Frühlingsäquinoktium
Stimmung: Voller Sehnsucht
Musik: Mari Boine - Balu BaDJel Go Vuoittán
(c) AngelaL/pixelio
Seit ein paar Tagen ist mein Garten frei von Schnee. Der Frühling kommt spät dieses Jahr. Grau und kahl liegen die Blumenbeete zwischen dem fahlen Rasen. Nur ein paar Krokusse und Schneeglöckchen, das grüne Laub der Christrosen und die zarten Triebe der Tulpen und Narzissen malen Farbtupfer auf die graubraune Leinwand. Ich fürchte, der alte Lavendelbusch hat den grimmigen Winter nicht überstanden. Auch die Zwergrose auf meinem Balkon, die ich im Herbst in ihren Topf gepflanzt habe, wirkt äußerst mitgenommen. Es muss sich erst zeigen, ob sie austreiben wird. Ich hoffe inständig, dass wir von weiteren Kälteeinbrüchen verschont bleiben und der Frühling wiedergutmacht, was er uns so lange vorenthalten hat. Mein Herz sehnt sich nach Licht, Sonne und Wärme, nach dem zarten Grün der Bäume, nach Osterglocken und Blausternchen, nach Morgentau und lauer Luft. Winter war es lang genug. Jetzt wird es Zeit für die überbordende Sinnlichkeit des Frühlings. Und wenn ich sehe, wie die Tulpentriebe sich scharf durch das alte Laub vom Vorjahr bohren, dann ziehe ich meinen Hut vor seiner geballten Kraft.
(Foto von Arthemisia)
