Königin der S@L@THERZEN

31.03.2009 um 21:54 Uhr

31 Tage und der Kreis...

Am Sonntag –nachdem wir völlig gerädert- aus dem Wachkoma auferstanden sind, sollte Steffi kommen. Jene ominöse Dame, die auf den Jakobsweg will, aber die letzte Verabredung gecancelt hat. Um 14:00 Uhr wollte sie mit dem Radel in ihrem Stadtteil los, hatte sie am Spätvormittag noch mal telefonisch durchgegeben.
 
Wir also einen leckeren Kuchen gezaubert und gewartet…. Ein paar Tage vorher hatte ich noch mit meinem behinderten Jakobsweg-Freund aus Hamburg gemailt und mit ihm darüber „gesprochen“. Er hatte etwas auf dem Herzen und schilderte, dass seine alte Nachbarin gestorben sei, Freunde die Wohnung auflösten und er dabei zwei Jakobsmuscheln gerettet habe.
 
Lange Pause…..
 
Ob ich die Muscheln auf den Weg bringen könne? 
 
Das Symbol der Jakobspilger war von jeher eine Jakobsmuschelschale. Zum einen hatte das in früheren Zeiten durchaus seine praktische Berechtigung. Mittels der Muschelhälfte konnte Wasser geschöpft und Essen zu sich genommen werden. Zudem galt sie sozusagen als „Ausweis“ das man sich auf Pilgerfahrt nach Santiago befand und sollte so schützen und Einlass in Unterkünfte gewähren. In der heutigen Zeit lebt diese Tradition fort und nicht nur an Rucksäcken baumelt eine Muschelhälfte, viele tragen sie auch als Halsschmuck und was man in Santiago selbst an den Neppständen und Souvenirgeschäften in Muschelform bekommt, spottet jeder Beschreibung. Obwohl ich selbst zu meiner Schande gestehen muss, das mir der heilige Jakob als Knubbelmännchen in der Schneekugel sehr gut gefallen hat. Ich liebe Schneekugeln. Gekauft habe ich ihn aber nicht.
 
Meine eigene Jakobsmuschel zu ergattern erwies sich als Odysee. Ich habe in Wiesbaden alles an Fischgeschäften abgeklappert, nur um die immer gleiche Antwort zu bekommen: Die Schale können sie nicht haben, dat is Deko! Das Muschelfleisch an sich findet nur gefroren seinen Weg in die Fischtheken, die Schalen: Deko. Na, Klasse. Ich hatte schon fast die Hoffnung aufgegeben, da fiel meiner Mutter und mir noch der Fischfuzzi unten im Delicatessa im Karstadt ein. Diese Yuppie Bude. Trotzdem: Nix wie rein. Der Verkäufer hörte sich geduldig meine Litanei vom Jakobsweg an und rief hilflos seinen Boss. Der wollte mir eine Bestellung fertigmachen und könnte eine Schale mitbestellen. Eine? Nö, ich wollte zwei! Okay, dann zwei. Mütterlein und ich wieder abgezogen. An der Kasse holte uns dann Scheffe wieder ein: Hah! Er hätte doch noch zwei Exemplare gefunden! Was hab ich gestrahlt. Er wollte dann zwar eine für meine Begriffe etwas hohe Summe dafür haben, aber ich hatte endlich, endlich meine Muscheln! Es konnte quasi losgehen!
 
Daheim habe ich eine Muschelhälfte sehr sorgfältig verpackt und meinem Hamburger Freund einen Brief geschrieben. Das es mir leid täte, dass er nicht auf den Jakobsweg könne, dass der Tag käme, wo wir eine Lösung fänden, wenigstens ein Stück zusammen nach Santiago zu kommen und das die andere Hälfte dieser Muschelschale mit mir unterwegs auf Pilgerschaft sei, er solle gut auf seine achten, sie wären durch ein unsichtbares Band verbunden….
 
Ein paar Tage später erreichte mich ein Brief. Herauspurzelte ein Polaroid Foto. Unten auf dem weißen Rand stand: Ehrenplatz in meiner Küche! Das Bild zeigte eine Wand seiner Küche, an der Postkarten und Erinnerungen hingen und in der Mitte „meine“ Muschel. Mit diesem Bild im Herzen bin ich losgelaufen….
 
Nun also das Angebot zwei Muscheln von ihm zu erben und auf den Weg zu bringen. Ich erzählte ihm, dass ich für den Meinigen auf unserem zweiten Jakobsweg nur eine klitzekleine ergattern konnte und von Steffi. Zwei Tage später hatte ich ein Paket….
 
Steffi erzählte mir bereits am Telefon, dass sie den Weg mit ihrem Mann laufen wollte, dieser aber an Krebs gestorben sei. Nun wolle sie den Weg FÜR ihn laufen. Hat aber eine Heidenangst, als Frau, alleine und dann 800 Kilometer um den Block? War ich ganz bei ihr. Hätte mir jemand ein halbes Jahr vor meinem Weg erzählt, dass ich quer durch Nordspanien latschen werde, hätte ich ihm SEHR intensiv den Vogel gezeigt! Und lange!!!! Jetzt nachdem ich schon zweimal unten war und es nichts Schöneres, als das Wissen gibt, in vier Wochen wieder auf dem Weg zu sein, hoffte ich, ihr Ängste nehmen zu können. Funktionierte bei mir auch meist ziemlich gut. Solange ich lange und breit erklärt bekam, was mich erwartete, konnte ich mir nicht so viele Horrorszenarien ausmalen und empfand die unbekannte Kluft als nicht mehr so groß.
Wohlgemerkt: Im Tempus des Plusquamperfekt. Oder auf gut Deutsch: Schnee von gestern. Seit meiner Reise auf Jakobs Wegen ist mir alles scheißegal. Ich stürze mich in Neues, ich weiß, mir kann nichts passieren, all die irrealen Ängste sind so gut wie weg. Was nicht heißt, dass ich mich mit Blutwurst behängt in ein Alligatorenbecken werfe. Ich bin aber noch nicht mal alleine zur Wassergymnastik gegangen, da musste die dicke Iris Schützenhilfe leisten. Anderes Thema. Weiter mit Steffi.
 
Steffi ist dann am Sonntag tatsächlich angerückt. Wir haben schön Kaffee respektive Tee getrunken, lecker Kuchen gemümmelt und sind mit dem Fingerchen auf meiner riesigen Spanienkarte unterwegs gewesen. Dann haben wir sie mit Bildern zugeballert, Excel Tabellen gezückt, Reiseführer, Notizen und so weiter und so fort. War schön. Ist eine Nette. Blieb aber nicht lange, da sie abends noch verabredet war und noch heimradeln musste. Kurz bevor sie aufbrach, fiel mir noch mein Päckchen aus Hamburch ein. Ich sagte ihr nur, dass es ein Geschenk für sie von einem Freund sei, der wolle, das es den Weg auf den Camino findet.
 
Sie hat dann ganz vorsichtig Lage um Lage Seidenpapier entfernt und dann endlich die Muschel in Händen gehalten. „Für mich?“, fragte sie ganz ungläubig? Ich nickte. Wie noch mal der Freund aus Hamburg heißt? Ich sagte ihr seinen Namen und sie sagte nach einer ganzen Weile: So hieß mein verstorbener Mann. Und ich antwortete: Dann schließt sich ja ein Kreis….
 
Woraufhin ein großes Umärmeln stattfand und ein paar Tränen gekullert sind, bei uns allen….Hach, schön. Manchmal gibt es Sachen, die fühlen sich so richtig an und die hallen noch so lange nach….Nochmal hach….
 
Dann werde ich mich heute Abend mal hinsetzen und meinen Freund schreiben, welche Kreise sich schlossen. Ich denke, er wird sich genauso freuen, wie wir drei am Sonntag. Abschluss-Hach…..und mein (gepackter) Rucksack mit Muschel.

Rucksack mit Muschel


 
Abseits der Tränchen:
 
-Unser Bundesinnenminister der Herr Wolfgang Schäuble hat endlich mal den Arsch in der Hose Anstand die HDJ (Heimattreue Deutsche Jugend) zu verbieten. Nur gut, das die Affen nur neunzehn Jahre Mist vom Stapel lassen konnten und erst heute merkt es jemand! Naja, Hauptsache es wurde überhaupt verboten.
 
-Wir gratulieren dem Eifelturm der heute 120 Jahre alt wird. Hier mal ausnahmsweise keine Anekdötchen oder Fallstricke, das Ding ist durch und durch französisch, finito.
 
-Und seit dreißig Jahren dürfen in der EWG keine Vögel mehr gefangen und gefuttert werden, was unseren lieben Südeuropäischen Kollegen ja bekanntlich bis heute scheißegal ist. Die armen Vögelchen…
 

30.03.2009 um 22:25 Uhr

32 Tage und die Schwiegermama....

Wie ich ja schon erzählte, habe ich den Meinigen auf dem Jakobsweg aufgegabelt, es folgten Stürme an Schmetterlingen und ganze zwei Tage nachdem ich wieder auf deutschem Boden aufgeschlagen bin, stand er mit Sack und Pack vor meiner Tür und ist bei mir eingezogen.
So geschehen vor 307 Tage. Es folgten grandiose Endzeitszenarien seiner Ex-Freundin, unverhohlenes Unverständnis meines Clans und Freundeskreises (da ich noch nie mit jemanden zusammen gewohnt habe, noch nicht mal mit meinem Ex-Gemahlen) und eine große Phase der Eingewöhnung meinerseits, weil da plötzlich noch jemand durch die Wohnung huschte...
 
Die Mama des Meinigen stand dem Ganzen auch mit einer gehörigen Portion Skepsis gegenüber, da sie so ganz und gar nicht glauben konnte, dass ich (Babyface) tatsächlich schon die Dreißig überschritten hatte und fand mich erst einmal zu jung für ihren Goldjungen. Nachdem wir aus der Welt geschafft hatten, dass ich weder jung noch doof, schon gar nicht naiv oder blöd bin UND man höre und staune ihren Sohnemann mit mehr Respekt behandele, als seine neurotische (pathologisches Bild liegt vor) Ex-Freundin, wurde folgender Wunsch geäußert: Ich mag mal schauen, wie Du nun wohnst!
 
Uffz.
 
Mit dem Arbeitszimmer des Grauens eine Vorstellung, die ich kategorisch von mir wies, was soll die denn für einen Eindruck von mir bekommen? Nönö. Erst einmal gestrichen!
Nun da wir daselbst im schicken Pseude-Psychiater-Arbeitszimmer saßen, alles schön aufgeräumt hatten, uns pumperlwohl fühlten und die Welt eigentlich soweit völlig in Ordnung war, sagte der Meinige: Jetzt kann auch meine Mama kommen!
 
Na, dann.... Ich gebe zu: Ich bin tatsächlich noch etwas befangen in ihrer Gegenwart. Beschaue ich mir meine Geschwister und Eltern und anschließend die des Meinigen liegt der grobe Altersdurchschnitt zehn Jahre über dem unsrigen. Zehn Jahre, die ich sehr wohl merke. Bei den Scherzchen, beim sportlichen Herumgeturne, beim allgemeinen Gebaren, beim Humor. Et cetera, man merkt es einfach. Mein Clan ist jung und abenteuerlustig. Okay, da stehen auch die Eigenheime mit den gepflegten Vorgärtchen und auch ansonsten werden gerne viele Klischees bedient. Was aber keinen meiner Geschwister -und da schließe ich mich nicht aus- davon abhält, Jakobswege zu pilgern, mit dem Radl durch Ostdeutschland zu touren, verrückte Marathons zu laufen, jeden Tag neuen technischen SchnickiSchnacki anzuschleppen und summa summarum sich eher nach außen hin noch jünger zu benehmen als sie eigentlich sind.
Die Familie des Meinigen ist da doch etwas gesetzter, weniger spontan, mehr im Plan und nicht annähend so verrückt, wie unsere Bande. Ich muss mich da zwar nicht verstellen, aber ruhiger, viel ruhiger ist es schon. Was zu Zeiten ja auch nicht schlecht ist, dieses ständige Achterbahn fahren bei uns geht mir manchmal schon auf den Keks.
 
Okay, Mama kommt. Wann? Samstag? Okay. Seine Schwester und seinen Schwager auch einladen? Gut. Was köcheln wir? Der Meinige außer Rand und Band: Indisch, indisch, indisch.... Seit ich ihm das einmal vorgesetzt habe, könnte er das jeden Tag futtern....

 Büüüütteeeee, mir doch recht. Ich warne ihn aber vor: WENN wir für seine Bande indisch kochen, DANN RICHTIG! Ich betone die verbalen Ausrufezeichen mit aller Macht und schaue im tief in die Augen. "Schatzerle", sagte ich, "wir stehen dann locker fünf Stunden in der Küche." Oooooch, meint er, das wuppen wir schon, wir haben schon ganz andere Essen gegeben.....
Der wird sich noch umschauen....
 
Die Woche neigt sich dem Ende. Der langersehnte Freitag senkt sich übers Land und nach der Arbeit, die wir zwecks Einkaufen und Vorbereitungen wohlweislich vorzeitig hinschmeißen, gehen wir vier Stunden shoppen, bis das Pelegrina Kind auch ja allen Krempel beisammen hat, den sie für die Exoten Küche braucht. Ich fange da -gottlob- nicht bei Null an, in meinen Schränken wimmelt es an thailändischen und indischen Gewürzen, ich möchte aber frische Nana-Minze, Galgant und rosa Linsen und all so einen Schmarrn und alleine bis wir den Asia-Supermarkt verlassen ist über eine Stunde ins Land gegangen und das ist meine zweite Heimat!
 
Abends fange ich noch an Bohnen einzuweichen, und etliche andere Sachen vorzubereiten und kippe um zwölf ins Bett. Am nächsten Tag beginnt um Punkt acht Uhr unser Großkampftag. Während des Vormittags verwandelt sich unsere hier-ein-Stapelchen-da-ein-Stapelchen Wohnung in ein funkelndes Kleinod deutscher Wohnkunst. Wobei ich weder über solche Sachen, wie Schrankwände oder 1-2-3-Sofa-Kombinationen verfüge. Das muss hier mal festgehalten werden. Meine Couch wurde extra nach meinen Wünschen aufgepolstert, Schränke, die senkrecht gehören, schmeiß ich auf die Seite, was oft mehr Sinn macht und besser ausschaut, es wimmelt überall von Büchern und Landkarten (was Rikis Mutter suuuper spannend fand, die ist ständig mit dem Finger durch Deutschland oder Spanien gefahren. :-)) ), ich besitze keine Nachtschränke *grusel* oder -Unter-Waschbecken-Kommoden (wer denkt sich eigentlich SOWAS aus?) und meine Küche ist aus sensationell anfälligem hellen Birnbaumholz, DER Alptraum jeder deutschen Mutti. Ich finds toll. Nur putz das mal...*seufz*...
 
Egal. Es funkelt und blitzt, wir haben sogar die Räuberecken eliminiert und endlich mal die letzten Strohsterne von Weihnachten in den Keller geschafft. Eigentlich wollte ich noch die Katzinis polieren, denen ist es aber schon den ganzen Morgen zu rummelig und sie haben sich in den Schutzbunker unters Bett verzogen....
 
Der Tragödie zweiter Akt:
Mise en place.
 
Die nächsten Stunden verbringen wir mit schnippeln, schnippeln und schnippeln, wir hacken auch mal zwischendurch, größtenteils schnippeln wir aber. Der Otto-Normal-Inder pflegt seine Speisen nicht mit dem Messer zu zerteilen, der futtert mit dem Löffel. Dementsprechend darf der Meinige nacheinander Paprika, Tomaten, Blumenkohl (Inder LIEBEN (!!!) Blumenkohl), Koriander, Chilischoten (okay, das war ich) und ähnliches löffelgerecht atomisieren. Dazu läuft Radio Rockland und jenes nudelt den ganzen Nachmittag Hits der Siebziger und Achtziger runter. Großartig. Vor uns hin trällernd verarbeiten wir alles zu Kleinholz, was nicht bei drei auf dem Baum ist, frittieren schon mal die Vorspeise (kann man prima erwärmen), machen die Currys fertig, decken den Tisch zauberhaft ein, kühlen Getränke, bekaspern die armen Kätzchen, die von allem mal probieren wollten, was aber spätestens bei der Chili schiefgegangen wäre und sinken um viertel nach sieben halbtot auf die Couch.
Spätestens um zehn hauen die ab, mutmaßt der Meinige, meine Mutter hat nicht so viel Sitzfleisch. Dann haue ich ab ins Bett, murmele ich zurück. Man, waren wir fertig. Zum Duschen langt die Zeit nicht mehr, wir huschen ins Bad und machen Kerzchen und Kamin an. Das komplette Essen ist fertig in edlen weißen Porzellanschalen im warmen Backofen, die frittierten Sächelchen unter Alufolie, damit sie nicht austrocknen. Die Küche ist pikkobello, einzig ein Töpfchen für den Basmatireis ziert den Herd, ansonsten schaut es aus, als sei die letzten neun Stunden nicht gewesen.
Wir sind stolz!
 
Um halb acht kamen die Gäste.....
 
Endlich, endlich, endlich könne sie uns mal besuchen kommen, trällert Rikis Mamá und fällt mir in die Arme. Man würde die Gewürze schon im Hausflur riechen und sie freue sich aufs Essen. Schön habters hier. Und so weiter und so fort.
 
Der Schwager des Meinigen steuert, wie versprochen tollen Wein bei, Begrüßungsschampus, schmall talk und irgendwann sage ich: Jemand Hunger?
 
Dank unserer Vorbereitung haben wir das Essen, wie aus der hohlen Hand auf den Tisch gezaubert, die Platte biegt sich und in den ersten Minuten staunen unsere Gäste nur, einzig um uns danach alles wegzufuttern. Anbei die Speisekarte, damit man sich ein kurzes Bild machen kann und damit ich weiß, es ist fest im Internet verankert und ich muss mir nicht ständig was Neues ausdenken. ;-)
 
สวัสดี ครับ m / ค่ะ f  สวัสดี ครับ m / ค่ะ f สวัสดี ครับ m / ค่ะ f สวัสดี
 
Kichererbsenbällchen
Samtige Bohnenkrapfen
Nana-Minze-Raita
Hot and mild Mango-Chutney
 
สวัสดี ครับ m / ค่ะ f  สวัสดี ครับ m / ค่ะ f สวัสดี ครับ m / ค่ะ f สวัสดี
 
Tandoori Chicken
Chicken Vindaloo
Chicken Korma
Indischer Blumenkohl
Curry-Daal (rote Linsen)
Butter-Zwiebel-Daal (schwarze Beluga Linsen)
Gebratener Blattspinat mit Sesam und Paneer
Hochland-Basmati-Reis
 
สวัสดี ครับ m / ค่ะ f  สวัสดี ครับ m / ค่ะ f สวัสดี ครับ m / ค่ะ f สวัสดี
 
Mandel-Crème-Brûlée
 
สวัสดี ครับ m / ค่ะ f  สวัสดี ครับ m / ค่ะ f สวัสดี ครับ m / ค่ะ f สวัสดี
 
Käseplatte
 
สวัสดี ครับ m / ค่ะ f  สวัสดี ครับ m / ค่ะ f สวัสดี ครับ m / ค่ะ f สวัสดี
 
Wir haben uns sogar am Freitag die Mühe gemacht und haben den Paneer, den indischen Käse selbstgemacht, nicht sooo viel Arbeit, aber schöne Sauerei.
 
Rikis Mom stand minutenlang die Klappe auf. Was HÄTTEN wir uns für eine Mühe gegeben, das SEI doch nicht notwendig gewesen, sie WISSE gar nicht, wo sie anfangen solle. Und so weiter und so fort. Ähnlich Rikis Schwesterherz, die noch die Schale mit dem Minz-Raita ausgeschlappert hat, was ich als großes Kompliment empfand. Der Schwager des Meinigen hat sich stillschweigend knubbelig gegessen, was mir eigentlich noch besser gefallen hat. *lach* Nachtisch haben wir dann gekippt und die Käseplatte blieb auch unangetastet, dafür waren nach stundenlangem Essen, die Schalen fast leer. Es genügte noch für ein Doggybag, für Rikis Mom, ein kleines Resteessen für uns zwei Hübschen am nächsten Tag und  ansonsten war alles leer! Phantastisch. Wir hatten allein 1800 Gramm Hühnchenfilet! Merke: Das Rind ist in Indien heilig und das Schwein unrein, ergo futtern die Hühnchen, vornehmlich in Nordindien, die Küche der Großmogulen. Die Südinder fallen auch über Fische her, Kunststück bei der Nähe zum Meer… Wie auch immer: Wie können denn fünf Leute SOVIEL essen? Wir wollten uns am nächsten Tag noch ordentlich daran gütlich tun, Pustekuchen….unglaublich….
 
Nachdem die Tafel aufgehoben war, haben wir uns ins funkelnagelneue Arbeitszimmer (ich werde ja nicht müde es zu betonen) begeben und unserem lieben Besuch unsere kleinen Filmchen vom Jakobsweg vorgespielt. Unser Lieblingshobby!  Ich hatte nach dem Jakobsweg mit "Magix, Bilder auf CD & DVD" kleine animierte Diashows mit Musikuntermalung zusammengebastelt. Eine Arbeit..uffz. Aber das Ergebnis überzeugt. Die Bilder flattern über den Fernseher, wirken lebendig, man kann noch Text reinwurschteln und insgesamt kurzweiliger als nur stumpf Bilder herum zuzeigen.
 
Um halb eins, in Worten: HALB EINS!!! sind sie von dannen gezogen. Von wegen kein Sitzfleisch. Haha…
Wir haben dann noch ein wenig in der Küche gewirkt, uns ein Bierchen getrunken und sind um zwei Uhr mehr tot als lebendig ins Bett gesunken, um am Sonntag dann auch bis sage und schreibe halb elf zu pennen. Für gewöhnlich stehen wir spätestens um acht auf, da hält uns nichts mehr in den Federn. Halb elf…
 
Rikis Mama hat dann noch eine Mail geschrieben, in der sie sich schier überschlagen hat und ich habe fast dunkellila Ohren bekommen, so gerührt war ich. Wat bin ich stolz! Meine Mom hat sich auch noch mal erkundigt, wie es war und war genauso stolz auf mich. War aber auch wirklich sehr, sehr schön. Allerdings wird sich die nächsten acht Wochen dererlei nicht mehr bei uns abspielen, ich bin ja nur noch tot….ächz….
 
Was neben dem Essen so passiert ist:
 
-Vor siebzehn Jahren wurde der Oskar an „Das Schweigen der Lämmer“ als bester Film verliehen. Vor siebzehn Jahren? 1992? Ich werde so alt, wie ich mich fühle…..
 
-Am 30.04.1867 hat das Russische Zarenreich Alaska für 7,2 Millionen (nach heutigem Wert rund 90 Millionen US$).  US-Dollar an Amerika verkloppt. Cool, oder? Hey? Passst? Willsten Land kaufen? Was es all gibt….
 
-Der Vorstandvorsitzende der deutschen Bahn, Herr Hartmut Mehdorn hat sein Amt hingeschmissen. Die Datenschutzaffäre ist ihm wohl „etwas“ über den dicken Kopf gewachsen….
 
-Aus gegebenen Anlass gratulieren wir heute Luise Hensel zum Geburtstag. Sie wäre heute 211 Jahre alt geworden. Und hier, jetzt und heute eines ihrer bekannteren Stücke, in diesem Sinne: Gute Nacht!
 
Müde bin ich, geh' zur Ruh',
Schließe beide Äuglein zu;
Vater, laß die Augen dein
Über meinem Bette sein!
 
Hab' ich Unrecht heut' gethan,
Sieh' es, lieber Gott, nicht an!
Deine Gnad' und Jesu Blut
Macht ja allen Schaden gut.
 
Alle, die mir sind verwandt,
Gott, laß ruhn in deiner Hand!
Alle Menschen, groß und klein,
Sollen dir befohlen sein.
 
Kranken Herzen sende Ruh',
Nasse Augen schließe zu;
Laß den Mond am Himmel stehn
Und die stille Welt besehn!
 
 
 

17.03.2009 um 15:54 Uhr

45 Tage und die Ausladung...

Zum 50. Jahrestag der Vertreibung des Dalai Lama nach Dharamshala ein dreifach donnerndes:

FREE TIBET!

FREE TIBET!

FREE TIBET!

Nicht nur, dass ich dem Buddi-Verein seit über 20 Jahren angehöre, selbstverständlich soll dieser Blog auch einen politischen Touch bekommen, wär ja noch schöner! Und außerdem bin ich aus besagtem Grunde natürlich auch völlig kritikfrei, was Feudalismus im alten Tibet und/oder Sklavensystem angeht, jenes stimmt so alles garnicht und jetzt gut. Namaste!

Und weil mir im Moment nix besseres einfällt und weil ich entweder klammheimlich oder auch offen in den Kommentaren danach gefragt wurde UHund weil ich diese fragwürdigen Umstände der noch viel fragwürdigeren Hochzeit gerne der Nachwelt erhalten wissen möchte: The whole Story.

Am 29. Dezember fand sich beim einloggen auf meine wer-kennt-wen-Seite folgende Event-Einladung von meinem Bruder Dick:

Polter abend am XYZ im "Sauf aus" (Assi-Kneipen-Namen Deines Vertrauens HIER einsetzen!)

Wir laden euch/Dich für diesen Abend ein.

Da wir auf unsre Art und weise die Hochzeit feiern werden,

haben wir uns auch für eine kleine Feier im "Sauf" entschieden.

Die Trauung findet an XX.05.09 in Üfftelstütz statt. Um 10,30 geben wir uns dann ja das Jawort,

wer kommen will kann dass machen wer nicht ist genauso gut.Aber zur Feier will ich dann jeden sehen

Ach ja,da Wir schon alles haben, könnt ihr uns ein paar Reisekilometer mehr schenken, weil unsere Flitterwochen doch sehr Weit Weg gehen werden. ;-)

Ich bitte euch auch um Kurze Rückmeldung bis zum 1. Mai damit wir Diesen Abend etwas besser planen können.

Wir freuen Uns dann euch zu sehen...

Ich nehme es, schicke es per Mail dem Meinigen und füge hinzu, dass ICH da NICHT hingehe!

Erstens ist das so eine schmuddelige Assi Kneipe, in die kaum 30 Mann reinpassen und ich wage mal zu behaupten, dass er alle alle seiner tollen Bekanntschaften aus wkw angeklickt hat. Alle 457.528.562 Millionen Menschen, die er angeblich kennen will und zweitens ist da dann wieder nur kampfsaufen angesagt.

Sidekick:

Zu Erstens. Ich finde es saublöd, dass auf dieser Plattform en masse Profilneurotiker rumstolpern und "Menschen sammeln". DEN hab ich doch schon einmal von weitem in der Firma/Fußgängerzone/bei der betreuten "meine-Eltern-sind-Geschwister-Therapie gesehen, die klick ich jetzt alle an und -zack- kenn ich mehr Leute, als wie Du! Ätschibätschi!

Mich hat hier in der Firma auch schon der Mensch von der Poststelle angeklickt, aber den "kenne" ich nicht, auch wenn er mir zweimal im Jahr die Post gibt, wenn es mich mal irrtümlich in seine Ecke verschlägt. Auch die Dame von der Debitorenbuchhaltung, oder diejenige welche, die mich neulich beim Buchhändler meines Vertrauens gegrüßt hat und dann offenbar in seinem Profil aufgestöbert hat. Kenn ich nicht! Haben die alle eigentlich nichts zu tun? Warum klicken die kackfrech "Ich kenne Pelegrina"? Vielleicht bin ich ja eine verkappte Massenmörderin? Vielleicht trinke ich nachts Blut und habe Schande über mich oder gar ganze Landstriche gebracht? Was wollen die denn mit MIR in ihrer Menschenkollektion? Versteh ich nicht. Muss ich auch nicht. Ich klick die wech und gut. Verstehs trotzdem nicht.

Außer, dass mein toller Bruder tatsächlich Millömchen (hehe) zu kennen scheint (beachtlich!) uuuuhund: Die alle zu diesem beknacktem Event eingeladen hat! Womit wir bei Zweitens wären.

Der liebe Dick ist dieser Tage vierzig geworden. Hatte einen Raum gemietet beim örtlichen Geflügelzuchtverein, weit draußen auf der grünen Wiese zum RICHTISCH Remmidemmi machen, die Familie dazu verdonnert Salate, Frikadellchen und sonstiges Partyfutter beizukarren, Alkohol für ganz Finnland eingekauft (DIE können saufen die Finnen!!!!) und sechzig Leute eingeladen.

Soweit so gut.

Ich bekam den Mozzarella-Tomaten-Basilikum-Balsamico-Olivenöl-Auftrag. Ich darf nämlich als Vegetarierin keine Salate mehr mitbringen, da fehle immer wahlweise die Fleischwoscht oder der Speck! Hmja! Mit dem Caprese ging aber trotzdem einer meiner kühnsten Träume in Erfüllung: Ich stapfte in die Metro und erwarb zwei Stangen feinsten Mozzi á 3 Kilo. Gigantisch! Ich habe die lieben kleinen Stängelchen immer wieder mal ehrfürchtig befingert, wohl wissend, das ich zwar was Sushi und Mozzarella angeht keine natürlich Freßbremse habe, aber bei den Stangen steige selbst ich aus! Herrlisch, was ein Fest!!! Also ICH beim Käse und Tomaten schnippeln, nicht der Geburtstag meines Bruders.

Da kamen nämlich nur dreizehn Leute......

Und wie das auf dem Lande so ist, haben die zwar so richtig Bier getrunken -Männlein, wie Weiblein- nebenher aber auch ordentlich Bacco (Baccardi mit Cola) und Baccardi RAZZ (Fertiges hochprozentiges Rum Getränk mit Himbeere Geschmack). Ebenso die Tussis, wie die Typen. Die weiblichen Angehörigen dieses Saufgelages wurden als ey Alde, Tussi, gerne aber auch als ey Du Nutte betitelt gleichgeschlechtlich, wie auch von den Jungs, die ihrerseits als Wichser, Homo oder Arsch den Festivitäten beiwohnten. Beschenkt haben sie ihn, wie sie mit den jeweiligen Wagenladungen eintrafen: Von der Tanke Flasche Schnaps, im Ganzen also drei oder vier, die sie meinem Bruder auch noch weggesoffen haben, als das von ihm gekaufte Hochprozentige zu Neige ging. Gewünscht hatte er sich Geld oder Gutscheine vom Fahrradfritzen, für ein neues Mountainbike.

Was ein Fest! Hinter Worms und Offenbach eines der Käffer, in denen ich GARNIEMALSNIE tot über dem Zaun hängen möchte. *grusel*

Die Einladung zum Gewaltsaufen also: Nachdem letzte Woche mein schickes kleines Arbeitszimmer fertig war, haben wir meine Eltern zum Indisch Essen eingeladen, darauf lauernd, dass meine Mom den Schlag treffen würde, wenn sie mein Arbeitszimmer sehen würde. Begrüßungscocktail in die Hand gedrückt, ich wolle kurz etwas zeigen gemurmelt und ab durch den Nordflügel an Musikzimmer und Wellnessbereich zu meinem EHEMALIGEN (man kann es gar nicht oft genug sagen!) umgekippten Zigeunerwagen. Reaktion: Ehrfurcht. Echte, ehrliche Ehrfurcht. Meine Mom ließ sich auf die Couch plumpsen, mein Dad natürlich schnurstracks Richtung PC (seiner ist mal wieder hin….), ob er was nachschauen darf? Ich saß lauernd neben ihm, damit er meinen Compi nicht auch schrottet, er war aber nur bißl in seinem Postfach und bei wkw unterwegs und dann kam es:

Bei all meinen Geschwistern stand noch Dicks Einladung, bei meinen Eltern und bei den 119 Freunden" die bislang zugesagt haben auch. Bei mir war sie weg!

Meinen Eltern fällt die Klappe. Und mir erst. Gestern war sie doch noch da? Ich hatte nie zugesagt, darum war sie bei mir auch immer noch auf der Startseite und darum sprang mir das auch so ins Auge: Weg!

Sodele und dann ging es rund. Meine Eltern, die uns am Montag erst um halb eins verlassen haben, haben es natürlich brühwarm meinen lieben Geschwisterchen auf die Nase gebunden.

Reaktion ist bekannt: Zwei davon haben ihn sich gegriffen und gefragt, was das soll: Keine Antwort!

Meine Mutter dann angerufen, was das denn solle, den Kram über dieses Internet-Portal auszumachen, statt mal die Klappe aufzubekommen und zu sagen, was ist? Was er sich ÜBERhaupt von diesen vielen Einladungen verspricht und ob er sich mal Gedanken gemacht hätte, was das alles kostet, wo er und seine Holde sowieso nix auf der Naht hätten?

Und DA fing es wieder an zu leben und erklärte unserer Mutter, dass sie sich ja schließlich Geld gewünscht hätten! Hah!

Meine Mutter meinte nur trocken: Deinen vierzigsten Geburtstag hast Du schon vergessen, oder was?

Am selben Abend (Donnerstag) flog das komplette Event aus wkw und seitdem ist erstmal Ruhe…

Tjaaaa, jaaaaa, so war das….und nein, ich verstehe es immer noch nicht… Ich nehme mal an, dass etliche Aktionen respektive Reaktionen zum Beispiel auf unseren Brief, nicht auf seinem Mist gewachsen sind, sondern auf ihrem. Beschaut man sich nämlich mal so ein paar einschlägige Internetseiten ist die Kleene den ganzen Tag online.

Mein Bruder war aber auch schon mal schlagfertiger, beziehungsweise würde ICH meinen Partner mal sagen, dass es sich bei einer Hochzeit GRUNDSÄTZLICH um eine tendenziell partnerschaftliche Sache handelt und ich wenig bis gar keine Lust darauf hätte, dass mir mein Gegenüber aus tagesaktueller Langeweile auf der Nase rumtanzt. Und dann noch nach ganz persönlichem Empfinden Geschwister ein- und auslädt. Die haben Nerven.

Wie auch immer, das war er: Der finale Todesschuß für jedwede Bekundung unsererseits in Punkto Verehelichung. Keine Grußkarte, kein Geldgeschenk und noch nicht mal die Glückwunsch-SMS aus Spanien, die Schwägerin S. sich von uns erbettelt hat. Nüscht!

Was sollen wir denn da gratulieren:

Lieber Dick, liebe Doof,

zu eurer Hochzeit, die nur aus taktischen Gründen stattfindet -weil leiden könnt ihr euch schon lange nicht mehr- die herzlichsten Glückwünsche von uns, auch wenn ihr uns lieber auf einem Minenfeld der Taliban als bei Euch gesehen hättet.

Anbei fünfhundert Euronen, damit ihr seht, welch grundgütige Menschen wir doch sind und das es uns nicht das allergeringste ausmacht, das ihr Euch so arschig gegenüber uns verhalten habt.

Innigst

Eure P. & der Ihrige

*vogelzeig*

Und genug aufgeregt. Wir erinnern uns an wahre Mehr-Türer äh- Märtyrer, respektive ist heute hier sowieso alles irgendwie politisch:

-Vor vierzig Jahren wurde Golda Meir die erste weibliche Premierministerin Israels. Mal dahin gestellt, wie es da schon damals gescheppert hat, ich finde sie war eine tolle Frau.

-Und da heute Gottlieb Daimler seinen 175 hätte feiern können, wir aber gerade bei tollen Frauen sind (mich eingeschlossen), machen wir doch mal einen frechen Schwenk auf den 03. Mai, an dem ich bekanntlich in der portugiesischen Pampas verweile und den Kopf woanders habe und gratulieren vorzeitig Cäcilie Bertha Benz zu ihrem 160. Geburtstag. Bringt jetzt auch kein Unglück, die ist ja schon tot. Aber toll war die, richtig toll!

Und nachdem ich meinem verblödeten Ex gestern fast mit der funkelnagelneuen Mercedes E-Klasse in den poppeligen Kombi seiner neuen alten Freundin gefahren bin, (Fast! NUR fast! Und nur reiiiiiiin zuuuuuufällig!) darf das hier natürlich nicht unerwähnt bleiben!

-Heute auf den Tag genau, vor achtzig Jahren (!) haben die Brüder Wilhelm und Friedrich von Opel die Mehrheit ihrer Opel-Aktien an General Motors verkauft. Wenn das kein Freudentag drüben in Rüsselsheim ist…..die Ärmsten……

-Außerdem ist heute St. Patrick´s Day. Also auf in den nächsten Pub! Party!

16.03.2009 um 17:01 Uhr

46 Tage und ein kleines Licht...

So, wieder zurück aus dem Urlaub. Tataaaa! 

Was wir gemacht haben? Aufgeräumt, uns hängenlassen und traurig aus der Wäsche geguckt... Wobei wir jetzt (noch) nicht, bei meinem "Lieblingsthema" Dick & Doof wären, sondern bei Winnenden. Dem Amoklauf von letztem Mittwoch, bei dem samt Täter sechzehn junge Menschen starben. Der Meinige und ich haben uns tagelang sehr unwohl gefühlt, weil uns das ganz schön in die Knochen gefahren ist. Wir haben oft darüber gesprochen und sind dann auch extra losgezogen, um eine Kerze zu kaufen und diese jeden Abend anzumachen...ein kleines Licht… 

Schlimmer, als diese Traurigkeit und Fassungslosigkeit wiegt ein Satz meiner Mutter. Wir waren wieder bei der Hochzeit des Jahres und mittlerweile ist meine Familie so richtig sauer auf die beiden Hübschen, weil wir nicht nur nicht zur Hochzeit eingeladen worden sind (respektive nur nach schriftlicher Aufforderung), nein: Wir sind auch ganz hochoffiziell zum Polterabend beziehungsweise Hochzeits-Umtrunk, der zwei Tage später stattfinden sollte ausgeladen.

Nicht, nicht eingeladen: Ausgeladen! 

Grandios.  

Zwei meiner Brüder sind in die Offensive gegangen und haben Dick zur Rede gestellt, ob er jetzt völlig austickt, ich wäre schließlich seine Schwester? Woraufhin er selbstredend eine Antwort schuldig blieb, weil alle sowieso vermuten, dass das Dööfchen dahinter steckt.

Und meine Mom sitzt dann vor mir und sagt, weißt Du Pelegrina, es ist nicht so, dass ich Doof hassen würde......ich verachte sie aber sehr..... Und das mit einem Gesichtsausdruck, dass mir zwei Tage lang schlecht war. Meine arme Mom, ach Mönsch....  

Okay, ich war zwischendurch aufgebracht, zugegeben. Ich puffe dann zweidreimal in die Luft, fertig. Die Tage an denen ich mich über so einen irdischen Kleinkram aufgeregt habe, sind gezählt. Viel eher habe ich lange darüber nachgedacht. WARUM die dieses und jenes machen, was so partout keiner verstehen kann. Als ich gemerkt habe, ich gehöre auch zum Kreise derer, denen sich das Tun und Handeln nicht erklären will, habe ich selbst das gelassen: Mir ständig einen Kopp zu machen. Bringt nix. Ich habe einen sehr kleinen Kopf. Da KANN gar nicht für so einen Schrott auch noch Platz sein. Ich habe es angefasst, gedreht und gewunden und nun mit Bestimmtheit abgelegt. Nicht fallenlassen und auch nicht fortgeschleudert.

Als wir letzte Woche Montag offiziell zu den noch anstehenden Feierlichkeiten ausgeladen wurden und das auch noch im Beisein meiner Eltern, war das Einzige, was ich dachte: Hachja, Gottes Garten ist groß........und es sind auch jede Menge Affen darin unterwegs.....

Weiter dachte ich dann noch laut gegenüber dem Meinigen: „Keine Hochzeitseinladung => Kein Geschenk! So einfach ist das!“ Und obwohl ich mir mit diesem zugegeben nicht sehr schwesterlichen Ausspruch sehr unsozial vorkomme, gibt mir komischerweise alle Welt recht! Da sind wir wiedermal beim guten alten Auge um Auge Gehabe... 

Aber, noch ein paar kurze Randnotizen zur Hochzeit des Jahres, damit ich irgendwann noch mal drüberlesen kann: 

Madame hat sich beim Versandhaus Quelle ein Hochzeitskleid bestellt. Ich bin da ja nicht so, die haben bestimmt auch schicke Sachen und die würde in Chanel garantiert aussehen, wie rein geschossen: Geschenkt. Aber: Am besten hat dieser kleinen dickbauchigen Person ein Nachthemd aus Sateng (jaja Satöh) gefallen, welches tief ausgeschnitten und mit glitzernden Pailletten beklebt ist. Meine Schwägerin S., die es wohl schon life und in Farbe gesehen hat, hat sich halb ohnmächtig gelacht. Farbe muss auch hübsch sein. Nicht jeder hellhäutigen Blondine steht behsch, sorry beige...... 

Die Mutter der Prinzessin kommt nun doch. Nach moooonatelangem Streit und Gezicke und Gezerre, kommt sie nun, um Kindi final auszureden, dass mein Bruder der alte Sack nix für sie wäre. Im Fahrwasser: Die beste Freundin vom Dööfchen, die sie ebenfalls seit Monaten zu überreden versucht und diese Heirat verhindern will. Beide wieder rum hassen nicht nur meinen Bruder, sondern auch den Vater der Braut, worauf dem Meinigen entfuhr: DA will ich aber Mäuschen sein! Aber da wir nicht eingeladen sind...hehe.  Meine Mutter meinte nur: EIN Wort von denen...... Und der Blick danach sprach Bände. *angst* 

Dann kommen ja die Ihrigen aus Berlin daher gefahren. Fragt meine Mutter meinen Bruder, ob er und seine Holde denn schon ein paar Zimmerchen für den Clan gebucht haben? Antwort. Nöö, dat können die ma schön selber machen. Woraufhin meine Mutter wieder mal bei MIR getobt hat, warum dieses faule Frauenzimmer den ganzen Tag arbeitslos daheim hockt, aber unfähig sei, mal in Üfftelstütz herum zu telefonieren und ein paar Zimmer zu reservieren. Ich: Mom, Gottes Garten.... Weiter komme ich nicht: Zu recht. Boah, was war Mom geladen. Heidewitzka....        

Gestern haben der Meinige und ich noch eine schicke Webcam in Santiago de Compostela rausgesucht, bei der man schön die Menschen erkennen kann. Die meisten hängen zu weit oben und man sieht nur Silhouetten. Den Link werden wir meinem Paps geben und ihm eine SMS schicken, wenn wir in Santiago sind und anschließend werden wir uns die Ärmchen auswinken und ich weiß, mein Papa sieht mich. In Spanien, in SdC, vor der Kathedrale. Schön! :-) Hach, wie schön. 

Sowas will ich von der Hochzeit auch! 

Und wenn ich es selbst montieren muss! Ich bin nicht so die Technische, DAS bekomme ich aber hin. Und ich korrigiere mich: Hochzeit UND Umtrunk. Beide Lokationen. Und wenn es mich meine letzten Mäuse kostet. Das gibt Mord und Totschlag. Sehr spannend alles.... 

Wat gibbet noch? Wir haben mein Arbeitszimmer aufgeräumt. Hört sich zunächst unspektakulär an.....aber nur für Menschen die mich nicht kennen und nicht wissen können, dass ich jenes in den letzten fünfzehn Jahren tunlichst unterlassen habe und immer nur Papier um Papier rein gepfeffert habe. Und noch ein Regal und noch eine Kiste oder ein Kasten. DA sah es aus....weiha.... So! Schluss. Nun isses komplett in weiß gehalten und sieht aus, wie die Praxis eines teuren Psychiaters. Umgebungen, in denen ich mich wohl fühle. *lach* Wir sind zweimal auf die Mülldeponie gefahren, um zum Beispiel phantastillionen Telefonrechnungen von 1985 bis 2003 wegzuwerfen. (Kann man bestimmt noch mal brauchen). Wir haben alte Regale abmontiert und neue schneeweiße montiert. Ich musste Papier sortieren, eine neue (weiße) Bettcouch ist eingezogen, zwei drei schöne Lampen und und und.....

Hach, wat bin ich stolz auf mich. Es ist nicht so, dass ich unordentlich oder unsauber wäre, ganz im Gegenteil. Ich bin schon ein Erbsenzähler. Wenn auch nicht so, wie meine Mutter, bei der man allzeit eine OP am offenen Herzen durchführen könnte, so sauber ist es da. ABER: Ich habe das Arbeitszimmer immer als letzte Bastion meiner anarchistischen Grundhaltung gesehen. So einfach ist das! Ich bin eben doch ein Rockstar. Yeah! 

Ansonsten hatten die Jungs Flöhe und ich eine Paranoia deswegen, mich hat es überall bebitzelt. Üägrs.....schüttel... 

Wir haben mehrere Male das Thermalbad samt Sauna unsicher gemacht und mussten feststellen, das Ruheständler, die eine Darmoperation hinter sich haben, weitaus witziger sind als diese Yuppie-Extrem-Entspannungs-Zischler die scheinbar Weltmeister im saunieren sind. Furchtbar. 

Wir haben sämtliche Städte im größeren Umkreis unsicher gemacht und ausgedehnte Shoppingtouren unternommen. Auch Frankfurt: Die nächsten zwei, drei Jahre dann wieder eher nicht: Scheißstadt. Laut, dreckig, aggressiv. Bah! 

Und wir haben auf Frau Antjes Geburtstagsparty versucht nochmal jung zu sein. Ich glaube, wir haben es nicht geschafft...... 

Apropos Geburtstag. Folgenden habe ich vergessen: Albert Einstein wäre am Samstag 130 Jahre alt geworden. Glückwunsch Albert. Wusstest Du, dass heutzutage die Menschen immer noch durch die Gegend rennen und denken, Du hättest den Physik-Nobelpreis für die Relativitätstheorie bekommen? Doch echt! Tun sie! Großartig oder? Außerdem denken die immer noch, Du hattest in Mathe ´ne fünf.....au Backe.....wie sagtest Du so schön:

"Zwei Dinge sind unendlich: Das Universum und die menschliche Dummheit. Aber beim Universum bin ich mir nicht ganz sicher."  

Außerdem möchte ich hier nicht unerwähnt lassen, dass mich der Einsturz des Kölner Stadtarchives am dritten März sehr getroffen hat. Nicht nur, weil dort auch zwei Menschen verstarben, was sehr tragisch ist, sondern auch vom bibliografischen Aspekt her. Da sind Schriften den Jordan runtergegangen, die nie mehr gerettet werden können, es blutet mir von Hause aus das Herz... :-( 

So, dann hat noch die Jakobsweg Dame angerufen und wir haben sie zu uns eingeladen, nur damit sie im letzten Moment einen Rückzieher macht und doch nicht kam. Grippe. Angeblich. Wir haben eher den Verdacht, dass sie nicht kam, weil sie anscheinend nach einem Gespräch mit uns die Verpflichtung hätte auf den Jakobsweg zu MÜSSEN! Ich versteh die Welt nicht mehr..... 

 

Und: Falls noch jemand ein Geburtstagsgeschenk für mich sucht: Ich hätte gerne die White Caviar von Hublot. Das musste mal hier festgehalten werden. Und da das Dingen eine schlappe Millionen Euro kostet, ich aber erst im August Geburtstag habe, ist noch Zeit zu sparen. Schön, oder? :-)