Königin der S@L@THERZEN

29.04.2009 um 16:10 Uhr

38 Stunden und die Sterne…

So langsam gehen wir in die Endphase. Heiße Endphase? Nö. Ich habe schon das letzte Mal gesagt, Himmel, wir gehen in kein Entwicklungsland, Spanien liegt doch nicht in der dritten Welt. Aber nein, meine Mutter schickt mich als glänzende Vorbild-Pathologin mit fuffzehn Kilo Medikamenten auf den Weg. Zumindest das lassen wir mittlerweile, bei den dortigen Apothekenpreisen.

Das eine oder andere haben wir dann aber doch gebraucht: Schlafsack für den Meinigen. Sein Oller ist zerfleddert. Haben wir dann auch einen schicken beim Outdoor-Ausstatter für ihn eingesammelt. Einen Ultralight mit sagenhaften 600 Gramm für unglaubliche 40 Euro. Daheim schauen wir in ebay, ob es den mit links/rechts Reisverschluss gibt, dann können wir uns aneinderzippen und kuscheln. (Die Frage, wie das in Stockbetten, die fast ausschließlich in Refugios vorhanden sind, von Statten gehen soll, stellen wir uns natürlich nicht….*flöt*).

GENAU den Schlafsäcke, den wir kurz zuvor erworben hatten gibt es bei ebay. Für 30 Euro. Und zwei für 50 Euro. Wir gratulieren uns herzlich und lassen es bei dem Schlafsack des Meinigen :-(

Eine Woche später buchen wir den Hinflug. Wieder schön mit Ryan Air ab Frankfurt (Hahn), schicke Autostunde von hier entfernt und Hauptsache Morgens um 6 Uhr, damits auch schön früh ist, wir irgendjemanden behelligen müssen, uns dahin zu bringen und den ganzen ersten Tag hübsch im Eimer sind. Aber was tut man nicht alles.

Am Montag danach sehen wir am gleichen Tag einen Flug einer anderen Airline für die Hälfte vom Preis, ab Frankfurt Flughafen zu dem wir es mit der S-Bahn nur 20 Minuten haben- um 10:30 Uhr. Wir gratulieren uns herzlich und lassen es bei dem Ryan Air Flug.

Dieser bringt uns schön früh nach Porto. Wir beziehen unser schickes Hotel und machen die Stadt unsicher. Ich gestern noch mal auf die Seite des auswärtigen Amtes, Reisewarnung wegen Schweinegrippe? Wetter? Sonstwas aufregendes? Ach, stimmt ja Porto liegt hinter Spanien respektive Deutschland eine Stunde zurück. Klasse sind wir schon um acht Uhr Ortszeit da unten. Zimmer dürfen wir um 13:00 Uhr beziehen UHUUUUUND die haben auch Feiertag. Alles dicht! Herrlisch! Naaaaa, klasse! Was eigentlich noch? So langsam werde ich latent paranoid…..

Und damit noch nicht genug! Ich, die ich gewiss nicht ungeschickt bin, knall mir seit einer Woche an jedem Mist die Knie, die Beine und die Füße.

Heute habe ich einen Termin zur Pediküre, die schnippelt mir garantiert so in die Füße, dass ich nicht gescheit laufen kann.

Der Meinige muss noch VOR dem Urlaub seine Steuererklärung abgeben.

Und außerdem brauche ich noch süßen Senf! Ohne süßen Senf geh ich nich. Der ist dann hundertpro in ganz Deutschland ausverkauft. Aber diese spanischen Boccadillos ohne Senf? Nö! Nicht mit mir!

Irgendwie drängte sich uns mal zwischendurch der Gedanke auf, dass dieser Weg nicht unter einem guten Stern stünde. Aber da wir uns dort kennen- und lieben gelernt haben, ist das natürlich ausgemachter Unsinn, denn damit hatten wir wirklich unverschämtes Glück. :-)

MEINE Theorie zu dem Ganzen ist, dass nun sämtlicher Unbill passiert, damit wir es auch ja da unten schön haben! Hier: Totales Chaos. Dort: Des Menschen Himmelreich auf Erden.

Soweit der Plan. Was ich fürchte ist, dass wir uns immer und immer und IMMER wieder an dieser beknackten Hochzeit reiben/unterhalten/festhalten und des Themas nicht müde werden. :-( Hat denn hier niemand etwas saumäßig Dominantes und kann mir mal so richtig den Kopf waschen, damit endlich mal Schluss ist, oder soll ich diese schwere Bürde 350 Kilometer auf meinen zarten *hust* Schultern gen Santiago schleppen? Los, die Sados mal vor:

HIER könnt ihr euch austoben.

….bevor ich wegen dieser Hochzeit zum Maso werde…..ächz….

Gabs was Neues????? Keine Ahnung, ich arbeite mich gerade an den Krater des Wahnsinnes…..

28.04.2009 um 16:28 Uhr

61 Stunden und der Sinn der Übung…

Na, hat es jemand gemerkt? Wir haben die Zeitrechnung umgestellt. Nun sind es also nur noch 61 Stunden und so langsam erfüllt sich auch die Prophezeiung dieses Blogs: „Ich schreib dann mal eben Internet-Tagebuch über den Jakobsweg!"

Rückwirkend betrachtet sieht es eher nach die-Hochzeit-des-Jahres-Tagebuch aus und es arbeitet immer noch in uns, ob wir wenigstens auf diesen Empfang gehen, oder nicht. Bislang: Nö! Wie gehabt.

Nun hat aber der Jakobsweg eine durchaus besinnliche, beruhigende Wirkung auf fast alle Beteiligten im Allgemeinen und auf mich im Besonderen, da ich dort sehr gut loslassen kann und Schrecken und Groll weglaufen kann. Natürlich sind auch dort jede Menge Armleuchter unterwegs, die jucken mich aber traditionell nicht. Denen gehe ich gerne aus dem Weg und dann dürfen die sich alleine ärgern. Jeder bekommt den Weg, den er verdient und meistens trifft es bei den Arschl.... und dem Ihnen geschehenden diversem einhergehendem Ungemach, nie die Falschen.

Ich bin gespannt, wie mein Tagebuch anschließend aussieht. Jeden Tag werde ich kein Internet erwischen. An vielen Tagen wissen wir noch nicht einmal, wo wir schlafen werden (draußen???) und wo wir etwas zum essen bekommen. Mehr als einmal sind wir da schon mit Hunger herumgetigert, auf der Suche nach einer offenen Bar. Und mehr als einmal war das auch schön im strömenden Regen, damit man auch ja daheim was zu erzählen hat. *grummel* Camel-Trophy für Einsteiger…

Nun sind wir ja zu zweit unterwegs und nach dem ganzen Krempel, der mir bei den ersten 1000 Kilometern passiert ist, kann ich mit Fug und Recht behaupten: Mich schockt echt nix mehr! Aber wie immer wird es erstens anders kommen und zweitens als man denkt.

Wir lassen uns überraschen.

Ich werde mein handschriftliches Tagebuch schön pflegen und hinterher hier alles breittreten. Natürlich alles auf einen Rutsch. Sehr spannend. Heute Morgen haben wir mein Tagebuch vom ersten Weg herausgekramt. DA stehen Sachen drin. War super interessant, das wieder mal zu lesen…..

Der gestrige Abend war aber auch spannend und interessant:

Wie bringe ich meinen Katzensitter -den Herren Papá- dazu meine Fellnasen nicht so zu quälen und wie meine Mom dazu, nicht wieder die halbe Bude umzudekorieren, Credo: Sieht doch so viel besser aus?

Antwort: GARNICHT! Probieren kann man es trotzdem mal.

Papa, aber nicht den Großen auf den Arm nehmen, ja? (Macht der JE-DES-MAL wenn er kommt und mein Dienstag HASST es!)

Wieso?

Mag er nicht!

Seit wann?

Schon immer!

Bei mir nicht!

Doch gerade bei Dir speziell!

Nö! Bei mir mag er das!

Papa, das hat er noch nie gemocht und erst Recht nicht, wenn es jemand anderes als ich ist. Er mag es nicht.

Bei mir schon!

Weil Du ihm halb die Luft abdrückst und ihn im Knebelgriff fest zwingst. Er mag es nicht.

Bei mir aber!

Papa, ich könnte jetzt zu Dienstag gehen und ihm am hintersten Backenzahn rumpopeln, um mal zu schauen, ob da alles in Ordnung ist. Er würde es geschehen lassen, weil er weiß, dass ich ihm helfen will. Beim auf-den-Arm-nehmen sieht das Tier NULL Sinn. Der ist doch nicht doof!

Bei mir mag er das!

Papa, der mag das doch nicht mal bei mir und dem Meinigen!

Aber bei mir!

Papa! Lass es doch einfach! *bettel*

Ich zeig Dir das jetzt mal! (Vater stützt Richtung Katze, Katze nimmt Reißaus, Vater hinterher, beide verschwinden aus dem Blickfeld, irgendwas scheppert, Mutter fängt an zu brüllen)

HAST DU SE NOCH ALLE? DER WILL NICHT AUF DEM ARM!!!!!!

Ich schmeiß derweil das Handtuch => Die berühmten Schmuckstücke vor die domestizierten Haustiere (Perlen vor die Säue) und weiß, mein Vater wird drei Wochen lang nix besseres zu tun haben, als meinen dicken Kater rumzuschleppen. Er schaltet auf Plan B:

Mag der Tom das?

Welcher Tom?

(Vater zeigt auf Tobias)

Ach, Tobias? Probiers…höhö…..(Der ist da nicht so zimperlich und zerlegt ihm ratzfatz den Unterarm, er mag das nämlich auch nur bedingt, bei Fremden gar nicht)

Aber, was soll ich machen? Während ich in der Fremde nach Weißbrot hungere und mich durch den Regen schleppe, malträtiert Vattern das Viehzeuch….seufz…..

Meine Mutter dekoriert derweil um. Das hierhin, jenes dorthin. Sieht doch viel schöner aus! Der doch Wurscht, was ich davon halte. SIE ist die Einzige, die WIRKLICH Geschmack hat. Ergo gibbet eine Neugestaltung…..

Wenn ich Glück habe, putzen sie die Fenster, das können der Meinige und ich nämlich nicht ausstehen und so wie es mit den ganzen Blumenpollen derweil ausschaut…..gute Chancen, würde ich mal sagen.

Ansonsten sind die Beiden mittlerweile recht lässig unterwegs, was solche Touren bei mir/uns angeht. Als ich das erste Mal alleine losgetingelt bin, sind die den Tod der tausend Schreie gestorben, WIE gefährlich das doch sei und überhaupt, da gäbe es noch Wölfe! Wie geil….*gacker*…..

Packen wir uns also mal so laaaaangsam zusammen, noch zwei Tage Deutschland und der Rest von heute…..

News gibbet heute keine, in der Firma steppt der Bär, ich komme zu gar nichts mehr! Skandal!

27.04.2009 um 15:57 Uhr

4 Tage und das Bescheißerle....

von: Pelegrina   Kategorie: Wonderwoman in klein

Oder noch angenehmer: 3 Tage und der Rest von heute. Nicht, das ich tatsächlich nun mehr als reif für den Jakobsweg wäre, aber so langsam reicht es hier in Deutschland auch mal, zumal nach einem Wochenende babysitting, wir wollen weg.

Kindi hat mich also doch nicht zu Tode genervt am Wochenende, man musste nur folgende Regeln beachten:

Wenn ich sage: "Du einmal, ich einmal!", dann sah das in der Praxis so aus, dass sie irgendetwas 6253729 Mal durfte und ich garnicht. Egal, ob beim ebay schauen, Lied aussuchen, DVD anmachen und so weiter und so fort. (LmaA-Gefühl aktivieren!)

Katzen werden trotz mehrmaliger Aufforderung, dies nicht zu tun, da sie sonst Angst bekämen "doch eher laut" angesprochen, ebenso die liebe Tante und zwar morgens um 06:00 Uhr, weil wenn Madame wach ist, sollen alle wach sein. (LmaA-Gefühl verstärken, Valium-Päckchen suchen!)

Beim Spielen wird beschissen, was das Zeug hält und wenn die liebe Tante das merkt, hat sie nicht zu meckern, sondern zu ignorieren. (LmaA-Gefühl greift, Wirkung der Tabletten schlägt an.)

Verkleiden spielen ist toll, nicht an die Klamotten von Riki zu dürfen dann doch eher nicht, da hattese aber selbst schon Valium im Glas, sonst hätte ich mich aufgehängt!

In einem ein Meter vierundfünfzisch großen Kind verschwinden während einer (!) DVD sechs Liter Bionade, ein Beutel Pombären und ein Beutel Sticksi. (Nachschub besser planen! LKW kaufen!)

Man kann sich nicht wirklich gegen zehnjährige Weiber wehren, die einem fortwährend „High School Musical 2" vordudeln. (Ohrenstopfen kaufen!)

Ansonsten:

Ruhe bewahren. Sicherheit ausstrahlen.

War soweit ganz nett. Man merkt aber doch, dass sie ein Einzelkind ist. Da fehlt als Vorbild das größere Geschwister oder aber auch die Vorbildfunktion für kleinere Geschwister. Die Kurze ist über alle Maßen verwöhnt und bekommt anscheinend für gewöhnlich alles, was sie möchte. ABER: Irgendwo fängt dann doch der Erziehungsauftrag der lieben Eltern an und wenn es zum Beispiel -wie aktuell- um Kraftausdrücke geht, hört daheim der Spaß auf. Beim Spielen bescheißen schätzen mein Bruder nebst Frau auch nicht und wenn es heißt "Du einmal, ich einmal!" dann ist man auch abwechselnd dran! Sonst knallts.

Es knallt am laufenden Band. Zumindest daheim.

Und das Beste: Das Kind tut mir leid. Alleine unter zwölf Erwachsenen, die sie auch noch behandeln, wie eine Erwachsene. Kein Wunder, dass sie eine Revolution nach der anderen anzettelt, um ihre Kräfte auszuprobieren. Ergo habe ich auf lecko mio Popo blanko geschaltet, denn wenn bei mir eines nicht funktioniert dann Zwangsprovokationen. Kann ich nicht drauf. Und Hand aufs Herz: Was ist mir an Zacken aus dem Krönchen gebrochen, dass sie bei mir alles durfte und nicht ständig mit Verboten überschüttet wurde? Soooo oft ist sie nun auch nicht da und meine Zacken habe ich alle noch. Sie hat es dann auch irgendwann gelassen. Gemerkt, dass es nix nutzt den kleinen King zu machen, da sie sowieso ihren Willen bekommt. Dass sie mich allerdings hinterrücks beim "Mensch-ärgere-Dich-nicht" beschissen hat, wundert mich doch sehr. Ich habe einmal weggeschaut und sie hat eine Spielfigur ein Kästchen nach vorne geschoben. Nix dramatisches, hat ihr weder den Sieg gebracht, noch sonst einen Vorteil. Aber warum hat sie das gemacht? Sehr dubios...hm.....

Nach unserem Urlaub darf sie wieder kommen, dann schauen wir keine Horrorfilme (Horton hört ein Hu und Madagaskar 2), sondern spielen die ganze Nacht Playstation mit Buzzern. Steht auch hoch im Kurs.

Als die Kleine dann Sonntagnachmittag von ihren Eltern eingesammelt wurde, sagte sie zu ihrer Mutter (Vater in Hörweite) „Hier ist es viel schöner, als daheim!"

Mission completed! Höhöhö…..

Was viel schlimmer ist: Heute Abend müssen wir meine Eltern bespassen. Und ganz egal, wen sie dieses Mal auf dem Kicker haben: Dann lieber drei Celis……urgs.

Das Wichtigste:

-Der Herr Klinsmann ist raus! Nachdem er es jetzt auch noch am Samstag erfolgreich gegen Schalke verbockt hat, durfte er heute seinen Hut nehmen. Und: Neeeeiiiinnn, das liegt doch nicht an den Spielern! *achvoherdenn*

-Der Meinige lebt noch. Obwohl man in den Mengen Alkohol, die er am Männerwochenende genossen hat, eine Kleinstadt hätte ersäufen können……

-Die Schweinegrippe hat es schon bis nach Spanien geschafft. Wir schwören, dort keine Schweine zu küssen und/oder uns von ihnen anhusten zu lassen!

24.04.2009 um 15:47 Uhr

7 Tage und die Kuhjungen....

von: Pelegrina   Kategorie: Dancing-Queen

Ich für mich muss immer wieder feststellen, dass ich tief in meinem Herzen ein Rocker bin.

Ich habe revolutionäre Ansätze, die sich aktuell zum Beispiel darin äußern, dass mein Arbeitsplatz aussieht, wie ein umgekippter Zigeunerwagen und ich mich just von einer Mitarbeiterin fragen lassen musste: Wie siehts denn HIER aus???? Antwort: Nur Idioten halten Ordnung. Ein Genie beherrscht das Chaos! Ergo => Rocker!

Was meinen Mund verlässt und was sich tief in mir drinnen in meiner ureigenen anarchistischen Zelle abspielt sind zwei grundsätzlich verschiedene Dinge, aber da ja die inneren Werte zählen. => Rocker!

Wer jemals gesehen hat wie ich Motorrad fahre, dem fällt nur ein Wort ein => Rocker!

Außerdem höre ich zwar morgens im Auto auf dem Weg zur Arbeit gerne Hornkonzerte und Klaviersonaten, daheim wird aber AC/DC aufgerissen und Luftgitarre gespielt => Rocker.

Das darf an dieser Stelle genügen!

Da ich aber -zu Zeiten sehr zu meinem Leidwesen- ein erzkonservativer BWLer bin und nicht immer den Spagat schaffen kann, zwischen Vorstand bespassen und headbangen, zwei Sachen die nicht wirklich zusammen passen und ich dieser Tage ein gruseliges Erlebnis mit einer Kollegin aus diesem Haus hatte, die über die Jahre "arbeitsgrau" geworden ist und ich feststellen musste: Schatz, SO willst Du nicht enden, habe ich einen folgendschweren Entschluss gefasst:

Ich muss Sport machen!

Hah! Oder besser hahahahaaaa...großes Gelächter: Ich hasse Sport. Ich bin Weltmeister im Extrem Couching. Ich mag mich nur zu sexuellen und oder zu Fortbewegungs-Zwecken rühren. Alles, was mich ins schwitzen bringt, ist scheußlich und lenkt davon ab, mit einem Weizenbier in der Sonne zu sitzen: Man muss Prioritäten setzen!

Und um das mal an dieser Stelle festzuhalten: Diese Jakobsweg G´schichten sehe ich nicht als Sport an. Das ist pilgern und ich habe da gerne Grundsatzdiskussionen! Erstens ist laufen so ziemlich das Natürlichste, was der menschliche Körper machen kann. Wären wir Vögel, würden wir fliegen, wir sind aber keine Vögel. Finito.

Zweitens fahre ich keine Parkplätze an, um an eine Touristen-Ansichtskarten-Bratwurst-Schmiede zu rasen, um anschließend wieder mit dem Autochen heimzugurken und zu behaupten: Ich war wandern. Da fehlt mir was: Der Grund, warum man so etwas macht!?

Drittens ist auf dem Jakobsweg der Weg das Ziel, es ist nicht wichtig an gewissen Orten anzukommen. Dies im kartografischen Sinne...

Fassen wir uns also kurz: Ich bin ein fauler Hund! Punkt.

Problemchen: Ich verfette so langsam aber sicher! Mittlerweile kneift sogar die Wanderhose. Und während der Meinige noch des abends fünf halbe Doppelzentner Chips und Flips in sich reinfuttert, denn sonst würde dieser Strich in der Landschaft abnehmen (!!!!! Aaaah!!!!!) nehme ich ein Pfund zu, wenn ich das Fettgedruckte in der Bildzeitung lese! Sauerei sowas....

Nächstes Problem: Was tun? Mein -mit fünf glorreichen Bandscheibenvorfällen- gesegneter Luxuskörper darf nicht Squash, Badminton, Tennis oder sonstwas mit einem Schläger spielen: Zu harte Stopps, zu einseitige Bewegung.

Ebenso diverse Gruppensportarten, wie Handball, Völkerball, Basketball und schon gar kein Fußball, ein hartes Foul und ich habs hinter mir.....

Wassergymnastik finde ich doof und langweilig und alleine vor mich hin Schwimmen ebenso.

Sowieso habe ich Zeit meines Lebens bleierne BWLer Weisheiten befolgt, noch bevor ich wusste, was BWL überhaupt ist: Minimaler Input, maximaler Output.

Geht nicht beim Sport. Muss man sich schon selbst rühren. Doof. Hm....

Ich habe tatsächlich mit etlichen Leuten dagesessen und hin und her überlegt, was ich so treiben könnte, ohne dass es mich in den Rollstuhl bringt. Und ausgerechnet unsere Dame an der Kantinenkasse bringt mich auf den Weg! Sack und Asche auf meinen Psychologen, der mich in ein Kanu setzen wollte.....

*KÜNSTLERPAUSE*

Ich tanz jetzt!

Hah! Und noch vorgestern hätte ich gesagt, das erzähle ich nie im Leben jemanden, weil es mir peinlich gewesen wäre. Da mir aber bekanntlich nichts heilig und schon gar nichts peinlich ist, habe ich es schon überall rumgeratscht. Höhö. Also, festhalten, törööööö:

Line Dance!

Cool! Funny! Superlustig, tolle Gruppe gefunden. Welche ZUUUUfälligerweise vom Menne unserer Kassenkraft geleitet wird und da hattse mich gestern angeschleppt. Und ich musste sofort mitmachen, ohne Rücksicht auf Verluste. Und siehe da: So einfach, wie das vorher aussah, isses dann doch nicht. Ganz im Gegenteil. Wir haben uns verheddert, wie die Weltmeister, in alle Richtungen der Windrose gedreht, nur nicht in die Tanzrichtung UND (!) uns kaputt gelacht. Das war das Wichtigste und hat sehr, sehr gut getan. Jeder hatte Spaß an der Sache, in den Pausen beim gemütlichen Miteinander durfte ich diese ganzen Kaubois und Kaugörls mal beschnuppert und als ich selig zum Meinigen heimkehrte, war ich wild entschlossen, mir sowohl Cowboy-Hut, wie auch -Stiefel zuzulegen, bevor ich ihn erbarmungslos zwei Stunden vollgelabert habe. *gacker* Wat hat ischen Spass, großartig!

Mein wohlgepflegter innerer Rocker wird nun also Platz für ein Stückchen Country machen müssen und wenn ich die Kurze das Wochenende habe (jaja, ich Doofkopp), werde ich ihr die beiden mühsam einstudierten Tänze einzimmern! Und wehe, die schläft mir dann nicht gescheit. Ich kippe nach dieser Woche nämlich garantiert ziemlich früh aus den Latschen und meine Schwägerin hat mir bereits eröffnet, dass die Princess ein "Abendmensch" sei.

Das werden wir ja mal sehen!

Eine Meldung:

Die Mutter, welche -nebst strafrechtlich gesuchtem Freund- ihre drei Kinder in einer Pizzeria in Italien ausgesetzt hat, ist gefasst. UND: Auf freiem Fuß. Die wissen nicht, wofür sie die Gute anzeigen sollen.

Von der rechtlichen Seite her, sieht es so aus, dass Gefahr in Verzug hätte vorliegen müssen, sprich den Kindern hätte etwas passieren können bei dieser Aktion, damit die Mutter ordentlich belangt wird. Da die lieben Kleinen aber gemütlich da saßen und was gefuttert haben, ist dies nicht gegeben.

Ich möchte hier mal ganz kurz festhalten, dass ich diese Mutter NIE in die Finger bekommen dürfte. Was auch immer die Gründe waren: Nie!!!!

Man, man, man……

23.04.2009 um 16:51 Uhr

8 Tage und das Herzchen...

von: Pelegrina   Kategorie: Wonderwoman in klein

Lange angedroht, nie geschrieben, aber jetzt:

Meine Nichte! Celine-Cathrine Anastasia Marie. Nachdem mich Madame mit ihrem Schirmwunsch zum Geburtstag schon fast um den Verstand gebracht hat, dräute letzte Woche am Horizont das nächste Sturmtief.

Celis Papa, seines Zeichens mein zweitältester Bruder und mit eben so einem katastrophalen Rücken gesegnet wie ich, kippte vor drei Wochen aus den Latschen und hatte taube Füße, taube Beine, alles weg. Bandscheibenvorfall, Notoperation. Krankenhaus und dann daheim liegen, liegen und nochmal liegen. Zeitgleich mit diesem Fiasko ging Klein-Celi in die Osterferien und langweilte sich mit ihrem langweiligen Papa eine Runde zu Tode.

Der Meinige und ich -gute Menschen, die wir sind- griffen zum Telefon und wollten anbieten, der Kleenen Asyl in der Kombination mit Kurzweil anzubieten, ich kenn doch meinen Bruder. Problem Eins: Wir haben sie tagelang nicht erreicht, weil sie beim Arzt / im Krankenhaus / in der MRT-Röhre / sonstwo rumhingen. Problem Zwei: Als wir dann mal jemanden von der Bande erreichten, war es Ostern und wir hatten somit Celi an unseren ersten WIRKLICH freien Tagen (Eintracht-Spiel!!!) an der Backe. Eigentlich meine Eltern, die ebenfalls in die Bresche sprangen, die gehen sich aber traditionell an Ostern an den Hals, wie sich das an Feiertagen gehört und waren schon an Tag Eins mit Celi sowas von genervt, dass sie für Sonntag sich, nebst Kind androhten. Das sollte dann erst am späten Nachmittag sein, verschob sich aber im Laufe des Samstags immer mehr nach vorne und am Sonntag standen sie schließlich in aller Herrgottsfrühe vor der Tür.

Was also tun, mit dem Kind? Unweit von hier war ein mittelalterlicher Markt mit Schaustellern, inszeniertem Ritterkampf, Showeinlagen, Freßständen und etlichen Killefitz (Stehrumchen/Tand/Staubfängern/wasauchimmer). In rettender Nähe: Der Biergarten unserer Wahl und auch (man höre und staune) der des Kindes, weil es dort die besten Schnitzel der Stadt gäbe. Mit Verlaub: Die Schnitzel sind scheiße. Das ist ein Biergarten. Die schmeißen alles, was nicht bei drei auf dem Baum ist in die Friteuse. Aber da ihr Papi sie immer zwingt, mit dem Radl dorthin hinzufahren, ist das Kind anschließend immer so ausgehungert, das sie auch den Kitt aus den Fenstern essen würde, von den Fett-Schnitzeln mal ganz abgesehen....

Plan lautete also: Sollte sich die kleine Prinzessin auf dem Mittelalter-Markt zu Tode langweilen, wird sie im Biergarten fett gefüttert, für abends hatte ich noch Hähnchenschenkel im Angebot, dass liebt jedes Kind, soweit sah es also schon mal nicht schlecht aus.

Wir auf zu diesem Markt. Fest im Hinterkopf, das sich die Kurze nicht wirklich für so etwas interessiert, im Schlepptau meine Eltern, die mittlerweile mit Ihrem Gezicke eine Lautstärke wie eine landende Boing 747 erreichten. Die Scheiß-Hochzeit, wer welchen Kram erzählt hat und sowieso und überhaupt. Dann mein Vater, super geladen noch an der Kleinen rumgezickt, die hat nämlich momentan eine Phase, da lässt sie sich nicht so gerne anrühren und mein Dad zuppelte am laufenden Band an ihr rum, bis sie bockig wurde. Daraufhin wurde mein Vater bockig (oder vielmehr NOCH bockiger), dass Kind wäre verzogen, er dürfe GARnichts mehr. Was ihm einen dicken Anschiss von meiner Mutter einbrachte, er würde ja nicht hören, wenn Celi nicht angefasst werden wolle....und so weiter und so fort.

Leute aus Hamburg hier? Man hat die doch bestimmt bis an die Küste gehört, oder? Weiha.... Bis wir dann endlich da waren, hatten so ziemlich alle schlechte Laune und der Meinige und ich fragten uns nur staunend, was das für Irre sind.... (Hier wieder die Theorie, dass ich im Krankenhaus verwechselt wurde!!!!)

Schließlich auf dem Mittelalter Markt, blühte wenigstens Kindi wieder auf und hatte scheinbar den Ehrgeiz ALLES, aber auch wirklich alles, mindestens fünfmal anzutatschen und/oder zu erwerben. Sie hatte eigenes Geld einstecken, ansonsten waren meine Eltern dran und wenn es pädagogisch wertvoll war, habe ich bezahlt. Nicht, das es in etlichen Jahren heißt: Dat Scheißding hat Pelegrina mal gekauft! Nö, ich habe ihr zum Beispiel einen Bleistempel für Exlibris spendiert, nachdem ich ihr erklärt habe, was man mit so einem Dingen anstellt. Bis sie achtzehn wird, hat sie dann vielleicht auch mal ihre unzähligen Bücher durchgestempelt. Und dann ging es nochmal den Markt runter und wieder hoch und nochmal runter und nochmal hoch. Im dritten oder vierten Durchgang hat sie sich dann einen kleinen Schellenring gekauft, der einen infernalischen Lärm machte und ich muss gestehen, dass ich mich selbstredend diebisch freute, treibt dieses Ding meinen Bruder doch final in den Wahnsinn. Höhö….

Dann von Null auf Hundert: HUNGER! Ab da musste alles sehr, sehr schnell gehen und wie der Teufel rasten wir in den Biergarten. Es kam, wie es kommen musste: Unsere Bestellung wurde erst verwechselt, dann verpennt und wer bekam als letztes sein Essen? Klar: Celi. Die hatte dann wiedermal schlechte Laune. Aber, sie war noch in der Lage mir zu erklären, dass die Zugspitze der fünfthöchste Berg der Welt sei! Sie hatte so ein Mal-Lern-Üb-Schreib-Heft für künftige Genies in ihrem Übersee Koffer (sprich: knallevolle Kinderumhängetasche) und da sollte man pro Kontinent den Berg zuordnen. Unten drunter Striche, wie viele Buchstaben jeder Berg haben darf. Also von wegen Genie.... Bis wir das mit den Bergen geklärt hatten, ich ihr einen längeren Vortrag über die Seven Summits gehalten habe, während dem sie fast eingeschlafen ist ;-) kam dann auch endlich das Essen und siehe da: Das überintelligente Kind kann nicht mit Messer und Gabel essen! Mit zehn Jahren! Empirische Erhebungen im größeren Kollegen- und Bekanntenkreis haben mittlerweile ergeben, dass sie das schon mit sechs/sieben Jahren drauf haben sollte, weit gefehlt.

Wohl gesättigt entdeckte Celi dann ein Riesenrad am Horizont, in Mainz war wohl irgendein Jahrmarkt und für sie stand fest: Ab auf den Rummel, drunter mache ich es heute nicht, habe ich doch erfolgreich vier Erwachsene im Knebel, die mich ob meines Vaters Krankheit bespaßen MÜSSEN.

Wir also dahin. Zu Fuß! Drunter mach ICH es nämlich nicht. Und was macht die Göre auf dem Rummel? Genau: Hat den Ehrgeiz jedes und alles Minimum fünfmal anzutatschen, zu losen, an komischen Strippen zu ziehen UND uhund.....*trommelwirbel*....ihre bemitleidenswerte Tante ins Kettenkarussell zu zwingen.....örgs....

Jetzt waren der Meinige und ich am Samstag ordentlich feiern und haben auch drei-vier *hüstl* Bierchen getrunken. Jetzt haben wir auf eben jener Party nicht soooo gehaltvoll gegessen, was den Alkoholkonsum in irgendeiner Weise wieder hätte wett machen können. Jetzt hatten wir kaum gepennt und außerdem knallte die Sonne erbarmungslos auf unsere Schädel. Kurz: Mir ging es so garnicht gut. Und was habe ich gemacht: Ich bin mit dem Kind in dieses locker 132 Meter hohe Kettenkarussel gekrabbelt. DIE hatte einen Spass! ICH war mir sicher, dass jenes meine letzte Tat auf diesem Planeten war und ich kurz darauf sterben werde....

Boah, war mir übel, als ich da raus fiel...meine Mutter hat sich kaputtgelacht, ich wäre kreidebleich. Der Meinige hat sich kaputtgelacht, ich wurde schwanken. Einzig mein Vater fasste sich ein Herz und ließ sich von Celi ins Riesenrad schleppen. UND DAS fährt nicht mit 200 Km/h im Kreis! *himmelherrgott*

Nachdem jeder noch was zum futtern bekommen hatte, machten wir uns an den kontrollierten Rückzug und: Natürlich! Wieder vorbei am Kettenkarussell. Das kleine Herzchen sich an mich gehängt, bitte, bitte noch einmal, bitte bitte!!! P.chen, ich bitte Dich, bitte, bitte. Und was macht der Meinige? Holt stillschweigend Tickets, während ich meiner Nichte versuche zu erklären, das die Wechselwirkung von Fahrgeschäften und Restalkohol schon locker 3 Millionen Opfer in diesem Jahr gefordert hat und zwar nur vom zusehen! Was war? Ich bin nochmal in den Brummkreisel des Todes und anschließend konnte man mich wegschmeißen.....bah!

Zur Strafe sind wir dann den kompletten Weg heimgelatscht! Vattern hatte Blasen, Kind hatte Blasen, Muttern war fix und feddisch. ICH habe mich auf diesem Marsch wieder soweit in den Griff bekommen, dass ich zuhause in der Lage war dem Volk Nahrung zuzubereiten und dann kam das nächste Fiasko:

Mademoiselle isst kein Huhn! AH! Aaaaaahhhhh..... Steak ja, Schnitzel mit wachsender Begeisterung, Bratworscht jederzeit: Huhn ist ekelig!

Super! Ich hatte zehn Hühnerbeinchen am Start und null Alternativen. Außer Salat, den fand sie aber auch doof.

Der Meinige und ich pädagogisch wertvoll die Show des Jahrhunderts angezogen: Hahahahaaaaa, dann könne wir alles alleine essen.....träller...das schmeckt nämlich ÜB-BER-HAUPT-NICHT!!!!! Hahaha...träller...wie toll....

Auf der internationalen Reinlege-Skala von 1 bis 10 haben wir eine schlappe 2 erreicht. Celi hat den Hähnchenschenkel nach Kräften mit Messer und Gabel bearbeitet, sah bißl nach Völkerkrieg aus, oder Kettensägen-Massaker, gefuttert hat sie außer sämtlicher meiner Lieblingsjoghurts weiter nix, stattdessen hat sie diese Hähnchen-Leichen-Fledderei an den kleinen Kater verfüttert, der wollte aber auch nicht soooo recht, weil sie ihn die ganze Zeit angeplärrt hat: NEIN! TOBI, NEIN! Jenes aus Angst, dass der Fellkopp sie eventuell kratzt, was er nicht tut, aber Hauptsache mal rumgeschrien, wie eine Irre......

Soweit Ostern.......

Ob das eine Fortsetzung findet? Jetzt, nachdem der Tinitus in den Öhrchen mal aufgehört hat zu pfeifen, die Tiere sich wieder ansatzweise normal benehmen und nicht mehr ständig zusammenzucken, WIR nicht mehr ständig zusammenzucken und nun doch eher nicht in eine Therapie-Gruppe: Keine Gewalt gegen kleine Kinder gehen???? JETZT?

Yupp. Morgen tanzt sie wahrscheinlich wieder an. Ich fang schonmal an, Valium zu nehmen......

Gesammelte Celine-Cathrine Anastasia Marie Weisheiten:

-Das Kasperle ist uncool! (Die hat ja mal null Ahnung, das Kaschperle ist saucool!)

-Rosa ist uncool! (Seid wann ist das bei zehnjährigen Mädels uncool? Häh?)

-Alles was infernalischen Lärm macht ist cool! (Höhö, farg mal die Eltern....)

-Zwiebelschnitzel sind cool, Hähnchenschenkel nicht! (Damit ist sie doch hoffentlich das einzige Kind auf der Welt, welches Hühnerbeine uncool findet, oder?

-Mit Katzen, wie mit den heimischen Puppen spielen ist cool! (Da waren die Fellköppe aber anderer Meinung!)

-Bionade ist cool (Ihre Mutter reißt mir die Rübe ab, ob dieser Zuckerplörre!)

Das Beste........dramaturgische Pause......Höhepunkt hinauszöger.........trommelwirbel.......

ICH bin cool!

Geht doch......grmpfl......

20.04.2009 um 14:03 Uhr

11 Tage und die Gretchenfrage......

So, Ostern geschafft. Ich geschafft. Der Meinige geschafft. Irgendwie alle am Ende. Der Reihe nach:

Reizthema Nummer Eins: Dick & Doof.

Meine Schwägerin S., nebst Gatten, -also meinem Bruder, der den Trauzeugen spielen soll- und meine Eltern waren letzte Woche Dienstag mit den lieben Liebenden "Probeessen" im Schankhaus der Wahl. NATÜRLICH kam zur Debatte, warum er sich so doof wegen mir und Einladung und Hochzeitsumtrunk und Ausladung und sowieso und überhaupt verhält?

Antwort: Die hat mir einen kackfrechen Brief geschrieben, statt mich mal anzurufen! Der Brief war sowas von frech, die braucht gar nicht zu kommen!

Aha!

Biddewas?

Höh?

Wir erinnern uns zurück, ich schrieb:

Hallo Dick, (bereits revidiert, nachdem ich schon wieder neue Klopper über die Madame erfahren habe, also nur Dick!)

damit es bei Euch nicht wieder zu Missverständnissen wie zum Beispiel, dem Wichteln an Weihnachten kommt, ein paar klare Worte.

Wir sind sehr enttäuscht, von euch keine Einladung zu euerer Hochzeit erhalten zu haben. Da Ihr aber an den Festtagen von euch behaupten konntet, immer das Richtige zu tun, nehmen wir an, dass Ihr eure Gründe haben werdet uns auf diese Weise sozusagen auszuladen.

Gestern haben wir Tickets für einen weiteren Jakobsweg gebucht, welcher bislang noch nicht geplant war und werden so im Mai nicht da sein.

Wir können von uns nicht behaupten immer zu wissen, ob wir das Richtige tun. Und das ist gut so.

Pelegrina und der Ihrige

Da isses also das Pamphlet. (Ich lerne dann dieser Tage auch mal, wie man Links einfügt, jetzt gerade nicht, ich bin erbost!)

Ist das böse? Ist das vielleicht mal kackfrech? Ich KANN ja mal kackfreche, böse Briefe schreiben, da legen sogar die Schergen auf Guantanamo Bay die Ohren an! Das soll frech sein? Hallo?

Und weiter: ICH hätte anrufen sollen? Und vielleicht fragen sollen, warum ich keine Einladung bekomme, weil ER zu doof ist den Unterschied zu erkennen, zwischen:

Wir WÄREN gerne auf dem Jakobsweg.

und

Wir SIND auf dem Jakobsweg.

Mit Verlaub, lieber Bruder Dick, solltest Du dieses hier einmal lesen sollen:

Ich habe schon Knäckebrot gegessen, das war intelligenter als Du! *gibbetdochgarnicht*

By the way: Die Grabenkämpfe sind natürlich wiedermal eröffnet. Meine Mom sagt: Geh da nicht hin, wär ja noch schöner, und überhaupt spricht Schwägerin S. neuerdings auch mit gespaltener Zunge *HUGH!*. DIE kann Mütterchen derzeit nämlich garnicht ab, weiß der Himmel, was da wieder vorgefallen ist. Ihr zur Seite mein ältester Bruder, der sich formidabel verquatscht hat und erst gesagt hat: Wir können da nicht hin, wir haben über das lange Wochenende schon laaaange einen Kurzurlaub geplant, aber mir geflüstert hat: Wenn Du hingehst, geh ich auch. Was hintenherum meine Mutter mitbekommen hat und jetzt auch auf ihn stinkig ist.

Klasse, oder?

Schwägerin S. wiederum bezirzt mich nach Leibeskräften, frei nach dem Credo: Es ist doch Dein BRUDER!!!!! *himmelherrgottnocheinmal* Dann hängt sich noch mein Papa rein, der momentan alle doof findet, Bruder B. und wat weiß ich nicht noch alles und jeder ist sauer auf den anderen. Das scheinen die einzigen Spielregeln zu sein.

Riki und ich haben ein Bierchen aufgemacht, Gott einen guten Mann sein lassen und schauen gerade sehr entspannt dabei zu, wie sich der komplette Clan die Rübe einschlägt. Herrlisch. Zum gefühlt 478.962 Mal habe ich letzte Woche meine Mutter gefragt, ob es wirklich, WIRKLICH nicht sein könne, dass ich im Krankenhaus verwechselt wurde? Nein? Adoptiert? Zufällig im Strassengraben gefunden? Irgendwie sowas? Echt nicht? Shit!

Ich kanns noch nicht so recht glauben.

Weiter:

Der Meinige macht mich am nächsten Wochenende zur Strohwitwe, weil er auf dem Cannstatter Wasen im Rahmen eines "Männerwochenendes" den Block runterfeiern will. Soller mal. Zwischendurch ist uns dann aber mal siedendheiß eingefallen, dass wir dann kein gemeinsames Wochenende mehr haben, bevor es losgeht. Also haben wir am Wochenende schon mal gepackt. Rücksäckchen und Co.

Meine größte Sorge galt ja nach wie vor meinen Schuhen aka Waldbrandaustreter für Arme. Diese Riesendinger, für ein Schweinegeld, die für den Caminho Portugues so ganz und gar keine Daseinsberechtigung haben, weil sie zwar Steigeisenfähig sind, unser Weg als höchste Steigung aber nur so einen Küppel mit satten 400 Höhenmetern aufweist. Boahhhh. Und ich steh da, wie die hessische Antwort auf Reinhold Messner.

Samstag dann die Szene aller Szenen. Ich weiß garnicht, wie wir darauf kamen. Ging um unseren Urlaub im nächsten Jahr und was wir schon immer mal machen wollten und ich hatte (wiedermal) erzählt, dass ich auf den Kilimandscharo will. Scheinbar habe ich da als Kind schon einen Knall von Hemingways "The Snows of Kilimanjaro" bekommen, keiner weiß es, der Wunsch da hoch zu krabbeln ist auf jeden Fall schon seit ewigen Zeiten bei mir vorhanden.

Sagt der Meinige: Bei mir auch. Aha?! Wie jetzt? Wir haben uns dann drüber unterhalten, wer welche Wünsche hat und so etwas nicht um des anderen Willen macht. Beim Kili hört der Spaß nämlich auf. Tausend Kilometer Jakobsweg, wegen mir, aber hoch auf 5.895 m.....nix für Weicheier....Aber: Es ist ihm blutiger Ernst, Riki will auf den Kilimadscharo! Nicht um meinet Willen, nicht, weil er mir einen Gefallen machen möchte, nicht weil ihm nix Besseres einfällt. Auch ihm ist es ein Traum und er will da hoch!

Wir schauen uns ungläubig an und fallen uns in die Arme. Wir gehen auf den höchsten Berg Afrikas. Wow!

Das ganze Wochenende waren wir dann sehr beseelt von diesem Gedanken. Auch beim Packen für den Jakobsweg kamen wir immer wieder auf das Thema. Das wir dann eine andere Ausrüstung bräuchten und was wir alles mitschleppen. Das Geraffel für den jetzigen Weg zusammentragen, hat uns mit viel Trödelei und hier noch was schauen und dort noch eben was aufräumen, weniger als eine Stunde gekostet. Ist ja alles da. Schlafsack, Trekkingklamotten, Arznei, Waschzeugs und so weiter und so fort. Lediglich einen Ersatzschuh haben wir uns noch über das Internet bestellt. Trekkingsandalen von Lands End, sehr hübsch. Ich weiß aber noch nicht, ob ich die mitnehme: Sind ja dann noch nicht eingelaufen und da ich sowieso immer gerne Probleme mit Blasen habe....schaun mer ma....

Gestern mittag also alles beisammen, was machen wir nu? Ab in den Biergarten, bei dem Wetter, einen trinken und dann heim und schön Mittagsschläfchen halten: Chillen für Fortgeschrittene. Ich in meine Wandertreter gehüpft und los ging es. Die Schuhe hatte ich kurz zuvor mit kurzen Hosen an und bin in der Wohnung rum, während sich der Meinige beömmelt hat vor Lachen: Wie schön blöd das aussehen würde. Der hat gut reden, läuft er doch in einem Halbschuh, da er nicht die Tendenz zum umknicken hat und ich dann mit den Stiefelchen......ABER (höhö) was macht er nächstes Jahr auf dem Berg, hm? Da darf er nämlich auch noch Bergschuhe einlaufen! Und zwar hohe! Nix, da mit Halbschuh im Schnee! Ich gefeixt: Ätsch, haben die Stiefel doch ihren Sinn! Und ICH muss mich dann nicht mehr großartig umgewöhnen! Höhö...

Nach erfolgreichem Parcour: Laufen, saufen, laufen, Schläfchen und einem sensationellem Abendessen sind wir ermattet auf die Couch gesunken.

Der Meinige: Duuuuhuuuu?

(Ojeh, ojeh, was kommten jetzt?????)

Ich: Hmmmm?

Er: Würdest Du am Berg weitergehen, wenn ich nicht mehr kann?

Uffz, DIE Gretchenfrage. Er war auch schon im Berg, er ist auch schon in Seilschaften gegangen, er weiß, dass es auf den Kili nur die Hälfte aller Aspiranten schafft. Ob ich ihn zurücklassen würde? Um hochzukommen, bevor die Schneekappe für immer und ewig abgeschmolzen ist und man diese Chance nicht alle Tage bekommt, von den Kosten und allen übrigen Strapazen mal abgesehen???????

"Nein, würde ich nie im Leben!" Nie!", antworte ich und muss garnicht weiter überlegen, "Du?"

"Vielleicht", sagt er.....

Aha! Ich erkläre ihm, dass ich ihn ziehen lassen würde, umgekehrt, würde ich aber bei ihm bleiben und auf den Gipfel verzichten. Man kann nicht alles haben....

Nun isses auf dem Kilimandscharo ja nicht so, dass man sich in lebensgefährlichen Höhen befindet, wie auf dem Everest, oder größere Sorgen wegen Lawinen oder Steinschlägen haben muss, wie in der Eiger Nordwand, wo es Bergsteiger zu Hauf dahinrafft. ABER: Der Küppel ist knapp 6000 Meter hoch. Während der Besteigung muss man durch 5 Klimazonen und oben auf dem Gletscher ist die Luft wirklich hübsch dünn. Darum schaffen es so viele auch garnicht hoch. Okay, mit Bergsteigen hat das immer noch wenig zu tun, Bergwandern trifft es eher. Aber in einer Woche knappe 60 Kilometer bergauf latschen und dabei über 4000 Höhenmeter überwinden....wow! Wird bestimmt irre schön....

Nach ein paar Sekunden des Nachdenkens meint der Meinige: Ich lass Dich dann auch nicht allein. Woraufhin ich interveniere: "Schatzerle, wenn es mich erwischt, könntest Du mir sowieso nicht helfen. Gegen Höhenkrankheit hilft nur der Abstieg, da kann sonst keiner was machen...."

Aber: Er würde dann auch nicht weitergehen. Das ist so schön. Das hat mir den letzten Rest Vertrauen gegeben, den ich in ihn brauchte. Alleine wäre ich sicherlich da hoch. Mit keinem meiner ehemaligen Partner, die hätten mich in der Not sonstwo liegen lassen, mit meinem Schatzerle gehe ich, ohne wenn und aber. Da kann ich mich rückwärts fallen lassen, ich weiß, er ist da. UND: Er wird nicht irgendwie doof oder lässt hohle Sprüche vom Stapel.....hach.....

Da stehen wir nun also und werden unsere Hochzeitsreise auf einem der Seven Summits verbringen. Everest habe ich Riki auch aus dem Arm geleiert, aber nächstes Jahr nicht.

Nächstes Jahr Kibo. (Um das mal festzuhalten) Der eigentlich Berg an sich heißt nicht Kilimandscharo (gerne auch Kilimandjaro/ Übersetzung aus Swahili »Berg des bösen Geistes), so heißt nämlich das komplette Bergmassiv, man sagt ja auch nicht, ich steige auf den Alpen. Der höchste Punkt, des Massives, der Gipfel und somit unser neuestes Ziel heißt Kibo (=der Helle). Seine zwei Gipfelkollegen heißen Shira und Mawenzi. Desweiteren hat der Gipfel des Kibo noch einen eigenen Namen: Uhuru Peak (Freiheitsgipfel) und dort steht ein Schild, welches wir nächstes Jahr dann lesen werden können:

CONGRATULATIONS

YOU ARE NOW AT

UHURU PEAK, TANZANIA, 5895 M. AMSL

AFRICA’S HIGHEST POINT

WORLD’S HIGHEST FREE-STANDING MOUNTAIN

ONE OF THE WORLD’S LARGEST VOLCANOES

WELCOME

Neeee, wat schöööönnnnnn………

 

Uhuru Peak

09.04.2009 um 14:47 Uhr

22 Tage und die Übersetzung....

....aus dem letzten Eintrag. Es handelt sich dabei um die Hymne des FC Barcelona. Dieser hat gestern Abend im Rahmen der UEFA Champions League gegen den FC Bayern München 4:0 gewonnen und den Bajuwaren mal gezeigt, wie Fußball gespielt hat.

So! Und das hat mich gefreut! Und zwar nicht zu knapp! Und darum habe ich auch wiedermal gesungen, nicht schön, aber geil und laut! (Und schon garnicht Spanisch, sondern das, was ich für Spanisch halte...*gacker*) 

Der aktuelle Bericht zur Lage der Nation im Allgemeinen und zu der von mir im Besonderen, folgt heute Abend, wenn ich meine Dia-Show vom Wochenende fertig gebastelt habe (Also, nie...höhöhö....)

Nun also nochmal...miiiimimimiiiiiii:

Das ganze Stadion!
Ist ein Geschrei!
Wir sind die Blau-Roten,
Ganz gleich, woher wir kommen,
Ob aus dem Süden oder dem Norden,
Jetzt sind wir eins, wir sind eins,
Eine Fahne vereinigt uns.

Blau-rot in den Wind,
Ein beherzter Schrei,
Wir haben einen Namen, den die ganze Welt kennt,
Barça, Barça, Barça!

Spieler !
Anhänger !
Unsere Einheit macht uns stark,
Viele geopferte Jahre,
Viele gefeierte Tore,
Und das ist bewiesen, das ist bewiesen,
dass niemand uns besiegen wird.

Blau-rot in den Wind,
Ein beherzter Schrei,
Wir haben einen Namen, den die ganze Welt kennt,
Barça, Barça, Barça!

08.04.2009 um 23:50 Uhr

23 Tage und ein Lied....

.....zwo, drei....

Aus gegebenem Anlass, Übersetzung gibbet mosche. Und jetzt ALLE:

Tot el camp !
És un clam !
Som la gent blaugrana,
Tant se val d'on venim,
Si del sud o del nord,
Ara estem d'acord, estem d'acord,
Una bandera ens agermana.

Blaugrana al vent,
Un crit valent,
Tenim un nom, el sap tothom,
Barça, Barça, Barça !

Jugadors !
Seguidors !
Tots units fem força,
Són molts anys plens d'afanys,
Són molts gols que hem cridat,
I s'ha demostrat, s'ha demostrat,
Que mai ningú no ens podrà torçar.

Blaugrana al vent,
Un crit valent,
Tenim un nom, el sap tothom,
Barça, Barça, Barça !

Barça hat den Bayern in der Cl mit 4:0 den Hintern versohlt.......weitergröhl....ich entwickele eindeutig Südkurven-Mentalität......sing......

07.04.2009 um 21:29 Uhr

24 Tage und olfaktorische Abwege....

Oder auch gerne mal: Schon wiiiiieder die liebe Arbeit...ächz....ich kann es einfach nicht lassen.....

Unser Laden ist eigentlich ganz einfach gestrickt: Zwei Leute, die was arbeiten und sechs Leute, die sie verwalten. Wie auf jeder guten deutschen Baustelle: Einer schippt, der Rest hat die Hände im Säckel. Neben vier phantastillionen Arbeitsindianern haben wir also hundertmal so viele Häuptlinge und diese dann jeweils mit klangvollen Namen beseelt, die in 98 % aller Fälle auf "Manager" enden. Ich glaube, darüber habe ich mich schon mal ausgekotzt.

Wie auch immer: Unsereins, also moi, ist mit einem Gruppenleiter, einem Teamleiter, einem Abteilungsleiter, einem Businessleiter und danach final mit dem Scheff von dem Verein hier gesegnet.

Der Gruppenleiter ist eine hohle Fritte, ein König ohne Thron, die Sammelsurium-Marie von rund einem dutzend Controlling-Hanseln. Kommt eine neue hübsche unübersichtliche Excel-Tabelle aus welchem Sumpf auch immer, hat er die leidvolle Aufgabe, das über unser aller Köpfe zu bügeln, nur um zur Todeslinie (Deadline), sprich dem Abgabetermin wiederum UNS nachzulaufen, warum wir das Dingen nicht bearbeitet haben. Er ist keine Führungskraft, sondern schlichtweg ein Arsch, der es nicht müde wird, in der Gegend herumzulaufen und zu tönen, ich bin ein Ge El, ich bin ein GL...örgs....

MEIN Gruppenleiter leidet zudem an sehr, sehr kurzer Körpergröße und daraus resultierenden Minderwertigkeitskomplexen, die sich gewaschen haben. Geht mir knapp bis über den Bauchnabel und hat es gottlob längst aufgegeben, mir ein Männchen auf den Backen malen zu wollen, wie es so schön heißt, weil ich ihn mal mit seiner Großkotzerei beim Oberscheffe hab platzen lassen. VOR meinem letzten Jakobsweg! SEIT meinem Jakobsweg ignorier ich ihn noch nicht mal mehr, so unwichtig isser.

Ich habe leidvolle Zeiten mit ihm in einem Großraumbüro verbringen müssen und das muss an dieser Stelle dann auch mal genügen! Irgendwann einmal wollte ich dann auch schließlich mein eigenes Büro, damit ich (offizielle Version) nicht immer den anderen bei der Abstimmung mit meiner Assistentin auf die Nerven falle. Inoffizielle Version: Damit diese Arschgeigen von Gruppenleitern und Co. mir nicht länger auf den Frack gehen. Hab ich dann auch bekommen. Und nachdem meine schnuckelige kleine Assistentin nur 20 Stunden in der Woche kommt, um mir meinen Müll hinterher zu räumen, habe ich ein wunderschönes Eremiten Dasein in einem schönen großen Büro führen können...hach...

Vorbei!

Die Geschäftsführung befindet, ich habe zuviel Platz und will mir eine Kollegin dazusetzen. So geschehen, vor einer Woche. Die Dame ist ein Wiederholungstäter. War schon mal bei uns, wurde dann abtrünnig und suchte ihr Glück bei den Verkäuferseelchen aka Accounts. Da hat sie es aber nicht lange ausgehalten, weil die noch bekloppter als wir sind und nu isse zurück!

Das Schöne daran: Wir sind auch privat befreundet, deswegen freue ich mich sehr, das Unschöne: Ich kann hier nicht mehr den Rockstar für Arme geben, sondern muss mich benehmen, oder zumindest nicht mehr den halben Tag Nickelback singen oder summen.

Was macht der Herr Gruppenleiter? Läßt den Großkotz raushängen. Der war noch kein GL als die gute Grace (frei angelehnt an Grace Kelly! Grobe Ähnlichkeiten sind vorhanden und ich nenne sie seit dem ersten Tag so!) von uns ging, isses aber zwischenzeitlich geworden und hat nichts besseres zu tun, als wieder mal darauf rumzureiten.

Anfang der Geschichte liegt fünf Tage zurück:

Der Meinige holt mich wieder mal am Tor ab, Karosse heute: Fuschneuer (Okay 730 Kilometer hatte er drauf) BMW 320 in nachtschwarz, mit schönen Alus und dicken Reifen drauf. Nett.

Ich reiße die Tür auf und mir entgegen schlägt ein Geruch, dass ich fast aus den Latschen kippe.

"Schatzerle, was ist DAS denn???? Bääääh!"

Ich krabbel ins Auto und komme fast um.

Der Typ, der das Auto kurz gehabt hätte, hätte darin bei verschlossenem Fenster geraucht und dann auch noch den Aschenbecher voll gelassen und als er eben das Auto aus dem Carpool geholt hätte, wäre er erstmal wild entschlossen an die Tankstelle gefahren, hätte den Ascher ausgeleert, den Wagen innen gereinigt und als das nicht viel half, (jetzt kommts!!!!!!)

EINEN DUFTBAUM GEKAUFT!!!!!!!!

Wäääääääh!!!!!!! Pina Colada!!!!!! Iiiiih!!!!!!!

Es war sonnig und warm am Freitag, kann sich EINER ein Bild machen, wie es in dem Auto gestunken hat?

Mir wurde schlecht und ich zwang den Meinigen, den nächsten Parkplatz anzusteuern.

"Wo ist das Ding?"

"Unterm Fahrersitz...."

Wir angehalten und uns unter den Fahrersitz gewunden. Das Beste: Er hat das Ding komplett ausgepackt und unter den Sitz geschmissen.

"Ja, bist Du denn von Sinnen, Schatzerle?", frage ich ihn.

Der stellt sich blöd: "Wieso?"

"Schatz", sage ich, "hast Du Dir mal den Spass gemacht und gelesen, was da auf der Verpackung steht? Hm? Nein? Wie immer nein? Hm? Da soll man vorsichtig ein Eckchen der Umverpackung aufreißen und FRÜHESTENS nach 18 Jahren oder so das Dingen peu á peu weiter rausfriemeln!!!! NICHT die ganze Verpackung aufreißen! Himmelherrgott!"

Meine Hände stinken bestialisch, der Meinige mimt das Unschuldslamm. Hätter nicht gewußt, ihm sei aber jetzt auch von dem "Duft" schlecht. Na, dann. Das Auto würde aber noch schlimmer stinken!!!! Menno!!!!

Wir friemeln den Stinkebaum also wieder in die Verpackung zurück, knebeln ihn damit und legen ihn in die Ablage unter den Armlehnen, um wenigstens ein wenig anderes Raumklima im Wagen zu bekommen. Dann fahren wir mit weeeeeeeiiiiit aufgerissenen Fenstern heim.

Pause.

Vorhang.

Weiter:

Der Tragödie zweiter Teil

Heute Morgen ruft der Meinige aus der Küche, ob er mir auch noch eine Flasche Wasser für die Arbeit herausstellen soll????

Nöööö, ruf ich zurück, ich mach da immer noch Teeparty!

Mach ich den ganzen Winter und lasse so über den Tag zwei-drei Liter in mich reinlaufen, ich kleines Säuferkind. Dementsprechend habe ich auch mehrere Sorten, denn wenn ich nur eine hätte würde ich mir leid tun. So.

Nun ist meine Assistenz auch zu den Teetrinkern übergelaufen und bringt auch dann und wann frischen Tee und wieder neue Sorten mit. DANN kam auch noch Grace mit weiteren Tees im Angebot. Wir die ganzen Päckchen geschnappt und hübsch auf einem Beistelltischchen gelagert und jeder der mag, darf sich was wegnehmen.

Insgesamt bringen wir es auf stolze siebzehn Teepäckchen und mit dabei schicke, leckere außergewöhnliche Sorten. Unbedingt probieren: Von Meßmer "Apfel-Feige-Dattel". Schweinelecker.

Gestern Morgen komme ich ins Büro: Alle Tees weg! Schock, schwere Not! Keiner verläßt die Nördliche Halbkugel!!!

Nach kurzer Suche finde ich die lieben Kleinen in einer der Schubladen des Abstelltisches. Wollte Grace gestern Abend aufräumen? Keine Ahnung. Zwei Stunden später kommt sie angewackelt und ich spreche sie drauf an. Verschwörerisch schließt sie kurz die Tür, klarer Fall von Lauschangriffvermeidung, wird nur bei hohem Geheimnissaustausch so gehandhabt.......

Der Herr Gruppenleiter wäre gestern nachdem ich den Saal verlassen hatte ins Büro gekommen und hätte "angeordnet", das die Tees geruchssicherer untergebracht werden sollen! Ihn würde morgens der Geruch stören!

Boah! Frech, oder? Überhaupt: Was hatten der morgens hier im Büro verloren? Wir schließen abends die Räume ab und wir haben NICHTS hier im Raum, was andere dringend benötigen würden. Gibt auch ein Büro, da steht unser gemeinschaftliches Fax (Wassen das? Ja, gibt es alles noch!), da trampeln alle Kollegen dann und wann hin. Aber HIER IST NICHTS! Ja, so ein Arsch! Ich bin mir sicher der hätte ein schief hängendes Poster, oder nicht linear angeordnete Reiszwecken mokiert, wenn er nicht über den Tee gestolpert wäre. Einfach und allein um wieder mal das Gruppenleiterchen raushängen zu lassen.

Das erzähle ich dem Meinigen, während wir uns morgens auf den Weg zur Arbeit machen, der meint nur ganz lässig:

"Nehm den Duftbaum aus dem Auto und kleb ihn dem Arsch unter den Tisch!" und friemelt weiter an seinem Schlips rum...

Ich steh daneben und der Mund mir offen:

Schatz! Das ist gemein, hinterlistig, unkollegial........und ziemlich guuuut. Höhö...

Gesagt getan, gut in Plastik verpackt nehme ich unseren kleinen Stinkefreund mit ins Büro, involviere Grace und wir lauern auf einen günstigen Zeitpunkt. Leider kommt dieser aber nicht, da in seinem Büro noch dat Hessen-Moni hockt, die kommt immer erst um zehn, halb elf und sitzt bis Uhre und wir sind längst weg. Ergo steigen wir auf Plan B um und werden Stinkebaum am Gründonnerstag in den Lüftungsschlitzen seines Monitors versenken (da findet der den nie) und dann nach Ostern auf ein Feuerwerk an lustigen Gerüchen warten.

Ich glaube, ich habe zulange alleine hier gesessen. Fortsetzung folgt....

Die News:

-Italien bebt und mit Italien, die Welt vor Entsetzen. Der Boden wackelt weiter und stündlich werden es mehr Tote.

-In der Türkei gibt es gepantschten Alkohol und mittlerweile drei tote Jugendliche. Die zwei Jungs, die sie heim nach Deutschland geholt hatten, wurden für hirntot erklärt.

-In Landshut erschießt ein Sechzigjähriger, Schwägerin und sich selbst, während um die Ecke ein Familienvater seinen drei Kindern mit einem Hammer die Rübe einschlägt.

Scheißwelt......

06.04.2009 um 16:29 Uhr

25 Tage und steh auf.....

.....wenn Du ein Adler bist.

STEH AUF WENN DU EIN ADLER BIST...*gröhl*....*sing*......

Pelegrina war im Stadion! Im Waldstadion -achnee- Commerzbank-Arena heißt es ja politisch korrekt und trotzdem sagt jeder eingefleischte Fan und Frankfurter "Waldstadion". Und wenn man sie trotzdem mit der neuen Benamung tituliert, setzt es Keile.

Wie auch immer: Wir haben der Eintracht beim kicken zugeschaut! Und ich bin feddisch, wie ´ne Qetsch...

Der Meinige hat da vor zwei Wochen Karten angetragen bekommen. Großes deutsches Autohaus, V.I.P Karten, direkte Betreuung, all inclusive und so weiter und so fort. Ich noch gemosert: Schatzerle, gegen Cottbus! Nee, oder? Außerdem ist das der erste Samstag seit Monaten, den wir mal frei haben...brummel, brummel, brummel....okay, gehen wir halt hin....moser, moser.....

Hätte ich geahnt, dass es SO cool wird, hätte ich von Anfang an mit Begeisterung zugesagt. Bei diesem Autofuzzi weiß man aber nie, wie es kommt. Wir waren da schon auf mehreren Kundenlock-Veranstaltungen und eigentlich war es immer sehr schön. Die haben einfach das Geld und zudem auch noch das Händchen dafür, allem einen Rahmen zu verleihen, dass man sich wohlfühlt.

Wir also am Samstag um Punkt eins dahin. Wir wußten nicht, wieviele wir werden würden, wie genau alles gestaltet werden würde: Nix.

 Okay, das Spiel fing um 15:30 Uhr an, dafür langt es auch bei mir, obwohl ich nicht soooo viel Bundesliga schaue, eher EM oder Weltmeisterschaft. Wenn man aber in meiner Abteilung nicht das Gesicht verlieren möchte, muss man zumindestens wissen, wer am Wochenende mal wieder haushoch verloren und/oder grottenschlecht gespielt hat, damit es zum ordentlich lästern ausreicht. Die Sieger der Partien werden stillschweigend übergangen, das muss sowieso sitzen.

Ein Uhr, Frankfurt, Autohaus. Der Meinige und ich scheinbar die einzigen geladenen Gäste. Uffz. Damit hatten wir auch nicht gerechnet und werden in die nächste Limo bugsiert. Wir holen noch jemanden am Bahnhof ab, verspricht unser persönlicher Betreuer Herr A. Der ist sowieso DAS Herzchen vor dem Herrn! Wäre er nicht schon so alt, würde ich ihn sofort adoptieren! Wirklich ein supernetter, supersüßer Kerl und hat natürlich eigens für diesen Tag dutzende an Anekdötchen im Arm, um uns schon die kurze Fahrt zu versüßen. Er schämt sich zwar aufrichtig, das er mir als Fahrer die geforderte dunkle Sonnenbrille nicht bieten kann, verspricht aber lachend Abhilfe, weil selbstverständlich schaut es cooler aus. Am Bahnhof sammeln wir noch Doris ein, die war auch noch nie in der Arena und ist auch schon ganz hibbelig.

Schon während wir vorfahren, wird das Ding immer größer und größer. Wir haben gebuchte Tiefgaragen Plätze, was soviel heißt, dass wir alle fünfzehn Meter kontrolliert werden, überlegen aber trotzdem, ob wir nicht beim nächsten Mal noch jemanden im Kofferraum einschmuggeln. Die Stimmung war also schon im Auto gut, wir waren auch alle mächtig aufgeregt. Herr A. kündigte an, das es schon auf den Tiefgaragen Stellplätzen schön etwas zu sehen gäbe.....

 Jetzt fahren wir selbst ja nicht gerade kleine Wägelchen, ganz im Gegenteil und was einen schönen Stern vornedrauf hat, oder generell über 50 Riesen im Grundmodell liegt, da habe ich schon Ahnung, aber was DA stand, dass hatte mehr mit dem Genfer Autosalon zu tun, als mit ´ner Tiefgarage. Meine Herren! Die hätten mich auch gerade da lassen können, nur zum schauen und alles zu fotografieren. Hatte ich schonmal erwähnt, dass ich schöne Autos sehr mag? Nein? Höhö...

Anschließend kleiner Erkundslauf durch die Tiefgarage, riesengroß, wo ging es noch mal langt? Ach ja da, oder? Wir laufen brav wie die Lämmer Herrn A. hinterher, der dies und jenes erzählt, guter Dinge ist und sehr wohl merkt, das wir immer rappeliger werden, was ihn freut. Mit Eintritt in den V.I.P. Bereich bekommen wir Plastik-Armbändchen, die an Entbindungsstation erinnern und müssen nochmal durch x Kontrollen. Dann -batsch- Business-Loge. Schön gediegen, dunkel vertäfelt, alles sehr geschmackvoll.

Herr A. bietet an, uns unsere Stadion-Plätze zu zeigen, denn wenn es voll würde, wäre es zu Zeiten etwas unübersichtlich. Wieder durch Sicherheitsschleusen, treten wir zuerst auf den Balkon, dann auf die Haupttribüne. Der Laden noch sehr, sehr leer und ich bekomme den ersten Eintrag vom Stadion: UFF! Wow! Mein lieber Herr Gesangsverein. Was ein Kasten. Und dann das Allerbeste: Wir sitzen direkt hinter Friedhelm, sprich Trainerbank. Genau über dem Ausgang der Kabinen. Und da tollt schon die halbe Eintracht und etliches Fernsehvolk von Premiere & Co. rum. Dank langen Wachstums könnte ich denen mal eben so das Händchen auf die Schulter patschen. Wie geil ist das denn? Mitten drin statt nur dabei!!

Wir ziehen uns noch kurz zu unserem Essen zurück: Drei Gänge Menu in Buffettform, Käseplatte, Obstkörbe, sensationell. Außer dem Essen noch all you can drink, was sich eventuell rächen könnte. Wir speisen sehr angenehm, trinken noch einen kleinen Kaffee und dann geht es auch schon so langsam aber sicher los.

Eine Viertelstunde vor Spielbeginn treten wir erneut auf den Balkon und mich erschlägt es fast: Der Laden rappelvoll, die Ränge voller Menschen, die Musik, die vorhin noch verhalten klang ist mittlerweile auf Einheizer-Lautstärke hochgedreht und die Fankurve brüllt sich auch in einer affenartigen Lautstärke ein. Kurz: Die Atmosphäre ist schier mitreissend.

Ab auf die Plätze und schon gehts los: Die Spieler laufen ein, die Fankurve plärrt noch lauter, Anpfiff und das komplette Stadion bebt. Ein kurzes Crecendo als die Cottbuser einen Foul-Elfmeter verwandeln, was nur dadurch getoppt wird, dass die Eintracht auch gefoult wird und das erste Tor schießt. Ab da ist Schluss mit lustig und die Fankurve plärrt, wie besessen. Die Hälfte der Abgesänge verstehen wir zwar nicht, ABER was wir verstehen gröhlen wir mit. Bei "Steh auf, wenn Du ein Adler bist..." hüpft das ganze Stadion von den Plätzen und singt mit. Was eine Show! Und dann ICH! Ich hasse Massenveranstalltungen, da bekomme ich schnell einen "Reiß-aus", dort -sicher auf meinem Tribünenplätzchen- bin ich aber außer Rand und Band. Mit dem Resultat, dass ich in der Halbzeit fast heiser bin und mir ein Bierchen genehmige und noch eins, die Bedienung hat so nett gefragt....*flöt*....

In der zweiten Halbzeit schafft es die Eintracht auf das 2:1 und Einblendungen über den Stadion-Monitor zeigen, dass es die Bayern gerade mit einem sensationellen 5:1 gegen Wolfburg versemmeln, aber so RISCHTISCH! Höhö....nicht, das ich was gegen die Bayern hätte, zumindestens nichts, was wirkt..höhöhö....

Nach dem Spiel lassen wir uns auf anraten unseres Herrn A. nochmal in die Loge geleiten, allderweil draußen sowieso das Parkplatz-Stadion-Fan-Chaos herrschen würde. Wegen mir...

Noch ein Bier? Och gerne....

Man, hab ich mir einen gezwitschert. Und wir mussten abends noch auf den Geburtstag von meinem besten Freund. Wir brechen viel zu spät und viel zu angeheitert auf, Doris an den Bahnhof karren, unser Autochen beim Autohaus einsammeln, kurz heim Geschenk holen und ab weiter auf den Geburtstag.

Und dann ist mein bester Freund auch noch Ausländer!!! Also er kommt aus dem Saarland.... Zur Hülf, wenn da halb Püttlingen, oder wie das komische Heimatkaff von ihm heißt anrückt, um zu bechern, bleibt a) kein Stein auf dem anderen und b) verstehe ich die nüchtern schon nicht. Die könnten auch Kisuaheli reden.

Und dann hatte ich auch noch ´ne Krise, weil MEIN St.Pauli ausgerechnet gegen die Vollpfosten vom SV Wehen-Wiesbaden eine Schlappe kassiert hatten, es ist doch echt zum heulen.....respektive, musste ich diesen unseeligen Kummer in Gerstensaft ertränken....

Der Meinige hat mich dann nach dem trillionsten Bierchen ins Bettchen gebracht und ich war den ganzen Sonntag bierkrank. GANZ seltene Krankheit. Bedarf erhöhter Pflege und Aufmerksamkeit. Vielleicht vertrage ich aber auch schlicht und einfach nix mehr, ich weiß es nicht.....

Bilderchen gibbet, wenn ich wieder geradeaus schauen kann....Ich wollte Herrn A. auch noch eine Dia-Show machen und diese mit Hells Bells von AC/DC unterlegen. Dazu habe definitiv noch einen zu dicken Kopp...urgs....

Statt der News, die Spielergebnisse vom Wochenende:

03.04.2009

Arminia Bielefeld - Schalke 04 0:2

MSV Duisburg - FSV Mainz 05 0:1 (2. BuLi)

04.04.2009

VfL Wolfsburg - Bayern München 5:1

Hamburger SV - 1899 Hoffenheim 1:0

VfL Bochum - VfB Stuttgart 1:2

Hertha BSC Berlin - Borussia Dortmund 1:3

Eintracht Frankfurt - Energie Cottbus 2:1

SV Wehen Wiesbaden - FC St. Pauli 3:1 ( 2. BuLi)

05.04.2009

Karlsruher SC - Borussia Mönchengladbach 0:0

1. FC Köln - Bayer Leverkusen 0:2

Werder Bremen - Hannover 96 4:1

01.04.2009 um 22:19 Uhr

30 Tage und der Jakobsweg...

Nun, da wir ja am Sonntag so lieben Jakobsweg Besuch hatten, sich unser dritter Jakobsweg nähert und wir eigentlich ständig mal hier, mal da nach dem Weg gefragt werden, haben wir beschlossen dann auch mal einen Vortrag zu halten:

 

Der Jakobsweg Aufzucht und Pflege.

 

Oder so ähnlich. Die Österreicher Studenten, die wir beim letzten Mal getroffen haben und mit denen wir final in Santiago eingetroffen sind, haben schon einen Vortrag gehalten und bereiten mehrere folgende vor. Wir waren bislang zu faul. Beziehungsweise finden wir keinen Anfang. Natürlich sind da spätestens nach dem Herrn Kerkeling einige interessierte Menschen unterwegs und gehört haben es auch schon mal die meisten, aber inhaltlich fehlen da meistens sogar die grundsätzlichsten Dinge.

So saß ich zum Beispiel letztes Jahr, knapp zwei Wochen vor meinem Abflug zum ersten Jakobsweg,  auf einer Hochzeitsveranstaltung in Frankfurt. Gegenüber von mir ein lieber Kollege, der nicht müde wurde zu fragen, wann es denn nun endlich losginge und neben mir ein weibliches Exemplar der Marke Franfurter Bohème: Mitte fuffzisch, keinen Bock alt zu werden, Grungeklamotten, Dreadlocks und den Termin für das nächste Urschrei Töpfern in der Toscana  fest im Visier.

Kollege fragt: Wann geht’s jetzt endlich los????

Ich: In zwei Wochen und so langsam denke ich drüber nach, mir den Termin auf die Stirn tätowieren zu lassen, damit Du nicht zwanzigmal am Tag fragen musst. *lächel*

Grungefrau: Wo gehtsen hin, ey?

Ich: Jakobsweg.

Sie: JAKOBSWEG! COOL! Ja, das ist ja mal TOLL! Was macht man da?

 

Die hatte doch tatsächlich die Nerven zu fragen, was man da macht. Aha.

 

Letzte Woche auf der Finalspielabschlussfeier (urgs, wassen Wort) des Meinigen. Ich hatte mich mäßig erfolgreich um das Vereinsdusselchen geschummelt, irgendwann hatte sie mich am Wickel, da sie mitbekommen hat, dass wir wieder gehen werden.

„Was ich Dich die ganze Zeit fragen wollte: Läuft man da im Kreis?“

„Wo?“

„Ei, auffem Jakobsweg!“

„Wie?“

„Ich wollt wissen, ob das ein Rundwanderweg ist?“

 

Ich gestehe, nicht jeder muss alles wissen, auch wenn ich mir persönlich für die Lebenserhaltung meiner kleinen grauen Zellen am Tag mehrere Stunden Zeit nehme, um Nachrichten zu schauen, Sachbücher zu lesen oder mich sonst schlau zu machen. Ich wusste auch nicht, wo der Westhighland-Trail in Schottland verläuft, den nun eine liebe Freundin demnächst laufen wird. Also habe ich mich hingesetzt und es mir angeschaut und anschließend fing ich an doofe Fragen darüber zu stellen. Wobei: Eigentlich gibt es ja nur doofe Antworten, keine doofen Fragen. Wenn ich mir obige Auswürfe allerdings so anschaue, habe ich doch meine berechtigten Zweifel….

 

In Vorbereitung auf stadienfüllende Jakobsweg-Abende mit Pelegrina und Riki, fingen wir also an Fragen zu sammeln. Was interessiert die Menschen eigentlich am Jakobsweg? Was gibt man weiter -gesammelt- damit es nicht zu langatmig wird, welche Unterlagen breitet man aus? Ich bin ja bekanntlich großer Fan von Tabellen. Ich hab alles in Excel Sheets gepresst und habe mich damit sehr aufgehoben gefühlt. Kilometerangaben, Unterkünfte, Höhenmeter, wo zum Teufel ist der nächste Geldautomat und so weiter und so fort.

Muss aber nicht jeder den gleichen Kram mögen, wie ich. Mich hat meine fünf-Blätter-Wirtschaft zwar zu einem sehr genauem Reiseführer gemacht, dem sich einige gerne anschlossen und ich fühlte mich auch sicher und aufgehoben, mit den paar Ausdrucken, das darf aber nicht für jeden gelten. Mir sind durchaus auch Pilger begegnet, die drei Reiseführer bei sich hatten und aus der Quintessenz derer, den nächsten Wandertag planten. Umgekehrt gab es auch welche, die sich nur auf die gelben Pfeile am Wegesrand verlassen haben und gar keinen Führer oder dererlei bei sich hatten.

 

Was also sind die wichtigsten Fragen? Unter Jakobspilgern war unterwegs der Standard: Wo kommsten her? Wo bisten losgelaufen? Wie lange biste schon unterwegs?

 

Nach dem Jakobsweg war es: Wieviele Kilometer biste gelaufen? Wo bisten los? Wie schwer war Dein Rucksack?

 

Summa summarum, sind diese Fragen natürlich nur Angebergehabe und dienen alleine dem Zwecke zu antworten: ÜCH bün aber VÜÜÜL länger gelaufen! Und mein Rucksack war leichter, ätsch!

 

Darum geht es nicht! Es geht um anderes. Schließen wir die paar Leute mal aus, die den Weg als sportliche Herausforderung sehen und ihn mit dieser Motivation laufen. Eine Tagesstrecke vor Santiago habe ich einen Pilger aus Bayern getroffen, der den Weg laufen wollte um abzunehmen. SIEBEN Kilo hätte er abgenommen! Hah! Ich habe ihm gesagt, dass es selbst am Vorabend der Ankunft vielleicht noch nicht zu spät ist, um zu merken, dass der Weg ihm ganz anderes gegeben hätte, als eine neue kleinere Kleidergröße. Am nächsten Tag haben wir uns abends in Santiago getroffen, er sah mich an und sagte: Du hattest recht.

Ohne Einleitung, ohne großartig auf unser längeres Gespräch zurück zu kommen, einfach: Du hattest recht. Dann haben wir uns lange angelächelt. Auch er war angekommen. Schön…*lächel*

 

Desweiteren nehme ich auch mal für mich an, dass die meisten Menschen, welche einen solchen Vortrag besuchen, sich das anhören, um selbst irgendwann aufzubrechen. Okay, ich war auch schon auf einem Vortrag über Eisbären in der Antarktis, aber weder fühle ich mich in diesen kalten Gefilden wohl, noch mag ich so einem Oschi (Hessen Wort für großes Tier oder Objekt, zu Zeiten auch Mensch) über die befellten Füße fallen, dazu habe ich zuviel Angst. Trotzdem war ich da, weil es mich interessiert hat. Hm.

 

Warum geht man nun zu einem Jakobsweg Vortrag? Warum läuft man überhaupt los? Wieso nimmt man diese Strapazen auf sich, um an ein Grab zu gelangen, in dem nachweislich der liebe Jakob gar nicht liegt? Fragen über Fragen.

 

Hat denn hier vielleicht jemand Fragen? Denkanstösse? Motivationen? Gerne auch geheim als Nachricht, ich behandele das diskret. Also bitte: Zur Hülf!

 

Back to reality:

 

-Am heutigen Tage begrüßen wir Albanien und Kroatien als 27. und 28. Mitgliedsstaaten der NATO. Gude!

 

-Benjamin Netanjahu ist wieder mal israelischer Ministerpräsident. Man könnte meinen, die haben keine guten Leute da unten, ständig wählen die den Bibi…tz!

 

-Wir gedenken dem heutigen ersten April damit, dass es niemand geschafft hat mich in den selbigen zu schicken. Höhö. Was vom Tage übrig bleibt, sind die merkwürdigen Ansätze meiner Firma (sauwitzig…), die eigentlich nur noch von der Radio Meldung von FFH getopt wurden, dass Frau Merkel schwanger sei. SUPERwitzig….

 

-Und last but not least gratulieren wir Otto Eduard Leopold von Bismarck-Schönhausen, der heute 194 Jahre alt geworden wäre, wäre er nicht aus Kummer über uns Deutsche gestorben….seufz…