Frauen unter sich
Stimmung: Müde, gereizt, entnervt
Ich komme gerade von einer verworrenen, unklaren, wenig ergiebigen und unglaublich ermüdenden Besprechung unseres Frauenprojekts. Da schwirren lauter Visionen ohne jede finanzielle Verwurzelung durch den Raum, unkoordinierte Ideen prallen auf spontane Einzelaktionen, Zuständigkeiten vermischen sich und letztlich weiß die rechte Hand nicht, was die linke tut. Fast drei Stunden saßen wir beieinander, es wurde viel geredet und diskutiert und heraus kam - nichts. Am Ende blieb uns nur die Einsicht, dass wir weder Zeit noch Geld haben, unsere Pläne in naher Zukunft umzusetzen.
Mir gehen solche Treffen ganz fürchterlich auf die Nerven. Ist es wirklich so schwer, zukünftige Projekte einmal in aller Ruhe durchzurechnen und Entscheidungen auf dem Boden einer fundierten Finanzplanung zu treffen? Oder Probleme durch vernünftige Arbeitsteilung und strukturiertes Vorgehen zu lösen, anstatt immer wieder bei Adam und Eva anzufangen und die Gruppentreffen zum kollektiven Brainstorming zu nutzen? Die einzige, die eine vernünftige Vorarbeit geleistet hatte, war S. - und ihr Informationsblatt wurde fast vollständig ignoriert.
Ich werde mich gleich morgen hinsetzen, meine Gedanken sortieren und ein wenig Ordnung in das Chaos bringen. Außerdem habe ich mir fest vorgenommen, zu keinem weiteren Vereinstreffen mehr unvorbereitet zu gehen. Ich werde mir künftig im Vorfeld Gedanken machen, welche Punkte ich gerne einbringen möchte, und diese entsprechend vorbereiten. Anders ist das alles wohl nicht zu schaffen. Dabei begeistert mich die Idee, die hinter all dem steht, und ich möchte sie liebend gerne verwirklicht sehen. Aber am Ende ist jede Vision nur so gut wie ihre Konkretisierung. Und da hapert es bei uns leider ganz gewaltig.
