Sternentanz

27.07.2008 um 01:35 Uhr

Schlaflos

von: Nimien   Kategorie: Seelenspiegel

Stimmung: Gedankenschwer

 (c) Elisabeth Patzal/pixelio.de

Was ist nur dieser Tage mit mir los? Mein Liebster ist hier, und er ist einfach zauberhaft. Unendlich liebevoll, zärtlich, heiter - einfach da. Und trotzdem wälze ich mich Nacht für Nacht schlaflos im Bett herum, weil das Gedankenkarussel in meinem Kopf einfach nicht zur Ruhe kommen will. Dabei bin ich doch so müde. Meine Arbeitstage sind lang und intensiv. Es gibt so vieles zu erledigen, so vieles zu bedenken, so vieles umzusetzen. Das ist erfüllend und schön, aber eben auch anstrengend und ermüdend, zumal wir immer noch in Unterbesetzung arbeiten. Daheim bleibt vieles liegen, das mir eigentlich wichtig wäre. Das reiht sich dann des Nachts ein in die stetige, zermürbende Gedankenprozession. Auch meine Gesundheit macht mir Sorgen. Mein Körper signalisiert mir deutlich, dass es so auf Dauer nicht weitergehen kann. Ich sehe mich konfrontiert mit meinen perfektionistischen Ansprüchen, meinem Ehrgeiz und meinem Leistungsstreben. Gewiss, diese nähren sich aus meinem Herzblut und meiner Begeisterung für die Sache, aber das macht es nicht unbedingt besser. Es fällt mir schwer, mir zuzugestehen, dass manche Dinge Zeit brauchen, um sich zu entfalten. Das gilt auch und insbesondere für meine Fähigkeit, Visionen zu gestalten und ins Leben zu rufen. Ich kann unerledigte Aufgaben nur schlecht liegen lassen, gönne mir zu wenig Pausen, delegiere zu wenig und mute mir dadurch zu viel zu. Wenn ich dann abends nach Hause komme, bin ich meist sehr müde und schlafe oft schon gegen halb zehn vor dem Fernseher ein. Sobald ich aber ins Bett gehe, bin ich wieder hellwach und das Gedankenkreisen beginnt von neuem - oder ich schlafe zwar ein, wache aber schon drei Stunden später wieder auf. Die Liebe kommt da eindeutig zu kurz; auch das bereitet mir Kopfzerbrechen. Mein Liebster ist zwar geradezu rührend in seiner Nachsicht und Geduld, aber dennoch macht es mich traurig, dass ich unsere gemeinsame Zeit gerade so wenig auskosten kann. Ich weiß, dass dies nur eine Phase ist und in mir die Fähigkeit reifen wird, klug und angemessen mit meiner Zeit umzugehen, mich von meinen hohen Ansprüchen zu befreien und mir mehr Ruhe zu gönnen. Aber jetzt und hier ist es gerade sehr anstrengend, und manchmal bin ich den Tränen gefährlich nahe.