Betörender Farbenrausch
Stimmung: Zutiefst erfüllt
Musik: Rachelle Ferell - You Don't Know What Love Is
Die Abendsonne verwandelt den Ahornbaum vor meinem Fenster gerade in eine Fackel aus loderndem Gold. Eine Symphonie aus Grün und Gelb begleitet das Farbenspiel. Die atemberaubende Schönheit, mit der die Natur ihren Abschied feiert, berührt mich jedes Jahr aufs neue. Die Blätter lösen sich von den Zweigen und tanzen voller Anmut zur Erde, als wüssten sie nicht, dass dort Moder und Verfall auf sie warten. Nun, vermutlich wissen sie es auch nicht, aber wer mag das schon mit letzter Sicherheit zu sagen? Für mich jedenfalls sind sie ein Symbol des unerschütterlichen Vertrauens in das Leben. Das vermoderte Laub vom vergangenen Jahr verwandelt sich allmählich in Erde und nährt im Frühjahr das junge Grün. Gibt es etwas Wundervolleres? So sehr ich den Frühling auch liebe - keine andere Jahreszeit berührt mich so tief wie der Herbst. Denn in der Erfahrung des Lösens und Loslassens, des Vergehens und Verwandelns spiegelt sich mein eigenes Herz. Schließlich ist es in meiner Seele nicht anders: Die Essenz längst vergangener Erfahrungen nährt die beglückende Lebendigkeit meiner Gegenwart.

Du hast geschrieben, was ich nicht so klar sagen konnte ;-)
Ja, die Ahornbäume leuchten wie Fackeln. Das kam mir heute beim Heimfahren in den Sinn, als ich immer wieder welche vor dem blauen Oktoberhimmel brennen sah.
Eine warme Umarmung für dich
Constanze
Noch einen wunderschönen Sonntagabend wünsche ich dir!
Fühl dich umarmt,
Nimien