Das literarische Duett
Stimmung: Frühlingsfroh
Musik: Barbra Streisand - Ordinary Miracles
(c) berwis/pixelio
Mittlerweile habe ich mich dazu durchgerungen, zwei sehr nahen, vertrauten Freundinnen meine Geschichte zu lesen zu geben. Das hat mich einiges an Mut gekostet und ich war doch ziemlich nervös, als ich die Texte losschickte. Immerhin liegt zweifaches Herzblut darin: Zum einen enthält die Geschichte inhaltlich eine hohe Selbstoffenbarungskomponente und zum anderen ist schon das Schreiben an sich eine ausgesprochen persönliche Angelegenheit. Ich entblöße mich nicht nur durch das, was ich erzähle, sondern auch dadurch, wie ich es tue. Die Worte und Formulierungen, die meiner Geschichte Gestalt verleihen, sind mindestens ebenso sehr Ausdruck meiner Persönlichkeit wie die Inhalte der Erzählung. Von daher bin ich ausgesprochen froh und erleichtert, dass ich bislang in erster Linie positive, ja, sogar begeisterte Rückmeldungen erhalten habe. Natürlich habe ich es mit wohlwollenden Leserinnen zu tun, aber da ich auch kritische Anmerkungen und Verbesserungsvorschläge geerntet habe, gehe ich einfach mal davon aus, dass das Lob genauso ehrlich gemeint war.
Das größte Kompliment kam von jener Freundin, die meinte, dass sie beim Lesen streckenweise völlig vergessen habe, dass sie ja Korrektur lesen solle, so sehr sei sie ins Geschehen eingetaucht. Am Dienstag rief sie mich an und wir verbrachten Stunden damit, den Text durchzugehen, über ihre Anmerkungen und unsere Gedanken zur Geschichte zu reden, kleinere Unebenheiten zu glätten und lose Enden auszumerzen (von denen es zum Glück nicht allzu viele gab). Ich erzählte Anekdoten aus dem Entstehungsprozess und wir diskutierten gemeinsam über mögliche Hintergründe und Motive der handelnden Personen. Hach, was war das für ein vergnüglicher Abend! Unser literarisches Duett hat mir mindestens ebenso viel Freude bereitet wie das Schreiben selbst.
