Novemberkind

20.03.2016 um 10:50 Uhr

6 Jahre

Heute ist der 20.03.2016. 2016! 2016! Zweitausendundsechzehn. Ich kann es immer noch kaum fassen.

Mittlerweile ist der Unfall 6 Jahre her und in der Zwischenzeit ist unendlich viel passiert. Abitur, FSJ, Ausbildung und nun .. nun lebe ich gerade in einem Land weit, weit weg von Deutschland. Und ich glaube, das tut mir furchtbar gut. Es ist vielleicht sogar ein bisschen ein Neuanfang, ein Umdenken, Zeit zum Besinnen und Zeit, mal nur von Tag zu Tag zu leben.
Ich glaube, ich bin nun auch wieder bereit, Menschen besser an mich heranzulassen, ihnen einen Platz in meinem Herzen zu geben und sie nicht aus Angst vor einem möglichen Verlust von vorne herein auf Distanz zu halten. So ein bisschen ist das bestimmt auch meine Persönlichkeit, so ein bisschen war es vielleicht auch die Trauer ..

Inzwischen bin ich auch dankbar. Unendlich dankbar. Für die gemeinsame Zeit. Für die vielen schönen Augenblicke. Für die Momente des gemeinsamen Lachens und auch für die Momente des gemeinsamen Weinens. Für das Gefühl von echter Freundschaft. Für das Gefühl von Geborgenheit. Für diese einmalige Freundschaft. Für die hoffentlich für immer bleibende Erinnerung.

Ich bin unendlich traurig, dass du nicht mehr bist. Und ich bin unendlich froh, dich in meinem Leben gehabt zu haben.
Es wird immer unfair bleiben, du wirst immer fehlen und du wirst nicht vergessen, solange die Menschen, die dich liebten und lieben, leben.



20.03.2015 um 22:51 Uhr

5 Jahre


5 Jahre ist der Unfall nun schon her. Unglaublich.

Auch heute habe ich mir wieder Zeit genommen, Zeit nehmen können, mich mit ihrem Tod und mit meinem Trauerweg zu beschäftigen.

Es gibt immer noch einige Dinge, die ich seitdem vermeide, wie zum Beispiel ihren Namen aussprechen, oder
ihre Lieblingssüßigkeiten essen - sie mochte gerne Halloren-Kugeln, Milka Schokolade (Erdbeerjoghurt), grüne saure Schnüre - oder auch Bilder aus der Zeit mit ihr in Gegenwart anderer Menschen anschauen ..

Dafür denke ich bei sogut wie jedem Ausritt an sie. In meinem Portemonnaie steckt immer noch eine Karte von ihr. Ich habe sie in meinen Handykontakten nicht gelöscht, obwohl ich weiß, dass ihre Nummer schon längst neu belegt wurde. Ihre SMS sind mit aufs (damals) neue Handy übertragen wurden und ebenfalls nicht gelöscht.

All das und noch viel, viel mehr ist meine Art, sie in meinem Leben zu behalten. Gegen das Vergessen anzukämpfen, Momente des Vermissens zuzulassen, die Erinnerungen aufrecht zu erhalten und doch dabei seinen eigenen Lebensweg zu bestreiten.



Thanks for all you've done
I've missed you for so long
I can't believe you're gone
You still live in me
I feel you in the wind
You guide me constantly


("In Loving Memory" - Alter Bridge)

20.03.2014 um 21:36 Uhr

4 Jahre.

 

Frühdienst, Erkältung, ausbildungsbedingte Verpflichtungen .. Ich hätte mir heute Abend gerne so viel mehr Zeit zum Erinnern genommen. 

Die Gedanken kreisen, ob man Zeit dafür hat oder nicht. Es braucht keinen vorgegebenen Tag zum Vermissen, zum Erinnern, zum Weinen und auch nicht zum vielleicht noch wehmütigen Lächeln über die vielen, vielen wunderschönen Momente ... 

 

 

 

Deine Kerze brennt nur wenige Tage noch im Jahr. Aber trotzdem: Ich vermisse Dich, nicht nur heute, sondern jeden Tag. Und das ist auch gut so. 

 

 

 

 

25.11.2013 um 21:27 Uhr

Älter ...

 

Drei Jahre Altersunterschied trennten uns. Ab morgen bin ich älter, als sie je werden durfte... 

Komisches Gefühl. Ich bin schon lange kein ambitioniertes Geburtstagskind mehr und werde es dieses Jahr auch nicht sein. 

14.10.2013 um 22:00 Uhr

Nur zu Besuch.

 ...

Nächstes Wochenende fahre ich nach drei Jahren wieder an den Ort, an dem alles begann und auch alles endete. Ich freue mich darauf, sie zu besuchen, obwohl "Freude" das falsche Wort dafür ist ... Erfüllen von Sehnsucht vielleicht eher.

Auf unsere gemeinsamen Bekannten freue ich mich wirklich. Ein Stück früheres Leben und ein Stück Erinnerung .. 

Sonntag wäre ihr Geburtstag. Sonntag wird eine Kerze von mir an ihrem Grab brennen.

 

 

Nur zu Besuch - Die Toten Hosen


Immer wenn ich dich besuch,
fühl ich mich grenzenlos.
Alles andre ist von hier aus so weit weg
Ich mag die Ruhe hier
zwischen all den Bäumen,
als ob es den Frieden auf Erden wirklich gibt.
Es ist ein schöner Weg,
der unauffällig zu dir führt,
ja ich hab ihn gern,
weil er so hell und freundlich wirkt.
Ich habe Blumen mit.
Weiß nicht, ob du sie magst.
Damals hättest du dich wahrscheinlich sehr gefreut
Wenn sie dir nicht gefall’n,
stör dich nicht weiter dran,
sie werden ganz bestimmt bald wieder weg geräumt.
Wie es mir geht?
die Frage stellst du jedes Mal!
ich bin OK,
will nicht, dass du dir Sorgen machst.
Und so red ich mit dir wie immer,
so als ob es wie früher wär,
so als hätten wir jede Menge Zeit.
Ich spür dich ganz nah hier bei mir
kann deine Stimme im Wind hör’n
und wenn es regnet, weiß ich, dass du manchmal weinst
bis die Sonne scheint,
bis sie wieder scheint.
Ich soll dich grüßen
von den andern,
sie denken alle noch ganz oft an dich
Und dein Garten,
es geht ihm wirklich gut
Obwohl man merkt, dass du ihm doch sehr fehlst.
Und es kommt immer noch Post, ganz fett adressiert an dich,
Obwohl doch jeder weiß,
dass du weggezogen bist.
Und so red ich mit dir wie immer
und ich verspreche dir,
wir haben irgendwann wieder jede Menge Zeit.
Dann werden wir uns wieder sehn.
Du kannst dich ja kümmern, wenn du willst,
dass die Sonne an diesem Tag auch auf mein Grab scheint.
dass die Sonne scheint,
dass sie wieder scheint