Musik: The Cure - Mint Car (unplugged)
Nachdem nun ein Tag ins Land gegangen ist, komme ich so langsam ein wenig runter, allgemeine Beruhigung, Lösungssuche.
Also erstmal eine Mail an die dortige Studienfachberaterin, um meine ihrer Meinung überzogene Fachwahl zu erklären. Einerseits halt Erasmus mit der Anforderung, mindestens 30 Credits wirklich zu absolvieren; und mein Wunsch nach der Freiheit, einen Kurs canceln zu können, wenn ich den Vorlesenden eventuell nicht verstehe. Vielleicht bin ich da zu ängstlich, keine Ahnung, aber ich hab immer noch den üblen südfranzösischen Dialekt/Akzent im Ohr und halt Angst, da auch jemanden zu erwischen, der arg komisch spricht und keinerlei Verständnis für kleine Erasmus-Studenten hat. Ich habe ja nicht vor, wirklich alle diese Prüfungen zu schreiben, im Endeffekt. (Obwohl es meinem Studium natürlich gut tun würde...)
Wenn gar nichts anderes geht, muß ich mal mit der Dame im Auslandsamt sprechen, ob ich wirklich alle diese Kurse in Frankreich absolvieren muß. Wird ein wenig Rumgeschmuhe mit den Credits, aber grundsätzlich ist es in Magdeburg möglich, Prüfungszulassungen auch von außerhalb zu machen, indem man die verlangten Aufgabenlösungen einschickt. "Information Retrieval" wollte ich eh noch hören, eventuell läßt sich da was drehen.
Außerdem habe ich eine mir sehr unangenehme Mail an das Auslandsamt in Paris geschrieben und hoffe, daß ich nicht auseinander genommen werde. Drin war die Nachfrage, wie schlimm es ist, wenn ich einen Tag aufschlage. Ich überlege die ganze Zeit, wie ich auf diese Frage reagieren würde... ich schwanke zwischen "Wenn Du hier studieren willst, dann trittst Du gefälligst auch zu unseren Zeiten an." und "Hey, in den ersten Tagen ist hier eh noch Ruhe, mach Dir keinen Kopf." - wie es wirklich ist, werde ich wohl in den nächsten Tagen merken.
Außerdem habe ich nach zusätzlichen Infos bezüglich der Wohnung gebeten, die sie mir noch vermitteln wollte. Bisher habe ich von der WG keine eindeutige Rückmeldung, ob der Vermieter mit meinem späten Einzug einverstanden ist, deshalb bin ich da lieber vorsichtig und halte mir das warm.
Nach Tickets für die Tage vor dem 3. September habe ich nun auch schon geschaut - wir fangen dann bei 93 Euro an. (Ticketpreis plus Reservierungsgebühren) Das tut dann schon irgendwie weh *seufz*... aber nun ja, ich warte ab und versuche, nich zu negativ zu denken.
Nun ja, es war abzusehen, daß das alles nicht komplett unkompliziert abläuft. Der Blick auf das empfohlene monatliche Budget eines Pariser Studenten hat mich auch schon wieder schlucken lassen. Woher kriegen die französischen Studenten das ganze Geld?
So. Aber: alles Komplikationen im Bereich des möglichen. Möglich, daß ich ein neues, furchtbar teures Ticket brauche, aber das krieg ich auch hin. Was die Kurse angeht, wird sich sicherlich ein Mittelweg finden lassen. Zumindest bin ich der Meinung, daß an irgendeiner Stelle ein wenig Flexibilität möglich sein müßte. Ich würde mein Studium dort ja auch gerne etwas ruhiger angehen, um auch eher was von der Stadt mitzukriegen und nicht ausschließlich zu arbeiten - aber das ist halt nicht drin.
Ehm. Und: Ich hab mich jetzt doch für den Französischkurs der Universität angemeldet, weil mir (volkstümlich gesprochen) langsam der Arsch auf Grundeis geht. Außerdem wird der in Frankreich mit sechs Credits abgerechnet - keine Ahnung, ob ich mir die auf's Stipendium anrechnen kann, aber einen Versuch ist es wert. ;) (Und die Informatiker dort können nicht dran rummeckern ;))
Gruß,
J.-