Sternentanz

24.01.2009 um 23:32 Uhr

Bücher übers Schreiben

von: Nimien   Kategorie: Wortwebereien

Stimmung: Froh
Musik: Blackmore's Night - Gone With the Wind


(c) Heinz Ober/pixelio.de

Aus aktuellem Anlass, und damit einem lang gehegten Wunsch von Artemisia folgend, möchte ich mich heute einmal über Bücher auslassen, die vom Schreiben handeln. Es begann alles mit dem Buch, das Artemisia mir zu meiner Doktorfeier mitbrachte. Es hieß "Schreiben in Cafés", die Autorin Natalie Goldberg. Eine ganze Weile stand es im Regal, bis ich die Muße fand, es zu lesen. Doch dann packte es mich sofort. Natalie Goldberg schreibt auf eine Art und Weise, die mich ganz unmittelbar berührt, inspiriert und motiviert, sofort zur Feder zu greifen und Seite um Seite mit runden, geschwungenen Buchstaben zu füllen. Sie propagiert eine Schreibpraxis, die von spontanem, unkontrolliertem Schreiben ohne Pause ausgeht, mit einem besonderen Schwerpunkt auf spezifischen, detailgenauen Beschreibungen und Förderung der so genannten "Erstgedanken". Ihre Art zu schreiben ähnelt der buddhistischen Achtsamkeitsmeditation - sicher nicht von ungefähr, ist die Autorin doch praktizierende Buddhistin und sehr erfahren in der Praxis der Zen-Meditation.

Ebenfalls von Artemisia, wenn auch nur geliehen, stammte das Buch "Raum zum Schreiben" von Bonni Goldberg, die trotz der Namensgleichheit mit Natalie weder verwandt noch verschwägert ist. Das Buch enthält 200 Lektionen mit Anregungen für Schreibübungen, die mich zunächst sehr faszinierten, später jedoch erstaunlich lähmten. Ich entwickelte einen überraschenden Widerwillen dagegen, meine Schreibübungen von derart konkreten Vorgaben einengen zu lassen. Teilweise fühlte ich mich mit den Übungen auch einfach überfordert. Nach einem langen Arbeitstag fehlt mir die nötige Kreativität, um einen Text über das Wesen der Liebe zu verfassen, indem ich beschreibe, wie jemand bei einer alltäglichen Handlung scheitert.

 (c) BirgitH/pixelio.de

Alexandra Johnson eröffnete mir mit ihrem "Wie aus dem Leben Geschichten entstehen" neue Aspekte des Tagebuchschreibens. Insbesondere brachte sie mich auf die Idee, unterschiedliche Tagebücher für verschiedene Zwecke zu verwenden (z.B. Reise-, Garten- und Naturtagebücher, Weisheits- oder Dankbarkeitstagebücher, Traum- und Krisentagebücher sowie Familienchroniken). Genau wie Natalie Goldberg betont sie die Beobachtung der sichtbaren Welt, die letztlich wegführen soll von der nicht enden wollenden Nabelschau und Selbstbezogenheit des klassischen Tagebuchs. Ihr Buch enthält viele interessante Übungen, von denen ich allerdings die wenigsten bis jetzt ausprobiert habe. Ihrem Vorschlag, jeden Tagebucheintrag im Nachhinein mit einem Titel oder Stichworten zu versehen und anschließend ein Inhaltsverzeichnis dazu anzulegen, mochte ich bislang noch nicht folgen. Es widerstrebt mir, mein Tagebuch auf diese Weise zu strukturieren, obwohl ich die Absicht dahinter sehr wohl verstehe. 

In "Schreiben wollte ich schon immer" greift Rosemarie Meier-DellOlivio die Idee der unterschiedlichen Tagebücher wieder auf und überzeugte mich endgültig, mir neben meinem Alltagstagebuch auch noch ein Freuden- und Dankbarkeitstagebuch, ein Gartentagebuch, ein Tagebuch für meine regelmäßige Schreibpraxis und ein Paartagebuch zuzulegen. Außerdem bescherte mir das Buch eine Fülle an Anregungen für Wort- und Schreibübungen und mögliche Themen, die mich sicher noch auf Monate hinaus beschäftigen werden. Mind-Maps, Drei-Zeilen-Gedichte, Elfchen, Haikus, Collagen, Dialoge und ABC-Aufzählungen - all diese Elemente lässt die Autorin ins Tagebuchschreiben einfließen und erweiterte damit mein Repertoire an Ideen ganz gewaltig.

Diese Woche nun kaufte ich mir erneut ein Buch von Natalie Goldberg: "Wild Mind. Freies Schreiben." Kaum hatte ich die ersten Seiten gelesen, fühlte ich mich wie zu Hause. Bei allen Ideen und Anregungen der übrigen Autorinnen versteht es doch keine so sehr, mich fürs Schreiben zu begeistern und meine Phantasie zu beflügeln, wie sie. Vielleicht liegt es an ihrem buddhistischen Hintergrund, vielleicht an ihrer besonderen Liebe zum Leben, die in jedem einzelnen Kapitel spürbar wird. Ich weiß es nicht. Fakt ist, dass Natalie Goldberg auf dem besten Wege ist, zu meiner ganz persönlichen Muse zu werden. Allein heute Abend saß ich eine Stunde lang auf der Couch und führte in Windeseile meine Feder übers Papier, inspiriert von einer ihrer Schreibübungen und verlockt von der Aussicht, beim Schreiben ganz bewusst in die Wirklichkeit meines eigenen Geistes eintauchen zu können. Das ist es, was ich am Schreiben so liebe.

20.01.2009 um 21:30 Uhr

Für Artemisia

von: Nimien   Kategorie: Herzensbegegnungen

Stimmung: Froh, glücklich und zufrieden
Musik: Loreena McKennit - The Mystic's Dream

(c) Helga Schmadel/pixelio.de 

Liebe Artemisia, weil ich es trotz aller guten Vorsätze nicht geschafft habe, dir rechtzeitig eine Karte zu schreiben, nun eben auf diesem Wege:

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!

Ich hoffe, du hattest einen wunderschönen Tag im Kreise deiner Lieben und kannst den Abend nun geruhsam ausklingen lassen. Ich wünsche dir ein gesundes, glückliches, reiches und erfülltes neues Lebensjahr, viele liebevolle Momente mit deiner Familie, inspirierende Erfahrungen in beruflichen und privaten Zusammenhängen und immer wieder aufs Neue magische und berührende Begegnungen mit der Natur und dem geschriebenen Wort. Hab Dank für so viele wunderbare Jahre der Freundschaft!

18.01.2009 um 22:41 Uhr

Liebe ist...

von: Nimien   Kategorie: Liebeszauber

Stimmung: Zärtlich
Musik: Frédéric Chopin, Nocturne No. 13, c-moll

 (c) Karin Schmidt/pixelio.de

Wie sehr du jemanden liebst, merkst du nicht allein in den Momenten überschäumender Glückseligkeit. Du merkst es auch und insbesondere in den schwierigen und gedrückten Augenblicken, wenn die Sorge schwer auf deinen Schultern lastet oder du dich an den Ecken und Kanten der Andersartigkeit deines Gegenübers reibst. Du merkst es, wenn der geliebte Mensch in Not ist und deinen Rückhalt braucht oder ein Konflikt euch entzweit und heißer Zorn durch deine Adern schießt. Es sind die menschlichen Schwächen und Unzulänglichkeiten, Merkwürdigkeiten und Eigentümlichkeiten, an denen sich die Liebe wirklich beweist. Jemanden zu lieben, der in allen Punkten deinen Vorstellungen entspricht, ist keine große Kunst. Wirklich kostbar wird die Liebe dann, wenn es ihr gelingt, scheinbar Unversöhnliches zu versöhnen und widerstreitende menschliche Eigenarten in Einklang zu bringen.

11.01.2009 um 21:41 Uhr

Farbenrausch

von: Nimien   Kategorie: Gehört, gesehen, gelesen

Stimmung: Liebevoll
Musik: Chopin, Nocturne Nr. 2, B-Dur

Gestern war ich mit meinen Eltern und meiner Schwester in der aktuellen Kandinsky-Ausstellung. Das Lenbachhaus zeigte das druckgraphische Werk des Künstlers und im Kunstbau war die große Wanderausstellung unter anderem mit Werken aus dem Centre Pompidou und dem Guggenheim-Museum zu sehen. Wir ließen uns viel Zeit, sowohl die märchenhaften Holzschnitte der frühen Jahre als auch die farbenprächtigen, großen Gemälde der späteren Schaffensperioden zu betrachten. Vor manchen Bildern stand ich sehr lange, versunken im Sog der Farben, gebannt vom Spiel der Formen. Kaum zu glauben, welch faszinierende Wirkung von einer geraden Linie oder einer Ansammlung von Kreisen ausgehen kann! Auch ist es ein erstaunlicher Unterschied, die Bilder in Postgartengröße vor sich zu sehen oder sie zum Greifen nah auf der großen Leinwand bestaunen zu können. Trotz des unvermeidlichen Menschenandrangs kann ich dieses Kunsterlebnis nur wärmstens empfehlen. Wer auch immer von euch Gelegenheit finden sollte, die Ausstellung noch zu besuchen (sie ist noch bis zum 22. Februar in München zu sehen), sollte sie sich nicht entgehen lassen. 

10.01.2009 um 22:59 Uhr

Hab ich's nicht gesagt?

von: Nimien   Kategorie: Stöckchen & Co.

Stimmung: Warm, wohlig und zufrieden
Musik: Sarah McLachlan - Push

Your Word is "Think"
You see life as an amazing mix of possibilities, ideas, and fascinations. And sometimes you feel like you don't have enough time to take it all in.
You love learning. Whether you're in school or not, you're probably immersed in several subjects right now. When you're not learning, you're busy reflecting. You think a lot about the people you know and the things you've experienced.

08.01.2009 um 23:00 Uhr

Zu viel Hirn, zu wenig Zeit

von: Nimien   Kategorie: Seelenspiegel

Stimmung: Nachdenklich und ein wenig schwermütig
Musik: Mary Black - Just A Journey

 (c) schemmi/pixelio.de

Unzählige Gedanken, Ideen, Eindrücke und Impulse schwirren tagtäglich durch meinen Kopf. Viele davon inspirieren und berühren mich, entflammen meine Begeisterung und wecken in mir den Wunsch, mich eingehender mit ihnen zu befassen oder sie gar in greifbare Realität zu verwandeln. Doch da mein Antrag auf einen 36-Stunden-Tag auch beim letzten Anlauf wieder ohne Angabe von Gründen abgelehnt wurde, fehlt mir oft die Zeit, die Inhalte meiner geistigen Eingangskörbe konsequent weiterzuverfolgen. Meist landen sie auf irgendeiner To-Do-Liste, wo sie dann allmählich ranzig werden und Spinnweben ansetzen oder - schlimmer noch - mein ewiges Hamsterrad antreiben und mich rastlos, hektisch und unzufrieden machen. Es fällt mir so schwer, aus der bunten Vielfalt auszuwählen und mich nur auf das Wesentliche zu beschränken. Ach, wie sehr sehne ich mich bisweilen nach einem klösterlichen Leben, nach einer klaren Tagesstruktur, einer reizarmen Umgebung und viel Zeit, die sorgsam ausgewählten Eindrücke in aller Ruhe zu durchdringen! Nötiger als alle Wohnungsentrümpelungsaktionen brauche ich dieser Tage einen geistigen Hausputz, eine Entlüftung meines Hirns, eine Defragmentierung meiner Festplatte. Doch das Löschen und Wegschmeißen gedanklicher Fundstücke fällt mir schwer. Mehr noch als an allen materiellen Besitztümern hängt an ihnen mein Herz. 

06.01.2009 um 10:21 Uhr

Was macht mein Leben lebenswert?

von: Nimien   Kategorie: Stöckchen & Co.

Stimmung: Zärtlich
Musik: Robbie Williams - Feel


(c) H-J Spengemann/pixelio.de

Achtsamkeit, Arbeit, die mich erfüllt
Bücher, Behaglichkeit
Chai-Tee, Chiemsee
Der Mann, den ich liebe
Einfachkeit, Erfahrungen sammeln
Frauenbewegung, Freunde, Familie
Garten(arbeit), Gespräche, Geborgenheit
Heiterkeit, Hingabe, Heimkommen
Intimität, innere Ruhe, Ikea
Jubel, Jahreszeiten, Jahreskreisfeste
Kinder, Kreativität, Klugheit
Liebe, Lachen, Lebenslust
Mußestunden, Musik, München
Natur, Nähe, Nichtstun
Ordnung, Offenheit, Orakel
Papier, Psychologie, Pausen
Quellen der Inspiration
Rosen, Rückenkrabbeln, Rituale
Schreiben, Sonnenschein, Seelenräume
Tagebuch, Tage ohne Termine
Umsorgt werden, Urlaub
Vielfältigkeit, Vertrauen
Warmherzigkeit, Würde
X-Chromosomen
Yin und Yang
Zukunft, Zärtlichkeit, Zuhause

06.01.2009 um 10:21 Uhr

Raunachterinnerungen

von: Nimien   Kategorie: Alltagsallerlei

Stimmung: Feiertäglich
Musik: Mary Black - Columbus


(c) nafas/pixelio.de

Nach sehr schönen und geruhsamen Weihnachtsfeiertagen im Kreise meiner Lieben, die es mir endlich einmal wieder erlaubten, mich ausgiebig dem Schreiben zu widmen, kehrte ich am 29. Dezember in den beruflichen Alltag zurück und musste auch gleich die eine oder andere Krise bewältigen, die während meiner Abwesenheit entstanden war. Silvester feierte ich mit meiner Schwester - ein überaus vergnüglicher Jahreswechsel mit leckerem Essen, Bowle, der dritten Staffel von "Robin of Sherwood", Orakelbefragungen, Wunderkerzen und einem erstaunlichen Feuerwerk um Mitternacht. Das vergangene Wochenende gehörte meinen Freundinnen. Am Samstag traf ich mich zu einem ausgiebigen Teeplausch mit meiner lieben C. und am Sonntag erhielt ich ganz spontan Besuch von F., die mal wieder auf Stippvisite in München war. Und dazwischen schrieb ich Raunachtbriefe und nahm mir Zeit, das vergangene Jahr zu bilanzieren und Wünsche für das neue zu formulieren. Die Tage und Nächte zwischen den Jahren sind diesmal unheimlich schnell verflogen und vielleicht ist das symptomatisch für das gesamte letzte Jahr. Ob es mir wohl gelingen wird, mein Tempo im kommenden zu verlangsamen? Ich habe festgestellt, dass ich einige Bereiche meines Lebens schmerzlich vernachlässigt habe, und würde meinen Alltag gerne wieder ausgewogener gestalten. Dennoch war es ein beglückendes und befriedigendes Jahr, das ich dankbar verabschiede. Den kommenden Monaten sehe ich mit großer Erwartung entgegen, denn sie halten einige einschneidende Ereignisse für mich bereit.

Euch allen ein wunderschönes, glückliches und erfülltes Jahr 2009!