Nicci Pain

15.07.2009 um 17:21 Uhr

All-Time-Favorit

Dunkel war’s, der Mond schien helle,
Schneebedeckt die grüne Flur,
Als ein Wagen blitzesschnelle
Langsam um die Ecke fuhr.
Drinnen saßen stehend Leute

Schweigend ins Gespräch vertieft,
Als ein totgeschossner Hase
Auf ’ner Sandbank Schlittschuh lief.
Und der Wagen fuhr im Trabe

Rückwärts einen Berg hinauf.

Droben zog ein alter Rabe

Grade eine Turmuhr auf.
Ringsumher herrscht tiefes Schweigen
Und mit fürchterlichem Krach

Spielen in des Grases Zweigen

Zwei Kamele lautlos Schach.

Und auf einer roten Bank,
Die blau angestrichen war
Saß ein blond gelockter Jüngling

Mit kohlrabenschwarzem Haar.

Neben ihm ’ne olle Schrulle,
Die kaum 18 Jahr alt war,
In der Hand ’ne Butterstulle,
Die mit Schmalz bestrichen war.

Und verliebt sprach er zu ihr,

mein geliebtes Trampeltier.
Augen hast du wie Korallen,
die dir aus dem Kopfe fallen.
Und eine Nase sag ich dir,

alle Kälber gleichen dir.

Oben auf dem Apfelbaume,
Der sehr süße Birnen trug,
Hing des Frühlings letzte Pflaume
Und an Nüssen noch genug.

Von der regennassen Straße

Wirbelte der Staub empor.
Und ein Junge bei der Hitze
Mächtig an den Ohren fror.

Beide Hände in den Taschen

Hielt er sich die Augen zu.

Denn er konnte nicht ertragen,
Wie nach Veilchen roch die Kuh.

Und zwei Fische liefen munter
Durch das blaue Kornfeld hin.

Endlich ging die Sonne unter

Und der graue Tag erschien.

Dies Gedicht schrieb Wolfgang Goethe
Abends in der Morgenröte,
Als er auf dem Nachttopf saß

Und die Morgenzeitung las.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenHappyday schreibt am 15.07.2009 um 17:41 Uhr:This is the sound of all of us
  2. zitierenRabenmutter schreibt am 17.07.2009 um 06:24 Uhr:Das ist gerade der Favorit meiner Tochter und ihrer Freundinnen :-)
    Deins ist noch länger als die uns bisher bekannte Version, vielen Dank!!!

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