Sternentanz

30.09.2007 um 21:55 Uhr

Annehmen

von: Nimien   Kategorie: Seelenspiegel

Stimmung: Friedlich
Musik: The Beatles - Here Comes The Sun


(c) Verena N./pixelio

Das erste Wochenende allein nach einer langen Zeit der Zweisamkeit neigt sich seinem Ende zu - und ich muss sagen, es ist nur so vorbeigerauscht. Da ich am Samstag arbeiten musste und heute damit beschäftigt war, haufenweise Dinge zu erledigen, die in den Wochen versunkener Liebe liegen geblieben sind, hatte ich gar keine Zeit, mich vor Sehnsucht zu verzehren. Überhaupt bin ich diesmal erstaunlich schnell und mühelos wieder in den Modus "Alleinleben" zurückgekehrt. Ich bin beruflich sehr eingespannt, kümmere mich um meinen Haushalt, arbeite im Garten, mache Yoga, meditiere und genieße es, wieder ganz in meinem Rhythmus zu leben. Außerdem treffe ich mich regelmäßig mit meiner Schwester und freue mich über die schönen Stunden, die wir miteinander verbringen. Das alles ändert überhaupt nichts daran, dass ich meinen Liebsten vermisse. Aber ich akzeptiere die Tatsache, dass wir uns erst an Allerheiligen wiedersehen werden, und mache das Beste daraus.

24.09.2007 um 21:16 Uhr

Herbstbeginn

von: Nimien   Kategorie: Seelenspiegel

Stimmung: Traurig und dankbar
Musik: Mary Black - I Live Not Where I Love

 (c) EmmaN/pixelio

Heute Mittag ist er abgereist. Als ich am Morgen das Haus verließ, um in die Arbeit zu gehen, und ihn noch ein letztes Mal am Fenster winken sah, hatte ich Tränen in den Augen. Es war ein zärtlicher, ein liebevoller Abschied, bis obenhin angefüllt mit dem Glück vergangener Tage und dem festen Vertrauen auf eine wunderbare Zukunft. Und doch tat es mir weh, ihn loslassen zu müssen und zu wissen, dass die Wohnung leer sein würde, wenn ich am Abend zurückkomme. Nach all der Zeit der intensiven Nähe fällt es mir schwer, in mein Dasein als allein lebende Frau zurückzukehren. Gewiss, es öffnen sich mir nun wieder die Pforten der Stille und die Kraftquellen meiner eigenen Seele. Mir ist bewusst, dass es wenig Raum gab für die Begegnung mit mir selbst in all den Wochen, da der Mann, den ich liebe, mein Leben ausfüllte. Doch werde ich erst wieder lernen müssen, die Leere zu lieben und sie mit meinen ureigenen Träumen und Empfindungen zu beleben. Allzu schön war es, meinen Liebsten stets um mich zu haben und die Tage eingehüllt in seine Liebe, Nähe und Wärme zu verbringen.

Zwei Jahre reicht unsere Liebe nun schon zurück. Und - pure Ironie des Schicksals - sie begann auf dem Oktoberfest. Nicht dass ich damals auch nur im geringsten geahnt hätte, dass unsere Begegnung der Beginn einer wundervollen Liebe war. Aber in jenen Stunden, die wir damals miteinander verbrachten, wurde die Saat gelegt, die Monate später aufging. Daran besteht gar kein Zweifel. Und so genoss ich es an diesem Wochenende von ganzem Herzen, mit meinem Liebsten über die Wies'n zu bummeln und den verwunschenen Zauber zu spüren, der uns nach wie vor umgibt. Denn auch wenn ich viel über die Liebe gelernt habe, wenn ich an den Erfahrungen vergangener Beziehungen gewachsen bin und mich von ihnen verwandeln ließ, so bleibt es doch in allererster Linie ein Wunder, dass ich nach all meinem Suchen und Sehnen endlich einem Menschen begegnet bin, mit dem mich eine so zärtliche, unbeirrbare Liebe verbindet.

17.09.2007 um 19:09 Uhr

Verwunschener Sommer

von: Nimien   Kategorie: Liebeszauber

Stimmung: Zärtlich, dankbar und sehnsüchtig
Musik: Loreena McKennit - The mummer's dance


(c) schubalu/pixelio

Zwei Monate lang war ich versunken in Nähe und Zweisamkeit, getragen und eingehüllt von tiefer Zuneigung und Zärtlichkeit, verwoben und verbunden mit dem Mann, den ich von Herzen liebe. Ich habe mich fallen lassen und bin vollkommen eingetaucht in unser Miteinander, und es fühlte sich für mich rundum stimmig an, dieser Erfahrung meine ganze Aufmerksamkeit zu schenken - auch wenn das bedeutete, dass andere Dinge dahinter zurücktreten mussten. Es war eine wundervolle und wichtige Zeit, die mein Vertrauen in unsere Liebe üppig genährt hat. Ich danke all jenen, die so liebevoll Anteil genommen haben an meinem letzten Eintrag, und ihre freundlichen Worte und Wünsche in den Teppich meiner Gedanken knüpften. Der Zauber hat sich erfüllt: Es war ein verwunschener Sommer voller Magie, den ich erleben durfte.

Heute Abend jedoch koste ich den ersten Hauch des Abschieds, denn mein Liebster ist für drei Tage nach Hause gefahren, um ein paar wichtige Dinge zu erledigen. Am Donnerstag wird er noch einmal wiederkommen, weil wir den zweiten Jahrestag unserer Begegnung gebührend begehen wollen. Doch mit seiner Rückkehr beginnen für uns die letzten Stunden des Sommers. Mit Beginn der dunklen Jahreszeit müssen wir uns voneinander trennen, aller Sehnsucht unserer Herzen zum Trotz. Die Pflicht ruft ihn zurück in die Heimat, während die meine mich hier bindet und hält. Eine schöne und kostbare Pflicht ist es auf meiner Seite, die mir neue Aufgaben und ungeahnte Möglichkeiten verspricht, und doch ist sie durchhaucht von leiser Bitterkeit, weil sie mich daran hindert, meinen Liebsten bald wiederzusehen.So bleibt mir nur zu hoffen, dass die Tage der Trennung bald gezählt sein werden. Nach wie vor liegt es nicht in meiner Hand, doch mein Vertrauen darauf, dass die Sehnsucht uns einen Weg weisen wird, ist an den Erfahrungen dieses Sommers gewachsen.