Neues vom Steingarten

26.03.2009 um 18:00 Uhr

Leide und Freud

Nachdem der Winter ja schon im November begann, sieht es inzwischen, Ende März, so aus:

 

 

Ich bin diesen Winter langsam leid und ich frage mich, warum ich nicht Lanzarote statt Island gebucht hab; ein wenig Wärme und 'Sonnenschein täten jetzt gut.

 

Da ist es schon gut, wenn man auch ein paar Sachen zum Freuen hat.

Seit ein paar Tagen sind wir stolze Besitzer einer Keramikgrundausstattung, gefertigt nach Funden aus dem Gräberfeld von Bescheid und gefertigt von Steffi Mathy. sie gräbt den Ton selber und brennt die Keramik in der Grube. Wir sind sehr begeistert!

 

 

18.03.2009 um 16:38 Uhr

Himmelserscheinung

Heute Mittag rief ein guter Freund an und fragte, ob wir in den letzten Minuten mal zum Himmel geschaut hätten.

Draußen gab es nämlich eine sehr seltene Himmelserscheinung zu beobachten: ein weißer riesiger Kreis parallel zur Erdoberfläche, der durch die Sonne zu laufen schien. Wir haben gleich ein paar Bilder gemacht und ich habe hinterher durch Tante Google eine sehr informative und interessante Seite gefunden, die mir die Erklärung zum Phänomen lieferte:

es war ein Horizontalkreis  (auf Eiskristalle>Halos>Horizontalkreis gehen).

Hier gibt es die Bilder dazu, sie sind etwas bearbeitet, um den Streifen besser hervorzuheben. Die Fotobedingungen waren natrülich nicht so toll, weil ich teilweise gegen die Sonne fotografieren musste.

16.03.2009 um 16:14 Uhr

Museumsbesuch

Also gestern haben wir dann die Ausstellung besucht. Sie ist in einem Raum untergebracht, der durch Stellwände unterteilt ist. Man bekommt an der Kasse einen Audio-Guide in die Hand gedrückt und kann dort die Nummer der Exponate eingeben und  die Beschreibungen dazu abhören.
Das ist auch sehr sinnvoll, denn die Beschriftung an den Ausstellungsgegenständen ist (mit Absicht?) mager, Ort und Zeitstellung ist meist das einzige, was an schriftlicher Dokumentation vorgegeben ist. Der Ausstellungskatalog wird auch leider erst Ende des Monats erscheinen.
Die Ausstellung wird dominiert von vier "Litfasssäulen" in der Mitte, die vier Situlen darstellen. An den Wänden verteilt stehen dann die Fundstücke aus verschiedenen Ländern, insgesamt gibt es 20 Stationen, die der Audio-Guide erklärt. Ein wenig ohne Zusammenhang steht der erwähnte Prachtmantel aus Kalbs?fell und Nieten im letzten Drittel des Raumes.
Mir persönlich hat die Ausstellung jetzt nicht so zugesagt, weil auf den Stellwänden und den in die Litfasssäulen integrierten Monitoren auch sehr viel Modernes einbezogen wurde - als Vergleich und Verdeutlichung des Erklärten. Die Szenen auf den Monitoren waren computeranimiert und immer wieder, wie z. Bsp. beim Pferderennen durch zeitgenössische Bilder, hier Autorennen oder moderner Boxkampf, ergänzt.
Sicherlich ist diese Art der Präsentation, die augenscheinlich eine Brücke schlagen will zwischen Vergangenem und Jetzigem, zwischen Regionalem und weit Entferntem, ein Zugeständnis an die Besucher, die vielleicht nicht aus derselben Motivation wie mein Mann oder ich die Ausstellung besuchen, vielleicht auch nicht über das Hintergrundwissen verfügen oder vielleicht auch einfach eine andere Erwartungshaltung haben.

16.03.2009 um 13:41 Uhr

Ein Jahr in vierzig Sekunden

Das folgende Video hat Ragga in Facebook verlinkt und ich finde es so faszinierend, dass ich es euch nicht vorenthalten will:

Ein Jahr in vierzig Sekunden

14.03.2009 um 13:18 Uhr

Frühling

Nachdem ich gestern auf der Fahrt zur Fortbildung nach Wittlich den Frühling mit aller Kraft gespürt habe, ging es heut an die ersten Gartenarbeiten: unser Teich stand auf dem Programm.

Er hat in den letzten Jahren ein wild-romantisches, wenn auch verlottertes Dasein geführt und trotz aller Renaturierungsideen war er doch dermaßen überwuchert, dass etwas getan werden musste.

So haben wir uns dann heute drangegeben, die Seerosen, die den Teich inzwischen fast erstickten, rauszunehmen und zurückzuschneiden. Ein fast aussichtsloses Unterfangen, denn die Wurzeln hatten ein riesiges unentwirrbares Geflecht entwickelt.

Leider mussten wir auch feststellen, dass die Kröten und Frösche den Winter nicht überlebt hatten und mit ihnen unzählige Libellenlarven. Die Eisdecke auf dem Teich war in diesem Winter von November an fast ununterbrochen geschlossen und auch unsere Versuche, zumindestens ein Loch für die Sauerstoffzufuhr offenzuhalten, scheiterten kläglich. Die Dicke der Eisdecke betrug an den kältesten Tagen mehr als 20 cm und die letzten Reste davon verschwanden erst letzte Woche.

Die Arbeit war nicht schön mit der Matsche aus abgestorbenen Pflanzenteilen und Tierleichen, aber inzwischen sind vier Schubkarren voll Biomasse entsorgt und das Wasser zwar noch trüb aber zumindestens mal von groben Teilen gereinigt. Die zwei Pflanzkübel mit den zurückgeschnittenen Seerosen sind wieder versenkt und auch von den anderen Wasserpflanzen ist, denke ich noch genug übriggeblieben, um wieder auszutreiben.

Ein Dank vor allem an meinen Mann, der die riesigen Wurzelplatten allein mit sehr viel Ausdauer und Kraft an Land gewuchtet hat, so dass sie dort auf ein Minimum gestutzt werden konnten.

Jetzt wird der Sommer zeigen, wie sich unser Teich entwickeln wird.

08.03.2009 um 13:39 Uhr

Filmdoku

Gestern waren wir auf der Altburg zum Dreh der Dokumentation keltischen Handwerks.

Das fand im Rahmen unseres Auftrags statt. Wir, d.h. Patrick, Markus und Karin von der Gruppe Taranis und Hans und ich haben in Zusammenarbeit mit der Archäologin Sabine Hornung zwei lebensgroße Figuren für das Hunsrückmuseum in Simmern mit Kleidung und Accessoires auszustatten, die ein Paar aus der HEK darstellen sollen.

Patrick und Markus stellten dabei die Schuhe und den Schild her und kümmerten sich um die Repliken der Lanzenspitze und des Schmucks, Karin webte den Gürtel in Brettchentechnik und ich hatte für die Bekleidung zu sorgen, d.h. ich habe über den Winter Stoffe für Hose, Tunika, Kleid, Schleier und Rechteckmantel gewebt und genäht.

Zusätzlich zu der Ausstellung soll in Zukunft im Museum auch ein Film über Handwerkstechniken der damaligen Zeit gezeigt werden und der Dreh dazu fand gestern statt.vorbereitet und gefilmt wurden:

Brettchenweben, Weben am Gewichtswebstuhl (von mir), töpfern und Grubenbrand, Schmiedearbeiten, Bronzeguss sowie Dorfbelebung der wunderbaren Altburganlage.

Wir hatten unglaubliches Glück mit dem Wetter; nach tagelangem Regen und Schnee überraschte uns gestern Morgen ein blauer Himmel mit nur wenigen Nebelstreifen. Hans und ich hatten  zur Verstärkung noch Andrea und Daniel mitgebracht, der sein neues Keltenoutfit zum ersten Mal ausprobieren wollte. Hier gibt es jetzt ein paar Impressionen von der Arbeit:

05.03.2009 um 12:19 Uhr

SWR 3

Heute war das Fernsehen von SWR 3 bei uns. Sie besuchen im Rahmen der Wetternachrichten immer ausgewählte Orte in Rheinland-Pfalz. Gestern zum Beispiel waren sie in der höchstgelegenen Gärtnerei des Landes in Schauren und der Gärtner durfte ein paar Minuten etwas über Stiefmütterchen und Primeln als Frühlingsboten erzählen.

Heute nun waren sie bei uns, d.h. meinem Mann um etwas über Islandpferde zu erfahren.  Ich hatte ja Schule, aber unsere Reitbeteiligung Mirja war so lieb, Hans bei den Aufnahmen zu helfen. Wer das kurze Spektakel sehen möchte, sollte heute um 20 nach 6 SWR3 einschalten oder später nochmal dort in der Landesschau kurz vor halb acht auf die Wetternachrichten warten.

Heute hat es übrigens hier geschneit und das Kamerateam kam etwas später, weil auf der Hunsrückhöhenstraße Schneechaos war.

 

Edit: Der erste Termin ist um 10 nach 6!!

01.03.2009 um 13:40 Uhr

Drapers Mill School, Margate, England

Während der Fastnachtstage haben wir unsere Partnerschule in Margate, England besucht.

 Was wir dort vorgefunden haben , ist schon sehr verschieden von dem, was man in deutschen Klassenzimmern sieht, aber auch was wir in isländischen, schwedischen und französischen Schulen erlebt haben. Hier in Kürze die wichtigsten Unterschiede:

1. Schule ab 4 Jahren und zwar nicht nur spielen, sondern auch richtig lernen, meistens in Kleingruppen, während der Rest der Klasse Chosing time hat, d.h. sich in den verschiedenen Spielecken des Raumes selbst beschäftig. 

 

2. Das ist nur möglich, weil die Lehrerin ständig durch eine Teaching Assistent unterstützt wird

 

3. Keine Bücher, Lerninhalte aus der Lebenswelt der Kinder, stets dokumentiert durch Flashboards an der Wand und den Fenstern

4. Ein festgeschriebener Lehrplan, alle Schüler einer Klassenstufe in allen Schulen machen das gleiche innerhalb eines vorgeschriebenen Zeitraumes, lediglich die äußere Form kann variieren.

5. Starke Lernmedienpräsenz und  gute materielle Ausstattung der Klassen: in jeder Klasse statt Tafel ein Touchscreen, PCs mit diversen Lernspielen zum jeweiligen Thema, alles Material wid von der Schule gestellt.

 

Ich könnte jetzt noch stundenlang über die Unterschiede berichten, auch über Vor- und Nachteile, möchte es aber vorläufig hiermit dabei belassen und dafür lieber noch ein paar Bilder der besuchten touristischen Highlights einfügen. Das ist jedenfalls klar für mich: das östliche Südengland ist nicht unbedingt eine Reise wert, wenn man mal von der Klippen von Dover und Canterbury absieht!