- 05.05.09 - erste Recherche zum Thema Erasmus-Restplätze, im Auslandsamt keinen erreicht, Infoveranstaltung "Studieren in der Türkei"
Ins Ausland wollte ich schon immer - erst im Frühjahr wurde mir klar, daß ich nicht mehr ewig studieren werde und wenn, der einzige Zeitpunkt außerhalb meines Betriebspraktikums dann wohl jetzt wäre. Mist. Und alle Fristen schon durch. Panik. Irgendwann was von möglicher späterer Bewerbung auf Restplätze gelesen, Gedanken sofort ad acta gelegt - es werden sich sicher Massen von Studenten auf diese Plätze bewerben, da bleibt nichts über, das wär ja verrückt. Chance verpaßt. Da mich der Gedanke nicht mehr losließ, mußte ich zumindest nachfragen, um mir die sichere negative Antwort abzuholen.
Den Einfach-Nachfragen-Plan hatte ich allerdings ohne die unvorhersagbaren Sprechzeiten im Akademischen Auslandsamt gemacht. Da war einfach mal keiner da. Nun gut, könnte am Haufen Sonderveranstaltungen liegen, der die Tage lief, ich hab mir ja schließlich auch den Vortrag über die Türkei angehört - und festgestellt, daß ich, wenn ich nach Antalya will, ins FreeMover-Programm müßte - und dafür sind die Fristen natürlich nun wirklich schon durch. Die beiden vorgestellten Unis klangen aber auch enorm gut (komplett englische Lehrveranstaltungen...) - also definitiv einen Gedanken wert.
- 06.05.09 - Dame vom Auslandsamt auf dem Mensavorplatz erwischt - noch Restplätze da: "Kommen'se aber gleich morgen früh, das muß jetzt schnell gehen.", Infoveranstaltung "Studieren in Frankreich"
Im Rahmen der go-out-Tage, während denen auch einige Infoveranstaltungen zu den Studienmodalitäten in diversen Ländern angeboten wurden: lustige Stände auf dem Mensavorplatz. Da konnte sie mir nicht wegrennen :D. Um genau zu sein meinte sie, daß sie noch nicht einmal wüßte, welche Restplätze denn tatsächlich noch alle da sind, weil noch nicht alle Meldungen rein sind. Faszinierend.
Nachmittags dann noch in den Vortrag zum Studieren in Frankreich. Dort einige Studenten, die bereits ihre Nominierungen für's Erasmusprogramm haben - Neid! Und das klingt alles nicht so schwer... die notwendigen Sprachnachweise habe ich, Informatik ist nicht so abgehoben, daß es nicht angeboten würde...
- 07.05,09 - vormittags im Auslandsamt auf der Matte gestanden, keiner da; nachmittags mehr Erfolg; Bewerbung so schnell wie möglich, dann bin ich drin; Rücksprache mit Prof. ob Empfehlung für Uniplatz möglich (positive Antwort)
Also stehe ich gleich am folgenden Vormittag zur Öffnungszeit im Auslandsamt. Und: Überraschung, keiner da! Sagen wir es mal so... es ist noch nicht so, daß ich damit gerechnet hätte, aber eine gewisse Vermutung bestätigt sich: "Die Mitarbeiterin ist heute außer Haus." - natürlich, ganz plötzlich, hat sie gestern nicht gewußt.
Mit ein wenig Verständnis meiner Übungsleiter (Danke für's Früher-Gehen-Lassen!) schlage ich zur Nachmittags-Sprechzeit wieder auf - diesmal mit mehr Erfolg. Es dürfen in diesem Jahr keine Plätze quer durch die Fakultäten vergeben werden, was wahrscheinlich der Grund für die vielen Restplätze in der Informatik ist (mal abgesehen von den Bachelorstudiengängen...) - aber auch heißt, daß ich auf das beschränkt bin, was unsere Fakultät bietet (abzüglich eines Platzes in Schweden, auf den sich nun mal schon jemand beworben hat). Nun ja, bleiben noch... Frankreich, Türkei, Ungarn, Rumänien,...*bla,blub* - genug Auswahl. Immer dieses Gefühl, als würde man in einem riesigen Süßigkeitenladen stehen und müßte sich für eins entscheiden.
Engere Wahl: Istanbul, Paris, Barcelona. Mein Spanisch ist nicht sooo toll und bräuchte einiges an Arbeit, fällt also schon mal raus (außer als BackUp). Endentscheidung, mal ohne ausführliche Beschreibung der Wege: Paris.
Am Nachmittag Rücksprache mit dem vermittelnden Prof, ob das für ihn in Ordnung geht und er bereit wäre, mich zu empfehlen. Ist er. Wow, das geht schnell. Zu schnell?
- 10.05.09 - Kampf gegen das Motivationsschreiben
Nach einem Tag auf dem Spielemarkt verbringe ich einen Tag als Kontrastprogramm am Schreibtisch. Eine Aufgabe nimmt immer so viel Zeit in Anspruch, wie man ihr einräumt (mindestens) - das Ausfüllen der Bewerbungsunterlagen kostet mich einen kompletten Nachmittag. Dabei ist weniger das inhaltliche ein Problem - ich weiß ziemlich genau, was ich tun will und vor allem auch, warum ich es will. Das Problem sind eher der Haufen Zweifel und das Gefühl, sich selbst ziemlich arg überrollt zu haben mit der Aktion.
- 11.05.09 - vomittas Bewerbungsunterlagen abgegeben; nachmittags Mail: Sie haben die Nominierung für den Erasmusplatz.
Vormittags geht es wieder ins Auslandsamt. Der Wartesaal ist voll - das ist unüblich, sonst war ich hier immer allein. Dafür ist aber auch jemand da. Und das ist ja auch irgendwie schön. Ein hektisches Hin- und Hertauschen von Papierkram. Ergebnis: Sozusagen tatsächlich vollständig. Und weil mir das natürlich eh keiner glaubt: Das Paßbild hat gefehlt, es geht ja nicht an, daß ich mal was im ersten Anlauf auf die Reihe kriege.
Nachmittags flattert die Mail rein, daß ich die Nominierung für's Erasmusprogramm habe und in den kommenden Tagen die Bewerbungsunterlagen der Universität Pierre et Marie Curie in Paris erhalten werde. Oh, Junge, ich glaub, die meinen das ernst. Mein ich das auch ernst?
- 13.05.09 - Bewerbungsunterlagen von der Uni erhalten, Bewerbung für's Studentenwohnheim
Und das klappt tatsächlich. Eine relativ leere Mail mit einem dicken Anhang. Was die man alles von mir wissen wollen... Da steht noch "Falls sie ausgewählt werden sollten..." - bezieht sich das jetzt auf's Erasmusprogramm (wo ich ja schon drin bin) oder wählt die Uni nochmal aus? Doch noch eine Unsicherheit drin, die mich retten könnte vor dem drohenden Hungertod inmitten von Baguettestangen?
Daraufhin starte ich mal eine Bewerbung für das Studentenwohnheim für Erasmusstudenten in Paris. Wohnungen sind dort unbezahlbar, damit hätte ich zumindest eine Behausung für... nun ja... viel Geld, daß aber irgendwie klappen könnte.
- 14.05.09 - Bestätigung der Bewerbung vom Studentenwohnheim
... und die Bitte um Einsendung weiterer Unterlagen. Nach kurzem Drüberschauen: Wohnheimplatz in Paris ist augenscheinlich schwerer als Studienplatz. Die wollen mehr von mir als Erasmus und Uni zusammen - und alles in zweifacher Ausführung. *brech*
Und natürlich Mail an den Studienfachberater abgesetzt, der meine Kurse in Frankreich absegnen muß, damit ich sie mir hier für's Studium anerkennen lassen kann. Erfahrungsgemäß dauern die Antwoten an dieser Stelle etwas länger, deshalb beziehe ich zusätzlich Posten vor seinem Büro, um mir durch penetrantes Nerven einen Termin zu verschaffen.
- 15.05.09 - Mail vom Studienfachberater
Ich nehm alles zurück und behaupte das Gegenteil - nächsten Mittwoch bin ich dran. Bis dahin sind alle Kursinformationen durchzuarbeiten und entsprechende Äquivalenzen zum deutschen Studium deutlich zu machen. Uff, ich hoffe, sein Französisch ist gut, die Seite der UPMC ist nur teilweise übersetzt (und dazu gehören natürlich nicht die Seiten für Austauschstudenten, das wäre ja auch total unlogisch, das machen wir als letztes...).Â