Alltagsdepressionen

21.02.2012 um 18:09 Uhr

Out of control.

von: Paz

Stimmung: durchwachsen
Musik: it's my life

So dann gehts mal los... Es gibt einige Ereignisse und Stationen in den letzten 34 Monaten:

1. Eins ist ja schonmal klar: Der supertolle Typ, den ich mir so mühevoll geangelt habe, hat sich als totaler Versagen entlarvt. War ja klar... Natürlich war erstmal alles voller rosa Herzen, Sonnenschein und Pusteblümchen. So soll das ja auch sein, aber so bleibt es ja nicht. Erst ist man die Nummer 1 und dann werden nach ein paar Monaten die Karten neu gemischt und Prioritäten neu gesetzt. Fußball, Feiern, Freunde, Feuerwehr, Freundin - und Rang 6 ist absolut inakzeptabel. Also habe ich ihm die Pistole auf die Brust gesetzt... Entweder Nummer Eins oder Nullnummer. Und auch natürlich: Es hat sich nichts getan. Und so habe ich dann den Hut genommen und bin gegangen. Aber wenn frau erstmal weg ist, merkt mann ganz schnell, dass da doch was fehlt - und dann geht es los. Liebesschwüre per Mail, SMS, Brief. Telefonterror und Kontrollbesuche. Unauffällige Streifzüge am Wohnhaus vorbei. Die klare Ansage: "Es ist zu spät. Gib auf. Es hat keinen Sinn." hat dann aber erstmal gefruchtet.

2. So. Dann kam erstmal nichts weiter. So Männertechnisch. Bis ich auf der Arbeit einen wirklich netten Typen getroffen habe... Der nicht nur süß aussieht, sondern auch noch ehrlich und liebenswert ist. Ich war wirklich begeistert - vom Mann und vom Leben. Das Leben ist nämlich doch manchmal schön. Nicht immer, aber wenn es jemanden gibt, der wie seelenverwandt wirkt, dann kann man es sich schön machen. Nach einr längeren Testphase mit ganz ungezwungenen Dates zum Kaffee trinken oder einfach nur ein Feierabendbier oder zum Handball gucken, haben wir dann irgendwann entschieden, dass es passt. Und so haben wir uns langsam eine wunderschöne Beziehung aufgebaut. Alles ist perfekt verlaufen. Wir haben zusammen gelacht, geweint, gefeiert, gechillt. Und wir sind echt glücklich gewesen. Aber wie das so ist, mit der Zeit schleicht der Alltag ein. Und irgendwann ist der andere einfach nur noch so da... Es ist schön, aber nicht mehr so rosarot und so toll und so neu. Und nach einem Jahr muss man anfangen, sich echt anzustrengen und sich was einfallen zu lassen, damit es nicht einschläft und einfach nur alltäglich wird. Aber leider haben wir diesen Absprung nicht so richtig geschafft. Wir haben wirklich beide gekämpft und beide alles versucht. Wir haben geredet. Oft geredet. Über Probleme und wie wir das lösen können. Über schöne Zeite und dass das doch nicht alles war. Über Pläne, die wir hatten. Über die Gefühle, die mal da waren. Aber auch das hat nur noch die Zeit überbrückt, bis uns beiden klar werden musste, dass die Gefühle eingeschlafen sind und dass irgendwie etwas fehlt. Es ist nicht einfach, sich nach einer schönen Zeit einzugestehen, dass es nicht mehr weitergeht. Vielleicht auch weil die Erwartungen an die Beziehung und deren Verlauf sich einfach verschoben haben. Karriere oder Kinder? Kleiner Flitzer oder Familienkutsche. Hotel Mama oder gemeinsame Wohnung. Und so hat leider auch diese Beziehung nicht für immer gehalten, aber ich denke, sie hat ein gutes Ende gefunden. Das Ende hat viele Tränen gekostet, auf beiden Seiten. Wir haben es uns nicht einfach gemacht. Wir mögen uns weiterhin und er ist einfach immer noch ein toller Mensch für mich. Ich achte, schätze und mag ihn immer noch sehr. Und das ist gut und wichtig, auch weil wir gemeinsam arbeiten. Es ist sehr schade, aber es ist besser so. Wir können uns, denke ich, sagen, dass wir alles versucht haben.

3. Tja, Part 3 spielt sich irgendwie im Laufe des Parts 2 ab und umfasst die Problematik aus Part 1. Klasse Sache. Denn während ich davon ausging, dass der gute Partylöwe verstanden hat, dass er sich ändern muss, um eine Frau nicht nur kurzfristig glücklich zu machen, sondern eine richtige Beziehung führen zu können, hat er sich immer mehr in all seinen Problemen vergraben. Sich selbst bemitleidet und sich selbst runtergemacht. Schlecht in der Schule, im Job, in der Beziehung, im Fußball und als Freund. Im nachhinein hat er mir gesagt, dass er schon immer Selbstzweifel hatte und nie an sich glauben konnte, dass er sich wertlos gefühlt hat und überflüssig. Eine neue Liebe und einer direkte Abfuhr haben ihm dann so zugesetzt, dass er es nicht mehr ertragen konnte und allem ein Ende setzen wollte. Unvorstellbar. Er hat es nicht getan - nicht tun können, weil er vorher gefunden und aufgehalten wurde. Aber das ist schon ein einschneidendes Erlebnis für alle Beteiligten. Ihm geht es besser als damals, aber nicht gut. Er sagt mir, dass er immer noch so fühlt, als wäre er ein Nichts und als würde er auch nichts hinbekommen, aber... Ich kann ihm da keinen richtigen Ratschlag geben. Was soll man da auch tun? In die Lage kann man sich so nicht recht versetzen... Wenn jemand über Jahre depressiv ist und sich wertlos fühlt, kann man nicht mit einfachen Sprüchen alles wieder gut machen. Das braucht mehr. Und das braucht vor allem mehr von anderen als von der Exfreundin. Ich habe ihm sagen können, was ich geliebt und was ich nicht so sehr geliebt habe. Und natürlich was mich gestört hat. Aber seine Ansichten, was wichtig ist und was nicht, sind ja nicht ausschlaggebend. Und so habe ich seit knapp zwei Jahren auch noch regelmäßig diese Sorge im Kopf rumschwirren. Denn auch wenn ich ihm sage, dass ich ihm nicht helfen kann, weil ich kein Psychologe bin und ihn ja nur einen Bruchteil seines Lebens kenne, bekomme ich doch regelmäßig eine Nachricht voller Selbstzweifel und Traurigkeit von ihm. Da weiß ich wirklich nicht weiter. Das ist ein ganz schön harter Brocken.

4. Und nun sind wir schon fast in der Gegenwart, aber für Punkt 4 auf meiner Reise durch die Zeit bis hin zum 21.02.12 ist heute nicht mehr die richtige Gefühlslage... Erneuter Herzschmerz, erneute Heulkrämpfe, erneut hat Reden nichts gebracht.

P.S.: Ich denke, in den letzten 34 Monaten bin ich wesentlich erwachsener geworden. Ich vergöttere jedes Wochenende ohne Asti und Mädels, dass ich im Pillerlook aufm Sofa verbringen kann.

21.02.2012 um 09:13 Uhr

Puuuuuh... Lang, lang ist's her.

von: Paz   Kategorie: Activity.

Stimmung: Hurra, ich lebe noch!
Musik: staying alive

Hallo?

Wie konnte ich denn nur vergessen, dass es diesen Blog noch gibt, in dem ich mich ausweinen konnte? Aber nach langer Zeit habe ich mich erinnert und nun denke ich, ist es an der Zeit einiges aufzuarbeiten... Und damit werde ich nun beginnen. Es wird eine lange Geschichte, aber ich bin mir sicher, sie lohnt sich. 

Küsschens*

30.04.2009 um 11:30 Uhr

Eine kleine Pause.

von: Paz   Kategorie: Liebe.

Stimmung: zufrieden
Musik: Love is in the Air

Ich brauchte mal eine lange Pause. Aber dafür habe ich jetzt in den nächsten Tagen ein Menge zu berichten. Es ist nämlich viel passiert.

Nach zwischenzeitlichen Tiefschlägen ist meine Revolution doch noch ganz groß rausgekommen. Denn nun macht mir nicht nur mein mittlerweile sehr anspruchsvoller Bürojob Spaß, sondern auch Privat läuft soweit alles perfekt. Das ist aber nicht erst seit gestern so. Um ehrlich zu sein, läuft es schon seit über einem Monat so gut. 

Zwar musste ich den supertollen Typen erst im Partytempel betrunken machen... Eigentlich ist er selbst dafür verantwortlich... aber letztlich ist doch noch alles gut geworden. Es war ein toller Abend. Ich war mit meinen Jungs da und natürlich mal wieder Fahrer. Wie sollte es auch anders sein?! Aber so hatte ich wenigstens genug Zeit, um permanent den Eingang im Blick zu haben. Sieht zwar dämlich aus, wenn man stundenlang nur zur Tür guckt, aber wenn es sich lohnt, macht man sich ja manchmal auch gern zum Deppen…

Und es hat sich gelohnt, denn ER kam wirklich. Umgeben von seinen Freunden schlenderte er also in besagten Partytempel und direkt… an mir vorbei. Super Trick. Den kann ich auch. Nach den 20 Anstandsminuten bin ich mit meinem kleinen Adoptivbruder „mal gucken, wer noch so da ist“ gegangen und direkt an ihm vorbei.

„Hey! Komm mal rüber“

„Sorry, ich muss erstmal… Ich komm gleich irgendwann wieder...“

Man muss sich rah machen, dann läuft die Sache auch. Hihi. Als ich nach erneuten 10 Minuten wiederkam, wurde ich erstmal auf eine Cola eingeladen und hab mit seinen Freunden Späße gemacht, während er irgendwie versucht nicht betrunken zu wirken und mir ein Gespräch aufzudrängen.

„Wollen wir nachher mal zu zweit was trinken?“

„Hm, joar. Können wir mal machen.“

„Na dann los.“

Okay, das ging schnell. Also los zu einer abgelegenen Theke. Fast hätte ich durch ein offensichtliches Tabuthema alles in den Sand gesetzt, dabei wollte ich das gar nicht und mir war das auch absolut nicht bewusst. Schließlich habe ich mich wirklich dafür interessiert, wie es der Freundin im Krankenhaus geht. Konnte ich ahnen, dass ihm das so nahe geht?! Irgendwann (nach ewigen Schweigeminuten, eine wirklich peinliche Stille) hat er dann gefragt, was passieren würde, wenn er mich küsst. Tjoar, da mir nichts besonders gutes einfiel, habe ich nur „Probier’s doch aus.“ gekontert. Und das hat er dann auch. Gott sei Dank.

Naja, und nun sind wir ziemlich glücklich und verbringen jede Menge Zeit zusammen. Es läuft hervorragend. Ich kann gar nicht sagen, wann ich das letzte Mal so glücklich und zufrieden war…

Einfach herrlich.

 

Tschüsschen mit Küsschen.

10.03.2009 um 23:03 Uhr

Nicht fair.

von: Paz   Kategorie: Stich ins Herz.

Es ist vorbei. Sie ist nicht mehr da. Und ich weiß nicht, was ich machen soll. Meine Freunde trauern und ich kann nichts tun, denn nichts kann ihnen helfen. Schließlich bringt nichts einen geliebten Menschen zurück, wenn er einmal von uns gegangen ist.
 
Mir fehlen die Worte.

01.03.2009 um 18:29 Uhr

Thinking Of You.

von: Paz   Kategorie: Liebe.   Stichwörter: herzschmerz

Musik: Katy Perry - Thinking Of You

Comparisons are easily done
Once you've had a taste of perfection
Like an apple hanging from a tree
I picked the ripest one
I still got the seed

You said move on
Where do I go
I guess second best
Is all I will know

Cause when I'm with him
I am thinking of you
Thinking of you
What you would do if
You were the one
Who was spending the night
Oh I wish that I
Was looking into your eyes

You're like an Indian summer
In the middle of winter
Like a hard candy
With a surprise center
How do I get better
Once I've had the best
You said there's
Tons of fish in the water
So the waters I will test

He kissed my lips
I taste your mouth
He pulled me in
I was disgusted with myself

Cause when I'm with him
I am thinking of you
Thinking of you
What you would do if
You were the one
Who was spending the night
Oh I wish that I
Was looking into...

You're the best
And yes I do regret
How I could let myself
Let you go
Now the lesson's learned
I touched it I was burned
Oh I think you should know

Cause when I'm with him
I am thinking of you
Thinking of you
What you would do if
You were the one
Who was spending the night
Oh I wish that I
Was looking into your...

Your eyes
Looking into your eyes
Looking into your eyes
Oh won't you walk through
And bust in the door and
Take me away
Oh no more mistakes
Cause in your eyes I'd like to stay

01.03.2009 um 16:47 Uhr

Nicht fair. Das ist einfach nicht Fair.

von: Paz   Kategorie: Unglaublich große Rückschläge.   Stichwörter: unfair

Stimmung: hasserfüllt, verzweifelt, traurig, machtlos, hilflos

Das Leben pisst einem einfach ständig ans Bein. Nicht nur wenn's grad richtig gut zu laufen scheint, sondern auch wenn man denkt "Also beschissener kann's doch jetzt gar nicht mehr kommen..."! Heute ist genau so ein Tag. Ich sitze hier und futter TicTac 100fresh mint und denke darüber nach, warum ich einfach kein Glück mit den Männern hab und ob es wirklich an mir liegt oder ob die Männer einfach nur einen schlechten Geschmack haben und meine Vorzüge verkennen, als... DADAM... mein ICQ aufblinkt. "Oh, meine Süße." denke ich und schreibe begeistert zurück. Doch dann sollte kein aufheiterndes "Mäuschen, er wird sich sicher bei dir melden und dir sagen, dass er dich auch super heiß findet und es wirklich ernst meint." ihrerseits kommen, sondern eher ein "Die Mutter meines Freundes ist unheilbar krank." Außer einem großen Schlucken und einem spontanen Heulkrampf war meine  sonst so verlässliche Reaktionsfähigkeit komplett schockgefroren. Dass es ihr nicht gut geht, wusste ich ja, aber dass es so schlimm sein würde, hätte ich nie gedacht. Mir fehlen die Worte, denn das ist absolut nicht fair. Ich verstehe nicht, warum es immer die lieben Menschen trifft, die immer alles richtig machen und absolut besonnen handeln. Die sich richtig ernähren und ständig zur Routineuntersuchung gehen. Die, die sportlich sind und selten trinken und noch seltener rauchen. Warum trifft es überhaupt jemanden? Das hat niemand verdient! Und warum gibt es bei den Menschen, die mir nahe stehen eigentlich nie Hoffnung?! 

Nicht nur, dass es mir in der Seele wehtut zu sehen, wie meine Beste und ihr wirklich toller Freund leiden und alles absolut hilflos mit ansehen müssen, nein, das reicht nicht... Sondern mir muss auch noch das Herz gebrochen und herausgerissen werden. So fühlt es sich bei mir derzeit nämlich ganz klar an. Alle Welt redet darüber, dass ich den tollen Typen als tollen Typen sehe und mir vorstellen könnte, mit ihm zusammen zu sein. Klar, schließlich ist er kein Arschloch und an ihm ist einfach alles liebenswert: Sein Lachen, sein Lächeln, seine Art mich zu unterhalten, seine Witze über meinen Lieblingsfußballverein, sein Ärger über die Ergebnisse seines Lieblingsfußballvereins. Vor allem aber mag ich, wie er guckt, wenn er nicht recht weiß, was er sagen soll... Und die Art wie er sich dann aus der Affäre zieht und einfach mit irgendwas zu sticheln anfängt, sei es Bora Bora oder Afrika. Er ist einfach nur toll, abe irgendwie schaffen die Leute drumherum, das alles kaputt zu machen, indem sie ständig und überall dummes Zeug darüber erzählen. Es ist nichts passiert bis jetzt. Wir haben uns zwar häufig getroffen und es ist schön, Zeit mit ihm zu verbringen, aber es ist bis jetzt nichts weiter passiert. Kein Kuss, kein Küsschen, keine Umarmung (seitdem wir uns "daten" zumindest), kein Händchen halten, nichtmal ne zufällig Handberührung. Nichts. Nada. Niente. Daher ist es auch vollkommen überzogen, so einen Wind darum zu machen. Wenn es nun wirklich etwas zu sagen gäbe, okay, aber es gibt nichts. Es ist nichts. Es ist einfach nur schrecklich.

Esläuft einfach alles schief und ich kann mal wieder nichts tun, als auf bessere Zeiten hoffen. Ich hätte nicht gedacht, dass meine Revolution schon am 1. Tag des 3. Monats scheitert, aber da kann man wohl leider nichts dran ändern. Es ist einfach wieder ein beschissenes Jahr. Ich laufe einem Typen hinterher, der sich anscheinend nen Scheiß für mich interessiert und vermutlich auch noch mit seinen Freunden über meine Dummheit und Naivität lacht! Großes Kino!

Aber das Wichtigstes sind wahre Freunde und weil ich so eine wahre Freundin sein möchte, gehe ich heute mit meiner Süßen in die Stadt - zur Ablenkung für uns beide. Quatschen über alte Zeiten und dabei lecker essen und einen Cocktail trinken. Es kann ja jetzt eigentlich alles nur noch besser werden. Schlimmer geht's bestimmt nicht!

In diesem Sinne: Kopf hoch! Revolutionen lassen sich auch verschieben.
2010 werden wir uns wiedersehn.
 

Tschüsschen mit Küsschen

26.02.2009 um 23:40 Uhr

Wie? Traumprinz? Scheiß drauf! Ich nehm den Gaul...

von: Paz   Kategorie: Meine kleine Revolution.

Stimmung: unzufrieden // gleichgültig // schlecht // traurig // allein
Musik: Katy Perry - Thinking Of You

Mit frisch manikürten Fingerchen lebt es sich doch gleich viel leichter. Wenn untergehen, dann wenigstens glanzvoll und mit Stil. Gott sei Dank ist bald Wochenende - ja, gut, ich habe Urlaub, aber Wochenende brauche ich trotzdem. Schließlich hat außer mir niemand frei und ich brauche doch soooo dringend Asti und meine Mädels. Aber viel mehr noch brauche ich eigentlich jemanden zum in den Arm nehmen und neben ihm einschlafen. Nur leider leider habe ich vermutlich schon alles kaputt gemacht, bevor überhaupt irgendwas hätte anfangen können. Tja, wenn ich was verbocke, dann auch richtig. Also finde ich mich damit ab, dass es Traumprinzen nur im Märchen gibt und ich dann halt mit dem Gaul Vorlieb nehmen muss.
Ich war mir doch eigentlich sehr sicher, dass er mich auch irgendwie mag, was heißt mag... Na, dass da mehr ist. Mein Bauchgefühl ist zwar schon echt richtig schlecht manchmal, was sowas angeht zumindest, aber so übelst getäuscht hat es sich - glaub ich jedenfalls - noch nie! Zumindest fand ich es ziemlich offensichtlich. Und einige Freunde ja nun auch. Tja... Ich hab's halt nicht leicht und muss mich wohl einfach damit abfinden, dass ich für den Rest meines Lebens allein bleibe, weil ich meinen Mr. Right wahrscheinlich einfach schon hätte finden können und leider, leider übersehen haben muss, weil ich mal wieder nur Augen für ein Arschloch hatte... Das Leben ist schon ziemlich ungerecht. Ich wäre für kleine Hinweise, die einem beim Suchen und Finden der großen, wahren Liebe helfen. Okay, ich bräuchte wahrscheinlich äußert auffällige und unheimlich große Hinweise (4x8m Werbetafel an jeder Kreuzung; seine Handynummer zweihunderttausendmal auf jede schulische Klotür gekritzelt; einen Abend im Partytempel mit Handschellen aneinander gefesselt werden - obwohl lieber zwei Abende...), schließlich bin ich in manchen Dingen offensichtlich einfach ein bisschen blond. 
Aber darum mache ich mir jetzt ja keine Gedanken mehr, schließlich gebe ich mich auch mit dem Pferdchen allein zufrieden. Wer braucht schon nen Mann? Schließlich können wir Frauen auch so unseren Spaß haben. Harr harr. ;)
In diesem Sinne wünsche ich allen Singlefrauen, dass sie überglücklich sein mögen und sich niemals von "Du willst doch nicht wirklich allein alt werden..." und "Du findest schon noch den Richtigen" unterkriegen lassen!! Prost Mädels, auf uns!
Tschüsschen mit Küsschen und bis die Tage.

23.02.2009 um 07:33 Uhr

Mr. President, we do have a situation here.

von: Paz   Kategorie: Stich ins Herz.   Stichwörter: Ich, will, sterben

Stimmung: Ich will wirklich sterben.

Ach. Jetzt weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll. Vielleicht warum ich um diese für einen Urlaubstag ziemlich unerklärliche Uhrzeit ebenso unerklärlich wach und für einen solchen unerklärlich unbändigen Alkoholkonsum am Vortag auch noch so unerklärlich nüchtern sein muss?!

Es ist vieles ziemlich unerklärlich zur Zeit. Ich bringe einfach Dinge, die sonst nur in schlechten Seifenopern vorkommen. Oder in ganz schlechten, amerikanischen Filmen. Zur Not vielleicht auch nur in Bollywood-Streifen. Obwohl nein, da bestimmt nicht. Da ist immer alles rosa und glänzt. 

Ich könnte kotzen. Nein, nicht wegen dem Pelztier auf meiner Zunge, sondern weil ich nie auf Ratschläge hören kann. Ich höre nicht auf "Telefonier nie wieder, wenn du betrunken bist." oder "Nein, ruf ihn nicht an.". Auch nicht auf "Lass ihm Zeit." und ich höre ebenfalls nicht "Abwarten und Tee trinken." Ich hasse Tee trinken nämlich. Tee schmeckt doof und macht einen ebenso pelzigen Mundinnenraum wie Bier, Bacardi, Vodka, Korn und Kurze. Bei dieser Aufzählung muss ich zugeben: Ich muss kräftig schlucken, um mich nicht in drei Sekunden vor dem Klo knieend wiederfinden zu müssen. Da wären wir wieder beim Thema. Ich könnte kotzen. Schließlich habe ich großen Mist gebaut.

Ich glaube, ich habe eine ganz schlechte Beziehung zu meinem Bauchgefühl. Auch die Stimme meines Herzens scheint irgendwie eine andere zu sein als meine eigene. Es wird also ganz offensichtlich Zeit für ein neues Wörterbuch. Und der erste Satz, den ich nachschlage wird "Warum kann der tolle Typ nicht einmal gradeaus sagen was Sache ist oder mich für immer in Ruhe lassen?" sein. Und anschließend vielleicht noch "Warum bin ich nicht lesbisch, schließlich gibt es sooooo viele tolle Frauen!?"

Eine ist jedenfalls gar nicht toll. Die dumme, äußerst dumme und dazu noch äußerst mittelmäßig aussehende... Dame... hat aus mir und meiner Bombenlaune inklusive total positiver Einstellung zu Liebe und Leben ein kleinen emotionales Wrack gemacht, das morgens um halb 7 schon ein 200Seiten starkes Buch über Seitensprünge, Problemzonen, Internetbekanntschaften und Tiefkühlpizza verschlungen hat. 

Die Dame hat wahrscheinlich auch einen Namen, macht mir allerdings als "die Mayofrau" das Leben zur Hölle. Ich könnte kotzen. Dazu natürlich eine kurze Erklärung. Sollte ich die schonmal in Bezug auf diese... Dame... gebracht haben: Sorry, meine spontane emotionale Kreativität geht grad mit mir durch! Die Mayofrau heißt Mayofrau, weil sie genau das ist. Sie macht sich an den einzigen Typen heran, der als letzter und einziger noch zwischen mir und meiner nun unweigerlich bevorstehenden Zukunft in einem südtiroler Kloster steht. Okay, die Sache mag fast auf den Tag genau zwei Monate her sein, aber nur weil Weihnachten war und naja... Wir weder damals zusammen waren noch es heute sind... hat diese Dame absolut kein Recht dazu! Es war okay, zu wissen, dass er Mayo von ihrem Finger abgeschleckt hat. Es war auch okay, zu wissen, dass es sie gibt - auch ganz in meiner Nähe. Aber nicht okay ist zu wissen, dass sie die Mayo mit dem Finger auf seinen Lippen verteilt und dann durch abknutschen wieder sorgfältig entfernt hat. Und nicht okay ist es zu wissen, wie sie aussieht. Bis gestern konnte ich mir die Mayofrau als eine 1,85m große 90-60-90 Frau mit langem blonden Haar und Gisele Bündchen-Glamourfaktor vorstellen. Also als all das, was ich nicht bin. Aber nein! Ich fass es nicht. Sie ist klein. Ich glaube sogar, sie ist kleiner als ich. Und dicker. Dicker auf jeden Fall. Sie hat mittellange braune Haare und sieht irgendwie... dümmlich aus. Nein, das ist jetzt keine Eifersucht. DAS jetzt grade mal nicht. Es ist wirklich so.

Die Eifersucht kommt erst noch. Also klar, die war den ganzen Abend lang da, aber in meiner Erzählung kommt sie erst noch. "Du kannst mich jeder Zeit anrufen, ich hol dich ab." Der perfekte Satz, der mir ermöglicht eine ausgelassene und wilde Party zu feiern, aber nicht auf eine Fahrt mit dem tollen Typen an meiner Seite verzichten zu müssen. Die Fahrt war schlimmer als eine Seifenoper. Eh ich mich versah, waren wir zu dritt im Auto. Nein, nicht sie. Das wäre wahrscheinlich auch noch schöner gewesen. Ein gemeinsamer Freund. Und obwohl er quasi bei ihm nebenan wohnt, bringt er ihn zuerst nach Hause. Ich dachte, dass es ja besser nicht laufen könnte. Aber statt irgendwas Positives aus dieser Situation zu machen, mache ich das Schlimmste, was man nur tun kann. Also zumindest, wenn man eigentlich einen Mann FÜR SICH gewinnen will. Ich fange mit der netten Mayofrau an und lasse mir nochmal - bis zum Schlabberschleckkuss - die ganze Story erzählen. Gefühlte drei Mal. Anschließend höre ich ein "Die Mayofrau hast du wohl gefressen." - "Ja, und wie. - Oh, und sie dich auch." denke, aber sage ich nicht. Und das obwohl mein Herz heute auf meiner Zunge liegt und ich so schrecklich redseelig bin, dass es nicht auszuhalten ist. Nun höre ich ein "Du bist wohl eifersüchtig." Mit sowas wie "Hm. Pf." schlage ich die Autotür zu und schlecht ums Auto: "Bitte, bitte steig aus. Bitte." Aber nein, er bleibt stumpf sitzen und fährt wieder los. Okay, so sind Männer mit 25 wohl. Passiert. Was nicht passieren darf ist folgendes: Betrunken telefonieren. 

Aber: Die scheiß Mayotante lässt mich einfach nicht in Ruhe. Die dumme Nuss. Also Handy her. Sicher ist sicher. Tipp, tipp, tipp. Tuuuuuut. Tuuuuuut. "Hallo?" - Was tun? Auflegen. Scheiße? Meine Nummer? Scheiße, meine Nummer! Okay... Augen zu und durch. "Hi." Ein kurzes Schweigen. Bevor er irgendwas Kluges sagen kann, sage ich ganz viel ganz schön Dummes. Es hat mit ihr zu tun. Ihr. Wie sich das anhört. Hört sich an wie die Geliebte, die den filmreifen Rosenkrieg eines seit 20 Jahren verheirateten Ehepaares auslöst. Okay, ich habe das Gespräch überlebt. Aber ich habe das Gefühl zu sterben. Ein Blick auf die Uhr. Noch früh genug, um meine Süße anzurufen. Für meine Süße ist es nie zu spät, schließlich lasse ich sie im Gegenzug für nächtliche Störungen auch an meinem Telenovelaleben teilhaben. Und sie kann es regelmäßig kaum fassen, dass ich jeden noch so peinlichen Moment irgendwie immer noch toppen kann. "Andere Leute treten in Fettnäpfchen, du wohnst drin!" - Danke, ich weiß. Und ich habe noch Plätze frei!

Naja, ich bin ja wie erwähnt nicht gut im Ratschläge befolgen, also befolge ich auch "Wehe du rufst ihn nochmal an. Ich hau dich. Mach das Handy aus." nicht, obwohl ich sage: "Is aus."... Mein Handy war aus, aber wozu gibt's ein Festnetztelefon? Also rufe ich nochmal an. Diesmal ist seine Schwester dran. "Hm, okay. Ich warte. Wäre auch nicht schlimm, wenn du ihn nicht findest..." Ich will sterben. Er ist dran und erzählt mir wieder von der Dame, die sich und andere gerne mit Lebensmitteln beschmiert. Vielleicht ist das ja der Fehler? Ich bin einfach zu... brav erzogen. Mit dem Essen spielt man nicht! Und es kommt wieder zur Eifersuchtssache und zu "Schlaf erstmal und morgen oder übermorgen klären wir das." Klären? Was gibt's denn da zu klären? Ich verhalte mich wie 14 und mir geht's selber nicht grad geil dabei. Hammer Sache. Lass uns das ausdiskutieren. Er merkt wenigstens, dass es mir in diesem Moment ganz wunderbar geht und sagt:

"Denk an was schönes." 

"Und an was?"

"Na, irgendwas." 

"Okay, Bora Bora."

"Ha ha ha. So ein dämlicher Name." 

"Okay, Afrika."

"Bei Afrika denke ich zuerst an kleine hungernde Kinder, dann an Mord und Totschlag und dann vielleicht an Giraffen."

"Giraffen sind toll."

"Geht."

Na toll. Er macht sich über alle schönen Dinge in meinem Leben lustig. Toller Typ. Allerdings findet er "Hey! Werder Bremen!" (lautes Lachen meinerseits) gar nicht so witzig, sondern ist tief getroffen. Ich versuche diese unbeherrschte Schadenfreude irgendwie wieder gut zu machen. Das Gespräch beenden wir mit dem Versprechen meinerseits, nicht nochmal anzurufen, zu schlafen und nachzudenken und einem "Tschüss." seinerseits. 

So. Eine Stunden Nachdenken bis mich die Müdigkeit übermannt. Ich wache mit Kopfschmerzen auf und egal wie ich mich drehe und wende: Ich kann nicht schlafen, aber auch keinen klaren Gedanken fassen. Außerdem stinke ich wie Otter. Scheiß Alkohol überall. Ich klebe. Erstmal in die Wanne. Ich glaube, ich habe noch nie nachts um halb 5 für eine Stunde bei Kerzenschein und Cola zum Brand löschen ein Schaumbad genommen... Fühlte sich aber als richtige Entscheidung an. Statt zu schlafen, lehnte ich mich auch gegen diesen, zweiten Ratschlag auf. Mit "Höhenrausch" fand ich willkommene Abwechslung und musste verblüfft feststellen, dass es Frauen gibt, die offensichtlich ein Buch über mein Leben schreiben könnten. Zumindest erinnert mich die Story in dem Buch sehr an mein eigenes Kompliziertes Leben und ich hoffe, dass es sich dabei wirklich um eine rein erfundene Geschichte handelt!

Ich habe selten so viel gelacht, wie beim Lesen dieses Buches. Die erste Hälfte war nicht so toll, die zweite dafür umso besser. Ich habe Tränen gelacht. Kaum zu glauben. Und ich hab nicht an ihn oder sie oder beide gedacht. Vielleicht lese ich den zweiten Teil nochmal. Es gibt Bücher, die kann man gar nicht oft genug lesen. 

Tja, und jetzt sitze ich hier und schreibe und schreibe und schreibe. Und denke nun doch wieder nur an ihn. Das ist traurig und irgendwie komisch. Ich hasse dieses Gefühl. Dieses scheiß "Er bedeutet mir so viel und ich hab keine Ahnung, was ich mache, wenn er mich doch nicht will."-Gefühl. 

Aber mehr als abwarten kann ich wohl wirklich nicht. Also warte ich. Ohne Tee. Tee macht nämlich pelzig. Jawohl.

21.02.2009 um 23:21 Uhr

Kann mich mal bitte jemand schubsen?!

von: Paz   Kategorie: Kleine Rückschläge.   Stichwörter: Stillstand

Man. Das ist vielleicht ein Scheiß. Wenn eine weiß, wie man auf der Stelle tritt, dann bin das jawohl ich. Das geht ja gar nicht mehr. Da treffe ich mich schon ständig mit diesem wunderbaren Kerl und wir verstehen uns soooo gut und haben so viel Spaß und es passiert nichts. Null Komma Null. Absolut rein gar nichts. Es kommt ja nichtmal zu einer unverbindlichen Umarmung oder irgendeiner Art von Körperkontakt - nichtmal wenn er mir die Fernbedienung oder ein Feuerzeug reicht. Nie. Nichts.

Es ist einfach unglaublich. Einfach alles ist unglaublich. Dieser Kerl. Diese Situation. Dieses Nicht-Vorankommen. Und dabei bin ich einfach nur eins, wenn ich bei ihm sein kann: Glücklich. Er muss eigentlich nichts sagen oder tun. Er muss einfach nur da sein. Mit ihm kann ich stundenlang die dümmsten Horrorfilme sehen oder über unzählige Leute lästern. Es wird weder langweilig noch gehen wir uns auf die Nerven, aber irgendwie... geht es einfach nicht weiter. Vermutlich ist er doch schwul. Wenn ja, habe ich nicht nur keine Chance, sondern auch den letzten Funken Hoffnung auf eine neue, funktionierende, wunderbare Beziehung zu einem unbeschreiblich tollen Mann, verloren. Ich könnte echt heulen. Die Chemie, einfach alles stimmt. 

Kann mir bitte mal jemand einen Schubs geben? Vielleicht hilft das ja?!

 

Achso. Da ich lange nicht geschrieben habe: In der Zwischenzeit haben der tolle Kerl und ich uns ca sieben oder acht mal getroffen. Vielleicht auch noch öfter. Wir waren Fußball gucken bei ihm, in einer Kneipe in der nächst größeren Stadt, dann Playstation spielen bei mir, dann wieder Fußball gucken bei ihm. Wir hatten echt viel Spaß und es waren wunderschöne und wirklich lange Abende. Es war einfach nur ganz großes Kino. Wirklich wunderbar. Herrlich. Mir fehlen die Worte. Ich könnte jeden Tag, jede Sekunde mit ihm verbringen und mir würde einfach niemals langweilig werden. Ich hoffe, dass wir bald einen kleinen Schritt und nach vier Jahren befreundet sein und knappen zwei Monaten daten endlich ein wenig vorankommen.

Drückt mir die Daumen.

06.02.2009 um 21:10 Uhr

Ruhe.

von: Paz   Kategorie: Meine kleine Revolution.

Heute habe ich aufgrund unvorhergesehener Planungsprobleme anscheinend einen freien Abend, der gradezu dazu einlädt, dass ich mich früh ins Bett lege und ordentlich ausschlafe. Au ja. Das wäre wirklich super. Die Jungs haben es durch ihre beschissene Planung nämlich grad verrissen. Hatte sowieso keinen Bock heute und naja... Ein "Sitzen wir bei dir?" find ich auch nicht sooo prickelnd. Schließlich saßen wir hier gestern schon! Und außerdem habe ich auf "Okay, wir sitzen bei mir - unter einer Bedingung..." absolut mal null Bock! Ich rede seit einer Woche davon, dass ich an diesem Wochenende auf die Piste möchte und kein Schwein will mit. Dann muss ich einsehen, dass abballern flachfällt, da ich am Sonntag Fußball spielen muss und ich spiele mit dem Gedanken zu fahren - und plötzlich sind zum einen alle im Boot und zum anderen wollen die dann noch bei mir sitzen. Ehm, neee... Dann fahr ich lieber wieder mit den Kleinen. Das ist mir hier doch zu anstrengend.
Schließlich will ich ein unkompliziertes Jahr 2009, in dem ich mich nicht aufregen muss, sondern einfach meinen Spaß habe und mein Leben genieße. Und das mache ich jetzt auch. Bei "Walace und Gromit" und einem leckeren Bananenweizen. Juhu.
 
Tschüsschen mit Küsschen.