Sternentanz

13.05.2006 um 23:34 Uhr

Hausfrauenerotik

von: Nimien   Kategorie: Heim und Herd

Stimmung: Abklingende Sinnlichkeit
Musik: Julie Andrews - I Could Have Danced All Night

Es ist ein merkwürdiges Phänomen: Hausarbeit weckt meine Libido. Fast immer, wenn ich aufräume, putze oder Schränke entrümpele, regt sich in mir früher oder später die Lust. Der Zusammenhang will sich mir nicht so recht erschließen, denn das Auswischen von Schrankregalen oder das Aussortieren von Geschirrhandtüchern hat ja nun wirklich nichts Erotisches. Dennoch erwachen in mir beim Hausputz mit schöner Regelmäßigkeit sinnliche Sehnsüchte. Wenn dann auch noch mein Liebster anruft und mich in leidenschaftliche Gespräche verwickelt, muss ich aufpassen, dass die Arbeit nicht gänzlich liegen bleibt. Doch ich habe es geschafft: Mein Küchenschrank ist frisch entrümpelt und aufgeräumt und ich staune über den vielen Platz, der auf einmal darin ist.

14.01.2006 um 12:36 Uhr

Tante-Emma-Laden

von: Nimien   Kategorie: Heim und Herd

Stimmung: Heiter, wohlig und voller Zärtlichkeit

Wenn es etwas gibt, das mir in etwa so lästig ist wie Kochen, dann ist es Einkaufen. Und damit meine ich sowohl das allseits beliebte "Shopping", also insbesondere den Erwerb von Kleidung, als auch den alltäglichen Bedarf an Lebensmitteln. Insbesondere hasse ich Kaufhäuser und Supermärkte, auch wenn sie natürlich enorm praktisch sind - ebenso wie die großen Buchhandlungen oder die riesigen Mulitmedia- und Elektrohäuser. So gesehen habe ich riesiges Glück, dass es in unmittelbarer Nähe meiner Wohnung einen guten, alten Tante-Emma-Laden gibt, der so ziemlich alles hat, was frau tagtäglich so braucht. Gerade eben war ich drüben und habe Butter und Brot, Käse und Obst und noch ein paar Kleinigkeiten fürs Wochenende gekauft und alles in allem hat der Einkauf keine Viertelstunde gedauert. Solch eine Blitzaktion lobe ich mir.

Im übrigen hat meine Schwester, die ungefähr so gerne einkaufen geht wie ich, dieser Tage noch etwas anderes entdeckt, das uns das Leben versüßen könnte: Es gibt hier im Osten von München eine ökologische Landwirtschaft, die ihre Produkte per Ökokiste an alle Haushalte liefert. Wir können ganz bequem am PC unter verschiedenen Produkten aus biologischem Anbau auswählen und uns die Sachen dann bis an die Haustür bringen lassen. Ist das nicht ein unglaublicher Luxus? Schlaraffenland, wir kommen!

10.11.2005 um 11:38 Uhr

Kochkurs

von: Nimien   Kategorie: Heim und Herd

Stimmung: Sonnig
Musik: Meine Schwester unterrichtet

Gestern Abend war ich in einem Kochkurs für Singles und Berufstätige. Dazu muss man wissen, dass ich alles andere als eine tolle Köchin bin. Genau genommen kann ich gar nicht kochen. Ich verfüge durchaus über die Fähigkeit, den Anweisungen in einem Rezeptbuch zu folgen und dadurch etwas Genießbares zu produzieren. Aber für mich ist das nicht dasselbe wie kochen können. Wer wirklich kochen kann, ist in der Lage, aus einer Handvoll vorhandener Zutaten ohne Rezept eine leckere Mahlzeit zu zaubern. Davon bin ich weit entfernt und bezweifle, dass es mir in diesem Leben noch beschieden sein wird, diese Kunst zu erlernen. Denn auch meine Begeisterung fürs Kochen hält sich in Grenzen.

Nein, ich muss präziser werden: Ich finde es toll, wenn Menschen gut kochen können. Ich halte es für eine großartige Gabe und bewundere alle, die es können. Aber ich fürchte, ich selbst werde wohl nie die rechte Begeisterung dafür aufbringen. Mit anderen Leuten gemeinsam zu kochen, macht Spaß, aber da ist es eher der kommunikative und soziale Aspekt, der mich lockt - und den kann ich schließlich auch ohne Kochen erleben. Das Kochen an sich, als Tätigkeit, die ich ja auch für mich alleine ausüben könnte, reizt mich nicht sonderlich. Das mag vielleicht auch daran liegen, dass Essen mir nicht so wichtig ist. Ich weiß eine leckere Mahlzeit zu schätzen (vor allem in netter Gesellschaft), bin aber auch mit einer äußerst bescheidenen Nahrungsauswahl problemlos zufriedenzustellen. Das, was mich wahrhaft nährt, stammt eher aus anderen Welten.

Doch zurück zum Kurs: Die Idee dahinter war, vielleicht ein paar Tricks zu erlernen, die einen Funken Begeisterung fürs Kochen in mir entfachen könnten, und dabei am besten noch ein paar nette Leute kennen zu lernen. Leider bot der Kurs mir nicht das, was ich mir davon erhofft hatte. Wir bekamen ein Blatt mit sieben Rezepten ausgeteilt, die je zwei Personen zugewiesen wurden, und dann ging es auch schon an die Zubereitung. DAS kann ich auch alleine. Gib mir ein Rezept, sag mir genau, was ich machen soll, und ich sehe mich durchaus in der Lage, den Anweisungen Folge zu leisten. Dazu brauche ich keinen Kochkurs.

Die Sache hatte noch einen weiteren Haken: Nach dem Kochen wurde gegessen - und ein Sieben-Gänge-Menü am späten Abend eines normalen Werktages überfordert mich schlichtweg. Ich war anschließend so satt, dass man mich hätte nach Hause rollen können. So etwas fördert natürlich auch nicht gerade meine Fähigkeit zum federleichten Small Talk. Und was neue Bekanntschaften angeht, so waren die Leute zwar alle recht nett, aber der Kontakt muss in einem solchen Rahmen fast zwangsläufig oberflächlich bleiben. In der ersten Hälfte ist man viel zu beschäftigt und auch beim Essen bleiben die Gespräche freundlich-unverbindlich. Ich fürchte, dieser Kurs war eine Fehlentscheidung, und angesichts meiner knapp bemessenen Zeit überlege ich ernsthaft, auf die beiden noch folgenden Termine zu verzichten und stattdessen lieber mal wieder mit meinem Schwesterchen ins Kino zu gehen.

23.05.2005 um 21:12 Uhr

Wasserschaden

von: Nimien   Kategorie: Heim und Herd

Stimmung: Traurig und enttäuscht
Musik: ---

Ich muss gerade mal meinen Frust loswerden. Seit Wochen schlage ich mich nun schon mit den Folgen eines Wasserschadens herum. Insgesamt vier Wochen lang habe ich das Gesurre der Entfeuchter geduldig ertragen. Noch wesentlich länger lebe ich damit, dass mein Garderobenschrank recht unpraktisch im Weg herumsteht. Ich bin mit all dem relativ stoisch umgegangen, denn was hätte es geholfen, wenn ich mich unnötig aufgeregt hätte? Heute Morgen nun kam um sieben Uhr der Parkettleger, um den Boden in der Diele neu zu verlegen - und ich freute mich schon riesig darauf, abends heimzukommen und von einem funkelnagelneuen, trockenen Parkett begrüßt zu werden. Leider kam es anders, als ich gehofft hatte. Gegen Mittag rief mich der Parkettleger an, um mir zu sagen, dass der Estrich leider immer noch feuchte Stellen habe und wohl noch zwei Wochen trocknen müsse, bis er das Parkett verlegen könne.

Als ich heimkam, begrüßte mich der kahle Beton. Und an dieser Stelle verließ mich dann doch für einen Moment der Mut. Meine Wohnung ist mir so wichtig. Sie ist Kraftquell und Zufluchtsort für mich und ich komme jeden Abend unheimlich gerne nach Hause. Jetzt zwei Wochen lang diese kalte, modrige Luft einatmen und diesen tristen Anblick hinnehmen zu müssen, schmerzt mich doch mehr, als ich gedacht hätte. Es wäre so schön gewesen, wenn das alles endlich mal ein Ende gehabt hätte. *SEUFZ*