Fuddern!
Ich habe mich heute an die Erkundung gewisser universitärer Grundeinrichtungen gemacht. (Nein, diesmal nicht die Toiletten, obwohl ich darüber fast auch noch einen Beitrag schreiben könnte...)
Ich hatte heute eine lange Pause zwischen 10:30 Uhr und 13:30 Uhr und gleichzeitig ziemlich argen Hunger - was lag also näher, als die Mensa endlich mal auszuprobieren.
In Frankreich, oder zumindest an meiner Universität, existiert eine fest eingeplante Mittagspause. Diese liegt je nach Fachbereich zwischen 12:15 und 13:45 und ist mindestens eine Stunde lang. Dementsprechend Betrieb ist in diesem Zeitraum an der Mensa - keine Chance, im gleichen Zeitraum die Geldkarte aufzuladen _und_ auch noch ein Essen abzufassen. Also bin ich heute gleich zur Öffnung hingewackelt, um das zu erledigen. Einmal dort, konnte dem knurrenden Magen natürlich auch gleich Gehör geschenkt werden.
Als erstes: Beschäftigung mit dem Punktesystem. Man zahlt 2,90 Euro und hat dafür sechs Punkte zur Verfügung, die man in Essen umsetzen kann. Die meisten Vorspeisen und Desserts gibt es für einen Punkt, bei ganz besonders tollen Sachen muß man auch mal zwei davon abdrücken. Das Tagesessen gibt's für vier Punkte, Fleischbeilagen liegen bei drei, wie dann die Sättigungsbeilagen liegen, hab ich mir erstmal nicht gemerkt, da ich es der Einfachheit halber erstmal mit dem Tagesgericht angehen wollte.
Dabei habe ich sämtliche allgemeine Mensaregeln komplett ignoriert, wie sich das für einen Austauschstudenten gehört. Es hat zumeist einen Grund, wenn die heimischen Studenten sofort nach Lektüre des heutigen Angebots kehrt machen und in die Cafeteria gehen beziehungsweise seeeehr lange an der Fleischverteile anstehen. Zudem ist es nicht empfehlenswert, Gerichte zu wählen, die weder vom Namen noch vom Aussehen auf Inhaltsstoffe schließen lassen. (Erfahrungsgemäß wird dabei alles verkocht, was noch so über war, ein interessanter Name soll darüber hinwegtäuschen, so zumindest die Verfahrensweise in MD.) Heute gab es dann also einen Auflauf... man schichte unten in die Form eine dünne Schicht Kartoffelbrei, häufe dann eine Schicht zermatschten Fisch mit Zwiebeln und auch sonst gut gewürzt und in Öl geschwenkt, dann nochmal eine Schicht Kartoffelbrei und im Ofen leicht anbräunen lassen. Spätestens als mich die Mensatante nochmal fragend anguckte, ob ich das wirklich will, hätte ich schalten sollen, schätze ich.
Dazu als Vorspeise einen kleinen Salat mit Ei, als Dessert eine große Schüssel Weintrauben. Eigentlich gar nicht so schlecht, so alles zusammen. Ich bin gut satt geworden, teilweise war's sogar lecker. Und für 2,90 Euro ziemlich in Ordnung.
Für mich als Wenig-Esser finde ich es allerdings schade, daß man _zwingend_ die ersten sechs Punkte wählen muß, das ist die Mindestmenge. Für alles, was drüber geht, zahlt man halt extra. Allerdings könnte ich die sechs Punkte auch am Dessertstand zusammenkriegen *leise seufz* - diverse Tartes, Mousse Au Chocolat, diverse Obstsorten. Eingehen werd ich hier sicher nicht.
Sehr angenehm: (Leitungs-)Wasser ist gratis. Karaffen stehen auf den Tischen und können am Wasserspender in der Ecke nachgefüllt werden, Gläser gibt's eh.
Jetzt muß ich nur noch die Tage in der Woche auskundschaften, an denen ich es mir zeitlich leisten kann, essen zu gehen - oder, ob sie es tatsächlich schaffen, in der einen Stunde Mittagspause alle abzufüttern (was ich bezweifle).
Und an alle Photosüchtigen: Nein, ich habe kein Photo von meinem Essen gemacht. Auch nicht von der Mensa. Noch nicht. Ich habe kurz drüber nachgedacht, aber irgendwie hat mir der Freakfaktor dafür, daß ich alleine essen war, schon gereicht. Im Rahmen einer lustigen Runde würd ich es vielleicht mal wagen. ;)
Gruß,
J.-
