Paris, Paris...

06.09.2009 um 20:57 Uhr

Waaaaaaaaaaaaah - Klettern!

von: jeary

Climbing in Paris - Part 1

Es hat mich also vor einigen Tagen in die klettertechnische Einöde verschlagen. Im Hinterkopf den optimistischen Gedanken, daß es Verrückte überall gibt, befanden sich im großen Rucksack natürlich auch Klettergurt, -schuhe und anderer nötiger Kleinkram. (Was könnte ich an Gepäck sparen, wenn ich weder klettern noch laufen würde...).

Wie optimistisch ich war, wurde mir erst bewußt, als ich mich am ersten Abend dran machte, die hiesige Klettergemeinschaft ausfindig zu machen. In Paris heißt es: "Klettern? Nö. Aber wenn Du ein paar Spots zum Bouldern suchst..." Ich möchte niemandem zu nahe treten, aber für mich persönlich bedeutet Bouldern so ein wenig Spielerei, wenn nach dem Klettern der Kletterpartner, aber nicht die Finger tot sind.
Letzte Nacht bescherte mir das Leben dann einen riesigen Glücksfall in Form einer Rumänin, wohnhaft in Paris, die verzweifelt jemanden zum Klettern suchte. Also ging es heute los, mein erster Pariser Klettertag.

Wir entschieden uns für das "Antrebloc" (Website leider nur französisch, allerdings gibt es ein kleines Video, das aber _natürlich_ den Schwerpunkt auf den Boulderbereich legt.), mit der Métro erreichbar und mit 11 Euro Eintritt für Studenten (12 Euro für Erwachsene im Normalfall) noch eher günstig.
Auf der Website sprechen sie von 110 Wegen - mit den eingehängten Seilen waren für uns heute davon etwa 40 verfügbar. Der Schwierigkeitsbereich allgemein bewegt sich zwischen dem zweiten und dem siebenten Grad (französischer Skala natürlich).
Soviel zum sachlichen Teil, jetzt zum subjektiven.

Den Kletterbereich hatten wir die komplette Zeit (ab Mittag bis späten Nachmittag) für uns allein, obwohl die Halle eigentlich knackevoll war. Franzosen bouldern. Dabei wird regelmäßig gechalkt, daß es die Umgebung einstaubt, aber auch dementsprechend mit Zahnbürsten hantiert. Das macht im Kletterbereich leider keiner, mit dem Effekt, daß wir in den Routen bis zum unteren 5er-Bereich mehr Zeit damit zugebracht haben, die Griffe auf letzte Farbreste zu untersuchen ("Darf ich den jetzt oder nicht?"), als wirklich zu klettern. Gleichzeitig machte die anfänglich recht laute Musik das Verstehen der Kommandos relativ schwer. Da könnte aber auch die Sprachbarriere ein wenig mit reingespielt haben.

Schlußendlich bleibt noch das sehr freundliche Personal zu erwähnen, das sich ohne Probleme auf Sprachmixturen einläßt. Der Boulderbereich ist riesig in meinen Augen, wirklich getestet habe ich ihn allerdings nicht, es war einfach zu voll. Zusätzlich gibt es noch einen Bereich mit Fitneßgeräten, dessen Nutzung im Preis inbegriffen ist. Außerdem gibt es einen kleinen Laden, der allerdings hauptsächlich Klamotten unter die Menschen bringt. (Und zum Kaffee wahnsinnig leckere, in Schokolade und Tiramisucreme gehüllte Mandeln.) Ach, und eine Sauna - und wenn da wirklich nur Kletterer drin sitzen, muß ich da _dringendst_ mal rein. ;)

Fazit: Es gibt tatsächlich überall Verrückte, allerdings gibt es Orte, wo die Verrückten nicht mit Seilen umgehen können. (Aber einem in einer heimlichen Minute die eigene Emailadresse zustecken, weil sie ja _eigentlich_ lieber richtig klettern gehen würden...)

Gruß,
J.- 

06.09.2009 um 20:34 Uhr

Kamera...

von: jeary

Das gute Stück hat ein paar Bilderchen einfach nicht gemacht, weil scheinbar die Batterien alle sind. Mein Fehler, nicht drauf geachtet... voll schade. Naja, Kletter-Blog-Eintrag muß warten, bis ich an die Photos rankomme, Akkus sind am Aufladen.

Gruß,

J.-

05.09.2009 um 14:38 Uhr

Posttest

von: jeary

Könnte mir eventuell jemand einen harmlosen Brief schicken, so hierher? Hier sind nirgends Namen am Postkasten, so auch nicht meiner und ich bin nicht sicher, ob dann hier auch alles wirklich ankommt. *angst*

(Und wehe, es postet einer in den Kommentaren, daß er es gemacht hat und dann krieg ich nur einmal Post! *lach*)

05.09.2009 um 11:34 Uhr

Französisch

von: jeary   Kategorie: Sprache

Auch wenn mir die Leute immer wieder versichern, daß mein Französisch verdammt gut ist  (Und daß hier schon wesentlich unwissendere aufgeschlagen und durchgekommen sind...) - ich steh so verdammt oft auf'm Schlauch. :(

05.09.2009 um 08:53 Uhr

Die versprochene Tour...

von: jeary

... durch den Wohnbereich. KleinJeary übt sich im photographieren.

(An alle Mitnutzer: Gibt es hier eine Möglichkeit, gleich mehrere Bilder hochzuladen?)

 

Einmal links die Straße hoch geguckt:

Einmal links die Straße hoch...

 

Rechts die Straße hoch:

Rechts die Straße hoch

Das Haus:

Haus

Nach Eintreten, der Eingangsbereich:

Eingangsbereich

Drinnen, Blick nach links (nochmal links ist dann mein Zimmerchen):

Links_rein

Und dann also nach links in mein Zimmer...

Eingang_Zimmer

Photos aus allen vier Ecken:

Zimmer1

Und wieder raus, Richtung Küche:

Küche:

Na, dann schauen wir uns mal noch kurz im Obergeschoß um:

Links das Badezimmer... also... Waschzimmer... ehm... für alle des Französischen Mächtigen... wenn ich das Stübchen "salle de bain" genannt habe, hat mich der Herr Vermieter immer sofort auf "salle d'eau" korrigiert, weil man _das_ ja wohl nicht als Badezimmer bezeichnen könnte... mir fehlt allerdings eine passende Übersetzung... Naßzelle? (Zelle trifft's ganz gut...)... rechts ist dann nur noch das Klo (ohne Photo ;)) und mehr Platz ist nicht.

Und am Ende des Flurs haben wir noch einen kleinen Gemeinschaftsraum, dessen Bestimmung aber wohl noch nicht endgültig geklärt ist:

So, das war's, nun macht Euch aber wieder raus hier, ich will in Ruhe frühstücken... da ist die Tür:

 

Gruß,

J.-

04.09.2009 um 08:00 Uhr

Regen.

von: jeary

Jetzt hat's erst so richtig losgelegt. Ich denk, ich geh dann mal los. *vor sich hingrummel*

 

J.-

04.09.2009 um 07:55 Uhr

Photoversuch

von: jeary

Ich hab's einmal versucht mit den Photos. Hochladen und so weiter geht - ich weiß jetzt also, wie's funktioniert. Ich muß die Bilder allerdings erstmal gehörig kleiner machen, sonst ist nach drei Photos das bisserl webspace voll - und wirklich schön ansehen kann man sich die mit Scrollen auch nicht. Aber ist in Arbeit.

Und: Strömender Regen. Und ich muß los. Bäh. Ich könnt noch einen Tee trinken und gucken, ob's besser wird. Ich könnte auch den Sprachkurs sausen lassen, um nicht naß zu werden und mich hier im Bett einbuddeln. Naja. War ziemlich kalt dort, brauche dringendst Decke und/oder warmes Nachtzeug. Also lieber Sprachkurs und naß als alleine und frieren.

Heute Abend gibt's freien Eintritt in den Louvre für alle unter 26, so für vier Stunden. Das wäre so ein Ansatz für die Abendplanung, wenn sich im Sprachkurs nichts anderes findet. Hilfe, ich brauch Anschluß, sonst wird mir am Wochenende bewußt, daß ich hier noch ziemlich allein rumstehe. 

So. Ich werd dann mal meinen aus dem Schrank gemopsten Teebeutel entsorgen und mich zur Métro machen. Und vielleicht mal gucken, ob es hier im McDo auch schon Sojamilch gibt.

 

Gruß,

J.-

 

03.09.2009 um 21:06 Uhr

Nun also etwas wortreicher...

von: jeary

... zumindest möchte ich mich bemühen.

Nachdem ich in den letzten Tagen so fast gar kein Internet zur Verfügung hatte, klappt das hier in der neuen Wohnung mal ziemlich gut spontan. Zumindest im Windows. Mein Linux kriegt partout keine IP, auch wenn es keine Probleme mit der Authentifizierung hat. Hinweise an die bekannte Adresse.

Ich bin also heute früh, 5:01 Uhr in MD in einen Zug gestiegen. Vor dem Fenster hielten sich wacker vier Persönchen, winkenderweise. Danke! Ich weiß, daß die Uhrzeit mörderisch war (unter anderem auch für mich) und verneige mich dankbar vor allen, die sich trotzdem rausgequält haben. 

Die Zugfahrt war relativ ereignislos. Zumindest fallen mir die ganzen kleinen Episoden, von denen ich dachte, daß man sie aufschreiben müßte, alle nicht mehr ein. Die Züge waren nämlich gut voll und damit mein Gepäck bis auf das allernötigste (Portemonnaie, Ticket) immer gut weit weg von mir. Weit genug, daß ich mir seeeehr genau überlegt habe, ob ich wirklich Gummibärchen will. 

Irgendwann bin ich dann also in der großen Stadt an der Seine angekommen, mit einem Haufen anderer Menschen (_Der_ Zug war _wirklich_ voll.). Darunter auch ein Haufen junger Leute im studienfähigen Alter. Alle mit einem Haufen Gepäck. Ich muß dazu sagen, daß ich mich in den letzten Tagen immer wieder selbst zurück gehalten habe mit dem Dazu-Packen. (Auch wenn es Leute gibt, die das bezweifeln...) Und dann hab ich noch den C.H. angeworben, daß er mir den Kram dann in den Rucksack verfrachtet. Ich bin nämlich ein richtig schlechter Packer. Aber mit Hilfe und Fluchen und Verhandeln hat dann doch alles in das gute Stück gepackt. Nicht so beim Rest der potentiellen Studentenschaft... gleicher Rucksacktyp wie ich und dazu noch einen grooooßen schwarzen Trolley. Nun ja, das mußte ich jetzt erwähnen, weil ich total stolz auf meinen Verzicht bin. Aber die Weibsen haben wahrscheinlich auch keinen lieben Menschen, der in 12 Tagen zum Besuch ansetzt und dann nochmal einen Rucksack vollpackt. (Mal ganz abgesehen von den zwei lieben Menschen, die im Oktober die Wintersachen brin... ehm... hier Urlaub machen.)

Für Nach-Der-Ankunft hatte ich einen riesigen Vorsatz: Nicht im Zug gleich ein Einzelticket für die Métro kaufen und damit dem Reden aus dem Weg gehen, sondern ran an den Fahrkartenschalter und gleich mal Unterlagen für's Studententicket holen - und natürlich ein aktuelles Monatsticket. Ich hatte in der Schlange dank technischer Probleme 20 Minuten Zeit mir das nochmal gaaanz genau zu überlegen. Und hab's durchgezogen. Mit ein wenig "Ich versteh Sie leider nicht..." und ein wenig *diskutier* (Nur weil ich Ausländer bin, laß ich mir nicht gleich 'ne Zone mehr andrehen, die ich nicht brauche...) und ziemlich genervten Schlange-Steh-Menschen hab ich's geschafft. Triumph. Ich bin eine total coole Sau, ich hab einen Pass Navigo. Keine doofen Magnetstreifen-Papierkarten und so - ich muß nur noch die Karte auf eine Stelle draufditschen und dann komm ich rein in die Métro. Inzwischen evaluiert: Klappt auch, wenn ich einfach das Portemonnaie draufpappe. Nächste Woche zieh ich dann einfach nur noch den Rucksack drüber. Mal schauen... mögen militante Datensammler mit dem RFID-Leser hinter mir hertingeln.

Dann habe ich mich also vollkommen legal und unschwarzfahrerig zu meiner künftigen Heimat durchgeschlagen. Mit einem Rucksack der... naja,... halb so viel wie ich? wog. Aber ich hab's geschafft. Kurzes Reinschauen, zum Thema Mietvertrag habe ich eine Galgenfrist bis zum Abend bekommen, weil ich einfach mal fertig war, Hunger hatte und btw. auch keine Lust. (Nicht, daß die bis zum Abend hier aufgetaucht wäre...)

Nach einem kleinen Tritt in den Popo eines mir nahestehenden Jabbernutzers bin ich dann noch einmal in die Uni. Häßliches Ding. Absolut häßlich. Und nein, ich werde das jetzt nicht schön reden. Doch. Das eine Gebäude hat lustige Blubberbläschen-Konstruktionen in der Fassade. Und wenn ich nicht zu faul wäre, noch einmal aufzustehen und die Kamera zu holen, würd ich davon jetzt ein Photo hochladen. Aber nicht mehr heute Abend. 

Wenn man einen Franzosen an einer Uni lange genug verständnislos anschaut, erklärt er einem automatisch den Weg zum Auslandsamt. Wichtige Erkenntnis. Definitiv ausbau- und nutzbar. Dort habe ich mich jetzt also gemeldet und bin registriert. Nächster Schritt: Studienfachberater, Termin für pädagogische Einschreibung. Was im Endeffekt nur heißt, daß ich mich für meine Kurse anmelde. Und dann geht's los, nächste Woche bekomme ich einen Studentenausweis. 

Nach den darauffolgenden anderthalb Stunden Diskussion des Mietvertrages und aller ringsum notwendigen Formalitäten bin ich jetzt klatschkaputt und bekopfschmerzt. Jetzt nur noch schlafen, morgen früh geht es zum Einstufungstest für den Sprachkurs. Und nach heute würde ich vermuten, daß ich nicht unbedingt zu den großen Helden gehöre *seufz* ... aber sicherlich auch nicht zu den Totalidioten.

Uuuuund, noch ganz wichtig, zum Abschluß: C.R. einen dicken fetten Knuddler für's Zum-Bahnhof-Fahren. Hat mir eine abschließend abschreckende Fahrt mit dem Nachtverkehr der MVB erspart. Danke, danke, danke!

 

Liebe Grüße,

J.-

03.09.2009 um 15:11 Uhr

Angekommen.

von: jeary

Bin da. Bin müde. Hab Hunger. Muß einkaufen. Hier zumindest kein strömender Regen. Mehr später.