Das Politische ist privat
Stimmung: Wochenendlich
Musik: Mary Black - Moments
(c) Oliver Weber/pixelio
Stephanie Mayfield beschäftigt sich im Blog der Mädchenmannschaft mit dem Aufeinanderprallen zweier feministischer Generationen (der so genannten zweiten und dritten Welle der Frauenbewegung) und den Problemen, die sich daraus ergeben. Als Parole der dritten Welle formuliert sie den Slogan "Das Politische ist privat", da sie den Schwerpunkt der jungen Feministinnen in dem Bemühen sieht, Gleichberechtigung im Privatleben durchzusetzen. Im letzten Absatz ihres Artikels stellt sie fest, dass die dritte Welle keine Bewegung im eigentlichen Sinne sei, da ihr dafür der notwendige Druck fehle, und fragt sich, wie sich das ändern ließe. Für mich folgt das eine zwingend aus dem anderen. Wer sich aus dem politischen Geschehen zurückzieht und den Feminismus zur Privatangelegenheit erklärt, kann nun einmal keine Breitenwirkung erzielen. Das Kuriose ist, dass die Autorin mit dieser Parole eben jene Kritik an der dritten Welle argumentativ untermauert, die sie ein paar Absätze weiter oben als unverständlich und nicht nachvollziehbar anprangert. Genau darum geht es ja bei der guten, alten Parole "Das Private ist das Politische": Ich will nicht einfach nur mit meinem Partner streiten, wer von uns den Abwasch macht, wer nach der Geburt eines Kindes zu Hause bleibt und wer weiter arbeiten geht, ich möchte gesellschaftliche Strukturen schaffen, die es uns ermöglichen, das Ganze tatsächlich gleichberechtigt zu lösen. (Dass wir uns dann trotzdem noch darum streiten werden, wer den Abwasch macht, ist sowieso klar, hat aber nicht mehr viel mit Feminismus zu tun.)
