Sternentanz

04.03.2010 um 23:43 Uhr

Auf Reisen

von: Nimien   Kategorie: Heim und Herd

Stimmung: Merkwürdig melancholisch
Musik: Johannes Brahms - Klavierkonzert Nr. 2 - 3. Adagio - Più adagio

 (c) Melanie Schaller/pixelio

Nachdem ich Mitte Februar bei meinem Liebsten in Graz und Klagenfurt und letzte Woche beruflich in Aachen war, steht an diesem Wochenende eine Fahrt nach Bielefeld an, um der Geburtstagseinladung eines lieben Freundes zu folgen. Ich mag es gar nicht, ständig durch die Weltgeschichte zu gondeln. Im Gegenteil: Ich brauche die ruhigen, unaufgeregten Wochenenden daheim wie die Luft zum Atmen. Und im Augenblick wird der Sauerstoff wegen meiner ständigen Herumreiserei gerade ein wenig knapp. Aber zum Glück habe ich die weiten Reisen und langen Zugfahrten dann erst einmal hinter mir und kann mich wieder ganz auf das Geschehen in meinen eigenen vier Wänden und in meiner Heimatstadt konzentrieren. 

16.06.2009 um 22:06 Uhr

Man lernt doch immer dazu

von: Nimien   Kategorie: Heim und Herd

Stimmung: Wohlig
Musik: Peter Hofmann - In fernem Land (Lohengrin)

Hecken schneidet man spätestens im Februar und dann erst wieder nach Johanni oder besser noch Ende Juli, weil vorher die Vögel in den Hecken nisten. So jedenfalls steht es in meinen schlauen Büchern. Allerdings dachte ich nicht, dass das auch für meine Hecke gelten könnte. Ich wohne mitten in der Stadt, ständig herrscht Trubel, die Katzen streunern herum und die Hecke ist auch nicht besonders hoch - welcher Vogel sollte sich da schon wohl fühlen? Doch heute wurde ich eines Besseren belehrt. Direkt neben meinem Gartentor, gleich hinter dem Kompost, entdeckte ich ein leeres Vogelnest, kunstvoll geflochten aus Zweigen, Gräsern und Plastikbändern. (Das Foto oben ist leider ziemlich dunkel, weil der Himmel bedeckt war.) Ich werde also künftig das dichte Grün sorgfältig absuchen, ehe ich das nächste Mal die Heckenschere ansetze.

Was ich außerdem noch gelernt habe? Wenn du Erdbeeren ernten willst, anstatt sie den Schnecken zum Fraß vorzuwerfen, pflanze sie in Blumenampeln auf dem Balkon. Und wenn die Pfingstrosen blühen, solltest du sie möglichst bald für die Vase schneiden. Der erste stärkere Regenguss verwandelt sie nämlich in Spinat.

19.04.2009 um 21:57 Uhr

Ernte eines Wochenendes

von: Nimien   Kategorie: Heim und Herd

Stimmung: Froh, stolz und zufrieden
Musik: Anna Nalick - Consider This


(c) Thomas Max Müller/pixelio

Was ich dank der tatkräftigen Hilfe meiner Eltern an diesem Wochenende alles geschafft habe:

  • 4 Meter Kleiderschrank samt der dazugehörigen Schiebtüren von Ikea aufgebaut
  • Den Kleiderschrank eingeräumt und das Bett frisch bezogen
  • Unmengen von Kartons und Plastikmüll weggeschafft
  • Den Großteil der Wohnung aufgeräumt und sauber gemacht
  • Den Thermokomposter versetzt und den Kompost durchgesiebt
  • Die frisch gesiebte Erde auf den Blumenbeeten verteilt und eingeharkt
  • Unkraut gejätet und einige neue Stauden eingepflanzt 
  • Wäsche gewaschen, getrocknet und gebügelt
  • Einträge in meinem Tarotblog veröffentlicht
  • Tagebucheinträge verfasst
Ganz fertig bin ich noch nicht, da das Arbeitszimmer noch immer aussieht, als sei eine Bombe geplatzt. Hier lagern noch einige Dinge, von denen ich nicht ganz sicher bin, ob ich sie in der Wohnung verstaue, in den Keller räume oder weggebe. Aber alles in allem bin ich überaus glücklich, dankbar und froh.

05.10.2008 um 21:12 Uhr

Entscheidungsschwierigkeiten

von: Nimien   Kategorie: Heim und Herd

Stimmung: Sehnsüchtig
Musik: Amplitude 10 - Follow Me


(c) Astrid Borower/pixelio.de

Seit Monaten schlage ich mich mit der Neugestaltung unseres Schlafzimmers herum. In Gedanken habe ich jede einzelne Variante wohl schon hundertmal durchgekaut, habe Möbel gedreht und verschoben und mich mit Farbgestaltung und Textilauswahl beschäftigt. Ich habe die Vor- und Nachteile der einzelnen Möglichkeiten gegeneinander abgewogen und bin mir über die nötigen Veränderungsschritte im Klaren. Jetzt müsste ich nur noch hingehen und irgendeine dieser Gedankenspielereien auswählen, um sie Schritt für Schritt in Wirklichkeit verwandeln. Doch es fällt mir unendlich schwer, mich endgültig festzulegen, die Ebene der Wolkenspinnereien zu verlassen und mich in die Sphäre des tatkräftigen Handelns zu begeben.

Das hat mehrere Gründe: Zum einen suche ich wohl noch immer nach der perfekten Lösung, nach der einen, unfehlbaren Variante, die in meinem Kopf ein großes "Bingo!" aufblitzen lässt und alle weiteren Überlegungen überflüssig macht. Dass alle bisherigen Lösungen ihre Vor- und Nachteile haben, behagt mir gar nicht. Viel lieber wäre es mir, eine Gestaltungsmöglichkeit zu finden, die alle anderen Optionen eindeutig aus dem Feld schlägt. Das andere ist, dass eine Entscheidung mich mitten hinein in die Umsetzung führen würde und diese mit viel Arbeit verbunden wäre. Ich müsste die Wände neu streichen, zu Ikea fahren, Möbel ab- und wieder aufbauen und neue Schränke im Akkord zusammenschrauben. Da ist es doch wesentlich angenehmer, zum wiederholten Mal den IKEA Homeplanner aufzurufen.

Und nicht zuletzt ist mit dem Wechsel auf die Ebene der Konkretisierung auch ein gewisses Konfliktpotential verbunden. Ich muss mich mit meinem Liebsten über unterschiedliche Ansichten und Bedürfnisse auseinandersetzen, meine Position verteidigen, ohne die seine gänzlich aus den Augen zu verlieren, und schließlich eine geeignete Kompromisslösung finden. All das ist anstrengend. Es kostet Kraft und Energie. Aber tut das die Phase des gedanklichen Abwägens nicht auch? Wenn ich bedenke, wie viel Zeit ich dafür aufwende, mir die einzelnen Möglichkeiten immer wieder anzusehen und ihre Realisierung im Kopf durchzugehen, dann kann ich mit dem nächsten Schritt eigentlich nur gewinnen. 

03.10.2008 um 11:09 Uhr

Wieder mal entrümpeln

von: Nimien   Kategorie: Heim und Herd

Stimmung: Herbstfeiertäglich
Musik: Sarah Vaughan - Sweet Affection

 (c) Maricopa/pixelio.de

Vielleicht erinnert ihr euch noch an meine groß angelegte Entrümpelungsaktion von vor zwei Jahren? Etwas Ähnliches steht mir nun wieder bevor. Erstens wird es mal wieder Zeit. Zweitens muss ich dringend Platz schaffen, wenn nächsten Sommer mein Liebster hier einzieht. Und drittens habe ich mich in letzter Zeit intensiv mit der Lehre des Feng Shui beschäftigt und bin immer wieder darauf gestoßen, dass die wesentliche Grundlage eines wohltuenden Energieflusses in der Wohnung das Ordnen, Reinigen und Entrümpeln darstellt. Aufgrund meiner bisherigen Erfahrungen mit dem Ausmisten und Wegwerfen kann ich das nur bestätigen. Wann immer ich mich konsequent von Dingen verabschiedet habe, die mir nicht mehr nützlich waren und meine Lebenslust nicht mehr nährten, war das wie ein großes Aufatmen, ein Akt der Befreiung, der Raum für Neues entstehen ließ. Und nun, da ich es in der Erwartung der Ankunft meines Liebsten tue, fühle ich mich natürlich besonders beflügelt. Vielleicht klärt sich für mich in diesem Prozess auch endlich die Frage, wie ich unser gemeinsames Schlafzimmer künftig einrichten möchte. Die beschäftigt mich nämlich schon seit Monaten, ohne dass ich bislang zu einem befriedigenden Ergebnis gekommen wäre.

17.05.2007 um 17:19 Uhr

Ein Klavier geht auf Reisen

von: Nimien   Kategorie: Heim und Herd

Stimmung: Glücklich, zufrieden und vorfreudig
Musik: Stefan Nilsson - Gabriella's Piano

Das also war die letzte Gesangsstunde, die meine Schwester in diesen vier Wänden gegeben hat. Am Wochenende wird das Klavier abtransportiert, und von da an gehört die Wohnung nur noch mir allein (und natürlich meinem Liebsten, wenn er da ist). Ich bin ganz begeistert von meinem neuen Wohnzimmer. Mit jedem Besuch bei Ikea wird es schöner und wohnlicher, gewinnt an Kontur und Charakter. Noch fehlen Bilder an der Wand, und wenn das Klavier nicht mehr da ist, brauche ich noch ein Sideboard, das meine Stereoanlage und meine CDs, Körbe für Kerzen und Räucherwerk, sowie ein paar dekorative Elemente beherbergen soll. Bislang habe ich noch kein geeignetes gefunden, aber ich habe es ja auch nicht eilig. Das Zimmer darf ganz in Ruhe wachsen und Gestalt annehmen. Nicht umsonst gelten die Räume, in denen wir leben, als unsere "dritte Haut". Die bildet sich schließlich auch nicht von heute auf morgen.

13.05.2007 um 16:14 Uhr

Trautes Heim, Glück allein

von: Nimien   Kategorie: Heim und Herd

Stimmung: Zufrieden
Musik: Alanis Morissette - Perfect

 (c) Judith O./pixelio.de

Noch ist längst nicht alles an seinem Platz, sind längst noch nicht alle Dinge so, wie sie sein sollten. Natürlich ging es beim Weißeln nicht ohne Patzer ab und auch die Ikea-Lieferung war nicht einwandfrei, so dass ich mich, anstatt mich einfach an meinem neuen Bettsofa zu freuen, gleich mal um die Reklamation kümmern muss. Es wartet also noch eine Menge Arbeit auf mich und die Menschen, die sich bereit erklärt haben, mir zu helfen. Aber vieles haben wir auch schon geschafft und ich beginne zu ahnen, wie wundervoll es sein wird, wenn alles fertig ist. Das neue Wohnzimmer ist noch merkwürdig leer und unbewohnt, aber die Leere atmet bereits den Geist der Erfüllung. Ich freue mich schon darauf, die Räume zusammen mit meinem Liebsten zu entdecken und mit Leben zu füllen.

10.05.2007 um 07:45 Uhr

Drunter und drüber

von: Nimien   Kategorie: Heim und Herd

Stimmung: Heiter
Musik: Celine Dion - La memoire d'Abraham

 (c) Markus Hein/pixelio.de

Nun, da die Zeit der ständigen Wochenendtermine fürs erste vorbei ist, kann ich mich endlich der Neugestaltung meiner Wohnung widmen. Gestern waren zwei IT-Fachleute bei mir, um (a) den PC ins Arbeitszimmer zu verfrachten, (b) den Fernsehanschluss im Wohnzimmer wieder betriebsbereit zu machen, (c) die Telefonanlage neu zu programmieren und (d) meinen Drucker in die Lage zu versetzen, auch Faxe zu versenden und zu empfangen. Am Freitag kommen die neuen Möbel von Ikea, und am Wochenende werden wir das Wohnzimmer streichen. Zuvor muss meine Schwester aber noch ihren Schreibtisch abbauen und ihren gesammelten Papierkram in ihre Wohnung verfrachten. Das einzige, was dann noch hier an sie erinnern wird, ist das Klavier. Das holt sie erst ganz zuletzt, wenn ihre Wohnung sich in einem vorzeigbaren Zustand befindet und sie dort unterrichten kann.

Allerdings sieht es auch in meiner Wohnung derzeit noch aus, als wäre eine Bombe geplatzt. Die wenigsten Dinge befinden sich schon endgültig an ihrem Platz, tausend kleine Handgriffe müssen noch erledigt werden, und vor allem bedarf es einer gründlichen Reinigungsaktion, um die Räume wieder in einen wohnlichen Zustand zu versetzen. Aber wie gesagt: Ich bin zuversichtlich, dass ich den größten Teil an diesem Wochenende erledigen werde - und zur Belohnung kommt mich mein Liebster nächste Woche in der schönen, neuen Wohnung besuchen. Ach, ich freue mich so! Allerdings ist bis dahin noch eine Menge zu tun, und so verabschiede ich mich gleich wieder und tauche ab in die wuselige Geschäftigkeit.

01.05.2007 um 22:16 Uhr

Schritt für Schritt

von: Nimien   Kategorie: Heim und Herd

Stimmung: Wohlig-zufrieden
Musik: Mock Turtles - Wicker Man

 (c) base/1/pixelio.de

Im übrigen habe ich heute nicht nur gelesen, sondern auch Unkraut gejätet und meinem Rasen eine saubere Rasenkante verpasst. Stück für Stück nähert sich das Erscheinungsbild des Gartens meinen Vorstellungen an, auch wenn es aufgrund meiner knapp bemessenen Freizeit manchmal nur im Schneckentempo vorangeht. Außerdem kostet es jedes Mal Rückenschmerzen und Blasen an den Händen, dem Boden ein Blumenbeet abzutrotzden, denn die Erde besteht zum größten Teil aus Steinen und es ist äußerst mühsam, sie urbar zu machen. Selbst wenn es nur langsam vorangeht und jedes Jahr höchstens ein oder zwei kleinere Beete hinzukommen, fühle ich mich mit meinem kleinen Fleckchen grüner Erde doch rundum wohl und freue mich an seiner Blütenpracht.

Ähnlich gemächlich gestaltet sich die Umgestaltung meiner Wohnung, wobei auch hier gilt: Langsam, aber unermüdlich. Nächste Woche kommt jemand, um meinen Internetanschluss ins Arbeitszimmer zu verlegen und die Telefonanlage neu zu programmieren. Danach könnte ich eigentlich sofort alle Möbel umräumen und die neuen kommen lassen, wenn nicht meine Schwester noch ihren Schreibtisch mitsamt Papierkram hier stehen hätte. Sie selbst ist derzeit für zwei Wochen in Berlin, so dass ich frühestens zu Christi Himmelfahrt daran denken kann, das Wohnzimmer einzurichten. Aber dann habe ich es endlich geschafft, und wenn mein Liebster mich das nächste Mal besuchen kommt, werden wir erstmals die ganze Wohnung für uns alleine haben. Ich bin schon sehr gespannt auf diese Erfahrung und äußerst zuversichtlich, dass sie uns beiden gut bekommen wird.

18.03.2007 um 19:35 Uhr

Frühlingsputz

von: Nimien   Kategorie: Heim und Herd

Stimmung: Höchst zufrieden
Musik: Queen - Good Old-Fashioned Lover Boy

 (c) Templermeister/pixelio.de

An diesem Wochenende war ich ausgesprochen fleißig. Ich habe die gesamte Wohnung geputzt (auch die Fenster!), habe vier Maschinen Wäsche gewaschen, den Müll weggebracht, meine Hosen gebügelt und sogar für mich gekocht. Es gab Rosenkohl mit Kartoffelpürree und vom Ergebnis meiner Kochkünste war ich völlig überrascht. Das Essen zerging mir förmlich auf der Zunge. Kaum zu glauben, was für ein Festessen man aus so schlichten Zutaten wie Kohl und Kartoffeln zaubern kann!

Am Nachmittag erhielt ich einen unerwarteten Anruf. Der Leiter meiner Boyesen-Ausbildung war am Apparat und fragt mich, ob ich nicht Lust hätte, in einer neuen Ausbildung als Assistentin mitzuwirken. Rein fachlich wäre das ungemein reizvoll, da ich zum einen die Gelegenheit hätte, noch allerlei zu lernen, und sich mir auf der anderen Seite die Möglichkeit böte, in der Boyesen-Arbeit weiter Fuß zu fassen, auch wenn ich im Juli meine Praxistätigkeit aufgebe. Dem gegenüber steht ein ganz großes Aber: Die Frage der Zeit. Die Ausbildung beläuft sich auf acht Wochenenden im Jahr, und wenn man bedenkt, dass ich in einer Fernbeziehung lebe, dann ist das verdammt viel. Nun, ich werde mich mit meinem Liebsten besprechen, mir das alles in Ruhe durch denn Sinn gehen lassen und mich dann entscheiden. Schließlich betrifft das nicht nur mich allein.

12.03.2007 um 20:45 Uhr

Guten Appetit!

von: Nimien   Kategorie: Heim und Herd

Stimmung: Rundum zufrieden

 (c) Trama/pixelio.de

Ach, wie herrlich hat mir mein Frühstück heute morgen gemundet: Porridge mit gedünstetem Obst, süßer Sahne, Ahornsirup, Rosinen und Mandeln. Das reinste Festessen! Es war mir ja völlig fremd, morgens etwas Warmes zum Frühstück zu essen, und zunächst war ich skeptisch, ob sich das im Alltag überhaupt umsetzen lassen würde. Aber ich muss sagen, es schmeckt gar köstlich - und da es mir angesichts des beginnenden Frühlings nicht schwer fällt, früher aufzustehen, ist es auch nicht weiter schwierig, mir am Morgen anstelle eines Müslis einen warmen Grießbrei oder ein Porridge anzurühren.

 (c) pixelio.de

Was uns zum Thema Essen bringt: Wie ihr wisst, hatte ich mir vorgenommen, häufiger den Kochlöffel zu schwingen und für mich und meinen Liebsten ein paar besondere Leckereien zu zaubern. Das Beste zuerst: Ich habe es geschafft! Zwar nicht immer und nicht jeden Tag, aber doch häufig genug, um stolz auf mich zu sein - und dabei hatte ich doch mit allerlei Widrigkeiten zu kämpfen. Da ich aufgrund mangelnder Erfahrung gezwungen bin, mich an Kochrezepte zu halten, kann ich mit meinen Zutaten nicht so kreativ umgehen, wie eine erfahrene Köchin es vielleicht tun würde. Das aber macht das Einkaufen und Kochen zu einem kniffligen Strategiespiel. Manchmal hatten wir ein gekochte Mahlzeit eingeplant, fanden dann aber doch nicht die Zeit dazu oder wurden auf einem unserer Stadtbummel von einer spontanen Heißhungerattacke überrascht, die uns dann doch wieder zu "Pizza Hut" oder "Subways" führte. An anderen Tagen war mein Liebster gar nicht begeistert davon, dass ich stundenlang in der Küche stand, anstatt mich schmusenderweise ihm zu widmen. Und nicht zuletzt ist es gar nicht so leicht, etwas zu finden, das uns beiden gleichermaßen mundet.

 (c) pixelio.de

Morgens hat es noch am besten geklappt: Ich habe mir regelmäßig meinen Milchreis, meine Polenta, meinen Hirsebrei oder mein Trockenfrüchtemüsli zusammengerührt und an manchen Tagen gab es sogar süße Pfannkuchen oder Waffeln zum Frühstück. Mein Liebster - immer neugierig auf alles, was er noch nicht kennt - hat auch fleißig mitgegessen, nur um festzustellen, dass süßer Brei wohl doch nicht das Richtige für ihn ist. Meine Waffeln hingegen mochte er sehr. Einig waren wir uns auch, dass mein selbstgemachtes Kartoffelpürree gar köstlich schmeckt. (Ich kannte bis dato nur das aus der Tüte und hatte nie viel Gefallen daran gefunden; von daher war ich selbst ganz erstaunt, wie lecker es schmeckt, wenn man die Kartoffeln selbst gestampft hat.) Aber meine Blätterteigtaschen, meine Quiche, meine Guacamole oder meine Salatvariation mit eingelegten Datteln fanden nur bedingt Zuspruch. (Auch ich selbst war damit übrigens noch nicht ganz zufrieden.)

 (c) KFM/pixelio.de

Also ließ ich mich von meinem Schatz überreden, mir ein Kochbuch von Jamie Oliver zu kaufen. Eigentlich fühlte ich mich den höheren Weihen des Kochens ja noch nicht gewachsen und betrachtete insbesondere die Fleisch- oder Fischgerichten mit Argwohn. Doch der sanften Überzeugungskraft meines Liebsten ("Da sind ungewöhnliche Rezepte drin und du weißt ja, dass ich gerne Sachen esse, die ich noch nicht kenne; die zu kochen würde mir auch Spaß machen") konnte ich mich nicht entziehen. Die Wahl fiel dann auf eine Variation von Makkaroni mit Käse, weil mein Liebster eben diese kurz zuvor in einer amerikanischen Gelbes-Pulver-in-Milch-Variante gegessen hatte und mal vergleichen wollte. Wir machten uns sogar die Mühe, alle Zutaten einzeln und exakt wie im Rezept angegeben zu besorgen, und hielten uns bei der Zubereitung genau an die Angaben. Es schmeckte auch gar nicht schlecht und natürlich um Klassen besser als das Fertigzeugs aus der Tüte, aber das Gericht war vor allem eines: Nämlich gehaltvoll. (Kein Wunder bei vier verschiedenen Käsesorten!) Schon nach drei oder vier Bissen konnte ich kaum mehr Papp sagen und wir mussten die Hälfte wegwerfen.

 (c) Makrohelmut/pixelio.de

Zu Jamie Olivers Ehrenrettung muss ich sagen, dass in dem Kochbuch auch einige wunderbare Gemüserezepte enthalten sind, an denen ich mich mal versuchen werde, wenn mein Liebster gerade nicht in der Nähe ist. Oder ich mache dazu ein Schnitzel. (Denn Wiener Schnitzel kann ich auch schon. Hab ich im Sommer mal probiert. Und mittlerweile bin ich sogar stolze Besitzerin eines Fleischklopfers, so dass ich nicht länger meinen Hammer bemühen muss. Jawoll!) Und vor allem muss ich lernen, tolle Saucen zu kochen. Die isst mein Schatz nämlich für sein Leben gern. Mit der richtigen Sauce könnte ich ihm wahrscheinlich sogar Tofu-Grünkern-Bratlinge unterjubeln.

09.03.2007 um 22:51 Uhr

Mehr Wohnen, weniger Geld

von: Nimien   Kategorie: Heim und Herd

Stimmung: Umbruchsstimmung
Musik: Mary Black - Still Believing

 (c) Michael Ries/pixelio.de

Bei mir stehen große Veränderungen ins Haus - im wahrsten Sinne des Wortes. Meine Schwester hat sich eine eigene Wohnung gekauft und wird in Kürze ausziehen. Da ich sie ausbezahlen muss, sind für mich damit deutliche finanzielle Einschränkungen verbunden. Auf der anderen Seite gewinne ich viel Raum - für mich selbst und für die Liebe. Ich kann mir nun den Luxus gönnen, meinen Arbeitsplatz in das Zimmer meiner Schwester zu verlegen und mir dafür in dem Raum, in dem einst unsere Schreibtische standen, ein gemütliches Wohnzimmer einzurichten. Wahrscheinlich werden meine allerletzten Ersparnisse dafür draufgehen, aber das ist es mir wert. Kaum etwas liegt mir mehr am Herzen als ein wohliges, Geborgenheit spendendes Heim. Ich sehe mich dort im Wohnzimmer schon lesen, schreiben, Rituale feiern, mit lieben Gästen Tee trinken und mit meinem Liebsten romantische Stunden bei Kerzenschein verbringen. Dafür lohnt es sich doch, an anderer Stelle zu sparen!

10.01.2007 um 22:16 Uhr

Weg mit dem Zeug! (Teil 7: Papierkram)

von: Nimien   Kategorie: Heim und Herd

Stimmung: Zufrieden und stolz auf mich
Musik: Abba - Me And I

 (c) Claudia Hautumn/pixelio.de

Tada! Hiermit präsentiere ich das vorerst letzte Kapitel meiner großangelegten Aufräum- und Entrümpelungsaktion. (Den Keller hebe ich mir für das kommende Frühjahr auf. Im Moment stehen dort unten einfach zu viele Gartenutensilien herum.) Ich habe es tatsächlich geschafft, meinen kompletten Papierkram zu ordnen und zu entmüllen. Als erstes habe ich mindestens ein halbes Dutzend Ordner, die mit Tabellen, Exzerpten und Literatur für meine Doktorarbeit gefüllt waren, direkt ins Altpapier entleert. Hach, war das ein himmlisches Gefühl! Zudem ist dadurch genügend Platz in meinem Aktenschrank entstanden, um den restlichen Papierkram mal vernünftig zu sortieren, in unterschiedliche Ordner aufzuteilen und diese säuberlich zu beschriften. Das nächste Mal, wenn ich etwas suche, muss ich mich nicht durch ganze Berge von Papier wühlen. Selbst meine Ablage sieht geräumig und übersichtlich aus.

Ich habe meine Computerutensilien geordnet und stapelweise alte Disketten weggeschmissen. Auch die Schubladen mit dem Schreibkram unter meinem Schreibtisch erstrahlen in neuem Glanz, und um das Maß voll zu machen, habe ich sogar die Dateien auf meiner Festplatte ausgemistet und gelöscht, was ich sich erledigt hatte. Jetzt muss ich nur noch die verbleibenden Punkte auf meiner To-Do-Liste abhaken (was, so hoffe ich, schon an diesem Wochenende geschehen wird), dann stehe ich zum ersten Mal seit zehn Jahren vor einer schier unendlichen Fülle an kreativem Raum. Allein bei dem Gedanken daran beginnt mein Herz zu jauchzen!

17.12.2006 um 20:41 Uhr

Durchwühlen

von: Nimien   Kategorie: Heim und Herd

Stimmung: Uff!
Musik: Loreena McKennit - In Praise Of Christmas

Heute habe ich damit begonnen, meinen Papierkram auszumisten. Ich bin weit davon entfernt, diese Arbeit für abgeschlossen zu erklären, obwohl ich bereits Unmengen an Papier weggeworfen habe. Aber die Berge an Unterlagen wollen gar kein Ende nehmen. Es ist unglaublich, was sich da über die Jahre alles angesammelt hat. Und teilweise geht es mir ähnlich wie mit meinem Werkzeugkasten: Ich bin mir bei manchen Sachen einfach nicht sicher, ob ich sie sorglos wegwerfen kann oder ob ich sie irgendwann noch einmal brauchen werde. Denn in Geldangelegenheiten bin ich in etwa genauso bewandert wie im Heimwerken. Ich brauche dringend mal jemanden, der mich in die Geheimnisse des Finanzwesens einweiht. (Zum Glück kenne ich schon jemanden, der dafür in Frage käme. ;) Es ist nur noch etwas zu früh, ihn zu fragen.) Höchst befriedigend war es hingegen, die Literatur und allerlei Unterlagen meiner Doktorarbeit in den Papierkorb zu befördern - und diesbezüglich kommt noch einiges auf mich zu. Für heute lasse ich es trotzdem erst mal gut sein. Ich brauche noch ein wenig Zeit zum Durchschnaufen, ehe meine Arbeitswoche wieder losgeht.

16.12.2006 um 23:33 Uhr

Weg mit dem Zeug! (Teil 6: Die Küche)

von: Nimien   Kategorie: Heim und Herd

Stimmung: Hochzufrieden ... mit einem leisen Hauch von Melancholie
Musik: Annie Lennox - Into The West

In den letzten Tagen war die Küche dran. Ich habe sämtliche Schränke ausgeräumt, die Regalböden sauber gemacht und mir beim Wiedereinräumen ein System überlegt, welches verhindern soll, dass wieder alle Tassen kreuz und quer übereinander stapeln. Bei meinen Überlegungen musste ich den Umstand berücksichtigen, dass meine Schwester ein gutes Stück kleiner ist als ich und das obere Regal in unseren Schränken nur mit Mühe oder gar nicht erreicht. Was also kann dort stehen, das sie nicht zu regelmäßigen Turnübungen nötigt? Alle Dinge, von denen ich nicht einmal mehr wusste, dass wir sie besitzen, oder die wir seit unserem Einzug nicht mehr benutzt haben, habe ich aussortiert und den Rest auf eine - so hoffe ich - für uns beide brauchbare Art und Weise wieder eingeräumt.

Natürlich habe ich bei der Gelegenheit auch einmal unsere Vorräte durchgesehen und alles weggeworfen, was mir nicht mehr ganz koscher erschien. Mit der Vorratshaltung ist das bei uns so eine Sache: Da ich so wenig koche und meine Schwester nur sehr unregelmäßig hier ist, kann es schon vorkommen, dass wir Sachen zuerst einkaufen und dann vergessen. Ich habe heute eine Übersicht über die vorhandenen Lebensmittel erstellt und werde meiner Schwester vorschlagen, dass wir diese in nächster Zeit gezielt verbrauchen. Und wer weiß: Vielleicht erwacht mit der Ankunft meines Liebsten in zehn Tagen auch wieder meine Lust am Kochen.

Die Küche sieht im Augenblick jedenfalls picobello aus, und wenn ich morgen früh erst den Müll weggeschafft habe, wird das Chi sich gar nicht wieder einkriegen vor Freude!

09.12.2006 um 21:24 Uhr

Weg mit dem Zeug! (Teil 4: Die Diele)

von: Nimien   Kategorie: Heim und Herd

Stimmung: Geschafft
Musik: Wilson Phillips - A Reason To Believe

Im Rahmen meines großangelegten Projekts "Weg mit dem Zeug!" habe ich mir heute die Kommode und den Schrank im Flur vorgenommen, habe Schuhe, Mützen und Schals in Altkleidersäcke gestopft, uralte Telefonbücher in den Müll geworfen, das Schuhputzzeug neu sortiert und einen ganzen Stapel alter Geschirrhandtücher entsorgt. Den weitaus umfangreichsten Posten aber stellte die Entrümpelung und Neuorganisation meiner Werkzeugkästen dar. Massiv erschwert wurde dieses Vorhaben dadurch, das ich vom Heimwerkern herzlich wenig verstehe und bei einem Großteil der Dinge, die ich in den Tiefen der drei Kisten fand, nicht einmal den blassesten Schimmer einer Ahnung hatte, wozu diese überhaupt gut sein sollen. Aber zum Glück bin ich ja nicht auf den Kopf gefallen und durchaus in der Lage, mir die nötigen Informationen zu besorgen.

Mein erster Weg führte mich ins Internet, um mich über die notwendige Grundausstattung eines Werkzeugkastens zu informieren. Sehr schnell fanden Kombizange, Schraubenzieher, Hammer, Feinsäge und Schraubenschlüssel ihren Platz in meiner neu angelegten Standardkiste. Die drei Dutzend Imbusschlüssel, die sich bei diversen IKEA-Käufen angesammelt hatten, wanderten hingegen in den Müll. Den restlichen Abend verbrachte ich damit, Schrauben und Dübel nach Größe und Funktion zu sortieren und schließlich den übrigen Kram durchzusehen. Alles, was ich nicht näher einzuordnen wusste, wurde entweder gleich weggeworfen oder meinem Vater zur Begutachtung vorgelegt, der glücklicherweise heute da war, um ein paar Kulissen für meine Schwester zu transportieren. Am Ende stand ich zufrieden vor drei komplett neu eingeräumten Kästen. Rein optisch war das Ganze recht ansprechend . Die Brauchbarkeit meines Systems muss sich allerdings erst noch erweisen.

11.11.2006 um 22:03 Uhr

Weg mit dem Zeug! (Teil 2: Kleidung)

von: Nimien   Kategorie: Heim und Herd

Stimmung: Wohlig und vergnügt
Musik: Antonio Vivaldi - Die vier Jahreszeiten

Passend zur neuen Schrankschublade habe ich mich heute Abend noch der Entrümpelung meines Kleiderschrankes gewidmet. Es war eine durchaus überschaubare Arbeit, da ich meine Klamotten regelmäßig ausmiste und ich seit meiner Farbberatung vor drei Jahren auch nicht mehr so viele Fehlkäufe zu verzeichnen habe. Trotzdem war ich überrascht, wie viele Sachen sich schon wieder angesammelt hatten, die eigentlich nur sinnlos im Schrank herumliegen. Neben altem Zeug, das mir entweder nicht mehr zusagt oder wirklich langsam den Geist aufgibt, landeten auch einige selbstgestrickte Pullover und Strickjacken im Altkleidersack. Gerade bei den selbstgestrickten Sachen habe ich oft das Problem, dass mir das Stricken selbst zwar großen Spaß macht und ich es immer kaum erwarten kann, bis die Sachen fertig sind, ich dann aber mit den fertiggestellten Stücken nicht ganz glücklich bin. Manchmal sitzen sie nur nicht so, wie sie sollen, häufiger aber musste ich schon feststellen, dass der kunstvoll gearbeitete Pullover mir einfach nicht stand. Die Sachen, die ich heute aussortiert habe, sind aber eher Ausschuss. Die guten Stücke gebe ich lieber an andere Menschen weiter.

Besonders zufrieden bin ich mit der neuen Ordnung im Schrank. Durch die Entrümpelung und den heutigen Einkauf bei IKEA habe ich einiges an Stauraum gewonnen, den ich gut zu nutzen wusste. Alles, was ich brauche, ist auf einen Blick versammelt und jederzeit griffbereit. Die Sommersachen hängen rechts, die Wintersachen links im Schrank. Darüber stapeln sich die Decken und Bettbezüge, weiter unten die Laken, Handtücher und Seidentücher. Im rechten Schrank schließlich finden sich in verschienen Regalen und Schubfächern meine Shirts und Pullover, meine Wäsche, meine Strümpfe und seit neuestem auch mein Schmuck. Und das Beste: Ich weiß jetzt schon, welche Sachen ich noch aussortiere, wenn ich mir das nächste Mal etwas Neues kaufe.

11.11.2006 um 19:55 Uhr

Wohnst du schon oder schraubst du noch?

von: Nimien   Kategorie: Heim und Herd

Stimmung: Stolz und zufrieden
Musik: Julie Andrews - Bewitched

Natürlich kennt ihr alle das blaue Möbelhaus mit den großen, gelben Buchstaben. Ich gestehe es gerade heraus: Ich bin IKEA-Fan. Einer meiner Liebhaber hat mich einmal gefragt, als er zum ersten Mal mein Heim betrat: "Gibt IKEA dir Prozente, weil du deine Wohnung so einrichtest, als käme sie direkt aus dem Katalog?" Nein, Prozente bekomme ich keine, aber das hindert mich nicht daran, mit schöner Regelmäßigkeit nach München-Brunnthal zu fahren, um meine vier Wände mit den neuesten Ideen schwedischer Designer zu schmücken. Natürlich ist das nicht exquisit, nicht edel und erlesen und auch nicht besonders originell. Aber nirgendwo sonst finde ich auf so eingem Raum so viele Dinge, die mir so gut gefallen und die derart praktisch sind.

Diesmal war ich unter anderem auf der Suche nach geeignetem Stauraum für meine Schmuck und ein paar andere Kleinigkeiten, die ich im Schrank unterbringen wollte - und siehe da, die Pax-Kombination kann mittlerweile mit einem eigenen Schmuckkästchen aufwarten! Dank einem neuen Regaleinsatz für mein Billy-Regal steht einer Erweiterung meiner CD-Sammlung nichts mehr im Wege und um die Weihnachtsdeko muss ich mir in diesem Jahr auch keine Gedanken mehr machen. Lediglich nach schönen Kissenbezügen und einem neuen Duschvorhang werde ich mich andernorts umsehen müssen.

Wie ihr euch denken könnt, war ich nicht die einzige, die am Samstag Vormittag auf die Idee kam, doch mal zu IKEA zu fahren. Aber während Menschenmassen mich sonst dazu bringen, schleunigst das Weite zu suchen, war ich diesmal ganz entspannt. Die Verkaufsräume von IKEA sind mir mittlerweile so vertraut, dass ich mich fast wie zu Hause fühle. Außerdem war ein Gutteil der Menschen, die da durch die Gänge wuselten, kleiner als 1,50 m und störte mich von daher nicht weiter. Lediglich die Einkehr im IKEA-Restaurant auf eine Portion Köttbullar haben wir uns angesichts des großen Gedränges an der Essensausgabe diesmal verkniffen.

Der einzige Haken an IKEA ist die Tatsache, dass man seine neuen Möbel daheim nicht einfach auspacken und genießen kann, sondern sich diesen Zuwachs an Lebensqualität erst hart verdienen muss. Selbst ein kleines Kästchen mit zwei Schubladen will zusammengeschraubt und im Schrank befestigt werden. Also habe ich den restlichen Nachmittag in Gesellschaft von Nieten und Kreuzschlitzschrauben verbracht, mindestens dreimal geflucht, weil die Dinge sich nicht so entwickelten, wie ich es mir vorgestellt hatte, und auf der Suche nach einer geeigneten Lösung den halben Schrank umgeräumt. Aber am Ende stand ich dann doch zufrieden vor zwei neuen Schubladen und konnte in aller Ruhe meine Schmuckstücke einsortieren. Vielleicht ist das sogar das Geheimnis von IKEA: Wer jedes Mal am Anfang durch den mühsamen Prozess des Möbelzusammenschraubens geht, baut zu seinen Einrichtungsgegenständen doch gleich eine persönliche Beziehung auf.

Typische Originalzitate: "Mist, falsches Loch!" - "Ach verdammt, jetzt passt die Schublade nicht mehr unter das Türscharnier!" - "Wo um alles in der Welt hätte DAS Teil denn noch hingehört?"

03.11.2006 um 19:43 Uhr

Weg mit dem Zeug! (Teil 1: Bücher)

von: Nimien   Kategorie: Heim und Herd

Stimmung: Zufrieden
Musik: Sherry Petta - If I Had You

Ich liebe Bücher! Ich lese von Herzen gerne und ziehe bei der Beschäftigung mit meinen Lieblingsthemen mit großer Vorliebe Sachbücher und Nachschlagewerke heran. Allerdings habe ich in meiner Wohnung nicht sonderlich viel Platz für meine Lieblinge. Mehr als zwei Billy-Regale kann ich ihnen leider nicht zugestehen. Doch das hat auch sein Gutes, denn so bin ich in regelmäßigen Abständen gezwungen, meinen Bestand durchzusehen und mich von jenen Werken zu trennen, deren Zeit gekommen ist. Heute war es wieder soweit. Schon seit einiger Zeit platzten meine Regale aus allen Nähten und es gab überhaupt keinen Raum mehr für Neuanschaffungen. Außerdem war ich mit meinem Ordnungssystem nicht mehr zufrieden. Da ich die Bücher zuletzt vor allem nach optischen Kriterien, Größe, Einband und Farbe sortiert hatte, waren sie inhaltlich kreuz und quer über das ganze Regal verstreut. Das gedachte ich zu ändern.

Ich räumte also all meine Wälzer aus dem Regal und stapelte sie in Gruppen: Frauenthemen, Naturheilkunde, Astrologie, Orakelkunst, Gartenbücher, Körpertherapie, Psychologie, Kräuterkunde und Belletristik. Meine beiden Lieblingsautoren, Michael Ende und Luisa Francia, hatten die Ehre, in eigenen Stapeln zusammengefasst zu werden. (Dasselbe hatte ich mit Starhawk vor, musste aber feststellen, dass ich von ihr nur drei Bücher besitze. Die restlichen hatte ich mir meist aus der Bibliothek geholt.) Da es mir nur darum ging, Platz zu schaffen, war ich beim Aussortieren bei weitem nicht so streng wie Karen Kingston, die jedes Stück einem strengen Krempel-Test unterzieht:

  • Steigert es meine Energie, wenn ich an es denke oder es anschaue?
  • Liebe ich es aus vollem Herzen?
  • Ist es wirklich nützlich?

Auch jetzt noch stehen einige Bücher in meinem Regal, die weder nützlich sind, noch meine Energie steigern und auch nicht von mir geliebt werden. Schließlich ist es auch nicht sonderlich gemütlich, wenn zwischen den verbleibenden Exemplaren allzu große Lücken klaffen. Aber ich habe die im Auge, die als nächstes rausfliegen, wenn ich wieder Platz brauche. Am Ende hatte ich zwei große IKEA-Taschen mit Büchern gefüllt, die meinem Lebensgefühl nicht mehr entsprechen. Sie warten nun darauf, zu meinen Eltern abtransportiert zu werden. Meine Mutter möchte sie durchsehen und diejenigen behalten, die ihr Interesse wecken. Alle anderen wird sie an ein Büchercafé weiterreichen, das sich jederzeit über Sachspenden freut. Im übrigen machte ich beim Ausmisten meines Bücherregals eine verblüffende Entdeckung: Das Buch von Karen Kingston, das ich mir extra für die geplante Ausräumaktion zugelegt hatte, stand bereits in meinem Regal. Offenbar hatte ich es mir vor vielen Jahren schon einmal gekauft und in der Zwischenzeit völlig vergessen. Wenn das kein Zeichen ist!

29.10.2006 um 16:57 Uhr

Raum schaffen

von: Nimien   Kategorie: Heim und Herd

Stimmung: Motiviert
Musik: Barbra Streisand - Papa, Can You Hear Me?

Der November naht. Durch das goldene Leuchten vor meinem Fenster schimmert schon die Kargheit des Winters. Die Zeit des lodernden Abschieds ist bald vorbei. Wegen der Zeitumstellung musste ich mich an diesem Wochenende schon von den hellen Abenden verabschieden, denn von nun an wird es dunkel sein, wenn ich von der Arbeit nach Hause komme. Gibt es eine bessere Zeit, um sich von altem Ballast zu trennen und gründlich zu entrümpeln? Zwei Jahre wohne ich nun schon hier und in all den Monaten hat sich allerlei Zeug angesammelt. Da ich zwar gerne schöne Dinge um mich habe, aber dennoch meine Freiräume liebe, habe ich beschlossen, in den kommenden Wochen nach und nach die gesamte Wohnung aufzuräumen und auszumisten. Ich habe mir kürzlich sogar schon das passende Buch für dieses Vorhaben zugelegt: "Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags" von Karen Kingston. Im ersten Kapitel definiert die Autorin, was sie als Gerümpel bezeichnet:

  • Dinge, die man nicht gebraucht oder nicht liebt
  • Dinge, die unordentlich oder schlecht organisiert sind
  • Zu viele Dinge auf zu engem Raum
  • Alles, was nicht zu Ende gebracht wurde

Ich konnte zu jedem einzelnen dieser Punkte nur aus tiefstem Herzen nicken und werde mich nun also daran machen, jede Schublade und jeden Schrank nach diesem Prinzip zu durchforsten. Es ist nicht das erste Mal, das ich das mache. Von Zeit zu Zeit befällt mich die Entrümpelungswut, doch in diesem Jahr spüre ich sie ganz besonders stark. Ich will noch gründlicher vorgehen als sonst und mich von einer ganzen Reihe Dinge trennen. Unklar bin ich mir im Moment noch darüber, was mit den Dingen geschehen soll, die ich nicht mehr brauche oder nicht mehr haben möchte. Sie alle einfach auf den Müll zu werfen, widerstrebt mir - schon aus Gründen der Nachhaltigkeit. Also werde ich mich mal schlau machen, welche Möglichkeiten es gibt, sie anderweitig zu verwerten.

Begonnen habe ich heute mit meinem Hausaltar. Ich habe ihn vollständig frei geräumt, geputzt und dann bei jedem einzelnen Stück überlegt, ob ich es wirklich wieder zurückstellen möchte. Eine ganze Reihe von Dingen haben sich dabei als Relikte einer Vergangenheit erwiesen, an die ich mich gar nicht mehr richtig erinnern kann. Falls sie nicht spontan mein Herz berührten, auch ohne dass ich noch wusste, wie und warum sie damals zu mir kamen, habe ich sie aussortiert. Da die meisten dieser Dinge aber aus der Natur stammen, ist es leicht zu entscheiden, was mit ihnen geschehen soll: Ich werde sie einfach wieder dorthin zurückbringen. Es ist ein wirklich schönes Gefühl, vor meinem gereinigten und erneuerten Altar zu stehen. Es passt zu den vielfältigen Impulsen, die ich in letzter Zeit gespürt habe, denn auf einmal ist da wieder ganz viel Raum für neue Erfahrungen. Schön ist das!