Sternentanz

03.04.2010 um 19:53 Uhr

Genesungsgedanken

von: Nimien   Kategorie: Heilsames

Stimmung: Sehnsüchtig
Musik: Loreena McKennit - Full Circle


(c) Ingo Anstötz/pixelio

Meinem Rücken geht es besser. Viel besser. Handstandüberschlag kann ich noch nicht machen, aber für ein wenig Gartenarbeit hat es heute immerhin schon gereicht. Dafür ist mein Liebster jetzt krank. So gesehen ist es vielleicht gar nicht so tragisch, dass aus unserem ursprünglich anvisierten Ostertreffen nichts geworden ist. Zumindest versuche ich mir das einzureden. Denn in Wahrheit vermisse ich ihn natürlich ganz schrecklich. Zum Glück beflügelt mich die Aussicht, dass wir unser Wiedersehen in ein paar Tagen nachholen werden.

31.03.2010 um 15:14 Uhr

Hexenschuss

von: Nimien   Kategorie: Heilsames

Stimmung: Gedrückt
Musik: Frédérik Chopin - Nocturne Nr. 8 in Des-Dur, op. 27/2

 (c) Tobias Bräuning/pixelio

Heute Morgen ist mir ganz unversehens und unvermutet die Hexe ins Kreuz gefahren. Da mir gleichzeitig der Kreislauf zusammengesackt ist, blieb mir nichts anderes übrig, als mich hinzulegen, wohl wissend, dass das bei beißenden Rückenschmerzen die denkbar schlechteste Strategie ist. Tatsächlich dauerte es dann auch Stunden und bedurfte einer gehörigen Dosis an Schmerzmitteln, bis ich überhaupt wieder in der Lage war, aus der waagerechten in die senkrechte Position zu kommen. Momentan laufe ich mit einem Umschlag mit Knoblauchtinktur und einem Katzenfell im Rücken durch die Wohnung, da sanfte Bewegung immer noch das beste Heilmittel gegen die Hex' ist. Zum Glück habe ich eine wahnsinnig liebe Familie. Meine Schwester, die mein Hilferuf heute aus dem Schlaf riss, kam sofort, um mir beizustehen, und nun, da sie andere Verpflichtungen hat, haben meine Eltern eine Schicht übernommen. Ich bin so dankbar für ihre tatkräftige Unterstützung und mehr noch für die Wärme und liebevolle Zuwendung, die sie mir angedeihen lassen. Die brauche ich nämlich gerade am allermeisten.

31.10.2009 um 09:32 Uhr

Traumnebelland

von: Nimien   Kategorie: Heilsames

Stimmung: Warm und wohlig
Musik: John Williams - Binary Sunset

 (c) dagmar zechel/pixelio

Dem Zauber von Samhain habe ich es wohl zu verdanken, dass ich heute Nacht von einer alten Liebe geträumt habe. Mein Schatz und ich besuchten den jungen Mann, den ich einst geliebt hatte, und seine langjährige Freundin. Es war ein schöner, versöhnlicher Traum, der vieles von dem erfüllte, was in der Realität unerfüllt blieb. Mit einem Lächeln auf den Lippen wachte ich auf und freute mich, nach so langer Zeit noch so liebevoll von ihm träumen zu können. Besonders berührt hat mich die Selbstverständlichkeit, mit der mein Traum die beiden Menschen, denen mittlerweile unsere ganze Liebe gehört, ins Geschehen miteinbezog. Es zeigt mir, wie sehr ich meinen Frieden geschlossen habe mit dem Lauf der Dinge, wie dankbar ich bin, dass alles so gekommen ist - und auf welch wunderbare Weise unsere damalige Geschichte heutigem Glück den Weg bereitet hat.

10.05.2009 um 15:24 Uhr

"Sie lebte ein reiches und erfülltes Leben..."

von: Nimien   Kategorie: Heilsames

Stimmung: Erfüllt, dankbar, glücklich
Musik: Vogelgezwitscher

 (c) sparkie/pixelio

Nachdem ich gestern in Sachen Haus- und Gartenarbeit sehr fleißig war, finde ich heute endlich wieder die Zeit, um zu schreiben. Angeregt von John Gottmans "Die 7 Geheimnisse der glücklichen Ehe" tauche ich ein in die Kartographie unserer Seelen. Eine der Übungen, die dazu dienen, dem Partner ein klareres Bild von sich zu vermitteln, besteht darin, den eigenen Nachruf zu schreiben, so wie man ihn sich wünschen würde. Das habe ich gerade gemacht. Dabei ist mir aufgefallen, wie rundum stimmig sich mein Leben dieser Tage anfühlt, wie dicht ich meinen wichtigsten Visionen auf der Spur bin und wie glücklich und dankbar mich die Liebe macht, die ich tagtäglich auf so viele verschiedene Arten spüren darf. Mein größter Wunsch ist es, meinen Herzallerliebsten an diesem Glück teilhaben zu lassen, denn der geht gerade durch eine schwere und anstrengende Zeit und ich kann ihn darin nur bedingt begleiten. Doch ich hoffe sehr, dass meine Liebe ihn wärmt und nährt, ihm Mut macht und ihn stärkt, damit er den Herausforderungen, die vor ihm liegen, mit Zuversicht und Vertrauen begegnen kann. 

Hörst du? Ich glaube fest an dich!

20.02.2009 um 10:21 Uhr

Heilung aus weiblicher Sicht

von: Nimien   Kategorie: Heilsames

Stimmung: Inspiriert
Musik: Stille, weil mein Liebster noch schläft

 (c) SueSchi/pixelio.de

Bis vor kurzem war ich Mitglied in einem Verein, der aus einem Frauenprojekt geboren wurde und sich diesen Sommer wegen mangelnder Motivation aller Beteiligten aufgelöst hat. Vor rund einem Jahr verfasste ich im Rahmen einer Diskussion um unsere Satzung den folgenden Beitrag:

"Verein zur Förderung von Gesundheit und Heilung aus weiblicher Sicht" heißt es in der Satzung unseres Vereins. Doch was ist das eigentlich, diese "weibliche Sicht"? Ist sie an ein Geschlecht gebunden? Meint die "weibliche Sicht" den Blick der Frauen auf die Welt bzw. auf Gesundheit und Heilung? Schauen denn alle Frauen gleich? Oder ist die "weibliche Sicht" etwas anderes? Können auch Männer die Welt auf diese Weise betrachten?

Für mich steht die Frage nach der "weiblichen Sicht" in engem Zusammenhang mit meiner Definition von Weiblichkeit. Die allerdings ist alles andere als simpel, denn sie hat sehr viele Schichten. Da wäre zum einen die körperliche Ebene. Zwei X-Chromosomen tanzen in jeder Zelle meines Körpers und lassen das weibliche Programm in ihm lebendig werden. Doch inwieweit beeinflusst das tatsächlich meine körperliche und seelische Wirklichkeit? Mein Körper ist weiblich, ohne jeden Zweifel. Zwei sich wölbende Brüste, runde Hüften, schmalere Taille, zwischen meinen Beinen die Vulva und in den Tiefen meines Bauchkessels die Gebärmutter mit ihren Eierstöcken. Doch schon hier beginnt die wunderbare Vielfalt: Klein und rund, groß und schmal, winzig oder üppig, zart oder muskulös, weich oder knochig - Frauenkörper sind nie einheitlich genormt, sondern immer einzigartig. Was genau bedeutet denn weiblich, wenn es sich schon auf körperlicher Ebene so wenig festlegen lässt?

 (c) Ginover/pixelio.de

Dann gibt es auch noch jene Frauen, die sich in ihren Körpern nicht heimisch fühlen, die vielleicht sogar überzeugt davon sind, als Mann in einen Frauenkörper hineingeboren worden zu sein oder umgekehrt. Ist Weiblichkeit etwas, das völlig losgelöst von unseren Körpern existiert? Oder bedarf es der Verbindung zum Körper? Bezeichnet Weiblichkeit die Fähigkeit, mich ganz in meinem weiblichen Körper geborgen und zu Hause zu fühlen? Was aber ist dann mit den Frauen, die ihrem Körper wenig Aufmerksamkeit schenken und wenig Bedeutung beimessen, weil sie sich beispielsweise vorwiegend in abstrakten, gedanklichen Welten bewegen? Sind die weniger weiblich? 

Noch schwieriger wird es, wenn ich versuche, Weiblichkeit losgelöst von der körperlichen Wirklichkeit zu definieren. Zyklisch, spiralig, magisch, ganzheitlich - es gibt Frauen, die würden mir ganz gewaltig aufs Dach steigen, würde ich es wagen, sie unter solchen Etiketten zu subsumieren. Und es gibt Männer, die sich mit Begriffen dieser Art pudelwohl fühlen.

Am ehesten lande ich dann noch bei der gesellschaftlichen Prägung. Frauen sind von Geburt an anderen Umwelteinflüssen ausgesetzt als Männer. Sie werden schon von früher Kindheit an anders behandelt, stoßen an andere Grenzen und werden anders gefördert als Männer - zumindest die meisten von ihnen. Auch später finden sie sich in vielerleich Hinsicht in anderen Lebenswirklichkeiten wieder. Die Frage "Kinder oder Karriere" stellt sich für sie auf ganz andere Weise als Männern, sie arbeiten in finanziell weniger lukrativen Berufen und werden für die gleiche Arbeit oft auch noch schlechter bezahlt.

 (c) Gitti Moser/pixelio.de

Auf welche dieser Sichtweisen berufen wir uns, wenn wir von der "weiblichen Sicht" sprechen? Ist es der Ansatz des "Gender Mainstreamings", der gesellschaftliche Benachteiligungen auszugleichen versucht? Ist es der Blick der gynozentrischen und magischen Feministinnen á la Luisa Francia, der den Frauen ein Potential zuschreibt, über das Männer nicht verfügen? Ist es der Universalismus einer Alice Schwarzer, der Männer und Frauen in erster Linie als Menschen versteht, die sich ihrem Wesen nach im Grunde sehr ähnlich sind, sich durch die Ideologie der Geschlechterrollen und die damit verbundene gesellschaftlichen Rahmenbedingungen jedoch unterschiedlichen Erfahrungswelten ausgesetzt sehen? Oder ist es eine ganz andere Sichtweise? Wie aber wollen wir die definieren und in Worte fassen?

Ich persönliche verbinde mit dieser "weiblichen Sicht" am ehesten das, was Susun Weed in ihrem Buch "HeilWeise" als "Tradition der Weisen Frau" beschreibt. Für all jene, die dieses Buch nicht kennen, möchte ich kurz zusammenfassen, was diese Tradition auszeichnet (ich zitiere dabei aus dem angegebenen Werk):

In der Tradition der Weisen Frau ist Gesundheit gleichgedeutend mit Beweglichkeit, Offenheit für Veränderung, Anpassungsfähigkeit und Bereitschaft zur Verwandlung. Probleme, Schmerzen, Krankheit und Leiden gelten als Tore, durch die Verbündete treten können, die Verwandlung mit sich bringen, die uns schützen und uns reich beschenken können, weil sie uns fehlende Teile zu unserem Ganzen liefern.

Heilung und Gesundheit hängen somit davon ab, dass das Problem seinen Sinn enthüllt, dass wir das Geschenk finden, das in einem Problem oder einer Krankheit verborgen ist. Ziel eines jeden Heilungsprozesses ist es, das Ganz-/Heil-/Heilig-Sein in jedem Individuum zu nähren. Dabei geht es vor allem um die Öffnung des Herzens uns selbst gegenüber. Selbstliebe, Sich-selbst-Vergeben und ein tiefes Mitgefühl für das eigene Mensch-Sein nähren das Herz. Wir lernen, den Überfluss des Universums anzunehmen, den immer neuen Fluss von Leben und Tod, Krankheit und Gesundheit, Wohlsein und Schwachsein zu respektieren und uns daran zu freuen.

  (c) Marika/pixelio.de

In der ganzheitlichen Sicht der Weisen Frau ist klar, dass alles, was wir denken und tun, immer auch das Ganze betrifft: uns selbst, unsere Familien, unsere Gemeinschaften, die Erde als Ganzes und sogar das weite Universum. Heilung heißt damit auch, das Universum zu nähren, die Erde zu heilen, Gemeinschaft zu schaffen und die Familie zu stärken. Heilung hat immer sowohl körperliche, als auch emotionale und spirituelle Aspekte.

Die Weise Frau fragt nie "warum", denn die Antwort auf diese Frage führt zu Schuldgefühl und Beschuldigung. Die Weise Frau fragt: "Wie?" Wie kann dieses Problem zu meinem Verbündeten werden? Wie kann dieser Zustand mir gut tun? und sie fragt: "Was?" Was soll das Problem oder Schmerz verhindern? Was für Nahrung beziehe ich aus meinem Schmerz/Problem? Was für einen Teil meiner selbst enthülle ich hier? Was für Nahrung brauche ich da? Und wieder fragt sie: "Wie?" Wie kann ich mich öffnen, um das Geschenk aus dieser Situation annehmen zu können? Wie kann ich meine Ganzheit nähren? Was stärkt mich, meine Gemeinschaft und Mutter Erde in dieser Situation?

Für mich transportiert die "weibliche Sicht" also konkrete Inhalte, ein spezielles Verständnis von Gesundheit und Heilung, das nicht an Geschlechterfragen gebunden ist - auch wenn mehr Frauen als Männer sich in dieser Tradition heimisch fühlen mögen. Es ist eine Sichtweise, die sich deutlich von der Schulmedizin, aber auch von so manchen alternativmedizinischen Strömungen abhebt und die mein eigenes therapeutisches Verständnis und Handeln sehr inspiriert hat.

15.02.2009 um 10:18 Uhr

Feng Shui - Wind und Wasser

von: Nimien   Kategorie: Heilsames

Stimmung: Wohlig, entspannt, sonntäglich
Musik: Stille (nebenan schläft mein Liebster)

 (c) dumman/pixelio.de

Es war meine Schwester, die mich ganz plötzlich und überraschend für Feng Shui begeistert hat. Ich war damals unzufrieden mit meinem neuen Büro und fühlte mich insbesondere mit meiner Position am Schreibtisch - zwischen Tür und Fenster mit dem Rücken zur Fensterfront - nicht besonders wohl. Als meine Schwester nun zu mir kam und mir die Problematik meines Büros aus Sicht des Feng Shui erklärte, erschienen mir ihre Ausführungen überraschend plausibel. Mich erstaunte das vielfältige Wissen, das sie sich bei der Einrichtung ihrer eigenen Wohnung nach Feng-Shui-Kriterien erworben hatte, und ich wollte mehr darüber erfahren. Also lieh ich mir eines ihrer Bücher und kaufte mir auch bald selbst Literatur zu diesem Thema.

Die Chinesen betrachten Chi als die allumfassende, universelle Energie, die alles durchdringt und umgibt und die alle Dinge lebendig macht. Im Idealfall kann das Chi frei fließen und tanzt dann in wogenden, wiegenden Bewegungen durch unsere Adern, unsere Organe, unsere Wohnung und das Land, auf dem wir leben. Je mehr es sich auf seine natürliche Weise ausbreiten kann, umso wohltuender ist seine Wirkung. Problematisch wird es erst dann, wenn das Chi sich nicht mehr in sanften Wellen dahinschlängelt, sondern schnurgerade voranschießt und dabei ein hohes Tempo entwickelt. Dann verliert es seine hilfreiche, lebenspendende Wirkung und entfaltete eine scharfe, zerstörerische Kraft. Dies geschieht laut Feng Shui etwa in langen, geraden Fluren oder wenn in einem Raum Tür und Fenster direkt gegenüber liegen. Auch begradigte Gewässer oder Schnellstraßen entfalten eine derartige Wirkung. Umgekehrt gibt es auch Konstellationen, durch die das Chi seine Bewegungsenergie einbüßt, stagniert und ins Stocken gerät. Es entfaltet dann eine modrige, träge, lähmende und morbide Energie, wie sie bisweilen in fensterlosen Räumen, Abstellkammern voller Gerümpel oder an dunklen Tümpeln zu finden ist. Während im ersten Fall die Yang-Energie überhandnimmt, überwiegt im zweiten die Yin-Energie.

 (c) Cornerstone/pixelio.de

Dies führt uns zu einem ersten Grundsatz des Feng Shui: Damit das Chi frei fließen kann, sollten Yin und Yang sich in einem harmonischen Gleichgewicht befinden. Das setzt nicht immer ein völlig ausgeglichenes Verhältnis voraus, doch keines der beiden Prinzipien sollte eindeutig die Oberhand gewinnen. Stets ist es wichtig, dass beide noch miteinander in Beziehung treten können, sich gegenseitig befruchten und beleben. Dieser Grundannahme kann ich wunderbar folgen. Sie berührt mich, erscheint mir natürlich und vertraut und leuchtet mir ohne weiteres ein. Auch das Grundprinzip des Feng Shui gefällt mir ungemein: den Blick für den Fluss der Lebensenergie zu schärfen und den wiegenden Tanz dieser Energie nach Kräften zu unterstützen.

Gewiss, wissenschaftlich ist das Chi nicht nachweisbar und die Lehre des Feng Shui von daher nicht objektivierbar. Doch auf rein subjektiver Ebene ist diese Energie für mich erfahrbare Realität. Es entspricht meiner unmittelbaren Erfahrung, dass es Lebensräume gibt, in denen ich mich spontan wohl fühle, die mich stärken, erfrischen, zuversichtlich und fröhlich stimmen, und andere, die mich lähmen und ermüden, in denen meine Energie stagniert und die mir Kraft rauben. Der Fluss der Lebensenergie in diesen Räumen ist für mich ein angemessenes Bild, um diese Erfahrung zu fassen. Allerdings könnte ich mir durchaus vorstellen, dass das, was einzelne Menschen als nährend oder zehrend empfinden, individuell sehr verschieden ist. So kenne ich Menschen, die die Farbe Schwarz als ausgesprochen stärkend und inspirierend empfinden, während sie mir eher Kraft raubt und mich auslaugt. Auch das klassische Feng Shui weiß um diese individuellen Herangehensweise und berücksichtigt bei seinen Berechnungen jeweils die Geburtsdaten eines Menschen.

 (c) Carina Döring/pixelio.de

Es mag auch einige allgemeingültige Faktoren geben, denn die wenigsten Menschen wohnen gerne an vielbefahrenen Straßen oder sitzen im Restaurant am liebsten mit dem Rücken zur Tür. Dennoch gefällt mir der Ansatz, dass das Chi auch unseren Blicken folgt oder in seinem Lauf von unseren Gedanken und Gefühlen beeinflusst wird. Das lässt mir den nötigen Handlungsspielraum und gibt mir nicht das Gefühl, strengen, unabänderlichen Regeln unterworfen zu sein, deren Missachtung mich ins Unglück stürzen würde. Das nämlich ist ein Aspekt, der mir am Feng Shui nicht gefällt: die Vorstellung, dass überall Unheil lauern könnte, vor dem ich mich dringend schützen muss.

Sehr gut nachvollziehen kann ich hingegen, dass es Ecken und Räume gibt, in denen die Energie stagniert, und andere, durch die sie geradezu hindurch zischt, ohne wie sonst kreisend, wogend und wiegend zu verweilen. An diesen Stellen mit der Energie in Beziehung zu treten, sie entweder aufzuwecken und in Bewegung zu bringen oder aber abzumildern und zu besänftigen, erscheint mir ein lohnendes Unterfangen. Das Wechselspiel der Polaritäten, die Harmonie von Yin und Yang ist mir als Konzept so grundvertraut, dass ich nicht lange zweifelnd und prüfend darüber nachdenken muss.

 (c) tc/pixelio.de

Weniger vertraut und von daher zunächst irritierend war für mich das Konzept der fünf Elemente, das in seiner Symbolik und Eigenart stark von der westlichen Elementelehre abweicht. Nach anfänglichen Schwierigkeiten konnte ich jedoch auch diesem Ansatz ohne weiteres folgen. Besonders schön finde ich, dass hier, wie so oft in der chinesischen Philosophie, die Wechselbeziehungen und Wandlungsprozesse der jeweiligen Elemente untereinander im Vordergrund stehen. Die einzelnen Elemente sind nicht voneinander getrennt, sondern mit den anderen in einem fortwährenden Zyklus des Werdens und Vergehens verbunden. Sie nähren und unterstützen sich gegenseitig oder begrenzen und vermindern die Kraft des jeweils anderen, so dass im Idealfall keines von ihnen überhandnimmt oder das Gleichgewicht stört. Etwaige Unausgewogenheiten können laut Feng Shui durch die geeignete Verwendung von Formen, Farben, Materialien und Symbolen ausgeglichen werden.

 (c) Dieter Wendelken/pixelio.de

Beim Ausbalancieren der Elemente spielen auch die Himmelsrichtungen eine Rolle, die auch in einigen Ausprägungen des Bagua-Systems zur Anwendung kommen. Das Bagua weist jeder Lebens- und Erfahrungswelt einen ganz konkreten Platz in einer Wohnung, einem Büro oder einem Garten zu. Dieser Teil des Feng Shui, mag er auch der einfachste und dadurch der beliebteste sein, weckt bei mir Skepsis. Die damit verbundenen Orakelspiele und magischen Interventionen, die ein grundsätzliches Lebensproblem durch eine Veränderung der Wohnumgebung zu lösen versuchen, erscheint mir suspekt. Auch das klassische Feng Shui, das die moderne Bagua-Theorie als "McFengShui" verachtet, hat mir diesbezüglich nichts Besseres anzubieten, im Gegenteil: Hier gibt es gar unheilvolle Richtungen, in die der Eingang, das Schlafzimmer oder das Bett auf gar keinen Fall ausgerichtet sein dürfen. Es widerstrebt mir, meiner Wohnumgebung derart viel Macht und Einfluss auf meine allgemeine Lebensführung und Lebensgestaltung zuzugestehen.

Auf der anderen Seite gefällt mir der Gedanke, mich einem bestimmten Lebensthema ganz bewusst widmen zu können, indem ich darüber nachdenke, welche konkreten Veränderungen meines Lebensraumes die ersehnte Vision, den erwünschten Zustand am besten widerspiegeln können. Es ist schön, auf diese Weise meinen Lebensthemen durch die bewusste Gestaltung bestimmter Plätze in meiner Wohnung oder in meinem Garten Ausdruck zu verleihen. So nutze ich die kreativen, anregenden und inspirierenden Aspekte des Feng Shui und lasse all jene Inhalte unbeachtet, die mir Unbehagen bereiten oder mich nicht überzeugen. Auf diese Weise ist Feng Shui eine wahre Quelle der Inspiration für mich. Es schärft meine Sinne und verfeinert meine Wahrnehmung und konfrontiert mich immer wieder aufs neue mit der Frage, was ich wirklich will. Nebenbei entstehen schöne, ästhetisch ansprechende Gestaltungsideen, mit denen ich mich rundum wohl fühle.

01.06.2008 um 23:09 Uhr

Gnothi seauton

von: Nimien   Kategorie: Heilsames

Stimmung: Berührt und bewegt
Musik: The Verve - Bitter Sweet Symphony

 (c) bildpixel/pixelio.de

Ich war noch in der Pubertät, als mir der oben genannte Satz zum ersten Mal begegnete, und seither hat er mich nicht wieder losgelassen. Bis zum heutigen Tag fällt es mir schwer, seinen Rat konsequent zu befolgen, und doch weiß ich, dass er eine tiefe Weisheit zum Ausdruck bringt: Erkenne dich selbst! Was auch immer in meinem Leben geschah, was auch immer mir widerfuhr, was auch immer ich erlebte, ich war niemals nur passives Opfer, sondern immer auch Urheberin des Geschehens. Meine individuelle Wahrnehmung des Geschehens, meine Neigung, bestimmte Informationen auszublenden und andere besonders hervorzuheben, meine tief verwurzelten Grundüberzeugungen, meine Vermutungen und Schlussfolgerungen, die Geschichte meines Körpers und meine Verhaltensgewohnheiten trugen stets zum weiteren Verlauf der Ereignisse bei. Kein Konflikt, an dem ich nicht meinen Anteil hatte, keine Verletzung, die mir nicht auch etwas über mich selbst verraten hätte, kein Schicksalsschlag, der mir nicht den Spiegel vorhielt. Ich glaube nicht, dass wir unser Schicksal voll und ganz selbst zu verantworten haben. Ich glaube nicht an diese Form von Karma. Aber da, wo ich selbst an den Geschehnissen beteiligt bin, sei es durch meine Wahrnehmung und Interpretation der Dinge oder durch meine Reaktion darauf, da bin ich in der Tat verantwortlich.

 (c) bildpixel/pixelio.de

In dem Wort Verantwortung steckt das Wort "Antwort". Jedes Ereignis meines Lebens ist Teil eines fortwährenden Kommunikationsprozesses zwischen mir und meiner Umwelt. Was auch immer mir widerfährt, es bedarf meiner Antwort. Natürlich bin ich auch in der Wahl meiner Möglichkeiten nicht völlig frei, sondern geprägt durch die bisherigen Erfahrungen meines Lebens. Doch innerhalb der mir gesteckten Grenzen habe ich tatsächlich eine gewisse Wahlfreiheit. Wenn mir etwas missfällt, mich verletzt oder kränkt, kann ich mich zurückziehen, weglaufen, protestieren, zum Gegenangriff übergehen, losheulen, mich lächelnd über die Dinge erheben, weiteratmen, innerlich erstarren, die Faust zum Himmel erheben, eine Unterschriftenaktion starten oder einen lauten Schrei loslassen. Jede der genannten Reaktionen ist eine Antwort auf das Geschehen, die wiederum andere Antworten nach sich ziehen wird.

Es ist so einfach, diese Einsicht zu missachten und mit dem Finger auf andere zu zeigen: auf meine Mitmenschen, das soziale und politische System, meine Eltern, meinen Partner, die Gene oder Gott. Es ist so verführerisch, weil es erst einmal eine Entlastung bedeutet. Wenn ich nicht schuld an der Misere bin, dann ist es schließlich auch nicht an mir, eine Lösung zu finden. Sollen sich doch die anderen ändern/anstrengen/was einfallen lassen! Doch selbst wenn ich mit meiner Annahme richtig liege und ich den wahren Urheber des Geschehens identifiziert habe (eine angesichts der Komplexität der meisten Ereignisse höchst unwahrscheinliche Variante), enthebt mich das noch nicht der Notwendigkeit einer Antwort. Denn ich bin nach wie vor gefordert, in irgendeiner Weise auf die Ereignisse zu reagieren - und selbst die Verweigerung jeglicher aktiven Auseinandersetzung ist eine Reaktion, für die ich geradezustehen habe.

 (c) bildpixel/pixelio.de

Der erste und wichtigste Schritt bei der Übernahme von Verantwortung aber ist für mich die Selbsterkenntnis. Denn wie will ich verantwortlich handeln, wie eine klare und deutliche Antwort geben, wenn ich mir selbst in die Tasche lüge, mir nicht die Augen schaue und mir nicht über meine Gefühle und Beweggründe klar werde? Dieser Blick nach innen ist der allerschwierigste, denn das, was er zutage liefert, ist oft weit entfernt von dem Idealbild, das ich von mir habe. Da sitzen Neid, Geiz und Gehässigkeit, alte Kränkungen und Verletzungen, eine zermürbende Bitterkeit und allerlei Ängste. Diese wahrzunehmen, als eine Wahrheit des gegenwärtigen Augenblicks anzunehmen, ohne sie zu bewerten oder mich dafür zu verurteilen, ist eine schwierige Übung - und gleichzeitig eine der heilsamsten. Denn kaum etwas wirkt befreiender als der Schlüsselsatz der Selbsterkenntnis und Selbstakzeptanz: "Ja, so bin ich jetzt!".

07.10.2007 um 20:30 Uhr

Fastentag

von: Nimien   Kategorie: Heilsames

Stimmung: Wohlig


(c) Christina Maderthoner/pixelio

Innerhalb meines Ayurveda-Programms war heute mein Fastentag. Ich habe nur flüssige Nahrung zu mir genommen: Zitronen-Honig-Wasser, Ingwerwasser, Tee, selbst zubereitetes Mango- und Bananenlassi, sowie zwei Suppen. Die Vorgabe, dass man mittags und abends auch eine (pürierte) Gemüsesuppe essen durfte, kam mir sehr entgegen, denn im Allgemeinen bin ich für Fastentage nicht sonderlich gut zu haben. Spätestens am frühen Nachmittag bekomme ich riesigen Hunger, und das Fasten wird zur Qual. Der heutige Tag hingegen war überaus angenehm. Wann immer mein Magen zu knurren begann, gab's entweder Lassi oder Suppe, und schon war er zufrieden.

Auch sonst war es ein rundum schöner und wohltuender Tag. Er begann am frühen Morgen mit einer Dreiviertelstunde Walking im Ostpark, einem heißen Bad und einer Atemmeditation. Tagsüber war ich dann hauptsächlich im Garten beschäftigt, nahm mir aber auch immer wieder Zeit für kleinere Ruhepausen auf meinem Balkon, um ein wenig Tagebuch zu schreiben, etwas zu trinken und mir die Sonne auf die Nase scheinen zu lassen. Ich konnte förmlich spüren, wie meine Seele sich schnurrend im goldenen Sonnenlicht räkelte. Am Nachmittag kümmerte ich mich noch ein wenig um meinen Haushalt, telefonierte mit einer lieben Freundin und hörte meine Lieblingsmusik. Und auch heute werde ich - ganz ayurvedisch - früh ins Bett gehen. Zauberhafte Träume wünsche ich euch. Gute Nacht!

24.05.2007 um 13:49 Uhr

Auszeit

von: Nimien   Kategorie: Heilsames

Stimmung: Müde
Musik: John Michael Montgomery - I Swear

 (c) Hermes/pixelio.de

So glücklich ich dieser Tage auch bin, mein Körper war offensichtlich der Meinung, dass ich dringend mal eine Auszeit brauche. Nachdem ich mich zwei Wochen lang mit einem hartnäckigen Husten herumgeschlagen habe, rebelliert nun seit zwei Tagen mein Hals und ich fühle mich erstaunlich müde und erschöpft. Ich fürchte, die lange Zeit der Termine und Verpflichtungen ohne ausreichende Inseln der Ruhe macht sich jetzt doch bemerkbar. An den wenigen freien Wochenenden, die ich in den letzten zwei Monaten hatte, habe ich immer nur das erledigt, was liegen geblieben war. Zeit für mich allein, um zu lesen, zu schreiben und einfach die Seele baumeln zu lassen, gab es viel zu wenig. Also nehme ich die Signale meines Körpers ernst, bin vernünftig und bleibe zu Hause. Mein Kühlschrank ist randvoll mit frischem Obst und Gemüse aus dem Bioladen, ich kaue eifrig Salbeiblätter und trinke Salbeitee, werde gleich noch ein Nickerchen machen und auch sonst den Tag ganz geruhsam verbringen. Und im Übrigen überlege ich mir noch einmal, ob ich über Pfingsten wirklich die noch verbleibende Wand streichen, den Balkon neu gestalten, den Keller aufräumen UND neue Gartenbeete anlegen möchte. Vielleicht wäre es sinnvoller, die freien Tage einmal wirklich zur Erholung zu nutzen. Angesichts der Tatsache, dass mein Beruf mir so viel Freude macht, vergesse ich manchmal, dass er doch ganz schön anstrengend ist.

06.05.2007 um 20:14 Uhr

Ein Wochenende am See

von: Nimien   Kategorie: Heilsames

Stimmung: Müde, bewegt und voller Liebe
Musik: Norah Jones - Sunrise

Das Kloster Bernried ist ein durch und durch idyllischer Ort, umgeben von uralten Bäumen, grünen Wiesen und einem herrlichen Garten. Die Küche dort ist phantastisch. Alle Kräuter kommen aus dem hauseigenen Kräutergarten im Innenhof des Klosters, der unter den kundigen Händen der 87-jährigen Schwester Fidelis üppig und prachtvoll gedeiht. Ihre Führung durch diesen Zaubergarten war einer der unangefochtenen Höhepunkte des Meditationswochenendes, das hinter mir liegt. Obgleich ich einen Teil der Leitung innehatte, waren es auch für mich durch und durch erfüllende und entspannende Tage, an denen ich Kraft schöpfen und mit meiner inneren Weisheit in Verbindung treten konnte. Dennoch bin ich jetzt rechtschaffen müde und werde wohl heute früh ins Bett gehen.

In den ruhigen Momenten zwischen den Gruppensitzungen beschäftigte mich weiterhin das Buch von David Schnarch, das ich mittlerweile ausgelesen habe. Weil ich noch immer dabei bin, die Inspiration, die ich dadurch empfangen habe, in mir nachklingen zu lassen, und viele der damit verbundenen Gedanken und Gefühle zu persönlich wären, um sie hier aufzuschreiben, möchte ich mich damit begnügen, an dieser Stelle einige der Zitate, die mich am meisten berührt haben, zu sammeln:

"Wenn Sie in Ihrer Differenzierung vorangehen, heißt das nicht, dass Ihre Position die 'richtige' ist. Es bedeutet nur, dass das Ihre Position ist und Sie für Ihr Handeln selbst verantwortlich sind. Sowohl Mary als auch John plagten sich mit schwierigen Fragen herum, zum Beispiel:

  • Bin ich zu stur und fordernd, oder zu naiv und entgegenkommend?
  • Mache ich die Ehe kaputt oder versuche ich dafür zu sorgen, dass es sich lohnt, sie zu retten?
  • Sollte ich auf die Stimme der Vernunft hören, ist mein Partner gar nicht verhandlungsbereit und will mich nur einschüchtern?
  • Steht meine Integrität wirklich auf dem Spiel, oder bin ich nur egoistisch und starrsinnig?

Das Ringen mit derartigen Fragen versetzt die Paarbeziehung in Aufruhr, weil die gemeinsame Zukunft bedroht ist - und macht Sie letztenendes stärker. In der Paarbeziehung wird jeder für den anderen zur Reibungsfläche, an der er sich abschleifen kann, um die eigene Gestalt herauszuarbeiten."

"Damit eine Paarbeziehung, die es wert ist, an ihr festzuhalten, Bestand haben kann, müssen wir bereit sein, sie auf den Prüfstand zu stellen; sich an den Status quo zu klammern ist eine sichere Methode, die Beziehung zu zerstören."

"Wir können uns über unsere Streitpunkte einigen, solange Gefühle und Wahrnehmungen im Mittelpunkt stehen. Doch wenn es um das Verhalten geht, nimmt die Flexibilität rapide ab."

"Aber 'keine Wahl haben' ist eine Umschreibung für den zutreffenderen Ausdruck: 'Es gibt keine Wahl, die ich treffen will!' Wir haben immer eine Wahl, aber oft nicht die, die wir wollen. Wir hätten gern die Wahl, (nicht) zu tun, was wir (nicht) wollen, ohne die Konsequenzen zu tragen (...). Oder wir würden gerne eine Wahl für uns treffen und den Partner daran hindern, eine für sich zu treffen."

"Sicherlich ist jedes Eheversprechen in 'guten wie in schlechten Zeiten' gültig, aber es beruht auf der Annahme, dass die Partner alles in ihren Kräften Stehende tun, um ihre Unzulänglichkeiten zu überwinden, und nicht darauf, dass der Partner sich auf Verlangen mit ihnen abfinden muss!"

"Vielleicht sollte jedes Paar, das sich heutzutage zu heiraten entschließt, dem Eheversprechen zwei Sätze hinzufügen: 'Ich werde immer Halt in mir selbst finden. Und obwohl ich damit rechne, verletzt zu werden, will ich um der Glückseligkeit willen durchhalten.'"

11.03.2007 um 19:24 Uhr

Fastentag

von: Nimien   Kategorie: Heilsames

Stimmung: Wohlig
Musik: Pet Shop Boys - You Only Tell Me You Love Me When You're Drunk

Heute Morgen räkelte sich der Frühling so wohlig vor meinem Fenster, dass ich auf die glorreiche Idee verfiel, den Winter nun auch körperlich auszutreiben: Ich verordnete mir einen Fastentag. Anstelle fester Nahrung hielt ich mich an Obstsäfte, Gemüsebrühe, Tees, heißes Wasser und ayurvedisches Zitronen-Honig-Wasser und nahm mir Zeit für eine Meditation, ein paar Yoga-Übungen, eine ausgiebige Ölmassage und ein lavendelduftendes Bad. Am Nachmittag besuchte ich meine liebe C. im Krankenhaus und wir rückten gemeinsam Möbel übers Papier und blätterten im IKEA-Katalog. Mit ihrer fachkundigen Unterstützung nahmen meine noch recht vagen Vorstellungen von der Gestaltung meines neuen Wohnzimmers schon bald konkrete Formen an. Da ich die Welt der Medien vorerst vollständig ins Arbeitszimmer verlegen will, kann ich mir den Luxus eines reinen Wohlfühlzimmers gönnen - mit hellen, warmen Farben, weichen Decken und Kissen, viel freiem Raum und sorgfältig ausgewählten Deko-Elementen. Wir vereinbarten, bei Gelegenheit einmal gemeinsam zu IKEA zu fahren, um unsere Ideen noch einmal vor Ort zu überprüfen. Und nun lasse ich den Tag noch mit Kerzenschein und Räucherwerk geruhsam ausklingen, ehe morgen die Arbeitswoche wieder beginnt.

27.01.2007 um 20:43 Uhr

Wohlbehagen pur

von: Nimien   Kategorie: Heilsames

Stimmung: Wohlig und entspannt

 (c) kunstart.net/pixelio

Ein wohlig-warmes Bad. Flackerndes Kerzenlicht. In Ruhe Tagebuch schreiben. Mit einer lieben Freundin telefonieren. Früh ins Bett gehen. Zum Frühstück heißes Zitronen-Honig-Wasser und Bananen-Kokos-Reis. Gemütliche Plaudereien mit meiner Schwester. Ein Besuch im Michaelibad. Die Hitze der finnischen Sauna. In Schweißtropfen baden. Mich von der Winterluft einhüllen lassen. Kaltes Wasser auf erhitzter Haut. Eine fruchtige Multivitamin-Maske ins Gesicht - und entspannen. In die wohlige Wärme des Sanariums eintauchen. Eine Massage mit Pitta-Öl. Rosmarin Haarkur und Kokos-Peeling. Tief in meinen Körper hineinsinken. Die feuchte Wärme des Dampfbads. Duschen, Haare fönen, anziehen - und wieder hinaus in die Kälte. Rindsrouladen mit Spätzle im "Dicken Mann". Ingwertee und sanfte Körperübungen. Räuchern mit Salbei und Rosmarin. Abends gemütlich "Star Trek" gucken und über die treffenden Kommentare meiner Schwester lachen. Was für ein wundervolles Wochenende!

16.01.2007 um 21:36 Uhr

Du bist, was du isst

von: Nimien   Kategorie: Heilsames

Stimmung: Vergnügt und inspiriert
Musik: Luka Bloom - Camomile

Noch vor wenigen Tagen habe ich in Karmindras Blog meine Skepsis gegenüber der ayurvedischen Ernährung kundgetan - und heute habe ich mich eines Besseren belehren lassen. Eine Kollegin aus unserem Frauenprojekt ist ayurvedische Ernährungsberaterin, und da mich das Thema schon länger beschäftigt, habe ich den Stier bei den Hörnern gepackt und mir von ihr einen Termin geben lassen. Ich war fasziniert, wie treffend ihre Analyse war und wie gut ich mich in dem von ihr beschriebenen Typus wiederfand. Das Beste gleich vorweg: Ich scheine mit meiner derzeitigen Ernährungs- und Lebensweise ziemlich richtig zu liegen. Da hatte ich offenbar schon das richtige Gespür. Und ich darf als Vata-Pitta-Mischtyp auch weiterhin meiner Vorliebe für Süßes frönen! Ich sollte lediglich darauf achten, häufiger warm zu essen - auch morgens und am Abend.

Interessant fand ich auch die Empfehlungen für die richtige Lebensweise. Diese entsprechen in vielen Punkten genau dem, was ich rein aus dem Gefühl heraus sowieso schon für mich tue, wenn ich meine Kraftquellen nähren und meine Seele ins Gleichgewicht bringen möchte. Auf ausreichenden Schlaf und sorgfältiges Kauen könnte ich noch mehr achten, aber dass mir Mußestunden, Meditation, Massagen, sanfte Körperübungen und Gartenarbeit besonders gut tun, war mir schon lange klar. Faszinierend auch, dass es mich in der Natur besonders zu Bäumen und Gewässern hinzieht. Diese verkörpern in hohem Maße die Energie von Kapha und damit die Elemente Wasser und Erde, die mir tendenziell eher fehlen. Alles in allem bin ich mit den Ergebnissen der Beratung sehr zufrieden und freue mich über die Einsicht, dass ich von meiner Mitte gar nicht so weit entfernt bin.

Und für all jene, die noch ein wenig mehr über die drei ayurvedischen Grundtypen wissen wollen, gibt es hier noch eine sehr schöne Übersicht: Klick! (Jetzt weiß ich auch, warum ich kaltes Wetter so wenig mag.)

03.12.2006 um 22:51 Uhr

Wanderin zwischen den Welten

von: Nimien   Kategorie: Heilsames

Stimmung: Entspannt
Musik: Abba - Thank You For The Music (Doris Day Version)

An diesem Wochen war wieder einmal ein Ehemaligentreffen unserer biodynamischen Ausbildungsgruppe. Es war wunderschön, die Frauen wiederzusehen, und das Wochenende entfaltete sich zwischen wohlig-warmen Gesprächen, klärenden Einsichten, entspannenden Massagen und ausgedehnten Gelagen - rundum stimmig und wohltuend. Im Zuge unseres Gedankenaustauschs stellte ich jedoch fest, dass das Pendel meiner therapeutischen Seele derzeit wieder stärker zugunsten verhaltenstherapeutischer Ansätze ausschlägt. Schon seit Jahren beobachte ich diese beiden Seiten in meinem professionellen Handeln: Zum einen die Verhaltenstherapie mit ihrem symptomzentrierten, lösungsorientierten, konkret-pragmatischen Vorgehen und zum anderen die Körpertherapie mit ihrem strukturlosen Fließen und Strömen, ihrer tiefenpsychologischen Orientierung und ihrer Betonung eines lebhaften emotionalen Ausdrucks. Beide Aspekte bereichern mein therapeutisches Handeln und ich möchte sie auf gar keinen Fall missen. Und doch gibt es Zeiten, in denen mir eine der beiden Methode deutlich näher steht als die andere. Derzeit ist es ganz klar die Verhaltenstherapie. Ich fühle mich ungemein angesprochen von ihren konkreten, klar greifbaren Methoden, ihrer Transparenz und ihrer Hilfe zur Selbsthilfe, während mich die Suche nach den tiefer liegenden Ursachen, den uralten Traumata, den energetischen Prozessen und den problematischen Konstellationen in der Herkunftsfamilie, die in der tiefenpsychologisch-körpertherapeutischen Tradition mit solcher Hingabe gepflegt wird, eher ermüdet. Natürlich sind die Muster, die wir noch aus unserer Kindheit mit uns herumtragen, ungemein hartnäckig. Aber der Vorschlag der Verhaltenstherapie, doch einfach mal neue Verhaltensweisen zu erproben und dadurch neue Erfahrungen zu machen (die rückwirkend auch heilend und lösend auf die alten Muster wirken können), gefällt mir momentan einfach besser.

13.11.2006 um 22:46 Uhr

Die Wunschkraft rufen

von: Nimien   Kategorie: Heilsames

Stimmung: Nachdenklich
Musik: Peter, Paul & Mary - Where Have All The Flowers Gone?

In fast jedem ihrer Bücher verweist Luisa Francia auf die Kraft des Wünschens und Rufens: "Was du brauchst, kannst du rufen. Was du rufst, kommt." Sie versteht diesen Satz in beide Richtungen. Wir können sowohl die Verwirklichung unserer Herzenswünsche in unser Leben rufen, als auch die Verkörperung unserer Ängste und Alpträume. Gleiches zieht Gleiches an. Ein singendes Herz wirkt geradezu magnetisch auf beglückende Ereignisse, während auch ein Unglück nur selten allein kommt. Mit dem Absolutheitsanspruch solcher Aussagen bin ich vorsichtig, doch die Bedeutsamkeit dieser magischen Grundregel ist nicht von der Hand zu weisen. Glück nährt sich von Glück. Wenn ich heiter und guter Dinge bin, aus dem Reichtum meiner Kraftquellen schöpfe und von ganzem Herzen an meine Fähigkeit glaube, die Wirklichkeit nach meinen Wünschen zu gestalten, erhöhe ich die Chance auf einen positiven Verlauf, weil ich mit Zuversicht und Selbstvertrauen an die Dinge herangehe. Selbstzweifel, Ängste, Sorgen und Befürchtungen hingegen lähmen mich und höhlen mich von innen heraus aus. Was aber, wenn eine tatsächlich gerade auf der dunklen Seite des Lebens steht? Wenn Kummer und Frustration ihr Leben bestimmen und unglückliche Ereignisse sich häufen? Wenn sie sich den Herausforderungen tapfer stellt, aber ihre Kräfte zu erlahmen drohen und sie irgendwann nicht einmal mehr den Mut hat, sich etwas zu wünschen? Es ist gar nicht so leicht, aus einem Teufelskreis wie diesem auszubrechen. Und der Satz "Was du rufst, kommt" klingt in einer solchen Situation vielleicht nur wie bitterer Hohn.

Ich glaube nicht daran, dass wir für alle Ereignisse unseres Lebens selbst verantwortlich sind. Manches ist einfach Zufall oder Schicksal. Auch das fröhlichste Herz kann von einem schweren Schlag getroffen werden und selbst der düstersten Seele mag irgendwann ein wahrer Lichtblick geschenkt werden. Und doch hat die Art, wie wir mit den Ereignissen unseres Lebens umgehen, einen großen Einfluss auf den Lauf der Dinge. Die entscheidende Frage ist für mich daher: Wie kann es uns gelingen, das Ruder herumzureißen und aus einem Strudel zerstörerischer Ereignisse und selbstzersetzender Gedanken und Gefühle wieder in ruhigere Gewässer zu steuern? Was vermag ein verletztes Herz soweit zu stärken und zu nähren, dass es sich überhaupt wieder in der Lage sieht, die Wunschkraft für sich zu nutzen? Es gibt kein Patentrezept für die Beantwortung dieser Frage. Manchmal liegt das Geheimnis gerade im Annehmen der dunklen Gefühle, manchmal geht es eher darum, ihnen klare Grenzen zu setzen und mit Hilfe fester Strukturen und mühevoller Kleinarbeit wieder festen Grund unter die Füße zu bekommen. Für die eine mag es richtig sein, das Problem zu analysieren und in seine Bestandteile zu zerlegen, um auf diese Weise die nötige Distanz dazu zu gewinnen. Der anderen hilft es eher, sich kopfüber in den emotionalen Prozess zu stürzen und nach Herzenslust zu schimpfen und zu klagen, um all ihren Zorn und ihre Enttäuschung über die Ungerechtigkeit der Welt zum Ausdruck zu bringen. Letztlich ist genau das für mich das Wesen einer jeden Psychotherapie: Einen Weg zu finden, um unglückliche Menschen soweit zu ermächtigen und zu stärken, dass sie wieder fähig werden, sich mit ihren eigenen Kraftquellen zu verbinden und aus der magischen Kraft ihres eigenen Herzens zu schöpfen. Das ist es, was ich Heilung nenne.

13.10.2006 um 23:18 Uhr

Heilwerden

von: Nimien   Kategorie: Heilsames

Stimmung: Berührt
Musik: Tarkan - Bu Gece (Kir Zincirlerini)

Diesen wunderschönen Text habe ich gerade bei Starhawk und Hilary Valentine gelesen und bin noch immer ganz berührt davon (und das wunderschöne Foto dazu stammt von Constanze):

"Für uns bedeutet Heilwerden mehr, als nur Abhilfe für ein Symptom, eine Krankheit oder ein familiäres Problem zu schaffen, obwohl all diese Bereiche mit eingeschlossen sind. Heil zu werden bedeutet, ein ganzer, einzigartiger, kraftvoller, wacher und erfüllter Mensch zu werden. Heil zu werden bedeutet, zur Hauptperson - zur Heldin oder zum Helden - unserer eigenen Lebensgeschichte zu werden. Es bedeutet, leidenschaftlich, schöpferisch und voller Freude zu leben. Heil zu werden bedeutet auch, Teil eines Ganzen zu werden, sich mit anderen Menschen und der Natur wohl zu fühlen und ihnen verbunden und nah zu sein. Wir alle sind Fäden im Netz des Lebens. Damit der ganze Plan gelingt, muss jeder von uns seine Farben zum Leuchten bringen, und der Faden, den unsere persönliche Lebensgeschichte darstellt, muss stark und flexibel sein, denn er hilft mit, das Gesamtmuster zu bilden."

12.10.2006 um 17:46 Uhr

Seelenfrieden

von: Nimien   Kategorie: Heilsames

Stimmung: Friedlich und voller Liebe - für so viele Menschen
Musik: Nein, heute brauche ich Stille

Die Ruhe tut mir so gut! Ich lese, schreibe Tagebuch, hänge meinen Gedanken nach, sitze einfach nur da und schaue ins Grüne oder gönne mir ein Nickerchen. Heute Vormittag war es bei uns im Viertel absolut still. Die Sonne schien warm auf mein Gesicht und nur der Wind rauschte hin und wieder in den Bäumen und ließ einen sanften Blätterregen herniederfallen. Ich saß auf meinem Balkon und blätterte in Safi Nidiayes "Die Schönheit der Liebe". Und was ich dort las, berührte mich sehr, wie schon im letzten Jahr:

"Jeder Augenblick des Zusammenseins mit deinem oder deiner Geliebten hält ein Stück Erfüllung für dich bereit, wenn du wach bist und deine Chance ergreifst, sie wahr und tief in dich aufzunehmen. Du verstellst dir diese Chance, indem du, anstatt die Erfüllung des gegenwärtigen Augenblicks zu genießen, dich in Gedanken an das klammerst, was dir im gegenwärtigen Augenblick fehlt oder entgeht oder was dich stört, weil es nicht so ist, wie du es haben möchtest."

"Erwarte weder von dir selber, anders zu sein, als du bist, um dieser Beziehung genügen zu können, noch erwarte es von deinem Partner. Nimm dich an und gib dich so wie du bist. Nimm ihn so wie er ist. Weder versuche dich zu korrigieren, noch ihn zu korrigieren - es gibt nichts zu verbessern an euch. Ihr seid in eben diesem Augenblick genauso erwünscht und notwendig für einander, wie ihr seid - und nicht anders."

"Die wahre Vision, die eurer Beziehung zu Grunde liegt, kann sich erfüllen, wenn jeder sein eigenes Sosein im gegenwärtigen Augenblick akzeptiert und an das Sosein des Anderen im gegenwärtigen Augenblick hingibt. Entspannung - die Idee fallen lassen, man selber, der Andere oder die Beziehung müsse anders sein; Loslösung - von Konzepten und Ideen - und Vertrauen. Vertrauen bedeutet nicht die Abwesenheit von Angst; Vertrauen bedeutet, wenn Angst vorhanden ist, das Gewahrsein der Angst, das Annehmen der Angst und die gläubige Hingabe an das Leben im Gewahrsein der Angst."

Die Worte dieser Frau tun mir so gut. Sie nähren und inspirieren mich, geben mir Halt und schenken mir Klarheit. Viel zu oft versuche ich, von unbestimmten Ängsten getrieben, den Lauf der Dinge zu kontrollieren. Die Hingabe an den Augenblick und die Gegenwärtigkeit der Liebe ist jedes Mal aufs neue eine Herausforderung für mich - doch wenn sie gelingt, bin ich rundum glücklich.

11.10.2006 um 22:47 Uhr

Was geht mir an die Nieren?

von: Nimien   Kategorie: Heilsames

Stimmung: Geschwächt, aber innerlich guter Dinge

Seit zwei Tagen nehme ich nun Antibiotika und trotzdem tun mir immer noch die Nieren weh. Eigentlich wollte ich morgen wieder arbeiten gehen, aber mir wurde nun von mehreren Seiten ans Herz gelegt, das Ganze nicht auf die leichte Schulter zu nehmen und mir lieber noch ein wenig Ruhe zu gönnen. Ich bin überrascht, wie schwer es mir fällt, diesen Rat anzunehmen. Schließlich bin ich nicht sterbenskrank, geschweige denn bettlägrig. Eigentlich sollte ich doch in der Lage sein, meiner beruflichen Tätigkeit schon wieder nachzugehen - so denkt die pflichtbewusste Arbeitnehmerin in mir, der ihr Beruf ja auch viel Freude macht. Aber es stimmt schon: Ich fühle mich matt und geschwächt, habe Schmerzen bei bestimmten Bewegungen und große Mühe aufzustehen. Am liebsten sitze ich in warme Decken gehüllt auf der Bank oder in einem Sessel, trinke Preiselbeersaft und ruhe mich aus. Vielleicht sollte ich doch auf die Signale meines Körpers hören und mir noch einen oder zwei Tage bis zur völligen Genesung gönnen.

In der Zwischenzeit habe ich auch begonnen, mir über die seelischen Hintergründe meiner Erkrankung Gedanken zu machen. Ich bin ja schon lange keine Anhängerin der klassischen psychosomatischen Symbolik mehr ("Was, du hast xy? Dann ist ja völlig klar, dass z dein Problem ist!"), aber dennoch betrachte ich die Wechselwirkungen zwischen Körper und Seele mit besonderer Aufmerksamkeit. Was geht mir an die Nieren? Anfangs hatte ich auf diese Frage keinerlei Antwort. Bin ich denn nicht rundum zufrieden mit meinem derzeitigen Leben? Durfte ich nicht gerade erst vier wunderschöne Tage und Nächte mit meinem Liebsten verbringen? Was um alles in der Welt könnte mich derart beuteln? Doch beim Hinschauen und Betrachten dieser Frage, während ich sie mir langsam in die Seele sinken ließ, tauchten doch ein paar Gedanken und Assoziationen auf, die weiterzuverfolgen mir lohnend erscheint. Mal sehen, wohin diese Reise mich führt.

10.10.2006 um 13:49 Uhr

Honeymoon Zystitis

von: Nimien   Kategorie: Heilsames

Stimmung: Kränkelnd
Musik: Meine Schwester singt "Bewitched, Bothered, and Bewildered"

Ein Schlagwort fehlt noch in meiner illustren Sammlung: Blasenentzündung. Die ersten Anzeichen machten sich schon am Sonntag bemerkbar, doch wirklich schlimm wurde es erst gestern Abend. Anfangs dachte ich noch, ich hätte Kreuzschmerzen, bis ich begriff, dass es die Nieren waren, die mir weh taten. Da ich mit Harnwegsinfekten keinerlei Erfahrungen habe, musste ich mich erst einmal schlau machen. Und was durfte ich da beim Netdoktor lesen? 'Bei Frauen sind vorangegangene Harnwegsinfekte und Geschlechtsverkehr die Hauptrisikofaktoren. Eine Harnwegsinfektion bei sexuell sehr aktiven Frauen wird auch "Honeymoon Zystitis" genannt.' Dieser Zusammenhang ist leider auch bei mir nicht ganz von der Hand zu weisen. *seufz*

Der Rat einer Freundin, drei Stunden lang alle 15 Minuten ein Glas Wasser zu trinken, konnte die Symptome zwar deutlich dämpfen, die Infektion aber leider nicht beseitigen, so dass mir der Onkel Doktor heute Antibiotika verschrieben hat. Die nehme ich sonst gar nicht gern, aber wenn sebst ein Arzt für Naturheilkunde mir die Einnahme ans Herz legt, will ich mich dem ärztlichen Rat nicht verschließen. Und wenn ich das nächste Mal zu meinem Liebsten fahre, nehme ich schon mal vorbeugend einen Vorrat an Bärentraubentee und Preiselbeersaft mit, ziehe mich warm an und trinke ganz viel. Denn auf die Freuden der sinnlichen Liebe will ich keinesfalls verzichten.

16.09.2006 um 09:26 Uhr

Herzensweisheit

von: Nimien   Kategorie: Heilsames

Briefe an einen jungen Dichter

Man muss den Dingen
die eigene, stille,
ungestörte Entwicklung lassen,
die tief von innen kommt,
und durch nichts gedrängt
oder beschleunigt werden kann;
alles ist austragen -
und dann
gebären...

Reifen wie der Baum, der seine Säfte nicht drängt
und getrost in den Stürmen
des Frühlings steht,
ohne Angst,
dass dahinter kein Sommer
kommen könnte.
Er kommt doch!

Aber er kommt nur zu den Geduldigen,
die da sind,
als ob die Ewigkeit vor ihnen läge,
so sorglos still und weit ...

Man muss Geduld haben,
gegen das Ungelöste im Herzen,
und versuchen, die Fragen selber lieb zu haben,
wie verschlossene Stuben,
und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache
geschrieben sind.

Es handelt sich darum, alles zu leben.
Wenn man die Fragen lebt,
lebt man vielleicht allmählich,
ohne es zu merken,
eines fremden Tages
in die Antwort hinein.

Rainer Maria Rilke