Sternentanz

27.11.2005 um 13:29 Uhr

Adventszauber

von: Nimien   Kategorie: Familiengeschichten

Stimmung: Wohlig und warm
Musik: Barbra Streisand - This Is One Of Those Moments

Was für ein verwunschenes, wundervolles Wochenende! Zum ersten Mal seit Monaten ist meine Schwester auch am Samstag und Sonntag hiergeblieben. Gar nichts Spektakuläres passiert, doch reihen sich lauter kleine, schöne Dinge aneinander und stimmen mich froh und heiter. Gestern haben wir die Kiste mit den Weihnachtssachen aus dem Keller geholt, und während ich nachmittags über meinen wissenschaftlichen Texten saß, schmückte sie unsere Wohnung. Als ich mich umdrehte und sah, was sie gestaltet hatte, blieb mir der Mund offen stehen vor Staunen. Meine Schwester hat wirklich einen besonderen Sinn für Schönheit und ein großes Talent, sie ins Leben zu rufen.

Abends waren wir im Kino und sahen "Manderlay" von Lars von Trier. Doch während "Dogville" mich zutiefst aufgewühlt und verunsichert hatte, ging "Manderlay" - von ganz wenigen Szenen einmal abgesehen - relativ spurlos an mir vorüber. Natürlich ist es ein guter Film und nach einem etwas zähen Beginn war er auch keineswegs langweilig. Aber er hat mich nicht sonderlich berührt und mich nach dem Abspann auch nicht weiter beschäftigt. Schön war es allerdings, den Film im englischen Original gesehen zu haben. Auch wenn ich froh um die deutschen Untertitel war, gefiel mir der weiche Klang von Alabama sehr. Nach dem Film waren wir noch kurz im "Bohne & Malz". KiBa und ein Crêpe mit Nuss-Nougat-Creme und Bananen - mmmh!

Auch der heutige Tag begann wohlig und schön mit einem ausgiebigen Sonntagsfrühstück und liebevollen Gesprächen. Und während des gesamten Wochenendes landeten immer wieder e-Mails in meinem Postfach, die mir ein Lächeln auf das Gesicht zauberten und mir die Seele wärmten. Nicht nur die Liebe hat viele Facetten, sondern auch das Glück.

13.10.2005 um 12:45 Uhr

Traumzauberbaum

von: Nimien   Kategorie: Familiengeschichten

Stimmung: Berührt
Musik: Meine Schwester - Mondsilbertaufe

Nebenan singt meine Schwester. Sie probt mit ihrer Klavierbegleiterin für eine Audition in der kommenden Woche. Fünf verschiedene Kinderprogramme hat sie über die Sommermonate entwickelt und dabei eine unglaubliche Phantasie an den Tag gelegt. Gerade singt sie ein paar Lieder aus dem "Traumzauberbaum". Für dieses Programm hat sie sich eigens einen Hut genäht, der aus lauter Blättern besteht, um den Baum darstellen zu können. Wenn ihr es nur sehen könntet - es sieht einfach zauberhaft aus!

Im Moment ist sie hinter der Tür ihres Zimmers verschwunden. Nur ihre helle, klare Stimme klingt durch den Raum. Ich halte inne in all meinen Erledigungen, um ihr zu lauschen. Schon immer hat mich ihr Gesang sehr berührt. Er trifft mich mit seiner Schönheit mitten ins Herz und bringt dort etwas zum Klingen, das mich jedes Mal wieder tief bewegt. Wie viel davon allein ihrer Stimme gilt und wie viel der Tatsache, dass sie meine Schwester ist, vermag ich nicht zu sagen. Ich weiß nur eins: Wann immer ich sie singen höre, spüre ich, wie lieb ich sie habe.

Ich bin so froh, dass unsere Zwistigkeiten sich mehr und mehr in Wohlgefallen auflösen, und erstaunt, dass es gerade jetzt geschieht. Zur Herbst-Tagundnachtgleiche erst habe ich unsere Vergangenheit dem Erdkessel übergeben, weil ich nicht mehr daran glaubte, dass wir das Alte noch einmal würden wiederbeleben können. Und kaum hatte ich es getan, schien unsere Beziehung regelrecht aufzublühen. Vielleicht brauchte es meine ehrliche Bereitschaft, das Vergangene hinter mir zu lassen und ihr ganz neu zu begegnen, um diese Verwandlung zu vollziehen. Jedenfalls bin ich sehr glücklich und dankbar über das, was da gerade zwischen uns geschieht - und voller Hoffnung für die Zukunft.

29.09.2005 um 18:04 Uhr

Alltäglichkeiten

von: Nimien   Kategorie: Familiengeschichten

Stimmung: Ausgeglichen und zufrieden
Musik: Meine Schwester singt vor sich hin

"Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft, zu leben." (Hermann Hesse)

Zur Zeit ist meine Schwester mal wieder für ein paar Tage in München. Es ist sehr schön mit ihr und es tut mir gut, dass sie da ist. Gestern waren wir gemeinsam in der gemütlichen Kneipe hier ums Eck, aßen zusammen zu Abend und redeten. Wir berührten Themen, die uns beide ganz unmittelbar betrafen, unsere Beziehung, unsere Erfahrungen der letzten Jahre und unsere Aussichten auf eine Wiederannäherung. Es war ein gutes Gespräch. Ich kann nun einige ihrer Reaktionen besser verstehen und habe auch umgekehrt das Gefühl, dass sie sich auch in meine Situation besser einfühlen kann. Als wir wieder daheim waren, kuschelten wir uns beide gemütlich vor den Fernseher und sahen uns "Alles auf Zucker!" mit Henry Hübchen und Hannelore Elsner an. Ich habe schon seit Ewigkeiten keinen derartigen Fernsehabend mehr verbracht und er hat mir überraschend gut gefallen.

Heute nun waren wir gemeinsam bei IKEA. Ich möchte so gerne den Essplatz in der Küche und unser gemeinsames Arbeitszimmer noch gemütlicher gestalten und habe mich unter anderem nach Vorhängen, Bildern, Teppichen, Sitzkissen und Hussen für die Stühle umgesehen. Leider wurde ich diesmal nicht fündig, doch meine Vorstellungen davon, was ich in den Räumen gerne verändern würde, sind durch den Gang durchs Möbelhaus nun um einiges konkreter geworden.

Es ist erstaunlich, wie mühelos es mir gelingt, die Zeit zu füllen, die ich früher im Internet verbracht habe. Ich stricke, lese, schreibe, gehe spazieren, kümmere mich um meinen Haushalt, telefoniere mit Freunden, bereite mich auf mein Rigorosum vor oder treffe mich mit lieben Menschen. Das ist ein ungemein gutes Gefühl. Nie hätte ich gedacht, dass ich das Forum so wenig vermissen würde. Aber so ist es immer: Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich andernorts eine neue. Und für das virtuelle Leben, das ich hinter mir gelassen habe, gewinne ich nun das reale, leibhaftige Leben hier vor Ort zurück. Schön ist das und ich bin sehr dankbar dafür.

29.05.2005 um 22:32 Uhr

Ein wundervolles Wochenende

von: Nimien   Kategorie: Familiengeschichten

Stimmung: Selig
Musik: Die Geräusche einer warmen Sommernacht

An diesem Wochenende war ich bei meinen Eltern. Es war ein richtiges Familienwochenende, denn meine Tante, meine jüngste Schwester, mein Neffe und meine Nichte waren auch da. Das Essen war köstlich wie immer und der Garten meiner Mutter ist ein einziger Traum - ein üppiges, wild wucherndes Blumenparadies. Um diese Zeit des Jahres blühen überall die Akeleien in Weiß, Rosa und Blau, die prallen Knospen der Pfingstrosen warten nur noch darauf, sich zu öffnen, und auch die Rosen und Clematis stehen kurz vor der Blüte. Die weißen Sonnensegel der Terrassenüberdachung tauchen den Platz in ein zauberhaftes Licht. Dadurch entsteht eine geradezu südländische Atmosphäre und ich habe den größten Teil meiner Zeit auf dem blauen Rattansofa im Freien verbracht - plaudernd, strickend oder in die Gartenzeitschriften meiner Mutter vertieft. Ich bin ja selbst noch immer am Überlegen und Planen, wie ich meinen kleinen Garten gestalten könnte, und habe ständig neue Ideen.

Besonders schön war es, dass auch die Kinder zu Besuch waren. Unsere letzte Begegnung liegt bestimmt schon wieder zwei Monate zurück und ich habe mich riesig auf die beiden gefreut. Es war herrlich, sie wiederzusehen. Die beiden berühren mich jedes Mal mit ihrer warmherzigen Offenheit und Fröhlichkeit. Sie verströmen ihre Zuneigung so vorbehaltlos, wie vielleicht nur Kinder das können, und es berüht mich ungemein, dass sie mich so lieb haben. Ich habe ein paar tolle Fotos von ihnen gemacht und außerdem meine kleine Nichte beim Maiskolbenessen gefilmt. Wirklich entzückend, sage ich euch!

Heute vormittag brachten wir die beiden dann zurück zu meiner Schwester und bei dieser Gelegenheit sah ich zum ersten Mal das alte Bauernhaus, das sie und ihr Freund im letzten Jahr gekauft haben und nun eigenhändig renovieren. Meine Schwester schwärmt schon seit Monaten davon und ich war sehr gespannt darauf, es endlich einmal zu Gesicht zu bekommen. Im Moment ist das Haus allerdings nichts anderes als eine Riesenbaustelle. So wie ich das sehe, wird es Jahre dauern, bis das alles halbwegs fertig ist. Und selbst dann wäre es nichts für mich. Mir wäre dieses Anwesen einfach viel zu groß. Schon allein bei dem Gedanken, wie viel Zeit, Energie und Geld die Instandhaltung verschlucken würde, verginge mir jede Lust am Hauskauf - ganz abgesehen davon, dass ich keinerlei Ambitionen hätte, in einem derart abgelegenen Kaff zu wohnen (selbst dann nicht, wenn dieses Kaff direkt am Chiemsee liegt).

Aber so sind die Geschmäcker nun einmal verschieden. Meine Schwester sieht in diesem Haus den Traum ihres Lebens verwirklicht und würde wohl um nichts in der Welt mit mir tauschen wollen. Es genügt ja auch völlig, dass sie damit glücklich wird. Ich hoffe nur, sie wird es.