Nicci Pain

11.06.2009 um 07:46 Uhr

17.08.09

von: TheNicciPain   Kategorie: Murder? No Match!

Mord an Michelle: Prozess beginnt am 17. August am Landgericht

Mord an Michelle: Prozess beginnt am 17. August am Landgericht
Leipzig. Der Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder der achtjährigen Michelle aus Reudnitz beginnt voraussichtlich am 17. August am Landgericht Leipzig. Das bestätigte der Verteidiger des Angeklagten, Malte Heise, gegenüber LVZ-Online. "Dieser Termin ist zwischen den Prozessbeteiligten fest vereinbart", sagte er. Der zweite Verhandlungstag ist für den 29. September geplant. An diesem Tag wird laut Heise bereits das Urteil erwartet. Ein Ausweichtermin ist für den 2. Oktober vorgesehen. Gerichtssprecher Hans Jagenlauf wollte sich zu diesen Terminen nicht äußern, weil es noch keinen offiziellen Eröffnungsbeschluss der zuständigen Jugendkammer gibt.

Zuschauer dürfen Jagenlauf zufolge das Verfahren, das fast auf den Tag genau ein Jahr nach der Tat startet, verfolgen. Nur bei Angeklagten zwischen 14 und 16 Jahren sei die Öffentlichkeit aus Gründen des Jugendschutzes bereits per Gesetz ausgeschlossen. Durchaus denkbar sei aber, so der Sprecher, dass einzelne Verhandlungsabschnitte hinter verschlossenen Türen stattfinden. Dafür sei aber ein Antrag von der Verteidigung oder der Staatsanwaltschaft nötig.

Der 19-jährige Daniel V. hatte gestanden, die Schülerin sexuell missbraucht und anschließend getötet zu haben. Er muss sich nun wegen Mordes, schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes in Tateinheit mit Vergewaltigung und gefährlicher Körperverletzung verantworten.

Das Mädchen war am 18. August 2008 nicht von den Ferienspielen nach Hause gekommen und zuletzt gegen 16 Uhr auf dem Spielplatz an der Holsteinstraße lebend gesehen worden. Danach verlor sich ihre Spur. Drei Tage später fand ein Spaziergänger die Leiche des Kindes in einem Teich im Stötteritzer Wäldchen, rund einen Kilometer von der Wohnung von Daniel V. in der Reudnitzer Lipsiusstraße, dem Tatort, entfernt.

Am 8. März hatte sich der Angeklagte mit seiner Mutter der Polizei gestellt und wenig später ein umfassendes Geständnis abgelegt. Einer schriftlichen Erklärung von ihm zufolge hat er die kleine Michelle aus seiner unmittelbaren Nachbarschaft vor zwei Jahren während eines Praktikums an deren Schule kennen gelernt und sie in den Ferien im Sommer 2008 wiedergetroffen.
Seitdem hätte er sein Augenmerk auf das Kind gerichtet. Die Leiche des Mädchens habe er nach der Tat in einen Müllsack gepackt und in der Abstellkammer auf halber Treppe versteckt. Erst zwei Tage später will er sie zum Teich im Stötteritzer Wäldchen gebracht haben. <

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft „fußt voll umfänglich auf dem Geständnis meines Mandanten“, sagte Verteidiger Malte Heise. Daniel V. habe sich in der Untersuchungshaft geändert. „Er ist sehr nachdenklich geworden, führt Gespräche mit Psychologen und der Jugendgerichtshilfe“, so Heise. „Er ist heute ein anderer als am Tag seiner Verhaftung.“

Offen ist, ob Daniel V. nach Jugend- oder Erwachsenenstrafrecht verurteilt wird. Diese Frage ist vom Gericht im Prozess zu klären. Bei einer Jugendstrafe – diese gilt als wahrscheinliche Option – drohen ihm maximal zehn Jahre Haft. Andernfalls könnte er lebenslänglich hinter Gitter kommen.

mro, LVZ-Online/F.D.

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