Once
Stimmung: Verliebt
Musik: Glen Hansard & Marketa Irglova - Falling Slowly
Die Tatsache, dass mir mein Liebster die Special Edition von "Once" zu Weihnachten geschenkt hat, möchte ich zum Anlass nehmen, endlich die ausführliche Rezension zu schreiben, die ich ihm schon so lange versprochen habe. Achtung: In meiner Review verrate ich den Ausgang der Liebesgeschichte!
Mann trifft Frau und dazwischen wird musiziert. So ließe sich der Inhalt des irischen Musikfilms "Once" in einem Satz zusammenfassen. Wer eine besondere Vorliebe für hoch emotionale Dramen, schmissige Broadway-Songs oder grandiose Schauspielkunst hat, ist in diesem Film definitiv falsch. Doch wer Filme liebt, die mehr von ihrer zarten Atmosphäre als von der dramaturgischen Schützung des Knotens leben, wird sich über das kleine Juwel "Once" sehr freuen. Der Film erzählt in leisen, unaufgeregten Tönen von der Begegnung eines irischen Straßenmusikanten mit einer tschechischen Pianistin, die ihr Geld als Blumenverkäuferin verdient. Die Handlung spielt in Dublin. Wir sehen Schaufenster und Toreinfahrten, Cafés mit bunten Holztüren, Staubsaugerreparaturwerkstätten, verregnete Straßenzüge im nächtlichen Laternenschein und ärmlich eingerichtete Wohnungen - und dazwischen zwei Menschen, die sich auf zarte, unaufdringliche Weise näherkommen, einander berühren und verwandeln, ohne sich wirklich zu kennen. Das verbindende Element zwischen den beiden ist die Musik und tatsächlich wird im gesamten Film weit mehr gesungen als gesprochen. Er spielt dazu auf seiner alten, ramponierten Gitarre, sie auf einem Klavier in einer Musikalienhandlung. In der Sprache der Musik verstehen sich die beiden auf Anhieb und finden zu einer Nähe, die sich nicht in die Welt der gesprochenen Worte übertragen lässt. Im Grunde wären die beiden wie füreinander geschaffen, doch vor dem Wagnis einer großen Liebesbegegnung, die alle Hindernisse zu überwinden bereit wäre, scheuen sie zurück. Vielleicht haben sie den Glauben an eine solche Liebe längst verloren. Er trägt noch die vernarbten Spuren einer vergangenen Liebesbeziehung mit sich herum und sie hat Verpflichtungen, denen sie sich nicht entziehen will. Deshalb beschränken sie sich letztlich auf ihre Verbundenheit in der Musik, die nur dem Augenblick gehört. Selbst in den heiteren Momenten durchzieht ihre Begegnung eine leise Traurigkeit. "Es wäre schön", sagt die junge Frau am Ende, "aber es wäre sinnlos." Und so bleibt ihnen nur die Musik, die sie einander zum Geschenk gemacht haben. Alles in allem ein wunderschöner, leiser und zarter Film, der mir als einer der wenigen in diesem Jahr wirklich im Gedächtnis geblieben ist. (Der Song "Falling Slowly" wurde mit einem Oscar ausgezeichnet.)
