Sternentanz

28.02.2010 um 22:58 Uhr

Fortsetzung folgt ... später

von: Nimien   Kategorie: Wortwebereien

Stimmung: Berührt
Musik: Beethoven - Symphonie Nr. 7 in A-Dur, op. 92 - 2. Allegretto

 (c) Angelina Ströbel/pixelio

Mein Liebster versucht mich gerade zu überreden, doch gleich eine Fortsetzung meiner Geschichte zu schreiben - und das, obwohl er den ersten Teil noch gar nicht gelesen hat. Er liefert mir schon fleißig Stoff für eine mögliche Fortführung der Handlung und erweist sich dabei als außerordentlich phantasievoll und erfindungsreich. Aber ich werde mich hüten, seinem Locken nachzugeben und von einem Schreibrausch gleich in den nächsten zu verfallen. Immerhin war das ein gewaltiger Ausnahmezustand, der anderen Bereichen meines Lebens beträchtlich Energie und Aufmerksamkeit abzog. Jetzt sind erst einmal  meine Herzensbeziehungen an der Reihe und mein aus dem Winterschlaf erwachender Garten, meine Steuererklärung und mein Frühjahrsputz, mein berufliches Engagement und mein körperliches Wohlbefinden. Alles zu seiner Zeit.

25.02.2010 um 01:09 Uhr

Noch was Inniges

von: Nimien   Kategorie: Seelenspiegel

Stimmung: Sehnsüchtig
Musik: Katie Melua - Belfast (Penguins And Cats)


(c) Heinrich Tönspeterotto/pixelio.de

"Sehnsucht (mhd. 'sensuht', als 'krankheit des schmerzlichen verlangens') ist ein inniges Verlangen nach einer Person oder Sache, die man liebt oder begehrt. Sie ist mit dem schmerzhaften Gefühl verbunden, den Gegenstand der Sehnsucht nicht erreichen zu können." (Wikipedia)

In diesem Sinne bin ich voller Sehnsucht - dieser Tage mehr noch als je zuvor. Dabei besteht begründete Hoffnung, dem Ziel meiner Sehnsucht schon ganz nahe zu sein. Doch ausgerechnet der Lichtstreif am Horizont macht mich ungeduldig und rastlos. Nun, da ich die Geschichte meiner Sehnsucht fertig geschrieben habe, da sie in kleinen, schwarzen Buchstaben vor mir auf dem Papier liegt, bleibt mir nichts anderes mehr übrig, als mich damit auseinandersetzen, was in meinem Herzen vor sich geht. Und hier fließen die literarische und die reale Sehnsucht ineinander und entfachen ein Feuer, das flammender kaum sein könnte. Schmerzlich und doch schön - und durch und durch lebendig.

22.02.2010 um 20:59 Uhr

Wortverliebt II

von: Nimien   Kategorie: Wortwebereien

Stimmung: Voller Sehnsucht
Musik: Johannes Brahms - Klavierkonzert Nr. 1 in d-Moll, op. 15 - 1. Maestoso

 (c) Susanne Schmich/pixelio

Es gibt Worte, die sind zum Verlieben schön. Worte, die eine so vielschichtige Bedeutung in sich tragen, dass sie das Herz und die Phantasie beflügeln. Wenn ein einziger Begriff eine funkelnde Palette an Gefühlen heraufbeschwört, wenn er die Wirklichkeit in tausend Farben schimmern lässt und mit nur wenigen Buchstaben eine ganze Geschichte erzählt, dann schmelze ich dahin. Dann genügt ein einziger Ausdruck, um mich in sinnliche Stimmung zu versetzen. Innig ist so ein Wort. Wollt ihr mal hören, was Wiktionary dazu sagt?

Bedeutungen:
Leidenschaft besitzend, im Sinne von

[1] inständig und/oder flehend
[2] mit einem tiefen, intensiven Gefühl
[3] stürmisch, wild

Hach! *herzchenaugen*

Und täusche ich mich, oder ist das ein typisch deutsches Wort, eines, das es so, in dieser einzigartigen Bedeutungskombination, nur in der deutschen Sprache gibt? (Was mich wiederum daran erinnert, dass Michael Ende einst die Romantik als die erste und bislang einzige originär deutsche Kulturleistung bezeichnet hat.)

20.02.2010 um 00:43 Uhr

Ende

von: Nimien   Kategorie: Wortwebereien

Stimmung: Zufrieden
Musik: Ludwig van Beethoven - Symphonie Nr. 5 in c-Moll, op. 67 - 2. Andante con moto

  (c) nimkenja/pixelio

Mittlerweile bin ich den gesamten Text noch einmal durchgegangen, habe einzelne Passagen ausgearbeitet, manche gestrichen und andere grundlegend geändert. Mehr kann ich im Moment nicht tun. Wäre dies eine Publikation, die zur Veröffentlichung bestimmt ist, dann wäre es jetzt an der Zeit, sie von kundigen Augen lektorieren zu lassen. Aber da es nur ein kleiner, privater Seelenerguss ist, könnte man sagen, das wars. Mein herzerwärmendes Schreibprojekt, das mich den ganzen Winter über beschäftigt hat, ist hiermit abgeschlossen. Das Leben hat mich wieder. Nun kann der Frühling kommen. 

Natürlich kann es sein, dass ich zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal anfangen werde, an den Kapiteln zu feilen, insbesondere dann, wenn mein Liebster den Text doch irgendwann liest und wir im gemeinsamen Gespräch die eine oder andere Idee noch weiterspinnen. Aber für den Augenblick bin ich satt. Satt und zufrieden. Es war schön. Und es ist gut, dass es vorbei ist. Jetzt haben endlich auch wieder andere Dinge in meinem Leben Platz. Umso mehr als der neu entstandene Raum schon verheißungsvoll zu schimmern beginnt...

17.02.2010 um 12:57 Uhr

Winterlicher Tauchgang

von: Nimien   Kategorie: Naturbetrachtungen

Stimmung: Sehnsüchtig
Musik: Barbra Streisand - Some Other Time (Quartet Version)

 (c) Rainer Sturm/pixelio

Der eisige, schneereiche Winter ist erstaunlich spurlos an mir vorüber gegangen. Dies mag daran liegen, dass ich im Dezember irgendwann anfing, meine Geschichte zu schreiben, und ich auf diese Weise quasi vollständig unter der klirrenden Kälte hindurch getaucht bin. Die Welt vor meinem Fenster erschien mir in den vergangenen Wochen seltsam unwirklich und berührte mich kaum. Ich verließ das Haus nur, um zur Arbeit zu gehen, Besorgungen zu machen oder nette Menschen zu treffen. Ansonsten saß ich die meiste Zeit in meiner gut geheizten Wohnung und vergnügte mich mit Buchstaben und Worten. Eine ausgezeichnete Methode, um die kalte Jahreszeit zu überbrücken!

Erst in den letzten Tagen, während meines Besuches in Graz und Klagenfurt, wurde mir bewusst, wie unerbittlich, schneidend und grimmig der diesjährige Winter eigentlich ist. Ich fror gottserbärmlich, als ich mit meinem Liebsten durch die Straßen von Klagenfurt schlenderte, und sehnte mich permanent nach einer heißen Badewanne. Zärtliche Gefühle konnte mir der kalte Geselle nur einmal abringen, als wir nämlich in Graz durch den verschneiten Leechwald zum Häuserl im Wald spazierten, um dort gemütlich und überaus köstlich zu speisen (Flugentenbrüstchen mit zartem Gemüse und Kartoffelgebäck und zum Nachtisch Mousse au Chocolat - hmm!). Ansonsten jagten die turmhohen, hässlich ergrauten Schneemassen mir nur noch unbehagliche Schauer über den Rücken.

Nachdem sie in den Läden jetzt schon die ersten Ostereier verkaufen, könnte der Winter sich allmählich mal aus dem Staub machen. Meine innere Uhr steht längst auf Frühling.

16.02.2010 um 12:01 Uhr

Valentinserinnerungen

von: Nimien   Kategorie: Liebeszauber

Stimmung: Dankbar, glücklich, verliebt
Musik: Débussy - Images No. 2 - Poissons D'Or

(c) Andreas Reuther/pixelio

Ertrinken in deinen Küssen
Deine Hand wild und zart
Lockt mich ins samtweiche Dunkel
Betörend deine Klarheit
Deine ruhige Entschlossenheit
Lässt mich zerfließen
Zitternd weich werden
Wachs in deinen Händen

Reich beschenkt kehre ich heim
Sinnlich erfüllt und voller Sehnsucht
Den Steg geschmückt
Mit blühenden Girlanden
Erwarte ich deine Ankunft
Dein Schiff in meinem Hafen
Endlich nach so langer Zeit

09.02.2010 um 12:49 Uhr

Lesen, vergessen, fühlen

von: Nimien   Kategorie: Wortwebereien

Stimmung: Atemlos und berührt
Musik: Wolfgang Amadeus Mozart - Violinkonzert Nr. 2 in D-Dur, 2. Andante

 (c) jutta rother/pixelio

Seit heute Morgen bin ich im Netz unterwegs, lese Texte und Geschichten, die mir durch Mark und Bein gehen und schier den Atem rauben. Es ist unglaublich, zu welcher Schönheit sich die menschliche Sprache aufschwingen kann, wenn es darum geht, Gefühle und Empfindungen auszudrücken. Ich fühle mich ganz weich und zittrig nach meiner Lektüre - und verspüre eine unbändige Sehnsucht nach meinem Liebsten. Etwas mehr als 24 Stunden sind es noch bis zu unserem Wiedersehen. Ach, ich liebe ihn so sehr! 

09.02.2010 um 11:41 Uhr

Intimität

von: Nimien   Kategorie: Liebeszauber

Stimmung: Voller Liebe
Musik: Wolfgang Amadeus Mozart - Adagio in E-Dur für Violine und Orchester

 (c) Samy13/pixelio

Intimität ist keine körperliche, sondern eine seelische Angelegenheit, wenngleich sie häufig auf der körperlichen Ebene ihren Ausdruck findet. Aber sie wurzelt im Vertrauen, in der Selbstoffenbarung, in der Hingabe. Lust und Erregung mögen auch in einem einmaligen sexuellen Erlebnis zu finden sein. Intimität hingegen muss wachsen. Vier Jahre entfaltet sie sich nun schon zwischen meinem Liebsten und mir, sie wächst, blüht und gedeiht und trägt wundervolle, üppige Früchte. Dennoch reichen ihre Wurzeln noch lange nicht bis zum Grund. Sie dringen in immer neue, unbekannte Tiefen vor, erschließen Räume, von denen ich bislang kaum ahnte, und ergründen meine Seele in einem Maße, das mir noch vor wenigen Jahren unvorstellbar erschien. Dabei nährt sich die Vertrautheit zwischen uns keinesfalls ausschließlich aus erotischen Erfahrungen. Wenn wir uns so wie gestern streiten und dann beide kreuzunglücklich sind, wenn wir so lange miteinander ringen, bis der Knoten sich endlich löst, und wir uns am Ende zärtlich und liebevoll versöhnen, dann schürt das unsere Intimität mindestens genauso sehr wie ein inniger und atemberaubender Liebesakt.

07.02.2010 um 13:43 Uhr

Heiterkeitsausbruch

von: Nimien   Kategorie: Gehört, gesehen, gelesen

Stimmung: Ausgelassen
Musik: Frédéric Chopin - Nocturne Nr. 13 in c-Moll, op. 48/1

 (c) wrw/pixelio

Eben habe ich ganz köstlich gelacht. Ihr müsst unbedingt Maximilian Buddenbohms Wochenhoroskop für den Valentinstag lesen.

06.02.2010 um 19:57 Uhr

Vor der Vollendung

von: Nimien   Kategorie: Wortwebereien

Stimmung: Feierlich
Musik: Barbra Streisand - All In Love Is Fair


(c) Günter Escher/pixelio

Es gibt im I Ging ein Zeichen, das 'We Dsi - Vor der Vollendung' heißt.
Der dazugehörige Orakelspruch lautet:

Vor der Vollendung. Gelingen.
Wenn aber der kleine Fuchs,
wenn er beinahe den Übergang vollendet hat,
mit dem Schwanz ins Wasser kommt,
dann ist das nichts, das fördernd wäre.

Heute Morgen ist mir wohl genau das passiert. Wie der kleine, unerfahrene Fuchs, der das Eis überquert und am Ende, kurz vor der Vollendung, doch noch einbricht, weil er unachtsam wird und zu schnell voran eilt, bin ich kurz vor Abschluss meiner Geschichte noch mit dem Schwanz ins Wasser geraten. Mittlerweile habe ich mich aber wieder gefangen. Ich habe die ersten Kapitel noch einmal gelesen und festgestellt, dass ich mit dem, was ich da geschrieben habe, doch ganz zufrieden sein kann. Es ist müßig, meine Art des Schreibens mit der anderer Autoren vergleichen zu wollen, weil jeder Schreibstil einzigartig ist und ich immer nur so schreiben kann, wie es mir und meinem Wesen entspricht. Das heißt nicht, dass sich meine Art zu schreiben nicht stetig weiterentwickeln ließe. Aber es hat dabei wenig Sinn, andere Schriftsteller kopieren zu wollen. Es ist meine Geschichte und ich habe sie auf meine ureigene Weise erzählt. Andere Geschichten, auch solche, die ich womöglich zu einem späteren Zeitpunkt noch niederschreiben werde, mögen einer anderen Erzählweise bedürfen, doch für diese hier habe ich genau den passenden Tonfall gefunden. Und nun, da die letzten Szenen zu Papier gebracht sind, da ich den Handlungsfaden vollständig ausgestaltet habe und die Rohfassung meiner Erzählung ausgearbeitet vor mir liegt, da ist mir doch ein wenig feierlich zumute.

06.02.2010 um 11:29 Uhr

Verloren im Nirgendwo

von: Nimien   Kategorie: Wortwebereien

Stimmung: Ausgeschlafen
Musik: Clannad - Darkmere


(c) Georges Bott/pixelio

Ist das normal, wenn sich ein größeres Kapitel dem Ende zuneigt? Plötzlich beginne ich an mir zu zweifeln. Ich lese Texte von anderen Autoren und mit einem Mal erscheint mir das, was ich selbst geschrieben habe, so klein, so unbedeutend, so belanglos. Angesichts des sinnlichen Zaubers, den manche Mitglieder der schreibenden Zunft scheinbar mühelos heraufbeschwören, erscheinen mir meine eigenen Worte plötzlich blechern und gewöhnlich. Die ständige Wiederholung des Ewiggleichen, der mangelnde Realismus, die absurden Dialoge, die fehlende Poesie - ich gehe hart mit mir ins Gericht. Oder liegt es daran, dass ich mit den letzten Szenen ringe? Nach all der Begeisterung der letzten Tage fällt es mir schwer, die Intensität auch in den wenigen verbleibenden Stunden noch aufrechtzuhalten.

Vielleicht sind meine Selbstzweifel aber auch schon die Geburtswehen der Überarbeitungs- und Verfeinerungsphase. Denn mit dem Abschluss des Handlungsstranges ist die Erzählung ja längst noch nicht fertig. Dies ist lediglich der Erstentwurf, die Rohfassung, die Basis, von der aus die eigentliche Geschichte sich entfalten kann. Und man darf auch nicht vergessen, dass ich jetzt wochenlang abgeschnitten war von der wichtigsten Quelle meiner Inspiration. Die Ankunft meines Liebsten wird sicher auch meine Imagination wieder neu entfachen. Vielleicht sollte ich mein kleines Kreativitätstief einfach nutzen, um mal wieder gründlich meine Wohnung zu putzen.

05.02.2010 um 01:19 Uhr

Endspurt

von: Nimien   Kategorie: Wortwebereien

Stimmung: Verliebt
Musik: Barbra Streisand - This Is One Of Those Moments

 (c) Klaus Steves/pixelio

Bald ist es soweit. In wenigen Tagen werden mein Liebster und ich uns wiedersehen. Bis dahin möchte ich die Rohfassung meiner Geschichte beendet haben. Tatsächlich ist das Ende mittlerweile in greifbare Nähe gerückt. Nur noch einige wenige Szenen warten darauf, formuliert und ausgearbeitet zu werden. Heute hatte ich sogar schon vor Mitternacht mein Soll erfüllt. Dass es nun trotzdem wieder ein Uhr geworden ist, liegt daran, dass ich nach dem Schreiben immer noch ein wenig nachlese und mich bei mittlerweile über 130 Seiten ganz gerne mal festlese. Es ist eine wirklich schöne Geschichte. Mir jedenfalls gefällt sie ausgezeichnet - was auch nicht weiter verwundert, ist sie doch Ausdruck meiner innersten Seele. Sie ist voll großer Gefühle, voller Pathos und Inbrunst, und sicher ist auch eine ordentliche Prise Kitsch dabei. Aber mei, so bin ich halt.

01.02.2010 um 19:18 Uhr

Öffnung

von: Nimien   Kategorie: Herzensbegegnungen

Stimmung: Dankbar und glücklich
Musik: Mary Black - Fall At Your Feet

 (c) Almut Bieber/pixelio

Im Kielwasser der Geschichte, die ich schreibe, kommt es zu manch wundervoller Herzensbegegnung. Natürlich betrifft das meinen Liebsten, wenn er die sinnliche Stimmung auffängt, in die das Schreiben mich versetzt. Aber es betrifft auch die Frauen in meinem Leben, meine Schwester und meine Freundinnen. In dem Maße, in dem ich mich mir selbst offenbare und Dinge zu Papier bringe, die lange nur hinter geschlossenen Lidern präsent waren, wächst auch meine Bereitschaft, mich anderen Menschen anzuvertrauen. Ich beginne zu erzählen - von meiner Geschichte, von der Sehnsucht, die ihr zugrunde liegt, von Träumen, über die ich bislang nur mit sehr wenigen Menschen gesprochen habe. Und wo immer ich meine Geheimnisse enthülle, stoße ich auf Verständnis und liebevolle Wärme. Es entsteht eine besondere Schönheit, eine verwunschene Tiefe und Vertrautheit in solchen Momenten, für die ich sehr dankbar bin.