Sternentanz

06.10.2009 um 21:25 Uhr

Altweibersommer

von: Nimien   Kategorie: Naturbetrachtungen

Stimmung: Zufrieden
Musik: Pia Douwes - Ich gehör nur mir

 (c) AngelaL/pixelio

Vorgestern haben meine Nachbarn ihren Garten winterfest gemacht. Sie haben alle Stauden gekappt, das Beet schön leer geräumt und die Rosen zurückgeschnitten. Der Kontrast zu meinem Garten könnte größer kaum sein, denn in meinen Beeten herrscht dieser Tage noch immer bunte Üppigkeit. Die Rosen tragen dicke Knospen, die Astern blühen in Wolken aus Weiß, Rosa und Lila, die Himbeerranken biegen sich unter den letzten prallen Früchten und die Fetthenne streckt ihre braunen Samenstände der Sonne entgegen. Irgendwann werde auch ich die Gräser zusammenbinden, die empfindlichen Pflanzen mit Reisig schützen und getrocknetes Laub auf die Beete streuen. Aber doch nicht jetzt! Die Sonne scheint dieser Tage noch so warm und freundlich, das ich an den Winter gar nicht denken mag, und die Bäume fangen gerade erst an sich zu färben. Ein paar Rosen und Stauden wollen noch in die Erde, und die Blumenzwiebeln habe ich auch erst in den letzten beiden Wochen gesetzt. Außerdem soll mein Garten auch im Winter noch einen hübschen Anblick und den Insekten und Nutztieren ein schützendes Zuhause bieten. Deshalb schneide ich viele Stauden gar nicht zurück, sondern lasse sie bis zum Frühjahr stehen. Dann bleiben auch bei Eis und Schnee die Erinnerungen an ein beglückendes Gartenjahr lebendig und nähren meine Vorfreude auf die kommende Saison.

"Dumme rennen, Kluge warten, Weise gehen in den Garten." (Rabindranath Tagore)

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenLyriost schreibt am 07.10.2009 um 00:07 Uhr:Eine Art Kehrwoche bei den Nachbarn, nehme ich an. "Warum?" ... mhm ... äh ... Nun ja. Vorschrift. :-)
  2. zitierenNimien schreibt am 07.10.2009 um 07:13 Uhr:Vielleicht wollten sie's auch einfach nur hinter sich bringen, um nicht später bei Regen und Kälte draußen hantieren zu müssen. Die Geschmäcker sind eben verschieden. Die haben drüben auch wesentlich mehr Rasenfläche. In meinem Garten hingegen ist vor lauter Blumen längst kein Platz mehr für Grillfeste.
  3. zitierenConstanze schreibt am 08.10.2009 um 21:22 Uhr:Habe gestern die ersten 5 Schubkarren voll Laub im Garten zusammengerecht und dabei mal kurz ans herbstliche Beschneiden der abgeblühten Stauden gedacht. Da ist es aber hoffentlich doch noch ein bisserl hin. Auch in meinem Garten blüht es noch ganz munter und bunt.
    Wohingegen das mit dem Buntwerden der Bäume rasant geht. Dem mächtigen Ahorn vor meiner Arbeitsstelle konnte ich diese Woche beim Verfärben richtiggehend zugucken.

    Diese sonnigen Herbsttage sind so wunderbar für die Seele. Ich sauge alles in mich ein ...

    Ganz liebe Grüße von Herzen dir und noch viele erfreuliche Gartentage
    Constanze
  4. zitierenNimien schreibt am 08.10.2009 um 23:07 Uhr:Die Ahornbäume sind immer besonders schnell - die werden ja auch im Frühjahr als erste grün. Bei den Linden vor meinem Fenster dauert es immer etwas länger, bis sie sich von ihrem Laub trennen, und die Färbung fällt weit weniger spektakulär aus als beim Ahorn.

    Meine Staudenbeet mache ich erst winterfest, nachdem ich die Rosen gepflanzt habe; die Lieferung kommt voraussichtlich Mitte/Ende Oktober.

    Sei von Herzen gegrüßt und umarmt, liebe Constanze!
    Ich hoffe, du hattest schöne Tage in Berlin.
  5. zitierentaschenlampe schreibt am 10.10.2009 um 10:35 Uhr:Hallöchen Nimien,

    da bin ich aber froh, dass es noch Menschen gibt, die im Garten nicht nur auf Ästhethik(?) achten!
    Mein Garten ist auch noch schön bunt und vielfältig. Der Igel und allerlei Vögel, voran Familie Hausrotschwänzchen, danken es uns mit ihrer Anwesenheit! Spinnen-(tiere), Käfer und andere Insekten natürlich auch.
    Ich finde ein Garten muss "leben". Außerdem riecht er dann so gut! ;o)

    liebe Grüße
  6. zitierenNimien schreibt am 10.10.2009 um 14:15 Uhr:In deinem Garten scheinen sich die Tiere ja rundum wohl zu fühlen. Bei mir halten sich die Vögel leider sehr zurück, was sicher an der hohen Katzendichte bei uns im Viertel liegt. Aber einen Igel habe ich auch schon mal entdeckt und an Bienen, Käfern und Insekten herrscht ebenfalls kein Mangel. Ich finde auch, dass Naturnähe und Ästhetik sich in einem Garten keinesfalls ausschließen. Mein Garten sieht viel schöner aus als der aufgeräumte vom Nachbarn. ;-)

    Liebe Grüße!

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