Das Leben und andere Unmöglichkeiten

05.12.2006 um 22:43 Uhr

Edvard Grieg

von: chaotika   Kategorie: Skandinavien

Edvard Hagerup Grieg, geboren am 15.06.1843 in Bergen, gestorben 04.09.1907, war einer oder der bedeutenste Komponist Norwegens. Grieg ist der Epoche der Romantik zuzuordnen. Seine Musik basiert auf der norwegischen Volksmusik, erkennbar an typischen Tanzrhythmen und harmonischen besonderheiten, wie die Nutzung von Quinten.

Seine Bedeutung ist nicht ganz unumstritten, so gilt Grieg in vielen Ländern als der wichtigste norwegische komponist, wohingegen er in Norwegen selber sehr umstritten ist. Von professioneller Seite wird an Grieg kritisiert, dass er wenig motivisch-thematisch arbeitet und dass er Mängel in der Formbearbeitung habe.

Die bei weitem bekanntesten Stücke Edvard Griegs sind die Peer Gynt Suiten 1 & 2. Dabeihandelt es sich um die Vertonung des Dramas Henrik Ibsens mit dem selben Titel. Außerdem bekannt sind sei nKlavierkonzert in a-Moll und seine Sonate für Klavier in e-Moll. Des weiteren hat er noch weitere Suiten und mehrere Streichquartete, besonders erwähnenswert op. 27, sowie eine Ballade für Klavier geschrieben.

Grieg ist oft auch europaweit als Dirigent oder Interpret seiner eigenen Klavierstücke erfolgreich gewesen.

Edvard Grieg war zweitjüngstes Kind mit drei älteren und einem jüngeren Geschwisterkind. Sein Vater war Kaufmann und britischer Konsul. Sein musikalisches Talent muss er von seiner Mutter geerbt haben, denn sie trat in Bergen, seinem Geburts- und Heimatort, als Pianistin und Sängerin auf. Musikalisch vorgebildet wurde der junge Edvard durch Musizierkreise, die seine Mutter wöchentlich in ihrem Haus abhielt und in denen auch Opern aufgeführt wurden. Auch sein älterer Bruder John war musikalisch und spielte Cello.

Mit sechs Jahren begann Grieg regelmäßig Klavierunterricht bei seiner Mutter zu nehmen und bereits im Alter von neun Jahren komponierte er seine ersten Klavierstücke.

Während Edvard Grieg musikalisch bereits für sein Alter sehr weit war, lief es in der Schule weniger gut. Nach der Grundschule kam er auf eine naturwissenschaftlich-mathematisch ausgerichtete Realschule, an der seine musikalische Begabung eher belächelt wurde oder Zynismus bewirkte. Deshalb musste er auch die dritte Klasse wiederholen.

Die schlechten Erfahrungen, die Grieg in der Schule machte, führten später zu Autoritätsproblemen und einem sehr geringen Selbstvertrauen.

1858 kam Grieg dann auf Anraten des bekannten Geigers Ole Bull auf das Leipziger Konservatorium, wo er bis 1862 blieb und u.a. bei Ignaz Moscheles, Ernst Ferdinand Wenzel und Carl Reinecke lernte.

1863 ging Grieg nach Kopenhagen, wo er Rikard Nordraak, den Komponisten der norwegischen Nationalhymne, und Hans Christian Andersen traf. Mit letzterem gründete er 1864 zusammen mit weiteren Komponisten eine Konzertgesellschaft zur Pflege skandinavischer Musik. 1866 zog er um nach Christiania (Oslo), woi er im folgenden Jahr seine Cousine heiratete. 1869/70 war Edvard Grieg zum Studium in Rom, wo er auf Franz Liszt traf. Die nächsten Jahre lebte er als freischaffender Komponist, teilweise in Bergen, in Oslo und in anderen Orten

Von 1880 bis 1882 war Grieg Dirigent des Orchsters der bergener Musikgesellschaft "Harmonie". Als Dirigent und Pianist reiste Grieg durch ganz Europa, bis er sich 1885 ein Haus etwas südlich von Bergen kaufte, das heute das Grieg-Museum beherbergt. Am 4. September 1907 starb Edvard Grieg an einer Lungenkrankheit.

Grieg hat sich immer sehr stark auf Klavier- und Kammermusik konzentriert, wobei die norwegische Volksmusik immer sehr starken Einfluss auf seinen Kompositionsstil hatte. Bei den Orchesterstücken gelten mit Sicherheit seine Peer Gynt Suiten und das Klavierkonzert als die wichtigsten und sind auch immernoch sehr beliebt.

Die "Morgenstimmung" und "In der Halle des Bergkönigs" aus der ersten Peer Gynt Suite gelten als die bekanntesten klassischen Stücke überhaupt, weil sie immer wieder n Filmen und Werbung benutzt werden.

Was über Grieg wenig bekannt ist ist , das der dänische Komponist Niels Wilhelm Gade eigentlich als Inspiration oder Anregung Griegs zu sehen ist, so hat er z.B. Grieg zum schreiben seiner Symphonie aufgefordert. Grieg war aber niemals Schüler Gades.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenAngelInChains schreibt am 05.12.2006 um 22:47 Uhr:"In der Halle des Bergkoenigs" bringt mich wieder zu Apocalyptica ;)
  2. zitierenchaotika schreibt am 05.12.2006 um 22:51 Uhr:Aber das Stück ist toll, wobei mir "Solveigs Lied" besser gefällt, auch weil ich es gerade selber spiele ;)
  3. zitierenAngelInChains schreibt am 06.12.2006 um 00:20 Uhr:Ich finde beide gut.
  4. zitierenleo14 schreibt am 06.12.2006 um 08:38 Uhr:SUPER - >Herzlich willkommen<
    Robert Schumann hat - glaube ich - dem Nils W.Gade ein musikalisches Denkmal gesetzt, indem er eine Miniatur mit der Melodie g-a-d-e komponiert hat.

    Gruß
    leo14
  5. zitierenleo14 schreibt am 06.12.2006 um 08:49 Uhr:Vielleicht führst du auch eine Kategorie Skandinavien oder so ähnlich ein, damit man sinnvoll verlinken kann, deine Einträge abseits des gemeinsamen Themas sollen dann auch wieder nicht sofort erscheinen
    See you!
    leo14
  6. zitierenchaotika schreibt am 07.12.2006 um 20:57 Uhr:Schon passiert...
    Naja über Musik lässt sich ja streiten ;)
  7. zitierenleo14 schreibt am 07.12.2006 um 21:56 Uhr:den letzten Kommentar verstehe ich jetzt nicht; ich freue mich über deine musikalische Fachkenntnis. Da kann ich dann viel lernen!!!

    Vielleicht ist der Geiger Ole Bull ja ein nächstes mögliches Bearbeitungsopfer - er hat ja mit den Grieg gemeinsam Volkslieder für Klavier bearbeitet und nebenbei ist auch die Hardangerfiedel ziemlich wichtig.

    ruß
    leo14
  8. zitierenchaotika schreibt am 07.12.2006 um 22:11 Uhr:Ich werde mich dransetzen!
    Das letztere bezog sich auf den Kommentar von AngelInChains
  9. zitierenleo14 schreibt am 07.12.2006 um 22:14 Uhr:Gruß nicht ruß natürlich
    leo14
  10. zitierenchaotika schreibt am 07.12.2006 um 22:26 Uhr:Ich könnte mich natürlich auch gleich an gade setzen... mal schauen...
  11. zitierenleo14 schreibt am 09.12.2006 um 17:14 Uhr:Bist du über die Lakkaparty informiert???
    ISt deine erste? Ab 20.00 Uhr bei LEO. Es gibt auch Glögg und Kekse.
    Kommst du vorbei?

    leo14
  12. zitierenchaotika schreibt am 10.12.2006 um 20:24 Uhr:Verpasst.... :(
  13. zitierenleo14 schreibt am 11.12.2006 um 18:17 Uhr:macht nix ...
    leo14
  14. zitierenOddvar schreibt am 31.01.2007 um 09:35 Uhr:Christiania bei Oslo !

    Oslo hiess früher Christiania.
  15. zitierenleo14 schreibt am 31.01.2007 um 21:46 Uhr:Danke, Herr Oddvar!!!
    leo14

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