Schwere Entscheidung
Stimmung: Unschlüssig
Soeben hat mich meine Chefin angesprochen. Ich hatte vor einiger Zeit angefragt, ob es nicht möglich sei, meine derzeit noch befristete, da als Vertretung für eine junge Mutter angelegte Stelle in eine unbefristete Stelle zu verwandeln. Meine Chefin stand dem sehr positiv gegenüber und versprach, sich dafür einzusetzen. Nun erzählte sie mir heute, dass die Klinikleitung damit nur einverstanden sei, wenn ich mich bereit erklärte, meine aktuelle 80%-Teilzeitstelle wieder in eine Vollzeitstelle umzuwandeln. Das ist eine schwere Entscheidung, da für mich die Reduzierung meiner Festanstellung mit dem Einstieg in meine freiberufliche Tätigkeit verbunden war. Einen Tag in der Woche halte ich mir seither für private Klientinnen frei und diese Arbeit liegt mir sehr am Herzen. Davon leben könnte ich allerdings nicht. Dafür bin ich auf meine hauptberufliche Festanstellung angewiesen. So stehe ich nun vor der Wahl zwischen der Sicherheit in einer Tätigkeit, die mir zwar auch viele Freiräume bietet, die mir aber nicht die Möglichkeit zur Verwirklichung einiger wichtiger Visionen lässt, und der Unsicherheit einer ungewissen Zukunft, in der aber genügend Raum für meine freiberufliche Tätigkeit bleibt.
Ich tendiere ganz klar zur Sicherheit. Nicht allein um der Sicherheit selbst willen, sondern weil mir meine Stelle hier so gut gefällt, dass ich sie auf keinen Fall aufgeben möchte. Außerdem könnte ich mich, wenn die unbefristete Stelle erst einmal gesichert wäre, immer noch nach Alternativen umsehen. Ich würde nur ungern den Praxisraum in unserem Frauenprojekt wieder aufgeben, weil ich mich dort ungemein wohl fühle. Vielleicht finde ich ja doch eine Lösung, beides unter einen Hut zu bringen.
