiße. Auch der Praktikant war nett, aber jedes Mal, wenn ich bei der Anamnese mit dabei war, hat er mir irgendwo dazwischen gequatscht, was ich schon sehr unhöflich fand und wenn ich dann dem Intern erzählt habe, was die Patientenbesitzer bei der Voruntersuchung sagten und mal was verwechselt habe, hat er die Augen verdreht. Alles in allem fühlte ich mich heute also nicht sehr willkommen. Das hat mir natürlich niemand so direkt gesagt, aber es war einfach mein Gefühl, das mir das bestätigte. Gegen 15Uhr kamen dann zwei verschiedene Patientenbesitzer zu uns. Das eine waren die Besitzer von einer Katze, die seit ca. 6 Stunden keinen Harn mehr absetzen konnte und das andere war eine Frau, die ihren Wellensittich hat einschläfern lassen wollen. Da ich zu diesem Zeitpunkt alleine in der Anmeldung war und wir eigentlich auch nicht für Vögel und Heimtiere zuständig sind, habe ich beschlossen, meinen Intern anzurufen. Zuerst sagte ich ihr, dass die Besitzer von der Katze da sind. Vorher bei der Anmeldung habe ich eben jene Besitzer gefragt, ob es der Katze aber soweit gut ginge und sie sagten zu mir, dass sie ansonsten sehr fit sei. Als ich mit meinem Intern sprach, fragte sie, ob ich mir die Katze denn angeschaut hätte und ich sagte nein, aber es ginge ihr gut. Sie sagte okay, aber das wäre sehr wichtig. Ob denn der Praktikant bei mir wäre, dann kann er sie ja anschauen - als ob ich nicht in der Lage wäre alleine das Allgemeinbefinden eines Tieres zu beurteilen, ja?! Ich sagte nein, aber der Katze geht es ja soweit gut, sie könne ja 'nur' nicht pinkeln. Dann sagte mein Intern, dass das aber schon auch eine lebensbedrohliche Situation sein könnte, ich solle sie bitte anschauen - oder sie kommt einfach gleich mal selbst nach vorne in die Anmeldung. Und dann sagte ich ihr noch wegen des Vogels Bescheid und sie sagte zu mir, dass wir das schon machen könnten, aber wir dann trotzdem die Notfallgebühr von der Frau nehmen würden. Ich sagte okay.

Nun, was die Notfallgebühr anbelangt, wurde uns Famulanten ausdrücklich gesagt, dass wenn die Patientenbesitzer erst einmal bei uns sind, die Ärzte sie selber über die Notfallgebühr informieren sollen. Nur am Telefon müssten wir das erwähnen und auch das muss dann psychologisch gut verpackt werden...so in etwa wie 'Wir haben das Tier natürlich jetzt nicht hier und können die Situation nicht beurteilen. Sie können aber immer gerne, jederzeit zu uns kommen, allerdings muss ich Sie darauf hinweisen, dass nachts und am Wochenende immer eine Notfallgebühr anfällt.' Das ganze dürfen wir nicht mehr sagen oder nur gut verpackt am Telefon, weil es wohl schon viele Beschwerden gegeben hat, dass bei uns nur das Geld im Vordergrund stünde.

Ich sagte der Besitzerin mit dem Wellensittich also nichts von der Notfallgebühr, denn die Ärztin sollte das ja selber machen. Außerdem hat sie mich nicht ausdrücklich darauf hingewiesen, dass ich es ihr sagen solle. Sie meinte nur, dass wir die Notfallgebühr schon kassieren würden.
Die Katze habe ich mir dann natürlich auch angeschaut und sie war vom Allgemeinbefinden her wirklich in Ordnung.

Jedenfalls kam dann mein Intern und schläferte zuerst den Vogel ein, während der Praktikant schon mal mit den Besitzern von der Katze die Anamnese machte - und ich war wieder vollkommen überflüssig bei der ganzen Sache. Als der Intern dann der Besitzerin ihren toten Vogel übergeben hatte und ihr sagte, was sie bezahlen muss, stockte die Besitzerin und meinte 'Nur dafür, dass ich ihn hab einschläfern lassen?' Und der Intern drehte sich zu mir um und fragte mich, ob ich ihr denn nichts von der Notfallgebühr gesagt habe und ich meinte, dass man zu uns sagte, dass die Ärzte das eben selber machen sollten. Daraufhin lief sie ein wenig rot an und sagte zu der Besitzerin, dass sie die Notfallgebühr dann nicht bezahlen muss, wenn sie niemand darauf hingewiesen habe. So gingen ihr eben mal 100€ durch die Lappen und anscheinend gab sie mir die Schuld dafür. Kaum war die Besitzerin aus der Tür sagte sie zu mir, dass sie mir doch gesagt habe, ich solle es ihr sagen. Wie oben schon erwähnt, entgegnete ich, dass sie nur zu mir gesagt habe, dass wir die Notfallgebühr schon kassieren... Ja, das hätte sie damit doch gemeint. Jedenfalls entschuldigte ich mich dafür und dann war sie aber eh schon aufgebracht und sagte noch zu mir, dass ich auch nicht so respektlos sein dürfte. Ich sagte zu ihr 'Ich war respektlos?' und sie sagte zu mir, dass dem ja schon so gewesen sei, denn wenn sie sagt, ich solle die Katze angucken, dann sagt sie das ja nicht ohne Grund. Und ich sagte 'Oh mein Gott, ich dachte nicht, dass du das so ansiehst, als würde ich respektlos sein. Jedenfalls war das keines Falles respektlos gemeint. Die Besitzer sagten eben, es ginge ihr gut.' - Und dann kamen mir auch schon wieder die Tränen. Ja, ich hatte heute wieder einen sensiblen Tag. Zuerst das Gefühl, nicht gebraucht zu werden, überflüssig zu sein und dann wird mir auch noch Respektlosigkeit vorgeworfen, wo ich doch ein Schleimscheißer in Person bin. Jedenfalls hat sie es auch gar nicht mitbekommen, dass mir da die Tränen kamen. Ich bin dann auch nicht mit zu der Katze rein - wurde ja eh nicht gebraucht. Stattdessen bin ich dann vor auf die ICU und hab geschaut, ob ich dort mit helfen konnte und durfte dann einem Hund 15Minuten ein Inhaliergerät vor die Nase halten. Das war zwar nicht wahnsinnig spannend, aber es gab mir wenigstens nicht das Gefühl, überflüssig zu sein. Und im dem Hundestall kullerten die Tränchen dann leise vor sich hin und dann war es aber auch schon wieder gut - spätestens als ich dann heute Abend gegen 18Uhr die Klinik verließ und nach Hause gehen konnte.

Anzahl der Interns, die nicht mag (aktuell) - Zwei

Anzahl der Interns, die ich mag - Drei

Mal schauen, wer mir auf meinem Weg durch die Famulatur noch so begegnen wird. Jedenfalls möchte ich die Dame von heute nicht erleben, wenn da mal richtig viel los ist. Ich meine der andere Intern, die ich nicht mag ist unter normalen Umständen ja ganz erträglich, sodass ich ihr mittlerweile beinahe neutral gegenüber stehe und gibt mir auch ganz und gar nicht das Gefühl, überflüssig zu sein- vllt manchmal unkompetent, aber nicht überflüssig. Und kompetent zu sein kann man lernen, überflüssig bleibt man.

Es war jedenfalls kein schöner Tagdienst heute. 

28.02.2013 um 20:16 Uhr

Nicht zu vergleichen

von: Muffin   Kategorie: Mein Uniwahnsinn

 

Mittlerweile liegt der 5. Dienst der Famulatur hinter mir und im Vergleich zum allerersten Dienst, waren meine anderen vier wirklich entspannt. Vor allem ist es irgendwie auch gut, wenn man so viele Dienste hintereinander hat, denn dann kennt man die Tiere, die schon da sind ein bisschen besser und sie kennen dich. Ein paar davon schließt man dann immer besonders ins Herz - zum Beispiel war am Wochenende eine Siamkatze da, Laika - und eigentlich finde ich Siamkatzen nicht sehr schön, aber Laika war sooo lieb. In jeder freien Minute bin ich zu ihr in den Katzenstall gegangen und wir haben geschmust. Zum Glück hatte sie nichts ansteckendes, 'nur' Probleme mit der Bauchspeicheldrüse - was natürlich auch nicht so toll ist. Ebenso ins Herz geschlossen habe ich einen Australien Shepherd, Aiko, 5 Jahre und war bei uns wegen Nierenproblemen. Mein kleiner Aiko war die ganzen vier Dienste über da, was schon ganz schön lange ist und gestern sagte unsere Doktorantin, dass er vermutlich zum Sterben nach Hause gehen wird, denn er hat eine Niereninsuffizienz und wird nicht ohne Infusion leben können. Dabei ist er so süß, von mir hat er sich alles gefallen lassen - von Spritzen geben bishin zum Fiebermessen. Vielleicht kann man den Besitzern ja irgendwie beibringen, wie sie ihn zu Hause über die Runden bringen können... Ich meine, man kann doch auch jeder x-beliebigen Oma beibringen, wie sie sich Insulin zu spritzen hat, oder nicht? 
Und dann gabs da noch Parvel, einen Rottweilerwelpen- sooo süß. Leider war er im Infektionsstall, weil er Parvovirose hat. Seine Besitzer hatten ihn wohl aus Polen geholt und am selben Tag gemerkt, dass es ihm schlecht geht, sind dann zu uns gekommen und als die Diagnose gestellt wurde, sagten sie, dass sie wollen würden, dass man Parvel einschläfert. Sie hätten schon einen anderen Hund zu Hause, wollen nicht, dass der auch krank wird und außerdem hätten sie schon zu viel Geld beim Kauf für den Welpen ausgegeben. Wir haben ihn aber nicht eingeschläfert, sondern behalten. Er wurde sozusagen an uns abgetreten... und ich hätte ihn so gerne selber genommen :) Aber wenn es danach gehen würde, hätte ich innerhalb kürzester Zeit das Haus von oben bis unten voll, weil ich jeden Notfall behalten würde. Gestern habe ich aber auch erfahren, dass er schon so gut, wie vermittelt sei - und das freut mich sehr für ihn! Es ist wirklich schade, dass er einen großen Teil seiner Prägungszeit isoliert in einem kleinen Käfig verbringen muss und Menschen nur wie Marsmenschen verkleidet kennt. Dieser Rotti ist wirklich zuckersüß ♥ 

Natürlich hatten wir auch genug andere Fälle da, aber diese drei Tiere haben mich in den letzten Tagen besonders berührt.

Ebenso hatte ich in 50% der letzten 4 Tage wieder denselben Intern, wie bei meinem ersten Dienst. Da aber in den letzten Tagen die Atmosphäre um einiges entspannter war, war auch sie sehr viel entspannter und wenn man erst einmal  weiß, worauf sie Wert legt, was ihr wichtig ist und wie sie tickt, dann ist sie auch ganz umgänglich. 

Was mir allerdings negativ aufgefallen ist, ist die teilweise Patientenlästerei. Gestern war eine Frau bei uns, die direkt aus Gran Canaria zu uns kam. Sie war etwas faltig, hatte einen sehr viel jüngeren Mann dabei, mit dem sie nur spanisch gesprochen hat und war mit ihrem Schäferhund bei uns. Im internen Kreis wurde dann spekuliert, ob der Typ ihr Lover sei und bemerkt, dass sie eben so faltig ist. Unser Intern fand sie außerdem sehr anstrengend, vermutlich weil sie erkältet war (also unser Intern). Ich fand das irgendwie nicht so erheiternd, denn diese Frau war besorgt um ihren Hund und sie hätte wirklich alles getan, damit es ihm wieder besser geht - vollkommen gleichgültig ihrer Falten oder ihres vermeintlich sehr viel jüngeren Lovers und für mich ist das eigentlich alles, was zählt... und wenn Leute vollkommen ungepflegt zu uns in die Praxis kommen würden, wäre es eben auch so. Ich möchte mir einzig und allein ein Urteil darüber erlauben, was Menschen bereit sind, für ihr Tier zu tun. 

21.02.2013 um 14:39 Uhr

Was am Ende des Tages übrig bleibt

von: Muffin   Kategorie: Mein Uniwahnsinn

 

 

Es kommt mit ein bisschen Verspätung, aber es kommt - der Bericht über meinen ersten Tag als Famulant. Der war ja schon am 07.02. - und es war furchtbar.

Normalerweise sind die Dienste dort wohl sehr ausgeglichen. Man kann sogar zwischendurch schlafen gehen, habe ich mir sagen lassen. Aber V. und ich konnten das nicht. Es war eine ganz schreckliche Nacht - unser Intern war nicht wirklich freundlich und wir hatten zwei Todesfälle. Schon als wir in der Klinik ankamen, fragten wir auf der ICU (=Intensivstation) nach, ob wir irgendwo helfen können und man stellte uns erstmal die Tiere vor, die da waren. Und da saß auch schon eine süße Miez, bei der noch entschieden werden musste, ob man sie heute einschläfert oder nicht. Das haben wir aber nicht so genau mitbekommen. Ich weiß nur, dass sie später nicht mehr da war. Eine norwegische Waldkatze war auch da und die Besitzerin rief in der Nacht bestimmt drei Mal an, um zu fragen, ob das Tier die Nacht überstehen wird oder nicht und dass sie sie dann lieber nach Hause holen würde, falls nicht. Unseren Intern nervte das tierisch, weil wir genug andere Dinge zu tun hatten. Eigentlich bekamen wir immer dann, wenn wir gerade einen Fall abgeschlossen hatten, einen neuen dazu. Irgendwann in der Nacht kam ein Mann mit seiner Katze zu uns, der von der Tierrettung gebracht wurde - Paula und 14 Jahre alt schon, eine Glückskatze, europäische Kurzhaar, sie kam wegen Atemnot zu uns und wurde auch sofort in die Sauerstoffbox gesetzt. Irgendwann beschloss unser Intern, dass wir einen Herzultraschall bei der Katze machen sollten und da der Kardiologe auch noch da war, machten sie das einfach mal. Später sagte sie, dass sie die Katze vielleicht nicht hätte aus der Sauerstoffbox holen dürfen. Als der Herzultraschall erledigt war und sich unser Intern grade einem nächsten Patienten widmen wollte, kam V. von der ICU und sagte, dass die Katze kollabieren würde. Also rannten wir nach vorne und die Reanimation begann. Ich fühlte mich, als ob ich auf ganzer Linie versagt hätte. Hol mal diese und jene Medikamente, zieh mal so und so viel von dem und dem auf - Ich hatte doch keine Ahnung! Klar hat man uns alles an den Einführngstagen gezeigt, aber das waren zwei Tage überwältigende Informationsüberflutung. Die Katze lag im sterben und ich fand die Medikamente nicht! Letzten Endes war das aber fast schon egal, denn die Katze wurde auch intubiert und nach einer Weile der Beatmung kam Blut aus dem Tubus und wenn sowas passiert, bist du einfach machtlos. Das ging mir wirklich wahnsinnig nahe, aber ich konnte mich zusammen reißen. Ich musste nur kurz die ICU verlassen und zwei-drei Mal tief durchatmen. Und dann wieder nach hinten zum nächsten Patienten - das ist die einzige Chance, du musst einfach weiter machen und dich auf den nächsten Fall konzentrieren. 

Die andere Katze, die wir da hatten, konnte seit geraumer Zeit nicht pinkeln. Die Besitzer waren schon tagelang bei ihrem eigentlichen Tierarzt, nur hat der Kater jetzt anscheinend wieder Schmerzen gehabt und deshalb geschriien, sodass sie zu uns gekommen sind. Es war eigentlich ein ganz lieber Kater, das muss ich wirklich sagen. Leid tat mir unwahrscheinlich, dass unser Intern den Besitzern sagte, dass, wenn alles erforderliche gemacht werden würde, die Summe bei ca. 800€ liegen könnte. Und die Besitzer hatten ganz bestimmt schon ein halbes Vermögen bei ihrem eigentlichen TA ausgegeben. Das konnte man auch ganz deutlich in den Gesichtern sehen. Du willst eigentlich helfen, aber es ist dir finanziell nicht möglich. Also haben sie gesagt, dass jetzt das nötigste gemacht werden soll und ein Limit von maximal 600€ festgelegt. Von dem Kater haben wir hinterher ein Blutbild gebraucht, weil es ja gefährlich ist, wenn er solange nicht gepinkelt hat - und da wir ja nun auch das erste Mal alleine im Labor waren und von tuten und blasen noch nicht wirklich viel Ahnung hatten, bekam ich auch da wieder einen Anschiss. Das müsste alles schneller gehen und wenn ich nicht wisse, wo ich die Laborzettel ausdrucken kann, dann solle ich gefälligst meinen Intern anrufen und nicht Ewigkeiten selber danach suchen. Ich meine, ich verstehe voll und ganz, wenn unser Intern da ein bisschen ungeduldig wird, aber der Kater lag jetzt nicht im sterben - und es war unser erster Tag dort! Ich wollte langsam nur noch eins- nach Hause! Ich bin sowieso ein sensibler Mensch und der Tod der Katze davor ging mir schon sehr nahe und jetzt noch ein Anschiss mehr von meinem eh schon schlecht gelaunten, ungeduldigen und übermüdeten Intern - aber gut, es muss weiter gehen. Reiß dich zusammen, dachte ich mir. Dann war es eine ganze Zeit lang verhältnismäßig ruhig. Dem Kater wurde ein Katheter geschoben und ich ging währenddessen mit dem ein oder anderen Hund von der ICU spazieren. Konnte diese Nacht denn noch schlimmer werden?

Sie konnte!

Noch während wir den Kater mit den Blasenproblemen behandelten rief eine TÄ von einer Frau an und sagte, dass diese Frau gleich mit ihrem Hund vorbei kommen würde. Der Hund wäre wohl auch schon älter und voller Tumore, hätte jetzt aber blutigen Durchfall gehabt und deswegen hat sie ihn wohl weiter an uns verwiesen. Wir hatten in dieser Nacht bestimmt schon 2-3 Leute da gehabt, die wegen blutigen Durchfall kamen. Also gut, wir nahmen das dann erstmal so hin. Als das Türtelefon klingelte, war eine aufgelöste Frau dran, die sagte, dass wir schnell kommen sollten, ihr Hund würde sterben. Während das Telefon klingelte war ich eigentlich schon auf dem Weg zur Tür, ging aber nach der Nachricht schnell zurück zur ICU, um es dem Intern zu sagen. Dann rannten wir beide wieder vor. Die Frau stand völlig aufgelöst am Auto, der Intern rannte zum Auto und ich blieb an der Tür, weil wir sie sonst nicht wieder aufbekommen hätten. Dann schrie mich der Intern an, ich solle eine Trage holen - im Notfallraum hinter der Tür, blau, schnell! Also rannte ich los - und da war keine scheiß Trage! Ich dachte, ich würde vollkommen verzweifeln müssen. Also rannte ich vor zur ICU und sagte, ich brauche eine Trage, aber da ist keine. Also rannte die Doktorantin, wesentlich netter als unser Intern, wieder mit mir nach hinten und wir nahmen den fahrbaren Tisch, was bedeutete, dass wir den Hund bis zur Tür tragen mussten. Das sagte ich unserem Intern und wurde prompt wieder angepflaumt, dass ich dann gefälligst mit anpacken soll. Machte ich auch und wir hieften den Hund zur Tür und gingen sofort zum Notfallraum. Aber es war einfach nichts mehr zu machen und dann blieb natürlich wieder die Frage: War das meine Schuld? War ich einfach zu langsam? Hätte ich nicht selber darauf kommen können, den fahrbaren Tisch zu nehmen? - Die Fragen stellte ich nicht laut, nur für mich, aber es reichte schon. Wir holten der Frau dann ein Glas Wasser und ließen sie mit unserem Intern alleine. Jetzt, zu diesem Zeitpunkt, konnte ich dann einfach nicht mehr anders, als loszuheulen. Zwei Todesfälle und ein ständiges angepflaume vom Intern, dazu die private Situation mit dem Friesen... das war einfach alles zu viel in diesem Moment. Zum Glück nahm mich V. kurz in die Arme und als sie ausversehen Schatz zu mir sagte, musste ich dann doch ein bisschen lachen.

Die restliche Nacht konnten wir ohne weitere Todesfälle hinter uns bringen. Die Doktorantin sagte zu uns, dass solche Nächte eigentlich nicht normal wären und nicht so häufig vorkämen. Dass unser Intern dann so ist, wie sie ist, läge sicherlich auch daran, dass sie die ganze Verantwortung hat und als unser Dienst zu Ende war, hat sie sich auch nochmal entschuldigt, dass sie manchmal einfach zu ungeduldig sei und ich habe mich ebenfalls entschuldigt, dass wir manchmal wahrscheinlich wie vollkommene Vollidioten rüberkamen, aber es eben unser erster Tag war.

Für V. war die ganze Sache nicht minder stressig und wir waren beide einfach nur froh, als es vorbei war. Es war eine furchtbare erste Nacht und normalerweise sagt man, dass es auf die Leben ankommt, die man rettet und wir haben bestimmt auch einige normale Fälle behandelt, die garantiert nicht zum Tod führten - aber was am Ende des Tages übrig bleibt, was du dir merkst, was dich nicht los lässt, das sind die Todesfälle. Jene Leben, die du nicht retten konntest.

Während ich dann zu Hause war, hatte V. noch einige Dienste mehr absolviert und die waren wohl um einiges entspannter. Sie konnten sogar schlafen gehen und ihr war zwischendrin auch mal langweilig, sodass sie mir bei Facebook schreiben konnte. Es ist unheimlich gut zu wissen, dass solche Dienste, wie unser erster, Ausnahmefälle sind. Aber es war trotzdem hart.

Am Wochenende- Samstagnacht und Sonntagnacht- habe ich meine nächsten Dienste und das ohne V.

Ich hoffe einfach, dass sie dann auch ruhiger werden. 

06.02.2013 um 15:30 Uhr

Noch 2x schlafen

von: Muffin   Kategorie: Mein Uniwahnsinn

 

Heute Abend findet die erste 'Fortbildung' im Rahmen der Famulatur statt. Da fällt mir ein, dass ich unbedingt noch meinen Vertrag fertig machen muss und abgeben sollte, jetzt da ich so langsam alle Unterlagen dafür zusammen gesammelt habe - aber das mach ich dann am besten heute Abend nach der Fortbildung. 

Und morgen Abend gehts dann zum ersten Dienstantritt von 20-7.30Uhr. Ich bin schon sehr gespannt - vor allem darauf, wie wir uns alleine so durchschlagen werden. Vorletzten Sonntag sind wir zwar schon mal einen ganzen Tag mit den Altfamulanten mitgelaufen, aber wenn man dann plötzlich auf sich allein gestellt ist, ist es ja doch wieder was anderes. Aber ich freu mich auch darauf. Und nach dem Dienst wird kurz ein Nickerchen gemacht, bis es dann für circa eine Woche richtung Heimat geht :) Und darauf freue ich mich sehr sehr seeeeehr! Zu Hause hat man meine Seele, mein gebrochenes Herz und mein Gemüt bisher immer am besten geheilt. Aber ich werde auch ganz ganz dringend lernen müssen - Ich möchte ja nicht, dass mein Studium im März vorbei ist, nur weil ich zu faul zum lernen bin. Also komm ich da wohl nicht drum herum.  Schade nur, dass ich am 17.02. aber schon wieder zurück nach München muss - hab dann nämlich meinen zweiten Dienst am 18.02. - ja, der Gedanke daran endet mit einem lachendem und einem weinendem Auge.

Aber jetzt freuen wir uns erstmal auf zu Hause, bevor wir schon wieder an einen Abschied denken. 

 


'Cause I have other things to fill my time
You take what is yours and I'll take mine
Now let me at the truth which will refresh my broken mind
... 
And I'll find strength in pain
And I will change my ways
I'll know my name as it's called again

 

*Mumford & Sons - Auszug aus 'The Cave'* 

 

20.01.2013 um 14:54 Uhr

So viele Eindrücke

von: Muffin   Kategorie: Mein Uniwahnsinn

So, die zwei Einführungstage im Rahmen der Famulatur habe ich gestern und vorgestern hinter mich gebracht. Freitagabend bin ich aus Klinik raus und war einfach vollkommen überwältig - so viele Informationen, die auf uns eingeprasselt sind. Das macht einem irgendwie ein bisschen Angst, weil man auf einmal so viel Verantwortung hat und auf der anderen Seite freue ich mich riesig darauf, dort mit allen zu arbeiten und auch auf diese Herausforderungen, die uns dort erwarten.

Am Freitag mussten wir um 14Uhr dort sein und sind dann verschiedene Stationen durchlaufen - angefangen bei der Apotheke, damit wir wissen, welche Medikamente wo stehen - da waren wir relativ schnell fertig. Danach ging es zur ICU, also der Intensivstation. Auch dort wurde uns erklärt, wo alles steht, wie die Sauerstoffboxen funktionieren, wo die Leinen fürs Gassi-gehen hängen... Erstaunlich, oder wohl eher neutral interessant, fand ich die Tatsache, dass sie dort auch mit Pherhormonen arbeiten. Nach der ICU ging es weiter mit dem Notfallraum und dem Handling von Tieren. Wichtig war dort erstmal, dass man jedem Tier, das ein Atemproblem hat, den Sauerstoffschlauch vor die Nase halten soll und die wichtigsten Medikamente wurden uns gezeigt, die man im Notfall geben muss. Beim Handling wurde uns immer wieder gesagt, was für gefährliche Raubtiere Katzen doch sind^^ Da musste ich ein bisschen schmunzeln, denn ich verliebe mich ja sofort in jede Katze - aber klar, eine Katze beim Tierarzt und mit evtl vorhandenen Schmerzen ist nicht zu vergleichen mit den süßen Stubentigern zu Hause. Was ich allerdings ziemlich cool fand war, als sie uns die Katzentasche zum besseren Handling gezeigt haben. Da kann man die Miez einfach so reinsetzen und vorne oder hinten ein Beinchen heraus ziehen, damit man ohne Gefahr Blut abnehmen kann. Solch eine Tasche hat wohl mal irgendjemand aus Italien mitgebracht, weil die dort Standard wären, aber bei uns bekommt man die wohl gar nicht. Etwas zu bemängeln fand ich die Tatsache, dass wir wirklich jedem Hund einen Maulkorb aufsetzen sollen - und wenn er noch so lieb erscheint. Klar, das ist zu unserem eigenen Schutz, aber gut finde ich das nicht. Vielleicht verbindet der Hund ja gerade deswegen den Tierarztbesuch mit etwas Negativem - und das muss ja nicht sein. Ich finde außerdem, dass sowas nicht gerade gut bei einem Besitzer ankommt, wenn man sein (vielleicht ganz liebes) Tier, wie einen gefährlichen Kampfhund behandelt. Aber wir müssen uns ja nun leider erstmal an die Vorschriften halten, also werd ich um den Maulkorb nicht herum kommen können. Aber später mal, in meiner eigenen Praxis... :) 
Jedenfalls ging es danach zum Röntgen und auch das war sehr interessant. Vor allem war der Mann, der uns das erklärte ist ein ganz spezieller Charakter - ob positiv oder negativ kann ich noch nicht so genau einschätzen, aber ich glaube eigentlich schon, dass er ganz witzig ist, aber auch einige Grundsätze oder Wesenszüge hat, die ich nicht so ganz mag. Und am Ende des Tages ging es dann noch zur Anmeldung - also: Wie gehe ich mit dem Telefon um? Was mache ich mit Patienten, die noch nie hier waren? Wie bediene ich das Computerprogramm? usw. - Was ich hier wirklich richtig krass fand, war die Tatsache, dass nachts und am Wochenende- also zu Notdienstzeiten- alle Leute, die mit Hund oder Katze kommen, eine Notfallgebühr von ca. 100€ zahlen müssen, ohne dass das Tier überhaupt angeschaut wurde. Ich meine, natürlich ist die wirtschaftliche Komponente wichtig, aber sollte nicht im Vordergrund stehen, dass wir Leben retten wollen? Vor allem finde ich es fast schon frech, da zu diesen Zeiten nämlich nur wir Famulanten, Rotationsstudenten und ein Assistenzarzt da sind. Kein Chefarzt oder Oberarzt oder Facharzt. Ja, das finde ich schon ungerecht. Gestern war dann sogar nochmal ein Oberarzt bei uns, der uns sagte, dass wir dem Besitzer nicht vermitteln sollen, dass das finanzielle im Vordergund stünde - Durch die Blume gesagt klang es beinahe so, als wäre das zwar so, aber wir sollten es niemanden wissen lassen bzw. niemanden das Gefühl vermitteln. Ja, das fand ich schon ziemlich krass. Ich möchte später auf jedenfall nicht meine Seele an den Teufel für Geld verkaufen. 

Samstags haben wir dann nochmal von 9-13Uhr unsere zweite Einführung gehabt. Hier ging es vor allem darum, wie man eine Anamnese macht und die ersten Untersuchungen, die wir eigentlich schon machen können - sowas wie Schleimhäute beurteilen oder Fieber messen eben. Danach ging es zum Monitoring - also: Was stelle ich am Monitor wie ein? Wo müssen die Kabel hin? Wie kann ich die Referenzwerte verändern? Am coolsten in der Stunde fand ich eigentlich, dass jeder von uns am Hundemodell einen Tubus schieben durfte. Wenn sowas mal in einer echten Notsituation passieren würde und ich das hinbekommen würde, dann wär ich wirklich mega stolz auf mich.
Dann hatten wir noch eine Stunde zu Infusionen und den passenden Geräten dazu, auch zu den Sachen, die wir zu den Infusionen dazu mischen müssen manchmal - ein Glück, dass es dafür schon einen Ordner gibt, in dem die ganzen Rechnungen (sprich: Wie verdünne ich was) stehen, denn Mathe ist echt nicht so mein Ding. Und zu guter Letzt gab es dann noch bisschen was zum Blutabnehmen, wie man Braunülen schiebt, welche Blutröhre, mit der entsprechenden Farbe, für was steht. Wobei das Blut nehmen und Braunüle schieben am Modell sehr sehr einfach war, weil man die Blutgefäße extra so gemacht hat, dass man sie sieht und trifft. Auch wenn ich selber mal Blut abnehmen dürfte beim Tier und das auf Anhieb klappen würde, wär ich auch sehr stolz auf mich :).

Jedenfalls waren diese zwei Tage überaus interessant und ich fühle mich, als ob ich genau das brauchen würde. Es gibt mir ein bisschen das Gefühl zurück, zu wissen, wofür ich das eigentlich mache. Ich meine, nach zwei Jahren stupiden Auswendiglernen und nur Anatomie am toten Tier, Praktikum beim Großtier habe ich ein bisschen das Gefühl verloren, die Begeisterung und den Elan. Ich habe tatsächlich auch schon darüber nachgedacht, ob ich später nicht vllt doch mal gerne aufs Amt möchte. Und jetzt - jetzt ist da wieder diese Freude, die Aufregung, die Verantwortung und einfach dieses Gefühl. Ich weiß jetzt wieder, warum. Und ich glaube, dass ich in den nächsten Wochen und Monaten noch so einiges erleben werde, was mir genau das noch einmal bestätigen wird. Es wird ganz sicher auch furchtbare Tage geben, denn Mama sagt immer: ,,Du kannst sie nicht alle retten.´´ Aber die, die gerettet werden können, werden einfach etwas Wundervolles bei mir zurück lassen. Ich hab in den letzten beiden Tagen schon so viel gelernt und mitgenommen, dass ich keine Zweifel daran habe, auch in den kommenden Monaten sehr viel lernen zu dürfen.

Ich weiß endlich wieder, wofür... :) 

17.01.2013 um 23:44 Uhr

Famulatur -oder- Halbgötter in weiß

von: Muffin   Kategorie: Mein Uniwahnsinn

Ich habe mich heute, zusammen mit einer Freundin, in der inneren Kleintierklinik als Famulant eintragen lassen. Anscheinend sucht die Klinik dafür jedes Jahr genau 20 Studenten und ausgerechnet dieses Jahr war das Interesse daran wohl sehr gering, sodass sie es uns noch einmal schmackhaft gemacht haben heute. Und was soll ich sagen? - Das klingt wirklich alles sehr interessant. Wir sind also 20 Leute und immer zu zweit und übernehmen die Nachtnotdienste - soll heißen: Wir beginnen um 17 Uhr und arbeiten bis irgendwann morgens um 8Uhr. Da wir aber so viele Famulanten sind, kommen wir eigentlich nur alle 1,5Wochen auf einen Dienst und das ist, denke ich, durchaus okay. Schmackhaft gemacht haben sie uns das insoweit, dass gesagt wurde, dass Famulanten im Grunde mehr machen müssen/dürfen, als später die Rotationsstudenten. Und wir bekommen im Monat 50€ dafür - was eigentlich ein Witz ist. Die Famulanten in der Chirurgie bekommen viel mehr, sind aber auch keine 20 Leute und immer allein. Außerdem ist der interessante Aspekt dabei ja nicht das Geld, zumindest nicht für mich. Nein, da gibt es ein paar andere Anreize. Vor allem aber, dass man viel lernen kann dabei. Man sagte zu uns, dass wir zum Beispiel die Anamnese (=Vorbericht) alleine machen dürfen oder wenn wir sehr angagiert sind auch mal Blut abnehmen dürfen oder sogar schon einen Venenkatheter legen könnten - das find ich super! Außerdem sind Famulanten eher bevorzugt, wenn es später mal darum geht, seine Doktorarbeit in der Inneren Kleintierklinik zu schreiben und wir bekommen auch Rezensionen, wenn es um unsere Praktika geht - dann wird man vielleicht eher genommen, wenn der Dok sieht, was wir schon alles können. Ich freu mich da echt riesig drauf. Prüfungsvorbereitung wird mit uns auch in einem gewissen Maße betrieben, wenn es um die OSCI-Prüfung geht - super! Besser könnte es echt nicht sein. 
Der einzige etwas unschönere Punkt ist, dass diese Famulatur ein Jahr geht und somit auch während der Semesterferien ist - was für mich bedeutet, dass ich weniger zu Hause sein kann. Ich kann zwar schon nach Hause fahren, weil sich die Famulanten ihren Dienstplan selber zusammenbasteln müssen, aber sicherlich nicht die ganzen Ferien zu Hause bleiben können. Aber die verstehen das schon, immerhin gehts ja hier um meine Zukunft und darum, dass ich mal ein guter Tierarzt werde :) Außerdem hab ich mich nach den Weihnachtsferien, das erste Mal seitdem ich hier studiere, ein bisschen (ganz klein wenig) darauf gefreut hier her zurückzukommen. Das liegt aber sicherlich auch daran, dass ich jetzt mehr soziale Kontakte habe, seitdem ich im Wohnheim wohne.

So naja, morgen ist dann erstmal die Einführungsveranstaltung von 14Uhr bis abends um 19Uhr - leider musste ich deswegen ein Date saußen lassen, aber dazu später mehr :) - und am Samstag nochmal von 9 bis 13Uhr glaub ich. Und dann brauch ich noch eine weiße Hose - damit auch wir Famulanten ein bisschen aussehen, wie die Götter in weiß. Ich freu mich drauf, auch wenn das morgen ein bisschen lange geht - aber später wird es ja eh nicht anders werden :) 

15.09.2012 um 20:42 Uhr

Ehrenrunde

von: Muffin   Kategorie: Mein Uniwahnsinn

 

Schade- ausgerechnet meine letzte Prüfung habe ich nicht bestanden. Ausgerechnet eine, von der ich am Anfang noch dachte, dass sie kein Problem werden würde.

Naja, dazu, dass ich so wenig gelernt habe, kam wohl auch noch, dass es mir gestern gar nicht gut ging. Ich kam morgens in die Uni und meine erste Handlung war, dass ich mich übergeben musste. Als ich dann in die Pürfung ging, sagte ich es dem Professor auch und er fragte mich, ob ich denn dann überhaupt teilnehmen wollen würde und ich sagte, dass ich es zumindest versuchen würde. Als am Ende fest stand, dass ich es nicht bestanden habe, riet er mir, nachträglich zum Arzt zu gehen und mich krank schreiben zu lassen. Das tat ich dann auch und nun gilt das sozusagen als 'Freiversuch'.  Trotzdem ärgert es mich. Aber jetzt bin ich zum Glück ja erstmal zu Hause, das macht mich sehr glücklich :) 

Jetzt muss ich eben abwarten, wann der Nachprüfungstermin ist - Ich hoffe ja, dass er erst im Oktober stattfindet. Ich muss hier ein bisschen Energie tanken.

 

12.09.2012 um 18:23 Uhr

Der letzte Streich

von: Muffin   Kategorie: Mein Uniwahnsinn

 

Die letzte Prüfung ist am Freitag um 9Uhr. Mir graut es jetzt schon wieder davor. Noch circa zwei Nächte und ein Tag hab ich dafür Zeit und schon wieder hab ich kaum gelernt. Stattdessen bin ich einfach nur müde- chronisch dauerübermüdet. Ich bin zwar nicht erkältet oder krank, aber ich könnte trotzdem den ganzen Tag im Bett verbringen... fernsehen, essen und schlafen. Prüfungskrank, das bin ich. Und jammern tu ich auch noch die ganze Zeit deswegen. Um Himmels Willen, bisher hatte ich vor jeder Prüfung so Angst und habe bei jeder Prüfung gedacht, dass ich da durchfallen werde - und bei dieser ist das nicht anders. Ein Wunder, sollte ich diese auch noch bestehen. Nach Hause geht es aber so oder so. Das ist mir jetzt egal. Eigentlich wollte ich ja hier bleiben, wenn ich durchfallen würde, aber nun hab ich schon eine feste Mitfahrgelegnheit für nach Hause am Freitagnachmittag, also fahr ich auch. Ich vermisse meine Katzen und alles andere soooo sehr. Ich glaub, ich leg mich jetzt noch 2 Stunden schlafen und dann gehts los mit der Lernerei... ich muss echt reinhauen, wenn ich das noch schaffen will.

Also ein vorerst letztes Mal heißt es wieder: Bitte, bitte, bitte lass mich das bestehen, lieber Gott. Ich will das einfach nur bestehen, egal wie. 

04.09.2012 um 10:34 Uhr

Vorletzte Prüfung

von: Muffin   Kategorie: Mein Uniwahnsinn

 

Morgen ist meine vorletzte Prüfung in Tierzucht und Genetik, einschließlich Tierbeurteilung. Zwei Wochen sind seit der letzten Prüfung vergangen und ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich noch nichts, aber auch absolut gar nichts, außer fünf Seiten, gelernt habe. Ich habe also noch einen Tag und eine Nacht und noch immer absolut keine Lust zu lernen. Die morgige Prüfung ist die, die man vorher als die einfachste von allen prophezeite. Wenn ich also nicht innerhalb von 24 Stunden mein 115-seitiges Skript lerne, könnte ich morgen durch die einfachste Prüfung fallen und bin daran auch noch selbst Schuld.

Es ist eigentlich Wahnsinn, wenn man bedenkt, dass mein Körper seit nun mehr einem Monat im Prüfungsmodus ist. Irgendwann hat man eben einfach keinen Bock mehr. Ich will endlich nach Hause. Das schlimme dabei ist auch noch der Teufelskreis. Denn nur, wenn ich lerne, darf ich bald nach Hause. Es ist wirklich nicht mehr schön. 

...noch zehn Tage im optimalen Fall! 

23.08.2012 um 23:27 Uhr

Anatomie - verlass mich nie

von: Muffin   Kategorie: Mein Uniwahnsinn

Manchmal muss man einfach Glück haben im Leben. 

Ich hatte unglaubliches Glück am Mittwoch. Die Anatomieprüfung stand an, es war unglaublich heiß im Präpariersaal, weswegen es nur Plastinate gab und unsere Prüferin war unglaublich nett. Nun, die Prüfung in Anatomie gliedert sich immer in 3 Teile. Im ersten geht es um den Bewegungsapparat - das können Knochen sein oder Muskeln oder Nerven. Mein Thema waren die Muskeln ventral am Pferdehals und ich habe mich tatsächlich schon nach Runde eins nach Hause gehen sehen, denn ich habe die Muskeln am Hals einfach nicht geschafft zu lernen. Also war ich blank bei diesem Thema, aber die Gerüchteküche besagte, dass unsere Prüferin ausflippt, wenn man zu einem Thema gar nichts sagen kann. Also hab ich mir Dinge überlegt, die ich zum ventralen Hals noch ewähnen könnte - sowas wie Halswirbel, Drüsen, Gefäße, Lymphknoten. Dennoch lief Runde eins gar nicht gut für mich. Aber sie sagte zu mir, dass ich trotzdem erstmal Pause machen sollte. Also ging ich raus. Was dann geschah, war beinahe schicksalshaft. Meine Freundin L. saß ja noch im Prüfungsraum, wurde nach mir geprüft und sah, welches Thema sie mir als nächstes auf den Tisch legten: mein Organthema war Penis.

Das brachte mich in äußerste Verlegenheit, als sie mir das sagte, denn ich hatte auch nicht den Penis gelernt. Was, wie ich weiß, eine wirklich schlechte Voraussetzungen für eine Anatomieprüfung ist. Ich wusste, ich habe nur noch kurz Zeit, bis V. auch Pause machen darf und ich wieder in den Präppsaal muss. Also hat mir L. unwahrscheinlich geholfen, indem wir in diesen paar Minuten den Penis durchgesprochen haben und ich versuchte mir soviel wie möglich zu merken. Als ich wieder hinein ging, war mein Thema auch wirklich Penis Hund und Katze vergleichend. Mein passendes Körperhöhlenthema dazu war dann die Beckenhöhle. Thema 2 und 3 wurden nämlich gleich hintereinander geprüft. Anscheinend hab ich den Penis ganz gut hinbekommen, das sagte mir die Prüferin zumindest im Anschluss und dass sie damit nicht rechnete. Ich dachte nur 'Danke L., ohne dich, hätt ich das nie geschafft.'.
Und die Beckenhöhle war dann wohl wieder das reinste Durcheinander. Sie hatte also jeden Grund, mich durchfallen zu lassen. Ich sagte zu ihr 'Bitte Bitte Bitte' und sie sagte, dass sie das an meiner Stelle wohl auch sagen würde, aber sie wisse, dass sie mir keinen Gefallen täte, würde sie mich jetzt durch kommen lassen...sie wisse aber auch, dass sie mir keinen Gefallen täte, würde sie mich nicht durch kommen lassen. Es wäre ihr sehr unangenehm, aber ich sollte doch bitte noch draußen warten, sie müsse es sich noch überlegen und mit ihren Kollegen diskutieren.

Die Zeit des Wartens war die Hölle. Letzten Endes habe ich aber bestanden und das ist schön :) Sie sagte zwar zu mir, dass ich mit einer 4 keine Doktorarbeit mehr in der Anatomie schreiben könne - aber he, wer will das schon? Hauptsache bestehen!

Und nun hab ich erstmal 2 Wochen Zeit bis zu nächsten Prüfung und insgesamt sind es auch nur noch 2 Prüfungen. Ich kann das Ende also fast schon winken sehen :) Die größten und schwesten Klopper sind damit vom Tisch, yeah :) 

20.08.2012 um 21:23 Uhr

Die nächste große Hürde

von: Muffin   Kategorie: Mein Uniwahnsinn

Noch 2 Tage bis zur nächsten großen Hürde - Anatomie. Ich habe auch hier richtig Angst vor der Prüfung. Es ist neben Biochemie die 2. große Schreckensprüfung. Nun, ich weiß, ich hab auch Biochemie bestanden, aber dafür blieb auch mehr Zeit. Es ist, als hätte mir Biochemie jeglichen Elan und jede Kraft geraubt. Die Sonne und die lauten Nachbarskinder tun ihr Übriges dazu. Nach Biochemie hab ich erstmal 2 Tage nichts gemacht und selbst jetzt bin ich noch so weit davon entfernt, etwas zu können. Ich habe wirklich das Gefühl, dass ich Anatomie nicht bestehen werde. Es bleiben nur noch zwei Nächte und ein Tag und der Berg scheint unberechenbar gigantisch zu sein. Tagsüber kann ich nicht lernen, weil es zu laut und zu warm ist und nachts kann ich nicht schlafen, weil ich ein zu schlechtes Gewissen habe. Die Folge davon ist ein übermäßiger Verzehr an Guaranapillen, um nachts aufzuholen, was ich tagsüber verpasst habe - und die Folge davon ist, dass ich oft unkontrolliert anfange zu zittern und machmal das Gefühl habe, mein Herz schlägt ziemlich schnell. Ob es das wert ist? Vermutlich nicht. Aber der Stress, eine Prüfung 2x machen zu müssen, die Enttäuschung meiner Eltern und meiner selbst, das Gefühl, sonst nicht nach Hause gehen zu können und keine richtigen Ferien zu haben, machen es vertretbar. Ich möchte es so gerne schaffen. Es fühlt sich an, wie die letzte große Hürde, die beiden Prüfungen, die noch folgen, sind beide machbar. Vor allem sind nach Mittwoch erstmal wieder 2 Wochen Zeit. Oh bitte, ich möchte es einfach nur schaffen und bestehen - Koste es, was es wolle.

 

 

14.08.2012 um 23:26 Uhr

Unfassable

von: Muffin   Kategorie: Mein Uniwahnsinn

 

Ich bin fassungslos. Sprachlos. Überglücklich.

Nie wieder Biochemie.

Ich hab von der ersten Sekunde an gezweifelt. Habe 3 Stunden mit V. gewartet, weil 2 Gruppen vor uns geprüft wurden. Dann gingen wir hinein - wurden befragt - jeder 3 Fragen.

Erste Frage war okay, machbar, so halbwegs zumindest. Zweite Frage war komplett nichts - Ich konnte NICHTS dazu sagen. Dritte Frage war eine Verzweiflungsfrage - eine Verzweiflung für mich selbst... Aminosäuren zeichnen - das hab ich rauf und runter geübt und dann bekomm ich die blöde Struktur von Prolin nicht mehr aufgemalt. Ich hätte mich durchfallen lassen.

Er tat es nicht. Ich bin der glücklichste Mensch der Welt.

NIE WIEDER BIOCHEMIE!!!

10.08.2012 um 08:22 Uhr

Biochemie winkt schon...

von: Muffin   Kategorie: Mein Uniwahnsinn

noch 4x schlafen... Ich hab wirklich, wirklich Angst!

 

Biochemiegott, der du bist im Labor,
geheiligt werde deine Forschung.
Deine Formel komme.
Deine Reaktion geschehe,
wie im Chemielabor, so auch im Vorlesungssaal.
Unser täglich Wissen gib uns heute.
Und vergib uns unser Nicht-Lernen,
wie auch wir vergeben unsern Professoren.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Übel.
Denn dein ist mein Alltag und mein Schlaf und die „Herrlichkeit“ in Ewigkeit

Amen.