Sternentanz

28.05.2007 um 16:30 Uhr

Hagelschaden

von: Nimien   Kategorie: Naturbetrachtungen

Stimmung: Angeschlagen
Musik: Celine Dion & Barbra Streisand - Tell Him

In, den letzten Tagen, während sich mein Gesundheitszustand allmählich besserte, war ich viel im Garten. Ich habe die verblühten Rosen zurückgeschnitten, die Ligusterhecke gestutzt, meine Stauden auf Schädlingsbefall überprüft oder einfach auf meiner Bank gesessen und mich an dem gefreut, was da so üppig blüht und wächst. Nebenbei blätterte ich in Gartenzeitschriften, um mein Wissen über die Pflege des mir anvertrauten Grüns zu vertiefen oder Impulse für die nächsten Blumenbeete zu erhalten. Es waren wohltuende, beglückende Stunden, die mich stärkten und mir Kraft gaben. Doch gestern hatte mein Glück plötzlich ein Ende. Am Abend zog ein heftiger Hagelsturm über uns hinweg, der den Großteil meiner Blumen förmlich zermalmte. Es warem keine großen Hagelkörner, doch sie schlugen sehr dicht, hart und beständig auf die Erde ein. Als der Schauer vorbei war, sah es aus wie im Winter: Der Rasen war bedeckt von einer Schicht aus weißem Eis, die Temperatur war schlagartig gefallen und über den Wiesen lag kalter Nebel. Beim Blick in meine Kräuterkästen wurde mir in seinem ganzen Ausmaß klar, was der Spruch "Dir hat's aber gründlich die Petersilie verhagelt" zu bedeuten hatte: Alles Matsch! Meine Beetrose, am Morgen noch in üppiger Blüte, sah aus wie ein gerupftes Huhn. Kaum eine Knospe hatte den Angriff der Eiskörner überstanden, so dass mir nichts anderes übrig blieb, als die Triebe massiv zurückzuschneiden. Die Erdbeerstauden und der Frauenmantel sahen aus wie Spinat, der Lavendel war dahin, der Sonnenhut ebenso und auch mein Eibischstrauch und meine Hortensien hatten schwere Blessuren davongetragen. Es war ein trauriger Anblick. Und als sei mit meinem Garten auch der Quell meiner Genesung versiegt, hatte ich heute Morgen einen Rückfall mit Husten und Schnupfen, der mich nur widerwillig aus dem Bett kriechen ließ.

24.05.2007 um 13:49 Uhr

Auszeit

von: Nimien   Kategorie: Heilsames

Stimmung: Müde
Musik: John Michael Montgomery - I Swear

 (c) Hermes/pixelio.de

So glücklich ich dieser Tage auch bin, mein Körper war offensichtlich der Meinung, dass ich dringend mal eine Auszeit brauche. Nachdem ich mich zwei Wochen lang mit einem hartnäckigen Husten herumgeschlagen habe, rebelliert nun seit zwei Tagen mein Hals und ich fühle mich erstaunlich müde und erschöpft. Ich fürchte, die lange Zeit der Termine und Verpflichtungen ohne ausreichende Inseln der Ruhe macht sich jetzt doch bemerkbar. An den wenigen freien Wochenenden, die ich in den letzten zwei Monaten hatte, habe ich immer nur das erledigt, was liegen geblieben war. Zeit für mich allein, um zu lesen, zu schreiben und einfach die Seele baumeln zu lassen, gab es viel zu wenig. Also nehme ich die Signale meines Körpers ernst, bin vernünftig und bleibe zu Hause. Mein Kühlschrank ist randvoll mit frischem Obst und Gemüse aus dem Bioladen, ich kaue eifrig Salbeiblätter und trinke Salbeitee, werde gleich noch ein Nickerchen machen und auch sonst den Tag ganz geruhsam verbringen. Und im Übrigen überlege ich mir noch einmal, ob ich über Pfingsten wirklich die noch verbleibende Wand streichen, den Balkon neu gestalten, den Keller aufräumen UND neue Gartenbeete anlegen möchte. Vielleicht wäre es sinnvoller, die freien Tage einmal wirklich zur Erholung zu nutzen. Angesichts der Tatsache, dass mein Beruf mir so viel Freude macht, vergesse ich manchmal, dass er doch ganz schön anstrengend ist.

21.05.2007 um 21:00 Uhr

Insel der Zärtlichkeit

von: Nimien   Kategorie: Liebeszauber

Stimmung: Sehnsüchtig
Musik: Sergej Rachmaninov - Klavierkonzert Nr. 3, d-moll

Drei Tage voller Liebe. Mich verströmen in deine Augen, deine Haut, deine Wärme. Eintauchen in deine Nähe. Deine Zärtlichkeit kosten und mit dir durch München bummeln. Die Stadt trunken vom Duft der Robinien - und ich vom Duft deines Körpers. Fast Food und Coffee to go. Bunte Postkarten und unser Tagebuch. Wohlig seufzend in Harmonie versinken. Stundenlang auf meinem neuen Sofa kuscheln. Einander umschlingen in leidenschaftlicher Lust. Mehr wissen als die Kandidaten bei Quiz Taxi. Helikopter um Mitternacht. Im Biergarten gemütlich schmausen. Erstaunt feststellen, dass es gar keinen Grund gibt, uns zu streiten. Neue Räume, warme Farben - und Lampen, die deiner Größe nicht gewachsen sind. Mich an die Hügel und Täler deines Körpers schmiegen. Unendliche Küsse. Der Pragmatismus der Eifersucht. Filme über Magier und VW-Busse ohne Kupplung. Gar nicht genug von dir bekommen und viel zu früh Abschied nehmen müssen. Noch zwei Monate bis zum nächsten Wiedersehen...

17.05.2007 um 17:19 Uhr

Ein Klavier geht auf Reisen

von: Nimien   Kategorie: Heim und Herd

Stimmung: Glücklich, zufrieden und vorfreudig
Musik: Stefan Nilsson - Gabriella's Piano

Das also war die letzte Gesangsstunde, die meine Schwester in diesen vier Wänden gegeben hat. Am Wochenende wird das Klavier abtransportiert, und von da an gehört die Wohnung nur noch mir allein (und natürlich meinem Liebsten, wenn er da ist). Ich bin ganz begeistert von meinem neuen Wohnzimmer. Mit jedem Besuch bei Ikea wird es schöner und wohnlicher, gewinnt an Kontur und Charakter. Noch fehlen Bilder an der Wand, und wenn das Klavier nicht mehr da ist, brauche ich noch ein Sideboard, das meine Stereoanlage und meine CDs, Körbe für Kerzen und Räucherwerk, sowie ein paar dekorative Elemente beherbergen soll. Bislang habe ich noch kein geeignetes gefunden, aber ich habe es ja auch nicht eilig. Das Zimmer darf ganz in Ruhe wachsen und Gestalt annehmen. Nicht umsonst gelten die Räume, in denen wir leben, als unsere "dritte Haut". Die bildet sich schließlich auch nicht von heute auf morgen.

13.05.2007 um 16:14 Uhr

Trautes Heim, Glück allein

von: Nimien   Kategorie: Heim und Herd

Stimmung: Zufrieden
Musik: Alanis Morissette - Perfect

 (c) Judith O./pixelio.de

Noch ist längst nicht alles an seinem Platz, sind längst noch nicht alle Dinge so, wie sie sein sollten. Natürlich ging es beim Weißeln nicht ohne Patzer ab und auch die Ikea-Lieferung war nicht einwandfrei, so dass ich mich, anstatt mich einfach an meinem neuen Bettsofa zu freuen, gleich mal um die Reklamation kümmern muss. Es wartet also noch eine Menge Arbeit auf mich und die Menschen, die sich bereit erklärt haben, mir zu helfen. Aber vieles haben wir auch schon geschafft und ich beginne zu ahnen, wie wundervoll es sein wird, wenn alles fertig ist. Das neue Wohnzimmer ist noch merkwürdig leer und unbewohnt, aber die Leere atmet bereits den Geist der Erfüllung. Ich freue mich schon darauf, die Räume zusammen mit meinem Liebsten zu entdecken und mit Leben zu füllen.

10.05.2007 um 07:45 Uhr

Drunter und drüber

von: Nimien   Kategorie: Heim und Herd

Stimmung: Heiter
Musik: Celine Dion - La memoire d'Abraham

 (c) Markus Hein/pixelio.de

Nun, da die Zeit der ständigen Wochenendtermine fürs erste vorbei ist, kann ich mich endlich der Neugestaltung meiner Wohnung widmen. Gestern waren zwei IT-Fachleute bei mir, um (a) den PC ins Arbeitszimmer zu verfrachten, (b) den Fernsehanschluss im Wohnzimmer wieder betriebsbereit zu machen, (c) die Telefonanlage neu zu programmieren und (d) meinen Drucker in die Lage zu versetzen, auch Faxe zu versenden und zu empfangen. Am Freitag kommen die neuen Möbel von Ikea, und am Wochenende werden wir das Wohnzimmer streichen. Zuvor muss meine Schwester aber noch ihren Schreibtisch abbauen und ihren gesammelten Papierkram in ihre Wohnung verfrachten. Das einzige, was dann noch hier an sie erinnern wird, ist das Klavier. Das holt sie erst ganz zuletzt, wenn ihre Wohnung sich in einem vorzeigbaren Zustand befindet und sie dort unterrichten kann.

Allerdings sieht es auch in meiner Wohnung derzeit noch aus, als wäre eine Bombe geplatzt. Die wenigsten Dinge befinden sich schon endgültig an ihrem Platz, tausend kleine Handgriffe müssen noch erledigt werden, und vor allem bedarf es einer gründlichen Reinigungsaktion, um die Räume wieder in einen wohnlichen Zustand zu versetzen. Aber wie gesagt: Ich bin zuversichtlich, dass ich den größten Teil an diesem Wochenende erledigen werde - und zur Belohnung kommt mich mein Liebster nächste Woche in der schönen, neuen Wohnung besuchen. Ach, ich freue mich so! Allerdings ist bis dahin noch eine Menge zu tun, und so verabschiede ich mich gleich wieder und tauche ab in die wuselige Geschäftigkeit.

07.05.2007 um 22:46 Uhr

Vorbei und verweht

von: Nimien   Kategorie: Seelenspiegel

Stimmung: Nostalgisch
Musik: Joni Mitchell - Borderline

 (c) Bernd Sterzl/pixelio.de

Noch immer öffne ich von Zeit zu Zeit die Tür zu einer Welt, die ich vor vielen Monaten verlassen habe. Ich spähe hinein und beobachte das Geschehen, doch bleibe ich stumm und unsichtbar. Nur die wenigsten dort wissen, dass ich hie und da auf diese Weise präsent bin. Der Grund für meinen Abschied hat sich längst überlebt. Wie so vieles hat er sich verflüchtigt und in Wohlgefallen aufgelöst. Und dennoch gibt es für mich kein Zurück mehr. Andere, neue Gründe sind an die Stelle des alten getreten. Der Wichtigste unter ihnen ist die Bitte meines Liebsten, mich von dort fernzuhalten. Ein weiterer ist meine bewusste Entscheidung, meine Aufmerksamkeit der irdischen, greifbaren Wirklichkeit zu schenken. Und der dritte und letzte ist mein Wissen, dass sich die Zeit nicht zurückdrehen lässt. Es wäre nicht mehr dasselbe. Der Zauber von einst ist verflogen und die Frau von damals gibt es nicht mehr. Meine Rückkehr wäre nur eine bittere Enttäuschung für alle Beteiligten. Es tut gut zu wissen, wann etwas vorbei ist. Dann fällt es leicht, der Versuchung zu widerstehen. Denn der Schleier, der mich von dieser Welt trennt, ist hauchdünn. Ich bräuchte bloß die Hand auszustrecken und der Bann wäre gebrochen. Doch ich nehme das Versprechen, das ich meinem Liebsten gegeben habe, sehr ernst. Ich halte mein Wort - und hülle mich in Schweigen.

06.05.2007 um 20:14 Uhr

Ein Wochenende am See

von: Nimien   Kategorie: Heilsames

Stimmung: Müde, bewegt und voller Liebe
Musik: Norah Jones - Sunrise

Das Kloster Bernried ist ein durch und durch idyllischer Ort, umgeben von uralten Bäumen, grünen Wiesen und einem herrlichen Garten. Die Küche dort ist phantastisch. Alle Kräuter kommen aus dem hauseigenen Kräutergarten im Innenhof des Klosters, der unter den kundigen Händen der 87-jährigen Schwester Fidelis üppig und prachtvoll gedeiht. Ihre Führung durch diesen Zaubergarten war einer der unangefochtenen Höhepunkte des Meditationswochenendes, das hinter mir liegt. Obgleich ich einen Teil der Leitung innehatte, waren es auch für mich durch und durch erfüllende und entspannende Tage, an denen ich Kraft schöpfen und mit meiner inneren Weisheit in Verbindung treten konnte. Dennoch bin ich jetzt rechtschaffen müde und werde wohl heute früh ins Bett gehen.

In den ruhigen Momenten zwischen den Gruppensitzungen beschäftigte mich weiterhin das Buch von David Schnarch, das ich mittlerweile ausgelesen habe. Weil ich noch immer dabei bin, die Inspiration, die ich dadurch empfangen habe, in mir nachklingen zu lassen, und viele der damit verbundenen Gedanken und Gefühle zu persönlich wären, um sie hier aufzuschreiben, möchte ich mich damit begnügen, an dieser Stelle einige der Zitate, die mich am meisten berührt haben, zu sammeln:

"Wenn Sie in Ihrer Differenzierung vorangehen, heißt das nicht, dass Ihre Position die 'richtige' ist. Es bedeutet nur, dass das Ihre Position ist und Sie für Ihr Handeln selbst verantwortlich sind. Sowohl Mary als auch John plagten sich mit schwierigen Fragen herum, zum Beispiel:

  • Bin ich zu stur und fordernd, oder zu naiv und entgegenkommend?
  • Mache ich die Ehe kaputt oder versuche ich dafür zu sorgen, dass es sich lohnt, sie zu retten?
  • Sollte ich auf die Stimme der Vernunft hören, ist mein Partner gar nicht verhandlungsbereit und will mich nur einschüchtern?
  • Steht meine Integrität wirklich auf dem Spiel, oder bin ich nur egoistisch und starrsinnig?

Das Ringen mit derartigen Fragen versetzt die Paarbeziehung in Aufruhr, weil die gemeinsame Zukunft bedroht ist - und macht Sie letztenendes stärker. In der Paarbeziehung wird jeder für den anderen zur Reibungsfläche, an der er sich abschleifen kann, um die eigene Gestalt herauszuarbeiten."

"Damit eine Paarbeziehung, die es wert ist, an ihr festzuhalten, Bestand haben kann, müssen wir bereit sein, sie auf den Prüfstand zu stellen; sich an den Status quo zu klammern ist eine sichere Methode, die Beziehung zu zerstören."

"Wir können uns über unsere Streitpunkte einigen, solange Gefühle und Wahrnehmungen im Mittelpunkt stehen. Doch wenn es um das Verhalten geht, nimmt die Flexibilität rapide ab."

"Aber 'keine Wahl haben' ist eine Umschreibung für den zutreffenderen Ausdruck: 'Es gibt keine Wahl, die ich treffen will!' Wir haben immer eine Wahl, aber oft nicht die, die wir wollen. Wir hätten gern die Wahl, (nicht) zu tun, was wir (nicht) wollen, ohne die Konsequenzen zu tragen (...). Oder wir würden gerne eine Wahl für uns treffen und den Partner daran hindern, eine für sich zu treffen."

"Sicherlich ist jedes Eheversprechen in 'guten wie in schlechten Zeiten' gültig, aber es beruht auf der Annahme, dass die Partner alles in ihren Kräften Stehende tun, um ihre Unzulänglichkeiten zu überwinden, und nicht darauf, dass der Partner sich auf Verlangen mit ihnen abfinden muss!"

"Vielleicht sollte jedes Paar, das sich heutzutage zu heiraten entschließt, dem Eheversprechen zwei Sätze hinzufügen: 'Ich werde immer Halt in mir selbst finden. Und obwohl ich damit rechne, verletzt zu werden, will ich um der Glückseligkeit willen durchhalten.'"

03.05.2007 um 06:32 Uhr

Kein Pandora mehr

von: Nimien   Kategorie: Flickenteppich

Stimmung: Bedauernd
Musik: Stefan Nilsson - Fly With Me (Lena's Song)

Heute Morgen fand ich eine e-Mail in meinem Postfach vor, in der mir eine traurige Nachricht verkündet wurde: Pandora ist mittlerweile in der Lage, mittels IP-Erkennung die Herkunftsländer seiner HörerInnen zu ermitteln, und sieht sich aufgrund lizenzrechtlicher Schwierigkeiten gezwungen, das Angebot für alle Nicht-US-Länder zu blocken. Für mich ist das ein herber Verlust. Pandora lief oft, während ich am Rechner saß, und es war meine erste Quelle, wenn es darum ging, mich mit unbekannten Künstlern vertraut zu machen. Zu schade! Denn das "echte" Radio ist für mich keine Alternative. Dort wird mir viel zu viel gequatscht und die Songs werden alle naslang von Werbung unterbrochen. Außerdem habe ich keinerlei Einfluss auf das Musikangebot. Das Tolle an Pandora war ja, dass ich mir meine Sender selbst zusammenstellen konnte. Jetzt werde ich wohl doch einen Teil meiner CDs auf den Rechner verfrachten müssen, um zumindest meine Lieblingskünstler im bunten Wechsel hören zu können. Aber dasselbe ist das nicht. Ein Jammer!

02.05.2007 um 20:28 Uhr

Thermometer statt Hormone

von: Nimien   Kategorie: Frauenbewegt

Stimmung: Sehnsüchtig
Musik: Lyfe Jennings - More Than A Girl

 (c) Ernst Rose/pixelio.de

Heute Morgen las ich in auf sueddeutsche.de, dass eine großangelegte wissenschaftliche Studie der natürlichen Verhütung nach der symptothermalen Methode eine ebenso hohe Sicherheit bescheinigt wie der Pille - vorausgesetzt natürlich, dass sie richtig angewendet wird. Der einzige Haken: Zur Studie zugelassen wurden nur Frauen mit regelmäßigen Zyklen, so dass die Aussagen über die Anwendungssicherheit nicht ohne weiteres auf Frauen übertragbar sind, deren Menstruationszyklen sich nicht so brav an den Kalender halten. Meine persönlichen Erfahrungen mit dieser Methode sprechen allerdings dafür, dass sie auch für diese Personengruppe geeignet und anwendbar ist. Die wesentlich größere Herausforderung sehe ich darin, dass die Methode weit mehr Achtsamkeit und Bewusstheit erfordert als die hormonelle Verhütung - und zwar von beiden Partnern.

Und bei der Gelegenheit möchte ich euch doch gleich noch den Endstand meiner Umfrage präsentieren. Wie ihr seht befürwortet eine deutliche Mehrheit der Befragten die neuen Verhütungsmethoden für Männer. Ich frage mich, ob auch Männer darunter waren.

01.05.2007 um 22:16 Uhr

Schritt für Schritt

von: Nimien   Kategorie: Heim und Herd

Stimmung: Wohlig-zufrieden
Musik: Mock Turtles - Wicker Man

 (c) base/1/pixelio.de

Im übrigen habe ich heute nicht nur gelesen, sondern auch Unkraut gejätet und meinem Rasen eine saubere Rasenkante verpasst. Stück für Stück nähert sich das Erscheinungsbild des Gartens meinen Vorstellungen an, auch wenn es aufgrund meiner knapp bemessenen Freizeit manchmal nur im Schneckentempo vorangeht. Außerdem kostet es jedes Mal Rückenschmerzen und Blasen an den Händen, dem Boden ein Blumenbeet abzutrotzden, denn die Erde besteht zum größten Teil aus Steinen und es ist äußerst mühsam, sie urbar zu machen. Selbst wenn es nur langsam vorangeht und jedes Jahr höchstens ein oder zwei kleinere Beete hinzukommen, fühle ich mich mit meinem kleinen Fleckchen grüner Erde doch rundum wohl und freue mich an seiner Blütenpracht.

Ähnlich gemächlich gestaltet sich die Umgestaltung meiner Wohnung, wobei auch hier gilt: Langsam, aber unermüdlich. Nächste Woche kommt jemand, um meinen Internetanschluss ins Arbeitszimmer zu verlegen und die Telefonanlage neu zu programmieren. Danach könnte ich eigentlich sofort alle Möbel umräumen und die neuen kommen lassen, wenn nicht meine Schwester noch ihren Schreibtisch mitsamt Papierkram hier stehen hätte. Sie selbst ist derzeit für zwei Wochen in Berlin, so dass ich frühestens zu Christi Himmelfahrt daran denken kann, das Wohnzimmer einzurichten. Aber dann habe ich es endlich geschafft, und wenn mein Liebster mich das nächste Mal besuchen kommt, werden wir erstmals die ganze Wohnung für uns alleine haben. Ich bin schon sehr gespannt auf diese Erfahrung und äußerst zuversichtlich, dass sie uns beiden gut bekommen wird.

01.05.2007 um 19:48 Uhr

Sex und Zellulitis

von: Nimien   Kategorie: Gehört, gesehen, gelesen

Stimmung: Begeistert
Musik: Barbra Streisand - All In Love Is Fair

"Zwischen Zellulitis und leidenschaftlichem Sex besteht ein enger statistischer Zusammenhang."

Das zumindest behauptet der Paar- und Sexualtherapeut David Schnarch in seinem Buch "Die Psychologie sexueller Leidenschaft". Gestern erst habe ich es mir aus der Bibliothek geholt und heute schon stellt es meine Sicht der Dinge völlig auf den Kopf. Was ich bislang gelesen habe, hat in hohem Maße mein Interesse geweckt und mich zum Nachdenken angeregt. Der Grundgedanke des Autors ist der, dass sexuelle Intimität die Fähigkeit voraussetzt, sich dem Partner so zu zeigen (und sich ihm so zuzumuten), wie man wirklich ist, ohne damit den Anspruch zu verbinden, dass der andere darauf positiv reagieren muss. Dies, so Schnarch, erfordert Mut und persönliche Reife, weshalb die wahre sexuelle Erfüllung den älteren Semestern vorbehalten bleibt. Dem "Frischfleisch-Modell" der Sexualität hält er das Konzept der Differenzierung entgegen. Darunter versteht er die Fähigkeit, im engen Kontakt zu einem anderen Menschen ein stabiles Selbstgefühl zu wahren und damit sich selbst treu zu bleiben. Erst diese versetzt uns in die Lage, anstelle der üblicherweise angestrebten emotionalen Verschmelzung, die auf dem Hunger nach Akzeptanz und Bestätigung beruht, eine sehr viel tiefergehende selbst-bestätigte Intimität zu erleben.

"Selbst-bestätigte Intimität bedeutet, uns dem Partner zu öffnen, ohne zu erwarten, dass er unsere Äußerungen akzeptiert oder sich seinerseits öffnet, und dass Sie Ihr Identitätsempfinden und Ihr Selbstwertgefühl nicht von ihm und seiner Reaktion abhängig machen. Inwieweit Sie zu selbst-bestätigter Intimität fähig sind, hängt unmittelbar damit zusammen, wie weit Sie in Ihrer Differenzierung fortgeschritten sind und ob Sie bei sich bleiben können, wenn geliebte Menschen darauf drängen, dass Sie sich ihren Wünschen und Vorstellungen angleichen. Die selbst-bestätigte Intimität ist greifbarer Ausdruck einer tragfähigen 'Beziehung zu sich selbst'." (alle Zitate a.a.O.)

Das Konzept der selbst-bestätigten Intimität hat mich im Innersten angerührt. Es ist mir nicht völlig neu, denn Safi Nidiaye schreibt in ihrem Buch "Die Schönheit der Liebe" etwas ganz Ähnliches. Dennoch beeindruckt mich die Darstellung David Schnarch in ihrer Klarheit und Deutlichkeit - gerade weil sie sich so deutlich vom Mainstream der Paar- und Sexualtherapie unterscheidet. Schnarch hat übrigens auch eine Antwort auf die Statistik verheirateter Paare, die keine zehn Minuten am Tag mehr miteinander reden:

"'Warum reden die Ehepaare nicht miteinander?' (...) Wenn ich die Frage ein zweites Mal stelle, finden sich in jedem Publikum einige, die die bittere Wahrheit aussprechen: 'Sie wollen nicht hören, was der Partner zu sagen hat!' Jetzt kommt die Eine-Million-Euro-Frage: 'Wie kommt es, dass Sie das, was Ihr Partner zu sagen hat, nicht hören wollen?' Die Antwort ist: 'Ich weiß es schon!' Oft wird ein 'Versagen der Kommunikation' diagnostiziert, wo in Wirklichkeit das Gegenteil zutrifft. Denn wenn die Kommunikation wirklich 'gestört' wäre, würden Sie ja nicht wissen, dass Sie das, was der Partner zu sagen hat, nicht hören wollen. Das Schweigen von Ehepaaren bezeugt, wie gut ihre Kommunikation funktioniert: Sie wissen beide, dass der andere nicht hören will, was sie denken! (...) Ich will auf Folgendes hinaus: Kommunikation ist keine Gewähr für Intimität, wenn Ihnen die Botschaft nicht passt. Wenn die Kommunikation gut funktioniert, heißt das nicht unbedingt, dass Ihr Partner Sie so sieht, wie Sie gern gesehen werden möchten. 'Die Kommunikation zwischen uns klappt nicht' lässt sich meist übersetzen mit 'Ich weigere mich, diese Botschaft zu akzeptieren - schick mir eine andere! Wie kannst du es wagen, mich (oder diesen bestimmten Sachverhalt) so zu sehen!'"

An dieser Stelle habe ich mich regelrecht ertappt gefühlt. Mein Liebster und ich reden zwar noch immer oft und ausgiebig miteinander. Aber die Tendenz, dass ich Aussagen seinerseits, mit denen ich nicht einverstanden bin oder durch die ich mich verletzt fühle, als Scheitern unserer Kommunikation deute, kenne ich sehr gut. Bei mir klingt das dann so: "Vielleicht habe ich mich missverständlich ausgedrückt" oder "Offenbar ist es mir noch nicht wirklich gelungen, dir deutlich zu machen, worauf es mir ankommt" oder ganz schlicht "Du verstehst mich nicht!". Dabei, so David Schnarch, liegt das Problem meist darin, dass der Partner die Botschaft zwar sehr wohl versteht, aber nicht akzeptiert oder billigt. Von daher helfen auch Ich-Botschaften oder aktives Zuhören, beliebte Techniken der klassischen Paartherapie, in solchen Situationen nicht weiter. "Intimität scheint vielmehr durch Konflikt, Selbst-Bestätigung und einseitige Preisgabe zu entstehen", schreibt Schnarch. Und: "Niemand ist zu Beginn einer Paarbeziehung beziehungsfähig - das werden wir erst in der Beziehung selbst."

Weiter als bis zu Seite 130 bin ich mit meiner Lektüre bislang noch nicht gekommen. Aber gemessen daran, wie sehr schon die ersten Seiten meine liebgewonnenen Ansichten und Überzeugungen durcheinandergewirbelt haben, dürften die restlichen 347 Seiten noch sehr spannend werden.