Noch eine Liebesgeschichte

01.01.2018 um 04:29 Uhr

Frohes Neues Jahr, Arschloch!

Mitternacht ist längst vorbei. Die Meisten liegen längst schon zu Hause im Bett und schlafen.

 

Ich laufe zu Fuß nach Hause, mehrere Sektgläser über den Durst getrunken. Es war eine schöne Feier. Ich habe gelacht, getrunken, getanzt... und noch mehr getrunken. Setze mich in mein Auto. Fahren kann ich nicht mehr. Tausche meine Pumps gegen die Allwetterboots. Schließe mein Auto ab und marschiere Richtung Bett, mein Bett.

Mein Weg führt direkt an seinem Haus vorbei. Das Haus, wovon er behauptet hat, es wäre nun auch mein Haus. Gemeint hat er aber, solange ich mich nach seinen Regeln verhalte. Seine Pantoffeln dürfen überall herumliegen, aber meine... die haben hier nichts zu suchen. Er schreibt mir vor, wann ich die Bettwäsche zu wechseln habe. Doch auf meine Bitte, dass er sich doch die Hände nach der Toilette waschen soll, folgt ein Achselzucken und "pff". Die Klassiker. Hätte nie gedacht, dass diese schwachsinnigen Dinge ein Problem für unsere Liebe werden könnten. Wie dumm von mir. Ich habe unsere Liebe überschätzt. 

"Du warst immer meine Traumfrau, du bist meine Traumfrau und du wirst auch immer meine Traumfrau bleiben." hat er gesagt. 

Pff, dass ich nicht lache. 

Einen Scheiß bin ich. Gebrochen hat er all seine Versprechen. Alles nur Lüge, Schall und Rauch. 

Als ich auf der Höhe seines Hauses zum Halten komme, stehe ich wie angewurzelt da . Es sollte unser gemeinsames Zuhause sein. Fortan wollten wir nur noch gemeinsam durch's Leben gehen. Wie man sich doch täuschen kann. 

Ich stehe da. Starre abwechselnd auf sein Auto und auf die Eingangstür. Überlege, was ich mache. Keine Menschenseele zu sehen. Ich könnte ihm die Außenspiegel abtreten. Oder den Heckscheibenwischer abbrechen. Die Luft aus den Reifen lassen. Oder einmal mit dem Schlüssel quer über die Motorhaube kratzen "Arschloch". 

Oder ich lasse sein Auto zufrieden. Will schon einen Schritt zur Haustür machen, um Klingelmännchen zu spielen. Und zwar von der aller übelsten Sorte. 

Zwei Schatten, die sich auf mich zubewegen, halten mich jedoch in letzter Sekunde davon ab. 

Widerwillig setze ich meinen Heimweg fort. Tränen wische ich mir aus dem Gesicht. Kann nicht fassen, dass mir unsere Geschichte immer noch so sehr zu schaffen macht. Bin wütend auf mich selbst. Er ist es nicht Wert, sage ich mir immer wieder. Er ist es nicht Wert. 

Geh nach Hause, sag ich mir. Geh nach Hause, schlaf deinen Rausch aus und morgen... morgen bricht ein neuer Tag, ein neues Jahr an. Irgendwann wirst du nicht mehr weinen. Weil er dir egal ist. Bestimmt.  

06.10.2017 um 11:04 Uhr

Merkwürdig viele Seitenaufrufe

Hallo,
wie vielleicht einige gesehen haben, mache ich im Moment eine kleine Schreibpause. Die Tatsache, dass mein Exfreund mitliest oder zumindest mitlesen könnte, beeinflusst mich, ob ich will oder nicht, in der Art was ich und wie ich etwas schreibe.
Durch diesen Blog habe ich eine schöne Möglichkeit gefunden, über meine Gefühle und Gedanken zu schreiben. Es sind sehr persönliche Gedanken. Sie machen nicht unbedingt immer einen Sinn. Aber so ist das ja häufig, wenn man Gefühle und Gedanken aus Kopf und Herz in Buchstaben und Zeilen verwandelt.
Es macht mich traurig, dass ich diese Möglichkeit hier in diesem Blog nicht mehr nutze.
Tja, selbst schuld. Aber unterm Strich fühle ich mich momentan so besser.
Mir erscheint es ungerecht, dass er die Möglichkeit hat, in meinen Gedanken zu lesen, sich ein Urteil zu erlauben und ich nicht annähernd an seine Gedanken herankomme. Es kann natürlich auch sein, dass ich mir unnötig Sorgen mache und er überhaupt gar nicht daran interessiert ist, was ich denke oder was ich gerade mache. Aber auch, wenn die Wahrscheinlichkeit sehr gering ist, möchte ich diese dennoch ausschließen. Zumindest noch für eine Weile. Bis ich wieder ganz bei mir angekommen bin und mir es vollkommen egal ist, was er über mich denkt.
Also nie. ;-)

Aber mal was anderes. Ich habe gesehen, dass ich kürzlich an zwei Tagen merkwürdig viele Seitenaufrufe hatte. An einem Tag sollen 2 Besucher auf 28.704 Seitenaufrufe gekommen sein und an einem anderen Tag 17.483.017 Seitenaufrufe auf 342 Besucher. Also ich meine, toll, wenn das stimmen würde. Wow, ich bin Millionärin, zumindest was Seitenaufrufe betrifft. Allerdings glaube ich, dass das schwer möglich ist. Hat vielleicht eine/r von euch ähnliches erlebt? War das vielleicht ein Fehler im System? Was kann das gewesen sein?

26.06.2017 um 00:27 Uhr

Ich habe einen Entschluss gefasst

Nächste Woche ist es ein Jahr her. Eine ganz schön lange Zeit. Und doch kommt es mir wie gestern vor, als wir uns noch in den Armen lagen und uns darüber einig waren, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Ob die Trennung hätte vermieden werden können, spielt keine Rolle mehr. Es ist geschehen und ich kann es nicht rückgängig machen. Keiner kann es.

Ich versuche seither, mit den Folgen zu leben. Habe gehofft, dass trotz jeden Widerspruchs, am Ende tatsächlich alles gut wird. Doch die Aussichten darauf schwinden mit jedem Tag.

Ich habe einen Entschluss gefasst.
Wir gehören, seit ich hierhergezogen bin, dem selben Sparclub an. Jeden Dienstag, oder zumindest fast jeden Dienstag, sehen wir uns in unserer Kneipe. Ich hätte dieses Kapitel schon längst hinter mich lassen sollen. Aber ich habe geglaubt, es würde mir mit der Zeit gelingen, mich daran zu gewöhnen, ihn regelmäßig dort zu sehen. Außerdem habe ich nette Bekanntschaften geschlossen, die mir wenigstens ein kleinesbisschen das Gefühl geben, ein Teil der Gemeinde zu sein.

Ich wollte mir diesen Teil erhalten.

Doch es macht mir etwas aus, ihn dort zu sehen. Immer noch. Er beeinflusst mich, löst in mir Gefühle aus. Ob er da ist oder nicht. Ich freue mich, wenn er da ist. Bin enttäuscht, wenn er nicht da ist. Es fühlt sich merkwürdig an, wenn wir uns unterhalten. Es schmerzt, wenn er mich ignoriert.

Erst gestern sind wir wieder aufeinander getroffen. Sieben Jahre alt ist unsere Kneipe geworden. Vier Jahre waren wir beide ein Teil davon. Wir haben in dieser Zeit zusammen gelacht, neue Freunde gefunden, Krisen durchlebt, uns getrennt, wiedervereint und dann doch wieder getrennt.
Der Besitzer kennt uns persönlich, unsere Geschichte haben viele miterlebt, uns in den Arm genommen, mit uns gefeiert und getröstet.

Es wird Livemusik gespielt, open air auf einem LKW-Anhänger. Irische Musik, deutsches Bier und Schnaps aus Sardinien machen Stimmung. Es wird getanzt, getrunken und gelacht. Er steht dort, ich hier. Er sieht mich nicht an, als ich die Runde begrüße. Also ein Tag, an dem er mich ignoriert.

Ich kann und möchte mir das nicht länger antun. In zwei Wochen ist Sparfest. Das Ersparte wird ausgeschüttet, es wird ein Buffet geben und eine Verlosung. Und dann wird jeder gefragt, ob er weitersparen möchte.

Lange habe ich mit mir gehadert. Soll ich, soll ich nicht. Ich habe mich nun dazu entschlossen, nicht weiterzusparen. Ich werde den Sparclub verlassen und ihm das Feld überlassen. Das ist sicher auch in seinem Sinn. Es ist seine Stadt, seine Gemeinde. Ich ziehe mich zurück.
Es tut mir zwar Leid um meine Dienstagabende, aber ich denke, so ist es am Besten. Ich möchte nicht weiter erleben, wie er sich verändert. Sich von mir entfernt, mir fremd wird. Sich bemüht, mir zu zeigen, dass ich ihm nichts mehr bedeute. Denn das nötigt mich dazu, ebenso zu tun, als wenn er mir nichts mehr bedeutet. Jede meiner Bewegungen, jedes Lachen, jeder Blick, meine Gestik, einfach alles wird von seiner Anwesenheit beeinflusst. Ich will das nicht mehr. Zudem möchte ich nicht mitbekommen, wenn er eines Tages mit einer Neuen dort auftaucht.

Diese Stadt kann ich leider noch nicht verlassen. Mindestens zwei Jahre noch wird meine Tochter hier zur Schule gehen. Natürlich kann es passieren, dass wir uns weiterhin zufällig begegnen. Wir wohnen nur einen Kilometer voneinander entfernt. Doch selbst in einer Kleinstadt wie dieser, ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering. Es wird uns beiden Gelegenheit geben, voneinander loszukommen.

Diese Liebe war unglaublich. Und sie wird es immer bleiben. In meinem Herzen. Auch wenn wir es nicht geschafft haben, den Traum, unseren Traum vom Glück zuendezuleben.

17.06.2017 um 22:03 Uhr

Meine Gefühle haben Pause

Die Arbeit ruft. Es ist Wochenende, Zeit sich auszuruhen. Für mich nicht. In Frankfurt bin ich zum Messestandaufbau eingeteilt. Es ist anstrengend. Doch ich genieße diese Anforderung, die an mich gestellt wird. Keine Zeit nachzudenken über Dinge, die ich nicht mehr ändern kann. Um so schöner ist das Gefühl, gebraucht zu werden. 

Ich bin so dankbar für diesen neuen Job. Dankbar für die neue Herausforderung und die neue Chance, mich beruflich weiterzuentwickeln.  

Für mich ein Grund mehr, die Hoffnung niemals aufzugeben. Auch wenn man manchmal meint, die Welt bricht um einen herum zusammen. Irgendwann wird alles wieder gut. Ich glaube wieder daran. Ich muss es mir nur jeden Tag immer wieder auf's  Neue  sagen ;-)  

16.06.2017 um 03:02 Uhr

Gedanken lesen heißt nicht, sie auch zu verstehen

Es ist Mitternacht. Zeit, um schlafen zu gehen.
Für mich sind die Nächte im Moment wieder sehr kurz. Ich gehe spät ins Bett und wache früh wieder auf. Jeden Tag versuche ich auf´s Neue, meinen Blick nach vorne zu richten. Es gelingt mir nur nicht.
Viele können nicht verstehen, dass ich mich immer noch mit der Vergangenheit beschäftige. Kurz gesagt mit ihm. Ich glaube, selbst er würde es nicht verstehen.
Dabei habe ich mal geglaubt, dass er mich am allerbesten verstehen würde. Die Sache ist nämlich die.

Als ich noch in Essen gewohnt habe, kam er eines Morgens zu mir und beichtete mir, dass er in meinen alten Tagebüchern gelesen habe. In meinem überdurchschnittlich wilden Chaos hatte ich sie unter meinem Bett deponiert. Es waren Bücher, die ich als Teenager geschrieben hatte, während unserer ersten Beziehung. Schon in den achtziger Jahren hatte ich das Bedürfnis, meine Gedanken zu Papier zu bringen. Einfach, um meinen Kopf frei zu kriegen. Er entschuldigte sich für seine Neugier. Ich fand es nicht schlimm. Ich hatte ja nichts vor ihm zu verbergen. Außerdem war er zu der damaligen Zeit dabei gewesen. Ich fand es wohl ein bisschen merkwürdig, dass er sie unter meinem Bett hervorgekramt hatte, um sich einen Einblick zu verschaffen. Aber ich war zu verliebt, um ihm böse zu sein.

Das war aber nicht alles. Im Mai 2013 besuchte ich ihn zum ersten Mal in seinem Haus. Plötzlich beugte er sich zu mir und fragte mich: "Sag mal, bist du dir wirklich sicher, dass du mit mir zusammen sein möchtest?" Ich war irritiert und fragte ihn, warum er das wissen wolle. Ich war überrascht, dass er meine Absichten in Frage stellte. Da erfuhr ich, dass er ein weiteres Dokument gelesen hatte.

Ich schreibe hier ja schon etwas länger. Angefangen hatte es mit dem Versuch, meine vergangene Beziehung mit einem Verflossenen aus dem Jahr 2005 zu verarbeiten. Eine langwierige, unangenehme Geschichte, die ich aber letztendlich in den Griff bekommen hatte, lange bevor wir uns wiedergesehen hatten. Mir fiel wieder ein, dass ich in meiner Wohnung über meinem PC einen Ausdruck aufgehangen hatte. Es handelte sich um einen Kommentar zu einem meiner Artikel, den ich hier verfasst hatte. Es war ein sehr schön geschriebener Kommentar von einem Leser, der meine Texte sehr gelobt hatte. Ich war so gerührt, dass ich ihn ausgedruckt hatte. M. hatte ihn gelesen, als ich nicht im Zimmer war. Ich hatte ihm von meinem Blog erzählt. Dass ich einen Weg gefunden hatte, meine Gedanken in Form eines Onlinetagebuchs im Internet anonym zu veröffentlichen. Von seiner Neugier angetrieben, hatte er den Text gelesen, in dessen Zusammenhang auch mein Pseudonym genannt wurde. Es war für ihn also leicht, meinen Blog im Internet zu finden.

"Willst du wirklich mich? Oder hast du nur Torschusspanik?" fragte er mich. Torschusspanik? Wie kam er nur auf den Gedanken. Ein wenig beleidigt war ich schon. Und verletzt, dass er so etwas annahm. Natürlich wollte ich ihn. Ich fühlte mich ein wenig bedrängt, ihm erklären zu müssen, dass die wieder aufflammende Beziehung zu ihm für mich etwas ganz Besonderes war und mit den vergangenen Versuchen, den Richtigen zu finden, nicht zu vergleichen war.

Er hatte den ganzen Blog gelesen. Meine geheimsten Gedanken. Die Verabeitung einer vergangenen Liebe, meine Empfindungen während meiner Beziehung mit Markus, meine Erfahrungen mit diversen Onlinebekanntschaften, die Bewältigungen meiner Zweifel, Wünsche und Träume. All das hatte er gelesen.

Ich wusste gar nicht, wie mir geschah. Sollte ich böse sein, dass er ungefragt meine anonymen Texte gelesen hatte oder gerührt über sein Interesse an mir? Wieso hatte er mich nicht vorher gefragt, ob er sie lesen darf? Und wenn er die Texte schon gelesen hatte, warum nahm er an, dass ich Torschusspanik hatte? Machte ich wirklich diesen Eindruck auf ihn? Ich hatte Mühe, ihn davon zu überzeugen, dass ich natürlich ihn wollte und dass das nichts mit Panik zu tun hatte. Was hatte er denn geglaubt? Dass er für mich die letzte Cola in der Wüste war?

Ich wollte ihn. Ich liebte ihn. Und ich tue es immer noch. Er war für mich eine Art Rettung. Ja. Aber anders als er es annahm. Für mich war er der Mann, den ich zum allerersten Mal wirklich geliebt habe. Und dass wir uns nach 24 Jahren wiedergesehen haben und uns erneut ineinander verliebten, war für mich eine Chance, endlich das wiederzuvereinen, was zusammen gehörte. Er und ich, wir beide. Endlich konnte ich all meine missglückten Beziehungen hinter mich lassen und neu anfangen. Es gab keine Zweifel mehr. Meine Träume sollten endlich wahr werden. Ich hatte nur noch einen Wunsch. Mit ihm wollte ich den Rest meines Lebens verbringen.

Aus heutiger Sicht kann ich immer noch nicht verstehen, dass er all dies in Frage gestellt hatte. All meine Versuche, ihn in der Vergangenheit zu halten, unsere Probleme zu lösen, mich in Gesprächen zu erklären, waren Zeichen meiner Liebe. Ich habe geglaubt, er würde mich verstehen. Gerade weil er meine geheimsten Gedanken gelesen hatte.
Ist es wirklich auf das altbekannte Problem zurückzuführen, dass Männer und Frauen nicht die selbe Sprache sprechen? Er hat alles gelesen, gehört und mich gesehen. Doch all sein Wissen hilft ihm nicht, es auch zu verstehen.

Ich glaube, dass er immer noch mitliest. Auch wenn er es niemals zugeben würde.
Einige Male habe ich schon daran gedacht, damit aufzuhören. Aber im Ursprung sind es meine Texte, meine Gedanken. Ich muss mich nicht dafür schämen. Letzendlich sind es Gedanken einer Frau, die er mal sehr geliebt hat.