Sternentanz

08.03.2010 um 18:57 Uhr

Bielefeld gibt es doch

von: Nimien   Kategorie: Herzensbegegnungen

Stimmung: Verfrorene Finger
Musik: Niki Reiser - Tanz mit Gregor (Jenseits der Stille)

 (c) Conny Ermler/pixelio

In Bielefeld lebt ein Mann, den ich seit 14 Jahren kenne, in den ich einst - es ist lange, lange her - überaus hoffnungslos verliebt war und der mittlerweile zu meinem besten Freund geworden ist. Uns verbindet eine warme, in langen Jahren der Freundschaft vertrauensvoll gereifte Zuneigung. Wie immer begrüßten wir einander am Bahnhof mit großer Freude und Zärtlichkeit. Er überließ mir sein Schlafzimmer, während er selbst auf der Couch nächtigte, und war auch sonst rührend besorgt um mein Wohlergehen. Den Samstagvormittag verbrachten wir in diversen Möbelhäusern, da er auf der Suche nach einem neuen Sofa, einem Esstisch und dazu passenden Stühlen war. Wer mich kennt, der weiß, dass das Bummeln durch Möbelhäusern zu meinen bevorzugten Einkaufsvarianten gehört, und so hatten wir beide viel Spaß. Am Nachmittag gönnten wir uns eine kleine Pause. Während er seine Möbel bestellte und nebenher Fußball guckte, widmete ich mich meinen literarischen Ambitionen. Das ist auch eine Qualität unserer Freundschaft, dass wir es manchmal einfach genießen, im gleichen Raum zusammen zu sein, auch wenn wir beide dabei unterschiedlichen Beschäftigungen nachgehen.

Der Abend stand dann ganz im Zeichen seiner Feier, zu der er seine besten Freunde eingeladen hatte - allesamt ausgesprochen nette Menschen mit interessanten Lebensgeschichten und ungewöhnlichen Hobbies. Wir trafen uns zunächst zum Bowling, bei dem ich zwar nicht gerade absahnte, man mir aber bescheinigte, dass meine Wurftechnik ästhetisch außerordentlich ansprechend sei. Anschließend gingen wir beim ayurvedischen Inder essen. Der Abend verging in netter Gesellschaft mit angeregten Gesprächen und himmlisch leckerem Essen. Solltet ihr jemals nach Hamm kommen, kann ich euch das Restaurant "Maharani" nur wärmstens ans Herz legen. Beim unvermeidlichen Quiz, das unser Gastgeber auf jeder seiner Feiern veranstaltet, trug ich diesmal gar den Sieg davon, obwohl ich keine Ahnung hatte, dass es Haribo Goldbären bereits seit 1922 gibt, und auch nicht wusste, welcher Fußballer mal behauptet hatte, dass man ihm eine "Invasion" gelegt habe. Aber immerhin konnte ich das dritte Buch von Leonard Nimoy richtig benennen und war vertraut mit dem zweiten Vornamen von Elvis Presley. Alles in allem waren es nur 36 Stunden, doch ich kehrte mit einem bunten Strauß an vergnüglichen Eindrücken wieder nach München zurück. Schön war's! Und ansonsten könnte es jetzt endlich mal Frühling werden!