Stimmung: Rundum zufrieden
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Ach, wie herrlich hat mir mein Frühstück heute morgen gemundet: Porridge mit gedünstetem Obst, süßer Sahne, Ahornsirup, Rosinen und Mandeln. Das reinste Festessen! Es war mir ja völlig fremd, morgens etwas Warmes zum Frühstück zu essen, und zunächst war ich skeptisch, ob sich das im Alltag überhaupt umsetzen lassen würde. Aber ich muss sagen, es schmeckt gar köstlich - und da es mir angesichts des beginnenden Frühlings nicht schwer fällt, früher aufzustehen, ist es auch nicht weiter schwierig, mir am Morgen anstelle eines Müslis einen warmen Grießbrei oder ein Porridge anzurühren.
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Was uns zum Thema Essen bringt: Wie ihr wisst, hatte ich mir vorgenommen, häufiger den Kochlöffel zu schwingen und für mich und meinen Liebsten ein paar besondere Leckereien zu zaubern. Das Beste zuerst: Ich habe es geschafft! Zwar nicht immer und nicht jeden Tag, aber doch häufig genug, um stolz auf mich zu sein - und dabei hatte ich doch mit allerlei Widrigkeiten zu kämpfen. Da ich aufgrund mangelnder Erfahrung gezwungen bin, mich an Kochrezepte zu halten, kann ich mit meinen Zutaten nicht so kreativ umgehen, wie eine erfahrene Köchin es vielleicht tun würde. Das aber macht das Einkaufen und Kochen zu einem kniffligen Strategiespiel. Manchmal hatten wir ein gekochte Mahlzeit eingeplant, fanden dann aber doch nicht die Zeit dazu oder wurden auf einem unserer Stadtbummel von einer spontanen Heißhungerattacke überrascht, die uns dann doch wieder zu "Pizza Hut" oder "Subways" führte. An anderen Tagen war mein Liebster gar nicht begeistert davon, dass ich stundenlang in der Küche stand, anstatt mich schmusenderweise ihm zu widmen. Und nicht zuletzt ist es gar nicht so leicht, etwas zu finden, das uns beiden gleichermaßen mundet.
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Morgens hat es noch am besten geklappt: Ich habe mir regelmäßig meinen Milchreis, meine Polenta, meinen Hirsebrei oder mein Trockenfrüchtemüsli zusammengerührt und an manchen Tagen gab es sogar süße Pfannkuchen oder Waffeln zum Frühstück. Mein Liebster - immer neugierig auf alles, was er noch nicht kennt - hat auch fleißig mitgegessen, nur um festzustellen, dass süßer Brei wohl doch nicht das Richtige für ihn ist. Meine Waffeln hingegen mochte er sehr. Einig waren wir uns auch, dass mein selbstgemachtes Kartoffelpürree gar köstlich schmeckt. (Ich kannte bis dato nur das aus der Tüte und hatte nie viel Gefallen daran gefunden; von daher war ich selbst ganz erstaunt, wie lecker es schmeckt, wenn man die Kartoffeln selbst gestampft hat.) Aber meine Blätterteigtaschen, meine Quiche, meine Guacamole oder meine Salatvariation mit eingelegten Datteln fanden nur bedingt Zuspruch. (Auch ich selbst war damit übrigens noch nicht ganz zufrieden.)
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Also ließ ich mich von meinem Schatz überreden, mir ein Kochbuch von Jamie Oliver zu kaufen. Eigentlich fühlte ich mich den höheren Weihen des Kochens ja noch nicht gewachsen und betrachtete insbesondere die Fleisch- oder Fischgerichten mit Argwohn. Doch der sanften Überzeugungskraft meines Liebsten ("Da sind ungewöhnliche Rezepte drin und du weißt ja, dass ich gerne Sachen esse, die ich noch nicht kenne; die zu kochen würde mir auch Spaß machen") konnte ich mich nicht entziehen. Die Wahl fiel dann auf eine Variation von Makkaroni mit Käse, weil mein Liebster eben diese kurz zuvor in einer amerikanischen Gelbes-Pulver-in-Milch-Variante gegessen hatte und mal vergleichen wollte. Wir machten uns sogar die Mühe, alle Zutaten einzeln und exakt wie im Rezept angegeben zu besorgen, und hielten uns bei der Zubereitung genau an die Angaben. Es schmeckte auch gar nicht schlecht und natürlich um Klassen besser als das Fertigzeugs aus der Tüte, aber das Gericht war vor allem eines: Nämlich gehaltvoll. (Kein Wunder bei vier verschiedenen Käsesorten!) Schon nach drei oder vier Bissen konnte ich kaum mehr Papp sagen und wir mussten die Hälfte wegwerfen.
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Zu Jamie Olivers Ehrenrettung muss ich sagen, dass in dem Kochbuch auch einige wunderbare Gemüserezepte enthalten sind, an denen ich mich mal versuchen werde, wenn mein Liebster gerade nicht in der Nähe ist. Oder ich mache dazu ein Schnitzel. (Denn Wiener Schnitzel kann ich auch schon. Hab ich im Sommer mal probiert. Und mittlerweile bin ich sogar stolze Besitzerin eines Fleischklopfers, so dass ich nicht länger meinen Hammer bemühen muss. Jawoll!) Und vor allem muss ich lernen, tolle Saucen zu kochen. Die isst mein Schatz nämlich für sein Leben gern. Mit der richtigen Sauce könnte ich ihm wahrscheinlich sogar Tofu-Grünkern-Bratlinge unterjubeln.