Sternentanz

21.12.2006 um 22:33 Uhr

Wintersonnenwende

von: Nimien   Kategorie: Magie und Geheimnis

Stimmung: Glücklich und dankbar
Musik: Pansy Division - Spiral

Verwurzelt zwischen Himmel und Erde dehnen wir uns aus in Raum und Zeit. Flüchtige Spiralen aus würzigem Rauch hüllen uns ein. Wir ziehen den Kreis, rufen die Himmelsrichtungen und benennen das, was uns heilig ist: Die Liebe, die Wahrhaftigkeit, der Kreislauf der Jahreszeiten, der Fluss des Lebens und die heilende und verwandelnde Kraft menschlicher Seelen. Der Boden ist bereitet. Jetzt ist der Moment, die Göttin zu uns einzuladen. Zu dieser Zeit des Jahres ist sie die Dunkle, die Schwarze, die uns hineinführt in die Erfahrung von Konzentration und Stillstand, einem Zustand wirbelnder Zeitlosigkeit, in dem die Erlebnisse des vergangenen Jahres sich auflösen und sich zur Essenz eines neuen Jahres verdichten. Stetig und unermüdlich rühren wir unsere Erinnerungen in den Kessel, erzählen uns noch einmal unsere Geschichten - nur um voller Freude und Dankbarkeit festzustellen, dass wir uns gegenseitig stets durch alle Höhen und Tiefen unseres Lebens begleitet haben, beständig teilgenommen haben am Schicksal der jeweils anderen. Ich rühre ein Jahr voller Liebe und beglückender Veränderungen in den Kessel, voller innerer und äußerer Auseinandersetzungen und neu gewonnener Erkenntnisse und Einsichten. All das löst sich auf in Stille und Dunkelheit. Mein Atem trägt mich durch den Geburtskanal, während sich aus dem Spiralnebel der vergangenen zwölf Monate eine klare Vision für den neuen Jahreskreis formt. Ich taste danach, suche behutsam nach Worten, gebe dem Saatkorn eine Gestalt und einen Namen. Es ist an der Zeit, das Licht wieder zu entzünden. Am Ende flackern zwei kleine Flammen im Kessel der Verwandlung, tragen den Keim der Zuversicht ins neue Jahr hinein. Tiefer Friede. Liebe. Dankbarkeit.


Diesen Eintrag kommentieren