Jahrestage
Stimmung: Angestrengt, sehnsüchtig und glücklich
Musik: Mary Black - What Does It Matter
(c) RainerSturm/pixelio.de
Unsere Liebe hat keinen klaren Beginn, obwohl es eine Reihe von Daten gibt, die wichtige Ereignisse in ihrem Verlauf markieren. Da ist der 4. September als der Tag, an dem ich nach langer Internetbekanntschaft zum ersten Mal seine Stimme hörte. Wenig später, am 23. September, standen wir uns erstmals leibhaftig gegenüber. Die beiden sich anschließenden Tage bescherten uns wohltuende Herzensbegegnungen, deren Bedeutung wir aber beide zu diesem Zeitpunkt noch nicht ermessen konnten. Auch der Dezember war ein wichtiger Monat für uns und angefüllt mit besonderen Tagen, da die Adventszeit unsere bis dahin noch zarte und behutsame Zuneigung endgültig zu lodernder Glut entfachte. Doch der 30. Oktober ist ein ganz besonderer Festtag für mich, denn an diesem Tag bekam ich Post von meinem Herzallerliebsten. Es war der schönste und längste Brief, den mir je ein Mensch geschrieben hatte, so achtsam, wach und voller Zärtlichkeit, dass mir noch heute ganz warm ums Herz wird, wenn ich nur daran denke. Noch nie zuvor in meinem Leben habe ich mich so liebevoll gesehen und wahrgenommen gefühlt. Umso mehr bedeutet mir dieser Brief, als ich heute weiß, dass mein Liebster im Grunde gar kein Freund vieler Worte ist, schon gar nicht, wenn diese zu Papier gebracht werden sollen. Dass er sich dennoch damals hingesetzt hat, um mir 17 Seiten zu schreiben, zeigt mir, wie sehr ihm das, was er zu sagen hatte, am Herzen gelegen haben muss. Dabei war es noch gar kein Liebesbrief im eigentlichen Sinne - und trotzdem die schönste Ouvertüre für unsere Liebe, die ich mir vorstellen kann.
