"Some days are special. Some days are so, so blessed."

18.09.2010 um 00:16 Uhr

It's not that easy being green

von: Orien

 Es ist nicht einfach, ein Gutmensch zu sein. Einmal wären da die Sachen, bei denen ich gar nicht weiß, ob ich damit gerade die Umwelt total belaste oder irgendwo jemanden ausbeute.


Und viel schlimmer: Die Dinge, bei denen ich weiß, dass was anderes besser wäre, aber es mich nicht genug kümmert oder es mir finanziell nicht leisten kann. 

Wobei sich das ändert: Eier z.b. kaufe ich gar nicht mehr aus Käfighaltung. Für mich fast nur noch Bioeier oder vom regionalen Markt. Für größere Gruppen mindestens Bodenhaltung - wenn mögilch aber eben auch Bio Freiland. Das war früher anders - allerdings habe ich auch das Gefühl, dass Bioeier günstiger geworden sind. Ich habe zwar nicht viel -  aber der Unteschied zwischen 10 Eier für 1,19 zu 6 Eiern zu 1,69 ist dann doch so, dass mir das wert ist und ich mir leisten kann.

Aber Hackfleisch oder Putenbrust  jetzt z.b. -  ja, das kaufe ich bei Aldi oder Lidl (Doppelfrevel!) etc. Abgepackt. Das ist gut. Aber ich muss mir da gar nichts vormachen - das wird nicht von den massierten Kühen in Kleingruppenweidehaltung sein oder den sanft aufgezogenen Puten. Ich esse mittlerweile zwar viel seltener Fleisch - aber immer noch so, dass ich mir die regionale Ökovariante eher nicht leisten kann. Dafür müsste es nochmal viel seltener Fleisch sein und...neee. 

Letztes WE habe ich Sushi gegessen. Mit rohen Thunfisch. Das war extrem lecker.  Heute höre ich, dass man das am besten gar nicht mehr tun sollte, weil total überfischt und pöhse. Verdammt. 

Die Liste wird länger und länger. 

Bio ist übrigens nicht gleich qualitativ gut oder Fairtrade. 

Irgendwie würde ich ja gerne ein "grünes" Leben führen - aber das ist schon..komplizierter und teurer, als gedacht bzw. es einem auch manche weiß machen wollen. Zudem ploppen ja immer neue Informationen auf. Propaganda gibt es von allen Seiten - sowohl von den Schutzvereinigungen wie Industrie. 

Was mich aber nicht davon abhält, in langsamen Stücken nach und nach immer mehr drauf zu achten und wo es geht bzw. was mich überzeugt hat,  anzupassen. 

Wobei mein Schwerpunkt da ja ganz klar auf Fairtrade/Sozial und Tierschutz liegt als auf "Bio" im Sinne von "Keine Gentechnik" etc. 

 

Ich würde ja gerne wissen, wo meine Klamotten herkommen bzw. eben nur solche kaufen, bei denen alle beteiligten Arbeiter vernünftig behandelt und bezahlt wurden. Das glaube ich bei vielen 9 Euro-Shirts nicht. 50 Euro Shirts müssen das aber leider auch nicht gleich heißen. Meine Anbieter sind begrenzt. Ich frage nach und rege andere an, das ebenfalls zu tun, einfach um bei der Konzernleitung vielleicht präsent zu machen, dass es den Kunden wichtig ist. 

UP hatte mal in einer Saison eine kleine Auswahl an "organic" und ich glaube auch "fair" Shirts. Allerdings nur bis Größe 54 oder so. Warum auch immer. War es ein Testlauf? Ich weiß es nicht. 

Selber nähen ist auch so eine Sache - wirklich sagen woher die einzelnen Stoffe genau kommen, können die wenigsten.  Abgesehen davon, dass ich dann nur noch in Tuniken rumlaufen müsste, weil zu mehr meine Fähigkeiten nicht reichen.

Sicher fair produzierte Stoffe sind selten, in wenigen Arten und zudem meist recht teuer (angemessen, aber....ähä). 

Euch fallen sicher auch noch viele ähnliche Punkte ein.

 

 

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenKiddolu schreibt am 18.09.2010 um 16:24 Uhr:Ich saß vor kürzerer Zeit in einem Restaurant-Kneipending, die u.a. Pizza anbieten. Jahrelang aß ich dort eine Pizza mit Thunfisch und Zwiebeln. Nun sind alle Thunfisch-Speisen, also auch Toast etc., aus dem Programm gestrichen, weil, wie du sagtest "bööööse", "überfischt" und "nicht gut für's grüne Gewissen". Nun, das Restaurant-Ding engagiert sich, ist ja schön.
    Dennoch muss ich auch zugeben, dass ich weiterhin auf Thunfisch stehe, ist das nun schlimm?
  2. zitierenOrien schreibt am 18.09.2010 um 16:38 Uhr:Sache ist, dass in den Dosen, die es so gibt und üblicherweise auf Thunfischpizza/Toast etc. drin sind, gar nicht die gefährdeten Thunfischdinge drin sein können.
    Die Japaner kaufen alles weg und bezahlen hohe Summen.

    Das kann bei der Dose zu 49 Cent nicht sein.

    Und ich glaube auch, dass dieses Thunfischsteak/der rohe Thunfisch bei Sushi etc. was anderes ist als das Zeug in Dosen.

    Wer mehr weiß, möge sich melden. Ich wollte das mal nachgucken, was genau das für Thunfisch in der Dose ist.


    Weiterhin auf etwas zu stehen ist nicht schlimm. Ich bin ja ey eher locker eingestellt, was so Kram angeht.
    Die Frage ist halt, in wie weit man es mit dem eigenen Gewissen tatsächlich vereinbaren kann.


    Ein Ding, worauf ich achte und seit Jahren vermeide ist z.b. "Aspartam" - ein Süßstoff from hell, der in Cola light und überhaupt den meisten light Getränken drin ist.
    Das erkläre ich aber meist nur, wenn man mir Getränke anbietet und ich eben auf die Zutatenliste gucke. Hängt auch damit zusammen, dass ich den nicht vertrage. So fing das erst an, dass ich mich drüber informierte.

    Dennoch lasse ich jeden fröhlich Cola light literweise trinken ohne Moralpredigten zu halten.

    Also: Selbst wenn ich für mich jetzt beschließe zu versuchen auf Thunfisch bzw. bestimmte Fische generell so gut es geht zu verzichten, könntest du dennoch weiterhin vor mir fröhlich Thunfischpizza essen, ohne dass ich was sage. Außer "Guten Appetit" vielleicht.
  3. zitierengenug_gelitten schreibt am 22.09.2010 um 20:36 Uhr:Ja ich schau auch auf Aspartam-freie Sachen;-) Mag kein Nervengift. Gibt kaum nen Kaugummi wo das nicht drin ist.
    Klar Zucker ist auch nicht gesund, aber lieber will ich den drin haben in Trinken und Co als dieses Aspartam-Zeugs.

    Ich bin eine große Tierliebhaberin, muss aber gestehen, dass ich nicht vegetarisch leben kann*schäm* und aufgrund begrenzter finanzieller Mittel auch aufs Geld schauen muss.
    Doch ich mach es auch ähnlich und schau zumindest in kleinen Ansätzen z.B. bei Eiern auf Freilandhaltung.
    Oder schau bei Kosmetik/etc auf natürliche Sachen...
    Nicht viel, aber besser als garnichts und mir-egal-Einstellung...

    Werd mal öfters bei Dir mitlesen;-)
  4. zitierenOrien schreibt am 26.09.2010 um 01:16 Uhr:Wobei sie ja zum Glück Aspartam tatsächlich angeben müssen. Ist ja nicht bei allen Dingen immer so der Fall. Also kann man ihm ganz gut aus dem Weg gehen ;)

    Tierliebhaberin bin ich auch - was aber nicht heißt, dass ich dagegen bin, Tiere zu essen. Wofür man sie im Normalfall vorher auch schlachten sollte. Allerdings eigentlich bei möglichst guter Haltung, schneller, "tiergerechter" Schlachtung - ohne lange Transporte, Wartezeit etc.

    So das Idealbild.

    Tatsächlich kaufe ich - sei es mangels Möglichkeit, mangels Geld und ja oft genug auch wegen Faulheit - immer noch viel zu oft Geflügelbrüste vom Discounter und auch nicht immer die Biovariante.

    Es gibt noch viele Baustellen. Sehr viele.

    Aber ein bißchen was tun ist besser als nichts, solange man bestrebt ist das immer weiter auszubauen ;)

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