Paris, Paris...

29.11.2009 um 11:15 Uhr

Mein erstes Mal... (1)

von: jeary

... in Unterwäsche in der Sauna

Ich habe es getan! Nach wochenlangem Ringen habe ich mir nun doch ein Abonnement in einer der hiesigen Kletterhallen geholt. 220 Euro, vier Monate. Da denkt der Magdeburger Kletterer, der zuvor 10 Euro je Semester überwiesen und dann viermal die Woche in der Halle aufgeschlagen ist, etwas genauer drüber nach. Schlußendlich siegte aber die Sucht.

Bisheriger Erkenntnisstand: Richtige Entscheidung. Ich habe das Abo seit Dienstag und habe etwa ein Viertel der Eintritte weg, die ich brauche, damit sich die Karte gelohnt hat. Soweit zum Finanziellen. Interessanter ist allerdings das... ehm... wie nennen... nennen wir es psychologische Komponente?
Ich habe mich in den letzten Monaten hier nicht recht wieder erkannt, insbesondere im Umgang mit Menschen. Ich bin verschlossen, ängstlich und sehe zu, daß ich möglichst nicht in Situationen komme, die in irgendeiner Form schwierig werden könnten. Achso und schwierig ist alles, was mit Verträgen, genau zu verstehenden Gesprächen und Sprache eigentlich allgemein zu tun hat. Man könnte auch sagen, ich buddel' mich ein, um bloß keine Fehler zu machen. (Diese Beschreibung ist im Rahmen der schriftstellerischen Freiheit überzogen, ich gehe natürlich zur Uni, rede dort drei Worte mit den Leuten (hauptsächlich mit den Spaniern) und ich verlasse auch hin und wieder mein Zimmer, um in die Küche zu huschen und mir was zu essen zu holen. *zwinker*).
Der Kontrast dazu: Anett in Kletterhalle. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, daß dort Leute rumspringen, die genauso krank im Kopf sind wie ich (darauf stehen, sich an Nylonseile zu hängen...) oder daß die Anfangsthemen einer Konversation ziemlich zahlenlastig sind (Wie lange kletterst Du? Welcher Grad? Wie oft die Woche willst Du kommen?) und damit gut zu händeln. Ich habe keine Ahnung - aber dort glaubt mir jedenfalls keiner so richtig, daß ich schüchtern sein kann.
Und ich bin irgendwie wieder mehr ich selbst. Also.... auch in der Uni. Den armen Pablo hab ich Freitag in der Mittagspause dermaßen zugequatscht... *lach* in drei Sprachen, je nachdem, was mir gerade einfiel.

Achso, ich sollte wenigstens noch den Bezug zur Überschrift hinkriegen, was?

In der Halle gibt es jedenfalls auch eine Sauna. Ich wurde Gott sei Dank vorgewarnt, daß es in Frankreich eventuell nicht so ganz normal ist, da nackelig reinzugehen. Wer hätte gedacht, daß die hier so schamig sind? Ich habe mich dann bemüht, die entsprechenden Informationen irgendwo zu beziehen, aber meine Ansprechpartner für französische Kultur (Kommilitoninnen, Sprachlehrer) sind leider soweit Anteil der französischen Kultur, daß sie noch nie eine Sauna von innen gesehen habe. Und meine Kletterpartner sind Kerls und als solche eher dafür, daß ich mich nicht der französischen Art und Weise anpasse.
Endgültigen Aufschluß brachte dann Nachfragen in der Umkleidekabine - also Badeanzug. (Meine Badehose ist nicht auffindbar, sollte jemand meiner bisherigen Besucher etwas selbiges in seinem Gepäck gefunden haben: In einen Briefumschlag und her damit!)

Damit hätten wir dann schon mal den ersten Punkt, der mir an der französischen Saunakultur nicht so wirklich gefällt. Es stünde mir wahrscheinlich frei, die Kleidung einfach wegzulassen, aber irgendwie... ist es dann schon komisch. Zudem bin ich nicht sicher, ob sich nicht doch irgendwer belästigt fühlen könnte, wenn das nicht üblich ist. Auf jeden Fall habe ich das Bedürfnis, mir für jeden Saunagang einen neuen Satz Klamotten mitzunehmen, weil es einfach ieh ist, wieder in das naß geschwitzte Zeug reinzukriechen.

Punkt 2: Ich hab mich erstmal gewundert, weil ich auf den ersten Blick keinen Ruheraum gefunden habe. Nicht mein Fehler, es gibt keinen. Der Franzose geht für zehn Minuten in die Sauna, geht kalt duschen, fühlt seine Wasserflasche auf und geht mitsamt der Wasserflasche wieder rein in den Schwitzraum. Dementsprechend werden die Saunagänge immer kürzer und der Franzose im Allgemeinen immer taumeliger.
Die Alternative ist, sich in der Ruhepause in der Umkleide aufzuhalten. Aber Entspannung ist das natürlich nicht, weil dort, je nach Tageszeit, immer Gewusel ist, mal mehr und mal weniger. Außerdem wirkt es etwas seltsam, wenn man da nur rumsitzt. Ich glooob ja, die dachten, ich guck mir nur Frauen an da. Das nächste Mal muß ich mir ein Buch mitnehmen, ist unauffälliger. ;) Auf jeden Fall hab ich nicht vor, mich an die französische Art und Weise anzupassen. Ich hab's die ersten zwei Durchgänge versucht, weil mein Kletterpartner da noch mit da war, aber das hat mich mal nur fertig gemacht, kreislauftechnisch - und Entspannung ist es dann wirklich nicht mehr.

Punkt 3: Hygiene. Die gleichen Franzosen, die sich unten in der Halle nach jedem Weg die Hände desinfizieren (hier ist gerade so eine Ohne-Wasser-Desinfektionscreme total hip, wegen Grippe A), gehen in ihrer brackigen Badehose in die Sauna, ohne Handtuch, und schwitzen so munter vor sich hin. "Kein Schweiß auf's Holz" gibt's hier also nicht. So ein Grippevirus macht ja auch vor der Saunatüre halt. (Mag wirklich so sein, von wegen der Temperaturen, die da drin herrschen, keine Ahnung, aber ich find's ekelig.)

Punkt 4: Was ich so um mich rum mitgekriegt habe, bei den jungen Männern, ist Sauna hier noch ein Wettkampf. Also nicht Entspannung nach dem Klettern, sondern weiter Sport: "Wer am längsten durchhält...". Nun ja, männliches Ego. Betrifft mich nicht direkt, kann mir also egal sein, solange sie nicht vor meinen Augen zusammenbrechen und ich sie rausschleifen muß.


Zusammengefaßt trifft mich eigentlch nur Punkt 2 wirklich. An Punkt 1 werd ich mich gewöhnen müssen, die anderen beiden... naja, ich hab mein Handtuch dabei und gut, und mein Ego braucht keine Saunabestätigung. (Die hol ich mir - hoffentlich - unten in der Halle. Für meine Entspannungsphasen werd ich noch eine Lösung finden. Ich brauche Minimum zehn Minuten Ruhe zwischendurch und die könnte man mit einem Buch schon in der Umkleide rumkriegen, wenn's nicht zu voll ist. Perfekt wäre natürlich ein Bademantel und zwischendurch Kletterer gucken gehen, aber ich schätze, da komm ich mir dann auch komisch vor, wenn ich die einzige bin, die's macht. 

 

J.-

P.S.: Artikel wird wahrscheinlich mit einiger Verspätung veröffentlicht, weil ich noch Photos nachreichen will... 

P.P.S.: Planänderung. Da ich heute nicht wirklich motiviert bin, noch in die Halle zu fahren, gibt's den Artikel heute, Photos werden nachgereicht. Ich danke für Ihr Verständnis. ;)

 

22.11.2009 um 18:42 Uhr

Huch...

von: jeary

Musik: Skunk Anansie - Intellectualise My Blackness

Ehm... ups... ja, hallo erstmal an alle, ich lebe übrigens noch. ;)

Nachdem mein erster Blogeintrag einem Systemabsturz zum Opfer gefallen ist (fragt mich nicht...), jetzt nochmal. Nummer 1 war nicht groß interessant, mehr die Aussage, daß ich nichts zu sagen habe. Zur Frustkompensation bin ich dann nochmal ein Stücke rausgegangen, mit dem festen Vorsatz, ein paar Bilderchen aus Vincennes mitzubringen... nun ja, solange der fast leere Akku mitgemacht hat, habe ich das auch umgesetzt. 

   

 

Ich habe versucht, einfach so mal ein wenig in der Gegend rumzuknipsen. Die Straße oben kann man schon als typisch beschreiben, denke ich. (Bestätigen können das bisher nur C. und die Eltern...) Kleine Häuschen, kleine Bäumchen und dazwischen eine Einbahnstraße.

Zum Ende des Akkus bin ich noch auf dem Friedhof gelandet. Ich war in Deutschland nicht auf vielen Friedhöfen, aber das ganze Gewusel aus unterschiedlich großen und gestalteten Grabmälern erschien mir doch sehr fremd. Ist das bei uns auch noch üblich? 

(Gibt's jetzt Ärger mit der Ethikpolizei, weil ich auf einem Friedhof photographiert habe? Darf man das eigentlich?)

 

So viel erstmal als Lebenszeichen heute...

J.-

 

05.11.2009 um 20:28 Uhr

Ich bin ein Held... :/

von: jeary

Mit dem MP3-Player auf den Ohren durch die Gegend springen, dabei ausrutschen, sich auf die Nase legen und den Fuß ordentlich an die Kommode donnern - typische Anett-Aktion. Konsequenz dicker Fuß und ziemlich übles Aua - und eine der wenigen Situationen in denen meine ständig kalten Hände zu was nutze sind.

Für die positive Sichtweise: Ich war allein im Raum. Aber damit leider auch die einzige, die über mich lachen konnte. (Mensch, ich hätte Menschen fröhlich machen können und hab's verpatzt...)

Potentielle Heldentat des Monats... *gna*

 

J.-

05.11.2009 um 17:46 Uhr

Meine grüne Ecke...

von: jeary

Wirklich toll sind die Photos nicht geworden, vielleicht irgendwann nochmal im anderen Licht. Eigentlich wollte ich noch Bilder von dem Haufen neuer kleiner Blätterchen machen, die sie bekommen, aber da hab ich dann gänzlich versagt. Man glaube es mir einfach. ;)

Natürlich auf studentische Weise etwas improvisiert. Ich habe noch keine Übertöpfe und die Amazonkiste macht sich eigentlich gar nicht schlecht als Licht-Für-Alle-Erhöhung.

Insgesamt habe ich dafür eine Ecke in der Küche annektiert (ich habe für ein paar Tage mein gutes, deutsches Handtuch dort liegen lassen), da in meinem Zimmer mangels Licht an Grünzeug einfach nicht zu denken ist. Meine Mitbewohnerinnen haben sich zumindest nicht beschwert, also denke ich, das geht in Ordnung. 

Es dürfen natürlich Wetten abgeschlossen werden, wie lange das Grünzeug bei mir überlebt.

 

Liebe Grüße,

 

J.-

05.11.2009 um 10:28 Uhr

Mal ganz ehrlich...

von: jeary

woran denkt Ihr, wenn Ihr dieses Bild seht... also bezüglich dessen, was dort dargestellt wird. (Ich nehm auch gerne freie Assoziationen, wenn Ihr diese wirklich öffentlich im Netz sehen wollt. *lach*)

 Was ist es?

 

Und ja, darauf hätte ich gerne und explizit Kommentare. 

 

J.-

04.11.2009 um 18:02 Uhr

Bisserl Geduld bitte...

von: jeary

Stimmung: Erleichterung
Musik: Carla Bruni - Quelqu'un m'a dit

Hallo,

ich habe eine Liste von Sachen, die hier noch beschrieben werden sollen - momentan bleibt die aber unangetastet, aus Zeitmangel. 

Ich habe heute meinen ersten Vortrag in französischer Sprache gehalten und das war wohl, global betrachtet, so ziemlich einer der schlechtesten Vorträge, die ich je gehalten habe. Zur genauen Einordnung bin ich noch nicht fähig, momentan überwiegt noch das Scheiße-Ich-Hab's-Überlebt-Gefühl. Aber objektiv betrachtet war er ziemlich mies, für einen Nicht-Muttersprachler aber wahrscheinlich gar nicht sooo schlecht. (Und wahrscheinlich immer noch besser als dieser eine in englischer Sprache, bei dem ich heulend den Raum verlassen habe...)

Soviel dazu. Am Freitag habe ich eine benotete Übung und bisher noch nicht wirklich viel Ahnung vom Thema (Compilerbau). Also - theoretisch schon, aber da muß ich halt programmieren und der Teil funktioniert noch nicht so richtig für mich. Ich habe die kleine Hoffnung, daß die Übung auch in diesem Punkt parallel zu der vom letzten Jahr läuft, dann muß ich nur die Lösungen auswendig lernen...

Anfang nächster Woche habe ich Zwischenprüfungen, drei in zwei Tagen - und dann, vielleicht, werd ich die Nerven haben, hier wieder reinzugucken. Also bitte nicht bös sein, noch ein wenig Geduld. Wahrscheinlich ergibt sich ja auch am Wochenende im Zuge des Prokrastinierens wieder etwas. 

So. Und jetzt laß ich mir das Hirn freiblasen und fahr ins Kino ("Away We Go", hier gerade angelaufen, in Deutschland augenscheinlich schon ein alter Hut). 

 

Grüße,

J.-