Sternentanz

12.05.2006 um 22:25 Uhr

Ruhig Blut

von: Nimien   Kategorie: Frauenbewegt

Stimmung: Kopfschüttelnd und kribbelig
Musik: Leonard Bernstein - Cool

Gerade habe ich in einem anderen Blog zwei Kommentare entdeckt, die vor Klischees und Verallgemeinerungen nur so triefen. Es juckt mich in den Fingern, mich einzuklinken und meinen Meinung kundzutun. Doch gibt es auch gute Gründe, mich zurückzuhalten. Also sitze ich nun hier und versuche mein Mütchen zu kühlen und mein in Wallung geratenes Blut wieder zu beruhigen. Warum um alles in der Welt greifen Menschen nur so gerne auf vorurteilsbeladene Schubladenschlagworte ("Männer!" bzw. "Frauen!") als Erklärung für die bunte Vielfalt und Komplexität der Welt zurück?

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenTabularasa schreibt am 12.05.2006 um 23:21 Uhr:weil es einen beruhigt, nicht über den einzelnen menschen nachdenken zu müssen, weil manches einfach auf manche menschen perfekt passt, weil nicht alle verallgemeinerungen generell nicht stimmen, weil menschen nunmal den einfachsten weg suchen um durchs leben zu kommen.



    PS: sags ihnen!
  2. zitierenNimien schreibt am 12.05.2006 um 23:36 Uhr:Verallgemeinerungen helfen uns, ein wenig Ordnung ins Chaos zu bringen und die Dinge zu sortieren. Aber sie verstellen auch den Blick auf die bunte Vielfalt der Dinge. Leider wiegen meist jene Erfahrungen, die unsere vorgeformten Überzeugungen bestätigen, wesentlich schwerer als jene, die nicht ins Bild passen.



    Im übrigen hat sich ein Kommentar von meiner Seite mittlerweile erübrigt. *kicher*
  3. zitierenTabularasa schreibt am 12.05.2006 um 23:49 Uhr:Ich weiß, ich weiß, das sind einfach die Gestaltgesetze aus der Psychologie, das was man kennt und einordnen kann wird da eingeordnet, egal obs stimmt oder nicht. Es hilft uns unser eigenes Verhalten zu planen und gleichzeitig zu rechtfertigen.

    Soll ich mich angesprochen fülen? *zwinker* Na, jetzt weißt du, dass ich durchaus weiß, dass Verallgemeinerungen nicht unbedingt richtig sind *g*
  4. zitierenNimien schreibt am 13.05.2006 um 08:35 Uhr:Hast du dich denn angesprochen gefühlt? Deine Antwort auf meine Frage habe ich nicht als Verallgemeinerung empfunden, sondern als plausiblen Erklärungsversuch. Im Grunde war meine Frage auch nur rhetorisch gemeint. Der Mechanismus, der uns immer wieder in die Verallgemeinerungsfalle treibt, ist mir durchaus bewusst. Ich finde es nur jedes Mal schade, wenn sie zuschnappt. Und ich muss mich da auch an die eigene Nase fassen.
  5. zitierenTabularasa schreibt am 13.05.2006 um 17:56 Uhr:Wir sind eben auch nur Menschen, wir zwei! Ja, ich hab mich angesprochen gefühlt, weil ich gerade in letzter Zeit ziemlich dazu neige, Menschen in die Schublade \"typisch Mann, typisch Frau\" zu stecken. LG!
  6. zitierenthebastian schreibt am 14.05.2006 um 01:30 Uhr:Hin und wieder bekleckert man sich nicht mit Ruhm, und was mich speziell mich ritt, dort so einen Unsinn zu verbreiten, weiss ich nicht. Aber wer mich zu Recht tadelt, ist mein Lehrer.
  7. zitierenNimien schreibt am 14.05.2006 um 23:32 Uhr:@thebastian: Du hast deinen Kommentar ja eh schon vor Ort relativiert. Manchmal gehen die Klischees halt mit uns durch. Dagegen ist niemand gefeyt. Ich selbst muss nur aufpassen, dass ich nicht jedes Mal hochgehe wie ein Springteufel, wenn ich solche Kommentare lese. Ich reagiere ziemlich allergisch auf geschlechtsspezifisches Schubladendenken.



    Aber ich bin verblüfft über diese Querverbindung. Schließlich habe ich meinen Namen drüben ja gar nicht hinterlassen. Wie hast du denn hierhergefunden?
  8. zitierenthebastian schreibt am 15.05.2006 um 00:18 Uhr:Ich selbst bin gern hin und her gerissen zwischen dem Relativieren von Stereotypen und der nonchalanten Einstellung, die einer meiner Profs vertrat; dass man auch den groessten Unsinn zunaechst erst einmal behaupten kann. Generell ist es wohl kaum dem Ruf foerderlich, zu spaeter Stunde mit Wein im Schaedel irgendeine Meinung vertreten zu wollen, die mir normalerweise die Zehennaegel aufrollt. Nun, gleichwohl.

    Verzeih mir, wenn ich Dir Deine Verblueffung ueber die Querverbindung nicht nehmen mag.
  9. zitierenNimien schreibt am 23.05.2006 um 22:49 Uhr:Huch, beinahe wäre mir dein Kommentar völlig entschlüpft! Das kommt davon, wenn man nicht sofort nach dem ersten Lesen darauf antwortet. Dabei wollte ich dir doch noch sagen, dass ich die nonchalante Einstellung deines Profs höchst vergnüglich finde. Trotzdem freue ich mich, dass auch deine Zehennägel nicht ganz unempfindlich gegen Stereotype sind.



    Tja, und mit der Unwissenheit über das mysteriöse Schicksal, das dich hier ans Ufer gespült hat, werde ich wohl leben müssen. *leiseseufzend*

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