Sternentanz

08.03.2010 um 18:57 Uhr

Bielefeld gibt es doch

von: Nimien   Kategorie: Herzensbegegnungen

Stimmung: Verfrorene Finger
Musik: Niki Reiser - Tanz mit Gregor (Jenseits der Stille)

 (c) Conny Ermler/pixelio

In Bielefeld lebt ein Mann, den ich seit 14 Jahren kenne, in den ich einst - es ist lange, lange her - überaus hoffnungslos verliebt war und der mittlerweile zu meinem besten Freund geworden ist. Uns verbindet eine warme, in langen Jahren der Freundschaft vertrauensvoll gereifte Zuneigung. Wie immer begrüßten wir einander am Bahnhof mit großer Freude und Zärtlichkeit. Er überließ mir sein Schlafzimmer, während er selbst auf der Couch nächtigte, und war auch sonst rührend besorgt um mein Wohlergehen. Den Samstagvormittag verbrachten wir in diversen Möbelhäusern, da er auf der Suche nach einem neuen Sofa, einem Esstisch und dazu passenden Stühlen war. Wer mich kennt, der weiß, dass das Bummeln durch Möbelhäusern zu meinen bevorzugten Einkaufsvarianten gehört, und so hatten wir beide viel Spaß. Am Nachmittag gönnten wir uns eine kleine Pause. Während er seine Möbel bestellte und nebenher Fußball guckte, widmete ich mich meinen literarischen Ambitionen. Das ist auch eine Qualität unserer Freundschaft, dass wir es manchmal einfach genießen, im gleichen Raum zusammen zu sein, auch wenn wir beide dabei unterschiedlichen Beschäftigungen nachgehen.

Der Abend stand dann ganz im Zeichen seiner Feier, zu der er seine besten Freunde eingeladen hatte - allesamt ausgesprochen nette Menschen mit interessanten Lebensgeschichten und ungewöhnlichen Hobbies. Wir trafen uns zunächst zum Bowling, bei dem ich zwar nicht gerade absahnte, man mir aber bescheinigte, dass meine Wurftechnik ästhetisch außerordentlich ansprechend sei. Anschließend gingen wir beim ayurvedischen Inder essen. Der Abend verging in netter Gesellschaft mit angeregten Gesprächen und himmlisch leckerem Essen. Solltet ihr jemals nach Hamm kommen, kann ich euch das Restaurant "Maharani" nur wärmstens ans Herz legen. Beim unvermeidlichen Quiz, das unser Gastgeber auf jeder seiner Feiern veranstaltet, trug ich diesmal gar den Sieg davon, obwohl ich keine Ahnung hatte, dass es Haribo Goldbären bereits seit 1922 gibt, und auch nicht wusste, welcher Fußballer mal behauptet hatte, dass man ihm eine "Invasion" gelegt habe. Aber immerhin konnte ich das dritte Buch von Leonard Nimoy richtig benennen und war vertraut mit dem zweiten Vornamen von Elvis Presley. Alles in allem waren es nur 36 Stunden, doch ich kehrte mit einem bunten Strauß an vergnüglichen Eindrücken wieder nach München zurück. Schön war's! Und ansonsten könnte es jetzt endlich mal Frühling werden!

01.03.2010 um 23:05 Uhr

E-Mails fliegen hin und her

von: Nimien   Kategorie: Herzensbegegnungen

Stimmung: Heiter und vergnügt
Musik: Barbra Streisand - Gentle Rain

 (c) Martin Müller/pixelio

Mit einer lieben Freundin verbindet mich gerade ein reger Mailwechsel. Ich kenne so etwas sonst nur aus den Zeiten, in denen ich verliebt war, und es ist nicht weniger schön. In der Innigkeit und Intensität unseres Austausches wächst ganz viel Wärme und Vertrautheit. Und dazwischen ruft immer mal wieder mein Liebster an und fragt ungeduldig, wann ich endlich mit der kleinen erotischen Szene fertig bin, die aufzuschreiben ich ihm versprochen habe. So gesehen spiele ich gerade weiter mit Buchstaben, aber diesmal nicht, um Traumwelten zum Leben zu erwecken, sondern um realen Beziehungen ein Zuhause zu geben. Auch eine bezaubernde Variante!

01.02.2010 um 19:18 Uhr

Öffnung

von: Nimien   Kategorie: Herzensbegegnungen

Stimmung: Dankbar und glücklich
Musik: Mary Black - Fall At Your Feet

 (c) Almut Bieber/pixelio

Im Kielwasser der Geschichte, die ich schreibe, kommt es zu manch wundervoller Herzensbegegnung. Natürlich betrifft das meinen Liebsten, wenn er die sinnliche Stimmung auffängt, in die das Schreiben mich versetzt. Aber es betrifft auch die Frauen in meinem Leben, meine Schwester und meine Freundinnen. In dem Maße, in dem ich mich mir selbst offenbare und Dinge zu Papier bringe, die lange nur hinter geschlossenen Lidern präsent waren, wächst auch meine Bereitschaft, mich anderen Menschen anzuvertrauen. Ich beginne zu erzählen - von meiner Geschichte, von der Sehnsucht, die ihr zugrunde liegt, von Träumen, über die ich bislang nur mit sehr wenigen Menschen gesprochen habe. Und wo immer ich meine Geheimnisse enthülle, stoße ich auf Verständnis und liebevolle Wärme. Es entsteht eine besondere Schönheit, eine verwunschene Tiefe und Vertrautheit in solchen Momenten, für die ich sehr dankbar bin.

31.01.2010 um 16:44 Uhr

Geburtstagsvergnügungen

von: Nimien   Kategorie: Herzensbegegnungen

Stimmung: Glücklich, dankbar und wehmütig
Musik: Tarkan - Salina Salina Sinsice

 (c) Karin Jung/pixelio

Die Wärme langjähriger Freundschaften • Ein Wiedersehen mit einem sehr lieben Menschen • Die Wandlung festgefügter Einstellungen • Burger und Country Potatoes im 'Bohne & Malz' • Sonnenschein und Schnee • Das Museum Brandhorst • Omelett Gaeta und Aloha Mango-Lime • Schwabing • Durch die Fünf Höfe schlendern • Bei Eis und Schnee in Gartenbüchern schmökern • Vom Fensterbrett bei Hugendubel auf das Gewirr der Menschen auf dem Marienplatz hinunterschauen • Dabei an meinen Liebsten denken • Gebrannte Kürbiskerne • Ein Telefonat mit meinem Schatz • E-Mails, Karten und Anrufe • Ayurvedisch kochen • Ingwerwasser, Chai-Tee und süßes Lassi • Gurken-Tomaten-Rajita • Orangen-Brokkoli, Bananencurry und Basmati-Reis • Feigen-Dessert • Der rote Phönix • Blonde Haare und blaue Augen - was für ein süßer Fratz! • Gemütliches Beisammensein im Kreise lieber Menschen • Über antifeministische Literatur diskutieren • Ein vertrautes, liebevolles und klärendes Gespräch • Hirse mit Nüssen und Pflaumenkompott im Café Rothmund • Das Wiedererstarken einer lieben Freundin miterleben dürfen • In Wortwolken tanzen • Sonne im ersten Haus, Mond im Löwen im siebten Haus und ein Steinbock-Aszendent im Solarhoroskop

20.01.2010 um 08:09 Uhr

Herzlichen Glückwunsch!

von: Nimien   Kategorie: Herzensbegegnungen

Stimmung: Ausgeschlafen
Musik: Mari Boine - Balu BaDJel Go Vuoittán


(c) gänseblümchen/pixelio

Anregende Gesprächspartnerin
Reich an Humor
Therapeutisch bewandert
Eine herzliche, heitere Person
Mütterlich, ohne gluckig zu sein
Immer gern in der Natur
Sie kennt viele Kräuter
Interessierte Leseratte
Als Freundin unersetzbar

19.12.2009 um 21:55 Uhr

Wie in alten Zeiten

von: Nimien   Kategorie: Herzensbegegnungen

Stimmung: Glücklich
Musik: Howard Shore - The White Tree

 (c) matchka/pixelio

Heute Nachmittag war ich mit meiner lieben C. auf dem Wintertollwood und anschließend im Café Rothmund . Letzteres war jahrelang unser Lieblingstreffpunkt, vor allem zu der Zeit, als C. noch in der Isarvorstadt wohnte. Nach wie vor ist es das schönste und gemütlichste Café in München. Wir saßen gemeinsam bei Kakao und heißem Apfelsaft mit Zimt in der hintersten Ecke und sprachen über unsere Beziehungsgeschichten, unsere berufliche Situation und unsere Visionen fürs kommende Jahr. Es war wie in alten Zeiten und wir verabschiedeten uns beide beschwingt, vergnügt und genährt von sprühender Freundinnenenergie. Gerne mehr davon!

31.10.2009 um 16:50 Uhr

Was es ist

von: Nimien   Kategorie: Herzensbegegnungen

Stimmung: Zart und leise
Musik: Howard Shore - Many Meetings

 (c) Ibefisch/pixelio 

Manchmal ist das Bild, das Menschen sich voneinander machen, derart weit von der Realität entfernt, dass jede Chance auf einen offenen, lebendigen Kontakt verblasst. Mir selbst ist dieser Fehler schon mehrfach unterlaufen und ebenso kenne ich die Erfahrung, mit einem Zerrbild meiner selbst konfrontiert zu werden. Die Verzerrung der Wirklichkeit ist dabei in beide Richtungen möglich, zum einen als Idealisierung und zum anderen als Unterstellung. (Besonders abstrus wird es, wenn beides zusammenfällt.) Selbst Komplimente und Zuneigungsbekundungen bleiben merkwürdig schal, wenn sie dem Wesen des Gegenübers überhaupt nicht gerecht werden.

Wie wohltuend indes sind jene Begegnungen, in denen die achtsame Wahrnehmung regiert. Mein Liebster hat sie, diese besondere Begabung, andere Menschen mit schlichtem Blick wahrzunehmen, ohne sie zu verklären oder herabzuwürdigen. Mit dieser Gabe hat er mich damals tief berührt. Nie zuvor habe ich mich von einem Mann so klar und liebevoll gesehen gefühlt. Der Brief, den er mir in unseren Anfangstagen schickte, ging mir direkt unter die Haut. Vier Jahre ist das nun schon her. Seine Worte haben sich in meinen Zellen verankert und wirbeln bis heute durch meine Adern. Ich fühle mich so wohl und geborgen in seiner Liebe, so zärtlich eingehüllt und so unsagbar zu Hause. Ich will endlich mit diesem Mann leben - an seiner Seite, Tag für Tag! Verflixt noch eins!

20.10.2009 um 00:05 Uhr

Nur nicht nostalgisch werden!

von: Nimien   Kategorie: Herzensbegegnungen

Stimmung: Zärtlich-sehnsüchtig
Musik: Mary Black - Fall At Your Feet

 (c) Rainer Sturm/pixelio

Ich lese nur selten in alten Tagebüchern. Heute Abend jedoch habe ich es getan. Der Brief eines Menschen, der mir einmal sehr nahestand, hat mich dazu veranlasst. Erstaunt habe ich festgestellt, wie verzerrt und verfälscht meine Erinnerungen in manchen Punkten sind. Und ich habe gemerkt, dass ich zur Nostalgie nicht tauge. Die Gegenwart ist der Ort, an dem ich am stärksten verwurzelt bin - und die Zukunft lenkt meine Schritte. Das betrifft auch meine Beziehungen. Diejenigen, die nur aus der Erinnerung an längst vergangene Zeiten leben, bieten mir hier und heute keine Nahrung mehr. Selbst wenn ich einen Menschen treffe, der Spuren in meinem Herzen hinterlassen hat, möchte ich diese nicht jedes Mal wieder abschreiten, wenn wir uns begegnen. Sofern keine neuen Spuren mehr entstehen, ist es besser, die Vergangenheit ruhen zu lassen.

Im Lichte dieser Überlegungen bin ich ganz froh, dass es nach dem Ende meiner letzten Liebesgeschichte keine weiteren Begegnungen mehr gab. Diese Geschichte hat ihren Platz genau da, wo sie hingehört: in meiner Erinnerung. In meinem jetzigen Leben gäbe es gar keinen Raum dafür. Ich kann dem Mann, der meinen vorsichtigen Wiederannäherungsversuch damals so entschieden ignorierte, in Gedanken nur lächelnd zunicken: Gut gemacht! Klug gewählt!

Einen entscheidenden Nachteil haben diese Betrachtungen der Vergangenheit allerdings: Sie wecken meine Sehnsucht nach intensiv gelebter Gegenwart. Ich vermisse ihn so!

20.01.2009 um 21:30 Uhr

Für Artemisia

von: Nimien   Kategorie: Herzensbegegnungen

Stimmung: Froh, glücklich und zufrieden
Musik: Loreena McKennit - The Mystic's Dream

(c) Helga Schmadel/pixelio.de 

Liebe Artemisia, weil ich es trotz aller guten Vorsätze nicht geschafft habe, dir rechtzeitig eine Karte zu schreiben, nun eben auf diesem Wege:

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!

Ich hoffe, du hattest einen wunderschönen Tag im Kreise deiner Lieben und kannst den Abend nun geruhsam ausklingen lassen. Ich wünsche dir ein gesundes, glückliches, reiches und erfülltes neues Lebensjahr, viele liebevolle Momente mit deiner Familie, inspirierende Erfahrungen in beruflichen und privaten Zusammenhängen und immer wieder aufs Neue magische und berührende Begegnungen mit der Natur und dem geschriebenen Wort. Hab Dank für so viele wunderbare Jahre der Freundschaft!

29.06.2008 um 07:55 Uhr

Sonnwendbegegnungen

von: Nimien   Kategorie: Herzensbegegnungen

Stimmung: Dankbar und glücklich
Musik: America - A Horse With No Name

 (c) Artemisia

Ich möchte mich nur mal kurz melden, damit ihr nicht denkt, ich sei in die russische Taiga ausgewandert. Mitnichten bin ich das, im Gegenteil. Ich bin sehr beschäftigt damit, meine Arbeit zu erledigen, meinen Garten zu pflegen, die Feder übers Papier zu führen, mit meinem Liebsten zu telefonieren, beiläufig die Fußball-EM zu verfolgen, meine Familie zu sehen und vor allem meine Freundinnen zu treffen. Vor zwei Wochen besuchte ich meine liebe C. und merkte wieder einmal, wie schmerzlich ich sie vermisse, seit sie nicht mehr in München lebt. Umso wohltuender war es, einen ganzen geruhsamen Nachmittag mit ihr und ihrem kleinen Sohn zu verbringen und die uralte, unerschütterliche Vertrautheit zwischen uns zu spüren. Am vergangenen Wochenende war ich in Oberfranken bei Artemisia. Ich wurde von köstlichem Essen, Glühwürmchen und Sonnwendfeuern empfangen und erlebte zwei zauberhafte Tag in warmer, liebevoller Freundschaft und wunderschöner Umgebung. Der gestrige Nachmittag gehörte Constanze, die mich mit leckerem Essen und inspirierenden Gesprächen auf ihrem sonnigen Balkon verwöhnte. Auch über dieses Wiedersehen habe ich mich sehr gefreut. Freundinnen sind ein echtes Geschenk, auch wenn sie alle nicht gerade in der Nachbarschaft wohnen und ich manche von ihnen monatelang nicht sehe. Umso schöner sind dann jedes Mal die Berührungspunkte unserer so unterschiedlichen Lebensalltage. Danke, ihr Lieben!

20.01.2008 um 08:39 Uhr

Geburtstagskind

von: Nimien   Kategorie: Herzensbegegnungen

Stimmung: Froh
Musik: The Beatles - Happy Birthday



(c) kl.traeumerin/pixelio

Artemisia hat heute Geburtstag!

Ich wünsche dir von ganzem Herzen alles Liebe und Wunderbare,
einen zauberhaften Tag und ein reiches und erfülltes Lebensjahr.

Danke für deine Freundschaft!

30.10.2007 um 06:45 Uhr

Zauberhafter Tag

von: Nimien   Kategorie: Herzensbegegnungen

Stimmung: Voller Dankbarkeit


(c) berwis/pixelio

Nach einem eher anstrengenden, lästigen Pflichtwochenende war der gestrige Tag einfach rundum gelungen. Am Nachmittag unsere erste Konzeptbesprechung: Zwei Stunden konzentrierte, produktive Arbeit. Ein Kreis aus kompetenten und engagierten Menschen, die innerhalb kürzester Zeit eine Fülle fruchtbarer Ideen hervorbringen. Wie konnte man das Potential dieses Teams nur so lange Zeit brachliegen lassen? Was für eine Verschwendung! Nach der Sitzung spüre ich zwar die Anstrengung konzentrierter, geistiger Arbeit, doch ich fühle mich auch beflügelt und reich beschenkt von all den wunderbaren Aussichten, die wir heraufbeschworen haben. Eine Boyesen-Massage glättet meine Gedanken und lässt meinen Körper herrlich weich und schwer werden. Tief entspannt und innerlich wie auf Wolken entschwebe ich in den Feierabend, den ich seit langer Zeit mal wieder mit meiner lieben C. verbringe. Ein wunderbarer, wohlig vertrauter Freundinnenabend. Sie fragt mich, ob ich Patin ihres ungeborenen Sohnes werden möchte. Was für ein Geschenk! Ich freue mich sehr über diese Bitte. Allerdings gibt es da ein kleines Problem: Ich bin schon seit vielen Jahren aus der Kirche ausgetreten. Von daher komme ich als Taufpatin nicht in Frage. Gerne übernehme ich jedoch eine symbolische, nicht-christlichen Patenschaft. Vielleicht finden wir ja ein geeignetes Ritual, das diese Bindung besiegelt.

03.10.2007 um 18:00 Uhr

Schwesternfeierntag

von: Nimien   Kategorie: Herzensbegegnungen

Stimmung: Wunschlos glücklich
Musik: Barbra Streisand & Bryan Adams - I Finally Found Someone


(c) kunstart.net/pixelio

Was für ein zauberhafter Tag! Da ich seit Anfang der Woche eine Ayurveda-Kur mache und infolgedessen früh schlafen gehe, war ich heute Morgen schon um halb sechs wach und konnte den Tag ganz geruhsam mit heißem Ingwerwasser, einer Massage mit Sesamöl, einem entspannenden Bad, ein paar Yoga-Übungen und einigen Minuten der Meditation beginnen. Anschließend war ich so motiviert, dass ich mich gegen neun Uhr aufmachte, um eine Runde durch den Ostpark zu walken. Walking habe ich diesen Sommer für mich entdeckt. Mein Liebster wollte gerne mit mir joggen gehen, doch schon nach wenigen hundert Metern bestätigte sich für mich, was ich im Grunde schon vorher gewusst hatte: Jogging und ich, wir passen einfach nicht zusammen. Ich hasse es, schnaufend durch die Gegend zu rennen, so absorbiert von der Anstrengung, dass ich gar nicht mehr die Muße habe, die Umgebung um mich herum zu genießen oder meinen Gedanken nachzuhängen. Das schnelle Gehen, das unter dem Namen "Walking" bekannt geworden ist, erlebe ich hingegen als geradezu meditativ. Ich kann völlig versinken in der Bewegung, meinen Atemzügen, meinem Herzschlag - und habe dennoch Augen für all die herbstliche Schönheit um mich herum. Vielleicht habe ich hier tatsächlich eine Sportart entdeckt, die meinem Wesen entgegenkommt.

Wieder daheim wollte ich mich eigentlich der Gartenarbeit widmen, doch nach all der Bewegung an der frischen Luft befiel mich urplötzlich eine enorme Müdigkeit und so gönnte ich mir ein Nickerchen auf dem Sofa, aus dem ich eine Dreiviertelstunde später ganz erfrischt erwachte. So blieb mir noch genug Zeit zum Kochen, denn meine Schwester hatte sich zum Mittagessen angesagt. Ich entschied mich für ein ayurvedisches Menü: Die Vorspeise bildete ein Salat mit Sprossen und Birnen und als Hauptgang gab es gedünstetes Gemüse mit Rahmsauce, dazu Dhal, Basmatireis und ein Mango-Chutney. Für den Nachtisch hatte meine Schwester gesorgt: Sie brachte Muffins mit. Dieses köstliche Feiertagsessen war der Auftakt zu einem wunderschönen Nachmittag. Wir saßen gemütlich auf dem Balkon, spielten Frisbee und Federball und schmiedeten Pläne für zukünftige Unternehmungen. Ich liebe diese gemeinsamen Schwesternstunden! (Und ich danke meinem Schatz, dass er im Sommer die Frisbeescheiben und die Federballschläger besorgt hat.)

Den Abend werde ich nun noch ganz behutsam ausklingen lassen - vielleicht mit einem Telefonat mit meinem Liebsten, mit Kerzenschein, leiser Musik und meinem Tagebuch. Was für ein wundervoller Tag!

16.06.2007 um 08:52 Uhr

Die Liebe und die Zeit heilen alle Wunden

von: Nimien   Kategorie: Herzensbegegnungen

Stimmung: Wohlig-heitere Wochenendestimmung
Musik: Ich vermisse Pandora!


(c) Paul-Georg Meister/pixelio

Einst haben wir uns geliebt. Später versuchten wir, Freunde zu sein. Doch die Wurzeln der Verletzungen, die er mir zugefügt hatte, saßen tief. Sie nagten an mir und höhlten mich innerlich aus, vor allem in Augenblicken der Schwäche und des Zweifels. Schließlich, als er mich wieder einmal durch kaltschnäuzige Bemerkungen gekränkt hatte, brach ich den Kontakt ab. Ein Jahr lang Funkstille. Dann eine Karte zu meinem Geburtstag, als wäre nichts geschehen. Ich redete Tacheles. Er zeigte sich betroffen und bat um ein klärendes Gespräch. Mein Zorn verrauchte, doch die alte Nähe schien für immer dahin. Ich blieb vorsichtig und zurückhaltend. Wies ihn in seine Schranken, wenn er allzu vertraulich wurde. Irgendwann merkte ich, dass ich auf Komplikationen keine Lust mehr hatte. Die Vergangenheit war längst verblasst. Die Liebe des Mannes an meiner Seite hatte die Wunden alter Tage vollständig geheilt. Da war nichts mehr, was schmerzte. Also beschloss ich, das Geschehene hinter mir zu lassen und diese Beziehung als das zu nehmen, was sie war: Eine Freundschaft, die sicher nicht mehr allzu tief reichte, aber dennoch ihre Momente hatte. Mein letzter Brief an ihn war freundlich und versöhnlich. Und als wir uns gestern nach vielen Monaten wiedersahen, da verlief auch dieser Abend leichtfüßig und unbeschwert. Manche Knoten lösen sich irgendwann wie von selbst. Wie schön!

10.06.2007 um 21:28 Uhr

Fühlen und Handeln

von: Nimien   Kategorie: Herzensbegegnungen

Stimmung: Sehr, sehr dankbar
Musik: Edith Piaf - La vie en rose


(c) Dieter Poschmann/pixelio

Ich nehme meine Eifersucht zwar sehr genau und differenziert wahr, doch erlaube ich ihr nicht, mein Handeln zu bestimmen. Zum Glück! Denn dadurch wurden mir gestern und heute einige wunderschöne Stunden voller Liebe geschenkt. Ich spürte ganz genau, dass auch ich geliebt werde und jeder Vergleich im Angesicht dieser Liebe hinfällig wird. Was kümmert es mich, ob einer anderen Person, gemessen an der Häufigkeit und Intensität der Liebesbekundungen, womöglich eine größere Zuneigung zufließt als mir, wenn ich in den entscheidenden Momenten einfach nur glücklich bin? Schließlich duften die Rosen in meinem Garten nicht weniger, nur weil sie beim Nachbarn üppiger und prachtvoller blühen.

05.06.2007 um 22:45 Uhr

Adieu, kleine Katze!

von: Nimien   Kategorie: Herzensbegegnungen

Stimmung: Leise und verhalten
Musik: Robbie Williams - Eternity

 (c) Marion Löffler/pixelio

Gestern ist eine der beiden Katzen meiner Eltern gestorben. Sie erlag einer schweren Infektion, die sie sich durch einen Rattenbiss zugezogen hatte, und musste am Ende eingeschläfert werden. Während der letzten drei Tage ihres Lebens hatte sie große Schmerzen, und so war der Tod vermutlich eine Erlösung für sie. Dennoch kam das Ende sehr plötzlich, nachdem zunächst Hoffnung auf eine Genesung bestanden hatte. Vor allem meine Mutter und meine kleine Schwester trauern um das Kätzchen. Sie haben es von Geburt an begleitet und in seinen fast 13 Lebensjahren ist es ihnen doch sehr ans Herz gewachsen. Die kleine Katze war immer ein Struwwelpeter. Sie war lange nicht so schön wie ihre Schwester, hatte ein eingerissenes Ohr, war etwas tolpatschig, über Jahre viel zu dick (ehe sie in den letzten Monaten ihres Lebens plötzlich abmagerte), roch eher unangenehm und konnte nicht einmal richtig miauen. Aber sie war zutraulich und ungemein verschmust. Im Gegensatz zu ihrer eleganten Schwester suchte sie die körperliche Nähe der Menschen und war gerade aufgrund ihrer kleinen und großen Unzulänglichkeiten überaus liebenswert. Mir selbst stand sie nicht mehr so nahe, da ich bereits ausgezogen war, als sie geboren wurde. Dennoch berührt es mich sehr, die Trauer meiner Lieben mitzuerleben. Meine Schwester hatte heute Morgen ganz verquollene Augen und konnte das Haus nur mit einer großen Sonnenbrille verlassen - und ich vermute, meine Mutter sah kaum besser aus. Die Trauer im Augenblick des Verlusts ist mir nur zu vertraut, auch wenn meine Tränen eher verlorenen Liebesbeziehungen galten. Das Binden und Lösen ist ein wesentlicher Bestandteil der Magie meines Lebens, und vielleicht gehen mir die Tränen des Abschieds gerade deshalb so nahe. Schlafe sanft, kleine Mietz!

16.04.2007 um 22:05 Uhr

Feier-Abend

von: Nimien   Kategorie: Herzensbegegnungen

Stimmung: Hach!
Musik: Abba - Our Last Summer

 (c) sparkie/pixelio.de

Als ich heute Abend bei C. ankam, war mir ganz schön flau. Ich hatte einen anstrengenden Tag hinter mir und seit dem Frühstück kaum etwas gegessen, da ein wichtiger Termin mir die Mittagspause gestohlen hatte. Also legte ich mich als erstes auf C.'s Sofa, während sie in der Küche werkelte und uns beiden ein leckeres Abendessen zauberte. Dieses bewirkte wahre Wunder, denn mit einem Mal verwandelte sich meine Gesichtsfarbe von Kalkweiß in Rosig-Frisch und ich begann, mich wesentlich besser zu fühlen. Einem kleinen Abendspaziergang durch die Isarauen stand also nichts mehr im Wege. Es war eine verwunschene Stunde - ein Himmel wie Seide, die Luft erfüllt vom würzigen Geruch der Lagerfeuer, und über der Isar stand strahlend und funkelnd der Abendstern, die Venus. Neben mir meine Freundin, liebevoll und vertraut, ein fest verwurzelter Bestandteil meiner Heimat. Der kleine Hinterhof, zu dem hin sich die Fenster ihrer Wohnung öffnen, verströmte die Atmosphäre südländischer Sommerabende, und als ich auf meinem Heimweg noch einmal der Venus zulächelte, fühlte ich mich wunschlos glücklich.

11.02.2007 um 23:43 Uhr

Lorbeerernte

von: Nimien   Kategorie: Herzensbegegnungen

Stimmung: Dankbar und glücklich mit einem leisen Hauch Wehmut
Musik: Barbra Streisand - All In Love Is Fair

Erinnert ihr euch? Vor zwei Monaten hatte ich euch gefragt, ob ich mir den Mief einer traditionellen Doktorverleihung antun solle. Der Mehrheitsmeinung zum Trotz hatte ich mich damals gegen eine solch förmliche Zeremonie entschieden und stattdessen das zauberhafte Angebot meines Vaters angenommen, mir eine private Feier im Kreise all jener Menschen auszurichten, die ich liebe. Gestern Abend nun war es endlich soweit. Zwar hatten leider nicht alle Zeit gefunden, deren Erscheinen ich mir gewünscht hätte - vor allem einer wurde schmerzlich vermisst -, doch die Runde der anwesenden Gäste war wohlig und wunderbar. Blumen und Kerzen zierten die Tafel, meine Mutter präsentierte ein Buffet nachmittäglicher Süßigkeiten, mit dem wir die gesamte Hausgemeinschaft satt bekommen hätten, und mein Vater hielt eine rührende Laudatio auf seine große Tochter. Meine jüngere Schwester und ihr bester Freund hatten sich bereit erklärt, für mich zu singen (und wer mein Schwesterlein kennt, weiß, was für ein großes Geschenk das ist). Mit ihrer Interpretation diverser Duette und Solosongs aus der Welt der Musical-, Pop- und Filmmusik brachten sie wie immer mein Herz zum Schmelzen und meine Wangen zum Glühen. Ich habe mich wahnsinnig darüber gefreut!

Meine andere Schwester schenkte mir ein Foto von der kleinen Nimien, die ich einst gewesen war, und meine Freunde bedachten mich mit kleinen, symbolträchtigen Geschenken, in denen sich die Vorlieben und Eigenarten meiner Seele spiegelten. Natürlich wurden auch meine Urkunde und die Arbeit selbst herumgereicht, aber allen war klar, dass wir an diesem Abend weniger meine akademischen Würden feierten als vielmehr meine wiedergewonnene Freiheit. Nicht umsonst schenkte mir eine Freundin einen wunderschönen Stein als Symbol für den, der mir beim Abschluss der Arbeit vom Herzen gefallen war. Später aßen wir alle zusammen beim "Dicken Mann" und dann hieß es auch schon bald wieder Abschied nehmen. Schweren Herzens ließ ich sie alle ziehen, denn für einige, die ich schon lange nicht mehr gesehen hatte, war die Zeit viel zu kurz. Doch selbst wenn ich nicht mit allen so ausführlich hatte reden können, wie ich es mir vielleicht gewünscht hätte, war es doch wunderschön, dass sie alle da gewesen waren. Ich weiß gar nicht, wie ich das erklären soll: Es war einfach eine Atmosphäre warmer, liebevoller Zuneigung, in die ich mich zärtlich eingehüllt fühlte - und jeder und jede einzelne der Anwesenden hatte dazu beigetragen.

When it all comes true
Just the way you planned
It's funny but the bells don't ring
It's a quiet thing

When you hold the world
In your trembling hand
You think you'd hear a choir singing
But it's a quiet thing

There are no exploding fire works
Where's the roaring of the crowd
Maybe it's the strange new atmosphere
Way up here among the clouds

But I don't hear the drums
I don't hear the bands
The sounds I know such moments bring

Happiness comes in on tiptoe
Well, what do you know?

It's a quiet thing

A very quiet thing

06.02.2007 um 20:51 Uhr

Gedankenaustausch und Wortgefecht

von: Nimien   Kategorie: Herzensbegegnungen

Stimmung: Müde
Musik: Robbie Williams - Something Beautiful

Gestern Abend durfte ich innerhalb von vier Stunden zwei völlig unterschiedliche Arten der Kommunikation erleben. Ich war bei meiner lieben Freundin C. und wir sprachen über einige der Themen, die mich gerade bewegen: Feminismus und Prostitution, die Ungleichverteilung der Güter und Ressourcen und das bedingungslose Grundeinkommen. Es war ein wärmender, inspirierender und befruchtender Gedankenaustausch, der sich dadurch auszeichnete, dass wir beide uns an gemeinsamen Fragen entlangbewegten und diese im Licht unterschiedlicher Ansichten, Überlegungen und Argumente beleuchteten. Wir waren uns einig, dass es sich um hochkomplexe Themen handelte, für die es keine einfachen Lösungen gibt. Doch allein schon die Suche nach Antworten, das Betrachten der Fragen von verschiedenen Seiten, das Heranziehen von Begründungen und den lebendigen, achtsamen Austausch darüber empfand ich als ungemein bereichernd.

Später am Abend stieß C.'s Freund zu uns und auf einmal standen nicht mehr die Fragen im Mittelpunkt, sondern die Antworten, und was sich vorher vielfältig schillernd dargestellt hatte, wurde plötzlich ganz einfach. Dies und jenes war hanebüchener Unsinn, das ging ja nun überhaupt nicht und mit solchen Ansichten konnte man sich erst recht nicht blicken lassen. Plötzlich ging es nur noch um feste, vorgefertigte Positionen, die verteidigt werden mussten, um Standpunkte, die behauptet werden wollten, und um die Hieb- und Stichfestigkeit von Argumentationen. Was noch vor kurzem so fruchtbar und belebend gewesen war, wurde mit einemmal unbefriedigend und anstrengend. Natürlich kann auch so ein Wortgefecht recht erfrischend sein und in manchen Situationen hat es durchaus seinen Reiz. Aber unterm Strich kommt selten etwas dabei heraus. Während in einem Austausch der oben beschriebenen Art etwas Neues entsteht und meinen Ansichten zu einem Thema Knospen und Blüten wachsen, sind Wortgefechte der zweiten Kategorie erstaunlich steril. Letztlich hinterlassen sie bei mir einen schalen Nachgeschmack und das unbestimmte Gefühl, meine Zeit sinnlos vergeudet zu haben.

Mein erster Gedanke war, ob es sich dabei vielleicht um ein Mann-Frau-Problem handeln könnte, denn die Gesprächskultur der Platzhirsche, bei der es nur darum geht, am Ende Oberwasser zu behalten, ist unter Männern weit verbreitet. Aber dann fielen mir spontan drei oder vier Frauen ein, mit denen ich schon ähnlich fruchtlose Diskussionen geführt habe, weil es nicht um gemeinsame Fragen ging, sondern nur darum, die eigenen Antworten möglichst überzeugend zu verkaufen. (Und natürlich hatte ich auch schon wundervolle, inspirierende Auseinandersetzungen mit männlichen Gesprächspartnern.) So ist es am Ende wohl doch eher eine Frage der Persönlichkeit und der individuellen Zielrichtung - und womöglich auch von Stimmung und Tagesform -, auf welche der beiden Arten der Kommunikation eine Diskussion am Ende hinausläuft.

06.01.2007 um 12:56 Uhr

Gedankenaustausch

von: Nimien   Kategorie: Herzensbegegnungen

Stimmung: Nachdenklich und verhalten
Musik: Cursive - The Recluse

 (c) Verena N./pixelio.de

Die Begegnung mit anderen Menschen und insbesondere alle Arten echter Herzensgespräche - ob vor Ort, fernmündlich oder in Form von Briefen - sind für mich unglaublich wohltuend, klärend und heilsam. Mein Gedanken- und Gefühlswirrwarr lichtet sich und nimmt auf einmal Gestalt an. Die entscheidenden Fragen kristallisieren sich heraus und erste Antworten beginnen zu wachsen. Menschen, die mir ein echtes Gegenüber sind und mit denen ich im gemeinsamen Gedankenaustausch in tiefe Seelenschichten eintauchen kann, ohne dabei sofort Missverständnisse und Streitereien heraufzubeschwören, sind ein kostbares Geschenk. Danke!