Sternentanz

01.10.2006 um 16:24 Uhr

Windenweisheit

von: Nimien   Kategorie: Naturbetrachtungen

Stimmung: Zufrieden
Musik: Barbra Streisand - Evergreen

Da die Gartenarbeit mir gestern so leicht von der Hand ging, habe ich heute gleich noch den Schwung genutzt. Am Vormittag habe ich die Ligusterhecke von den Winden befreit, die sie schon wieder fest umschlungen hielten. Ich tue das immer schweren Herzens, weil ich die Winden eigentlich sehr viel lieber mag als den Liguster. Aber wenn ich ihnen nicht Einhalt gebiete, überwuchern sie mir schnell den ganzen Garten. Es ist sowieso schwer, sie zu bezähmen, weil sie so tief in der Erde wurzeln und es mir selten gelingt, sie mit Stumpf und Stiel auszureißen. Meist bleibt ein Rest in der Erde, der ein Weilchen vor sich hin schlummert, bis neue Ranken sich um die Zweige des Ligusters schlingen.

Während ich so vor mich hin arbeitete, erlag ich der Faszination der Winden und ich fragte mich, ob es nicht manchmal mit meiner Zuneigung zu Männern ganz ähnlich ist. Ich neige schon auch dazu, den Mann meines Herzens allzu sehr zu umschlingen, und diese Tendenz ist nur sehr schwer auszurotten. Obwohl ich mittlerweile gelernt habe, ihr Grenzen zu setzen, wurzelt sie doch sehr tief in meiner Seele, und sobald ich sie eine Weile außer Acht lasse, hält sie auch schon wieder Einzug in meinem Leben. Dann windet sich meine Seele innig um die meines Liebsten und es kostet mich jedes Mal Mühe, die Ranken wieder zu entfernen.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenConstanze schreibt am 02.10.2006 um 17:57 Uhr:Das ist eine schöne Allegorie mit den Winden :-)
    Und ich weiss so gut, was du meinst.

    Nen lächelnden Gruß
    Constanze

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