Sternentanz

23.12.2006 um 17:11 Uhr

Die Grundpfeiler meiner Spiritualität

von: Nimien   Kategorie: Magie und Geheimnis

Stimmung: Ausgeglichen
Musik: Mary Black - Adam At The Window

Müsste ich Begriffe finden, die das Wesen meiner Spiritualität am besten beschreiben, ich würde wohl auf die folgenden vier zurückgreifen. Die vier Worte, die ich gewählt habe, beschreiben Grundhaltungen und damit eine bestimmte Art, zu denken, zu fühlen und zu handeln. Natürlich stellen sie ein Ideal dar - ich bin weit davon entfernt, diese vier Prinzipien in meinem Leben vollständig verwirklicht zu haben.

Achtsamkeit: Wach und mit allen Sinnen wahrnehmen, ganz in der Gegenwart, im Hier und Jetzt präsent sein, mir meiner selbst bewusst und gleichzeitig offen und empfänglich für alles, was um mich herum geschieht - das ist für mich Achtsamkeit. Achtsamkeit ist das Gegenteil von Selbstvergessenheit, Trance und Traumtänzerei, die aber nichtsdestotrotz ebenso ein wichtiger Bestandteil meiner Spiritualität sind. Doch die Achtsamkeit gibt mir Halt und Wurzeln, ohne die ich mich nur allzu leicht in der Traumzeit verlieren würde.

Liebe: Ich möchte an dieser Stelle ganz bewusst nicht zwischen den verschiedenen Aspekten und Facetten der Liebe unterscheiden, denn sie alle gehören für mich zu diesem Gefühl tiefer Zuneigung, inniger Verbundenheit und uneingeschränkter Wertschätzung, die einem Menschen ebenso gelten kann, wie allen anderen Lebewesen, Dingen, Orten, Tätigkeiten und natürlich der Erde selbst. Der Kern einer jeden Liebeserfahrung ist die Liebe zu mir selbst. Mich selbst liebevoll anzunehmen mit all meinen Stärken und Schwächen, mir meine Fehler zu verzeihen und gut für mich zu sorgen ist in meinen Augen eine wichtige Voraussetzung dafür, mich der Hingabe an Menschen, Tiere, Pflanzen, Situationen oder Tätigkeiten widmen zu können. 

Würde: Aus der Liebe ergibt sich ganz von selbst das Element der Würde, die den innewohnenden Wert eines jeden Menschen beschreibt. Sie spiegelt sich für mich sowohl in der Erfahrung von Selbstachtung, als auch der Achtung vor anderen - und im weitesten Sinne vor allem Lebendigen. Im weiteren Sinne ist Würde eine innere und äußere Haltung. Würde bedeutet nicht, über allem zu stehen und in jeder Situation gelassen und souverän zu bleiben, sondern mir in allem, was ich tue, treu zu bleiben, mich den Herausforderungen des Lebens zu stellen und die Verantwortung für mein Handeln zu übernehmen.

Verbundenheit: Die Verbundenheit mit allem Lebendigen ist ein zentraler Aspekt meiner Spiritualität. Wenn ich mich nicht als getrennt von meiner Umwelt erlebe, ergibt sich für mich ein vollständig anderes Bild von der Welt, das auf mein Denken, Fühlen und Handeln nachhaltige Auswirkungen hat. Es ist dann unerlässlich, bei allem, was ich tue, mein Eingebundensein in ein größeres Ganzes zu berücksichtigen und nicht nur meine persönliche Perspektive vor Augen zu haben. Handlungsrichtlinien wie Ökologie, Nachhaltigkeit oder soziale Gerechtigkeit ergeben sich daraus wie von selbst.

Es sind Ideale, Ziele und Visionen, die ich hier beschrieben habe, Orientierungspunkte und Leitlinien, die mir den Weg weisen, keine Selbstverständlichkeiten. Ich ertappe mich selbst oft genug dabei, mich in den Wirren des Alltags zu verstricken und dabei das Wesentliche völlig aus den Augen zu verlieren. Aber wann immer ich mich auf die eine oder andere Weise mit diesen vier Grundpfeilern meines Daseins verbinde, sei es im Denken, Fühlen oder Handeln, fühle ich mich innerlich reich, glücklich, kraftvoll und in Harmonie mit mir und der Welt. 

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenBloomsbury schreibt am 26.12.2006 um 13:09 Uhr:So genaue Vorstellungen habe ich nicht. Ich könnte sie, glaube ich, auch nicht so ausdrücken. Aber das mit der Achtsamkeit finde ich sehr schön :). Und auch die Erkenntnis, weit vom Ideal entfernt zu sein. Anstreben sollte man es trotzdem.

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