Was es ist
Stimmung: Zart und leise
Musik: Howard Shore - Many Meetings
(c) Ibefisch/pixelio
Manchmal ist das Bild, das Menschen sich voneinander machen, derart weit von der Realität entfernt, dass jede Chance auf einen offenen, lebendigen Kontakt verblasst. Mir selbst ist dieser Fehler schon mehrfach unterlaufen und ebenso kenne ich die Erfahrung, mit einem Zerrbild meiner selbst konfrontiert zu werden. Die Verzerrung der Wirklichkeit ist dabei in beide Richtungen möglich, zum einen als Idealisierung und zum anderen als Unterstellung. (Besonders abstrus wird es, wenn beides zusammenfällt.) Selbst Komplimente und Zuneigungsbekundungen bleiben merkwürdig schal, wenn sie dem Wesen des Gegenübers überhaupt nicht gerecht werden.
Wie wohltuend indes sind jene Begegnungen, in denen die achtsame Wahrnehmung regiert. Mein Liebster hat sie, diese besondere Begabung, andere Menschen mit schlichtem Blick wahrzunehmen, ohne sie zu verklären oder herabzuwürdigen. Mit dieser Gabe hat er mich damals tief berührt. Nie zuvor habe ich mich von einem Mann so klar und liebevoll gesehen gefühlt. Der Brief, den er mir in unseren Anfangstagen schickte, ging mir direkt unter die Haut. Vier Jahre ist das nun schon her. Seine Worte haben sich in meinen Zellen verankert und wirbeln bis heute durch meine Adern. Ich fühle mich so wohl und geborgen in seiner Liebe, so zärtlich eingehüllt und so unsagbar zu Hause. Ich will endlich mit diesem Mann leben - an seiner Seite, Tag für Tag! Verflixt noch eins!
