Sternentanz

28.05.2007 um 16:30 Uhr

Hagelschaden

von: Nimien   Kategorie: Naturbetrachtungen

Stimmung: Angeschlagen
Musik: Celine Dion & Barbra Streisand - Tell Him

In, den letzten Tagen, während sich mein Gesundheitszustand allmählich besserte, war ich viel im Garten. Ich habe die verblühten Rosen zurückgeschnitten, die Ligusterhecke gestutzt, meine Stauden auf Schädlingsbefall überprüft oder einfach auf meiner Bank gesessen und mich an dem gefreut, was da so üppig blüht und wächst. Nebenbei blätterte ich in Gartenzeitschriften, um mein Wissen über die Pflege des mir anvertrauten Grüns zu vertiefen oder Impulse für die nächsten Blumenbeete zu erhalten. Es waren wohltuende, beglückende Stunden, die mich stärkten und mir Kraft gaben. Doch gestern hatte mein Glück plötzlich ein Ende. Am Abend zog ein heftiger Hagelsturm über uns hinweg, der den Großteil meiner Blumen förmlich zermalmte. Es warem keine großen Hagelkörner, doch sie schlugen sehr dicht, hart und beständig auf die Erde ein. Als der Schauer vorbei war, sah es aus wie im Winter: Der Rasen war bedeckt von einer Schicht aus weißem Eis, die Temperatur war schlagartig gefallen und über den Wiesen lag kalter Nebel. Beim Blick in meine Kräuterkästen wurde mir in seinem ganzen Ausmaß klar, was der Spruch "Dir hat's aber gründlich die Petersilie verhagelt" zu bedeuten hatte: Alles Matsch! Meine Beetrose, am Morgen noch in üppiger Blüte, sah aus wie ein gerupftes Huhn. Kaum eine Knospe hatte den Angriff der Eiskörner überstanden, so dass mir nichts anderes übrig blieb, als die Triebe massiv zurückzuschneiden. Die Erdbeerstauden und der Frauenmantel sahen aus wie Spinat, der Lavendel war dahin, der Sonnenhut ebenso und auch mein Eibischstrauch und meine Hortensien hatten schwere Blessuren davongetragen. Es war ein trauriger Anblick. Und als sei mit meinem Garten auch der Quell meiner Genesung versiegt, hatte ich heute Morgen einen Rückfall mit Husten und Schnupfen, der mich nur widerwillig aus dem Bett kriechen ließ.