Sternentanz

30.10.2008 um 21:30 Uhr

Jahrestage

von: Nimien   Kategorie: Liebeszauber

Stimmung: Angestrengt, sehnsüchtig und glücklich
Musik: Mary Black - What Does It Matter

 (c) RainerSturm/pixelio.de

Unsere Liebe hat keinen klaren Beginn, obwohl es eine Reihe von Daten gibt, die wichtige Ereignisse in ihrem Verlauf markieren. Da ist der 4. September als der Tag, an dem ich nach langer Internetbekanntschaft zum ersten Mal seine Stimme hörte. Wenig später, am 23. September, standen wir uns erstmals leibhaftig gegenüber. Die beiden sich anschließenden Tage bescherten uns wohltuende Herzensbegegnungen, deren Bedeutung wir aber beide zu diesem Zeitpunkt noch nicht ermessen konnten. Auch der Dezember war ein wichtiger Monat für uns und angefüllt mit besonderen Tagen, da die Adventszeit unsere bis dahin noch zarte und behutsame Zuneigung endgültig zu lodernder Glut entfachte. Doch der 30. Oktober ist ein ganz besonderer Festtag für mich, denn an diesem Tag bekam ich Post von meinem Herzallerliebsten. Es war der schönste und längste Brief, den mir je ein Mensch geschrieben hatte, so achtsam, wach und voller Zärtlichkeit, dass mir noch heute ganz warm ums Herz wird, wenn ich nur daran denke. Noch nie zuvor in meinem Leben habe ich mich so liebevoll gesehen und wahrgenommen gefühlt. Umso mehr bedeutet mir dieser Brief, als ich heute weiß, dass mein Liebster im Grunde gar kein Freund vieler Worte ist, schon gar nicht, wenn diese zu Papier gebracht werden sollen. Dass er sich dennoch damals hingesetzt hat, um mir 17 Seiten zu schreiben, zeigt mir, wie sehr ihm das, was er zu sagen hatte, am Herzen gelegen haben muss. Dabei war es noch gar kein Liebesbrief im eigentlichen Sinne - und trotzdem die schönste Ouvertüre für unsere Liebe, die ich mir vorstellen kann.

24.10.2008 um 20:54 Uhr

Alle

von: Nimien   Kategorie: Seelenspiegel

Stimmung: Müde ... und ein bisschen zum Heulen
Musik: Clannad & Bono - In a Lifetime


(c) Thomas Max Müller/pixelio.de

Ich habe eine wahnsinnig anstrengende Woche hinter mir. Bei uns in der Arbeit ist gerade die Hölle los. Ich habe nicht einmal die Hälfte von dem geschafft, was ich mir Anfang der Woche vorgenommen hatte, und es sind sogar noch ein paar Baustellen hinzu gekommen. Insbesondere mache ich mir Sorgen, weil sich ein durchaus gravierendes Problem als sehr beharrlich erwiesen hat, von dem ich gehofft hatte, dass es sich mit der Zeit von selbst lösen würden. (Das wird es vielleicht sogar noch tun, aber eben wesentlich langsamer, als ich mir das gewünscht hätte.) Abends bin ich dann sogar für die einfachsten Handgriffe zu müde, und so sieht es in meiner Küche allmählich aus, als wäre eine Bombe geplatzt. Zum Glück ist jetzt erst mal Wochenende. Vielleicht schaffe ich es ja in den nächsten Tagen, ein wenig Ordnung in das Chaos zu bringen - sowohl in meiner Küche als auch in meinem Kopf.

Ach, und ich vermisse ihn so ...

20.10.2008 um 22:43 Uhr

Über den Dächern von Graz

von: Nimien   Kategorie: Liebeszauber

Stimmung: Verliebt
Musik: Barbra Streisand & Bryan Adams - I Finally Found Someone

 (c) andreas stix/pixelio.de

Als ich zum ersten Mal auf dem Grazer Schlossberg war, schneite es. Ich hielt einen Blumenstrauß in meiner Hand, eingewickelt in braunes Papier, das allmählich nass und feucht wurde. Auf dem Rücken trug ich den Rucksack eines jungen Mannes, der gerade dabei war, mich eine völlig neue Art des Verliebens zu lehren: zart, behutsam, Schritt für Schritt, bisweilen sogar zögernd und zaghaft. Es war der Beginn einer wundervollen Liebesbeziehung, die bis heute nichts von ihrem Zauber verloren hat. Mittlerweile habe ich den Schlossberg auch schon zu anderen Jahreszeiten, im Dunkel der Nacht und unter dem Duft der Rosen erlebt, wobei die nachtdunklen Erinnerungen zu meinen schönsten gehören. Gestern war ich wieder da, diesmal im goldenen Schein der Oktobersonne. Das zitternde Herzklopfen unserer Anfangstage ist einem warmen, wohligen Gefühl der Vertrautheit und Geborgenheit gewichen. Es ist so einfach und selbstverständlich, mit meinem Liebsten über die verschlungenen Pfade zu wandern, seine Hand in der meinen, sein Gesicht ganz nah. So wohlvertraut ist mir das alles inzwischen, dass selbst der Abschied mich nicht mehr schrecken kann. Mögen auch zwei lange Monate der Trennung vor uns liegen: Unser Wiedersehen ist so gewiss wie der nächste Morgen. Ich liebe dich.

07.10.2008 um 20:47 Uhr

Getting Things Done

von: Nimien   Kategorie: Anders leben

Stimmung: Schwungvoll
Musik: Depeche Mode - Precious

 (c) sassi/pixelio.de

In einem Artikel auf sueddeutsche.de bin ich über ein vielversprechendes Zeitmanagement-System namens "Getting Things Done", kurz GTS, gestolpert. (Hübsch erklärt wird es auch auf Wikipedia .) Das GTD-Grundprinzip ist es, alle "losen Enden", die uns tagtäglich ins Haus flattern oder im Kopf herumspuken, in Eingangskörben zu sammeln und später mit Hilfe eines einfachen, aber intelligenten Ordnungssystems Schritt für Schritt durchzuarbeiten. Ziel ist es, auf diese Weise den gedanklichen Arbeitsspeicher vollständig zu entleeren. Gerade diese Aussicht erscheint mir außerordentlich verlockend, denn mein Kopf ist oft rappelvoll. Ständig mache ich mir Gedanken über all die tausend Dinge, die ich noch erledigen muss und möchte. Das kann durchaus inspirierend sein, doch oft genug ist es einfach nur anstrengend. Und da ich sowieso ein besonderes Faible für alle Arten von Listen und Ordnungssystemen habe, werde ich dieses Prinzip in nächster Zeit einmal ausprobieren. Heute habe ich schon die notwendigen ersten Schritte dafür unternommen, habe neues Büromaterial bestellt und entsprechende Ordner und Dateien auf meinem Rechner angelegt. Noch stehe ich ganz am Anfang, doch erscheint mir der Eindruck, den ich bisher von GTD gewinnen konnte, im Hinblick auf Einfachheit und Übersichtlichkeit meiner Arbeitsgänge ausgesprochen lohnend. Und das Beste ist: Es macht mir großen Spaß, mein Leben so wohlüberlegt zu organisieren!

05.10.2008 um 21:12 Uhr

Entscheidungsschwierigkeiten

von: Nimien   Kategorie: Heim und Herd

Stimmung: Sehnsüchtig
Musik: Amplitude 10 - Follow Me


(c) Astrid Borower/pixelio.de

Seit Monaten schlage ich mich mit der Neugestaltung unseres Schlafzimmers herum. In Gedanken habe ich jede einzelne Variante wohl schon hundertmal durchgekaut, habe Möbel gedreht und verschoben und mich mit Farbgestaltung und Textilauswahl beschäftigt. Ich habe die Vor- und Nachteile der einzelnen Möglichkeiten gegeneinander abgewogen und bin mir über die nötigen Veränderungsschritte im Klaren. Jetzt müsste ich nur noch hingehen und irgendeine dieser Gedankenspielereien auswählen, um sie Schritt für Schritt in Wirklichkeit verwandeln. Doch es fällt mir unendlich schwer, mich endgültig festzulegen, die Ebene der Wolkenspinnereien zu verlassen und mich in die Sphäre des tatkräftigen Handelns zu begeben.

Das hat mehrere Gründe: Zum einen suche ich wohl noch immer nach der perfekten Lösung, nach der einen, unfehlbaren Variante, die in meinem Kopf ein großes "Bingo!" aufblitzen lässt und alle weiteren Überlegungen überflüssig macht. Dass alle bisherigen Lösungen ihre Vor- und Nachteile haben, behagt mir gar nicht. Viel lieber wäre es mir, eine Gestaltungsmöglichkeit zu finden, die alle anderen Optionen eindeutig aus dem Feld schlägt. Das andere ist, dass eine Entscheidung mich mitten hinein in die Umsetzung führen würde und diese mit viel Arbeit verbunden wäre. Ich müsste die Wände neu streichen, zu Ikea fahren, Möbel ab- und wieder aufbauen und neue Schränke im Akkord zusammenschrauben. Da ist es doch wesentlich angenehmer, zum wiederholten Mal den IKEA Homeplanner aufzurufen.

Und nicht zuletzt ist mit dem Wechsel auf die Ebene der Konkretisierung auch ein gewisses Konfliktpotential verbunden. Ich muss mich mit meinem Liebsten über unterschiedliche Ansichten und Bedürfnisse auseinandersetzen, meine Position verteidigen, ohne die seine gänzlich aus den Augen zu verlieren, und schließlich eine geeignete Kompromisslösung finden. All das ist anstrengend. Es kostet Kraft und Energie. Aber tut das die Phase des gedanklichen Abwägens nicht auch? Wenn ich bedenke, wie viel Zeit ich dafür aufwende, mir die einzelnen Möglichkeiten immer wieder anzusehen und ihre Realisierung im Kopf durchzugehen, dann kann ich mit dem nächsten Schritt eigentlich nur gewinnen. 

03.10.2008 um 11:09 Uhr

Wieder mal entrümpeln

von: Nimien   Kategorie: Heim und Herd

Stimmung: Herbstfeiertäglich
Musik: Sarah Vaughan - Sweet Affection

 (c) Maricopa/pixelio.de

Vielleicht erinnert ihr euch noch an meine groß angelegte Entrümpelungsaktion von vor zwei Jahren? Etwas Ähnliches steht mir nun wieder bevor. Erstens wird es mal wieder Zeit. Zweitens muss ich dringend Platz schaffen, wenn nächsten Sommer mein Liebster hier einzieht. Und drittens habe ich mich in letzter Zeit intensiv mit der Lehre des Feng Shui beschäftigt und bin immer wieder darauf gestoßen, dass die wesentliche Grundlage eines wohltuenden Energieflusses in der Wohnung das Ordnen, Reinigen und Entrümpeln darstellt. Aufgrund meiner bisherigen Erfahrungen mit dem Ausmisten und Wegwerfen kann ich das nur bestätigen. Wann immer ich mich konsequent von Dingen verabschiedet habe, die mir nicht mehr nützlich waren und meine Lebenslust nicht mehr nährten, war das wie ein großes Aufatmen, ein Akt der Befreiung, der Raum für Neues entstehen ließ. Und nun, da ich es in der Erwartung der Ankunft meines Liebsten tue, fühle ich mich natürlich besonders beflügelt. Vielleicht klärt sich für mich in diesem Prozess auch endlich die Frage, wie ich unser gemeinsames Schlafzimmer künftig einrichten möchte. Die beschäftigt mich nämlich schon seit Monaten, ohne dass ich bislang zu einem befriedigenden Ergebnis gekommen wäre.