Verloren im Nirgendwo
Stimmung: Ausgeschlafen
Musik: Clannad - Darkmere
(c) Georges Bott/pixelio
Ist das normal, wenn sich ein größeres Kapitel dem Ende zuneigt? Plötzlich beginne ich an mir zu zweifeln. Ich lese Texte von anderen Autoren und mit einem Mal erscheint mir das, was ich selbst geschrieben habe, so klein, so unbedeutend, so belanglos. Angesichts des sinnlichen Zaubers, den manche Mitglieder der schreibenden Zunft scheinbar mühelos heraufbeschwören, erscheinen mir meine eigenen Worte plötzlich blechern und gewöhnlich. Die ständige Wiederholung des Ewiggleichen, der mangelnde Realismus, die absurden Dialoge, die fehlende Poesie - ich gehe hart mit mir ins Gericht. Oder liegt es daran, dass ich mit den letzten Szenen ringe? Nach all der Begeisterung der letzten Tage fällt es mir schwer, die Intensität auch in den wenigen verbleibenden Stunden noch aufrechtzuhalten.
Vielleicht sind meine Selbstzweifel aber auch schon die Geburtswehen der Überarbeitungs- und Verfeinerungsphase. Denn mit dem Abschluss des Handlungsstranges ist die Erzählung ja längst noch nicht fertig. Dies ist lediglich der Erstentwurf, die Rohfassung, die Basis, von der aus die eigentliche Geschichte sich entfalten kann. Und man darf auch nicht vergessen, dass ich jetzt wochenlang abgeschnitten war von der wichtigsten Quelle meiner Inspiration. Die Ankunft meines Liebsten wird sicher auch meine Imagination wieder neu entfachen. Vielleicht sollte ich mein kleines Kreativitätstief einfach nutzen, um mal wieder gründlich meine Wohnung zu putzen.
