Paris, Paris...

26.05.2009 um 19:23 Uhr

Rückblick: Termin beim Studienfachberater

von: jeary   Kategorie: Uni-Organisation

Hallo!

Mit einigem an zeitlicher Entfernung also nochmal zum Termin beim Studienfachberater.(Ach, wie schön, daß man die Beiträge hier rückdatieren kann...)

Tierisch nervös, mit einem dicken Stapel Papier und dem Gefühl, auf keinen Fall ausreichend vorbereitet zu sein, schlage ich also beim Studienfachberater meines Vertrau... naja, sagen wir lieber... dem die Fakultät vertraut, auf. Vereinfachenderweise hat der gute Mann grundlegende Französischkenntnisse, ich komme also drumherum, jede einzelne Fachbeschreibung Wort für Wort zu übersetzen. Hätte ich auch getan, aber dann hätte das ganze noch länger gedauert. Wir schauen also kurz über sämtliche von mir gewählte Fächer drüber und ich bekomme so ziemlich alles abgenickt, was ich mir so ausgedacht habe.
Ein Wahlpflichtfach überschneidet sich zu arg mit den hiesigen Pflichtveranstaltungen, sodaß das mit der Anerkennung nichts wird. Zwei Fächer, die mich einfach mal interessieren, lassen sich hier in keinen Bereich einsortieren. Nun ja, damit hatte ich gerechnet, das tut mir nicht so weh - hören mag ich es trotzdem, zumal es im ersten Semester stattfindet, da kann ich mich dann reinhören, ohne, daß die Thematik komplett eine neue ist.
Das eine Pflichtfach, daß ich in Frankreich absolvieren möchte, muß ich vom Fachprof abnicken lassen, um die Äquivalenz sicher zu stellen, also werde ich mal noch ein paar Emails schreiben - und dann sollte das alles recht fix durchgehen.

Vorher natürlich nochmal ein Kampf gegen das Motivationsschreiben, diesmal in französischer Sprache.

Gruß,

J.-

(eigentlich am 11.06.2009)

20.05.2009 um 18:06 Uhr

Was bisher geschah...

von: jeary   Kategorie: Uni-Organisation

 

  • 05.05.09 - erste Recherche zum Thema Erasmus-Restplätze, im Auslandsamt keinen erreicht, Infoveranstaltung "Studieren in der Türkei"
Ins Ausland wollte ich schon immer - erst im Frühjahr wurde mir klar, daß ich nicht mehr ewig studieren werde und wenn, der einzige Zeitpunkt außerhalb meines Betriebspraktikums dann wohl jetzt wäre. Mist. Und alle Fristen schon durch. Panik. Irgendwann was von möglicher späterer Bewerbung auf Restplätze gelesen, Gedanken sofort ad acta gelegt - es werden sich sicher Massen von Studenten auf diese Plätze bewerben, da bleibt nichts über, das wär ja verrückt. Chance verpaßt. Da mich der Gedanke nicht mehr losließ, mußte ich zumindest nachfragen, um mir die sichere negative Antwort abzuholen.
Den Einfach-Nachfragen-Plan hatte ich allerdings ohne die unvorhersagbaren Sprechzeiten im Akademischen Auslandsamt gemacht. Da war einfach mal keiner da. Nun gut, könnte am Haufen Sonderveranstaltungen liegen, der die Tage lief, ich hab mir ja schließlich auch den Vortrag über die Türkei angehört - und festgestellt, daß ich, wenn ich nach Antalya will, ins FreeMover-Programm müßte - und dafür sind die Fristen natürlich nun wirklich schon durch. Die beiden vorgestellten Unis klangen aber auch enorm gut (komplett englische Lehrveranstaltungen...) - also definitiv einen Gedanken wert.

  • 06.05.09  - Dame vom Auslandsamt auf dem Mensavorplatz erwischt - noch Restplätze da: "Kommen'se aber gleich morgen früh, das muß jetzt schnell gehen.", Infoveranstaltung "Studieren in Frankreich"

Im Rahmen der go-out-Tage, während denen auch einige Infoveranstaltungen zu den Studienmodalitäten in diversen Ländern angeboten wurden: lustige Stände auf dem Mensavorplatz. Da konnte sie mir nicht wegrennen :D. Um genau zu sein meinte sie, daß sie noch nicht einmal wüßte, welche Restplätze denn tatsächlich noch alle da sind, weil noch nicht alle Meldungen rein sind. Faszinierend.
Nachmittags dann noch in den Vortrag zum Studieren in Frankreich. Dort einige Studenten, die bereits ihre Nominierungen für's Erasmusprogramm haben - Neid! Und das klingt alles nicht so schwer... die notwendigen Sprachnachweise habe ich, Informatik ist nicht so abgehoben, daß es nicht angeboten würde...

 

  • 07.05,09 - vormittags im Auslandsamt auf der Matte gestanden, keiner da; nachmittags mehr Erfolg; Bewerbung so schnell wie möglich, dann bin ich drin; Rücksprache mit Prof. ob Empfehlung für Uniplatz möglich (positive Antwort)

Also stehe ich gleich am folgenden Vormittag zur Öffnungszeit im Auslandsamt. Und: Überraschung, keiner da! Sagen wir es mal so... es ist noch nicht so, daß ich damit gerechnet hätte, aber eine gewisse Vermutung bestätigt sich: "Die Mitarbeiterin ist heute außer Haus." - natürlich, ganz plötzlich, hat sie gestern nicht gewußt.
Mit ein wenig Verständnis meiner Übungsleiter (Danke für's Früher-Gehen-Lassen!) schlage ich zur Nachmittags-Sprechzeit wieder auf - diesmal mit mehr Erfolg. Es dürfen in diesem Jahr keine Plätze quer durch die Fakultäten vergeben werden, was wahrscheinlich der Grund für die vielen Restplätze in der Informatik ist (mal abgesehen von den Bachelorstudiengängen...) - aber auch heißt, daß ich auf das beschränkt bin, was unsere Fakultät bietet (abzüglich eines Platzes in Schweden, auf den sich nun mal schon jemand beworben hat). Nun ja, bleiben noch... Frankreich, Türkei, Ungarn, Rumänien,...*bla,blub* - genug Auswahl. Immer dieses Gefühl, als würde man in einem riesigen Süßigkeitenladen stehen und müßte sich für eins entscheiden.
Engere Wahl: Istanbul, Paris, Barcelona. Mein Spanisch ist nicht sooo toll und bräuchte einiges an Arbeit, fällt also schon mal raus (außer als BackUp). Endentscheidung, mal ohne ausführliche Beschreibung der Wege: Paris.
Am Nachmittag Rücksprache mit dem vermittelnden Prof, ob das für ihn in Ordnung geht und er bereit wäre, mich zu empfehlen. Ist er. Wow, das geht schnell. Zu schnell?

  • 10.05.09 - Kampf gegen das Motivationsschreiben
Nach einem Tag auf dem Spielemarkt verbringe ich einen Tag als Kontrastprogramm am Schreibtisch. Eine Aufgabe nimmt immer so viel Zeit in Anspruch, wie man ihr einräumt (mindestens) - das Ausfüllen der Bewerbungsunterlagen kostet mich einen kompletten Nachmittag. Dabei ist weniger das inhaltliche ein Problem - ich weiß ziemlich genau, was ich tun will und vor allem auch, warum ich es will. Das Problem sind eher der Haufen Zweifel und das Gefühl, sich selbst ziemlich arg überrollt zu haben mit der Aktion.
  • 11.05.09 - vomittas Bewerbungsunterlagen abgegeben; nachmittags Mail: Sie haben die Nominierung für den Erasmusplatz.

Vormittags geht es wieder ins Auslandsamt. Der Wartesaal ist voll - das ist unüblich, sonst war ich hier immer allein. Dafür ist aber auch jemand da. Und das ist ja auch irgendwie schön. Ein hektisches Hin- und Hertauschen von Papierkram. Ergebnis: Sozusagen tatsächlich vollständig. Und weil mir das natürlich eh keiner glaubt: Das Paßbild hat gefehlt, es geht ja nicht an, daß ich mal was im ersten Anlauf auf die Reihe kriege.
Nachmittags flattert die Mail rein, daß ich die Nominierung für's Erasmusprogramm habe und in den kommenden Tagen die Bewerbungsunterlagen der Universität Pierre et Marie Curie in Paris erhalten werde. Oh, Junge, ich glaub, die meinen das ernst. Mein ich das auch ernst?

  • 13.05.09 - Bewerbungsunterlagen von der Uni erhalten, Bewerbung für's Studentenwohnheim

Und das klappt tatsächlich. Eine relativ leere Mail mit einem dicken Anhang. Was die man alles von mir wissen wollen... Da steht noch "Falls sie ausgewählt werden sollten..." - bezieht sich das jetzt auf's Erasmusprogramm (wo ich ja schon drin bin) oder wählt die Uni nochmal aus? Doch noch eine Unsicherheit drin, die mich retten könnte vor dem drohenden Hungertod inmitten von Baguettestangen?
Daraufhin starte ich mal eine Bewerbung für das Studentenwohnheim für Erasmusstudenten in Paris. Wohnungen sind dort unbezahlbar, damit hätte ich zumindest eine Behausung für... nun ja... viel Geld, daß aber irgendwie klappen könnte.

 

  • 14.05.09 - Bestätigung der Bewerbung vom Studentenwohnheim

... und die Bitte um Einsendung weiterer Unterlagen. Nach kurzem Drüberschauen: Wohnheimplatz in Paris ist augenscheinlich schwerer als Studienplatz. Die wollen mehr von mir als Erasmus und Uni zusammen - und alles in zweifacher Ausführung. *brech*
Und natürlich Mail an den Studienfachberater abgesetzt, der meine Kurse in Frankreich absegnen muß, damit ich sie mir hier für's Studium anerkennen lassen kann. Erfahrungsgemäß dauern die Antwoten an dieser Stelle etwas länger, deshalb beziehe ich zusätzlich Posten vor seinem Büro, um mir durch penetrantes Nerven einen Termin zu verschaffen.

 

  • 15.05.09 - Mail vom Studienfachberater
Ich nehm alles zurück und behaupte das Gegenteil - nächsten Mittwoch bin ich dran. Bis dahin sind alle Kursinformationen durchzuarbeiten und entsprechende Äquivalenzen zum deutschen Studium deutlich zu machen. Uff, ich hoffe, sein Französisch ist gut, die Seite der UPMC ist nur teilweise übersetzt (und dazu gehören natürlich nicht die Seiten für Austauschstudenten, das wäre ja auch total unlogisch, das machen wir als letztes...). 

20.05.2009 um 17:26 Uhr

Neues Blog...

von: jeary

Stimmung: Nachdenklich bis genervt.

"Wenn Du irgendwann mal ins Ausland gehst, dann mußt Du aber unbedingt bloggen."

 Vollkommen grundlagenfreie Aussage eines Freundes vor einigen Wochen. Ich erinnere mich gerade dran, weil ich dabei bin, eine Email zu tippern, die mit x vor ihr geschriebenen Mails inhaltlich nahezu identisch ist. Und mich das ziemlich annervt. Denn alle möchten bitte schön informiert sein, wie es weitergegangen es, wann es weitergeht und warum überhaupt für drei Tage keine Meldung kam, obwohl doch alles Schlag auf Schlag gehen müßte.

Worum geht's? Wo Bloggen vor ein paar Wochen noch jeglicher Grundlage entbehrte, hat sich inzwischen eine ergeben - KleinJeary darf raus aus dem großen, weiten Deutschland (eventuell). Dies wird also ein typisches "Wooohooo, ich hau ab und ich hab keinen Bock ständig an jeden einzelnen Mails zu schreiben oder auch noch einen Newsletter zusammenzuklickern"-Blog eines zwischen Verzweiflung und Euphorie schwankenden Austauschstudenten. Vollkommen uninteressant für die meisten da draußen in der Webwelt, ich weiß. Mäßig interessant für die Daheimgebliebenen, weiß ich auch. Und gezwungenermaßen interessant für die, die das Los gezogen haben, mit mir verwandt zu sein. (Ich werde mich um einen lesefreundlicheren Schreibstil bemühen, wenn die Zeit reif dafür ist Fröhlich)

Natürlich weiß ich auch, daß ich genauso gut einen weiteren Abschnitt in der Wohnungssuche hätte anfangen können (das ist nämlich momentan das drückendste Problem der weiteren Planung...) oder auch im j_on_tour (was sogar noch ganz gut gepaßt hätte)... aber einerseits bin ich nicht scharf drauf, zu betonen, daß ich mal wieder, nach exakt einem Jahr, einen Mietvertrag kündige (Basti, verzeih mir!) und ich werde dieses noch so hoffnungsvolle Projekt sicher auch nicht direkt unter meinen gescheiterten Wanderversuch posten. Nein, da bin ich irgendwie... abergläubisch? Wie auch immer: Gibt's nicht, will ich nicht, und wenn auch nur, weil's anders geht. 

Wahrscheinlich sollte ich mir die Warum-Einträge am Anfang einfach sparen, um Angriffsfläche einzusparen. *feststell*

Gruß,

J.-