Endlich Sommer!
Stimmung: Sommernachtsfreudig
Wie sehr ich den Sommer liebe - gerade in diesen Tagen, da er sich von seiner besten Seite zeigt. Es ist warm genug, um meine Haut unbekümmert in den Wind zu halten, und doch im Schatten gerade angenehm. Ein Himmel aus zartblauer Seide spannt sich jeden Morgen über das satte Laub der Bäume und meine Rosen warten nur darauf, sich zu entfalten und genüsslich in der Sonne zu räkeln. Die Welt wird hell und weit zur Mittsommerzeit. Ich kann die Fenster und Türen den ganzen Tag über offen lassen, so dass die inneren und äußeren Räume ineinanderfließen und miteinander verschmelzen, und freue mich an meinem Gärtchen, das noch immer ein wenig struppig und verwildert daherkommt, aber dennoch schon das eine oder andere hübsche Fleckchen zu bieten hat.
Jeden Morgen gehe ich heiteren Herzens zur Arbeit, genieße die Wärme schon so früh am Tag und den sanften Schimmer der Morgensonne, der mich auf meinem Weg zur U-Bahn begleitet. Meine berufliche Zukunft ist immer noch ungewiss, doch meine Chefin hat mir Mut gemacht, dass sich noch eine Lösung finden wird. Ich bin vorsichtig diesmal und will mich nicht zu früh freuen, aber genauso wenig werde ich mich grämen, solange das letzte Wort noch nicht gesprochen ist. Meine Tätigkeit macht mir große Freude und ich erfülle meine Pflichten mit wachem, lebhaftem Sinn, allen Unsicherheiten zum Trotz.
Der Seelenaufruhr der letzten Tage und Wochen hat sich gelegt. Es gibt vieles, das mich beschäftigt und bewegt, aber ich lasse mich davon nicht überrollen, sondern gehe behutsam Schritt für Schritt. Die meisten Dinge brauche nun einmal ihre Zeit, um sich zu klären und zu entfalten, sich zu lösen und zu entwirren. Was nützt es da, mir allzu viele Sorgen zu machen, wenn ich den Lauf der Dinge doch nur bedingt beeinflussen kann? Das Leben spielt sich immer heute ab.
